Blog von MoeMents

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Eigentlich hatte ich mal die Idee, mit den Stephen King Verfilmungen sowas wie die Beyondreihe zu starten, da jedoch aktuell sowieso eher Blogflaute herrscht - und ich/wir erst die 4.Beyondphase voll bekommen sollten - heben wir uns den Gedanken mal lieber für später auf, oder lassen ihn auch wieder verfallen. Aber Verfilmungen des Horrorliteraten gebe es reichlich! :)

Nun hab ich im Zuge meines Schneefaibles eine seiner Adaptionen geguckt, und da wurde aus einer kleinen 'anSicht' wieder mal etwas Großes. Ich hab etwas weitergesponnen und gleich in einen separaten Blog gepackt. Als Bloglogo sogar etwas mit der Schreibmaschine fabriziert! Handgemacht und digitalisiert! ;)

Nun werd ich euch nach und nach erläutern, wie ich beim folgenden Film von einer Perspektive zur anderen kam - meine Ansicht also einige erkenntnisreiche Wendungen erfuhr -  also wenn möglich bis zum Ende dran bleiben.... beim...



Sturm des Jahrhunderts

USA1999 – Storm of the Century


 
Stephen King schrieb die Geschichte gleich ohne Umwege als Drehbuch fürs Fernsehen und es wurde daraus eine 3teilige Mini-Serie, die in der ungekürzten Schnittfassung sogar auf satte 4 Stunden (255Min.) kommt! Wie üblich bei seinen Fernsehadaptionen setzt man auf eine gemächliche Erzählweise um sich den Figuren – einer gruppendynamischen Gemeinschaft – und ihren Schicksalen anzunähern, und zieht dann die Spannungsschraube mit etwas Bedrohlichem hoch um gefesselt am Geschehen zu halten. Manche Handlungsläufe sind leider so vorhersehbar, dass die gemächliche Erzählart auch mal qualvoll nach hinten losgehen kann (Bsp. SPOILER: die Kinderauswahl mit den Steinen etc.) 
 
Wie der Titel schon verät zieht ein mächtiger Sturm auf und die Bewohner der Insel Little Tall haben mächtig zu tun um Vorräte aufzufüllen, alles dingfest zu machen und Schutz zu suchen. 
 
Leider wartet zusätzlich noch ein viel größeres Problem auf die Einheimischen: Ein unbekannter Mann taucht auf, der unheimlich viel Wissen und geheimnisvolle Informationen über die restlich auf der Insel verbliebenen Bewohner hat, und auch gleich beim ersten Auftritt einen Mord begeht.

Sich zwar folglich sogar einsperren lässt, ihn die Gitterstäbe aber nicht aufhalten seine tödlichen Spielchen mit den schon sturmgeplagten Bewohnern weiter zu treiben! Macht dazu hat er immerhin genug…
 
Schnell bemerkt man, dass dies für die Inselbewohner - bei denen ansonsten so wenig passiert, das der Sheriff nebenbei sogar einen Lebensmittelladen führen kann - mehr als nur eine Nummer zu groß ist!! Erst recht in einer Nacht, in der die Naturgewalten sowieso schon die Zügel in den Händen halten! Stümischer Wind, der Schneefall verdichtet sich immer weiter, große Wellen schlagen an Bucht und den Leuchtturm… nicht nur die Wetterlage spitzt sich immer weiter zu… das sorgt gleichmal für eine hammer abgeschnittene und bedrohliche Stimmung, eine dichte Atmosphäre die den ganzen Film über gekonnt die Nerven, aber auch die eingebauschte Wohlfühlzone des Zuseheres anregt! Fantastisch! 
 
Weniger Horror, vielmehr ein richtig atmosphärisches Katastrophenszenario, nach King garniert mit Kleinstadtgeheimnissen und reichlich Psychothrill durch den schwarzen Mann, der zur Leichenstapelung im Ort, auch genügend übernatürliche Fähigkeiten mitbringt. Nun fragt man sich (mit sich wiederholendem Spruch) nur noch:

Was will der Mann eigentlich von ihnen!? 
 
 
"Gebt mir was ich will und ich werde geh'n!"
("Give me what I want, and I'll go away!")

 
 
Optisch wurde bei den Außenaufnahmen mit einem Blaufilter etwas zu kräftig übertrieben, die Innenaufnahmen sind aber gelungen. Gelegentlich bis selten fügt sich etwas maues CGI hinzu, für einen Fernsehfilm aber völlig akzebtabel – da gabs optisch schon schlimmere Kingverfilmungen. Überraschend ist Hauptdarsteller Tim Daly (Private Practice) der als Sheriff ne richtig gute Performance hinlegt, außerdem erfreut es einen, die 80er-Jahre Teenagerfilmrarität Casey Siemaszko (Three O’Clock High) mal etwas gealtert spielen zu sehen. Colm Feore passt sowieso stets als Durchschnitts-Antagonist und der restliche Cast aus weiteren bekannten Gesichtern stellt einen angemessenen Dienst.
 
Aber nun zum Wichtigsten, der Story, die sich über 4 Stunden nebst großartiger Stimmung wunderbar aufbaut… und dann am Ende…leider... in sich zusammenzusackt!
Es tut mir echt leid, aber ich wollt am Ende fast den Besenstil fressen, um nicht den Fernseher damit zu zertrümmern!    



Nach dem Film machte ich mir dennoch meine Gedanken und die Sicht auf den Film veränderte sich schrittweise... die Angelegenheit enthält nun auch SPOILER:

1) Ich liebe solche Filme aufgrund des Settings ungeheuer, aber die Story ergibt letzlich keinen (botschaftstragenden) SINN… obwohl zuvor reichlich Stoff dafür aufgebaut wird… Nehme man her, dass ihnen der Typ mit dem Aufdecken ihrer Sünden schonmal genial den Spiegel in Sachen Moral vorhält, und dazu lauert auf dieser 'jeder kennt jeden' zusammenhaltenden Insel auch in jedem Charakter verborgenes Erlösungspotential, dann noch der etwas religiöse oder auch historische Background (zu einer Kolonnie im 16Jhd.)… alles fantastisch… sodass einem als Finalplot dazu geniale Möglichkeiten (über Schuldbuße, Reue…) durch den Kopf gehen, ABER nein, was macht der Film…
 
...er wählt eine völlig andere/simple Lösung, die alles zuvor aufgebaute in den stürmischen Wind schießt! 
 
Das mag vielleicht ein nettes Gleichnis zu den Sünden der Inselbewohner sein, die man letzlich ja auch geheim hält, aber das kann doch nicht alles sein!?!? 
 
Hätte man zu Ende noch aufgedeckt das… 
 
  • Hauptdarsteller Mike doch auch ein bitteres Sündengeheimnis in sich versteckt, dann wäre es laut vorherigen Aufbau zumindest erklärbar gewesen warum gerade er im finalen Plot seinen Sohn entbehren muss [als Bestrafungsthema – übergeordnetes richtendes Element] - der schwarze Mann will nämlich ein Kind von den Inselbewohnern… 
     
  •       … oder eventuell ein Background zum schwarzen Mann namens LINOGE, dessen eigentlichen Sinn, den seiner Tätigkeit offenbart hätte... 
     
  • … ODER auch, dass eventuell die Vorfahren der Inselbewohner, nämlich die erwähnten Bewohner im 16Jhd. was ausgefressen haben und nun die gegenwärtigen Ahnen dafür bestraft werden…
 
…das hätte alles Sinn gemacht, aber nein, nix davon wurde letztlich arrangiert!

So bleibt als Finalplot nur dieser unerklärte Typ (eine Hülse für die LEGION - zahlreiche böse Dämonen) der einfach nur mordet um die Gemeinschaft so einzuschüchtern, dass sie ihm letztlich "zwangsbedroht-freiWILLig" eines ihrer Kinder als seine(n) Nachfolger(-hülse) rauszurücken… ähmmmm… leider sind das inhaltich eher 4 atmosphärische Stunden für so ziemlich für nix! 
 
So bleibt das Ganze nur eine kleine Abmahnung auf (s)ein reines moralisches Gewissen zu achten, weil Geheimnisse immer an einem nagen, einem immer belasten werden – immerhin wiederholt man das regelmäßig, auch indem der Hauptdarsteller zu Filmbeginn-/ende aus dem Off meint, jeder muss dafür bezahlen!

Ich nenne das aber veschenkte 80% Storypotential! So bleibt nur das geniale Setting, dem man sich aber gern hingibt!
 
 

Zwischeninfos...

  • Der Film spielt übrigens auf der selben Insel wie eine andere Geschichte Buch des Gruselmeisters: DOLORES

  • Eine gekürzte Fernsehfassung läuft statt 255 nur 173 Minuten, wobei es durch manch langgezogenen Umsetzung und der simplen Finallösung keineswegs auffallen würde wenn man einiges wegstreicht. Hauptsache das Schneegestöber und die gelungenen Wechsel von Gefängnis zum Rathaus bleiben drinnen!

  • CROATON: Die Geschichte rund um das Dorf auf Roanoke Island indem genauso zahlreiche Menschen spurlos verschwunden sind und nur das Wort "CROATOAN" hinterlassen haben. Das Verbleiben der Menschen wurde nie geklärt. Diese historische Einbindung wird im Film als furcheinflössendes Mittel genutzt, da es den Menschen durch die Bedrohung von LINOGE genauso ergehen könnte, wenn sie seine Forderungen nicht erfüllen!
  •  LINOGE = LEGION 


 
2) Nun zur Wende! Ich hab nämlich dann einiges zu den Hintergrunderwähnungen eruriert, und kam von einem zum anderen, weshalb ich das schrittweise erklären muss... 
 
Auch HIOB, dem aus biblischer Sicht enorm viel von Gott genommen wurde, findet seine Erwähnung im Film, in dessen Sinne es darum geht seine Treue zu Gott zu prüfen, indem man auch das Böse durchsteht, es einfach annimmt!

So wie HIOB das getan hat - trotz Besitzverlust, Tod von 10 Kindern und Krankheit!
Hier ein kleiner Abriss zu den Eckdaten rund um HIOBs Geschichte...
  • In einem Dialog mit HIOBs Freunden geht es darum, dass sich Hiob für sein erfahrenes Leid die Schuld eingestehen soll; seine Freunde vermuten, dass nur diejenigen bestraft werden, die gottlos sind.
     
  • In der finalen Rede Gottes gibt dieser jedoch zu, dass HIOB tatsächlich unschuldig war... und weißt vielmehr darauf hin, dass seine Schöpfung so enorm und detailreich ist, dass die Größe seines Handelns für die Menschen UNBEGREIFLICH wird!! 
  • Die Rede des Elihu besagt dabei, das man Gottes Wirken nicht in Frage stellt, sondern stattdessen den Zweck des Leids erkennen soll!!
     
  • [Für seine Treue, nicht über das Leid zu klagen, belohnt Gott später HIOB indem er ihm sogar zweimal soviel gibt, wie ihm vorhin genommen wurde - ist in diesem Falle aber nicht relevant.] [Auch das es sich bei der HIOB-Geschichte eigentlich um eine Wette Gottes mit dem Teufel bezüglich Gottesfurcht und Glauben handelte, möchte ich mal außen vor lassen.]

 
Tja, schön langsam versteh ich auch den Film!!
 
Der tatsächliche FINALPLOT läuft mit diesen eruierten Hintergrundinformation also darauf hinaus, dass es keinen Grund gibt!!! Es ist simple und einfach zu akzeptieren, als Gottes Plan, egal ob gut oder schlecht - keine Wertung!
Ich hingegen suchte ständig nach einer Antwort, nach einem Grund des Geschehens und hing mich total am Schuld/Reue-Konzept auf - fast wie HIOBs Freunde - ohne zu bemerken, dass es hier GENAU um das Gegenteil geht! Akzeptanz und Gottvertrauen ohne zu (be)urteilen!


Thematisch geht es fraglich darum, wie Gott nur zusehen kann, dass guten Menschen schlechtes passiert, und die Einsicht folgt damit, dass Leid keine Strafe Gottes sei!!! 
Wenn man damit auf die Rede Elihus zurückgeht, in der man seinen Blick weg 
von der Frage nach dem Grund, hin zum Zweck des Leids wenden soll,
versteht man nun auch den Sinn des Geschehens! 

 
Tja, es war keine leichte Geburt,
aber da kann man sogar was fürs Leben lernen!

Alles hat einen Sinn,
auch wenn man es (noch) nicht verstehen mag!

Aus spiritueller Sicht lernt man auch aus Erfahrungen, egal ob positiv oder negativ. Auch wenn man den Grund nicht kennt, kann die Erfahrung einen (charakterlich) bereichert haben - zumindest ging es mir schon öfter so.


 
3) Dennoch, zu guter Letzt, der Film kann einem das aber nicht beantworten! Dazu muss man bibelfest sein um die kleinen Details im vollen Ausmaß zu erkennen, oder wie ich gerade, sich darin einlesen!! Gut wenn man gerne etwas erweitert, aber allein gesehen funktioniert die Sache nicht wirklich; die Hintergründe sind zwar genial, man bringt die Erkenntnis im Film aber nicht auf den Punkt! Mike behauptet zwar am Ende, dass er die Angelegenheit erst jetzt versteht, aber WAS genau er verstanden hat, wird eben nicht formuliert/offenbart!

Wahrscheinlich könnte man das sogar nochmals weiterspinnen, ob man nicht gleich alles als HIOB-Parabel sieht, auch bezüglich der bösen Komponente (und der Wette), der Religionsthematik, bzw. ob man GUT/BÖSE getrennt oder als (göttl.) Einheit sieht, der Hintergrund zur LEGION usw. ...aber das reicht definitiv mal, bin dadurch schon ein kleines Stück weiser... ;)

... bzw. hab ich es aktuell so interpretiert! 

Mit diesen Hintergrundwissen, würde ich nun gerne mal eine Blu-Ray dieses atmosphärischen Stücks sehen! Leider gibt es den Titel nur auf DVD, dessen Bild zwar akzeptabel war, aber auch reichlich Bewegungsunschärfen hatte.


Vom King war es das vorerst mal... aber wir sehen uns bald wieder... zu weiteren Filmen mit Eis, Schnee und manch bedrohlichem Setting! :)



© MoeMents / Alle Angaben ohne Gewähr! ;)

Die Filme der Mad-Max Reihe hab ich euch schon in Blog-Trilogie näher gebracht,...
 

...geht es nun nochmals weiter mit dem Blick auf das COMIC, der Vorgeschichte zu FURY ROAD, und einer Zweitsichtung dieser!


 





Mad Max: Fury Road (Comic)
Alle Geschichten stammen von George Miller, wurden von weiteren Personen umgesetzt/gezeichnet und dienen als Vorgeschichte zum Film Fury Road!
Die vier enthaltenen Bände auf etwa 140 Seiten umfassen ein Kapitel zu Nux und Immortan Joe, ein Kapitel zu Furiosa, ein Kapitel als Zweiteiler zu Max und das letzte sowie kleinste Kapitel zeigt wie der wüste Sattelschlepper (das Kriegsgefährt) aus vielen Einzelwägen-/Motoren zu dem wurde, was in Fury Road durch die Endzeit brettert. Dieses finale Kapitel enthält auch ein paar nette kleine Nebendetails, zu manch Gegenständen an Wägen oder wie sie dort hin kamen etc.


Aufgeklappter Packshot (Vertigo / Panini Comics)
 
 
Die einzelnen Kapitel/Bände:
Bei Immortan Joe erhält man Einblick wie er nach dem Niedergang der Zivilisation zu seinem "unsterblichen" Namen kam, was gleich Hand in Hand geht mit der Eroberung der Zitadelle. Hier sieht man auch wie Nux als kleiner Junge zu dieser, und somit zu den Warboys gelangte.

Zu Furiosa sieht man leider nicht wie sie zu der Frau wurde die sie nun ist, sondern wie sie zu den Mädchen, zu Joes Hoffnung auf ein gesundes Baby, kam, und darauf hin beschloss sie zu retten. Hier liegt der Fokus aber auch mehr auf den Mädchen und ihrem Frust sich endlich aufzulehnen.
 
Die anregendste Story des Novels beherbergt wohl der Zweiteiler um Max, der Rockatansky neben einem weiteren Nebenstrang erneut in eine modernisierte Donnerkuppel steigen lässt (in der sichtlich Blut vergossen wird) um an einen V8-Motor für seinen Interceptor zu kommen. Eine Story rund um ein zu rettendes Mädchen könnte eventuell Auskunft über Maxs belastende Visionen im Film geben.
Dieses Kapitel enthält auch das Highlight des Buches: Drei Doppelseiten auf denen jeweils die alten 3 Filme als Comic zusammengefasst/erläuter wurden. Es begeistert etwas Altbekanntes und auch Kultiges nun mal als Comicinterpretation zu sehen – da wurden echt herausragende Ausschnitte/Bilder gewählt!
 
Comic-Schnappschuss (Vertigo / Panini Comics)


In Summe enthält das Comicbook aber leider mehr einfache Geschehnisse, rund um die nun neuen bekannten Charaktere. Aufschluss über die Persönlichkeiten selbst sucht man auch hier vergebens. Visuell hat das karge Ödland aber immer schon begeistert, so sind auch die Zeichnungen recht gut und haben durch unterschiedliche Zeichner auch leichte Abwechslung in Look und Stil zu bieten; dreckig sind sie erfreulicherweise alle. Die Übersetzung geht halbwegs in Ordnung, bis auf die echt peinliche Ausnahme dass man statt "Benzin" ständig BENSIEN lesen muss. Als Detail entdeckt man außerdem eine kleine visuelle, amüsante Anspielung auf Judge Dredd.
 
Bestes Element im Buch – weil zusätzlich - ist die Tatsache, dass die Storys eigentlich aus einer zeitlich anderen Gegenwart von einem alten Mann (dem Wortburger) erzählt werden, der sich altes Wissen nach einer Bücherverbrennung erhalten hat und an junge Menschen weitergibt - er sieht durch die Wort-Tattoos über den ganzen Körper verteilt aus, wie die alte Granny Miss Giddy die im Film auch Joes Mädchen unterrichtet/hirtet!
Interessant deshalb, weil man rätselt, ob, oder welch Instanz er und seinen jungen Zuhörer womöglich in zukünftigen Filmen einnehmen könnten… er erzählt/lehrt stets davon, dass diese Geschichte aus Kampf und Leid, das Überleben des Stärkeren, nur zum ewigen, elendigen Kreislauf wurde und die Zeit reift um einen Schritt aus dieser Geschichte heraus zu machen…
 
 
Als Must Have seh ich das Buch nun nicht, die (nun gezeichnete) Welt ist natürlich grundsätzlich sehr interessant aber die Vorgeschichten sind charakterlich nicht wirklich ergiebig, womöglich wird auch erneut einiges zurückgehalten um sich noch Material für filmische Fortsetzungen/Erklärungen offen zu halten!? Die Ereignisse sind zwar als kleine Vorgeschichten ganz nett, für den Preis von etwa 20.- und dem Versprechen am Einband, jedoch zu wenig! Ich hoffe und freue mich immer noch auf weitere Hintergründe zu dieser imposanten Welt… egal ob zu Gastown, dem Mechaniker Donk, den Buzzards und natürlich all der schon bekannten Figuren, Locations und Elemente.
 
 

Mad Max: Fur...iosa (Film)
Nun musste ich natürlich auch den Film gleich nochmals gucken, und gleichstehend die erste Heimkinorunde drehen. 
 
Auch wenn ich nicht weiß was filmisch/inhaltlich noch nachkommt und man eigentlich die Forsetzung Wasteland (2017) schon als 'Furiosa' betiteln wollte, möcht ich durch das Geschehen dennoch vielmehr der 'Fury Road' diesen Titel verleihen...
 

FURIOSA! (warnerbros.com)

 
Einige Zeit zog ins Land von Kinosichtung bis heute, und kann ich mein kritisches Kinoreview doch erneut unterstreichen, hat sich doch etwas verändert, zumindest mein Fokus darauf... so hab ich dieses Mal die immer noch vorhandenen Kritikpunkte einfach akzeptiert und mich einfach den wunderbaren Details dieser herausragenden Anarcho-Welt gewidmet! Der 'abgefahrene' Unterhaltungswert ist sowieso garantiert! 

Die Story ist zwar weiterhin ein sinnloser Vorwand um von A nach B zu kommen, vielmehr dienlich ein Bombast-Spektakel vom Band zu lassen dessen herausragenstes Element die bahnbrechenden Stunts mitsamt des famosen Actionfeuerwerks sind, hat man davon an allen Fronten schon reichlich gehört... und wenn man sich vor Filmbeginn etwas Dosenchrome durch die Nase zieht, macht einem diese brachiale Einfachheit auch gleich gar nichts mehr aus!
 
"You will ride eternal, shiny & chrome"

Was nun für mich zählte, waren die kleinen ruhigen Zwischennuancen, die eigentlich als Verschnaufpause vor einem erneuten Sturm dienen sollten, ich aber nutzte, um mich noch tiefer darin zu laben! Obwohl sie im rasanten Kontext etwas kitischig (ja fast deplaziert) wirkten, sind sie das Salz in der staubigen Brühe dieser martialisch-verrückten Endzeit...
 
  • Begonnen bei der herausstechenden weiblichen Ästhetik, diesen Wüstenblumen als reinen, unschuldigen Gegenpol in dieser staubfressenden Welt!
  • Den kurzen Zwiegesprächen zwischen Nux und Capable
  • All den Blau gehalten Nachtszenen in einer fast schon eigenständigen Welt
  • Den ruhigen Passagen
  • Den nahezu schon liebenswerten gegenseitigen Bereicherungen...
  • ...und besonders, das wohlwollende Wirken eines starken aber dennoch irgendwie sensiblen Helden aus dem Background!
 
Ich mochte auch die beinahe latenten Gefühlsmomente, wie als Bsp. Max kurz neben der hochschwangeren Splendid (Bild/rechts: warnerbros.com) liegt, was für ihn reichlich merkwürdig wirkte (erfrischend aber auch verlegen) – ohne nur Ansatzweise das zu verkörpern, was Immortan und seine 'Männer' in dieser Welt vertreten. Oder wie er sie ansieht als sie sich selbst vorm Absturz rettete, und er kurz einen mitfühlenden Daumen-Hoch gab! 

 
"Furiosa" ist überhaupt ein Film, der, sofern man auch ein inhaltliches Erlebnis will, von diesen Zwischentönen lebt! Und natürlich von den Kleinigkeiten die dieses Universum erweitern/aufwerten! Neben einer Unmenge von Einzelcharakteren die es zu beleuchten lohnen würde, stechen hier vordergründig aber erstmal die Gruppierungen hervor…

In einer Welt um die Zitadelle, Gastown und der Bullet Farm, rollt nicht nur die rüde Verwandtschaft von Immortan Joe, einer bizarren Familie von Freaks an!
Neben den märtyrer-verseuchten Warboys steigern sich auch noch die genauso valhalla-verrückten Bulletboys in die laufenden Angelegenheiten, die dazu passend deren Stirn einfach als Silbergrau bemalte Patronenspitze beschmiert haben. Die Buzzards auf ihren Bikes (die auch im Comic ihren Part bekamen), und zuletzt nicht zu vergessen, der Gegenpol dieser testosteron-mutierten Postapocalypse, dem Vuvalini-Matriarchat, dem Clan der vielen Mütter!
 
Die allesamt zahlreiche weitere lohnende Kapitel wert wären!
 
In der zweiten Sichtung fielen mir sogar noch mehr die möglichen Interpretationspotentiale in Sachen Emanzipationskino auf! Die Abrechnung mit dem Patriarchat, – das auch in unserer Zeit noch ein brandheißes Thema ist –, dem fleischgewordenen ungestümen Phallus namens Rictus Erectus, als Symbolik einer einseitigen Mannes-Ausgeburt die sich mit einer riesigen Wut-Wumme einfach nur unkontrolliert in die Welt gebärt; als Teil seines herrschenden Vaters, dem typischen machthungrigen Warlord den es in jederlei Hinsicht nach Macht und noch vielem mehr dürstest! Natürlich erst recht nach einem REINEN MÄNNLICHEN Nachkommen! 

Was überhaupt erst den Wahnsinn hervorrief der einen hier überrollt!
 
Gegen all das lehnt sich nichts anderes auf als eine Gruppe von Frauen, unter Führung einer taffen Kriegerin, einem Tank Girl der Gegenwart, der aus einem Matriarchat stammenden Wüstenamazone Furiosa, die nicht nur die Unschuld dieser Welt zu retten versucht, sondern sogar den Part DES HELDEN einnimmt!!
 
Was den Film für mich in dieser Hinsicht sogar perfekt machte, ist die Tatsache, dass im hin und her (von Patriarchat zu Matriarchat) keine Lösung, kein Ausgleich zu finden ist und der Film schon einen Entwicklungs-/Lösungsschritt weiter ist, indem er eindeutig zeigt, dass man AM BESTEN als bereicherndes Team funktioniert!! 
Obwohl Max fast degradiert wird – er kann dienlich sein weil er es will (und/aber auch allein seinen Frieden finden würde) - tritt er immer wieder mit guten Ideen und lebensrettenden Einsätzen in essentielle Erscheinung, was einen gleichberechtigten Ausgleich schafft... und SPEZIELL das unausgeprochene Zusammenspiel von Furiosa und Max zum herausragensten und besten 'charakterlichen' Filmelement krönt!! Einfach nur beeindruckend, ohne viel Worte!
 
Da rettet man sich sich nicht nur gegenseitig das Leben,
man lernt auch, sich wieder Vertrauen zu schenken!!
 
(madmax.wikia.com)


(warnerbros.com)
 

 
Ansonsten…
  • …nervte es mich immer noch, dass die Ikone – der Interceptor – ganze zweimal beiläufig geschrottet wird
  • Richtig genial fand ich die akustischen Tinnituseinbindungen (wenn Max als Schützenhilfe herhalten muss)
  • Genauso den taktvoll aufdröhnenden Score, besonders die basslastigen Kurzanschläge!
  • Die Interview-Aussage von Tom Hardy, dass sich Max STIMMLICH erst wieder in diese Welt einfinden muss, mildert den stümperhaft wirkenden Ausdruck dann doch etwas ab.
  • Ich mochte das Motorlöschen durch das Herunterfahren des Frontschilds, genauso wie das Spritspucken durch den Luftanzugshuzen des doppelten V8-Blocks!
  • Als Rictus Erectus ausruft, dass er einen kleinen Bruder hatte,..., bekam ich fast Gänsehaut!
  • Die Idee, dass der 0-Negativ-Universalspender als Blutbeutel fungiert, ist so bizarr und absurd, wie ideenreich!
  • Die visuellen Farbwechsel von den blauen Nächten zum türkis/sandigen Tag sind phänomenal!
  • Tatsächlich liebte ich das Zusammenspiel 'der Guten', in den actionreichen Momenten genauso wie in den heißgeliebten ruhigen Passagen!
  • Das fahrende RADIO (mit Drummer und FeuerGitarro) hätte ich immer noch geschnitten, wie auch manch Logikausgeburten in den ersten 40 Minuten, letzteres jedoch ein reines Wunschkonzert darstellt! Hätte George Miller auch das noch geglättet, wäre es wohl der herausragenste Actioner aller Zeiten geworden, andersrum toppt er in Sachen Produktionsdesign und Stunts aber immer noch alles bisherige! 
 
Der Film kann also immer noch nicht leugnen in welche Richtung er sich festlegte, durch die Detail-Betrachtung ich ihm aber immer mehr abgewinnen konnte! Und ich will mehr davon!!!! Viiiiielmehr!!
 
Ich freu mich 'irrsinnig' auf weitere Ableger!! Denn jedes Detail, jeder Hintergrund, verbessert diese wüste Welt. Derweilen will ich hin und wieder mal nach "Furiosa" sehen, wenn sie auf der Fury Road IHRE 'RUNDE' dreht, während ihr als neu-aufkommende Kultfigur von einer alten Legende unter die Arme gegriffen wird, sodass aller Welt sehen kann, wie man einen gelungenen Ausgleich startet!
 
Ein Pionier im Offensichtlichen, ein kleiner zwischen den Frames – auch wenn es vordergründig nicht danach aussah! 



 
 Filmbilder: © Warner Bros // Comic: © Vertigo / Panini Comics
Restliches Layout: MoeMents


M O N S T E R T H E K #09

5. Februar 2016

 




 
1958  Beware of The Blob...
The Blob

 
Ein Meteor fällt vom Himmel! Und die schleimige, etwas glizzernde Masse daraus befällt einen alten Mann. Obwohl er von zwei Jugendlichen zum Arzt gebracht wird, schreitet die Ausbreitung dieser sonderbaren Masse schneller voran als die lebensrettenden Maßnahmen!

Der Blob bahnt sich seinen Menschen verschlingenden Weg durch die Stadt!

Richtig geniale Ansätze hat der Klassiker, wobei sich vieles wortwörtlich 'verläuft' - in diesen Szenen einfach von A nach B gezogen wird -, die beschauliche Stimmung aber unentwegt hält! Nicht nur wegen toller Kulissen, auch wegen des Charmes den man versprüht!

Nicht nur das Kleinstadtfeeling und etwas abgelegene Hütten-/Waldumgebung begeistern, selbst manch Studiokulisse ist nett arrangiert ...oder gar gezeichnet. Echte Highlights sind sowieso die alten Wägen, das alte Kino mit seinen wunderbaren Filmplakaten – ein abgewandeltes Forbidden Planet Plakat im Aushang - und die grenzgeniale Neonaufmachung hierzu; mit zeitgemäßen Diner gegenüber! Über das sich der Blob im Finale vollständig drüberstülpt. Und obwohl man die günstigen Effekte bemerkt, sieht es dennoch klasse aus!!

Der Blob seinerzeit noch aus Silikon, Benzin und Lebensmittelfarbe angerührt, gab es ihn in unzähligen Konsistenzen, damit er auch mal unter den Türfalz hindurch gequetscht werden konnte! Und musste sich der äußerst gefräßige Gallertpropfen mal wo vorbeischleichen, zog man ihn laut Audiokommentar einfach an einem (mit dieser dunkelroten Masse bedeckten) Ballon durchs Bild - schon irgendwie witzig. Dennoch sieht die Bewerkstelligung selbst heute noch gut aus und wirkt in Kombination mit dem hervorragenden Drumherum sogar minimal beängstigend.

Immer weiter wächst die außerirdische Masse wenn es Menschen verschlingt! Der Sheriff spricht gegen Ende zwar von 40-50 getöteten Menschen, filmtechnisch wurde gerade mal ein Zehntel umgesetzt - aber doch reichlich für damalige Verhältnisse.

Steve McQueen gibt sich in seinem Leinwanddebüt schon als gewohnter Charmebolzen, immer voll bei der Sache, liefert er auch sonderbare Mimiken und agiert an der Grenze zum theatralischen Overacting, jedoch bei weiten nicht so markant wie seine filmische Freundin Jane (Aneta Corsaut), die vielmehr diese damals künstlich-gewohnte Angst schmachtend ausreizt!

Der Score überrascht, da er nicht wie gewohnt aus den meisten 50er Jahren-Invasionkrachern völlig aufwühlend die Nerven des Zusehers strapaziert, sondern grundsätzlich eher ruhig, beinahe romantisch dahinläuft, um erst in den richtigen Momenten taktvoll die Spannung zu schüren! Auch die Filmmusik, gerade die Eröffnungssequenz unter psychedelisch gezeichnetem Intro, lässt mit einen schwungvollen Song aufwarten der gar sommertechnisch an Eis am Stiel erinnert. Noch genialer der Text hierzu:

"Beware of The Blob, it creeps and leaps and glides and slides, across the floor, right through the door and all around the wall, a splotch, a blotch, be careful of the Blob!" :D

Neben der gruseligen Note, die dem Zuseher auch manch Schmunzler entlockt, webt der Film offensichtlich einen Generationskonflikt ein: Die halbstarken Rebellen (Jugendliche/Straßenrennen) denen keiner Glauben schenkt, gegen die seriös-verhaltenen Erwachsenen, immer in Reibung durch die lockeren Eigenarten der Jugend - die sich eigenständig summieren muss, um die Leute vor der lauerenden Gefahr zu warnen. Wenn auch nicht immer plausibel im Vorgehen, vertrauen die sich zumindest untereinander blind!

Die ständigen politischen Interpretationen die diesen 50er-Titeln (outer space – watch the skies) immer angelastet wird, hier nämlich die rote Farbe des Blobs als Gleichnis für die kommunistische Bedrohung damaliger Zeiten, bestätigten zwar damals reale Ängste, ich finde sie aber mittlerweile minder interessant/überflüssig. Auch weil der USler warscheinlich mehr Angst geschürt hatte, als womöglich sogar relevant war.

So steigert der Film die Spannung bis ins Finale stetig, doch als das Chaos so richtig ausbricht, scheint der Film auch schon wieder vorbei zu sein! Ein atmosphärisches/brachiales Highlight stellt der Moment dar, als im Ort all die Sirenen (und Hupen) aufheulen, was die ganze Stadt in einem Ausnahmezusant aus den Betten holt! Richtig genialer Höhepunkt!! Ab hier wird nochmals richtig losgelegt, leider aber auch genauso schnell ein Ende gefunden.

Sollte es noch nicht tot sein – Säure und Schußwaffen konnten ihm immerhin nichts anhaben - so liegt dieses 'Ding aus einer anderen Welt' wohlmöglichen in einem anderen mittlerweile bekannten Szenario… AUF EIS!!

Das schicke Mediabook - oder auch das KeepCase - sollte in keiner gut sortierten Sci-Fi Sammlung fehlen! Für Freunde des Kultigen ohnehin ein Must-Have! Außerdem darüber hinaus eine wunderbare Einstimmung auf das in den 80ern entstandene Remake, das das herrliche Original sogar nochmals toppen konnte!!

 

 



 
1973  Werewolf of Washington
Der Werwolf von Washington


Jack ist Journalist und hat mit der Tocher des Präsidenten ein Verhältnis. Um daraus zu entfliehen lässt er sich nach Budapest versetzten. Der US-Präsident wittert in ihm jedoch einen Top-Presseagenten und holt in zurück um ihn für seine Zwecke einzusetzen. Zuvor wurde er jedoch unter ungarischen Zigeunern von einem Wolf gebissen!


Ein Aaaaaaaouhhhhh(!) für den Film?

Nein!! Vielmehr ein Gääää-hh-hh-eennn…

Für einen Horrorfilm zu lahm, für eine Parodie dann doch zu unwitzig und für eine Politsatire einfach zu unschlüssig gelabbert. Wobei auch mal gute Witzchen, bzw. Situationen auftauchen, als zum Beispiel Jack, der US-Präsident und ein hoher asiatischer Vertreter per Helikopter zu einer Presserede unterwegs sind - wodurch sich eigentlich der Ost-West Konflikt bereinigen sollte - JACK sich jedoch während des Fluges in einen Werwolf verwandelt, der Asiate dies vorerst als Einziger bemerkt und für einen politisch feindseligen Akt der Amerikaner hält, und deshalb schreit:

"Nix JACK….. HIJACK!!!!!!" 
(Hijack=Entführung)


So wechselt der Film eben flüssig zwischen den genannten Kategorisierungen und lässt beiläufig zu Vollmond immer wieder 'ne Leiche auftauchen. Wobei sich Jack (Dean Stockwell, der AL aus der TV-Serie "Zurück in die Vergangenheit") immer wieder als erstes seiner Schuhe entledigt! Die harrige Maske wird ihm dabei im Bildschnittmodus aufgeschminkt, was auch gleich das Verwandlungsprozedere darstellt!
In Sachen Legende wurde einiges aus dem Ur-Klassiker "Der Wolfsmensch" übernommen, nicht nur das Erschlagen mit dem Silberstock, sondern auch das Auftauchen des Pentagramms in den Handinnenflächen seiner nächsten Opfer. Auch wenn Jack schon weiß, dass er der Wolf ist, und immer wieder Schaden anrichtet, will ihm die Mannschaft des weißen Hauses nicht so recht glauben... immerhin schreibt der Mann gute Reden!! 

Alles lahm und schlicht erzählt. Erst in den letzten 20 Minuten scheint noch eine interessante obskure Note aufzutauchen, da irgend ein Kleinwüchsiger geheime und sonderbare Experimente für den Präsidenten ausführt – sieht aus als läge Frankenstein auf ner Bahre - doch im nächsten Moment ist dies auch schon wieder ungeklärt unter den Tisch gefallen. Nur der finale Fight, Werwolf vs. Präsident, entschädigt noch miniminimal! Wenn dann im Abspann noch der erste Wolf als Präsident der Vereinten Staaten zu heulen/hören ist, kann man das noch als amüsanten Finalstreich verbuchen!

Ansonst ist der Film leider gänzlich zu übersehen, da alles einfach trocken und viel zu öde dahin siecht. Das moderne Cover der DVD hat wieder mal gar nichts mit dem Film zu tun und die üble VHS-Quali tut ihr übriges. Trägt leider nicht zur Stimmung bei, sondern nur noch mehr zu den anderen negativen Eindrücken. Hier also lieber keinen Trashgriff wagen und aus diesem Jahrzehnt vielmehr zu den Paul Naschy Filmen greifen!



 
1999  Fliegende Teufel
Bats

Noch während einer Höhlenexpedition wird die Fledermausexpertin Sheila Casper (Dina Meyer) von einem landenden Helikopter in ihrer Arbeit gestört. ES EILT! Ein aufgebrachter Mann verlangt nach ihrem Fachwissen, welches in Texas von Nöten ist. Dort wurden zwei Leichen gefunden die ihm Zusammenhang mit nachtaktiven Feldertieren stehen sollen.

Der B-Movie Faktor kommt sofort voll raus, als alle völlig übereifrig bei der Bedrohung sind! Pathetisch wird die Sache schön ausgeschlachtet und in Dialogen gleich furchtbar drastisch aufgemöbelt, oder sollte man hier besser 'hochgezüchetet' sagen. Denn die Erkenntnis, dass die plötzlich blutrünstigen Viecher durch die Forschung mutiert sind, dient nur noch zusätzlich der effektvollen Schwarzmalerei!

"Wir müssen sicherstellen dass diese Seuche sich nicht in der gesamten Fledermaus-Population verbreiten kann. Wenn ihre Ernährungsweise manipuliert worden ist, können wir uns wahrscheinlich in allernächster Zukunft vom Gleichgewicht der Natur auf diesem Planeten verabschieden!"

Einfach herrlich passend zum 90er B-Flair unter texanischer Wüstenkulisse und seinen unbelehrbaren Kleinstadtbürgern, in dessen Dorfkino natürlich grad NOSFERATU laufen muss! Diese ernstgemeinte Überschwänglichkeit ist vielleicht nicht jedermanns Sache liefert aber wunderbaren Charme, glücklicherweise hat der flatterhafte Tierhorror auch keine arg krassen Logiklücken oder weitere Trashfaktoren zu verschmerzen. 

Personentechnisch gibts zur Unterhaltung nicht nur die BESTE Zoologin (Dina Meyer) und ihren locker-lässigen Behelfstechniker (Leon Robbinson), sondern auch Lou Diamond Phillips (Young Guns, The Big Hit) als stauberfahrenen Sheriff mit Hang zur opulenten Operete. Und was wäre so ein Film ohne den zwielichtigen Wissenschaftler (Bob Gunton) mit rücksichtsloser Liebe zur eigenen Züchtung!? OH - und das Militär darf natürlich auch keineswegs fehlen!!
Effekttechnisch ist die Fledermausbrut für die 90ties richtig gut umgesetzt und erfreut mit Animatronics, die zum blutigen Angriff übergehen und schonmal richtig zubeißen, einem einiges abnagen!
Stellenweise, speziell bei den Schwarmflügen merkt man dann doch den Computer raus! Der Kamerastil ist zuweilen recht hektisch, passend zum Chaos, jedoch wenig erfreulich wenn man mehr erkennen möchte. Eine verzerrte Sichtoptik gibts genauso wie manch Lens Flares (Lichtblendungen) - noch bevor J.J.A. damit ausgiebig rumspielen musste!! 

Tolle Optik, die visuell für eine grandiose Stimmung sorgen würde, durch die kurzweilige Inszenierung und die aufkommende Hektik leider aber auch wieder verbraucht wird. Hier gefällt die zweite Filmhälfte mit seinen kurzen Verschanzen sogar besser, weil leicht ruhiger/stimmiger. Beim Rest gibts die zweckdienliche B-Story, aber im Großen und Ganzen zählt "Bats" schon zu den populären Vertretern seiner Rasse und geht auch nicht in seinem (tatsächlich vorhandenen) Guano-Bad unter! Ein B-Tierhorrorfilm mit Biss, im Anflug auf die erste Liga, für Leute die es gern mal kurzweiliger haben.








 

 

 

 

 

 

 

 

 

Coverbilder: bluray-disc.de, amazon.de
Banner ZoMoHoWo: tantron / restliche Illustration: MoeMents
 

 

 

 

 

1,2, Turbo Kid!

28. Januar 2016


Teenage Wasteland

Auf dem Wege zum Filmhybrid Turbo Kid ins endzeitliche Retroland, musste ich vorher die Aufbaustufen bestehen! Bitte angurten, Grip suchen, Proviant einpacken..., die Reise auf (unmotorisierten) Bikes und weiteren skurillen Vehikeln hat so einige Holprigkeiten und noch finstere Gegenspieler zu überwinden! Dazu braucht es schon mehr als 7 Herzen auf seinem Lebensenergiebalken, aber mit absurden Ideen bolzt es sich auf dem Weg zum Helden noch am Besten durch Zeit und Müllhalden!

Helm auf! Wir starten...

... als Einleitung mit einem Zitat aus BMX-Bandits das recht gut auf den gesamten Blog passt: "Zwei sind ein Team, zu dritt kommt man ins Gerede" 






BMX-Bandits
AUS1983 - Die BMX-Bande

Man nehme Tom Broadbridge, den Produktionsassistenten von Mad Max, und einen Regisseur, Brian Trenchard-Smith, der sich eigentlich in Genrefilmen (Insel der Verdammten, Leprechaun 3,4) zuhause wähnt, ...und schon fällt auf, dass ein Kinderfilm andere Anstalten macht! Schon der anfängliche Banküberfall mit fiesen Masken, noch fieseren Sprüchen, wüsten Methoden und erst recht der tristen Stimmung dazu, lassen ohne Hintergrundwissen eher einen Ozploitationstreifen erwarten. Fragwürdig für eine FSK 6, zeigte sich das auch in deren Kampf um ein G-Rating - bekam nur ein PG.

Nach einer Weile bemerkte man aber wohl selbst, dass man eigentlich einen Kinderfilm dreht... auch wenn der waghalsige Eindruck nie gänzlich weggeht, dafür bekommt man auch eine eigenwillige Mischung.

Die Kids auf den bunten Kulträdern, P.J. (Angelo D'Angelo als Schönling), Goose (James Lugton als Sprücheklopfer) und Judy (Nicole Kidman als blasshäutige Schauspieldebütantin), stecken ihre Nase zu weit in fremde Angelegenheit... sie brauchen Kohle für neue Bikes und suchen dazu nach Ware zum Verschachern. Und die finden sie sogar, VERSTECKT in einem See,... gleich eine ganze Ladung Walkie-Talkies! Die gehörten jedoch einer Verbrecherbande, die damit beim nächsten Coup den Polizeifunk abhören wollte.


Der Dresscode in Turbo Kid kommt auch nicht von ungefähr...
(Bild: tasteofcinema.com / Nilsen Premiere/  Vertrieb: Capelight)

Brian Marshall (The Long Good Friday) als Oberfiesling ist über das Verschwinden der Funkgeräte gleich mal richtig angepisst und beauftragt seine Lakaien die Ware wieder zurückzuholen!

Spätestens hier wechselt man von echt fiesen Gaunern zu zwei Slapstick-Pappnasen (John Ley und David Argue) die in ihrer Schnoddersynchro keinen blöden Spruch auslassen - den es Original gar nicht gibt - und auch anderweitig keine Möglichkeit verschenken um sich richtig dämlich anzustellen!
Schon auch ulkig wie sich die beiden zum Affen machen, bis die Stimmung wieder umschlägt, als die Bösen in ihrem schicken Ford LTD. wieder Straßenjagd auf die Kids machen! Der übrigens wie die Bikes öfter mal mit einer POV-Cam ausgestattet ist um Rasanz und Bedrohlickeit in die Aufholjagd zu bringen! Zum Glück weiß man dank der FSK dass keinem Kind etwas zustoßen wird. ;)

Erwähnen muss man im aufreibenden Geschehen aber gewiss noch die Friedhofsszene! An der Stelle machen die Ganoven nämlich genauso in erschreckenden Monstermasken Jagd auf die 3 Kids, in finsterer Nacht quer durch die Gräber gesäumte Szenerie!! Kidman sogar in ein Grab stolpert und erdverschmiert Angst leidet, während ihr witzigerweise Goose erneut Schauergeschichten aus seinen Zombie- und Horrorfilmen erzählt!! Ganz schön gruselig für Kinderfilmverhältnisse, aber recht unterhaltsam!

Der Score schlägt auch eine unheilvolle Stimmung an, irgendwo zwischen spannenden Krimi- und Polizeifilm,... jedoch nur solang bis der auflockernde und treibende Electric-Pop einsetzt (The Papers - Ready to fly) um die Sache wieder gekonnt in jugendliche 80ties Sphären zu versetzen. Beim herumcruisen mit den Bikes gibts zu jedem Stunt-Sprung auch noch schöne Arcade-Sounds - zzschhhh - obendrauf.

Bei solch Spielautomaten, Junk Food und einem Päckchen Milch steckt man sowieso am Besten die Köpfe zusammen!

So gestaltet sich die Sache ebenso lustig, speziell wenn die Kids den Polizeifunk durcheinander wirbeln, die zwei Verbrecher reichlich Situationskomik vom Stapel lassen und auf ihrer Kinderfänger-Tour alles nur mögliche schrotten! Die Verfolgungsjagden sind klasse inszeniert, als Jugendlicher musste man jedoch auf den vollen Einsatz der heißbegehrten BMX-Räder ne Weile warten, wird dafür mittig des Films aber mit einer fast halbstündigen Verfolgungsjagd quer durch Sydney, über Golfplätze, holprige Baustellen, durchs Einkaufscenter und sogar Wasserrutschen hinab, reichlich entlohnt!

Wenn dabei ein Junge auf dem Rad sogar BERGAUF einen motorisierten Kleintransporter einholt, darf man mal ein Auge zudrücken, aber wer weiß, vielleicht hat der Junge ja Roboterbeine!

Nach dem ganzen Zirkus blässt man mit seinen zahlreichen BMX-Freunden sogar nochmals zum knallbunten Großangriff auf die gesamte Ganovenschaft, ...auf zur Mehlpäckchenschlacht mit gefolgtem Schaumbad!


(Bild: alchetron.com / Nilsen Premiere/  Vertrieb: Capelight)

Die Angelegenheit von Film hat wie man merkt zwar nur einen Aufhänger - zum Hin- und Herradeln - feiert die bunten Kulträder aber so richtig ab und hat neben der argwöhnischen Stimmung genügend Kinderkrimi mit tollen Stunts zu bieten. 
Der Ausnahmefilm des brit-australischen Regisseurs hat mit seinen Tölpeln von Ganoven und einer gut gelaunten Kids-Combie auch noch massig knallbunte Eyecandys und gewiss auch irgendwo Kultfaktor. Macht Spaß! Und wird unter 80ties Jugendlichen wohl eh in der Sammlung stehen. ;)

Alle Kinder seien GEWARNT: Nicht nur die Stunts dürfen nicht nachgemacht werden, durch die bedrohliche Herangehensweise des Regisseurs ist man gewiss auch eingeschüchtert seine Nase in fremde Angelegenheiten zu stecken. Sowas kann gefährlich oder sogar übel enden! ;) Vielleicht bekommt man aber auch eine BMX-Strecke!! 






Metropolis 2000

IT1982 - I Nuovi barabri - The New Barbarians - Warriors of the Wasteland


Italo-Regisseur Enzo G. Castellaro, der sich für Meilensteine wie Keoma (1976) ein paar Django-Ablegern oder auch dem Original der Inglorious Basterds (1978) verantwortlich zeichnet, schuff 1982 hierzu auch noch Metropolis 2000. "The New Barbarians" so der Alternativtitel, schwamm somit neben "The Riffs" oder "Fireflash"… noch in dieser Italokino-Plagiatswelle mit, die versuchten Filme wie Mad-Max, Die Klapperschlange, The Warriors oder gar ihre eigenen Italo-Vorbilder (aus den 60zigern, 70zigern) zu kopieren. Stets mehr oder weniger schlecht, aber für heutige Verhältnisse doch auch nachhaltig! Denn manche dieser Vertreter haben doch ihre eigenen, kreativen und erstrangig wohl auch ABSURDEN Ideen...


Wir schreiben das Jahr 2019 und die Welt liegt in Trümmern. Unter den letzten Überlebenden herrschen Bandenkriege, und eine Horde schräger Typen, sie nennen sich die Templar, wollen die restliche Menschheit ausrotten! Sie wollen die alleinige Herrschaft/Rasse auf dem Planeten sein! Diese abstruse Absicht, die vage einer Mischung aus Religiösität, dummen Dialogen und maskulinen Wahnwitz gleichkommt, ist nämlich nicht ganz zu erfassen! Hier muss sich selbst der Anführer "THE ONE" (George Eastman) zwischendurch mal ein Affirmationshörbuch über die ganze Sache reinchecken!

Außerdem fragt man sich an dieser Stelle gleichmal, wie sie sich später fortpflanzen wollen wenn sie alles Leben auf Erden ausrotten, denn Frauen waren unter ihnen nicht gesehen!!! Aber dazu später mehr! Die Outfits dieser knallharten Typen sind eine Mischung aus SM-Kostümen und den Suits der Sturmtruppler. Mit üppigen Schulterpolstern (+Stahlnoppen) und hin und wieder auch mal bauchfrei. Verleiht allem einen etwas angehauchten Flair! Ein Schelm wer mehr denkt - zumindest hier noch!

Na das kann ja heiter werden! (Bildrechte: Deaf International / Fulvia Film // Vertrieb: cmv Laservision)

Die weitern Gruppierungen bestehen aus dem Einzelgänger SKORPION (Giancarlo Prete) und dem auf dem Cover vermerkten GENIUS, der im Film jedoch NADIR genannt wird;  recht stark verkörpert von Fred Williamson (Ein Haufen verwegener Hunde, From Dusk Till Dawn) der mit seinem Granaten-Sportbogen mehr oder weniger gut für explodierende Körper sorgt! Ein Nomadenvolk unter einem Prediger (Venantino Venantini) der als günstiger Crocodile Dundee Verschnitt durchgehen würde, hat sich mit seiner Gefolgschaft auch noch zur Endzeit eingefunden... als weiblicher Eyecatcher darf sich noch ALMA (Anna Kanakis - die Frau war bis heute sogar in der Politik tätig) hinzugesellen, die mit perfekter Dauerwelle apocalyptischen Liebreiz versprüht.

Hier sind überhaupt alle so gut gestylt und geschminkt, da muss ständig ein Stylist am Set gewesen sein! Liedschatten und Eyeliner fehlen weder bei Mann und Frau, genauso wenig der best-getrimmteste Schnauzer aller Zeiten, in Fred Williamson Face!
Gefärbtes Haar, zackige Sidecuts und dazu die blonde Mähne von SHADOW, ihn könnte man auch Endzeitprinzen nennen, alles sitzt perfekt! Versteht sich von alleine das dies NICHT kongenial zum restlichen Apocalypseflair passt! ;)

Dessen Kulissen grundsätzlich aus einer Kiesgrube/einem Baggersee bestehen, die immer wieder für jede Verfolgung herhalten müssen, egal ob man vorher auf weiter Landstraße oder anderweitig unterwegs war!

Schneidig! (Bildrechte: Deaf International / Fulvia Film // Vertrieb: cmv Laservision)

Ansonst sind hier ALUMINIUM-SILBER und durchsichtiges Plastik in allen Variationen (vom Plexiglas über Verbandsplastik und Plastikmüll-Klamotten bis hin zur Gummimatratze) DIE Trendsetter dieser barbarischen 87 Minuten! Sogar für wutentbrannte Schießübungen müssen alte silber-eingefärbte Sägeblätter herhalten! Silberfarbe und Aluminium wohin das Auge reicht, nur Williamson darf in seinem geilen Outfit auch golden glitzern!

Die futuristischen Autos sind eine Mischung aus Buggys, Caddies und allem, was irgendwo aus (Plastik-)Müll auftreibbar war. Allerlei Bond-Gimmicks (um Leute zu köpfen) und Phallus-Raketen natürlich inbegriffen. Nur der Hero darf ein Muscle-Car fahren, welches mit seiner Plastikkuppel am Dach aussieht, als wäre das Batmobil wahres Vorbild gewesen. Mit zusätzlicher Joysticksteuerung, einem Solarpanel am Dach und krassen Panzerschläuchen an der Seite, einfach nur TOP!! Die meisten Fahrzeuge surren in spacigen Sound vor sich hin. Motorräder auch, zwischendurch knattern sie aber doch mal wieder, da hat man wohl grad die Soundeffekte vergessen. Wie alles andere, herrlich!

Sie alle laufen und fahren hier durch die laienhafte Endzeit, die Baggergrube, wobei im Vordergrund steht, dass THE ONE noch eine offene Rechnung mit dem SKORPION hat. Und jetzt kommt der verwegenen Knaller! *auf den Kopf schlag* Als sie ihn gefangen nehmen, will DER EINE den SKORPION erniedrigen und hängt ihn an eine Art Schandpfahl, nimmt ein Messer und tötet ihn damit nicht, NEEEEIN, er schlitzt ihm die Hose in einem schneller Schnitzer auf… sodass nur der blanke Hintern vom SKORPION herausblitzt!! – ja echt jetz! -
Und was dann passierte kann ich euch nicht sagen, sonst würde mein Blog wohl in die Annalen des 18er-Bereichs verdammt! ;)

Also trotz subtiler Vorankündigungen KAM DAS immer noch richtig überraschend!!

Dieser weit mehr als metrosexuelle Touch wird nur abgemildert, als der SKORPION in seinem tragbaren, aufblasbaren und durchsichtigen Zelt mal mit ALMA die Lenden tanzen lässt.  So eine Zelt-Luftmatratze mit grüner Innenbeleuchtung kann auf freiem Felde echt nützlich sein! Fred Williamson darf natürlich auch mal Outer Space sein - aber nur WEIL ER GESUND IST, ja so hieß es!

Ein abstruser jedoch endgeiler Schachzug ist der kleine Mechanikerjunge, Blond und Blauäugig und wohl gerade erst 10 Jahre alt, fährt aber den Bat-Mustang besser als jeder Destruction-Rallyfahrer! Er wohnt ganz alleine in einem völlig abgespacten Wohnwagen, schießt mit seiner Steinschleuder besser als Dennis (der kleine Maniac), repariert Autos im Nu und hat neben einem netten Zähnegrinser auch immer einen guten Ratschlag oder eine Erfindung parat. Man könnte meinen er ist ein alter, zurückgezogener und recht weiser Eremit! *so geil*

Am Ende trumpft er dann in Sachen Erfindergeist mit einem kugelsicheren Plexiglas und einen BOHRER auf!! Man glaubt es kaum, dass er hierbei zu Skorpion sagt: "Das Ding wird ihnen nicht viel Spaß machen, da kannste sicher sein, du musst gemeiner sein als die Templars!"


WHAAAAT!? (Bildrechte: Deaf International / Fulvia Film // Vertrieb: cmv Laservision)

Ich kann nicht mehr, der ist 10!!! Was hab ich gelacht!!! DER sollte hier "Genius" heißen!

Und jetz auf auf in den Endkampf, indem Skorpion über seinem kugelsicheren Plexiglas-Outfit einen Poncho trägt! Ja, für eine Handvoll Alufolie lässt grüßen! Ich sollte noch erwähnen, dass er unter dem Plexiglas nackt ist! Freier Oberkörper macht sich hier immer gut! Tja und die abenteuerliche synthierüstige Musik passt auch stets hervorragend schräg dazu.

Also, wenn man gern über "Müll" spricht, muss man Metrosex...ehm... Metropolis 2000 gesehen haben! Auch wenn die Sache kühl, ruppig und auch mal zäh zu Bilde fällt, gibts so viel dreckigen Irrsinn zu entdecken... und noch vielmehr Kreativität zum Schieflachen! Auch wenn dieser RipOff-Classic definitiv mehr absurd als gut ist, so bleibt er doch in "ganz besonderer" Erinnerung!!

Gut nun eine Kritik darüber verfasst zu haben - verarbeiten muss man den nämlich definitiv irgendwie! Also wenn ihr euch da ranwagt, ich hab euch sowas von GEWARNT!!! ;)





Ok, lassen wir die sexuelle Unterschwelligkeit aus Metropolis 2000 nun mal völlig außen vor und vermischen dieses Endzeit-RipOff mit den Teenagern auf BMX-Bikes, fügen noch Spielzeug und ausreichend Kunstblut hinzu, ja, dann kommt man in etwa auf sowas wie...



Turbo Kid
USA2015

War Final Girls zuletzt noch die Slasherparodie/-hommage der neuen Retrowelle, so ist Turbo Kid nun die bunte Retro-Verkrustung eines Endzeit-Fictioners, indem brutalster Survival-Alltag auf comicfarcige Kult-Knalligkeit trifft!

Aus der gestrigen Zukunft von 1997 melden sich ein comicliebender Junge (begieriger Leser des Comics Turbo Rider) und seine vorerste aufgedrängte Freundin Apple; eine völlig überdrehte Endzeitgenossin die wirkt als sei sie total auf Zucker!!
Deren kindliche Unschuld, auf der Suche nach einem bioelektrischen Transmitter - das Antidepressiva der Zukunft ;) -, muss notgedrungen den Kampf gegen die fiesen Schergen einer post-apocalptischen Ära aufnehmen,... den über das Wasser wachende und dafür mordenen Zeus (Michael Ironside)! Zuvor, muss der auf einem BMX durchs Wasteland ziehende, plündernde Junge jedoch noch in die Rolle seines Comicvorbildes finden…

Für Verteidungszwecke sollte man sich jetzt schon merken:
AUGEN – KEHLE - GENITALIEN!!!!


Weiter als alle anderen Endzeitfilme ist Turbo Kid schonmal darin, dass versammelte Crew auf BMX-Rädern durch die Gegend radelt, ich mein, dieser Kampf um Wasser und Benzin in/auf reichlich BENZINSCHLEUDERN ist eben alles andere als glaubwürdig!!! Fetter Realismus-Punkt für Turbo Kid!! ;)

Blutiger Bikerfrühschoppen (Bild: LFG - Vertrieb durch WVG Medien)

Die Location mit Müllhalden und Schottergruben in abgewetzten Steinbrüchen erinnern sofort an, ja, ihr wisst nun schon!! - ich versuchs zu verdrängen - ;)
Zumindest setzt Turbo Kid aber genauso auf Stil wie Amateur-Trash. Auch Kung Fury der ganz lautstark überzogen auf Retro-Exploitation setzte war kein Maß hierfür. Turbo Kid hat zwar GENAUSO seine planmäßigen Ungereimtheiten für obligate Logikschmunzler, nutzt sie aber nicht gänzlich als inhaltlicher Aufhänger, und baut die schicken Retroelemente schön drumherum.

Der Grundton von Turbo Kid schlägt aber ganz andere Töne an, gerade die zwei Endzeit-Kiddies setzen auf liebenswerte Kindlichkeit/Unschuld und führen einem in der trostlosen Post-Apocalypse, Freundschaft und Loyalität vor Augen, auch der geniale Synthie- und Retro-New-Wave-Score geht es hierzu richtig emotional an.

Zumindest solang, bis der Spielzeug durchtränkten Keuschheit der absolut fiese Gore/Splatter entgegenschlägt, dann darf es reinhauen, überraschenderweise ist der Überschuß an sichtbarer Brutalität aber kein Dorn im Auge, vielmehr zweckdienlicher Unsinn – besonders wenn sich 3 Torsos übereinander stapeln. Und wenn man das Regietrio um Yoann-Karl Whissell, Anouk Whissell und Franzois Simard kennt, bzw. ihren völlig abgedrehten Amateur-Splatter-Kurzfilm (Le) Bagman aus 2004 - könnt ihr auf YouTube gucken - dann weiß man welch optischer Magengruben-Horror auf einen zukommt!

Neben der CGI-Splatter-Orgie in Turbo Kid, die der kultige Power-Glove (Handschuh) in bester Videospielmanier anrichtet, greift man aber genauso schön auf hangemachte Effekt-Absurditäten zurück. Neben coolen neuen Ideen wurden manche Nummern auch aus Vorläuferprojekten übernommen aber dafür auf Budgethöhe gebracht. Mit einer Entsaftungsmachine trifft auch noch Morbitität auf endzeit-industrielle Kreativität!

Brutal süsses Geek-Treffen! (aullidos.com / LFG)

Manch Detailideen sind sowieso grenzgenial; sei es nun der Schalungsziegel-Vorschlaghammer, der Gnom-Stick oder die Kreissägen-ARMatur des Skeletron. Der übrigens auch an seinem BMX in bester Streitwagenmanier ein Sägeblatt für seitliche Angriffszwecke hat.

Der kanadische Darsteller Munro Chambers eignet sich überraschend gut als The Kid und brilliert in seiner Halbstärke gegenüber dem ganzen restlichen Cast, der vielmehr auf Unauthentizität setzt. Obwohl Skeletron (Edwin Wright) in seinen stets wortlosen, ruckartig zuckenden Gestikulierungen MORDS GENIAL rüberkommt! Michael Ironside passt natürlich in jede Rolle der irgendein Körperteil durch Metall oder ähnliches ersetzt wurde, und auch der Cowboy (Aaron Jeffery) wirkt als Indi-Verschnitt recht passabel. Laurence Leboeuf erkennt man als überdrehte Apple kaum wieder – erstaunlich schrullig.
 
Der Inhalt passt zwar auf das Etikett einer verrosteten Konservenbüchse, nach dem eher müden Start lebt man jedoch von den vielen liebenswerten wie auch kultigen Details/Einfällen, die sich konträr (liebeswürdig-blutig) aber dennoch homogen, zwischen knallbunter Retroehrerbietung und brutalem Fun-Splatter in der stilsicheren Ödnis dieser Comic- und Sci-Fi-Welt einpendeln. Mit dem auf dem Cover betitelten "zukünftigen Klassiker" könnte es aber wohl schwer werden, da in dieser akut aufflammenden Retrowelle genauso vieles wieder damit verschwinden könnte. Was ich aber aus Turbo Kid defintiv NIE vergessen werde, ist das Lagerfeuer mit VHS-Scheitern!

(Bildrechte: LFG - Vertrieb durch WVG Medien)






Um zu guter Letzt den Kreis wieder zu schließen, der Filmtitel im Intro von Turbo Kid sieht fast 1:1 ident mit dem der BMX-Bandits aus! Zumindest ist der Schriftstil exakt selber Natur.

Tja, was soll ich sonst noch sagen, außer, es war mir eine Freude dieses ungewöhnliche Trio hinter mich zu bringen!
:)





BLOG- und Filmdeponie MoeMents... findet man hier...


Besitze keinerlei Rechte an den Filmausschnitten! Diese wurden bei den jeweiligen Bilder vermerkt.




2016 ist gestartet, deshalb ein Blick auf die Highlights meines persönlichen Filmroulettes 2015! Wie die meisten wissen, ist es bei mir stets eine Entdeckungsliste unabhängig des Filmalters, und keine Kino-Top10 oder ähnliches...

In diesem diesen völlig subjektiven Ranking erkennt man auch gleich meine celluloiden Vorlieben... sei es Science-Fiction, gemütliche Beziehungskisten in SloMo(e)-Nähe, etwas Musik, kreative Stimmungen oder auch unterhaltsames Trashprogramm... in diesem Sinne nun auf auf, zu sowas wie zehn Plätzen in aufsteigender Beliebheit...



Meine persönlichen Entdeckungen 2015

Durch soviel tolle Sichtungen hab ich manch Plätze wieder mal doppelt belegen müssen ;)





Brief einer Unbekannten (1947) / Labor Day (2014)
Zweimal schmachtende Liebesmüh, einmal klassisch, und einmal als SloMo(e) unter brütender Hitze. Zweimal hervorragendes Stimmungskino!

Brief einer Unbekannten ließ mit einer Revuegeschichte staunen, dessen Rückblenden eine unerfüllte Liebesgeschichte aufflammen lässt die sich herzzereißend über einen Brief, aus der Vergangenheit ins Jetzt quält. Man das Zeitfenster rund um 1900 in eine ergreifend romantische Note tunkt, und zwischen Liebestrunkenheit und vergebener Müh Joan Fontain voller Inbrunst schmachten lässt... ohne ihr jedoch die letzte Ehre zu nehmen! Ein Liebesdrama voller unerfüllter Leidenschaften, ganz originell umgesetzt! 
 
Labor Day, ein schöner Film von Jason Reitman (Up in the Air) der so einiges an Liebe zum Detail zelebriert, und das nicht nur beim anrüchigen Kuchen backen. Kate Winslet wird als depressive Mutter von einem Verbrecher (Josh Brolin) bedroht, der sich kurzerhand über die Feiertage bei der emotional zerschundenen Familie einnistet, woraus brenzlich-liebenswerte Situationen entstehen, die sich sowohl bedrohlich als auch äußerst bereichernd herausstellen. Ein richtig gemütliches Stimmungshighlight! 





Pride (2014) / Grand Budapest Hotel (2014)
Es folgen zwei zwei knallige Highlights auf Platz 9... 

Der auf einem historischen Ereignis beruhende "Pride" über Schwule und Lesben die in den 80zigern einer konservativen Arbeiterklasse im verschlafenen britischen Wales unter die Arme greifen, punket mit Ambiente, Warmherzigkeit und deren bahnbrechenden Errungenschaften! Offensive für Toleranz... und Tanz!

Wes Andersons neuer Günstling "Grand Budapest Hotel" hat als kreatives Kleinod wie erwartet seine abgedreht-bunte Trumpfkarte gezogen. Schräge Figuren, knallige Kulissen zwischen Realität und Fiktion, wunderbar besetzt, abstrakte Methoden in der Umsetzung und trotz einer eher ernsteren (Krimi-)Geschichte rund um Soldaten, Amourösitäten und erzählerischen Zeitebenen definitiv zum Liebäugeln und Lachen.




Sam Hell comes to Frogtown (1988) / Big Game (2014)
Diesen beiden Granaten mit Eigengeschmack möchte ich in dieser Reihenfolge Trashsternchen und feine altmodische B-Movie Qualitäten verleihen.

Den 2015 leider verstorbenen Roddy Piper (Sie leben) als Sam Hell, begleitet man als einzig noch standfesten Mann mit Potenz durch ein unfruchtbares post-apocalyptisches Wasteland! Welches man wohlgemerkt mit einem rosa Transporter durchgurkt! Dem hier Frauen unterstellten Nomaden machen sowohl die Kampfschwestern als auch manch Frosch-Kreaturen zu schaffen. Was nicht nur ulkig trashig, sondern auch als nettes/absurdes Endzeitabenteuer begeistert!

Genauso unterhaltsam fand ich Big Game! Wenn ein 13jähriger einen auf finnischen Waldrambo macht um den US-Präsidenten zu retten, freut man sich nämlich heroisch-infantil einen Ast ab! Wenn im Survival-Abenteuer auch noch Bomben hochgehen, die ganze Seen verdampfen lassen, bzw. den ganzen Flimmerkasten ausfüllen als gehe ein Atompilz hoch, dann darf man auch noch den Mund offen stehen lassen! Was'n nordischer Spaß!





Interstellar (2014)
...war wieder mal ein Christopher Nolan Hit; der mich nicht nur durch seinen edlen Sci-Fi-Look einnahm sondern im finalen Storyverlauf auch noch meine Gehirnzellen routieren lies! Wunderbar viel Interpretationsraum eröffnen sich hier um die schwarzen Löcher herum, was zum Diskutiern oder einfach nur Grübeln anregt (sofern man möchte)... werde dazu noch einen eigenen Blog raushauen. Ein schönes Highlight dieses Jahr, sowohl optisch als auch inhaltlich. Schön gemütlich und beeindruckend erzählt.





Star Wars 7 (2015)
...schaffte es ganz unerwartet ins Ranking, da ich mir grundsätzlich eine Enttäuschung erwartet habe, fühlte mich dann aber im Kino wie ein kleines Kind in einer altbekannten Weltraumsaga. Das Aufleben lassen dieser Blaupause der alten Trilogie war für mich die ersehnte Rückkehr zum simplen Sci-Fi-Abenteuerkino, deren eigenen Wurzeln. Trotz vieler trauernder Kritiken war ich echt positiv überrascht! Ich freu mich auf weiteres aus dem kultigen Sternenuniversum.





Two Night Stand (2014)
Ich hab heuer einige sehenswerte Coming Of Age Dramen/Filme gesehen, darunter die beiden John Green Adaptionen "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" sowie "Margos Spuren", den gemütlichen "The First Time" und auch noch "The Spectacular Now" mit Shainlene Woodley und Miles Teller.
Allesamt sehenswert... doch einer traf meine Wohlfühlzone am Besten. Er weißt zwar gewiss nicht den Gehalt mancher zuvor genannten auf, macht aber aus einem One Night Stand durch einen eingeschneiten Ausnahmezustand einen "Two Night Stand" der durch reichlich Beziehungsquatsch(en), ein gemütliches Abhängen der besonderen Art kreiert. Durch seine liebenswerte, beiläufige Art unter ganz ganz wohliger Wohnzimmeratmosphäre, punktete dieses Jahr nur noch eine weitere Entdeckung dieses Genres bei mir... später mehr dazu.





John Wick (2014)
...hat in Sachen Racheactioner alles weggerockt, schlägt in eine alte einfache Kerbe und lässt Keanu Reeves als das zurückkehren was er ist... eine verdammt coole Socke!! Seine Figur wird ihm Film so dermaßen hochstilisiert, dass es nur mehr eine heroische Freude ist, ihn auf seinem Rachesfeldzug zu begleiten, wohlgemerkt für (s)einen Hund! Satte Action, übersättigte Coolnees, Hirn aus und durch... mit genialem Soundtrack und ästhetischer Optik (mitsamt feinen MuscleCars) bekommt man einen grandiosen Adrenalinrausch! Einfach... nur... COOL!





Can a Song Save Your Life? (2013) / Straßen in Flammen (1984)
Beides Musikfilme, recht unterschiedlich aber richtig beeindruckend, möchte ich hier ablegen. 

Mit Keira Knightley und einem abgewrackten Mark Ruffallo wandelt man zur Albumaufnahme auf eine individuelle Reise quer durch die Straßen und Nischen von N.Y.
Eine wandelnde Lebenskrise trifft auf eine Indie-Frohnatur, und das ist sowohl liebenswert als auch richtig SloMoe-gemütlich!! Tolle Stimmung, wunderbarer Alternative-Look, nette Nebenrollen und herausragendes Zelebrieren musikalischer Besonderheiten. Und sei es nur das Schlendern durch die Abendstimmung mit Kopfhörern im Ohr... da wird die Welt rund um einen zur bewegenden Kunst! 

Straßen in Flammen hingegen setzt auf Pop/Rock unter einzigartiger Aufmachung! Von den 30ties bis zu den 80zigern werden hier von Walter Hill jede Menge geniale Stilelemente zum Actioner vermengt. Der Genre Mash-Up trumpft mit seinem hochstilisierten Helden, der eine alte Flamme vor verrückt-genialen Bikern retten muss, mit satter Coolness, lässigen Sprüchen, einer taffen Frau als Sidekick und einer Menge weiterer unerwarteter Elemente... sogar Märchenattribute könnte man dem bunt-dreckigen Knaller in seiner romantischen Künstlichkeit andichten. Absolut COOLE Nummer!!





HER (2013)
Diese Sci-Fi Meisterwerk um das Verlieben in ein Computersystem taucht unter Vintage-Look mit einer famosen deutschen Synchronstimme zu Scarlett Johansson auf, deren stimmlicher Ausdruck, die eigentlich nur schaltkreistechnische Emotionalität, zu wärmenden Schmetterlingen im Bauch werden lässt! Die virtuelle Romanze um Joaquin Phoenix geht letzlich sogar soweit, dass sowohl Tiefgründigkeit, Sozialkritik und philosophische Nuancen ihren Platz finden... die selbst die innermenschliche Entwicklung des Menschen übersteigen. Einfach nur fantastisch, richtig beeindruckend!! Hatte sich den Oscar fürs beste Drehbuch (2014) mehr als verdient!





Vielleicht lieber morgen (2012)
Den ich nun in Sachen Teenagerfilm/ComingOfAge-Drama nah beim Breakfast Club einordnen will, so sehr beeindruckte mich dieses melancholische Kleinod, ... das einen liebenswerten Logan Lerman mit einer noch süsseren Emma Watson auf eine ganz stimmungsvoll verpackte Reise des Heranwachsens schickt. Ganz gemächlich inszeniert, schön ausgestatt, durchwegs sympathische Figuren, wandert man zwischen Melancholie, Anspruch, psychologischen Problemen und dem Ausschöpfen lebensbejahender Momente! Manches scheint hier schwerer zu wiegen, dennoch bleibt der Film einfach nur schön! Fantastisches Stimmungskino und mein gesichtetes Highlight aus 2015.


Die Titel HER und VIELLEICHT LIEBER MORGEN können sich den ersten Platz auch teilen!

 



Weiters...

Fury Road hatte einen zwielichtigen Start bei mir, hab nun auch das Pre-Comic dazu gelesen und werd bald die erste Heimkinosichtung starten, bin mir sicher, dass er mir nun um einiges besser gefallen wird da ich ihn schon besser einordnen kann.
Erwähnen möchte ich auch noch die beiden Black Christmas Filme (das Original kannte ich noch nicht) die ich im Zuge meines Weihnachtsmarathons als absolut gelungenes und atmosphärisches Double-Feature empfand --> einmal 
richtig spannend/klassisch, das Remake stattdessen knallhart jedoch versüsst durch den Tanz der Zuckerfee. 

Weitere Highlights letzten Jahres waren noch "Saving Mr. Banks" der die Geschichte rund um die Mary Poppins Schöpferin erzählt und dabei richtig stimmig begeistert; als Sportbörsenclou fand ich "Draft Day" mit Kevin Coster noch fantastisch und die Fortsetzung der Planet der Affen Reihe fand ich aufgrund des Survivalaktes genauso sehenswert! 

Ich hoffe nun nichts wichtiges vergessen zu haben. Die im letzten Absatz noch genannten Filme könnte man sogar noch oben einordnen. Manche Plätze dieser TOP10 könnte man durchaus noch verändern/austauschen... bemerkenswert ist einfach nur, dass diese Titel alle irgendwie hängen blieben und mir ein tolles Filmjahr bescherten. :)


Einige Kritiken werde ich erst nachreichen, da ich mit meinem Weihnachtscountdown wenig Zeit hatte. Auf alle Fälle auf ein tolles neues Filmjahr! Es kündigen sich ja schon enorm viele heißerwartete Titel an... und fernab davon, find ich glücklicherweise auch immer unendlich viel Material zum Noch-Entdecken.
 






Grüße, MoeMents


anSICHTEN

15. Januar 2016
Ex Machina / Final Girls / Stadt im Meer / Two Night Stand / Tin Cup


Ich wünsche ALLEN noch ein gutes neues Jahr!!
Es ist zwar schon etwas vergangen, dennoch mein erster Blog heuer, wie gewohnt mit meinen regulären anSICHTEN, querbeet.
 
Mein Vorsatz dieses Jahr: Etwas kürzer zu treten, zumindest inhaltlich! Mal gucken ob ich es im Laufe des Jahres hinbekomme! ;) 

Ansonsten wie immer, gute Unterhaltung!



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Ex Machina

GB 2014
 
Caleb (Domhnall Gleeson) gewinnt bei einer firmeninternen Lotterie und darf deshalb den Firmengründer Nathan (Oscar Isaac) in seinem fernabgelegenen Haus besuchen – einer High-Tec-Betonoase mitten in der Natur! Nach einer zu unterschreibenden Verschwiegenheitsklausel offenbart ihm dieser, eine künstliche Intelligenz erschaffen zu haben. Caleb soll Ava (Alicia Vikander) eine ganze Woche lang durch Befragungen auf ihre Menschlichkeit testen. Sie soll den Turing-Test bestehen, der seinem Gegenüber nicht mehr erkennen lässt, dass er es mit einer Maschine zu tun hat!
 
Oscar Isaac (Sucker Punch, Inside Llewyn Davis) brilliert gleich mal als richtig exzentrischer Trinker, charakterlich irgendwo angesiedelt zwischen Genie und Wahnsinn mit potenziellem Bedrohlichkeitsgrad, und Domhnall Gleeson (Alles eine Frage der Zeit) genauso geeignet als schüchterner Profi-Programmierer - übrigens beide zuletzt im neuen Star Wars gesehen. Das was man von der Schwedin Alicia Vikande in ihrer bionischen Hülle zu sehen bekommt ist darstellerisch ebenso beeindruckend wie die Effekte, die den Rest von ihr auf den Bildschirm bringen. 
Stimmlich eingehüllt in biotechnische Sterilität und einen leicht nebulösen Schleier, fragt man sich - meist recht intellektuell als Gleichnis auf einen Computer im Gegensatz zur humanen Intuition (Kunst) - wie weit man gehen wird, was die Maschine für ein Bewusstsein mitbringt… und wie viel eigener Wille darin versteckt ist. 
 
Wirklich interessante Ideen, allein die Erklärung des KI-Gehirns ist bewundernswert, und genauso die weiteren Story-/Charaktermöglichkeiten die andeutet werden… seien es nun die Gefahren technologischer Errungenschaften/Überwachung oder der Frage, was Leben eigentlich ausmacht; aber die stellt man sich bei jedem dieser Filme. Auf gemächliche Art erzählt, in der Herangehensweise dennoch richtig fesselnd und auch latent bedrohlich, wobei gerade die beunruhigenden Räumlichkeiten (obwohl eigentlich schön mittig in der Natur) mitsamt seiner undurchsichtigen Figuren, zwischen Liebreiz und möglichen Gefahren fragen lassen, bei welcher Emotion man sich letztlich einpendelt? 
 
Ein wirklich beachtlicher Sci-Fi-Film, der unter reibungsloser Erzählstruktur mehr als nur kühle Ästhetik offenbart und zeigt, dass Menschlichkeit viele Optionen bereithält! "HER" von Spike Jonze gefiel mir zwar nochmals besser, weil er noch viel tiefer geht, aber so oder so, eine absolut sehenswertes britisches Sci-Fi-Juwel. 
 
 
 

Final Girls

USA 2015
 
Max (Taissa Farmiga) hat schon recht bald ihre Mutter (Malin Akerman) verloren, die als Erinnerung einen 80er Jahre Filmhit hinterlassen hat. Auch wenn die Mutter das billige Slasherfilmchen "Camp Bloodbath" am liebsten vergessen hätte, hat der Streifen eine große Fangemeinde um sich gescharrt die sich zum Todestag ins Kino begibt. Max hat sich nur gedrängt auf die Revival-Vorstellung eingelassen und als es während der Sichtung zu einer Katastrophe kommt, finden sich Max mit ihre Freunde (Alexander Ludwig, Nina Dobrev, Alia Shawkat, Thomas Middleditch) plötzlich in Camp Bloodbath wieder! 
 
So macht sich die junge Darstellercombo (großteils Serien- und Nebenrollendarsteller) als Einsteiger (in den Film im Film) und wandert dabei ganz auf den Spuren der Friday13th Reihe, um gleichzeitig als Slasherhommage wie auch Parodie zu dienen. Bestes Element (neben der selbstironischen Inszenierung): Max Möglichkeit ihre verstorbene Mom wiederzusehen!
 
In der Ausstattung prahlt die stil-bunte Retro-Künstlichkeit, und nicht nur hier, auch anderweitig herrscht künstliche Drapiertheit ohne Ende… atmosphärisch kitschig wirkende Farbmontagen, plumpe Texte und das Camp könnte sowieso aus einem schwedischen Holzbau-Katalog stammen… alles Programm natürlich! Umso überraschender aber das "Finals Girls" tiefe emotionale Momente bereithält in denen die Trauerarbeit einen respektablen Stellenwert abseits der Slasherkonvention bedingten Celluliodgefangenheit einnimmt. Auch wenn man die Sache nicht wirklich ernst nimmt, doch recht gut getroffen wurde. Bezüglich Genrekonventionen hängen gelegentlich leider auch Film und Meta-Figuren fest, und das obwohl sie im Handeln eigentlich schon ständig das eigentiche Drehbuch abändern! Etwas mehr Flexibilität und weitere Brüche hätten der eigentlich innovativen Idee und seiner spaßigen Umsetzung nochmals gut getan. 
 
Der 80ties Sound(-track) erklingt den ganzen Film hindurch, nicht nur im 86er-Slasherhit "Camp Bloodbath", und kommt neben dem kultigen Jason-Score (tsch-tsch-tsch…) mit Synthiebeats, 80er-Jahre Pop, einer Brise 50ties Chordettes-Sound (für die Rückblenden zum Killerursprung) und manch Camp-Geträller um die macheten-gestutze Hecke.
 
Einige echt gute Ideen, dazu emotionale Trauerarbeit, verschlagen eingebettet in einen dazu völlig entgegenstehenden plumpen Retro-Slasher; der selbst eine Legende für einen Maskenkiller erfindet - in dessen Rückblende man sogar über die eingeblendeten Buchstaben stolpern kann!! Außerdem ist es schön sich statt dem Sonnenaufgang die Credits anzusehen, und ich meine hier nicht die echten Credits! Manch CGI bleibt akzeptabel, mehr Härte und Bodycounts hätte der Film aber gewiss noch vertragen. Die 92 Minuten Spielzeit – beider Filme – bleiben dennoch simple, sind aber in Idee und künstlichem Dimensionsmix durchaus sehenswert - für Genrefreunde wohl sogar unerlässlich! 
 

 
Stadt im Meer
City under the Sea / War-Gods of the Deep
USA 1965

"Stadt im Meer" basiert lose auf einem Gedicht von Edgar Ellen Poe (The City in the Sea). Eine Küste in Cornwall ist in Aufruhr, denn eine Leiche wurde angespült und kurze Zeit danach auch noch eine Frau, Jill (Susan Hart), entführt. Zwei Männer machen sich auf in ein Rettungsabenteuer unter den Meeresspiegel!

Da wäre mal der überengagierte, smarte Junggeselle Ben (Tab Hunter), der auf den kauzigen Künstler Harold (David Tomlinson – Ein toller Käfer, Mary Poppins) trifft welcher immer Huhn (das Herbert heißt) und einen spritzigen Spruch dabei hat. Während sie durch dunkle feuchte Höhlen klettern als Bsp. so trocken und beiläufig meint, die Algen wären eine richtige Freude für den chinesischen Koch!
Auf alle Fälle sind die beiden ein tolles/witziges Gespann auf ihrer Suche nach der hübschen Jill – die durch Susan Hart ein verschmitztes Lächeln, Dekolette und etwas Prinzessinnenhaftes erhält.

Per Geheimtür und Wasserstrudel begibt man sich in einer unterirdische Welt. Der Herrscher dort, Vincent Price als Kaptitän Sir Hugo (grauer Bart, altmodischer Kapitäns-Uniformanzzug, recht vornehm und natürlich mit markantem Blick die Augenbraue hochgezogen) mit seinen Männern über die Stadt im Meer wacht, die nur noch wenige Überlebende, sogenannte Kiemenmenschen (Unterwasser-Orcs mit Gummimasken) beherbergt, die genauso dem Kapitän dienen, ihm sogar die Frau in die Unterwasserwelt entführt haben – also auch minimale Creature-Feature Elemente! Das größte Problem ist jedoch der aktive Wasservulkan der zu bersten droht!! Deshalb forscht der Cap mit seiner Crew um ihre Unterwasser-Existenz zu sichern, denn die Oberfläche ist für sie keine Option mehr, immerhin sind sie schon 100Jahre unter der Erde!!

Da die Zeit drängt sind sie auch nicht unbedingt gut gelaunt... somit läutet die Glocke nicht nur zum Gezeitenwechsel, sondern auch zur Opfergabe!  

So ist das ganze weniger ein Abenteuer, vielmehr ein geschichtenerzählendes Hin- und Her in steinernen Höhlen, aus denen sich die Neuankömmlinge rausschlagen wollen. Die Stimmung beginnt durch die bedrohlichen Geschichten der Seeleute (rotes Licht unter dem Meer) und dem Schloss am Hügel (Kerzenlicht bei Stromausfall) gleich richtig klasse, die Unterwasserwelt hat natürlich genauso Charme, bleibt jedoch nicht wirklich durchwegs spannend, stattdessen bekommt man nette antike Kulissen, historische Steingebilde, jede Menge Tunnel, schicke staubige Zimmer und obendrauf ein paar Sci-Fi-Elemente; gerade die aquamarinen Anzüge mit dem klassischen Taucherhelm machen richtig was her. Auch wenn der letztliche lange Tauchgang, die Flucht mit gefolgter Jagd, für den Zuseher eher lange und wirre Strapazen bereit hält, so macht sich zumindest das Huhn gut in der Taucherglocke! Gelegentliche Ungereimtheiten am Ganzen sind sowas wie charmante Alt(ers)lasten! Fühlt sich zwischendurch als halbes Abenteuer etwas gewollt aber nicht zu Ende gedacht an, bleibt aber überzeugend bei Darstellern und Ausstattung!


 
Two Night Stand
Befor Love - After Sex USA 2014

Megan (Analeigh Tipton) steckt in einer kleinen Lebenskrise; nicht nur ihren Ex-Freund hat sie noch zu überwinden, auch Jobtechnisch sieht es nicht gerade rosig aus, weshalb ihr Alltag auf der Couch stattfindet! Durch das Anraten ihrer Mitbewohnerin Faiza (Jessica Szohr) will sie sich per Internet auf einen One-Night-Stand einlassen, um mal etwas gänzlich anderes zu wagen und einen Neustart zu setzten. So trifft sie kurzerhand auf Alec (Miles Tellar) mit dem sie die Nacht verbringt… als sie sich danach am frühen Morgen aus der einmaligen Situation stehlen will, hat ein Blizzard zugeschlagen und New Yorks Türen mit Schnee verbarrikadiert! So dauert die Nächtigung dann doch etwas länger als vermutet…

Blöd, wenn man sich zuvor noch reichlich beleidigt hat!

So startet die Übernachtung gleich mal mit einem gezwungen Frühstück, Haferbrei mit Marmeladen-Smiley obendrauf, während man sich etwas entnervt angiftet. Etwas Kiffen soll die beiden aber wieder locker machen und schon läuft die Sache wieder wie von selbst...

Stimmung und Idee sind schonmal grandios, wobei mein Faible für eingeschneite Szenarien bekannt ist und der Titel allein deshalb schon bei mir punktet! Da seh ich gleich über einige Kleinigkeiten hinweg, wie die Unlogik über das Hausdach bei den Nachbarn einbrechen zu müssen um auf die Toilette zu gelangen, anstatt sich anderweitig auszuhelfen. Aber nur so bricht man auf amüsante Weise in voller SCHNEEMONTUR auch mal aus den eigenen vier Wänden aus, da restlich gesehen schon mehr als zwei Drittel einem kleinen geselligen Kammerspiel ähneln. Und die Stimmung ist der Knaller, weil die Macher wissen wie man eine Wohlfühloase baut: Passende Lichter und Requisiten, die mit Tüchern und Lichterketten gebaute Betthöhle, dazu ein hervorragender Independent-Soundtrack (zum Chillen oder frohlockenden Abshaken Tiptons in Strümpfen), einer Menge Süsskram in unzähligen Schüsseln und natürlich dem persönliche Plaudern um sich gegenseitig zu entdecken. 

Zusammengewürfelt vom Schicksal, ein Dialog über Gott und die Welt wird das Stelldichein von der Abhängerstunde zum wissenschaftlichen Experiment – zumindest wollen es beide so betiteln – in dem sie sich nicht nur partnerschaftlich Tipps und konstruktive Kritik geben möchten, sondern auch reichlich über sexuelle Vorlieben des jeweiligen Geschlechts lernen wollen. 

Die beiden harmonieren fantastisch miteinander, scheinen selbigen Humor zu besitzen und sorgen neben Gesprächen rund ums Thema Sex auch anderweitig für Liebenswürdigkeiten. Natürlich weiß jeder worauf es hinausläuft, auch völlig egal, aber dennoch schafft man gegen Ende noch eine kleine Überraschung; wobei die Idee mit dem fiesen Streich zu Silvester auch noch einen wunderbaren Schmunzler entlockt!

Die notgedrungene Zweifachnächtigung ist nicht nur das Regiedebüt von Max Nichols (mal sehen was noch nachkommt), sondern auch die erste Hauptrolle von Analeigh Tipton, die zuvor eher Nebenrollen in Crazy, Stupid, Love (als verliebtes Kindermädchen) oder Warm Bodies (als Freundin der weibl. Hauptrolle) übernahm. Miles Teller hat sich ja mittlerweile einen Namen gemacht und aus belanglosen Teenagerfilmen heraus (Footloose, Project X, 21 & Over) neben leicht ernsteren Rollen (Für immer Single?) auch noch als Charakterdarsteller etabliert (Whiplash, The Spectalucar Now). DENNOCH halte ich beide Gesichter immer noch für Personen aus dem Hintergrund, was jetzt nicht negativ klingen soll! Aber damit meine, auch in "Two Night Stand" zwei gleichermaßen, leicht verunsicherte Figuren zu erkennen, die sich beim ersten Treffen perfekt dazu eignen, miteinander zu harmonieren!! Heißt, nicht nur gut gespielt zu haben, sondern sie auch perfekt ausgewählt zu haben!

In den Dialogen zwar nicht tiefgründig wird, vielmehr aufschlussreich für Mittzwanziger in Beziehungskrisen, aber ich fand die kleine Romanze selbst schon süss und der Umstand eingeschneit zu sein und das Beste daraus zu machen, ist für mich sowieso ein absolutes Stimmungshighlight! Der Grad zwischen Unverbindlichkeit und Verletzlichkeit scheint außerdem nur sehr schmal zu sein. Bei manch Kleinigkeiten (Zickigkeiten) ein Auge zudrücken und das Kennenlernen im Ausnahmezustand unter tollen Ambiente einfach nur genießen. Die letzte Einstellung ist der Knaller und erinnert sogar an ein bekanntes Kultbild, nur noch besser – weil mit viiiiiel Schnee!

Der Song zu dem Tipton abgeht (Dramarama – Anything, Anything) und auch der Creditsong (The Submarines – Tigers) haben sich gleichmal richtig positiv eingenistet. Szenen wie diese sind es, die solche Songs unsterblich machen – wenn sie es nicht schon sind!



Tin Cup

USA 1996
 
Als ich letztens Nick Frost in "Cuban Fury" zum Entspannen Golfspielen sah - stell ich euch später mal vor ;) - wollte ich wieder mal einen Film vom Green sehen! Ohne nachzudenken fiel die Wahl auf den gemütlichen Vertreter TIN CUP! "Happy Gilmore"(96), "Die Legende von Bagger Vance" (00) oder "Das größte Spiel seines Lebens" (06) mussten sich hinten anstellen, ich wollte nämlich auch entspannen! Und durch die gemütliche Herangehensweise der Regie und einem Kevin Costner im Schlender-Modus auch die perfekte Wahl für einen gemütlichen, verregneten Sonntag-Nachmittag.
 
Der von Costner gespielt Roy McAvoy – alleine der Name klingt schon legendär – war einmal Golfprofi, nun verbringt er seine Zeit aber heruntergekommen als Inhaber einer mauen Driving Range in Texas, wo er mit einem Haufen lausiger aber loyaler Freunde seinen hervorragenden Schwung auch noch spät bis in die Nacht zelebriert. Eines Tages taucht die Psychologin Molly Griswold (Rene Russo) auf um Golfstunden zu nehmen. Er verliebt sich recht schnell in die Dame, bemerkt dann aber, dass sie mit seinem größten Rivalen aus ehemaligen Tagen, David Simms (Don Johnson) liiert ist.  
 
Nun wird's gleich mal etwas kitschig, denn einzig die Liebe zu Molly veranlasst Roy sein Leben wieder in richtige Bahnen zu lenken und sich zu entscheiden an den US-Open teilzunehmen - rein um sie zu beeindrucken! Zuvor macht er sich aber durch seine lausigen Aufrissmethoden erstmal schön zum Affen, bevor er es überhaupt angeht sich für die Open zu qualifizieren. Da Roy völlig abgebrannt ist, spielen ihm nur sonderbare Wetten sein verpfändetes Equipment wieder zurück in die Kasse. Immer dabei, sein bester Buddy Romeo – mit dem er sich übrigens den ganzen Film über einen Wohnwagen teilt – niemand geringerer als Cheech Marin; mit ihm hat er nicht nur schräge Einfälle und unorthodoxe Methoden auszuspielen, sondern auch ein paar launische Auseinandersetzungen. Als alter Freund kann er Roys egozentrisches Scheitern oftmals nur schwer in Kauf nehmen, der verspielt durch sein ständiges aufs Ganze gehen nämlich nicht nur leichte Siege! Don Johnson als reicher und etwas schmieriger Widersacher steckt auch gut ein und spielt sich mit Costner mehr eine spaßige Fehde aus, anstatt zum richtigen Feind zu avancieren.
 
Die US-Open beginnt dann etwa erst nach 70 Minuten (von 125Min.), und mit der ersten gleitenden Luftaufnahme über den Platz erklingt auch schon der perfekte Score, mit einer Mischung aus Pathos und Glorifizierung. Der Film lebt überhaupt von den Momenten in denen Roy zeigen darf welch Golfer wirklich in ihm steckt. Was sich nach einigen Wetten dann auch gekonnt über die Open ausdehnt. Es finden sich immer wieder schräge Möglichkeiten, vom Betrunken spielen über das Versemmeln unzähliger Schläge bis hin zur pathetischen Aufholjagd des unbekannten Außenseiters! Genau richtig inszeniert, sodass neben etwas Charaktergeplänkel der Witz nicht zu kurz kommt und auch der erwartete Held fürs Publikum hochstilisiert wird.
 
EIGENTLICH gar nicht sooo gut, da einen das sonderbare, ausgedehnte und infantile Liebesspiel zwischen Roy und Molly wenig begeistert, die texanische Kulisse aber genauso gemütlich erstrahlt, wie die spätere Schaffung eines Außenseiter-Helden unter den ganzen Profis! Speziell weil er immer der alte, mehr versiffte Typ bleibt und mit seinen lockeren Howdy-Kumpels zum Feiern lieber ins Waffel- und Kaffeehaus geht! Also, wie eingangs schon gesagt, zum sonntäglichen Entspannen deshalb richtig gut!!
 
Gibt leider noch keine Blu-Ray davon, die DVD war in der Bildquali nicht recht fein.
 
Coverbilder: bluray-disc.de, amazon.de
 

Episode 7

31. Dezember 2015
Star Wars – Episode7
USA2015 - Das Erwachen der Macht – The Force Awakens

SPOILER hab ich in dieser Farbe markiert!

 
Einige Zeit ist ins Land gezogen, dunkle Mächte sind als Erste Ordnung am Vormarsch und versuchen, wie der Widerstand, Luke Skywalker zu finden. Im Droiden BB-8 soll eine Karte seinen Aufenthaltsort offenbaren, weshalb bald jeder auf der Jagd nach dem neuen süssen Bot ist!
 
Viele Befürchtungen hatte man um die Fortsetzung der gerühmten Sternensaga, nach dem CGI-Gewitter des letzten Aufbeugens (in Trilogie) die Ansprüche jedoch wenig hoch gesetzt und obwohl Lucasfilm nun auch noch an Disney verhöckert wurde – schon beim Lucasfilm-Logo wird dem Nostalgiker in Erinnerung an Indiana Jones und Star Wars warm ums Herz - besinnt sich das neue Team rund um J.J. Abrams erfreulicherweise zurück!

Die erste Befürchtung, dass sich die Machart der größten Sternenreihen (Wars/Trek) nicht mehr recht unterscheiden lassen, löste sich bei Sichtung in Luft auf. Keine stumpfsinnigen Lichteffekte, keine Überladenheit, keine hektischen, verschachtelten Storykomplikationen/Logiklöcher, vielmehr vertraute Welten, bekannte Kultfiguren und eine Stimmung die sich durch den gefestigten Score erneut zu seinen Ursprüngen bewegt.
 
Das Konzept des neuen Ablegers könnte nicht einfacher sein…
Der simple Kampf Gut gegen Böse, ein Familienkonflikt, ein Droide mit geheimer Botschaft, eine sich selbst entdeckende Heldin/ein Held und ein Planet den man aus dem Inneren heraus zerstören muss. Allesamt eine Blaupause der Originalreihe, was aber gar nicht schlimm ist, im Gegenteil, man fühlt sich als Rückkehrer, der im erneuten Einstieg doch etwas Abwechslung im bestehenden Rahmen bekommt. So konnte man den hohen Erwartungen den Fans gegenüber vorerst keine groben Fehler machen, mit Ausnahme einiger Schreckensmomente und gelegentlichen Umsetzungen/Interpretationen…

Wobei, die Tatsache aus dem Death Star einen Star Killer zu machen, und ihn genauso einfach aus dem Inneren zu erledigen, doch sehr peinlich war.
 
Im Fokus stehen Rey (Daisy Ridley), die als Vagabundin lebende Schrottsammlerin "zufällig" (die Macht ruft) - in ein Abenteuer gerät indem es persönliche Geheimnisse zu lüften gibt, und genauso der abtrünnige Sturmtruppler FN-2187/Finn (John Boyega). Beide frische Gesichter und bereit, mehr oder weniger Helden zu werden. Gerade Rey als taffe Technikerin jeden Bogen schnell raus hat und sowohl als Darstellerin als auch als Figur punktet, emotional wie auch einsatztechnisch! Auch schön, dass mal eine Frau zuschlägt, und in dieser Gleichstellung wohl auch das erste Mal ein weiblicher Stormtrooper ertönt.
 
Die Welten sind einem bekannt und schaffen reichlich heimliche Gewohnheit, vom staubigen Wüsten- bis zum Eisplaneten verweilt man in unbegrenztem Old-School Flair, das Produktionsdesign schlägt erfreulicherweise die selbige Richtung ein – jede Menge dreckiger Punk - und wenn man das erste Mal meint den Millenium Falcon auszumachen, könnten einem schon die Freudentränen aufsteigen; erneut beim Eintreffen des Kultduos Han Solo mit seinem treuen Wollknäuel Chewbacca! Besser geht's eigentlich nicht!
 
Auch weil der Score stets die perfekte Nuance trifft und mit längst bekannten Tönen auch das letzte Nostalgiequentchen rauskitzelt! Das Harrison Ford sogar eine Hauptrolle übernehmen durfte und nicht zur Nebenrolle verkam war herausragend; hätte auch anders kommen können.
 
Der neue Gegenspieler Kylo Ren, der gerne in die Fussstapfen Vaders treten möchte, kann sehr zwiespältig aufgenommen werden, ich mein, Adam Driver ist ein guter Indiedarsteller und wenn man seine Rolle interpretiert kommt man eventuell auch besser damit zurecht: sein Wechsel vom tiefgrimmigen Maskenträger zum demaskierten sanftklingenden Milchgesicht wirkt nämlich recht ambivalent und unausgegoren… erfreulicherweise erhält sein dargestellter Charakter aber so einige Erklärungen bereit, da man mit der Laufzeit immer mehr bemerkt, dass er einfach nicht die dunkle Größe hat die er vorzugeben scheint!!!

Sein emotionales Wechselbad zwischen dunkler Macht und verstörender heller Vergangenheit macht ihn zu sowas wie einem Azubi im Chefoutfit!
Das erklärt nun auch warum er eine Maske ohne jeden ersichtlichen Grund trägt - Vader hatte sie zumindest aus atemtechnischen Gründen; totale Selbstüberschätzung eines unsicheren Rookies - und das wurde in der Darstellung auch genau getroffen!
Die Energien die durch die kaltschnäuzige Ermordung seines Vaters zustande kommen fördern nicht nur dunkle Triebe, sie könnten durch seinen inneren Konflikt mit der hellen Seite sogar einen grenzenlosen Selbsthass auslösen, alles nützlich um ihn in Fortsetzungen noch stärker/böser zu machen!
 
Der oberste Anfüher Snoke (Andy Serkis) als Hologrammbösewicht konnte jedoch genauso wenig überzeugen, wie der stereotype Handlanger General Hux (Domhnall Gleeson), der inszenierungstechnisch gleichmal zum Nazischergen verkommt. Im Film wurde gelegentlich doch in diese derbe totalitäre Überzogenheit gewandert. Auch die Massentötungen zu Beginn waren recht heftig; was einerseits heute total derb wirkt, damals aber bei solch Inszenierungen nicht weiter moralisch nachgedacht wurde -> einfach nur um primitiv das Böse zu verdeutlichen!
 
C3PO und R2D2 ergeht es leider wie dem kultigen Interceptor im neuen Mad Max, sie bekommen nur Cameo-Auftritte; der kleine knuffige Droide BB8 übernimmt R2D2s Rolle aber mit Bravour, wirkt recht menschlich beim abenteuerlichen Herumkugeln und lässt durch seine Niedlichkeit das weibliche Puplikum schon Notiz für das nächste anzuschaffende Haustier nehmen; während das gesamte Kinovolk lautstark lacht, als BB-8 sogar einen Daumen-Hoch mit seinem kleinen Schweißbrenner hinbekommt!  
 
Der Humor ist erstaunlich reich gesät, und empfanden es manche Kritiken doch auch mal lächerlich, fand ich's persönlich richtig gut, auflockernd und äußerst unterhaltsam, ohne im Ganzen an Ernsthaftigkeit einzubüßen. Erfreulich ist auch, dass nicht alles nach CGI aussieht und für manch kreative Entwürfe auch sichtlich auf alte Effekte zurückgegriffen wurde – sehr schön! 
 
Das Tempo hält sich durchaus dynamisch, wirkte aber wunderbar ausgeglichen zwischen Ruhe, Emotion und effektvoller Action, auch im ausgewogenen Verhältnis siegt die alte Tradition gegenüber Abrams zeitgemäßer Schaffensart.
 
Trotz seiner generellen Einfachheit, die einen vordergründig in Sachen Anspruch tatsächlich genauso in die 80er zurückbeamt - sorry -  enthält dieses erste Auffachen der Macht doch reichlich Material zum Aufbauschen, Diskutieren und Weiterspinnen. Die Macht ist doch stark in den Zwischennuancen... [vielleicht beobachten dich Luke, Leia und R2D2 in deinen Prüfungen ;]

Besondere Szenenmomente waren für mich neben etlichen kleinen Highlights,… als Kylo Ren sein knisterndes Kreuzlaserschwert an den Hals von Rey legt (Traumsequenz) und aufgrund der Kulissen der Finalfight im verschneiten Wald, während in der Kälte die Welt unter Hitze zerbricht.

 
Im Fazit kann ich nur sagen, für einen modernen Auswuchs hat man zwar nicht viel gewagt, aber genau deshalb (mich) gewonnen. Trotz vieler erwartungs-/zeitgemäßer Arrangements, war ich sehr zufrieden und fühlte mich als sei ich wieder in einem simplen aber imposanten Weltraumabenteuer der altmodischen Art. Mit Helden aus der eigenen Kindheit, die noch genauso viel Schneid, Humor und erstaunliche Skills wie anno dazumals besitzen, und im Besonderen unter selbiger Stimmung in eine rebellische Schlacht ziehen! Also ich bin gespannt, wie, und auf welche Art es weiter gehen wird… Erwartungen versuchsweise erneut auf Null!

 

 
 
  • Da der Film natürlich strategisch viele Fragen offen lässt um Spannung und Material für die folgenden Episoden aufrecht zu erhalten, gehen im Internet die Spekulationswogen gleich hoch… so wird natürlich die Frage, wessen Kind Rey nun ist gleich mal heiß diskutiert: Moviepilot lässt gleich mal die pauschalen Vermutungen vom Stapel;
    a) Lukes Tochter, b) Han und Leias Kind und somit auch Bens (Kylo Ren) Schwester, c) Die Enkelin von Obi Wan, d) oder natürlich die Tochter eines noch unbekannten Jedis… in einem
    YouTube-Video spinnt man die Sache sogar so weit, dass jemand aus Lukes abgeschnitter Hand einen weiblichen Klon hätte schaffen können… tja, die Thesenküche läuft auf Hochtouren UND wenn man uns überraschen will, dann wird’s wohl eine außergewöhnliche Lösung sein, ansonst geb ich mich aber auch gern mit einer pauschalen Antwort zufrieden, da als Tochter von Han und Leia erneut ein Geschwisterthema aufkommen würde.
 
  • Ihr erinnert euch bestimmt an das Problem "Han shot first"; indem Han Solo beim Baraufenthalt in "Krieg der Sterne" - eine kreative Weltraumspelunke gibt es auch in "Erwachen der Macht" – einfach Greedo über den Haufen schießt! Diesen moralischen Konflikt, der Solo eindeutig zum Antihelden macht, hatte George Lucas revidiert indem er in der überarbeiten Fassung einen zuvorkommenden Schuß von Greedo einfügte, der Solo nur als Verteidiger anstatt Killer da stehen lässt. Mir kam es so vor, als hätte Abrams das wett gemacht, mit der Szene in der Han Solo einfach einen Statisten nimmt (genauso ein zwielichtiger Geschäftsmann von Solo) und ihn um seine Haut zu retten einfach in den Schlund einer tentakelartigen Fressmaschine wirft! *haha*

    [Tja, selbst wenn man ein liebgewonnener Gauner ist, muss man LEIDER auch irgendwann die Rechnung erhalten ;] Ne, im Ernst, der Tod dieser Kultfigur ist schwer verdaulich, sticht jedoch andererseits als einzig wirkliches Wagnis dieses Unternehmens heraus und führt lediglich Harrison Fords damalige Gedanken zu Ende, der Solo schon in der alten Reihe sterben sehen wollte. Außerdem wurde in jeder Trilogie ein Mentor geopfert - wenn auch Solo nicht gänzlich als einer durchgeht, hat er zumindest höchst respektablen Status!

     
  • Alle zwei Jahre soll voraussichtlich eine weitere Episode erscheinen und zwischendurch sogar Prequels die noch vor der Originalreihe (vor Teil 4) angesiedelt sind. Mit "Rogue One" erhält man unter Regie von Gareth Edwards (Godzilla) schon 2016 Einblick in eine Rebellentruppe die Pläne des Todessterns in die Finger bekommt – auch der animierte Clone Wars Nachfolger "Rebels" spielt in dieser Zeit - und später soll auch noch ein Film über die jungen Jahres des Han Solo kommen. Ein Gerücht soll aktuell noch ein weiterer Film über Kopfgeldjäger Boba Fett sein!

 



Zu guter Letzt, am letzten Tag des Jahres, ein abschließender Gruß (ala Sternen-/Lichtkrieger)...

In einer Welt in der Minderwertigkeitskomplexe Menschen (geopolitisch) dazu verleiten sich der dunklen Seite anzuschließen um eigene Defizite mit vermeintlicher Stärke auszugleichen, wünsch ich euch fürs Jahr 2016 ein unabhängiger Jedi zu bleiben! ;) 

Falls ihr denkt es lohnt sich nicht als Einzelner etwas zu verändern, sei gesagt, ein positiver Gedanke hat mehr Wert (erzeugt mehr Medi-Chlorianer) als hundert Negative, außerdem verändert man die Welt immer aus dem Kleinen heraus! Und grundsätzlich liegt es daran EURE Welt zu verbessern und nicht unbedingt die des Globus. Es wirkt sich früher oder später sowieso darauf aus.

Abseits des kollektiven Karmas – das gerade abläuft – wünsch ich euch eventuelle (innermenschliche) Selbstverflechtungen darin aufzulösen um persönliche Zufriedenheit zu schöpfen... ein tolles neues Jahr, uns allen, ALLES GUTE!

Die Macht liegt einzig und allein IN UNS!

Wenn man das mittlerweile alles durchwegs naiv findet,
ist man auf dem besten Wege ein Sith zu werden!
 


So! Das war genug Jedi-Kodex... 
Lockere Grüße, euer MoeMents


Ist das Leben nicht schön?

25. Dezember 2015
 
 
 
Frank Capra (1897-1991) schuff mit "Ist das Leben nicht schön" nicht auf Anhieb einen Kassenschlager, so blieb dem Titel zu Kinozeiten der Erfolg noch eher verwehrt, umso erfreulicher, dass sich dieser schöne Film im Lauf der Zeit dennoch den Weg zum beliebtesten Weihnachtsfilm aller Zeiten ebnete!

Lief der Film in der seiner urtypischen s/w-Fassung eigentlich nur auf Sendern wie ARD, ZDF, 3SAT, MDR... wurde er mittlerweile seit den 80zigern sogar drei Mal nachkoloriert, aber immer wieder mit irgendwelchen Beanstandungen (von Capra oder auch Stewart); die letzte wurde 2007 erstellt und erst 2013 auch endlich in HD auf Blu-Ray veröffentlicht.... erstmals hab ich nun die colorierte HD-Fassung gesehen, und war ich schon seit Anbeginn vom Film beeindruckt, setzte die colorierte Fassung nochmals Begeisterung nach!

 
 
Ist das Leben nicht schön?
It's a Wonderful Life USA 1946


Viele Gebete gehen im Himmel ein, jeder betet für George Bailey (James Stewart), der sich in seiner ständigen Selbstlosigkeit nicht nur oftmals aufopferte, sondern mit dem letztlichen Verlust von 8000 Dollar auch noch auf den Gedanken kommt, sich von der Brücke zu stürzen!
Deshalb soll ein Engel einzuschreiten, leider hat nur Clarence, ein Engel zweiter Klasse (EK2) Dienst. Und der muss sich nun erstmal mit Georges Leben bekannt machen bevor er als letztmögliche Rettung in Zeit eingreift... um sich außerdem endlich mal seine Flügel zu verdienen!   

So startet auch der Zuseher mit der ausgiebigen Einsicht in Georges Leben und Wirken. Recht heiter bemerkt man, dass George immer Weltenbummler werden wollte, aufs College gehen um später etwas Großes zu schaffen, etwas zu Bewirken... wie so oft, kommt es aber anders als man denkt.
Wie schon sein Vater, mit der Building & Loans - Darlehen für Bauvorhaben - immer dem kleinen Volk von Bedford Falls unter die Arme grief, steigt auch George in dessen gütigen Fussstapfen, und steckt dadurch mal wieder seine eigenen Ziele zurück. 

So begleiten wir George auf seinem warmherzigen Weg der Aufopferung für das Gute, gegen den ansässigen Kapitalisten Mr. Potter (Lionel Barrymore), einem Feinbild in dieser eigentlich kleinen heilen Welt. Das Böse, wie so oft bei Capra der Fingerzeig auf ein System welches sich durch Geld- und Machthunger menschlich zerstört. Potter würde den Leuten aus Bedford Falls am liebsten den letzten Penny aus der Tasche ziehen um die Stadt völlig unter seine Hand zu bekommen. Auch am finalen Fiasko, den fehlenden 8000$, ist Potter nicht unschuldig.

Zuvor wird sich aber noch die Liebesgeschichte mit Mary (Donna Reed) durch so einige Höhen und Tiefen winden, was gelegentlich auch mal etwas rüde wirkt, gerade das Zusammenkommen in der Inszenierung eher einer schmachtenden Zerreißprobe gleichkommt, klassischer Liebreiz aber zu keiner Zeit fehlt und einige ganz wunderbare Beziehungsmomente offenbart, schon begonnen beim hin und weg sein zum ersten Blickkontakt, über das Liebgewinnen eines alten Hauses hin zu deren lieben Kindern. Und man wird sich gewiss auch ewig an Zuzus Rosenblätter erinnern!

Bei der Musik wird Charleston getanzt, das von Mary oftmals dahin geträllerte "Buffalo Gal Theme (Wont you come out tonight)" wird zum Ohrwurm und weitere gemütliche Low-Fidelity Songs passen wunderbar zum Zeitfenster der 20er bis Ende 40ziger, genauso der Score von Dimitri Tiomkin (der viele Klassiker großer Regisseure damaliger Zeit musikalisch formte)! Weihnachtlich will "Funkle, funkle kleiner Stern" - für Clarence - recht umschmiegen und mit "Hark! The Herald Angels Sing" stimmt man in freudiger Gemeinsamkeit noch einen Weihnachtsklassiker an. 

James Stewart (1908-1997) wechselt zwischen tiefgreifender Güte und frustgeladener Zeitbombe. Legt als George Bailey ne offensichtliche Ambivalenz in seine gerühmte Performance, da die aufopfernde Haltung unterschwellig immer mehr Leidensdruck anstaute. Als nun aber alles den Bach runter geht und George sich sogar hinreißen lässt Mr. Potter um Hilfe anzuflehen, zeigt erst recht seine Auswegslosigkeit, die nur noch mit dem Sprung ins eisige Wasser zu beenden wäre. 

"Aber es ist gesetzlich verboten hier Selbstmord zu begehen."
"Ja, wo ich her komme, ist es auch verboten."
"Von wo kommen sie denn?"
"Vom Himmel." 

77 Minuten bis der wunderbare Schnee zu rieseln beginnt, mit ihm der heilig Abend und noch mehr Weihnachtsstimmung einsetzt. Wir haben uns mit Georges Leben bekannt gemacht bis nach 99 Minuten Clarences Einsatz kommt um die noch beeindruckenste Phase dieses Klassikers einzuläuten! Die nun kommende halbe Stunde, wird für manche, eventuell zuvor vernommene Längen aber sowas von 10mal gutmachen, dass man nur noch himmelhoch jauchzend und wahrscheinlich auch freudentränenreich darauf zurück blickt!! 



Clarence und George (Kinowelt)

Nach dem amüsanten Kennenlernen mit dem Engel zweiter Klasse (Henry Travers),...

George: "Ich hatte noch was vergessen... Tot bin ich mehr wert als lebendig!"
Clarence: "Hör zu, sowas darfst du nicht denken, sonst bekommt ich nie meine Flügel."


...will dieser George nämlich aus seiner auswegslosen Lage helfen, indem er ihm zeigt, wie die Welt ohne ihn aussehen würde!  
Einige hätten ohne George ihr Leben gelassen, die Stadt wäre ein kapitalistischer Lasterpfahl geworden, und und und.... eine wunderbare Revue von was-wäre-wenn Optionen....

So sehr George stets davon sprach etwas Großes zu schaffen, so sehr entging ihm, wie BEDEUTSAM sein Leben eigentlich schon war!!!

"Eines Menschen Leben hängt mit so vielen anderen zusammen. Wenn eins fehlt, ensteht gleich eine große Lücke, nicht wahr?"

Und erstaunlich wie solch ein Perpektivenwechsel eine persönlich kaputte Welt, plötzlich zum schönsten Platz auf Erden macht!! Und nicht nur das, die überwältigende DANKBARKEIT all seiner Freunde - die hat Mary zusammengetrommelt weil alle bemerkten das etwas nicht mit George stimmt - auch den Zuseher so dermaßen überwältigen, dass man am liebsten selbst wie George Bailey in seiner neugefundenen und heraussprudelnden Lebensfreude durch die verschneiten Straßen laufen möchte,...
...um hinauszuschreien, was man nicht alles so liebt!!

"Fröhliche Weihnachten, Kino! Fröhliche Weihnachten, altes Warenhaus! Fröhliche Weihnachten, du gute alte Building & Loan!"

Ein Film, so bezaubernd und schön wie seine Botschaft... die kleinen Dinge zu schätzen - besonders die Menschen um einen - und für eine bessere Welt einfach mal die Perspektive zu wechseln! Das Wichtigste, dass das eigene Leben einfach unschätzbar ist!

Für 125/130(BD) Minuten eigentlich sogar recht lang, aber so gut gemeint und capraesk, dass eine eventuelle Rückbesinnung auf humanistische Werte - gerade in einer Welt die sich gelegentlich schonmal so abwegig/krank gibt, dass manche schon glauben sich für das Gute entschuldigen zu müssen - keineswegs so naiv ist, wie oftmals dargestellt!

Ich liebe diesen Film einfach, wie viele Frank Capra Werke! Nicht umsonst hat er sich als Weihnachtsklassiker in die Herzen vieler Menschen gespielt. Sowas darf gern Tradition haben!

(Kinowelt)



Regisseur Frank Capra (1897-1991) als Garant für herzliches Menschlichkeitskino voller Güte und naiver Warmherzigkeit zeigt, dass es auch großherzig geht! Und sich das gewiss nicht nur zu Weihnachten anbietet.

(Kinowelt)

Allein Erwähnung fand der Film in Popkultur, unzähligen weiteren Filmen, Serien, von den Bundys über HIMYM bis TBBT - ja in The Big Bang Theory wurde sogar eine ganze Episode dafür verwendet - und sogar als visueller Augenblick durfte er nicht nur in vielen weiteren Filmen irgendwo über einen Fernseher (im Film) flimmern, sondern auch besonders passend in Weihnachtsfilmen... so wird er in "Kevin allein zu Haus" von der Familie in Frankreich geguckt, und auch in der Fortsetzung guckt ihn die Familie erneut auf Abwegen, bei den Griswolds sitzt Randy vor der Glotze, Fröhliche Weihnachten (Bob Clark - 83), Gremlins, Die Geister die ich rief, und zuletzt hab ich ihn genauso in "Blendende Weihnachten" entdeckt!

 
Die colorierte Fassung ist eine wahre Augenweide! Alles erstrahlt in bunten Farben, schon das Intro mit den Namen auf einem weihnachtlichen Papier verzaubert mit völlig neuen Eindrücken und erst die strahlenden Gesichter, einfach nur beeindruckend! 
Besonders wie hübsch Donna Reed eigentlich ist! Natürlich merkt man der Nachkolorierung schon auch die Künstlichkeit an, da variieren Gesichtsfarben manchmal, von gelblich bis braun gibt viel Allerlei aber auch einen gewissen Vintagelook her, was wiederrum enormen Charme hervorbringt! Ich möchte diese Version also auf keinen Fall mehr missen!! Sie gab mir nochmals zum schon wunderbaren Film, einen weiteren brillanten Eindruck! Auch die Schärfe könnte nicht besser sein!

Bei uns nun seit Ende 2013 auch endlich in famoser Qualität auf Blu-Ray erhältlich. Dieser beste (Weihnachts-)Film aller Zeiten darf als Cineast, bzw. Herzensmensch, nicht ungesehen bleiben.





 Bildrechte: Kinowelt/Arthaus

 

 

Couching around the Christmas-TV

Übersicht


 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

 

Legende:
(s/w-) Classics / Gefühlskino / Komödien / Action/Horror /
Sonstiges (Winterkino/Drama/Fantasy etc.)

 

 

Mögliche weitere Titel unter meinen anSICHTEN:

Die 12 Weihnachtsdates: Murmeltiervariante zu Weihnachten.

Schwarzer Blitz: Russisches Aussenseiter Helden-Kino mit etwas Märchen-Charme.

Der eisige Tod: Die Feiertagsfahrt nach Hause wird zum eisigen Abstecher.

The Tower: Hl. Abend als Mega-"Katastrophe" im Wolkenkratzer.

Das Wunder von New York: Melancholischer, persönlicher Weihnachtsbaumverkauf.

Für immer Liebe: Romanze mit Gedächtnis-Lücke, und verschneitem Ende.

 


Zusatztext aus 2015 / Weihnachtswünsche: Somit hab ich heuer tatsächlich einige Weihnachtsfilme geschafft, sogar noch etwas mehr geguckt als in Blogform veröffentlicht. bin aber noch nicht mal ansatzweise durch die eigene Sammlung durch! Vielleicht wird's weiter gehen...



Hier entsteht nun meine Übersicht, die ich noch auffüllen und verlinken werden. Und später wohl auch mal nach meiner Beliebtheit sortieren.

Vorerst aber mal Weihnachtsgrüße von mir...

Wenn möglich, wünsch ich euch keinen unliebsamen Familienmarathon quer die ganzen Feiertage hindurch, oder manch Weihnachtswahnsinn direkt zum Feste. Vielmehr eine persönliche (Rück-)Besinnung, oder etwas, dass zumindest EUCH eine (herzliche) Freude bereitet!

Ich wünsche Euch auf alle Fälle, Rast und auch Ruhe, Zeit, schöne Begegnungen, angenehme Emotionen und auch Empathie, Freude, Glück, Zufriedenheit, gutes Essen, Genüße...

... und natürlich auch manch blaue Scheibe unterm Weihnachtsbaum.

In diesem Sinne...

 

Noch vielmehr wünsch ich eigentlich allen SCHNEE!!! Aber da den ja nicht jeder mag, wünsch ich ihn nur mir, und allen anderen die auf eine weiße Pracht abfahren!!

 

 Ansonsten viel Spaß beim Stöbern und Weihnachtsfilme gucken! ;)

 

 


 

 Rettet das Christkind :) 

Wir sind keine Engel

23. Dezember 2015

 

 


Erstaunlicherweise hab ich den Film erst letztes Jahr für mich entdeckt, seitdem ist er aus meinen Weihnachtsfaves nicht mehr wegzudenken! Auch wenn die Flucht dreier Hälftlinge von der Teufelsinsel mehr Südsee- als den von uns gewohnten Dezemberflair verbreitet, so hat die Geschichte die an Weihnachten spielt, dennoch ganz viel herzlichen Humor!

Der auf dem Bühnenstück "Eine schöne Bescherung" basierende Film, bekam 1989 sogar ein Remake mit Sean Penn, Robert De Niro und Demi Moore; den hab ich jedoch seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen, und so weit ich mich erinnern konnte, haben die auch nicht viel gemeinsam, außerdem spielte der nicht mal an Weihnachten... also egal, nun lieber zum herzallerliebsten und bitter-süssen Klassiker....


 

 Wir sind keine Engel 
 We're No Angels 
 USA 1955 
 


3 Häftlinge büchsen am Heilig Abend aus dem Gefängnis aus, wartend auf ein Schiff welches nächsten Tag nach Paris fährt. Erstmal müssen aber noch Papiere gefälscht werden, und neu einkleiden will man sich natürlich auch. Ein gefundener Allzweck-Warenladen scheint hierfür außerordentlich dienlich zu sein, weshalb sich die 3 Sträflinge beim Kaufmann einschleichen, unter dem Vorwand, sein Dach zu reparieren. Als sie dann - von oben – aber die Themen des Hauses mitbekommen, zieht es sie bald unweigerlich in deren Familiengeschichte hinein. Sie beginnen mitzumischen... natürlich auf ihre ganz eigene Art!

skip.at (Paramount)


Im Geschäftemachen ist das Trio nämlich ganz und gar nicht übel, und nicht nur darin. Auch wenn Verbrecher manche Angelegenheiten eben etwas anders angehen! Joseph (Humphrey Bogart) ist in kaufmännischen Sachen sehr raffiniert/engagiert. Albert (Aldo Ray) eher kräftige Ganove, der zur Stelle ist wenn mal wieder die ohnmächtige Tochter des Hauses zu tragen ist und dann wäre da noch Julius (Peter Ustinov), der herzliche Safeknacker - viel Gefühl, eine Handkante und schon machts klick! Allesamt so charmant, wie sie auch fies sein können und in jedem Fall hervorragend besetzt!

Nicht zu vergessen, Adolf, die Giftschlange, nur so groß wie ein Armband, aber mit Biss!


Es beginnt schon amüsant als die Drei statt der Hausdachreparatur immer mehr im Lauschmodus von Dachfenster zu Dachfenster äugeln, die Ohren spitzen und immer neugieriger in die Geschichten, Geheimnisse und akuten Problemen des Hauses eintauchen. Die Tochter, verliebt in einen Mann aus Paris, die Mutter immer am Schneidern und Zusammenhalten des Gefüges, und der Vater, der mit seinem weniger gut laufenden Laden immer mehr unter Druck eines unsympathischen Verwandten kommt... haben die natürlich auch noch ihren Auftritt. Genauso wie einige Geschäftskunden, denen Bogart wirklich alles andreht!

So macht die Familie eben immer näher Bekanntschaft mit den drei Sträflingen, die sich nicht nur hilfreich, sondern sogar gewinnbringend einmischen. Frisierte Bücher als Bsp. sind für Ganoven kein Problem! Und ein Weihnachtsfest auf die Beine zu stellen, schon gar nicht!

cinefacts.de (Paramount)

 

 

Immer auch verknüpft mit wunderbarem schwarzen Humor und amüsanten Sprüchen:

 

 


"Wir müssen Sie erschlagen, und ihnen zur Sicherheit noch die Kehle durchschneiden.

Aber erst spülen wir das Geschirr ab"


Und schön damit beschäftigt, für sich und die Familie ein ein schönes Weihnachtsfest zusammenzuklauen:

 

"Wir bräuchten noch ein paar Blumen..."
- "Du meinst so schön wie die aus dem Garten des Gouverneurs?!"


"Wo haben wir den Truthahn her?!"
- "Er ist ihm nachgelaufen, gegen seinen Willen!"

 


Total zum Schmunzeln und Lachen! Verbunden mit Herzlichkeit und einem verdammt gelungenen nostalgischen Filmcharme. Stellenweise auch schon richtig übertrieben charmant/kitschig, aber die 3 wollen sich eben gutmütig Einschleichen um danach ihre eigentlichen Interessen erledigen zu können... dabei wissen sie irgendwann selbst nicht mehr, was sie noch vortäuschen oder schon tatsächlich aus wohlwollender Nächstenliebe kommt.

Neben dem rührenden "Sentimental Moments" der Mutter, sind sich auch die drei nicht zu schade ein Lied zu trällern: "Three Angels". Tja, auch Betrüger/Mörder können ihr Herz am rechten Fleck haben! Was in diesem wunderbar gelungenen Kammerspiel immer mehr zum unterhaltsamen Vorschein kommt. Vom bitterbösen schwarzen Humor, über das amüsante Einsetzen verbrecherrischer Talente gibts hier einige gelungene Facetten zu beobachten und genügend Lacher durch daraus entstehende verquere Situationen.


covers.box.sk

 

 

So setzte Regisseur Michael Curtiz nach Casablanca (42) und kurz nach White Christmas (54), erneunt einen wunderbaren Film in Szene, der in seiner reduzierten Aufmachung - es spielt sich grundlegend alles raffiniert im Gebäude des Warenhändlers ab - sehr einem Bühnenstück nahe kommt. Vielleicht für manche gegen Ende etwas schleppend, aber sowas gehört eben zur hinauszögernden Raffinesse eines funktionierenden Plans. ;)


Irgendwie könnte man den schwarzen Humor auch mit Frank Capras "Arsen und Spitzenhäubchen" vergleichen, wenn auch nicht ganz so absichtlich tödlich - dennoch tödlich!

Einfach ein würdiger Klassiker, der schon im Farbgewand erstrahlt und trotz der eher tropischen Umgebung einen ganz wunderbaren Weihnachtsvertreter darstellt - dadurch auch das ganze Jahr über gut funktioniert. Eben besonders zwecks der herzlichen Absurditäten, die durch wunderbar zwielichtige Charaktere zum Vorschein kommen. Und von einen ganz netten Familie aufgefangen, auch genauso benötigt werden! Einfach nur amüsant, zynisch und auch herzlich!

Leider bisher nur auf DVD erhältlich!

 



 
 
 

Die 2 folgenden Filme hab ich mal im Weihnachtsfernsehen, sogar am 24.12., hintereinanderlaufend und werbefrei aufgenommen. Seitdem guck ich sie bei Bedarf auch im Doppelpack! Diese 2 mal 90 Minuten lockere und spaßige Weihnachtskost, halten 2, ja sogar 3 Famlien auf Trap(p).

In "Blendende Weihnachten" bekriegen sich die Finchs mit den Halls, und in "Verrückte Weihnachten" wollen die Kranks sogar gleich Weihnachten ausfallen lassen, sehr zum Leidwesen ihrer Nachbarn. Beide Filme bringen also recht aufmunternde Probleme im Nachbarschaftstwist um traditionelle US-Bräuche!!


 
 
Blendende Weihnachten
Deck the Halls USA 2006


Steve Finch (Matthew Broderick) ist in seiner Kleinstadt der Mann für Weihnachten! So pentrant, dass er auch seine Familie jährlich mit Traditionen belästigt um auch noch den letzten Funken aus Weihnachten rauszuholen! Doch nun bekommt er starke Konkurrenz als Buddy Hall (Danny DeVito) gegenüber einzieht. Der hat sich nämlich in den Kopf gesetzt, dass man sein Haus als leuchtendes Beispiel vom Weltraum aus sehen soll! Ein Kampf zweier Familien um strahlende Weihnachten beginnt...

Die Finchs könnte man gleich mal als abgespeckte Variante der Griswolds sehen, der Vater ein familienritus-hungriger Draufgänger, der, wenn er sich was in den Kopf setzt, die Familie mitsamt Frau, Sohn und Tochter mitzieht... egal ob die will oder nicht. So kommen auch hier einige Traditionen zu einem auffällig chaotischen Ende. Die jahrelang gepflegten Silbertannen werden lichterloh abgefackelt, mit illegalem Feuerwerk - einem Atomic Warlord - das Haus zur Sprengbude und wenn man einen alten Volvo ohne Türen sehen will, muss man Steve nur beim Ausparken beobachten!

Etwas spaßige Action fehlt also keineswegs, schon gar nicht wenn die Pferde - mit angeklebten Rentiergeweihen - durchgehen und es per Schlitten durch die vereiste Stadt geht! Immer etwas Schuld daran, der neue Nachbar Buddy!

cinceclub.de / kino.de / cinefacts.de / (Kinowelt)

Der Autoverkäufer bringt Steve zum Ausrasten, denn das Haus des neuen Nachbarn wird zur knallbunten Lichtershow, mitsamt lautstarkem Trara! Und das vor versammelter Ortschaft/Straße DIE GANZE NACHT DURCH! Mit einem LED-Spektakel das einem die Tränen in die Augen treibt - nicht unbedingt weil es so schön ist, sondern weil es ist einfach verdammt grell ist!!
Was Steve dazu zwingt immer mehr zur Gegenwehr zu greifen und noch mehr unsinnige Taten folgen zu lassen. Solang, bis Frau und Kinder der beiden Väter zu streiken beginnen... 

Broderick nicht immer gern gesehen, passt hier perfekt in die Rolle des nervigen Spießbürgers, der kleine DeVito darf groß aufspielen und bekommt mit seiner quirligen Frau, Kristin Chenoweth (Pushing Daisies), zwei gepushte Argumente zur Seite gestellt, während sich Broderick mit Sex and the City Aktrice Kristin Davies begnügen darf. Die Töchter von Buddy Hall, die langbeinigen Aldrige Zwillinge, bringen die beiden Familienväter auf dem hiesigen Winterfest sogar dazu, "Whos your Daddy" zu rufen! Um sich danach beschämt die Augen mit Weihwasser zu spülen!

Etliche witzige Ideen, peinliche Furore im Nachbarschaftskrieg und das alles, zu einer recht weihnachtlich ausgestatteten Stadt! Als lockere Unterhaltung im Weihnachtsstress also recht spaßig. Achja, und Marilyn Monroe macht sich gut als Weinachtsstern!

Außerdem kann man weitere Weihnachtsfilme als Film im Film erhaschen: Broderick guckt allein zu Hause "Meet me in St. Louis" mit Judy Garland, während die restliche Familie im Hotel den besten Weihnachtsfilm ever "Ist das Leben nicht schön" sieht! Und auch "Das Wunder von Manhattan" läuft mal beiläufig über den Flimmerkasten. Alle 3 Filme Weihnachtsklassiker aus den 40ern!
 
"Deck the Halls", der Originaltitel des Films soll nicht nur soviel heißen wie, schmückt die Halls/diese Familie, es ist auch der Titel eines klassischen Weihnachtsliedes mit der Bedeutung "schmückt die Säle" ... das ihr bestimmt kennt, wenn ihr es hört... "Fa-la-la-la-la, la-la-la-la!"


 
Verrückte Weihnachten
Christmas with the Kranks USA 2004


Hier darf der moderne Santa Clause Darsteller Tim Allen (als Luther) die Nachbarschaft in Aufregung versetzten! Da ihre Tochter Blair Weihnachten nicht zuhause ist - sie verbringt ein Jahr in Peru - wollen die Kranks Weihnachten gleich ganz ausfallen lassen und stattdessen Südsee-Urlaub machen! Für eine traditionsreiche weihnachtswahnsinnige Straße ist das aber alles andere als annehmbar! Und schon geht der Spaß los, sich der aufdringlichen Nachbarn zu erwehren, denn die wollen nicht nur Frosty den Schneemann rausgerückt haben!

Normalerweise sind John Grisham Verfilmungen ja vielmehr Thriller, diese hier scheint eindeutig aus der Reihe zu tanzen, wohl auch in Grishams Agenda scheint "Skipping Christmas (Das Fest)" die Ausnahme zu sein. Wenn dann auch noch Familienunterhalter Christopher Columbus (Kevin allein zu Haus, Harry Potter) das Drehbuch forciert, kann nicht mehr recht viel falsch laufen.

Nachdem nun Weihnachten boykottiert wird, darf Jamie Lee Curtis als Nora Krank gleich mal Panik schieben, allen voran steht nämlich gleichmal Vic Frohmeyer (Dan Aykroyd) mitsamt seiner unzähligen Kinder - darunter Erik Per Sullivan aus Malcom Mittendrin - auf der Matte um das Recht auf die Weihnachtsgemeinschaft in ihrer Straße einzufordern! Stellenweise ganz schön übertrieben wird das ganze zur richtigen Spießbürger-Weihnachtsfarce, spätestens dann wenn die Kranks sogar in der Zeitung beschimpft werden. Teilweise fühlt es sich sogar an, als hätte neben Joe Roth (American Sweethearts) Joe Dante Ko-Regie geführt und seine teuflischen Nachbarn aus dem Weihnachtssack gelassen!

Eigentlich könnte man es den Kranks nicht übel nehmen, wenn sie statt der üblichen 6000$ die sie jährlich für Weihnachten verprassen, am 25ten mal nen Abflug machen. Doch die Sache kommt nun doch anders als erwartet, als sich am Heilig Abend plötzlich Blair ankündigt nun doch zur begehrten alljährlichen Weihnachtsparty NACH HAUSE zu kommen!
Jetzt wirds wirklich eilig, denn das Haus ist völlig weihnachts-kahl, um den berühmten Hickory Honigschinken muss man sich schon streiten, die Konsumtempel sind leer gefegt und selbst der Weihnachtsbaum fehlt! Denn kann man sich glücklicherweise beim Nachbarn "leihen"!

cinema.de / Sony

So werden dann alle Hebel in Bewegung gesetzt, Siedlungsguru Vic dirigiert alle Leute ihrer Straße, es nun doch noch zum besten Feste von allen zu machen! Alle ziehen an einem Strang, damit einem Weihnachtswunder trotz zuvoriger Feindseligkeiten nichts mehr im Wege steht! Dazu darf dann auch noch genüßlichst unter wiederhergestellter Nachbarschaftsidylle der Schnee fallen!

Die Sache holt also nach der kleinen Weihnachts- und Vorortsatire, mit einigen echt guten/schrägen Kameramomenten, noch zum schönen, kitschigen Finalschlag aus. Von ein paar kleinen Gags über alltäglichen Weihnachtswahnsinn bis zu echten Lachern, man sehe die Szene als Luther nach seiner Botoxbehandlung versucht Essen zu sich zu nehmen, hin zum verschneiten und berührenden alle-wieder-vereint-Fest. Sogar die Polizei (Jake Busey und Cheech Marin) spielt am Ende mit um den weihnachtlichen Zauber zu erhalten, während man noch einem Verbrecher begegnet und einen Typen, der zwar jeden kennt, aber niemand ihn! Könnte tatsächlich der Weihnachtsmann sein. ;)

Mit reichlich Weihnachtssongs beladen, wie Jingle Bell Rock, White Christmas und ein paar schnelleren Weihnachtsnummern, wird auch nicht auf den überaus aufdringlichen Gesangsverein verzichtet! Der Beginn mit einem meiner liebsten mordernen Weihnachtssongs (Christmas Song von The Ravonettes), hatte schonmal meine volle Aufmerksamkeit!
So setzt "Verrückte Weihnachten" nicht nur auf Spaß und Kitsch, sondern auch auf ein paar absurde Momente; alles zusammen womöglich objektiv auch nicht weit über Durchschnitt aber doch sehr unterhaltsam, und leicht anders weil gelegentlich so dermaßen überspitzt.



 


Die Kranks (videobuster.de/Sony) / Die Finchs (cinema.de/Kinowelt) / Die Halls (kino.de/Kinowelt)


Wenn auch viele womöglich "Verrückte Weihnachten" bevorzugen würden, finde ich beide (gleich) unterhaltsam auf ihre Art. Beide haben ihre lustigen wie auch kitschigen/besinnlichen Momente, und wo "Blendende Weihnachten" einfach nur grell ist und mehr auf Griswolds macht, ist "Verrückte Weihnachten" mehr Spießbürger-Kritik!
Beide tolles Unterhaltungsprogramm für die Vorweihnachtszeit... und außerdem ein äußerst gelungenes, und von mir auch gern gesehenes, Double-Feature (in dieser Reihenfolge)! 

Beide Filme gibt es auf DVD, jedoch bisher nicht auf Blu-Ray, auch wenn die Kranks schon seit 2009 als Blu-Ray angekündigt wären!






Weihnachts-anSICHTEN #2

17. Dezember 2015
  Santa Baby 2 / Vier Schwestern zu Weihnachten / Das weiße Rentier
 
 

 
 
Santa Baby 2
Christmas Maybe
USA 2009

Eigentlich fast untypisch für Ron Underwood (Tremors, City Slickers) bei beiden Santa Baby-Ablegern Regie zu führen, seine Spanne scheint aber demnach genauso breit zu sein wie George Millers pendeln zwischen "Mad Max" und "Ein Schweinchen namens Babe".
Das Drehbuch von Santa Baby 1 und 2 geht jedoch nicht auf seine Kappe, und darin steht städliche Karriere vs. idyllisches Weihnachtsmanngeschäft im geschäftigen Fokus.   
 
Jenny McCarthy übernimmt in beiden Teilen die Rolle von Santas Baby, der Tochter des Weihnachtsmannes, und hat sie gegen Ende des ersten Films noch versprochen, die Assistentin ihres Vaters zu werden um langsam das Geschäft zu übernehmen, so startet der zweite Teil dennoch fernab des Nordpols. In New York steht für die Karrierefrau eine Fusion zweier großer Firmen an, als sie bemerkt, dass ihr Vater in sowas wie 'ner Midlife-Crisis steckt und sie erneut zwischen ihren Geschäften und denen des Vaters jonglieren muss. 
 
Jenny McCarthy als Mary Santa, sowohl ihre Mutter als auch 3 Elfen kehren in ihre Rollen zurück, der Rest wurde ersetzt, sogar die Liebe ihres Lebens Luke (durch Dean McDermott) und der Weihnachtsmann (durch Filmmafiosi Paul Sorvino)! 
 
Das TV-Weihnachtsgebräu setzt sich dann aus Land- vs. Stadtleben - also Polaris vs. Big Apple –, unzähligen Weihnachtsplätzchen und streikenden Elfen zusammen, die werden nämlich von Kelly Stables (die Sprechstundenhilfe von Alan Harper) aufgescheucht! Die wollte nämlich in der Werkstatt des Weihnachtsmannes schon immer eine größere Rolle spielen und führte die Geschäfte sogar brillant als der Weihnachtsmann sich seinen neuen Hobbys widmete, als Mary aber zurückkam um den Laden zu schmeißen, sah sich die eigentliche Briefbotin wieder ins Aus versetzt. So versucht sie in listig-süsser Gemeinheit alle zu untergraben damit Mary scheitert. Zickige Weihnachtssabotage!
 
Die Elfen, die sie mit reichlich Plätzchen und Liebreiz zum Streiken bringt, können einen schon zum Lachen bringen, denn die wissen NIE wirlklich warum sie eigentlich streiken; die hellsten sind die keineswegs und mit Keksen kriegt man sie sowieso immer rum!
Einige Requistiten sind richtig entzückend, wie die kleine Eisenbahn rund um die Werkstatt von Santa, und die schneeüberladenen Wälder rund um den Hockeyplatz am See sind sowieso herrlich.
 
Die Erfolg vs. Herzlichkeitsgeschichte läßt also das Ex-Playmate zu schlechten Digieffekten auflaufen – zum Glück kommen die nicht oft vor – und in eine Beziehungskrise mit ihrem Schlittenhund-Postboten rutschen, um letztlich unartigen Menschen zu verzeihen, anstatt sie mitsamt Geschenkesack ins Eiswasser zu schmeißen! Naivität, Kitsch und Storybanaliäten obligat, bis man draufkommt, dass es sich mit dem Schlitten des Weihnachtsmannes auch gut pendeln lässt! Für Weihnachtsvielseher... (doch) ok. 


 
Vier Schwestern zu Weihnachten
The March Sisters at Christmas USA 2012

Die March Schwestern haben scheinbar schon weit zurückliegende literarische Wurzeln, fand ich doch überraschend nach Sichtung weitere Verfilmungen des Buches "Little Woman" aus dem Jahre 1868. Neben zwei Kinofilmen, 1933 mit Katharine Hepburn, 1949 mit Elizabeth Taylor und Janet Leigh (Psycho), auch noch einen Fernsehzweiteiler (1978) und den heute noch am ehesten in Erinnerung gebliebenen "Betty und ihre Schwestern" aus den 90ern, u.a mit Winona Ryder und Kirsten Dunst...

Nun hat man die MARCH Schwestern Jo, Meg, Amy und Betty auch noch für eine aktuellen Fernsehfilm übernommen und schickt die 4 unterschiedlichen Schwestern in der Vorweihnachtszeit um die Rettung ihres alten Familienhauses - dem Orchard-House!

Als ihnen eingangs ihre Mutter offenbart, dass sie das mittlerweile heruntergekommene Haus verkaufen will, werden die Schwestern sofort wehmütig. Sie gibt ihnen aber die Chance sich vom Haus zu verabschieden indem sie es in ihre Obhut legt während sie bis Jänner auf Reise geht. So können die Schwestern von Halloween weg, über Thanksgiving, bis hin zu Weihnachten, ihre Kinderheitserinnerungen nochmals vor Ort auskosten um Lebewohl zu sagen. Da sich die Schwestern dennoch nicht vom Haus trennen wollen, setzen sie ihre letzte Hoffnung in eine Renovierung. Vielleicht überlegt es sich die Mutter dann doch anders.

Tja, ohne Moos nix los, könnte man nun sagen, denn die Schwestern sind in ihren unterschiedlichsten Lebensetappen nicht grad flüssig, oder handwerklich begabt. Und um etwas von ihrem spendablen Freund Teddy anzunehmen sind sie zu bescheiden... oder auch zu sturköpfig! Gerade Jo nervt in ihrer dickköpfigen Rolle oftmals rum.
So wandert die Renovierung mehr in den Hintergrund und die einzelnen Probleme der Mädchen drängen sich auf.

Die Idee 4 Schwestern unter Feiertagsstimmung zusammenzuführen um an einem Strang zu ziehen, kann schonmal besinnlich wirken, denn besinnen sollten sich die Schwestern nun alle auf etwas in ihren Leben. Ob es nun die Kunst ist, etwas zu machen was man liebt, seine Ideale nicht zu verkaufen oder einfach nur die Liebe, oder das Loslassen zum bewegenden Thema wird, die Schwestern können sich gegenseitig weiterhelfen. Auch nicht ohne die Hilfe einiger Männer in ihrem Leben, die zwischen Klavierstunden und dem Entdecken eines Kamins bei den Renovierungsarbeiten, die Schwestern immer wieder etwas (hilfreich) aus dem Konzept bringen.  

Also etwas Zickenkrieg und auch allerlei Romanzen gesät auf dem Weg nach Weihnachten, ein schöner erster Schnee-Moment und ein schönes Haus im Kolonialstil, zumindest bei den Außenaufnahmen, anderwerweitig sieht man nämlich auch mal ein anderes Haus. Also ganz einwandfrei ist die Sache definitiv nicht und manch Schnitte zu Beginn auch etwas ruppig. 

Ansonst ist "4Schwestern zu Weihnachten" der typische Fernsehfilm mit Durchschnittsdarstellern zwischen nett anzusehen und gelegentlich nervig. Für das Vorweihnachts-/Feiertagsnachmittagsprogramm, während man vielleicht noch nebenbei Geschenke einpackt. Nicht sehen muss, aber kann. Am Ende muss auf jeden Topf ein Deckel passen und wer keinen findet, bekommt einen Job. Frohe Weihnachten! ;)



 
Das weiße Rentier
White Reindeer
USA 2013
 
Suzanne (Anna Margaret Hollyman) liebt Weihnachten über alles. Schon kurz nach Thanksgiving beginnt bei ihr die Weihnachtsmusik zu laufen und die Neubefüllung des Kühlschranks mit reichlich Egg Nog (sowas wie Eierpunsch)! Dieses Jahr erwartet Suzanne jedoch eine große Überraschung: Voller Freude erfährt sie von ihrem Geliebten, dass sie nach Hawaii ziehen werden… und dann wird er von Einbrechern erschossen! …Yuhuuuu!
 
Oh! Das war jetzt irgendwie daneben!!

Nunja, so fühlt sich aber doch öfter der Humor dieser Tragikkomödie an! Eingebettet in durchwegs trockenen Humor und gleichgestellter Stimmung erlebt man einige Absurditäten die Adventszeit hindurch. 
Die Zuckerstange, die Suzanne von einem Polizisten zum Trost bekommt, zieht sie nämlich nun auch nicht mehr aus ihrem Loch!
Ihr Freund ist verstorben, und das verkackt ihr nicht nur ihre so heißgeliebte Zeit! Traurigerweise erhält sie dann auch noch weitere Hiobsbotschaften: Ihr Freund hatte sie zuvor noch mit einer Stripperin betrogen und auch ihre Eltern wollen sich scheiden lassen.
 
In den ruintreibendes Trauershoppen (weihnachtlicher Overkill) und manch frivole Gelüste helfen auch nicht über den Schmerz hinweg, im Gegenteil, es treibt sie weiter mühselig in den Abgrund richtung Weihnachten – wohin sich leider auch der Film schleppt. Als kleinen Ausweg sucht Suzanne Kontakt zur Stripperin Autumn (Laura Lemar-Goldsborough), dem lüsternen Fehltritt ihres Mannes, und will sogar mit ihr abhängen. Es entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den beiden.
 
"Autumn ist mein Strippername, mein richtiger Name ist Fantasia!"
 
Die doch irgendwie hübsche Darstellerin Anna Margaret Hollyman - recht gut in ihrer Rolle - wirkt anfänglich wie die Unschuld vom Lande, bis mehr und mehr etwas schwarzer Humor und reichlich situationsabwegige Eigenarten auftauchen. Doch auch witzig und gelegentlich (auf-)reizend, doch vielmehr deprimierend!! Der Humor wurde doch recht verkrampft/steril ausgelegt, was eindeutig dem trübseligen Score zu Grunde liegt, der ganz markant diese träge/zähe Stimmungslage vorgibt. Taucht optisch mal weihnachtliche Wärme auf – kommt doch öfter vor - wird die wie Suzannes schwierige Trauer wieder im Score erstickt. Der visuelle Eindruck wirkt anfänglich etwas schal, löst sich aber spätesten mit den Discobesuchen und manch Partys wieder auf.
 
Letztlich geht es doch darum, den eigentlichen (Weihnachts-)Glauben wieder zu entdecken, abseits eines kindlichen Traumes, dessen Weg über schwarzen Humor, Stripperinnen, Koks und einer Advent-Swingerparty – Premiere; hab ich echt in noch keinem Film gesehen – hin zu einem doch akzeptablen aber abrupten Ende führt.
Da ich euch nun ziemlich alles schon verraten habe, müsst ich euch den Film nicht mehr unbedingt ansehen, es sei denn, ihr steht auf gefühlstriste Stimmungen und melancholischen Witz, dann hat diese ganz spezielle Trauerphase gewiss ihren Reiz!


 





 

Schneesturm im Paradies

15. Dezember 2015
 
 


Regisseur George Gallo, der eher für sein Drehbuch zu Mighnight Run (88) oder als Co-Autor von Bad Boys (95), als für seine Regiearbeiten (Middle Men, Columbus Circle) bekannt sein dürfte, setzte in den 90ern mit "Schneesturm im Paradies" Regie und Drehbuch auf eine Karte und versuchte sich mit drei bekannten Schauspielern, Nicolas Cage (Family Man), Jon Lovitz (High School High) und Dana Carvey (Garth aus Waynes World), an einer SCHRÄGEN WEIHNACHTSKOMÖDIE.

Der Film heimste in Kritiken wenig Lob ein, wenn aber ein Auge zugedrückt wird, könnte man die liebenswerte Unterhaltung im Schneegestöber durchaus gut finden! Vielleicht mag er in der restlichen Jahreszeit weniger punkten, aber an Weihnachten verzeiht man der Gaunerkomödie manch Ausrutscher locker... und freut sich über DIE Weihnachtsgeschichte von Paradise!

 

 

Schneesturm im Paradies

Trapped in Paradise

USA 1994
 

 
 
Die drei Firpo Brüder sind ein Haufen von Ganoven. Bill (Nicolas Cage) versucht sich zwar aus Ärger rauszuhalten, müht sich aber immer wieder mit dem Gewissen ab, sollte die Möglichkeit eines lukrativen Deals auftauchen. Die aktuelle Lage wird nicht besser, als seine zwei Brüder Dave (John Lovitz) und Alvin (Dana Carvey) Weihnachten aus dem Knast entlassen werden. Sie könnten ihn wieder in etwas hineinziehen, dass so gar nicht mehr sein Ding ist.

Dauert nicht lange, kommt Dave mit einer rührenden Story von einem Knastkumpel um die Ecke, um sie nach Pennsylvania, ins beschauliche Örtchen Paradise zu locken! Die dortige Bank gesehen... mit einem längst ausgedienten Wachmann, der dazu noch schläft, einer Kamera die nicht mal angeschlossen ist und einer fetten Weihnachtseinlage von 275.000 $... ist das wie eine frohlockende Einladung zur inoffiziellen Geldabhebung!!

Weihnachten für Banditen eben!

Den Groschen kann man richtig fallen hören, als zum Weihnachtsong "Do you hear what i hear" von Bing Crosby und der dazu ertönenden Passage "Do you see what i see" den Jungs die Augen aufgehen!

Kommt natürlich nicht von ungefähr, dass Dave schon vorgeplant hat...

Bill: "Was los ist!?!? Ich sag euch, wenn ich jetzt ne Kanone hätte, dann, dann würd ich in diese Bank gehen und sie ausrauben!"
Dave: "Hör mal Bill, wärst du mir sehr böse, wenn ich dir jetzt sage... wenn ich dir sage...ehm...dass möglicherweise die ein oder andere Waffe im Kofferraum ist?"


Und der Kofferraum hat's in sich! Noch Verkleidung gekauft, ein paar Skimasken... und ran an die Kohle! Dass genau heute Weihnachtsabend ist, macht den Gaunern natürlich nichts aus....

Alvin, Dave und Bill - 20th Century Fox
 
Der Überfall stellt sich als astreiner Schenkelklopfer raus! Denn während Dave mit den Geiseln zur Auflockerung Yoga macht, muss Bill zusätzlich noch ein Cafe überfallen: Weil der Direktor der Bank, mit dem Schlüssel zum Tresor, gerade auf Mittagspause ist!! Die Geiseln aus dem Cafe werden ebenso in die Bank entführt; ein schöner Spaziergang am hellichten Tag mit versammelter Mannschaft --> der Knaller!!!

So gestaltet sich die Räuberstour völlig chaotisch! Der infantile Kleptomane Alvin füllt sich die Manteltaschen ständig mit unnützen Zeugs und hat auch sonst nur auffälligen Unfug im Kopf. Der hinterlistige Durchschnittsgauner Dave ist zwar gefinkelt, aber in weiteren Plänen ebenfalls nicht der Hellste, und Bill versucht immer wieder auszumanövrieren, um noch Schlimmeres zu verhindern. Das echte Highlight sind aber eindeutig die Bewohner von Paradise!!! So einen Haufen überaus wohlgesinnter Menschen lässt sich nur in solch verschneiten Provinznestern finden! Und obwohl das Trio nicht gerade vom feinen Schlag ist, wird es mit offenen Armen empfangen. 

Da die Idee zum Banküberfall aber von einem weiteren Knastinsassen stammt, einem echten Übeltäter und keinem Schmalspurganoven, treten die ebenfalls noch auf den Plan! Und echte Kriminelle kidnappen ohne mit der Wimper zu zucken Mütter....

"Mom! Was machst du hier!?"

"Ich wurde 'ne Geisel, genau als unser geliebtes Jesuskind geboren wurde..."

 

Weiters hat das FBI, angeführt von Nebenrollengarant Richard Jenkins, alle Hände zu tun die Bankräuber zu schnappen. Zwei Kautabak spukende Hillbillys, die sich sogar Hilfsheriffs nennen, starten ihre eigene Jagd auf das Trio. Hier scheinen es einige nicht so ganz zu haben, und das definitiv auf beiden Seiten!!
 


20th Century Fox

 

Egal wie viel sich die Gauner abschuften, per Boot übers Eiswasser oder auf der Flucht mit dem Pferdeschlitten, sie landen immer wieder im warmherzigsten Fleck dieser Erde.

Wobei, 4 mal links abbiegen auf einer Flucht nach Norden definitiv nicht die klügste Idee darstellt! Verschneite Interstates lassen sich auch so nicht umfahren! 

Im ganzen Fluchtverlauf führt die Freundlichkeit der hiesigen Bewohner dann doch zu einem schlechten Gewissen beim Ganoventrio, was aber nur weitere absurde Ideen aufkommen lässt. Denn was dann im Finale folgt, ist so liebenswert wie wahnwitzig, und deshalb absolut genial!! Hier wird dem FBI eine Geschichte aufgedrückt, die man nur noch als weihnachtlichen Brüller bezeichnen kann! 


Reichlich Weihnachts- und Schneestimmung, beschauliche Heime, warmherzige Menschen/Lebensretter und dazu ein herrlich diebischer Weihnachtsscore, gestalten sich die 110 Minuten Flucht, aus dem mitgefühl-berauschten Örtchen Paradise, zu einem schneeumwehten Bumerang für die drei Firpo-Brüder! Inhaltlich wohl nicht der Rede wert, gelegentlich auch mal peinlich, verzaubert  hingegen das schöne Nest, das idyllische Schneegestöber, sowie all die netten Albernheiten. Und machen die Sache für mich zum außerordentlich unterhaltsamen/liebenswerten Weihnachts-Hit! Darüber hinaus ergänzt sich das Schauspieltrio perfekt auf dem chaotischen Trip! Allein die farbenprächtigen, weihnachtsschwangeren Pullis von Carvey sind schon einen Blick wert.

Ich mag den Film einfach!! 









 

 

Black Christmas - 1974 vs.2006

13. Dezember 2015
 
 

Hier nun der Vergleichsblog zweier mordlüsterner Weihnachtsauswüchse, in denen ein  Schwestern-Verbindungshaus zum Domizil eines verrückten Killers wird. 32 Jahre liegen zwischen Original und Remake, und während der Ursprung nicht nur als Klassiker des Slashergenres gilt, macht sich das Remake ein stilvolles Ambiente zu Nutze um ein derbes Blutbad anzurichten. Auch wenn beiden Filmen nicht die verrückte Psychonote fehlt, gehen sie in der Weihnachtsnacht doch recht unterschiedlich ans Eingemachte....

 
 
Black Christmas

Beide Film tragen im Original den Titel "Black Christmas". In den kommenden Bildern des Vergleichs hält sich das Original stets links, rechts das Remake.
 
Original
KAN 1974 Jessy - Die Treppe in den Tod / Silent Night, Evil Night

Regie: Bob Clark (Fröhliche Weihnachten, Porkys)
Darsteller: Olivia Hussey, Keir Dullea, Margot Kidder, John Saxon, Andrea Martin...

Regie: Glen Morgan (Willard)
Darsteller: Katie Cassidy, Michelle Trachtenberg, Mary Elizabeth Winstead, Lacey Chabert, Kristen Cloke, Andrea Martin, Oliver Hudson...
 
Remake
Black X-Mas USA/KAN 2006



  • Das Original beginnt mit einer Weihnachtsparty, während das Remake als nettes Beisammensitzen der Mädels startet, die ungeduldig auf die anderen warten um ihre Wichtelgeschenke zu verteilen. In beiden Fällen im Verbindungshaus (an Hl. Abend)!

thetfs.ca / lifebetweenframes.blogshot.com

  • Die Hauptfigur des Remakes kristallisiert sich erst später heraus.
    Auf dem Bild Hauptdarstellerin Jess (Olivia Hussey) am Apparat, neben Margot Kidder (links - Original), Hauptdarstellerin Kelli (Katie Cassidy), neben Mary Elizabeth Winstead und Lacey Chabert (rechtes Bild v.l.n.r. - Remake).
     

tococo.worldpress.com / tvinfo.de

  • Das Remake unterscheidet sich gleichmal grob darin, dass zum Mörder Billy eine vollständige Hintergrundgeschichte etabliert wird, die in Rückblicken parallel zum Handlungsverlauf ständig in die 70er zurückblendet um dessen abstruse Familiengeschichte (einen Mythos) aufzudecken. Das Original hielt sich da hingegen völlig bedeckt.
    Man könnte schon meinen, das Remake sei eine Fortsetzung weil es in die 70er zurückkehrt, die Hintergrundgeschichte bleibt jedoch völlig eigenständig, kann aber dennoch als Erweiterung zum Original gesehen werden!! Besonders wenn der Name "Agnes" erklingt!
     
  • Stets gehen belästigende Telefonanrufe ein, obszön und verstörend! Sie wirken in beiden Fällen wie vertrackte Tonbandaufnahmen, weil soviele verzehrte Stimmen erklingen die einen fast eigenständigen Dialog führen. So wird die Schwesternschaft erstmal verbal terrorisiert bevor sie heimgesucht wird.

42ndstreetcinema.blogshot.com / youtube.com (Trailer)
 
  • Das Original verteilt sich auf zwei Tage und bindet auch die Polizei (als Hauptermittler ein tadelloser John Saxon) mit ein, es werden auch Suchaktionen nach Vermissten gestartet, wobei sogar ein ermordetes Mädchen im Park gefunden wird. Als Spielraum stets die Nächte bevorzugt, sind auch die Polizeiarbeiten fix und recht spannend in die Handlung involviert, während im Remake der Polizeinotruf nur mit der Mitteilung endet, dass die Mädchen auf sich alleingestellt sind, da durch eine wetterbedingte Massenkarambolage keiner zu ihnen durchdringt! Frühestens in 2 Stunden! So spielt sich das Remake, mit Ausnahme der finalen Zweitschlacht im Krankenhaus, einzig und allein in, und rund um das Verbindungshaus ab, an nur einem Abend; was ein tolles reduziertes Setting abgibt.
     
  • Es kommt in beiden Fällen jemand auf Besuch, im Original sucht ein Vater (James Edmond) nach seiner Tochter, im Remake sucht eine Frau (Kristen Cloke) nach ihrer Schwester... in beiden Fällen wird nach dem ersten Opfer CLAIR gesucht! 
     
  • Was den Blutgehalt angeht, legt das Remake den Fokus eindeutig auf einschlägige Aufnahmen, zeigt brutale Morde und hat auch anderweitig ein paar derbe Ideen! Der Plastiksack zum Ersticken der Opfer kann noch als gemeinsamer Nenner gesehen werden, das Remake hat es sich dann zu Eigen gemacht die Köpfe stets noch sichtbar mit spitzen Gegenständen zu malträtieren. Kommt im Original nie vor. Ein gemeinsames Utensil ist jedoch die Glasfigur eines Einhorns! Dieser auffällige Dekogegenstand, mit recht langem Horn, wird in beiden Fällen zum Morden benutzt! 
     
  • Der Killer selbst agiert im Original aus der Ego-ICH-Perspektive und kommt damit wie ein richtiger Maniac rüber, diese Kameratechnik nutzt man für ihn den ganzen Film über, bis auf eine Ausnahme, wo man sein starrendes Auge aus dem Schrank erhascht. Im Remake nutzt man die Egoperspektive nur mal gelegentlich als Stilmittel/Hommage, jedoch hat man sich die Sache mit dem Auge zu Herzen genommen und lässt den Killer oftmals irgendwo durchäugeln - da der in diesem Haus seine geheimen Schächte und Gänge in den Zwischenwänden hat, das Herzstück in beiden Filmen ist aber stets der Dachboden!! Das mit den Augen wird im Remake arg forciert, nicht nur durch die (Augen-)Blicke des Killers, auch symbolisch tauchen sie oft auf: Durch eine Spielzeugpuppe, bei den Morden und sogar auf dem Speiseplan! 
 
ukhorrorscene.com / fieldspointreview.com

  • Dass der Killer ein Psycho ist, bleibt keineswegs verborgen, doch wird er im Remake zum Monstrum stilisiert. Nicht nur die Hintergrundgeschichte hält abstruse, ekelhafte Eigenarten bereit, auch sein Leberschaden seit Geburt macht aus ihm einen gelben Klumpen von Killer! Im Original bleibt es bei einem psychotischen Mörder.
     
  • Atmosphärisch zeichnen sich beide Titel aus! Hat das Original noch eher eine schale 70er Jahre Optik, mit ein paar Weihnachtsbeleuchtungen und manch kahlen Straßen denen grad der Schnee wegschmilzt, setzt das Remake durchgehend auf warme Töne. Ständig hüllt man ganze Momente in düster-knallige Farben der Weihnachsbeleuchtung, lässt es schön schneien, oder taucht alles in einen Gelbstich, der auch dem Gesicht des Killers ähnelt. Beide schaffen ein unterschiedliches aber einnehmendes Ambiente, wobei das Remake hierbei noch sehr auf Stil setzt.
     
  • Das Original erklingt gleichmal mit "Silent Night..." und setzt beim Score eindeutig auf das Quälen eines Pianos, das gerade zerstört wird! Außerdem saust einem ständig der Wind um die Ohren. Das Remake setzt hier mit seiner Schneekugel-Spieluhr auf Tschaikovskys "Dance of the Sugarplum Fairy" (aus dem Nussknacker-Ballet) und schafft mit der bekannten Melodie eine süsse aber dennoch unheilvolle Stimmung. Das chorale "Carol of the Bells" heizt hierzu noch zusätzlich die Stimmung an.
     
  • Konstruierte Verdächtigungen um auf (falsche) Fährten zu locken gibt es in beiden Filmen, besonders als der Freund einer Verbindungsschwester auftaucht und ein paar irre Anstalten macht - im Original weitaus versessener. Im Remake gibts noch weiter verdächtig wirkende Personen, dessen Darstellungen jedoch künstlich aufgesetzt wirken. 
     
  • Andrea Martin spielt in beiden Filmen mit: Im Original als Mitbewohnerin Phyl und im Remake übernimmt sie die Rolle der Hausmutter Mrs. Mac (die Rolle gibt es in beiden Filmen). Bei den restlichen Figuren wurde namentlich nur noch Clare/Clair übernommen, dafür gibt es manch Überschneidungen, wie als Bsp. die Rolle der trinkenden Mitbewohnerin etc.
     
  • Das Verbindunghaus trägt im Original die Buchstaben Pi, Kappa, Sigma; im Remake Delta, Alpha, Kappa!
  • Final gesehen [SPOILER]... wird im Original Jessys Freund Peter verdächtigt der Mörder zu sein, und als der für den Zuseher uneingesehen umkommt, während Jessy ohnmächtig ist, weiß keiner was wirklich passiert ist. So hält die Polizei eindeutig ihn für den Täter, versetzt Jessy in einen Beruhigungsschlaf um sie später zu verhören, und meint alles sei erledigt. Der Film endet offen mit einem weiteren Klingeln des Telefons... der Mörder Billy befindet sich immer noch im Haus... in dem Jessy gerade schläft. Er ruft am Dachboden nach jemanden namens Agnes. Die noch unentdeckten Leichen befinden sich auch hier.

    Im Remake gibt es zwei Killer! Billy brach aus der Irrenanstalt aus um Zuhause wieder zu morden und seine Schwester/Tochter AGNES (Inzest) befand sich weiterhin am Dachboden des Hauses. Letztlich kommt es zum finalen Kampf im Haus. Danach werden alle Leichen (Täter sowie Opfer) in einem Krankenhaus aufgebahrt wo sie nochmals aufmucken; Kelli tötet daraufhin beide, indem sie Agnes Kopf mit dem Defribrillator grillt und Billy übers Treppengeländer schmeißt, dieser von einem Weihnachtsbaum aufgespießt wird! Ende gut, alles gut,
    aber nur im Remake!




Das Original, wohlgemerkt mit geringem Budget auf die Beine gestellt, war in so vielen Details originell und wegweisend für das (spätere) Slashergenre, etablierte es soviel Techniken und Eigenarten die für das Genre heutzutage gang und gäbe sind! In einem Interview mit Bob Clark beim Bonusmaterial könnte man sogar meinen, er legte John Carpenter seinen Halloween (78) direkt vor die Füsse. Auch der epische Moment in "When a Stranger Calls" (Das Grauen kommt um Zehn/Unbekannter Anrufer) aus dem Jahre 1979, indem sich herausstellt das die Terroranrufe aus dem selben Haus kommen, geht imposant auf Black Christmas zurück!! 

namethatchristmasspecial.com (Jess am Telefon)

Olivia Hussey als Jessy spielte richtig gut und John Saxon (der ja auch in Nightmare on elm Street später einen Polizisten mimte) wurde in seinem dunklen Office hervorragend in Szene gesetzt und darf durchwegs als charmanter Cop seinem Dienst nachgehen. Der Film setzte noch auf ein eher kühles Ambiente (typisch 70ties Feeling), hatte aber mit dem Haus auch genug Elemente zur Erweiterung, gerade der offene Kamin der im Remake fehlt, hatte was besonderes.

Wo das Orginal eine kleine psychedelische Terrornuance hat, ist das Remake einfach abgedreht psycho!

Die Spannung steigert sich ständig und erreicht in der zweiten Hälfte seinen brisanten Höhepunkt, als sich die Telefon-Fangschaltung (hier noch amüsanter manueller Natur) mit den Polizeiarbeiten, den sich zuspitzenden Ermordungen im Haus, sowie dem Verwirrspiel über den möglichen Mörder konzentrieren! Wunderbar inszenierter Suspense mit einem (damals völlig) unerwarteten Ende!

Interessanterweise hatte auch das Remake in den Alternativenden diese Option in petto, sich dann aber doch für ein rundum aufgelöstet Finale entschieden, welche im finalen Krankenhausaufenthalt eindeutig den Killer beseitigt; dies sogar irgendwie abrupt und fast augenzwinkern erledigt - besonders durch die Musik dazu.

Das Remake ist ein simpler und zeitgemäßer Horror-/Slasherfilm, der zwar einige Fragwürdigkeiten mehr besitzt und doch künstlicher ans Werk geht, aber dennoch einen wunderbar warmen Grundton hat, und damit, sowie dem reduzierten Setting und der klassischen Musik, richtig einbauscht. Auch wenn man nach 25 Minuten glaubt schon alles zu wissen, lässt die offensichtliche Drapierung Zweifel an einer so frühen Entschlüsselung und glücklicherweise darf noch etwas kommen. Die Inszenierung ist gewiss nicht frei von Klischees, die derben Kills lassen einen auch mal vor Ekel zusammenzucken, aber das erschaffene Ambiente punktet vollends! Etwas Kreativität muss man auch nicht missen, speziell beim Plätzchen backen... und seine Geschenke in Zeitungspapier einzupacken, scheint nach diesem Film gewiss einen psychotischen Beigeschmack zu entfalten! ;)

Man setzte hier eindeutig mehr auf Stil und farbliche (Weihnachts-)Wärme!



Also haben beide auf ihre Weise eigene Reize; das Original sowieso in keiner Slashersammlung fehlen darf und zumindest einmal gesehen werden muss, da es eindeutig den besseren Spannungsbogen und mehr Klasse aufweist, während das Remake offensichtlich blutig unter einem grandiosen Ambiente ans Werke geht. Zwei recht unterschiedliche Filme, die ihr Enstehungsjahrzehnt nicht leugnen können, aber einmal klassisch und originell, sowie eben auch brutal-ungeniert bei Spannung/Laune halten!



Ich mag demnach beide recht gern und kann im besten COUCHING around the Christmas-TV Sinne, nur noch allerliebste Unterhaltung wünschen!


fanpop.com (Chrystal Lowe aus dem Remake
hat es sich schon gemütlich gemacht)






Beseitze keinerlei Rechte an den Bilder, diese liegen beim jeweiligen Urheber!
Original - Copyright Film Funding 1974 / US-Markt: Warner Bros - aktuell vertrieben durch Capelight
Remake - Weinstein Company - Condorde Video

Weihnachts-anSICHTEN

11. Dezember 2015
   Der Weihnachtsmuffel / A Very Murray Christmas / Carol und die Weihnachstgeister 

 
 
 
Der Weihnachtsmuffel
Nativity! GB 2009

Der Originaltitel NATIVITY heißt soviel wie Geburt/Herkunft, auch verbunden mit der Geburt Christi... "Nativity Play" bedeutet dann also Krippenspiel, worauf es wie in vielen Weihnachtsfilmen auch hier hinaus läuft... die Schüler dürfen die Weihnachtsgeschichte aufführen!

Dieses Mal trifft es Martin Freeman, mittlerweile ja allseits bekannt als Dr. Watson des neuen S. Holmes oder auch als Galionsfigur des Hobbits, der als Grundschullehrer Paul die Leitung des Stückes übertragen wurde. Alles andere als zu seiner Freude, weil eine konkurrierende elitäre Privatschule aus selben Bezirk jährlich die besten Kritiken dafür einheimst, während sie stets total unproffesionell untergehen, und nicht nur das...
Paul hasst diese Zeit auch noch, weil er vor 5 Jahren genau zu dieser Zeit von seiner Freundin Jennifer (Ashley Jensen) verlassen wurde, die in Hollywood Karriere machte.

Als er in einem Anflug von Missgunst seinem alten Freund Gordon Shakespeare (Jason Watkins), erfolgreicher Lehrer der Elitekinder, dann erzählt das Jennifer zu Besuch kommt - obwohl er nicht mal mehr Kontakt zu seiner Verflossenen hat - verbreitet sich die Lüge bald wie ein Lauffeuer in dem kleinen britischen Nest... alle glauben Hollywood kommt um das Laientheater als Film aufzunehmen.
Eine Puplicity die Gordon auch gern hätte, was ihn dazu anspornt, auch seiner Vorführung noch eins drauf zu setzten, während Paul irgendwie versucht aus dem Schlamassel wieder raus zu kommen...

Tja, eine Lüge die sich verselbstständigt bringt jede Menge Ärger mit sich, da kann sogar mal eine Kindermassenprügelei mit der Eliteschule rausschauen, so abwegig geht man hier zu Werke. Das Meiste wirkt jedoch recht aufgesetzt - immerhin fehlt es nicht an Weihnachtsnaivität - und soll darauf hinauslaufen, dass nicht nur der herzverkümmerte Lehrer seinen Geist für Weihnachten wiederentdeckt, sondern auch den Kindern der Glauben an ihre eigenen Fähigkeiten zurückgegeben wird. Ständig als Verlierer abgestempelt, kann aus der Bande nix werden... bis man ihnen zeigt, dass man nicht mal der Beste sein muss, um lobenswert oder mutig zu sein! Wenn es Spaß und Freude bereitet, ist es egal wieviele Kritikersterne man letztlich bekommt. Und siehe da, so wird dann doch eine famose Show fürs Finale auf die Bühne gebracht. 

Radikales Highlight, der extrem infantile Mitarbeiter Mr. Poppy (Marc Wootton), der Paul zum Zwecke der Show zur Seite gestellt wird! Der richtet mit seinem kindlichen Über-Enthusiasmus nämlich mehr Schaden an, als er nützlich ist. Darf hier also eindeutig zu den Kindern gezählt werden! Seine verqueren Aktionen steigern sich bis zu einem Totessprung den er in die Show einbauen möchte, aber, es wäre kein Weihnachtsfilm, wenn auch nicht er einen herzlichen Sinn haben würde. Die echten Kinder, also die wirklich Kleinen, sind manchmal schon nur durch ihre Anwesenheit witzig, besonders wenn man für einen Boyband-Auftritt Bauchmuskeln aufgesprüht bekommt.

Der Rest kann jedoch wenig überzeugen, die Darsteller bis auf M. Freeman wirken mehr so halbgar oder einfach überzogen, seine Ex-Frau wurde gar nicht vorteilhaft besetzt - hier darf natürlich die große Romanze zur Herzensheilung auch nicht fehlen - und das Drehbuch hätte es wohl auch mit 80 anstatt 100 Minuten auf den Punkt gebracht. Dafür braucht man auch keinen Ausflug vom tristen England nach Hollywood missen.
Da die Songs im Finale ins Deutsche übersetzt wurden und sich das einfach nicht so gut anhört, sollte man hier in den O-Ton wechseln. Mit einer Kathedrale als Show-Ambiente kann man natürlich nochmals punkten, da fällt selbst dem Theater-Kritiker (der stets mal auftaucht) sein ständiges Fingerfood aus dem Munde... den billigen CGI-Hubschrauber zur Show hätte man sich aber definitiv sparen können.

Brit-Look gegenwärtig, Humor ganz gut gesät, aber reichlich infantil und alles zu aufgesetzt. Findet zwar manch gute Bewertungen, ich werd ihn aber wohl schnell wieder vergessen.

 
 
A Very Murray Christmas
  USA 2015

Huch! Wenn sich Sofia Coppola (Lost in Translation, Somewhere) auf den Registuhl setzt und BILL MURRAY vor der Kamera tut, was er am Besten kann, dann muss man vorbeischauen! Und wenn es nur ein 56 minütiges Weihnachtsmusical(-special) ist...

Da die beiden leicht melancholisches Kino bervorzugen, startet Murray den Weihnachtsabend gleich in trübseliger Depristimmung. Ein Weihnachtsblues hat ihn heimgesucht und Lust/Laune will keineswegs aufkommen, und das obwohl er eine Fernseh-Weihnachtsshow abliefern soll. Die Produzenten drängen aber und er muss vor die Kamera. Glücklicherweise hat New York ein Blizzard lahmgelegt, kein einziger Besucher erscheint und auch der Strom geht flöten. Jetzt aber, wo er schon in seiner Arbeit war, hätte es sogar begonnen etwas Spaß zu machen...

Reichlich Zeit nun Bill Murray durch diese besondere Nacht zu schicken und ihn dabei immer wieder auf Stars/Sternchen treffen zu lassen - Amy Poehler, Chris Rock, Jason Schwartzman, Rashida Jones, Michael Cera, George Clooney... und immer mit dabei, ein stets in die Tasten hauender Paul Shaffer! Alles zusammengehalten von allseits bekannten Weihnachtsliedern - wenn auch mal abgeändert auf Situationen! Eine kleine Story erkennt man zwar im Ansatz, die ist aber nicht der Rede wert.

Bill Murray hat auch gar keine so schlechte Stimme, seine mittlerweile gereifte raue Kehle kann schon Entertainerqualitäten hervorzaubern, im späteren Verlauf hätte man ihn dennoch nicht so oft dreinsingen lassen sollen. Die Angst seit der Trailersichtung, dass Skandalnudel Miley Cyrus das ganze etwas in die Senke ziehen könnte hat sich erstaunt in Luft aufgelöst, als sie mit ihrem "Silent Night" sogar das phänomenale Show-Highlight dieser Sendung hinlegt! Und auch Maya Rodolph (Kindskopfe 1+2) überrascht einen vollends mit ihrer Stimme!

Paul Shaffer hatte schon ein Cameo in "Scrooged" (Die Geister die ich rief) und auch David Johansen der dort den irren Taxifahrer spielte, taucht hier als Barkeeper auf. Wenn sich Murray dann auch noch als Geist der Gegenwart ausgibt, kann man sowieso nur amüsiert schmunzeln. Wortwitze und Anspielungen können hier doch oft punkten.

Den Gehalt den man durch die Namen erwartet bekommt man zwar meiner Meinung nicht, aber eine nette, trübselig angehauchte Musical-Christmas Show mit ausserordentlichen Figuren und dem Klinkenreichen einiger Stars, später auch der nahtlosen Songreihung, haben zwar schöne Momente, aber der Charme des verdrossenen Weihnachtsambiente welches wieder zu Leben erweckt wird, auch durch manch aufgesetzte Lächerlichkeit wieder getilgt. Man zwar noch locker sehen kann, weil sich die Sache durchaus augenzwinkernd gibt, aber ob die Netflix-Produktion das Zeug hat sich die Jahre als Wiederholungstäter zu etablieren, bleibt noch fragwürdig. Bei Songs und Ambiente schon, in der Story und manch Reingequetsche von Namen wie Clooney (eher) nicht - da wirkte alles mehr auf die Schnelle improvisiert und aneinandergereiht. Jetz muss ich mir nochmals die guten Stimmen rauspicken!

 
 
Carol und die Weihnachtsgeister
A Carol Christmas
USA 2003

Dieser Fernsehfilm adaptiert, wie so viele, Charles Dickens "A Christmas Carol" - schönes Wortspiel im Originaltitel - und schickt Tori Spelling als sowas wie Scrooge auf die Reise mit 3 Geistern durch ihre Was-wäre-wenn-Lebensabschnitte!
Carol Hartmann (Tori Sp.) ist eine erfolgreiche Fernsehmoderatorin, malträtiert jedoch – wie es sich für diese Geschichte gehört –  ihr ganzes Umfeld und versprüht reichlich exzentrische Spannungen. Wer nicht spurt, wird gefeuert!!

Beim versuchten Mittags-Schläfchen, denn bis zur Weihnachtsshow sind es noch drei Stunden, taucht ihre verstorbene Tante auf. Das nun fahle Gesicht hat ihr zu Lebzeiten beigebracht wie man es zu etwas bringt, was Carol auch zur Tyrannin machte. Sie kündigt die 3 Geister an, die auch nicht lange auf sich warten lassen…

Das einzig richtig tolle daran, auch William Shatner befindet sich unter den Spukgestalten! Und beim effektvollen Szenenwechsel, was alle Geister können um sie in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu bringen, sieht es exakt aus als würde sich Shatner mit Spelling auf die Enterprise beamen!! Das hat schon was!
Dass Shatner als Geist der Gegenwart außerdem ein recht neurotischer Reisebegleiter ist, bringt reichlich Unterhaltung in deren Abschnitt!

Der kleinwüchsige Gary Coleman (On the Right Track, ne Menge Fernsehserien) mimt den Geist der vergangen Weihnacht und James Cromwell (ST: First Contact - ihr wisst schon, der Erfinder des Warp-Antriebes) agiert als wortloser, unheildeutender Geist der Zukunft.

Alles läuft gewohnt nach Plan: Carol wird die Liebe zu ihrem Ex – einem Obdachlosensamariter – verdeutlicht; ihre selbstlose Mitarbeiterin (die mit nobler Blässe irgendwie lasziv erscheinende Nina Siemaszko) hat durch Carol wenig Zeit für ihr eigenes Kind; das Essen bei der Familie (als Carols Schwester Paula Trickey, die für die Hauptrolle wohl besser gewesen wäre) würde anstehen und man freut sich dort über Geschenke von Carol, die sie nicht mal selbst ausgesucht hat…

Spelling zieht dabei immer ein langes Gesicht², und das alles so lang, bis ihr der Geist der Zukunft auch noch die letzten reuevollen Tränen rausquetscht, indem er sie im Sarg enden lässt… danach darf sie frohjauchzend über die neue Chance, alles wieder gut machen!

Was auch meistens die besten Momente dieser Verfilmungen sind. Für mich speziell die überaus enthusiastischen Entschädigungen, als die fehlgeleitete Personen eben ihr ach so schändliches Verhalten wieder ausmerzt. Dabei gibt’s immer viel Gefühl, sprudelnde Freude und funkelnde Augen… leider wurde im Finale dann doch etwas zu dick aufgetragen, aber ansonst, sofern man auf Weihnachtskitsch und Gefühlsduseligkeit steht, und die Geschichte sowieso mag, dann ist die Sache für einen TV-Film sogar solide inszeniert. Ich fands als Weihnachts-TV-Unterhaltung schon passabel und hätte man Spelling durch jemand anders ersetzt, hätte man sogar Weihnachten retten können! ;)







zuvor gesehen:


Bilder: (in der Reihenfolge) bluray-disc.de, collider.com, amazon.de

Der kleine Lord

8. Dezember 2015
 
 
"Der kleine Lord" basiert auf dem gleichnamigen Jugendroman der Autorin Frances Hodgson Brunett. 1886 erschien dieser erstmals in so einigen Übersetzungen und wurde später auch vielfach verfilmt. Von 1914 weg als britischer Stummfilm, bis zuletzt 2012 mit einigen Abänderungen und reichlich weiblicher Besetzung, als deutsch-österreichischer Fernsehfilm unter dem Titel "Die kleine Lady".

Dazwischen liegt nicht nur eine Fernsehserie für den Disney Channel, eine Miniserie und unzählige weitere Filmadaptionen unterschiedlichster Länder, sondern auch die wohl bekannteste Umsetzung, aus dem Jahre 1980 fürs Fernsehen!

Mit Sir Alec Guiness als kauzigen Großvater, dem Earl von Dorincourt, und dem damaligen Kinderstar Ricky Schroder als kleiner Lord Fauntleroy. Der britische Regisseur Jack Gold (1930-2015) erlangte neben seinen unzähligen Produktionen fürs Fernsehen hiermit seine größte Berühmtheit. Seit 1982 darf dieser Film nun auch regelmäßig zu Weihnachten die deutsche Fernsehlandschaft (ARD) mit reiner Gutherzigkeit erwärmen.

 
 
Der kleine Lord
Little Lord Fauntleroy GB 1980


Cedric (Ricky Schroder) lebt mit seiner Mutter in Amerika, in einem recht lebendigen aber alles andere als reichen Stadtviertel von New York. Sein Vater war Engländer, verstarb aber. Eines Tages taucht aus der englischen Grafschaft Mr. Havisham (Eric Porter) auf, um als Gesandter des Earl von Dorincourt (Alec Guinness) eine Nachricht zu überbringen. Der junge Cedric sei der letzte lebende Erbe des britischen Titels und wird gebeten die Überseereise anzutreten um auf seine Erbaufgabe vorbereitet zu werden. Da der griesgrämige Earl jedoch einen Groll gegen Amerika und somit auch gegen die Mutter des Jungen hat, möchte er mit der Mutter keinerlei Kontakt haben. Er hatte stets etwas gegen die Verbindung seines Sohnes mit der Amerikanerin. Sie darf jedoch in der Nähe wohnen und täglichen Kontakt zum Jungen pflegen. Zum Wohle des Sohnes stimmt die Mutter den Bedienungen zu, jedoch will sie, dass Cedric nie von der Abneigung des Earls gegen sie erfährt. 


So macht sich der Junge mitsamt Familie (Mutter und einer befreundeten Hebamme) auf nach England. Und schon bei der Verabschiedung des Jungen von seinen beiden besten Freunden, dem Schuhputzer Dick und dem Gemischwarenhändler Hobbs, könnten einem bereits die Tränen kommen. Und das schon nach etwa 10 Minuten!
So liebevoll und warmherzig die Inszenierung ständig auf rührselig macht, erliegt man vollends dem Charme von Ricky Schroder in seiner Rolle als Blondschopf, mit absolut treuherzigen aber auch spitzbübischen Blick! Und das war erst der Anfang!

flammentanz-tumblr.com

Der Film ist zwar aus unseren 80zigern, spielt aber definitv ein Jahrhundert davor. Grafschaften, Ländereien, Schlösser, Bedienstete, schicke Kostüme und reichlich vornehmes Verhalten! Hier hat der Junge noch viel zu lernen, meint zumindest der gierige und mürrische Tyrann von Dorincourt - wie er im geheimen gern mal vom Gesinde genannt wird. Nächstenliebe ist für ihn ein Fremdwort, Strenge und Disziplin verschaffen einem Achtung, die Untergebenen müssen Respekt vor einem haben! Diese emotionale Kälte scheint ihm Erfolg zu bringen, natürlich nur ihm, während alle anderen unter ihm leiden.

Cedric hält auf seinen Großvater aber große Stücke
und sieht unentwegt nur das Gute in ihm!

So ausdauernd, dass selbst der Großvater irgendwann an seiner Härte zu zweifeln beginnt. Cedric, der von nun an nur noch der kleine Lord Fauntleroy genannt wird - oder auch mit "euer Herr" angesprochen- spielt sich nämlich fortan in der Herzen der Bevölkerung. Mit Manieren, die man nicht mit Kapital aufwiegen könnte, kennt er keine Unterschiede bzw. Hierarchien und verbreitet Hilfbereitschaft wo er nur kann. Er plappert zwar wie ihm der Mund gewachsen ist, seine erfrischende Nächstenliebe bringt ihm aber soviel Beliebtheit und Ansehen, dass dessen kindliche Weisheit selbst den mürrischen Earl irgendwann einholen muss!

Es ist so herrlich, dass eigentlich der Großvater den Jungen beeinflussen, diesen umerziehen wollte, sich der Spieß aber umdreht und die Rhetorik des Jungen
- könnte man schon meinen, ist jedoch nur herzallerliebste kindliche Aufrichtigkeit -
auf den alten Regenten so großherzig einwirkt, dass man selbst nur noch herzlich lachen kann!

Der alte Mann mit seiner Gicht, sogar wieder Lebensfreude entdeckt und langsam beginnt, der Armut vor seinem Schlosse wieder Boden unter den Füssen zu geben. Sehr erfreulich auch, dass hier nicht wie in der Weihnachtsgeschichte um Scrooge der Charakterwandel erst am Ende des Films von statten geht, sondern schon etwa mittig langsam seine Wirkung zeigen darf; somit auch mehr Zeit bringt, an einer positiven Veränderung teilzuhaben. Hervorzuheben sind die Mimiken des Personals, als diese mehr und mehr bemerken wie des Earls Herz aufbricht und sich dieser mehr der Gutmütigkeit hingibt. Richtig amüsant ziehen die einem einen genauso breiten Grinser ins Gesicht!  


Viele adrette Leute neben der auch dreckigen Kehrseite, nobles Schauspiel in dieser eigentlich kühlwirkenden ländlichen Gegend und auch Patrick Stewart kann man zwischen all den Bediensteten entdecken. Der Score hat angemessene Klasse sowie auch frohlockende Momente und Cedric zeigt den Briten auch wie man eine Party aufwertet, indem man amerikanischen Squaredance im Ballsaal vorführt. Etwas unvorteilhaft wirkt die Einbindung um einen weiteren auftauchenden Erben, dessen zufällige Verbindung zu Cedrics Freunden in Amerika so weit hergeholt ist, wie deren gefolgte Reise über den Ozean. Aber das kann diese herrliche Geschichte auch nicht mehr abwerten. Somit dürfen am Ende auch alle wieder vereint sein.

Das Problem mit der ausgestoßenen Mutter, die sich zwar blendenst selbst zu helfen weiß, geht über den ganzen Film und weckt immer wieder unerklärliche Fragen bei dem Jungen. Doch als der vormals ruppige Earl die wahre Bedeutung einer Famlie erkennt, speziell was die einem geben kann, wird sich auch das bereinigen. Wie sehr der Earl gegen Ende in den Jungen vernarrt ist, schließt man ihn ebenso als Zuseher ins Herz!

imgbuddy.com

Das Buch und die Verfilmung von 1936 enden zwar eigentlich mit der Geburtstagsfeier von Cedric, der britische Film aber erfreulicherweise mit einem ausgiebigen Weihnachtsfest! Deshalb passt er nicht nur aufgrund seines emotionalen Inhaltes mitsamt dieser gütigen Botschaft in die Adventzeit, sondern auch wegen der finalen weihnachtlichen Fülle, die hier im großen Saal des Schlosses vor einem riesigen Weihnachtsbaum, auch noch die letzen Barrieren schmelzen lässt. An der großen Tafel mit allen Bediensteten, den amerikanischen Freunden von Cedric, seiner geliebten Mutter und dem nun endlich geläuterten Aristokraten, steht weder der Thronfolge des kleinen Lords noch einem Ende nach bestmöglicher Fasson - wie der Earl es sagen würde - im Wege. Eine schöne Verfilmung und ein vornehmlicher Weihnachtsvertreter! Die Tradition dieses Filmes ist eindeutig gerechtfertigt.

Wenn einen "Der kleine Lord" nicht irgendwo zu Tränen rührt, dann könnten eventuell ein paar Attribute des anfänglichen Earl of Dorincourt auf einen abgefärbt haben! ;)



Die Verfilmung von 1936 müsste ich jetzt noch sehen, die sogar auf Blu-Ray erhältlich ist. Die Fassung mit Guinness und Schroder leider nicht*, sie lief jedoch auf ARD-HD auch schon in beachtlicher Bildqualität und war somit nicht nur optisch schön anzusehen! Italien hat davon schon eine Blu-Ray, die jedoch nur mit Landessprache und Englisch ausgerüstet scheint. Auf jeden Fall herzliche Unterhaltung falls ihr ihn heuer (wieder mal) im Weihnachtsfernsehprogramm gucken solltet!

*Nachtrag: Am 10.11.16 wurde nun auch die deutschsprachige Blu-Ray veröffentlicht. Sogar in einer zusätzlichen Sonderedition! Damit er nun auch für Weihnachten 2016 bereit liegt.





 

Deadly Games

5. Dezember 2015
 



Es ist noch der 5.Dezember, Krampustag! Die aktuelle Kinoausgeburt dieses Advent-Bösewichts hab ich zwar noch nicht gesehen, es gibt heute dennoch einen, der in seiner eigentlich Funktion zu Weihnachten etwas falsch verstanden hat...
Der nun kommende Weihnachtsmann ist nämlich kein gutmütiger Kinderfreund, vielmehr ein Psycho!

Als Jugendlicher eines Nachts entdeckt und als gruseligen Weihnachts-Kinder-Actioner nie mehr vergessen. Irgendwie war der Film dann auch nicht mehr ausfindig zu machen, vorerst konnte ich mich zwar an die Handlung erinnern aber nur noch vage an den Titel. Bei späteren Recherchen merkte ich auch, dass dieser französische weihnachtsabtrünnige Reißer so selten im Fernsehen gespielt wurde, dass man es an einer Hand abzählen konnte. Der kleine Ramboverschnitt, so hat ich ihn in Erinnerung, lief für mich also nie mehr über die Flimmerscheibe, zumindest hab ich ihn kein zweites Mal gesehen... bis heute!
 
 
Deadly Games
Allein gegen den Weihnachtsmann - 3615 code Père Noël FR 1989


Alles beginnt mit der Zitateinblendung des Kinderpsychologen Bruno Bettelheim:

"Alle Kinder glauben an Magie.
Sie hören erst auf, daran zu glauben, wenn sie erwachsen sind.
Außer denen, die vor Enttäuschung über die Wirklichkeit nichts mehr von ihr erwarten"

Unser elfjähriger Hauptakteur Thoma(s) (Alain Lalanne) will auch in seinem Alter noch an den Weihnachtsmann glauben, obwohl er anderweitig überaus reif ist. Ein kleines technisches Genie, am Computer, sowie auch bei der Reperatur eines Autos, welches er sogar fahren kann! Im Laufe des nun folgenden Heilig Abend wird die Reralität aber auch ihm seinen letzten Funken Magie rauben, zumindest den, der den Weihnachtsmann betrifft!

Als Junge reicher Eltern, zumindest haben die ein irrgroßes, imposantes und technikvernetztes Haus, verbringt Thoma reichlich Zeit alleine im Hausguerillakampf, gegen seinen treuen Freund, dem Hund. Bemalt über beide Ohren und bewaffnet bis an die Zähne...mit Spielzeugwaffen! Als der kleine wieder mal mit seinem zuckerkranken und halbblinden Opi ...allein zu Haus... ist, weil die alleinerziehende Mutter am heilig Abend mächtig Überstunden schieben muss, verläuft der gemütliche Abend alles andere als erfreulich... 

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Eigentlich wollte er mit seinem neuinstallierten Überwachungssystem den Weihnachtsmann entdecken um seine Existenz beweisen, bis ihm seine Mutter telefonisch sagt, er soll zu Bett gehen, da man nicht nach ihm suchen darf weil er sich sonst in ein Ungeheuer verwandelt!

Was man den Kindern nicht alles sagt um ihnen ihren Glauben zu lassen... schrecklich!

Die Aussage trifft sich handlungstechnisch aber ganz gut; die Mutter hätte bestimmt auch nicht vermutet, dass gerade tatsächlich ein Verrückter als Weihnachtsmann verkleidet in ihr Haus einsteigt! Und der erste Kill nicht nur bei dem Jungen, sondern auch beim Zuseher aufgrund der derben Boshaftigkeit gleich mal richtig einschlägt!

Somit beginnt nicht nur ein abstruser Heilig Abend, sondern auch ein Katz- und Mausspiel durch das riesige Anwesen. Mit allen technischen Raffinessen die der Junge auffahren kann und Skills, die ihn sogar überzeugend als kleinen McClane durchgehen lassen; ganz besonders bemerkbar wenn er in seiner Flucht Barfuss am verschneiten Hausdach verweilt um mal durchzuatmen. Auch glaubwürdig, weil er immer wieder (kindlich) einknickt und nicht ständig in völlig naiver Heldenmanier übers Ziel hinausschießt - obwohl das später auch sein darf.

Der Weihnachtsmann (Patrick Floersheim, genauso überzeugend wie der tolle Jungdarsteller) ein unzufriedener Kauz, der schon in der Filmeinleitung die Liebe der Kinder sucht, stellt sich schon bald als totaler Irrer raus!

Schade das man nicht mehr zu seinen Hintergründen erfährt. Nur ein verrücktes...

"Willst du mit mir spielen?"

... kommt ihm über die Lippen, hält sich ansonsten recht wortkarg und überzeugt definitiv mit seinem beängstigenden Blick und Verhalten! Da man ihn jedesmal in bester Slashermanier in Szene setzt, lässt keine Zweifel mehr an seinem mörderischen Wahnsinn! Unterstrichen von seinem Bart, den er sich mit Dosenschnee einfärbt!

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Die Tötungen halten sich aber im kleinen Rahmen, der Film setzt vielmehr auf Spannung, psychologische Eindringlichkeit und ein gutes Ambiente. Allein das riesige Anwesen, ein imposantes Landgut in dunkler Weihnachtsnacht mit der verschneiten Gegend herum und ganz besonders die phänomenalen Außenaufnahmen dazu, können sich mehr als sehen lassen.  

Etwas Sleaze-Charakter könnte man bemerken durch die französisch triste Umgebung und gerade durch den abgefuckten Typen, dem schäbigen Weihnachtsmann. Weiters wechselt man zwischen einem kühlen optischen Look (Blaustich) der aber doch immer wieder mit warmen Szenen durchflutet wird. Ein unterkühltes winterliches Frankreich mit Weihnachtsessenz eben!

Neben Drehbuch und Regie von René Manzor sollte man in der Kameraarbeit/-einstellungen auch den den Cinematografen Michel Gaffier erwähnen, der hier auffällig gut arbeitet und die Sache optisch aus dem Schundigen heraus über die gängige Norm hebt. In der Innenaustattung wären noch die ganzen Geheimgänge (durch Kühlschränke) mit abenteuerlich anmutenden Zwischenräumen und Falltüren zu erwähende Highlights!

Weit über die Hälfte könnte man den Film sogar als Psychothrill völlig ernst nehmen, sofern man das überhaupt möchte, etwas peinlich wird es erst als sich der Kleine zu einem 80ties Weihnachts-Popsong von Bonnie Tyler überpathetisch selbst verarztet und dann seinen Hund zu Grabe trägt! Eine Kampfansage des Jungen folgt, Kevin - der erst kurz drauf ins Kino kam - würde sich bei den folgenden Fallenaufbauten bestimmt auch noch was abgucken und der Weihnachtsmann soll sein Fett weg kriegen. Wodurch nun schon eine leichte Trashnote einfließt, aber selbst hier ist der geneigte Genregucker noch Bestens bedient.

Gut inszeniert, spannend, richtig irrer Typ, paar blutige oder bitterböse Einlagen, rockiger Soundtrack, guter Score, tolle Kameraarbeit, düstere Augenblicke... der perfekte Film für ein kindliches Weihnachtstrauma. Eine VÖ hätte dieser Film, mit ganz eigenem Charakter, für Genrefreunde definitiv längst verdient!! Keine Ahnung warum dieser kleine Home-Invasion-Weihnachtsoverkill so vernachlässigt wurde. Ich warte schon 3 Jahrzehnte Weihnachten auf eine VÖ! ;)


Die VHS von Atlas Video (1990) war die einzige Erscheinung hierzulande (ofdb.de)


Der Originaltitel "36.15 Code Pere Noel" soll wohl ein Hinweis auf einen Code für ein damaliges Computernetzwerk sein. Man sieht die Werbung dieses Systems zu Filmbeginn, als Kinder bei einer Schneeballschlacht die große Reklame dazu beschießen.

 






 




Erst bei Sichtung des Films bemerkte ich, dass ich eigentlich schon lange die GLEICHNAMIGE Langspielplatte zuhause habe, von Bing Crosby (1903-1977), dem legendären Sänger und Schauspieler, der in diesem Weihnachtsklassiker mit ein paar weiteren Stars auf die weiße Pracht wartet, während reichlich Musik- und Showfever versprüht wird. Danny Kaye, für einige hoffentlich bekannt als "Der Hofnarr", spielt seinen Freund aus Kriegstagen, und natürlich gibt es für einen jeden der beiden auch eine verlockende Frau, die sogenannten Haynes Schwestern. Gespielt von Rosemary Clooney, einer in den 50zigern auch bekannten Pop- und Jazzsängerin, und Vera-Ellen, die nicht nur ihre Wespentaille, sondern auch ihre Tanzausbildung unter Beweis stellt.

Unter der Regie von Michael Curtiz ("Unter Pirattenflagge", "Casablanca" und fürs Weihnachtsfieber sei noch besonders "Wir sind keine Engel" erwähnet) wird nicht nur der Song "White Christmas" - der eigentlich schon auf das Jahr 1940 zurückgeht und 1947 Bing Crosby damit endgültig die erfolgreichsten Verkaufszahlen überhaupt bescherte - erneut zum Renner für den Film, sondern auch die Geschichte um eine herzerwärmende aber doch recht aufwendige nette Geste!

 
 
Weiße Weihnachten
White Christmas
USA 1954


Alles beginnt zu Ende des zweiten Weltkrieges und einer kleinen improvisierten Weihnachtsfeier mitten zerbombter Ruinen. Bob Wallace (Bing Crosby) und sein Freund Phil Davies (Danny Kaye) spulen eine Show vor versammelter Mannschaft runter und Crosby darf auch gleich sein famoses "White Christmas" anstimmen... da gewinnt selbst Weihnachten an der Front an Herzwärme. (Im Film noch weitaus anrührender als der nun folgende offizielle White Christmas - Bing Crosby Mix).



Gerade auch der Abschied von General Waverly (Dean Jagger) fällt den Männern schwer, ein neuer Kommandant soll kommen und die Front wartet; zum Glück endet dann aber der Krieg.

Bob und Phil machen fortan den Broadway unsicher und sind sehr erfolgreich. Für beide bleibt keine freie Zeit für anderweitige Beschäftigungen, oder gar der Liebe. Als dann endlich die Weihnachtsfeiertage anstehen, lernt man die Haynes Schwestern kennen, denen sie vornehmlich aus der Patsche helfen und durch ein paar Irrungen, besser noch, durch Phils drängenden Einsatz, alle in Vermont landen!
In einem Hotel, dem durch das fehlen des Schnees die Gäste ausbleiben und der Ruin droht. Als Bob und Phil erstaunt feststellen, dass ihr alter Vorgesetzter General Waverly das Hotel leitet -der von sich aus sogar lieber Soldat geblieben wäre- wollen sie ihrem Ruhm nutzen um ihm zur Hilfe zu eilen! Die Haynes-Schwestern ziehen natürlich mit.


Paramount Pictures

In dieser immens großen Weihnachts-Geste wollen Bob und Phil ihre ganze Revue in die Berge holen, um den alten Mann nicht nur unzählige Gäste zur Rettung des Hotels, sondern auch noch eine enorme persönliche Freude bereiten wollen... denn gegen Ende lassen sie sogar noch ergreifend ihre alte Kompanie aufmarschieren! Um ihm zu zeigen, dass ihn tatsächlich niemand vergessen hat!

Hier muss man gleich mal ein Auge zudrücken, denn im weihnachtlichen Sinne einem Mann aus reiner Gutherzigkeit das beste Weihnachtsfest aller Zeiten zu bieten, dafür aber die ganze Revue (unzählige Tänzer, Choreografen, Mitarbeiter) in den Weihnachtsferien schuften zu lassen, klingt eigentlich nicht grad wohlwollend.

Aber wir sind hier nunmal in den 50ern,
und Weihnachtsfilme sollen doch auch naiv sein!
Nicht!?

Doch!!!
Ganz besonders die Klassiker dürfen das und noch vielmehr!


Also egal, es geht um die Weihnachtsfreude eines Mannes, und die schenkt man hier am besten mit viel Musik und Tanz! So ist das Storykonstrukt eben mehr Mittel zum Zweck, nicht nur zur finalen Freude ihres alten Generals -der sonst an seinem fehlenden Sinn dahin siechen würde-, sondern auch in Phils amüsanten Versuchen Bob endlich an die Frau zu bringen! Zusammengehalten wird das Ganze von Gesangs- und Showeinlagen die was hermachen! Nicht nur der Musikstil bringt in solch Fällen nostalgischen Charme und dadurch Weihnachtsstimmung mit, auch die Musical-Einlagen bieten durch die Filmmusik von Irving Berlin respektable Nummern. Berlin schrieb nicht nur den Song WHITE CHRISTMAS, er war zur damaligen Zeit auch musikalisch beteiligt an Filmen wie "Puttin' on the Ritz", "Osterspaziergang" oder "Rhythmus im Blut".

"White Christmas" bietet auch visuell farbenprächtige Anreize, gerade die Show in der die grazile Vera-Ellen in einer Art Hochzeitsfummel das Tanzbein schwingt, sprüht nur so vor markanten Weihnachtsfarben, sodass die Shows immer ihr eigenes Kreativbild auf den Zuseher übertragen.


Paramount Pictures

In der Liebe kommt es zu ein paar Wirrungen und Verwechslungen um etwas Drama einzuflechten, doch kommt glücklicherweise auch der Humor nicht allzu kurz. Gerade der damalige Komiker Danny Kaye bringt sich stets als Witzbold ein und gibt mit der liebreizenden Vera-Ellen ein ganz reizendes Kuppler-Gespann ab!
Im Gesang überzeugt natürlich Crosby, der in Sachen Liebe auf zurückhaltende Art sehr gut zur anderen Schwester passt! Auch er darf mal Witze machen, bemerkbar in seiner Erläuterung bezüglich Frauenträumen in Kombination mit dem Sandwich-Belag - also, von welche Frau er träumt wenn er dieses oder jenes Sandwich verzehrt! Bevor es zum heimlichen Kaminfeuer geht.

Der vertraute Weihnachtscharme hält sich zwar durch die unzähligen Studio-Kulissen und Hintergrundbilder etwas in Grenzen, was für viele Filme damaliger Zeit aber wohl gewöhnlich war, "White Christmas" dennoch reichlich schick ausgestattet ist. Gerade das Hotel im rustikalen Bergstil entzückt! Da dies aber erst nach 45 Minuten mit dem Wechsel nach Vermont auftaucht, muss man sich vorerst nach Krieg und Broadway doch auch mit leichtem Südseeflair zufrieden geben. Bevor dann die großen Aufwendungen für die Planungen zur Heilig-Abend-Show losgehen.

Die knappen 2 Stunden haben somit auch ein paar Ecken und Kanten, aber wirklich tolle Showeinlagen, unterhaltsame Figuren und nostalgischem Zauber. Bing Crosby und Rosemary Clooney -übrigens Tante von George C.- mögen gewiss die besseren Sänger sein, der Komiker Danny Kaye und die Musicaldarstellerin Vera-Ellen dafür aber präsenter in der darstellenden Kunst! Wenn Vera-Ellen in einem weiteren kecken Kostüm ihr Tanzbein schwingt, ist man sowieso gebannt! Hat die Schwung!

Nach dem Aufmarschieren der Division - was wohl wirklich das emotionale Highlight des Films darstellt - darf es dann auch eeeeendlich...

..."vorschriftsmäßig schneien"!!!
Ein netter Klassiker!


Paramount Pictures


Ich wundere mich, dass dieses Weihnachtsmusical noch nicht den Weg auf Blu-Ray fand, gerade das Technicolor damaliger Zeiten würde sich für eine farbenprächtige Ausreizung super eignen. Nur auf DVD erhältlich.

Übrigens gab es mit "Holiday Inn" ( bei uns "Musik, Musik") schon 1942 einen ähnlich gelagerten Film, indem Bing Crosby auch schon seinen Hit "White Christmas" besang - und Irving Berlin für den besten Song sogar den Oscar einheimste. In diesem Musik- und Tanzfilm sich Crosby und Fred Astaire um eine Frau ranken.







Ernest rettet Weihnachten

29. November 2015




Für alle die Jim Varneys (1949-2000) ikonische Figur des ERNEST P. WORRELL nicht kennen, obwohl er der Jim Carrey seiner Zeit war... der Mann hat es in den 80zigern und 90ern auf 10 Ernest-Filme gebracht und den quirligen Tollpatsch in Afrika, zu Halloween, beim Militär in der Schule und allerlei anderen Institutionen und Aufenthaltsorten vom Stapel gelassen, sodass es auch nicht verwunderlich war, dass er auf seine enthusiastische Art auch mal dem Weihnachtsmann unter die Arme greifen durfte!

Die Filme sind gewiss nicht der Überflieger, aber für Nostalgiker pure ulkige Unterhaltung aus Kindheitstagen -zumindest für mich- mit einer Figur, der man gewiss Kultstatus einräumt! Auch wenn Varneys überzogene Darstellung manche so nerven könnte, wie Gegner von Adam Sandler oder Pauly Shore, so hielt ihn auch keine goldene Himbeere zurück (Chaos im Camp - 88 - sein erster Ernest Film), sein Puplikum weiterhin zu strapazieren, zu veralbern und deren Lachmuskeln anzuregen!

Da es bei uns tatsächlich nicht mal einen dieser Filme auf DVD gibt, musste ich mein altes VHS-Tape mit der TV-Aufnahme vom verstaubten Dachboden ausgraben, um nun nach mindestens 20 Jahren ohne Ernest, die Vorweihnachtszeit in sentimentaler Erinnerung einzuläuten.

 
Ernest rettet Weihnachten
Ernest saves Christmas - Chaotische Weihnachten
USA 1988


Der Weihnachtsmann (Douglas Seale) kommt nach Orlando, und zwar per Linienflug! Sogar Rentiere und Schlitten sind im Frachtraum verschachtelt und warten auf Abholung. Santa sucht nach einem Nachfolger, denn mehr als 100 Jahre in diesem Job sind genug, außerdem lassen schon die Weihnachtskräfte nach. Bevor der Weihnachtszauber aber ganz verfliegt, muss er diesen an einen neuen Rauschebart übergeben! Weshalb man sich bis ins Finale auch etwas sputen sollte, damit im letzten Moment noch alles gut gehen kann, jeder seinen Glauben wiederfindet und gemütlich der Schnee fallen darf!


earnthis.net (Touchstone/Buena Vista)


Ernest ist überdrehter Taxifahrer und am Oh-Tannenbaum-Trällern, bevor er wieder mal eine Menge tollpatschiges Chaos auslöst und dabei irgendwie an den Weihnachtsmann gerät. Da dieser mit seinem Nordpolgeld die Taxifahrt nicht bezahlen kann, fliegt Ernest sogar noch aus seinem Job - aber macht nix, der Weihnachsmann braucht eh Unterstützung! Ein zufälliges auf der Straße aufgelesenes Mädchen (Noelle Park) kann auch gleich als beiläufiger Sidekick des Familienprogramms dienen! 

Die Suche nach dem heißestens Anwärter auf den Posten des Nordpol-Geschenkelieferanten -oder kommt er doch aus Prussia- fällt auf Joe (Oliver Clark), einem gutherzigen Menschen der mit einer Kinderunterhaltungssendung schon reichlich Santa-Qualitäten unter Beweis stellte. Der ist natürlich gleichmal skeptisch was die Geschichte angeht, gleichzeitig will ihm ein schmieriger Agent auch noch eine Filmrolle zuschanzen! Die würde zumindest Geld bringen, und möglicher Weise nicht nur eine fantastische Idee bleiben.


Der geplante Film heißt übrigens WEIHNACHTSBLUT! Darin soll ein Außerirdischer kleine Kinder terrorisieren!! (Na das wär mal ein X-Mas B-Movie! ;))


Während nun der Weihnachtsmann, wie in vielen solcher Filme, die Zeit vorerst mal im Knast verbringt -immer wieder diese Skeptiker die einem nicht glauben, dass man der (echte) Weihnachtsmann ist- und aus den bösen Knastjungs einen zutraulichen Gesangsverein macht, hat Ernest alle Hände voll zu tun den Rauschebart da wieder raus zu holen.

Verkleidungen sind dabei immer hilfreich! Typisch für ihn auch der breite Grinser direkt in die Kamera, die weit aufgerissenen Augen, einige Grimassen und auch immer wieder mal etwas Slapstick! Der gefühlsduselige Weihnachtsfreund will alles dafür tun, dass es nicht die letzte Weihnacht bleibt.

Nicht nur Santas vergessener Geschenkesack -da kommt echt nur Klump raus- begibt sich auf eine eigene Reise, auch die Rentiere warten auf ihren Abflug! Und diese Angelegenheit wird mit den beiden Hornochsen vom Flughafen-Zolllager zum echten Running Gag... denn aus deren Arbeitsplatz wird schon bald ein Rentierstall, vor dem selbst die Veterinärbeauftragten davonlaufen! Als die Viecher auch noch abheben und die Decke unsicher machen, kommt es stets zum amüsanten Augenkullern - herrlich die Geräusche dazu!!

lightsremoteaction.com (Touchstone/Buena Vista)


Letztlich muss alles zusammenlaufen, Ernest so einige Film-Schlangen entsorgen, mit den kleinen Elfen Schlitten und Rentiere abholen, zu ein paar krachigen 80ties Effekten den Schlitten vor US-Abfangjägern retten -Lightspeed kommt da gerade recht- und dabei nicht auf Situationskomik vergessen. 


Auch wenn der Schnee bis zum Finale auf sich warten läßt, machte es doch Spaß dem Chaoten auf seiner Tour der Nächstenliebe, mitsamt effektvollen Ritt per Rentiere und Schlitten ins All, zu begleiten. Gewiss nicht mieser als manch neumodern aufgesetzte Produktion, hat die Sache definitiv 80ties Charme, angereichtert mit einer Kultfigur, und ihrem laut Regisseur besten Ernest-Film. (Auch wenn die allesamt nie recht weit über Durchschnitt raus kamen ;))

Bestimmt auf Listen mit den guten, sowie auch schlechtesten Weihnachtsfilmen zu finden, so hat er zumindest für mich als Nostalgiker gar nichts falsch gemacht! Auch die Abfolge verläuft reibungslos und mit den Albernheiten kommt man schon klar! Alle ach so seriösen Menschen machen aber bitte einen Boden drum - ihr Langweiler! ;)


So Ernest! Jetz bitte wiederhole dich und reiß in der Wohnung deines Freundes nochmals die ganze Elektro-Verkabelung aus der Wand!!
Was für eine geile (Heimwerker-)Aktion!! 
 

 







Das erste Adventwochenende, der erste Advent!

Von der Mutter schon einen selbstgebundenen Adventkranz erhalten, war ich sogar noch auf dem heimatlichen Weihnachtsmarkt - obwohl ich nun eigentlich nicht der traditionelle Adventmarktgeher bin. Sogar Glühwein mit meinen Bruder angesetzt, und wenn ich auch nur Vorkoster war, hab ich gewiss mehr als alle anderen die Nase rein gehalten! Und für die Trinker so gehaltvoll angerichtet, dass die leckere Mischung nicht nur das Vorglühen, sondern auch schon den finalen Abgang mit im Topf hatte!



Tja! Die Düfte und Stimmungen dieser Zeit können schon herrlich sein, so auch das persönliche Weihnachtsprogramm, dass ich euch nun gelegentlich unterbreiten möchte.

Zu längst vergangen Zeiten versammelten sich Leute/Familien um ein Feuer, heute schmeißt man stattdessen den Fernseher - oder den LED-Kamin - an um jene Filme zu zelebrieren, die wir persönlich mit den Festtagen verbinden.

Insbesondere wir Filmliebhaber!

Viele Leute haben sowieso ein Traditionsprogramm sich wiederholender Klassiker, ich hingegen bin jemand, der gern noch Ungesehenes entdeckt und sich nur ...alle paar Jahre wieder... die Klassiker reinzieht. Sonst könnte man denen noch überdrüssig werden, was ganz und gar nicht gut wäre.

Eigentlich hatte ich mal die Idee meine Top24-Weihnachtsfilme als Adventblog-Countdown runter zu lamettern, das hätte jedoch zuviel Vorarbeit und Zeit verschlungen. Stattdessen werd ich euch nun zeitgebens Filme aus der weihnachtlichen Keksdose unterbreiten und versuchen, diese die kommenden Jahre wieder zu erweitern. Vielleicht komme ich ja auch so auf meine Top 24! ;)
In Blogform, denn anderweitig hab ich die sowieso! 

Könnte demnach also sein, dass eure persönlichen Weihnachtsgranaten erst viel später auftauchen.


Für diese Zeiten haben sich auch Filme etabliert, die nicht direkt was mit Weihnachten zu tun haben, sich aber im Laufe der Zeit für den Dezember einzementiert haben - wie z.B. "Sissi", "Der Herr der Ringe", "Die Feuerzangenbowle" oder auch "Doktor Schiwago". Im Vordergrund stehen hier dennoch größtenteils Weihnachtsfilme.

Weiters passen in solch einen Rahmen auch sehr gut Winter- und Schneefilme - ihr wisst ich hab grundlegend einen Faible dafür - dann noch Fantasyfilme, -reihen, Märchen, Jesusgeschichten, Monumental-Epen und natürlich Liebesfilme. Wie ich finde, eignen sich aus nostalgischen Gründen ebenfalls (herzige) s/w Klassiker ganz hervorragend. Aber da hat jeder wohl seine eigenen Vorlieben!

Also wenn ihr nun mal angepunscht nach Hause kommt und den Abend noch ausklingen lassen möchtet, oder euch gezielt mit Kletzenbrot (Früchtebrot), Weihnachtskeksen, Makronen, heißer Schokolade oder Tee (auch abwegig mit Eierpunsch) EINGEDECKT auf die Couch schmeißt, könnte hierzu kongenial einer dieser Filme laufen! Besonders bieten sich auch freie gemütliche Nachmittage an, während draußen der Schnee fällt, oder ein schöner Abend mit der Freundin, der Familie... oder auch nur ihr, allein zu Haus... mit einem Weihnachtsfilm!! 

Ihr dürft mir gern mitteilen, ob ihr gewisse Rituale in diese Richtung habt, solch Sichtungen eher beiäufig passieren oder ihr euch Winterfilme zur Abkühlung gar für die wärmere Jahreszeit aufspart.


Ich selbst, verbreite nun mit meiner langsam wachsenden Liste etwas weihnachtlichen Glanz, liebreizenden Kitsch und hoffentlich auch etwas sentimentale Stimmung. Was nicht heißt, dass man sich dabei auch nicht mal gruseln darf, oder gar weihnachtliche Action den Abend eindeckt.

 

 

 

Gute Unterhaltung und noch vielmehr,
eine wunderbare (Vor-)Weihnachts-Zeit!




Zur bisherigen Übersicht gehts gleich mal unter diesem Banner...


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8. November 2015
Mission to Mars / Maze Runner / Need for Speed / Pride / Insel der Dinosaurier


Schönen Sonntag und einen guten Wochenstart! :)








Mission to Mars (DVD)
USA2000
Im Jahre 2020 schickt die Erde eine erste Erkundungscrew auf den Mars. Etwas geht jedoch schief als sie eine herausragende glänzende Spitze in einem großen Sandberg entdecken und sie mit einem Röntgengerät untersuchen wollen. Es bricht plötzlich ein Sandsturm aus, es bildet sich sogar ein Wurmgebilde aus Sand, welches alles aus der Umgebung in sich auf saugt und tötet. Luke (Don Cheadle) kann sich gerade noch retten und einen Funkspruch absetzten. Die Nasa entschliest sich ein Rettungsteam zu schicken.

Das Spannende an "Mission to Mars" ist die mystische Note, denn durch den Sandsturm wurde am Mars etwas freigelegt, dass so unkonventionell, wie fragwürdig ist und somit den ganzen Film über eine spannede Frage aufrecht erhält: Was ist das!? Und was hat es damit auf sich!
Auch wenn die Antwort (oder das visuelle Ergebnis) womöglich nicht jedermann erfreute, so halt ich sie für richtig gut! Nicht umsonst hat wohl Ridley Scott die exakt selbe Idee nochmals für Prometheus benutzt... Ein Volk das vor den Menschen auf einem anderen Planeten lebte, hat seine DNA auf die Erde gebracht und somit den Menschen erschaffen! Eine Schöpfungsgeschichte die in beiden Fällen im Wasser begann, wodurch durch deren zutun die Evolution entstand, die wir heute kennen.

Bevor man das sonderbare Teil auf dem Mars überhaupt erreicht, müssen so einige unerfreuliche Zwischenfälle durchlebt werden. Ein Kometenschauer schrammt das Schiff, es muss unter reichlich Dramatik geflickt werden, dann explodiert auch noch der hintere Schiffsteil durch ein Leck in der Brennstoffleitung… und schon bald steht die Rettungscrew ohne Transportmittel da!
Die Lösungen dabei, sind teilweise so elegant wie hanebüchen! Schon beim Leck reparieren ist es äußerst unnötig, das Jim aus einer Laune heraus vehement darauf verzichtet seinen Helm aufzusetzen! Und das nur aus einem Grund, um auf lächerliche Weise Dramatik rein zu bringen! Wenn man nicht grad solch Drehbuchmist auf den Zuseher losläßt, kommt sogar mitreißende Spannung auf, weil man nicht nur ruhig und ausgedehnt zum Atemanhalten verleitet wird, sondern sich auch der Score von Ennio Morricone wunderbar passend – dennoch unauffällig – dazu gesellt. Die Optik ist zwar teilweise ein Streitpunkt, gerade zu Ende, aber sowohl die Landschaftsideen für den Mars, die vielen Mechanikeffekte (Marsbasis und Raumschiffinnereien, wurde alles tatsächlich gebaut) sowie auch der computergenerierte Sandwurm sehen klasse aus!

Bei den Darstellern fand ich Connie Nielsen (Basic) und Don Cheadle am herausragensten. Auch Chris O`Connel bringt lockere Abwechslung hinein, auch wenn er als Astronaut klüger sein müsste, Tim Robbins bleibt recht unauffällig.
Gary Sinise wirkt mit seinen schwarzen Augen-Make-Up wie ein sonderbarer Vampir und kommt hier auch ansonsten nicht gut weg. Die kleine Rolle von Armin Mueller-Stahl als Vorgesetzer bei der Nasacrew am Boden ist auch erwähnenswert.

Regisseur Brian De Palma nahm sich in der langsamen Herangehensweise wohl einige bekannte Vorbilder (2001, Solaris) und wandert dabei zwischen langgezogenen, durchaus auch spannenden Balanceakten und etwas minimaler Action, die Mysteriöses offenbart. Wie ich finde auch eine tolle Auflösung gegen Ende bietet, mir hier jedoch einfach zuviel animiert war, aber alleine das Aussehen dieses ETWAS auf dem Mars doch buddhistische Züge offenbart und... das aus dem dritten Auge heraustretende Raumschiff (durch einen Energiekanal) schon was Besonderes hat!
Der Film war ein Flop und Regisseur Brian De Palma sogar für die schlechteste Regie (Goldene Himbeere) nominiert, wenn man es jedoch mal ruhig mag, ist der Film definitv kein Totalausfall. Immerhin hab ich nun schon zweimal gesehen und bei Zeiten wird er wieder mal im Player landen.

Gibts bei uns nur auf DVD, Bild zeigt den FR-Import (ohne dt. Ton).



Maze Runner (PayTV)
USA2014
Die erste Verfilmung dieser Roman-Trilogie schickt Teenager in ein uriges Labyrinth. Jeden Monat scheint unerklärter Weise ein Jugendlicher über einen Aufzug zu einer selbstorganisierten Gemeinschaft auf eine Lichtung geschickt zu werden. Umgeben ist diese Lichtung von hohen steinernen Mauern, das ein Labyrinth mit Monstern darstellt. Aus Angst (vor Verlusten) haben sich die rein männlichen Jugendlichen damit abgefunden keine weiteren Fragen zu stellen und ihr Tagwerk fürs Auskommen in der Gruppe zu verrichten. Der neue Thomas (Dylan O`Brian) will sich damit aber nicht zufrieden geben!
 
So beginnt die Sache gleich mal mit unzähligen Fragen, wobei der größte Teil Dramatik auf unlogische Weise eingebracht wird indem man einfach nie Klartext spricht! Jeder macht sich unnötig wichtig, anderweitig hat man sich aber scheinbar damit abgefunden, einfach nur hier zu sein. Geht natürlich gar nicht! Jeder Mensch würde sich Fragen zu diesem sonderbaren Gefängnis stellen und zumindest etwas zur Situationsabwechslung versuchen. So ist es auch nicht auffällig das Thomas sich hier auf seine neugierige Art einbringt, für den Film jedoch schon!! So wirkt das Drehbuch anfänglich doch recht pubertär, aber so nebenbei kommt doch eine interessante Note bezüglich Gruppendynamik auf. Einige typische Archetypen kommen raus, und wieder mal wird bemerkbar, dass der Mensch selbst eventuell die größte Gefahr sein könnte. 
 
Die "vordergründig" schlimmste Gefahr hier jedoch von den tecno-organischen Monstern im Labyrinth ausgeht, auf die man trifft, als Thomas wirklich alles durcheinander wirbelt! Überraschenderweise wird es hier für eine Teenager-Sci-Fi ganz schön horrorhaltig, als die Dämme des sich mechanisch verändernden Labyrinths sich öffnen und die Jugendlichen dessen Inhalt ausgeliefert werden! Teilweise ganz schön eklig und bizarr, wie sich das hier zu einem morbiden Spiel entwickelt.
 
Abenteuerliche Sci-Fi- und Kreaturenfans, mit einer Neugierde auf Rätsel, oder allen die sehen wollen wie sich Dylan O´Brian (The First Time) und Will Poulter (Wir sind die Millers) mal in "etwas" reiferen Rolle machen, dürfen gern einen Blick wagen! Das Ende ist der Beginn eines neuen Rätsels, das mit "Die Auserwählten – In der Brandwüste" auch schon 2015 ins Kino kommt. Wird bei Gelegenheit auch geguckt; dieser hier gefiel mir in diesem Teenager-Rahmenprogramm auch viel besser als die Bestimmungsreihe, da Sci-Fi und Monster einfach vielmehr meins sind!
 
 
 
Need for Speed (PayTV)
USA2014
Die Verfilmung der gleichnamigen Computerspielreihe versucht auf den Fast-Trip aufzuspringen und schickt dabei keine überzüchteten Asia-Boliden ins Rennen, sondern setzt auf edle Luxuskarossen und erlesene Muscle-Cars. Die Story ist leicht erklärt... man macht sich auf zu einem berühmten illegalen Straßenrennen, für das man beim Monarch (Michael Keaton als sowas wie ein Online-Radiosprecher) erstmal auffällig die Straße verunsichern muss um überhaupt zur Teilnahme auserkoren zu werden. Hintergründe zu einem alten Erzrivalen (Dominic Cooper als fieser Raser) und dem Bruch allerlei Bewährungsauflagen, spicken die Asphaltreise nochmals auf dramatische und stunthaltige Weise. 
 
So schlängelt sich hier Toby Marshall (Aaron Paul) nach einem Rennen zu Beginn, auf einem rasanten und zeitringenden Road-Trip über den langen Mittelteil des Films zum berüchtigten Rennen gegen Filmende. Immer dabei seine Kumpels aus der heimischen Werkstatt. Am dienlichsten sein Kumpel Benny, stets in der Luft um Toby als Adlerauge weite Blicke voraus zu sein! Tolle Idee, zu den weiters noch kreativen Kameraeinstellungen. Man liefert sich ohne Rücksicht auf Verluste reichlich, heiße Verfolgungsjagden mit der Polizei (Hot Pursuit), bricht so einige Gesetze und lässt ein paar Mal Autos abheben! Etwas Witz, ein Mythos um einen legendären Mustang und sogar ein Kopfgeld, gießt man neben all möglichen visuellen Anzeigen (wie im Spiel) noch als Zusatz in den Tank.      
 
Aaron Paul (Hoffnungslos verliebt, Breaking Bad) halt ich zwar großteils immer noch passender für den Mann aus der zweiten Reihe, als Frontracer Toby Marshall macht er sich dennoch ganz akzeptabel. Sein Zusammenspiel mit Imogen Potts, mit der er hier aufgedrängter Weise durchs Land cruisen muss, gefällt sogar viel besser als deren gemeinsames Stelldichein in "A Long Way Down". 
 
Also genauso unterhaltsam wie die Fast-Reihe; wenn man die nicht mag, riskiert man auch hier keinen Blick, wenn doch, ist man hier womöglich sogar noch besser aufgehoben! Zwar ohne tatsächlich mehr zu bieten, aber nicht zuviel Over-The-Top Action, weniger aufgesetzte Coolness und sogar mehr schlüssige Dramatik machen NFS etwas… weniger eingefahren? Ein Logikauge muss man natürlich genauso zudrücken, speziell wenn der hochtourige Mustang mit Spitzengeschwindigkeiten atemraubend durchs Land sputet und dann die Freunde in ihrem Geländewagen (The Beast) sogar noch vor diesen an Ort und Stelle sind! Hää!? Naja, egal! Unterhaltsam ist die Sache allemal… 

Fast 7 hab ich nun auch endlich geguckt, werde ich euch das nächste mal unterbreiten, der hatte auf alle Fälle mehr neg. Logikausgeburten als NFS!



Pride (DVD)
GB2014
Matt (Ben Schnetzer) und seine homosexuellen Freunde kämpfen in den 80zigern regelmäßig für Anerkennung und Rechte. Als Matt mitbekommt, dass die konservative Politik Englands nun auch noch die Gewerkschaft (der Bergarbeiter) in die Knie zwingen will, bemerkt er, dass die Regierung auch denen ihre Rechte aberkennen will und beschließt sie in ihrem Streik zu unterstützen! 
 
Dieser "Miners Strike" 84/85 ging tatsächlich in die Geschichte ein und war ein bedeutender Kampf der britischen Politik gegen die Rechte der Arbeiterklasse, der in deren Geschichte lange (negative) Folgen haben sollte. Hiermit wären wir schon beim einzigen Kritikpunkt des Films, denn die politische Seite dieses 1-jährigen Streiks kommt zuwenig deutlich raus, der Fokus liegt verständlicherweise vielmehr beim Aufeinandertreffen zweier völlig konträrer Gruppierungen, in einer Zeit wo nicht nur die Politik konservativ war! Und hierbei wurde alles herzergreifend richtig gemacht! 
 
Wenn hier eine Schwulen- und Lesbenvereinigung auf ein altmodisches, verschlafenes Dörfchen im britischen Wales trifft, sind amüsante aber auch ernsthafte Reibungen vorprogrammiert. Wäre kein Missgeschick passiert, hätte man die Unterstützung der Homosexuellen aufgrund von Scham, Stolz und Vorurteilen nicht mal angenommen! So kämpft eben jeder für seine Rechte, ohne in einer Zeit, in der AIDS noch als Schwulenseuche galt, sein Gesicht verlieren zu wollen. Aber das kleine Bergdorf kann jeden gesammelten Penny brauchen um den Winter über nicht auszuhungern. Und siehe da, das kleine Dörfchen hat nach erstem Beschnuppern sogar reichlich Herzlichkeit zu bieten! 
 
Auf ganz wunderbare Weise erleben wir mit, wie sich die beiden Gruppen gegenseitig bereichern und langsam das Eis ihrer Vorurteile und gesellschaftlichen Ängste bricht. Es steht zwar (auf beiden Seiten) immer wieder jemand gegen diese Unterstützung auf, aber ein Kern offener und toleranter Menschen brechen gekonnt und beeindruckend die zwischenmenschlichen Barrieren. Und das auf so erfrischende und ergreifende Weise, dass man nur perfekt unterhalten sein kann! 
 
Hier wechselt der Film ganz wunderbar zwischen ernsten Tönen und wunderbarer Partylaune! Als die Homosexuellen im tristen Vereinshaus der Männer-Bergzunft mal zeigen, dass man nicht unbedingt schwul sein muss, um mit Tanzen Frauen zu beeindrucken, schmilzt auch bei denen der Widerstand! Diese tolerante Offenbarung wird nur noch getoppt von den alten illustren Damen, die sich kichernd in Londons Schwulen-Discowelt zwischen Lack- und Latex die Nacht um die Ohren hauen! Recht witzig auch die hilfreichen Tipps im Umgang mit der Polizei, immerhin haben die Homosexuellen schon reichlich aktivistische Erfahrung! 
 
Hier wird also um viel mehr gekämpft als nur die Rechte der eigenen Seite, was sich auf ganz amüsante Weise so wunderbar solidarisch zusammenfügt, dass man nur von einem historischen (zwischenmenschlichen) Meilenstein sprechen kann; das erwähnte Flaggen-Bild im Film, in dem einfach zwei Hände ineinander greifen, könnte symbolisch nicht besser für dieses Unternehmen, den ganzen Film, stehen! 
 
Nicht nur der 80ziger Zeitgeist wurde in Kulissen- und Mode hervorragend getroffen, auch einige Land- und Luftaufnahmen bieten schöne visuelle Schauwerte abseits der demonstrativen Tätigkeiten. Der Soundtrack, der auch die Hüften der ältesten Knochen zum Schwingen bringen wird, kann nur als kongenial bezeichnet werden; die musikalischen Momente sind hier sowieso nochmals das genüssliche Salz im knalligen Süppchen.  
 
Bill Nighy (Tatsächlich Liebe, Best Exotic Marigold Hotel) toppt sich wieder mal selbst und Imelda Staunton (Taking Woodstock, Dolores aus Harry Potter), die oftmals in bissigen Rollen auffällt, darf hier ihre energische Überzeugungskraft mal ausgelassen und keck für die positive Seite einsetzten. Dominic West (Rockstar, John Carter) verkörpert einen der ersten AIDS-Patienten und Joseph Gilgun (Rudy aus Misfits) zeigt mal ganz ungewohnt, zurückhaltendes Talent. Aber auch alle anderen wie George MacKay (How i live now), Jessica Gunning, Paddy Considine (The Worlds End), ... spielen ihre Rollen absolut glaubwürdig und Ben Schnetzer passt also Frontmann sowieso perfekt in seine homo-punkige Style-Montur. Das gesamte Ensemble teilt sich die Spielzeit wunderbar untereinander auf und schafft es gekonnt für jede ihrer Figuren Interesse zu entwickeln. Da bleibt sogar noch gekonnt Zeit für vereinzelte Familien- und persönliche Probleme oder sogar Coming-Outs. Da bleibt der Homophobie letztlich nichts anderes übrig als das Schlusslicht zu stellen.
 
Ein wunderbares Feel-Good Movie über Solidarität und bereichernde Freundschaften, lässt ein tristes und konservatives Zeitfenster mitsamt Bergdorf dahin schmelzen, und zwar so, dass auch politisch etwas in Schwung kommt. Lauter liebenswerten Figuren, reichlich charmanter Witz und dem finalen Kreischen einer alten Dame: "Wo sind meine (veganen) Lesben!"
 
Im Bonusmaterial findet sich auch noch eine tolle Doku zu den realen Figuren dieses Ereignisses.  
 
 
 
Unknown Island (DVD)
USA1948 – Insel der Dinosaurier – Insel des Grauens
Anfänglich durchaus interessant, da sich in einer Spelunke in Singapur getroffen wird um einen Kapitän anzuheuern und dabei gleich einige fantastische Geschichten vom Stapel gelassen werden. Ted Osborne (Philip Reed) war im zweiten Weltkrieg vom Kurs abgekommen und überflog eine Insel die sonderbare Kreaturen beherbergte! Nun will er zurück, um die auf keiner Karte verzeichnete Insel, zu erkunden. Die nächste tolle Geschichte schlägt gleich zu Buche als der bekannte Trinker angeheuert wird, dem zuvor keiner glauben wollte, als er immer wieder Monster-Geschichten davon erzählte,… er kam bei einem Segelturn in einen Taifun, sie wurden in einen Strudel gezogen, dass Boot zerschellte und er fand sich auf dieser Insel wieder! Nun ständig am Trinken um die Erlebnisse zu vergessen! Da sich seine Geschichte aber nun mit der von Osborne deckt, schenkt man ihm glauben und will ihn dabei haben!
 
Fängt also spannend an, aber sobald man sich auf der ominösen Insel einfindet, wird’s leider völlig  langweilig! Die Studiokulissen übertrumpfen ganz schrecklich, dahinter die gemalten Hintergründe um Weite hinein zu bringen wo keine ist und die Kostüme der Monster, na ja, für die 40er Jahre wohl OK, aber in Kombination mit den lahmen Kulissen einfach gar nicht charmebeladen! Ein Zeltlager wird aufgeschlagen, die Crew des Schiffs meutert, weil sie keineswegs auf die verrufene Insel wollte, der angeheuerte Cap. Tarnowski dreht immer mehr durch, und sucht zwischenzeitlich in seinem auftretenden Malaria-Wahn auch nur noch die Whiskeyflasche! Die Monster sind von einigen T-Rex Kostümen (ja sogar von Herden ist die Rede) bis hin zu größeren Echsen am Boden, wenig ideenreich. Ein haariges Monster soll es laut Fairbanks (der Trinker, gespielt von Richard Denning) noch geben, welches bei mords langatmigen Anschleichen aus den Büschen kriecht und aussieht wie eine Mischung aus Affe, Wildschwein und Werwolf! 
 
So taucht zwischendurch immer wieder mal eines dieser Kostüme (..ehm.. Monster) auf, tötet einen Statisten, und sorgt für etwas künstliche Angst, während das Team versucht wieder von der Insel weg zu kommen. Jedoch ist das, dem von Anbeginn an ruppigen Capt. Tarnowski, nicht mehr recht, weil er plötzlich auf die Idee kommt eine dieser Bestien lebendig zu fangen und mitzunehmen! Verbunden mit der Tatsache, dass Osborne seine Bilder/Fotografien teilweise schon wichtiger sind, als Menschenleben, erinnert das doch etwas an King Kong. Nur das hier nicht das haarige Monster die einzig mitgebrachte Lady Carole (Virginia Grey) entführt, sondern der austickende Kapitän! 
 
Letztlich darf das Affenmonster mit dem gleichgroßen T-Rex kämpfen, während Fairbanks und Carol auf ihrer Flucht davor immer mehr turteln. Also etwas durcheinander an allen Fronten, jedoch keineswegs atemraubend! Dazu sind die Kulissen und Kostüme einfach zu uninspiriert und jegliches Monsterauftreten zu lang gezogen inszeniert! Man merkt leider ständig die Künstlichkeit, es fehlt hier einfach an echter Umgebung, dann wäre vieles nur halb so schleppend. 
 
Die deutsche Synchro ist zwar halbwegs akzeptabel, aber besonders bei Capt. Tarnowsky, der wie ein verächtlicher Will Ferrel klingt, und Carole, auch mit bekannter Frauenstimme, einfach zu laut und zu rüde synchronisiert. Das Bild der DVD ist eigentlich recht mies, wobei die damalige schleicherhaft wirkende Weichzeichnung als Stilmittel durchaus Charme hätte – leider nicht mit dem restlichen FEHLENDEN Charme konform geht.



zuvor gesehen:
Evilspeak / Dead Rising



Weiterführende Blogs:
Review Maze Runner by Quantum Storm


 


Coverbilder: bluray-disc.de, amazon.de


Evilspeak / Dead Rising: Watchtower

Ihr habt in meinem ersten H A LL O W EE N - Blog aus 4 weiteren Filmen gewählt welchen ich mir noch ansehen soll. Und hier ist er nun!

Hab dazu einen neuen Blog gestartet und gleich noch eine weitere Sichtungen hinzugefügt.  





Evilspeak (DVD)
USA 1981 - Der Teufelsschrei
Im Spätmittelalter (so um 1540) wurde der Satansanbeter Esteban von der Kirche verbannt. Sein Sarg befindet sich heute unendteckt unter der Kapelle einer Militärakademie. Als der Schüler Stanley Coopersmith (Clint Howard) zur Strafarbeit wieder mal das Kellergewölbe aufräumen soll, stößt er auf einen geheimen Raum mit unzähligen okkulten Schriften. Da er von seinen Mitschülern heftig schickaniert wird, widmet er sich aus Rachegründen diesen Werken und beginnt schwarze Messen abzuhalten…
 
So beginnt er gleich mal ein satanisches Buch per Schulcomputer zu übersetzen, der dann auch bald sein Eigenleben entwickelt und ihm folglich sogar von Geisterhand befehligt was er zur Auferweckung des Teufels noch so benötigt. Zwar nicht immer ganz logisch, aber ok, hier sind eben dunkle Mächte im Spiel! Wobei die Frage, wo er nur eine Hostie auftreiben soll aber sehr fragwürdig ist… da er sich in einer Kirche befindet! 
 
Der Film Evilspeak ist im Grunde vorerst vielmehr ein Drama in dem es viel um Erniedrigung geht, denn Coopersmith wird wirklich von allen herumgeschupst, sogar die Auszubildenden haben es auf ihn abgesehen. Nur ein Mitschüler ergreift Stimme für ihn und auch der Koch scheint es in einer zwischendruch mal wohligen Szene gut mit ihm meinen; er schenkt ihm sogar einen süssen Welpen – was er lieber nicht hätte tun sollen!
 
Die Horrorelemente sind als Okkultes drüber verstreut, angefangen von den magischen Büchern bis zum kerzenübersäten Geheimraum, der durch das Kellergewölbe reichlich Finsternis versprüht. Hier richtet sich Coopersmith eigentlich einen schicken Rückzugsort ein, so könnte man es sehen, da ihn die Welt da oben, nicht haben will. Leider ist die Stimmung recht unterkühlt, da die Optik mehr einem 70er-Film gleicht und auch der Score gleichermaßen zu den tristen Kellermauern passende Gothic-Klänge darbietet, wenn auch recht gut dafür geeignet!
 
Irgendwie erinnert das Ganze an CARRIE, denn da ging man auch erst gegen Ende in die Vollen. Mit den blutigen Effekten hielt man sich vorerst nämlich reichlich zurück, erst die letzten 10 Minuten lassen alles rausbrechen und nicht nur eine loderne Feuersglut in der Kirche aufsteigen, sondern auch eine geballte Entzürntheit – Clint Howard schwebt mit einem (Damokles-)Schwert durch die Kirche! Gefolgt von Wildschweinen unter seinen Füssen, die sich genauso seiner Mitschüler annehmen! Da wird nun alles an Blut und Gore vom Stapel gelassen, was man sich zuvor aufgespart hat! 
 
Eine kleine Entschädigung in den doch eher kargen 90 (aus 100) Minuten Vorgeschichte – die dafür mehr charakterhaltig ist -  ist das Blankziehen der Sekretärin (Lynn Hancock)… leider sind die Schweine auch mit ihr auf Kriegsfuss.
 
Clint Howard, den es hier zwischen Strafarbeit und Schikane in die Katakomben zieht, legt paustbäckiger als sonst eine erstaunlich gute erste Hauptrolle hin. Aussehenstechnisch kann man über den Nebenrollenprofi sagen was man will – als Ekel bleibt er einem irgendwie mehr in Erinnerung – eignet er sich hier sehr gut für die Außenseiterrolle des gemobbten Rächers!
 
Konnte mich leider dennoch nicht dafür erwärmen. Ohne die (damals) von der Freigabe kritisierte Schlussszene, wäre der Titel heute wohl noch weniger in Erinnerung geblieben. Ich will FAST sagen, ich wäre auch ohne Sichtung ausgekommen, muss dazu aber darlegen, ich bin auch kein großer Carrie-Fan (76)! Also vielleicht liegt ja hier jemand anders richtig. Obwohl, etwas 80er-Computergrafik mit gruseliger Elektro-Eigenart geparrt mit mitterallterlichem Keller-Kerzenlicht sieht man auch nicht alle Tage!
 
Die Langfassung auf DVD (VMP – schickes minimalistisches Digipack) erweitert den Titel nochmals um einige unnötige Szenen und zieht dabei den Dramapart nur nochmals in die Länge. Die Bildwechsel von akzeptabel zu noch schlechteren visuellen Zusatzszenen, störten zusätzlich den Filmgenuss. Hoffentlich wird die kommende Blu-Ray da viel ausmerzen – andere werden sich freuen.
 


 
 
Dead Rising (DVD)
USA2015 – Watchtower
"Dead Rising: Watchtower" basiert wie die Resident Evil Filmreihe auf einem Videospiel. Weil ich hier im Gegensatz zu RE (damals auf der PS) keinerlei Spielerfahrung besitze, schreckte mich eine Sichtung vorerst etwas ab, da der Film aber mehr ein Ableger (Spin-Off) des Spiels sein soll – hätte man das erste Spiel verfilmt wäre es nämlich eine skurill-blutige Dawn of the Dead Einkaufstour geworden - und auch von manchen Seiten versichert wurde das der Film auch unabhängig recht gut funktioniert, war der Weg für eine Sichtung offen. Obwohl ich mir sicher bin, dass die Gamer hier bestimmt noch etwas mehr Spaß durch Insidergags finden… als Bsp. dem übergroßen Legokopf (wie ich gelesen habe)… mal gucken was der Film alleinstehend kann…
 
In den Staaten kommt es regelmäßig zu Zombieseuchen, dass Medikament Zombrex hat die Sache aber gut eingedämmt und läßt selbst bei angesteckten Personen den Virus nicht ausbrechen. In diesem brennenden Thema sucht auch Reporter Chase Carter (Jesse Metcalfe) seine große Story mitsamt Durchbruch. Sein (Pseudo-)Vorbild Frank West (Rob Riggle) - der Held des Videospiels - ein Journalist der während einer Zombieepidemie zum Helden einer ganzen Fernseh-Nation wurde indem er tausende Untote killte und auch noch ein Buch darüber schrieb, lässt auch Chase auf naive und egoistische Weise, auf blutige Zwischenfälle hoffen. Da das Medikament neuerdings seine Wirkung verliert und es in einer ganzen Stadt erneut zum Ausbruch mit bissigen Folgen kommt, findet auch er sich bald in einer von der Regierung völlig abgeriegelten Stadt/Quarantäne-Zone wieder! Seine Chance ist da! Oder ist die Realität nun doch erschreckender als die erhoffte Puplicity?
 
Ein Film der gleichmal eine breite Spanne zwischen Seriösität und Humor hinlegt, deshalb, weil Score und dazugehörige Stimmung recht ernst und auch gleichmal richtig gut sind, ja sogar kritische Töne in Bezug auf Regierung, Militär und Pharmainteressen legt die Videospieladaption hin, andererweitig sind weitere Ideen aber bewusst absurd, es steht viel irrsinnige Selbstjustiz(-moral) mit reichlich Mad-Max-Attitüde am Plan, die ganzen Requisiten werden im famosen Mix als Waffenarsenal genutzt und die Schauspieler haben zwar gewiss Spass an ihren "seriösen" Rollen, sind aber zu KEINERZEIT für voll zu nehmen!!! Diese breite Darlegungskluft ist also genaus groß wie die Effektdarstellung, von billigen und übertriebenen CGI-Blut-Gespritze bis hin zu coolen handgemachten Effekten, man sehe Bonzo den Clown (seinen Unfall) oder weitere (Zombie-)Outfits! 
 
So hat man zwei Filme die eigentlich nicht vereinbar sind, es sei denn man sieht das Ganze als atmosphärischen Partyspass!! 
 
So schlägt es drei vorerst unbekannte Menschen, Chase (Jesse Metcalf), Crystal (Meghan Ory) und Maggie (Virginia Madsen) durch die Quarantänezone einer niedergehenden Stadt in Oregan, während Chases Kamerafrau Jordan (Keegan Connor Tracy) außerhalb der Zone versucht das Militär (Dennis Haysbert als General Lyons) zu Rettungsversuchen zu überreden, die jedoch lieber gleich mal einen Countdown von 48 Stunden starten nach dessen Ablauf sie die infizierte Stadt wegbomben – hier wird nicht lang moralisch gefackelt! Ein brisanter Konflikt bleibt nicht aus. 
Chase sieht nicht nur seine Chance in die Medien zu kommen, auch in seiner neuen Begleitung Crystal sieht er Hoffnung fürs Überleben, da sie einen Impfstoff aus privater Quelle besitzt der noch wirkt! 
 
Im baldigen Clinch mit wahnwitzigen Bikern, und na klar, Zombies, lässt die Tortur weder Blutfontänen, reichlich Ironie noch pseudodramatische Arrangements aus. Der Film legt auch sofort los und gibt erst später etwas Zeit um sich im Pfandhaus – in dem einfach nur geiles Zeugs rumliegt – bei O-Saft und Erdnussbutter/Marmelade-Sandwiches neu zu sortieren. Coole Kamerafahrten, lässige Luftaufnahmen und verschiedenste Blickwinkel-Perspektiven machen das ganze zum rockigen Zombie-Breaktrough(bahnbrechend, Durchbruch, Durchstich)! Zwar später für manche eventuelle Längen bereithält, für Stimmungsfreunde aber stets kurzweilig bleibt. Außerdem ist es irgendwie unterhaltsam, zuzusehen, wie Chase sich angebunden an einen Stapler befreien soll, zeitgleich ein explosiver Gaskanister ausströmt, sich neben anderen Zombies auch ein brennender Untoter nähert und ein zusehender Vagabund währendessen versucht sich mit einem Flammenwerfer ein Hühnchen auf seiner Heugabel zu grillen! 
 
Meghan Ory macht zwar eine "gute Figur" wenn sie als taffes Girl die Situationen so lässig wie manch Kettensägen schultert, bleibt aber genauso blass wie Virginia Madsen als gescheiterte Mutter. Jesse Metcalfe darf seine Gartenarbeiten in der Wisteria Lane mal niederlegen (war seine Rolle in Desperate Housewives) und mit allerlei Kombi-Waffen wie einem Elektro-Schwert oder einer Katana-Schaufel (ok, die verwendet mehr Crystal) den Zombies ans Eingemachte zu gehen, wobei ihm gegen Ende des Films seine bekannte Rolle dennoch einholt, als er zum Finalschlag aus einem Bus für Gärtnereibedarf, mit Gartentrimmer und Heckenschere (kombiniert!) aufkreuzt! Sein Highlight im Film ist aber definitiv die One-Shot Aufnahme (in einem Zug ohne Schnitt gedreht) in der er bewaffnet bis über beide Ohren (Golfbag mit unzähligen Schlagwerkzeugen und im Griff eine Vorschlagsäge!) wie ein Rockstar Zombies niedermäht - und die dazugehörige lange Kamerafahrt zur visuell kreativen Actionpassage wird!  
 
Also ist der Film irgendwie so gut wie auch schlecht, wenn man die Kreuzung aus Militärthrill, Pseudodrama, Medientrubel, seinem seriösem Unterton angereichert mit satirischem Wahnsinn und allerlei schräger Einlagen verträgt, hat man wohl definitiv seinen Spass! Wenn man also die Tour nicht ernst nimmt und auf (Ausnahme-)Stimmungen steht, macht man mit der aberwitzigen Mischung nichts falsch - die breite Wahrnehmungsspanne muss man sich symbolisch eben wie die Waffen im Film MIT REICHLICH KLEBEBAND zusammenschustern!
 
In die Sammlung würde der Titel erst wandern, wenn zum guten Preis mal ein Duo, oder eine Trilogie mit weiteren aberwitzigen Ablegern bereitsteht; immerhin ist das Ende schonmal für eine Fortsetzung offen. Die nebelige Optik (kein echter Dunst) war noch auffällig - die könnte etwas stören, weiß nicht ob das allgemeines Stilmittel ist, oder nur die DVD betraf?








Coverbilder: bluray-disc.de


Zombiber / Trick or Treat / The Hole


Dieser Halloween-Sichtungsblog darf wieder mal mit dem alten Banner auftricksen, natürlich aus nostaglischen Gründen, und nicht weil ich grad keine Lust hatte einen Neuen zu kreieren! 

Also hier wieder mal die Filme, die ich heuer auf den Run to Halloween geguckt habe. Da ich das schaurige Fest dazu nutze mir ein passendes Programm zu genehmigen. 

2013 hab ich damit begonnen, zu diesem ersten Special guckte ich:
 
2014 gabs sogar einen Doppel-Blog zum lockeren Gruseln:





Zombiber (DVD)
USA2014
Jenn wurde von ihrem Freund betrogen, weshalb sie für reichlich Abstand mit ihren 2 Freundinnen ein Wochenende in der Natur verbringen will. Nachdem der erste Terror, keine Handyempfang(!), mal überstanden ist, tauchen leider nicht nur deren männlichen Freunde überraschend auf, sondern auch verseuchte Biber die zum Angriff übergehen... aber nicht zu töten sind!!
 
Der Film legt es in jederlei Hinsicht darauf an, die klassischen B-Klischees auszuschlachten, heißt, die Sache beginnt gleich mal mit einen Medizin-/Giftfässchen das vom Laster kippt um irgendwo irgendetwas durch grüne Flüssigkeit zu verseuchen, in diesem Fall eben BIBER; dazu gesellen sich dann die bewussten Logikwunderlichkeiten, also reichlich Trash, eine Bagage Teenager und eine Blockhütte am geliebten See darf natürlich auch nicht fehlen. Man mische noch reichlich Splatter hinzu, als Aufhänger eine Beziehungskrise, sowie einen Landsmann im Jägeroutfit. Fertig ist Zombiber!
 
Wenn man solch alte Perlen liebt würde man meinen, dass einem auch Zombiber gefällt, aber leider stellt sich durch die künstliche Aufwärmung von allem Bekannten vorerst mal reichlich Ermüdung ein – weil einfach die Stimmung fehlt. Erfreulich ist aber, dass die doofen Teens nicht zu schrecklich die Nerven des Zusehers strapazieren, die Umgebung einfach klasse ist und die meisten Effekte erfreulicherweise alte Schule! Die vergifteten Biber mit ihren blau-leuchtenden Augen wurden sichtlich durch Animatronics zu gefräßigen haarigen Dingern und auch bei den Splattereinlagen wurde reichlich realer Ekel verbreitet. Es wurde zwar einiges billig mit CGI aufgemöbelt, aber der Großteil ist mechanischer Natur.
 
Spannend wird’s dann leider erst die letzte halbe Stunde, indem ein paar abstruse Ideen einem doch wieder die Verschlafenheit aus dem Gesicht wischen, als deren ansteckende Seuche auch auf den Menschen übergeht! Da vergeht den Teens sogar deren eifriger Sextrieb! Wenn diese intelligenten Viecher außerdem mordsbelustigt kichern, wenn sie dir mutwillig und bösartig einen Baum auf die Straße werfen, dann darf man auch selbst etwas kichern - was für strategische Rabauken! 
 
Ich muss sagen, die letzte halbe Stunde, dieser kurzen 70 Minuten, retten diesen Neo-Tierhybridhorror noch recht gut vorm Reinfall. Meine Highlights waren noch das schicke Intro, für das man sich kreative Mühe gegeben hat, und der beste Darsteller von allen, der ultralässige Hund! (zu dem: Was für ne Sauerei!)


 
Trick or Treat (Blu-Ray)
USA1986 – Ragman
Nun endlich hab ich auch diesen Halloweenstreifen gesichtet, denn oft habt ihr ihn mir schon nahegetragen, bzw. ihn passend zur spookigen Nacht erwähnt; und nun neben dem Schreiben der Review, höre ich auch dazupassend den Soundtrack – die Hard Rock Nummern gingen nämlich ins Ohr!
 
Der Teenager Eddie (Marc Price) fristet ein total zurückgezogenes Leben, zuhause in seinem rustikalen Dachgeschoßzimmer hängen die Poster allmöglicher Hard Rock Bands von den Holzbalken, aus seinen Boxen klingt der Metal und die Gedanken sind bei seinem Idol, dem Heavy Metal Bandleader Sammy Curr (Tony Fields)! Der in seiner Musik furchtlos gegen alle Konventionen der Gesellschaft aufbegehrt, etwas das Eddie genauso brauchen könnte, da er in der Schule der schikanierte Außenseiter ist. So schlimm, dass ihm selbst Suizid eine Überlegung wert ist. Als dann auch noch sein Idol in einem Zimmerbrand umkommt, stürzt seine Welt nur noch mehr ein. Ein ihm bekannter Radiosprecher (Gene Simmons) hält jedoch eine Überraschung für den Jungen bereit: die letzte unveröffentliche Platte von Sammy Curr!
 
Und die hat es in sich! Sie enthält nämlich obskure Botschaften und lässt den Jungen mit Unterstützung finsterer Kräften, schon bald den Kampf gegen seine Peiniger aufnehmen!
 
So bahnt sich dieser Süsses- oder Saures-Vertreter seinen Weg zur finalen Halloween-Party in der Schule (und sogar erfreulicherweise noch darüber hinaus), gesäumt von Vergeltung, die durch die schwarzen Mächte dann doch aus dem Ruder läuft. Vorerst freut sich Eddie über die Hilfe seines Idols aus dem Schattenreich, doch so wie sich das Abspielen der Platte mit den Botschaften verselbstständigt, so entwickelt auch die Rache ihre bittere Eigendynamik. 

In der High-School, wo es Curr eigentlich zu Lebzeiten verboten wurde zu spielen da laut Medien und Kritikern seine Shows die Jugend zu negativ und abgründig beeinflussen, nachdem er jedoch durch Eddies Boxen wieder reale Gestalt annimmt und im bizarren Lederoutfit von den Toten zurückkehrt - wie eine auferstandene Krähe - lässt er sich auch diesen explosiven Auftritt nicht nehmen! Die Körpersprache, des tatsächlich zu früh verstorbenen Tony Fields ist übrigens klasse. Gerade beim Auftritt rockt er mit seiner körperlichen Gestikulierung das Schulparkett so richtig weg; da sind die effektvollen Blitze aus der E-Gitarre - zum Rösten des Publikums - nur eine nette Draufgabe! Stets unterlegt vom 80er Jahre Metalsound der Band Fastway, die gekonnt zahlreiche Songs beisteuert und mit dem Ohrwurm Trick or Treat Sammy Curr richtig gut aussehen lassen.
 
Was Eddie zuvor also noch hilfreich zur Seite stand, muss er jetzt aufhalten! Sein nerdiger Kumpel Roger (Glen Morgan) ist ihm zwar weniger hilfreich, aber die liebevolle Leslie (Lisa Orgolini), die es ihm zuvor vermeintlich unerreichbar angetan hat, steht ihm nach einigen Irrungen dann doch zur Seite. Der Kampf kann also noch gekonnt über die Party rausgehen!
 
Marc Price als Eddie wirkt etwas blass und das nicht nur wegen seines Grufti-Teints, aber mit der Laufzeit kann man ihn liebgewinnen, besonders aufgrund seines dazupassenden Außenseiterstatus und dem Mut, auf seiner Schule wohl der einzige grungige Alternativling zu sein. Das einzig auch heute noch bekannte Gesicht, ist der Schulschnösel und größte Widersacher von Eddie, Tim (Doug Savant - Desperate Housewives) der in der ersten Filmhälfte genug Schikane für Eddie bereithält, was dem Film doch auch etwas dramatischen Tobak verleiht.
 
Die Stimmung ist wunderbar düster, dunkel gehalten; der Film geht es dabei gemütlich und nur schrittweise an - erfindet dabei inhaltlich gewiss nichts neu - bleibt dabei aber stets stimmungsvoll. Gegen Ende erinnert er mit der Elektroswitch-Methode sogar etwas an Cravens "Shocker" doch der kam erstaunlicherweise erst später - 89!
Die wunderbare analoge 80er Jahre Optik ist grundsätzlich (verdammt) erlesen, weitere blitzartige Effekte und handgemachtes Morphing von Gegeständen, oder dem Manifestieren dämonischer Mächte, sowieso einige gruselige Lichteffekte fallen genauso gut zu Bilde wie gelegentliche Stunts - nicht nur das Plattenteller dreht sich wie von Geisterhand, auch Autos haben ihren eigenen dunklen Willen! 
Blutig fällt die Sache nicht aus, einiges wird verkokelt und vieles bis zur bedrohlichen Spitze nur angedeutet, die böse Note dringt aber dennoch "fantastisch" durch und hält mit Spannung sowie elektrisierenden Effekten wunderbar bei Laune.  
 
Obendrein gibt es in diesem Metal-Horror Mix Gene Simmons in einer Minirolle als Radiosprecher und Ozzy Osbourne darf in einem Cameo als Fernsehprediger verquerer Weise sogar den Metal verteufeln. Übrigens kommt er nochmals in einer kurzen After-Credit Szene.
Die wunderbare kleine Blu-Ray Hartbox gesellte sich also denkwürdig im Halloween-Monat zur Sammlung und wird gewiss noch öfter durch den Player laufen!
 
Bildtechnisch wurden zwar viele Verunreinigungen nicht entfernt, das Bild hält sich jedoch auf hohem DVD-Niveau. Der Schärfegrad bleibt also nur angemessen eines 80ties Films, bleibt aber gut, ich will mich keineswegs beklagen. Beim Ton gibt es 3 deutsche Tonspuren die sich zwar stimmlich nicht wirklich unterscheiden, aber vom Klangbild hörbar etwas unterschiedlich abgemischt wurden. 
 


The Hole (Blu-Ray)
USA2009
Die Brüder Dean (Chris Massoglia) und der noch viel jüngere Lucas (Nathan Gamble) ziehen mit ihrer alleinstehenden Mutter (Teri Polo) nach Bensenville, um wie schon so oft vor ihrer Vergangenheit zu fliehen. Als die Brüder im Keller ihres Hauses eine tiefes Loch finden, das keinen Boden zu haben scheint, weicht auch die benachbarte Teenagerin Julie (Haley Bennett) nicht mehr von ihrer Seite um das ominöse Rätsel um diese Luke zu lösen. Doch dann häufen sich gruselige Vorgänge und die Angelegenheit wird immer gefährlicher.

Joe Dante liefert damit wieder mal einen eher familären Kinder-Gruselfilm ab – nicht für Kinder, sondern mit Kindern -  und reiht sich mehr zu seinen Hits wie "Gremlins", "Meine teuflische Nachbarn" und stimmungstechnisch aufgrund der Kleinstadt-/Vorgartensiedlung und Kinderdarsteller in Richtung "Small Soldiers" ein... weil sich auch hier der herangewachsene Teenager etwas in das Nachbarsmädl vergucken darf, eine Liebesgeschichte bleibt jedoch ausgespart.
Vorerst scheint das undurchsichtige Kellerloch mal etwas Spannung in die ruhige Gegend zu bringen und die Kids bei Laune zu halten, doch mit dem Auftauchen eines kleinen (toten) Mädchens, mit gespenstischer Schminke und schaurig abgehackten Gang, und dem lebendig werden einer Harlekinpuppe, beginnt schön langsam der geheimnissvolle Grusel zu wirken.

Nicht nur das neue Heim wird zum kleinen gruseligen Horrorhaus gemacht, auch ein paar weitere Kulissen sind ganz gut gelungen! Die Kleinstadt hinkt im Look wunderbar der Zeit hinterher, das Lampenzimmer auf dem alten verfallenen Firmengelände strahlt nicht nur durch Bruce Dern (als Creepy Carl) rustikalen Charme aus und der letzliche Brooklyn-Hades hat auch etwas Wunderland-Surreales! Ein paar tolle Kameraeinstellung oder Eindrücke wie die simple Schattengestaltung mittels Ventilator, sowie die gemächliche Herangehensweise schaffen mit der Filmmusik eine tolle Stimmung. Auch so Kleinigkeiten wie das ausstaffieren des Kellers mit lauter Weihnachtsbeleuchtung um sich dann zusammen auf die Lauer zu legen, hat etwas Besonderes. Da schmeißt man sich gern auf einen Haufen dazu.

"The Hole" ist auch nicht blutig, viel eher angsterfüllt! Die Monster oftmals subjektiver Natur, genauso wie die Hölle für jeden anders aussehen mag. Ein tiefes schwarzes Loch ist jedoch schonmal eine gute Metapher dafür. Das letztliche Auflösungkonzept mag zwar nicht neu sein, aber immer noch eine gute Idee!

Fand ich also sehr gut! Ich mag aber auch Small Soldiers und Konsorten, und so Kleinstadtgrusler (auch mit Kindern) sind bei mir immer gern gesehen. Die Kids spielen auch gut und nerven keineswegs; auch wenn der große Bruder vorerst recht ruppig mit dem Kleinen umgeht, aber das soll eben auch schon Hintergrund haben. Langsamer aber wunderbarer Spannungsaufbau, reibungslose Inszenierung, gemütlicher Charme und dadurch auch ein genauso gemütlicher Grusler, ohne jetzt nur irgendwie horrormäßig zu stressen. Tja, und der gute alte Dick Miller guckt wie gewohnt auch mal überrascht bei der Tür rein. Ich freu mich schon wieder auf einen neuen Dante-Film!






Das war es VORERST....


Dann hab ich noch eine neue Serie geguckt, die Lust auf die dazugehörige Filmreihe machte, aber die werd ich (nach Abschluss) nun doch seperat veröffentlichen.

Einen Film aus meiner Horrorsammlung möcht ich mir aber die Tage noch ansehen, heute, morgen.... und ihr sollt bitte wählen!! Ihr dürft/sollt mir zwei (bevorzugte) Titel aus der unten angeführten Auswahl nennen; den Titel mit den meisten Nennungen werd ich dann die Tage zum Halloween-Ausklang noch gucken und hier als Kritik nachreichen... zur Auswahl stehen:



  • Die Comtesse des Grauens
    (Vampirgrusel aus den Hammer-Studios)
    GB 1971







  • Dead Rising
    (Computerspiel ZOMBIE-Verfilmung)
    USA 2015






  • Horror-Express
    (Christopher Lee & Peter Cushing im transsibirischen Express, während der Tot erste Klasse fährt)
    GB, SPA 1973







     
  • Evilspeak
    ("Der Teufelsschrei" mit Clint Howard und satanischen Computer)
    USA 1981








Ich freu mich, wenn ihr mir eure zwei Empfehlungen/Wunschkritiken
aus diesen 4 Titeln nennt! Einer wirds dann!


DANKE


Ansonst wünsch ich euch noch einen gruseligen (Film-)Abend!!
Oder auch einen ruhigen und angenehmen, je nachdem! ;)


Die Kritik eures Wunschfilmes wurde nun in diesem weiteren Blog veröffentlicht!
Hier gehts zum Süss-Saurem Nachschlag!





zuvor gesehen:
D
ie Bestimmung (DIVERGENT & INSURGENT) / Avengers - Age of Ultron / Gegen jede Regel / Der große Diktator




Coverbilder: bluray-disc.de


Hello, Hello .... Part2

29. Oktober 2015

Turn your Radio ON!!


Hier sind wir wieder, bei Radio 932! Und einer erneuten Stunde mit den Filmen die sich das Radio zum Programm machen. Wer meine erste Stunde überhört hat, kann sie hier noch abrufen, ansonst geht es gleich weiter mit der akustischen Begrüßung von Eurem Host: MoeMents!


 


UT für Hörgeschädigte:
Hey Leute, meinen lieben Zuhörer und Blogleser, hier ist euer MoeMents!
Für euch hab ich mir heut extra die Stimmbänder geschmiert und mit dem Kaffee gegurgelt um euch nun eine halbwegs vernünftige Radiostimme zu präsentieren; obwohl, wenn ich mir diese Heiserkeit so anhöre, hat es wohl weniger was gebracht. Für all jene die mein Kauderwelsch womöglich auch nicht verstehen würden, hab ich heut mal versucht streng nach Schrift zu sprechen. Sonst würd ich bestimmt nochmals ganz anders klingen! ;)

Wie ihr wisst gab es zu meinem 150gsten Blogjubiläum einen Beitrag über die Filme, die sich das Radio zum Programm machten. Damals gab ich mein Gesicht preis, heute meine Stimme!

Und nun zum 175sten Blogjubiläum gibts es die Fortsetzung dieser Radio-Filme!

Damals stellte ich euch Filme wie Radio Rock Revolution, Airheads, aber auch gruseliges Radioprogramm wie Pontypool oder den deutschen Radio Silence vor; sogar eine Live Varietè Show war mit "Last Radio Show" darunter. Dazu gabs es jeweils ein paar Songs aus den Filmen um auch immer den richtigen Ton zu treffen!

Nun 25 Blogs später, hab ich wieder die Film- und Musiklandschaften durchquert um euch weitere dieser Radioableger zu präsentieren. Einige wurden vielleicht schon das letzte Mal von euch vermutet, aber ihr findet bestimmt noch weiteres zum Hören und eventuellen Sichten.

Und jetz, überlass ich die Sache lieber den Leuten, die wirklich wissen wie man Ansagen macht! Also! Viel Spass und gute Unterhaltung mit dem heutigen (Radio- und Blog-)Programm! Euer MoeMents!





Die dazugehörige Songauswahl stammt natürlich stets aus den dazugehörigen Filmen! Wieder mal quer durch die Bank, da die Filme doch recht unterschiedlich ausfallen, also auch mal etwas melancholisch oder düster hergeht, aber ansonst reichlich Schwung bereithält! So oder so aber stets hörbarer Ohrgenuß!

Bei den Links hab ich euch die Such-Ergebnisse gelistet, ihr müsst also nur noch den Titel auswählen...
 
...also auf Play drücken

Ihr könnt jetz SHAKEN! :D

Natürlich funktioniert der Blog auch ohne Hörproben.





Good Morning, Vietnam
(Martha & the Vandellas - Nowhere to Run)

Hier schreit Robin Williams lauthals durch die militanten Boxen des Krisengebiets Saigon. Es ist 1965, der Vietnamkrieg tobt und Adrian Cronauer (Robin W.) wirbelt durch seine amüsante und lockere Art, so einiges durcheinander. Es widerstrebt ihm einer Zensur unterworfen zu sein und in diese ernsten Zeiten nicht seine aufmunternden Imitationen an den Soldaten zu bringen. Sehr entgegen manch autoritärer Vorgesetzten, jedoch befinden sich auch etliche Gleichgesinnte unter der Fangemeinde des Schreihalses.


Manchmal schon fast zu überdreht, haut hier Williams Gags am laufenden Band raus! Wunderbar nimmt er allerlei Personen oder Situationen auf den Arm und persifliert somit auch den Krieg! Um immerhin ein bisschen abzulenken von den ernsten Problemen dieser Zeit. Filmtechnisch tritt nicht der Krieg selbst in den Fokus, sondern das zivile Umfeld, die Menschen die unschuldig in dieser Situation ausharren müssen. Als Adrian auch noch ein vietnamesisches Mädchen kennenlernt und sich etwas verguckt, macht er nicht nur Bekanntschaft mit kulturelle Eigenheiten, sondern bekommt auch mit, was der Krieg aus den Zivilisten des Landes macht. Der Film wechselt dabei oftmals zwischen ernsten, kritischen Tönen und der schrillen unterhaltsamen Seite. Was auch stellenweise seine Längen aufweist, aber unproblematisch miteinander verwoben wird. Besonders genial ist natürlich auch die Musik die hier für die GIs durch Saigon hallt! Nicht nur erfrischend, zeitgemäßer Rock N’Roll sondern auch andere Stücke finden gepaart zur Situation ihren perfekten Einsatz. The Beach Boys, The Searchers, James Brown, The Angels zum Aufwachen/-muntern aber auch bedächtige Momente schleichen sich ein, in etwa durch Perry Como oder Lois Armstrong. Ein mehr als gelungener Soundtrack - einfach nur fantastisch!




Hart auf Sendung
(Pixies - Wave of Mutilation) oder auch das zur Filmstimmung passende (Everybody Knows von Concrete Blondes)

Mark/Hard Harry (Christian Slater) wird mit seinem kleinen Piratensender, der täglich um 22Uhr auf Sendung immer mehr populär; sogar die Kids seiner Schule tauschen schon die Tapes seiner aufgenommen Sendungen am Schulhof. Im Land der "begrenzten Unmöglichkeiten" - wie er es nennt - läuft so einiges schief, und die Wut und den Hass auf dieses System schreit er abendlich lautstark ins Mikro! Vulgär, aufgewühlt aber auch mal poetisch und tiefgründig. Wodurch er vollends den nihilistischen Kern seiner Generation trifft!

Wenn man jedoch selbst genauso in der Patsche sitzt und ebenso nicht weiter weiß, ja sogar in gewöhnlichen Begegnungen ganz schüchtern und wortkarg wird, dann kann der aufrührerrische Schrei schnell kippen...
Der Suizid eines Hörers/Mitschülers, entzürnte Lehrer und die baldige Rebellion am Schulhof lassen seinen anonymen Einfluss aus dem Ruder laufen! Reporter oder die plötzlich auftauchende Abhörbehörde und auch die Polizei spitzen die Lage immer weiter zu! Wird Happy/Hard Harry sein Programm aufgeben, sein Kurzwellen-Sender von der Zensur abgewürgt oder kann er nochmals gegen ein kaputtes Schulsystem MOBIL machen?



Reichlich melancholische Umbruchsstimmung, stets Musik, die einmal richtig rebellisch antreibt (Beastie Boys, Bad Brains, Sonic Youth, Chagall Guevara), dann aber genauso wieder was zum runterkommen, besänftigen oder gar entschuldigen (Pixies, Ivan Neville, Leonard Cohen...). Ein toller Soundtrack, wunderbar zur teils rüden und auch trübseligen Stimmung, sowie auch zu den rumliegenden Tapes und Platten der 90ziger passend.

Die Intention seiner vielen Gespräche eher fragwürdig, aber trotzdem, oder gerade wegen der ambivalenten Gradwanderung (seiner selbst) hörenswert; hier ist eben der Zuhörer gefordert zu entscheiden, welchen Einfluss er positiv wie auch negativ an sich ran läßt! Aber mächtig Wind wirbelt Hard Harry gewiss auf und der Jugend verleiht ER EINE STIMME - "redet HART!"



The Fog
Etwas Low-Fidelity-Sound zum Gondeln durch die Nacht, (K.A.B. - Moonlight Magic), und hier noch der geniale Score (John Carpenter - The Fog Moves Inland)

In diesem Gruselklassiker wird das Küstenstädchen Antonia Bay in schaudrige Nebelschwaden gehüllt und den Leuten das Fürchten gelernt. Beginnend mit einer Lagerfeuergeschichte wandelt sich bald tatsächlich etwas zum Schaudern. Vom Wasser herein zieht eine dichte Nebelbank und darin befindet sich etwas das den Leuten gar nicht zuträglich ist!

Und hier kommen wir schon zur Radiosprecherin, denn Antiono Bay hat einen Sender (KAB) der von Stevie Wayne (Adrienne Barbeau) mit den Wettervorhersagen und natürlich auch etwas Musik für die Kleinstadt betrieben wird, und das ganz famos von einem Leuchtturm aus!! Jeden Abend geht sie hier als die Stimme der Nacht auf Sendung, bewaffnet mit Mikro, Musik, ihrem roten Telefon als weiteres Kontaktmittel, und der Aussicht über die Stadt. Also wenn das keine lässige Location für einen Sender ist, Hut ab! 

So schafft sie es auch die Fischer auf See noch vor der ankommenden Nebelwand zu warnen, die sogar sonderbar grelles Licht beeinhaltet, doch für die kommt leider jede Hilfe zu spät!



Und im langsamen aber dichten Spannungsbogen rückt die Gefahr immer näher! Niemand anderer als Regisseur John Carpenter steuert hier einen erhabenen Score bei, schrill und manchmal auch aufdringlich, aber grundlegend phänomenal!! 
Während also die zwei Hauptdarsteller Nick (Tom Atkins) und Elizabeth (Jamie Lee Curtis) durch die Stadt streunen um sonderbaren Vorkommnissen auf den Grund zu gehen, tauchen nicht nur Leichen auf, auch der Radiosender nimmt immer wieder eine ganz wichtige Position ein. Es trällern nicht nur gemütliche Jazzklänge (umgangsprachlich: reichlich Geplänkel) beim beiläufigen Kennenlernen, Stevie übermittelt stets notwendige Infos oder spricht auch Warnungen für die Bürger aus, und sie hat auch als erstes Übersicht über die einbrechende Gefahr! Sogar den Sheriff ruft Stevie über die Boxen, sie leitet Bedrohte via Radio aus dem Gefahrengebiet oder kreischt auch mal fürchterlich durch die Boxen als ihr Sohn in Gefahr ist!

Letztlich läuft die Sache auf einen alten Fluch raus, der sich gerade zur 100Jahrfeier der Stadt wieder in die Geister der Bewohner drängt. Letzte Zufluchtsstädte im Chaos des grauen Dunstes, nur noch die Kirche am Hügel von Pater Malone (Hal Holbrook), aber auch bis hierhin kriechen bald die Schwaden der Nacht. 

Ein verdammt spannender und nostalisch gespickter Horrorklassiker, indem alles irgendwie durch das Radio vernetzt zu sein scheint; oder es zumindest reichlich Hilfe darstellt. Hoffentlich verstummt die Stimme aus der Ferne nicht auch noch!




Private Parts
(Van Halen - Dance The Night Away)

Regisseur Betty Thomas (Die Brady Family, 28 Tage) verfilmte 1997 die gleichnamige Biografie des berühmten Radiomoderators Howard Stern, der sich besondererweise auch gleich selbst mimt!! Ist also schonmal ein gelunger Einstieg, wobei der Aufstieg dieses unkonventionellen Typens nicht nur allerlei (verbale) Tabus bricht und oftmals derb unter die Gürtellinie schlägt, sondern auch in Sachen Selbstironie nichts ausläßt.

Die gesetzlichen Regelungen sind nun nicht mehr ganz so eng wie in "Radio Rock Revolution", da liegen immerhin Jahrzehnte dazwischen aber noch lang nicht so liberal wie Howard Stern das gern hätte. Denn er will nicht nur Sex über den Radio haben, sondern auch gleich noch viele verbotene Wörter über den Äther schreien... selbst der Orgamus einer Zuhörerin bleibt dabei nicht aus. Also beim Humor scharrt der Film bestimmt an der ein oder anderen Geschmacksgrenze, egal ob schwarzer Humor, sinnfreie und peinliche Aussagen, eine Nuance billiger F
äkalhumor oder einfach nur verbale Entgleisungen ... Howard Stern will autenthischer werden! Schreitet dabei unter strenger Programmaufsicht voran, die immer wieder mal perplex überfordert von ihm überrannt wird, um sich dann beim nächsten Sender einzufinden. Bis ihm der Durchbruch bei ...



... gelingt! Auch wenn sich der Sender gegen ihn lehnte und ihm ständig etwas verbieten wollte, sprechen doch die Zuhörerzahlen für ihn! Ist auch klar, Provokation hat schon immer für Aufsehen gesorgt, dennoch bricht er die Gewohnheiten der Sender und erfrischt auf völlig individuelle Weise. Beim nächsten großen Sender der ihn dann von Washington nach New York bringt, darf er sich noch mit Paul Giamatti anlegen, der als Programmdirektor,
Stern unter seine Kontrolle bringen will.

Der Film selbst ist neben unterhaltsamen Biopic und der Zeit in den Sendekabinen auch vielmehr eine persönliche Dramödie! Seine Frau Alison (Mary McCormack) steht ihm - selbst wenn man es bei Sterns programmtechnisch, selbstironischen Aussehen nicht glauben soll - stets zur Seite. Durch die teils kritische Ehe, da der schüchterne Casanova Howard eben sooo einige schrullige Eigenheiten hat, bekommt der Film einen guten Dramaanteil und trägt somit zusätzlich das eher langsam erzählte Biopic neben seiner bahn(durch)brechenden Radio-Geschichte.

Fred Norris und Robin Quivers, beide selbst Radiomoderatoren und auch real in Howard Sterns Team, spielten sich auch gleich selbst, was sich sehr positiv auf das Zusammenspiel im Film auswirkt. Nicht nur das, sie wirken wie ein wunderbar abgestimmtes, lockeres Team, so fügt sich deren Radiobetrieb auch völlig homogen und fast schon familär zusammen! Robins Figur zeigt Mut, Howard zu unterstützen, und auch manch Grenze des guten Geschmacks mit ihm zu überschreiten, und Fred bringt so einiges an trockenem Humor ein, manchmal auch nur indem er wortkarg und entrückt in der Szenerie herumsteht - einfach genial.

Auch wenn er im Film sich mehr seinen Dialogen hingibt und damit manch makaberes, perverses und auch politisches Tabu bricht, als Musik zu spielen, läuft nach seinen Quacksalbereien doch immer wieder mal ne Platte. Von Aerosmith über Deep Purple, Doris Day und David Bowie bis hin zu den Ramones klingen so einige famose Songs an. Außerdem holt er gegen Ende sogar noch AC/DC
live auf die Filmbühne und neben Howards Freunden dürfen auch noch Ted Nugent, Ozzy Osbourne, MC Hammer oder Slash durchs Bild laufen.




Piratensender Powerplay
(Sam & Dave - Soul Sister, Brown Sugar)

Mike (Krüger) und Tommy (Gottschalk) war der öffentliche Rundfunk viel zu lahm, deshalb haben sie es sich zum Hobby gemacht einen Piratensender zu betreiben, der überdies wahnsinnig gut bei der Bevölkerung ankommt! Ganz anders sieht dies der Rundfunk, der enorme Sendereinbußen verbucht wenn die beiden Supernasen um 15Uhr auf Sendung gehen, weshalb sie die beiden dingfest machen wollen! Fortan mit kleinen gelben Peilwägen der Post – Ameisenbär 1 an Ameisenbär 2 -  unterwegs, sind sie den beiden ganz dicht auf der Spur! Zum Glück hat ihnen Mikes Schwester (Evelyn Hamann) gerade einen Werbevertrag mitsamt US-Van zur mobilen Sendung zugeschanzt.

Nun rollt nicht nur der Rubel, sondern auch das Radio durch die Gegend… immer auf der Flucht vor des Programmdirektors (Ralf Wolter) ersten Hampelmann Dr. Müller-Hammeldorf, in dessen Rolle es sich Gunther Phillip zum persönlichen Auftrag gemacht hat, die beiden um jeden Preis auffliegen zu lassen!

So beginnt ein absurdes Katz- und Mausspiel mit einigen Verkleidungen und sonderbar amüsanten Zufällen! Nicht nur der 200 PS starke Van wird oftmals mit Wasserfarben umlackiert, auch Mike und Tommy schlüpfen von Frauenkleidern bis hin zur Aufmachung als Rettungssanitäter in abwechslungreiche Tarnungen – Geburtshilfe inklusive! Dabei stets einen lockeren Spruch auf den Radiolippen und schwungvolle Musik im Kassettendeck, die sie in 200km Reichweite durch die Gegend schicken um gute Laune zu verbreiten. Dabei wagen sie sich sogar mal dreist in die Höhle des Löwen vor, in die bayrische Rundfunkanstalt, sodass die Crew rund um Dr. Hammeldorf und seinen Polizisten (Rainer Basedow, Otto Retzer..) immer mehr verzweifeln zwecks vermuteter Falschpeilungen und dadurch in reichlich Fettnäppchen patzen!!



Durch die Musikauswahl und dem protzigen Ami-Schlitten hat der deutsche Film (aus 1982) US-Flair an Bord, etwas Soul, Pop/Rock, Musiker wie Otis Redding, J. Geils Band oder Wilson Pickett… laufen über die Boxen während die beiden wieder mal fluchtergreifend durch die Gegend brausen. Nur einmal greift Mike Krüger zur Klampfe und trällert seinen eigenen Song ins Mikro. Die Musikstücke mussten zwischenzeitlich zwecks Lizenzproblemen sogar mal ersetzt werden, aber die DVD-VÖ aus 2007 enthielt wieder die Originalfassung. Mit dabei auf der DVD als Extra auch die ganzen Goofs (also Filmfehler) wenn sie einem nicht sowieso schon während des Sehens aufgefallen sind, denn die Sache ist reichlich albern, besonders durch die verpflichtende, peinliche Ungeschickheit der Polizisten! Aber nur so kommt neben der trickreichen und auch verhöhnenden Flucht vor diesen Deppen, amüsante Laune mit den beiden lockeren Entertainern auf. Die hörenswerte Musik und deren blöden Sprüche sorgen für unterhaltsames (Radio-)Programm!



 
 
Das war es heute, von der Radio- und Filmfront quer durch den Äther der Funkwellen. Ich hoffe es hat euch Spaß gemacht, eure Hüften etwas in Bewegung gebracht und euren filmischen Horizont aufgefrischt... :)

Ich nehme nun gerne wieder eure Anrufe entgegen!



© MoeMents
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16. Oktober 2015
Die Bestimmung - Divergent - Insurgent / Avengers 2 / Gegen jede Regel / Der große Diktator


Ein schönes Wochenende wünsch ich!
 :)






Die Bestimmung (DVD)
USA2014 - Divergent
Der Krieg teilte eine Gesellschaft in 5 Sektionen, und mit ihnen die Leute nach ihren Fähigkeiten, ihrer Bestimmung. Da wären die Selbstlosen, die auch die Regierung inne haben, Krieger zur Verteidung, Intellektuelle für Wissenschaft und Fortschritt, dann noch Menschen für die Lebensmittelversorgung und auch noch Rechstgelehrte um die Ordnung zu erhalten. Mit 16 müssen sich die Teenager einem Eignungstest unterziehen um sich dann unwiderruflich einer Gruppe anschließen. Für Beatrice (Shailene Woodley) scheint die Sache aber völlig ungewiss laufen, denn sie kann sich weder selbst eindeutig einer der Gruppen zuordnen, noch weist ihr Test eine konkrete Richtung aus… was sie zur Gefahr für die Gesellschaft werden läßt! Sie ist eine Unbestimmte!

Der visuelle Ersteindruck ist gleich mal klasse, da die große Stadt auf den ersten Blick verwüstet und irgendwie sogar verlassen wirkt, doch tummelt sich darin genauso viel Leben wie in heutigen Großstädten… diese Mischung aus Zerstörung und reger Wiederbelebung sieht klasse aus! Die Aufteilung, die anfänglich als gute Idee wirkt um die jeweiligen Fähigkeiten des Einzelnen zu fördern bzw. richtig zu nutzen, stellt sich bald als unfreundliche Dystopie heraus!

Wie immer gibt es Menschen die durch ihren Machthunger, Zwietracht und Kriege sähen. Also einerseits eine Interpretationsmöglichkeit, den heutigen Teenager - is ja wohl erste Zielgruppe - zu unterbreiten, dass wiederholte Ego-Kriege um Kapital und Macht keine Lösung sind, danach ist die Botschaft, dass man Menschen nie in einzelne Schublade stecken kann, sowieso ein allgemeingültiges Individualitätsgut!

Shailene Woodley die in ihrem Wesen grundsätzlich mehr die einfühlsame, zurückhaltende Schauspielerin ist, wirkt in ihrer Rolle abwechselnd als taffe Draufgängerin und dann wiederrum als vernunfts- und gefühlstträchtige Allrounderin, zwar gut, aber doch eher weniger passend. Es stört den Film nicht wirklich, aber ungewollt denkt man bei ihrer Rolle an eine Jennifer Lawerence, die diese beiden Seiten allein durch ihre weniger sensible Ausstrahlung (als Woodley) schon ideal unter Beweis gestellt hat. Woodley ist einfach VIEL BESSER in Filmen wie Descendants, Das Schicksal ist ein mieser Verräter oder The Spectacular Now aufgehoben; meiner Meinung.

Der Film hat mit 139 Min. etwas Überlänge, was sich ganz gut eignet um in die einzelnen Etappen einzutauchen. Es bleibt genug Zeit für den emotionalen Zwiespalt der sich um eine so persönliche Entscheidung rankt, einen großen Teil nimmt die neue Ausbildung ein und gegen Ende eine kleine Revolution.

Man muss aber doch über einiges hinwegsehen: ein paar Stereotypen (als Bsp. John McClanes nerviger Filmsohn - Jay Courtney), deplazierter Kitsch, vereinzelte Logikwunderlichkeiten und einem männlichen Hauptdarsteller (Theo James) der auch gleich unsichtbar hätte sein können! Aber die Musik von Junkie XL (in kleiner Zusammenarbeit mit Hans Zimmer) passt recht gut, die Nebenrollen (Kate Winslet, Ashley Judd, Ansel Elgort, Zoe Kravitz, Miles Teller…) sind gut besetzt und der Kampf, für mehr als nur eine persönliche Eigenschaft und seinem freien Willen, ist sowieso eine zeitlose Tugend! Also allgemein eine ganz guter Aufhänger, etwas Persönlichkeit und natürlich auch Action um bei Laune zu halten. Eine Verschwörung die sich zudichtet und zum kleinen Revolutionsthrill wird um wieder mal an einem ausgearteten Regime zu rütteln.

Eine Frage stellt sich am Ende aber noch: Was ist außerhalb des Zauns?
Da die Romanvorlage dreiteilig ist, besteht vielleicht noch die Chance, in Zukunft mal über den Zaun zu blicken! Da ich den Film seit erscheinen nie verfolgt hatte und der Film mehr beiläufig aufgrund meiner Sci-Fi Interessen im Player landete, ist mir auch jetzt erst aufgefallen, dass es mit "Insurgent" schon einen zweiten Teil gibt.

Bin zwar in diesem Genre vielmehr auf "The Giver" gespannt, hab dann aber aus Gelegenheit gleich mal die Fortsetzung geguckt.



Die Bestimmung (DVD)
USA2015 - Insurgent
Die Rebellen haben sich aus dem System freigekämpft und einen großen Sieg erzielt, die Machthaberin Jeanine (Kate Winslet) hat den Spieß jedoch umgedreht und sie dem Volk erneut als abtrünnige Feinde verkauft. Ein neues Element taucht auf, eine Box die eine Botschaft enthalten soll und nur dadurch entschlüsselt/geöffnet werden kann, wenn ein Unbestimmter 5 strapaziöse Simulationen erfolgreich durchläuft....

So schindet der Film viel Zeit mit Herumstreunen und Rätseln, um in der ersten Stunde nur auf eine Erkenntnis rauszulaufen, die der Zuseher sowieso seit Anbeginn vermutet/weiß: das Beatrice (Shailene Woodley) eben sowas wie eine Auserwählte ist. (Na echt!?) Jeanine (Kate Winslet) spielt bis dort hin ein richtiges Biest und schickt ihre Lakaien los um alle Unbestimmten zu finden, damit sie die Box öffnen kann. Dabei darf Jay Courtney als Stereotyp wieder mal nerven ohne Ende (dabei sogar laufen wie der Terminator) und Miles Teller nach Belieben die Fronten wechseln. 

Die Angelegenheit mit den Simulationen gestalten sich dann wieder interessant - wenn auch wieder viel virtuelle Auslagerung - weil doch Psychologie hinter diesen Tests steckt und Beatrice auf Herz und Charakter gepüft wird. Der Zuseher erkennt wie viel individuelles Potential so im Menschen stecken kann und der Film diese auch moralisch und entwicklungstechnisch gezielt nutzt. Inhaltlich war die Grundidee ja schon im ersten Teil wunderbar, so sind eben auch diese Aspekte in der Fortsetzung wieder gelungen - wenn auch selten! Im Vordergrund steht doch noch das totalitäre Regime, die Flucht/Jagd der Unbestimmten und der Einigung einiger Fraktionen als Widerstand gegen das System! Wobei auch die Fraktionslosen schon eine tolle Organisation aufgestellt haben. Natürlich stets mal vermischt mit Action und effektvollen CGI.

Eigentlich dacht ich mir während des Sehens, dass ich mir den dritten Teil spare, doch das was ich nach dem Ersten wissen wollte, ist nun hier wiedermal zu Ende angekündigt! Ich möcht bei Gelegenheit also doch noch einen Blick über den Zaun und das Ödland erhaschen! Nun ja, die Grundidee super, die Umsetzung der eher lahmen Forsetzung eigentlich gar nicht meins; Maze Runner hat mir da besser gefallen! Aber dazu mehr nächstes Mal.



Avengers – Age of Ultron (Blu-Ray)
USA2015
Das zweite Gruppentreffen der Superhelden-Combo kommt insgesamt gleich viel ruhiger und mit mehr Verschnaufpausen daher, obwohl Joss Whedon (Firefly) erneut Drehbuch und Regie übernahm - an Action und überdimensionierter Futuristik fehlt es wieder mal genauso wenig. Einige neue Helden gesellen sich hinzu, u.a. das Geschwisterpaar Scarlet Witch (die wunderbare Elizabeth Olson darf nun auch eine Comigfigur mimen) und Quicksilver (Aaron Taylor-Johnson macht mal Kick-Ass Pause); die Infinity-Steine rücken endlich mal leicht erklärt in den Fokus – und Verwendung - und die Rächer dürfen sich auch mal rund um den Globus austoben… im Intro wird in Heldenmanier gleich mal in Osteuropa (das fiktive Sokovia) einmarschiert, Hulk darf Südafrika demolieren, dort (in Wakanda) muss natürlich auch Vibranium abgebaut werden (vom Black Panther aber noch keine Spur), die Staaten werden sowieso stets verunstaltet und Südkorea wird auch ein Besuch mit Radau abgestattet, bevor im Finalschlag nochmals Sokovia auseinander genommen wird!
 
Dieses Mal geht es um den Gedanken-Stein (Mind-Gem), jener der sich in Lokis Zepter befand – zwecks der blauen Farbe dachte ich immer der sei nur ein Ableger vom Tesserakt, aber nein so haben wir nun mit dem roten Äther (Thor 2) und dem violetten Orb (Guardians) schon 4 Steine zusammen. Die Avengers stellen gleich zu Filmbeginn das mächtige Zeptar sicher, doch Tonys Ego (das sich dieses mal stets irgendwo untermengt) kann es nicht lassen, den selben Fehler wie schon viele vor ihm zu machen: Für den Frieden der Welt eine Waffe zu bauen, die dann zum Feind wird! 

Diese Weltlogik "Waffen für Frieden", ist nicht nur ein tägliches, blutiges Brot der Menschheit, auch im zweiten Captain-Film war dieser Irrglaube (diese Kritik) schon immenses Thema!! Also doch etwas Wiederholung, jedoch ist die Sache mit der künstlichen Intelligenz die daraus entsteht, gar nicht so übel! Ein Überwesen aus einem elektronischen Bewusstsein wird geboren: ULTRON! 
 
Schon ist man mitten in der simplen Geschichte, im Kampf um die Rettung der Welt - ja wieder mal - aber dennoch sind einige gedankliche Auslegungen im Storyverlauf ganz interessant, weil die beiden kommenden Überwesen eben den völligen Intelligenzinput der Welt haben, dennoch technischer Natur sind. Ich sprech in der Mehrzahl, weil Ultron nicht das einzige Überwesen bleibt… Paul Bettany agiert hier übrigens klasse in seiner Rolle als… Vision! Ultron als künstliche Intelligenz agiert locker lässig, hat ein paar versteckte, möchtegern-omnipotente Gags in seiner Roboterattitüde und der technische Feinschliff unterstreicht sowieso deren Gewalt! Lockere Sprüche klopfen natürlich gewohnt auch die Avengers, jedoch mehr beiläufiger ohne cool wirken zu müssen – mit Ausnahme von Tony natürlich.
 
Das Gesamte wirkt düsterer, auch die bösen Visionen die Scarlett Witch mit ihrer Gedankenmanipulation bei den Rächern verursacht, sind dunklen Ursprungs, und zwischendurch darf sich auch mal minimal nordische Mythologie durch Thor beimengen - also ein ganz schönes Potpourri an Möglichem; der Rest bleibt gelassener, sogar ein Safe House am Land gibt einen wunderbaren Rückzugsort, was die Sache auch noch familär macht, der Rest ist wie gewohnt Popcorn-Spektakel mit fetter Sci-Fi-Action! CGI und Green Screen sind aber leider oftmals auffällig. Besonders das Intro scheitert kläglich an seiner künstlichen CG-Wurschtigkeit – over the top durch den Wald gekrümmt - der Rest bleibt natürlich fürs Budget recht erhaben, aber trotz vieler Naturkulissen bemerkt man die künstlich hinzugefügten Inhomogenitäten! Peinlich darfs gelegentlich auch werden, als Bsp. wenn ein Laster abhebt und man glaubt, man sei nun bei Harry Potter oder Tschitty… gelandet!
 
Also etwas mehr Charakter als der erste Streich. Für manche eventuell zuviel Verweilzeiten, aber nett wenn alle auch mal minimal runterkommen können; da bleibt auch Zeit zum (taktischen) turteln zwischen Banner und Romanoff… irgendwer muss den großen grünen Aggressor ja auch wieder besänftigen! Neue technische Raffinessen werden vorgestellt und das Team wird auch immer größer, hoffentlich platzt nicht bald alles aus den inhaltlichen, charakterlichen und verbindenden Nähten! Gefiel mir aber besser als der erste Teil und stellt sich im Marvel Comic-Zirkus für mich hinter den Guardians an. 



Gegen jede Regel (PayTV)
USA2000 - Remember the Titans
Der Film lief wieder mal im TV und ich konnte nicht anders als ihn erneut komplett zu gucken; für mich einer, wenn nicht der beste Sportfilm, den ich bisher gesehen habe!
Vom Ensemble begonnen, das heute allseits bekannt sein dürfte, bis zur Errungenschaft einen mitreißenden Sportfilm abzuliefern, der den Gefühlshaushalt auch noch immens mit einem Rassenkonflikt der 70er Jahre aufwirbelt. Touchdown für Gleichheit und Brüderlichkeit!

Zwei getrennt farbige Schulen werden zusammengelegt; so auch die Football-Teams der jeweiligen Schulen, und aus politischen Gründen wird der Trainer der schwarzen Mannschaft, Herman Boone (Denzel Washington), als Cheftrainer des nun gemischtfarbigen Teams vorgezogen. Sehr zum Leidwesen des weißen Startrainers Bill Yoast (Will Patton) und der gesamten Stadt, die durch solche Entscheidungen noch mehr Brennpunkte zum schon vorhandenen Rasssenkonflikt aufflammen läßt. 

Boone will sich davon aber nicht beirren lassen und fährt mit dem gemischten Team ins Trainingscamp, auch Coach Yoast hat sich gezwungermaßen damit abgefunden nun als Co-Trainer zu agieren, um seine Jungs nicht gänzlich im Stich zu lassen. Der gemischte Haufen spaltet sich jedoch nicht nur konsequent in die eigenen Bereiche, sie stehen sich auch noch alle feindselig gegenüber! Couch Boone greift aber hart durch, führt das Trainingslager sogar übertrieben militant und macht dabei keinerlei Unterschiede gegenüber einer Hautfarbe. Gemeinsames Leid ist eben auch geteiltes Leid, und durch gezieltes Einwirken schafft es Boone die Fronten aufzubrechen um ihnen den Freund im gemeinten Feind zu offenbaren.

So schafft es der Film mit wunderbaren Methoden die Rassenkonflikte zu relativieren; und Boone es, die Spieler nicht nur extrem hart zu trainieren, sondern ihnen auch die Ängste voreinander zu nehmen, vielmehr noch, sie bei ihrer Rückkehr zu Verbündeten zu machen, gegenüber einem noch viel größeren Feind... einer intoleranten und festgefahrenen Gesellschaft, die erst lernen muss was sie charakterlich (Offenheit und Gleichheit) schon vollzogen haben! So vermag es der Film zweierlei Siege zu verbuchen, einmal die auf dem Spielfeld und einmal in Form des eigenen Charakterwachstums.

Dabei leistet sich der Film keine Fehler in seiner wunderbaren Erzählstruktur, der zwar durch einen punktgenauen Score einiges an Phatos mitbringt, dadurch aber auch nach alter Schule wunderbare emotionale Momente preisgibt - gefühlsbetont, dramatisch und enorm mitreißend. Der Sport kommt keineswegs zu kurz, auf dem Spielfeld werden famose Schlachten geschlagen und der freundschaftliche Witz des Kultur-Mashups kommt keineswegs zu kurz. Für ein paar Lacher mehr sorgt auch noch die kleine Hayden Panettiere (I Love You, Beth Cooper), die hier als junge Tochter von Coach Yoast noch mehr Football-versessen ist als ihr Vater - wunderbar ungewöhnlich. Besonders berührend auch die Momente, in denen die Stadt lernt durch das Spiel ihre Vorurteile abzubauen. Da wird selbst der Polizist nicht mehr zur vermeintlichen Gefahr!

Einige Jungdarsteller wie Ryan Rosling, Donald Faison (Turk aus Scrubs), Kip Pardue (Die Regeln des Spiels) können sich hier erstmals etwas etablieren. Auch Ethan Suplee (My Name is Earl, Butterfly Effect) - ich mag ihn in seinen vielfachen Nebenrollen - darf zeigen wieviel Soul-Power in seinem Leeeiiib steckt! Die beiden Spieler-Hauptrollen bestehend aus Ryan Hurst (Opie aus Sons of Anarchy) und Wood Harris (Dredd, The Wire) wurden zwar später weniger bekannt, geben aber eine fast so perfekte Leistung in ihren feind-freundschaftlichen Konflikten ab, wie Will Patton und Denzel Washington es in ihren genialen Aufeinandertreffen ausfechten. Schön, dass auch gegen Ende noch Boone etwas Kritik an seinem Methoden einstecken darf, hier ist eben keiner davor gefeit makellos zu sein, was sehr feine zwischenmenschliche Charakternuancen des Drehbuchs zuläßt! Und den ganzen Film keineswegs in völligen Klischees untergehen zu lassen!

Der Soundtrack - allein schon eine Sichtung wert - läßt perfekt den Geist der 70er aufleben und gibt mit allerlei bekannten Stücken unentwegt eine famose Setlist fürs Ohr her, die von CCR über Marvin Gaye zu Norman Greenbaums "Spirit in the Sky" reichlich belebenden Schwung bietet! Diese Jerry Bruckheimer Produktion aus dem Hause Disney schafft es also durchwegs in allerlei Facetten zu berühren, mit Sport, aber noch vielmehr als wunderbares Rassen-Sportdrama zu begeistern, und das immer wieder! Eine Blu-Ray ist längst überfällig!! (Bild: leider nur US-Import)



Der große Diktator (DVD)
USA1940 – The Great Dictator
Gleich zu Beginn erscheint eine Texttafel mit dem Inhalt, dass die Ähnlichkeit zwischen dem jüdischen Friseur und dem Diktator Hynkel rein zufällig ist. Die Ähnlichkeit, dieser beiden von Chaplin gespielten Figuren, mit (damals) tatsächlich lebenden Diktatoren wohl auch! ;)
 
Ne! Chaplin hat natürlich keinen Hehl aus seiner Parodie gemacht, auch wenn es fraglich war, wann der Film zu damaligen Zeiten überhaupt laufen soll!? Zu Drehzeiten war noch nicht ganz klar, wie schlimm sich der zweite Weltkrieg und Hitler noch entwickeln würden. Chaplin meinte danach sogar, die schlimmen Angelegenheiten – Übergriffe durch Sturmtruppen – viel zu verharmlost gezeigt zu haben. Mehr wäre aber wohl auch weniger passend gewesen, für diesen kritischen und kontroversen Akt voller Situationskomik. Ganze zwei Stunden lang parodiert Charles Chaplin gekonnt das totalitäre Regime, bleibt neben dem Humor aber etappenweise genauso ernst wie herzlich. Sodass unter der antisemitischen Bedrohung, auch die aufkeimende Liebe des jüdischen Friseurs zu dem Dienstmädchen Hannah (Paulette Goddard) etwas klassischen Liebreiz verbreitet – die Schauspielerin war sogar Chaplins Ehefrau. 
 
Die Ereignisse dieser Filmgeschichte starten schon im ersten Weltkrieg, indem der jüdische Friseur an der Front in bester Slapstick-Manier seinen Dienst am Zünden der Bertha leistet – einer Mords-Kanone!! Nach dem Krieg und einer Verletzung mit gefolgter Amnesie, kehrt er erst im zweiten Weltkrieg – nach dem Aufstieg eines mächtigen Mannes – in sein Zuhause, den Barber-Shop, zurück. Er weiß nichts von den bedrohlichen Veränderungen und tritt als Jude gleich in einige Fettnäpfchen, teilt aber gut aus und erhält Unterstützung von Hannah, die mit ihrer Bratpfanne auch weiß wie man Kopfnüsse verteilt.
Fernab dieses zusammengerotteten Ghettos, agiert Diktator Hynkel, der seine feurigen Reden schwingt, um das Volk bei Laune und unter Kontrolle zu halten. Präsentiert in abgehacktem Kauderwelsch, schleichen sich gern mal Wörter wie Sauerkraut oder Schnitzel, in seine akzentuierten Ansprachen vor grölendem Publikum! Er leistet sich aber auch in seinen vier Wänden reichlich Peinlichkeiten in Sachen Regierungsstil und Charakterausbrüchen, nicht nur als sein Vorbild, ein Diktator namens Napoloni auf Besuch kommt! Die Bezüge zur Historie sind nicht übersehbar, Benzini Napoloni wird auch gern mal als Ravioli geschimpft, und die beiden Herrscher haben so ihre Streitigkeiten um machtvolle Größe, und die Teilung des noch friedlichen Örtchens Osterlitsch auszufechten! Da werden bei Kriegserklärungen schonmal die Spaghetti in den Würgegriff genommen, oder sich zu englischem Senf auf der Couch gekrümmt. Für sich, spielt Hynkel auch gern mal tänzelnd mit seiner Weltkugel – die hätte der fanatische Träumer liebend gern vollständig unter Kontrolle! Die zwei Kreuze auf den Fahnen und Armbinden seines tomanischen Reiches, könnten nicht plakativer auf-/ausfallen!
 
So läuft der Film eben als kritische Satire unter erschreckendem Hintergrund, zwischen Slapstick und humaner Botschaft, auf die Verwechslung des unwissenden jüdischen Friseurs mit dem eigentlich genauso albernen Diktator hinaus. Manchmal etwas langgezogen, auf gestikreichen Schabernack setzt, aber in seinem (film-)historischen Gehalt wie eine Bombe einschlägt! Selbst, oder gerade weil Thema und Herangehensweise so kontrovers waren/sind! 
 
Chaplin bemühte sich in seinem ersten Ton-Film (erster Sprach-Film nach seiner Stummfilm-Ära) nicht nur um Regie, sondern finanzierte ihn auch selbst; Hollywood trug kein Budget bei. Das Beste, auch das Drehbuch geht vollends auf sein Talent zurück, wodurch die großartige Rede am Ende des Films auch seiner grenzgenialen Quelle entspringt. Diese Ode an die Menschlichkeit ging sehr wohl auch in die Geschichte ein! Sie wirkt sogar heute, in Zeiten einer erneuten Rückkehr von beschämenden Charakterdefiziten (in Sachen Wirtschaft, Machtgier sowie Rassismus), wie ein wohlüberlegter, pathetischer Aufschrei wahrhaftiger Nächstenliebe und Würde! Ein (überaus) fortschrittlicher und zeitloser Eckpfeiler des Mensch-SEINS! Und das sogar noch 75 Jahre nach seinem Entstehen! Einfach nur überwältigend!
 
Richtig genial ist auch die dazu erhältliche Dokumentation "Der Tramp und der Diktator"(56Minuten), die nicht nur den Film in seinem schmerzlichen Zeitfenster und dessen engen Relation zueinander beleuchtet, sondern auch ganz aufschlussreich Charlie Chaplin und Adolf Hitler in ihren Werdegängen vergleicht… sie wurden wohlgemerkt sogar BEIDE im April 1889 geboren!!! Ihre Wege und Erfolge gegenübergestellt… wodurch wunderbar ersichtlich wird, dass man seine (ähnlichen) Potentiale/Talente sowohl FÜR, als auch gegen die Menschheit einsetzen kann!! Die Doku ist (film-)HISTORISCH richtig spannend, bedeutend und äußerst bemerkenswert! In vielerlei Hinsicht!
 
 



 
Coverbilder: bluray-disc.de


anSICHTEN

5. Oktober 2015
Mannequin / Zugelassen / Grand Budapest Hotel / Repo Man / Extraterrestrial


Hier nun die Filme die ich mir in letzter Zeit zu Gemüte geführt habe, egal ob nun auf Blu-Ray, DVD, im TV oder sonstigen Medien ... Ich bewerte die Filme hier mal nicht mit Punkten, weil dies nur eine subjektive Entscheidung ist. Jeden Menschen spricht unbewusst etwas anderes an und man findet es demnach auch Besser oder Schlechter. Diese Bewertungen stellen nie ein Faktum dar. (Individualität!) Hier also meine persönlichen anSICHTEN ...







Mannequin (DVD)

USA1987
Emma (Kim Cattrall) ist eine ägyptische Prinzessin und soll zwangsverheiratet werden, was dem Freigeist aber gänzlich wiederstrebt weshalb sie die Götter anruft, ihr zu helfen. Etwas Beben, Schall und Rauch, und die Zeituhr dreht sich! Irgendwann erwacht sie in der Gegenwart von 1987, als Schaufensterpuppe! Und nur Jonathan (Andre McCarty) kann sehen wie sie lebendig wird…

In dieser Fantasyromanze fliegt Jonathan ständig aus seinen Jobs, weil er sich immer wieder völlig auf die kreativen Aspekte seiner Arbeit konzentriert, so stark, dass er selbst beim Pizza-belegen ewig lang an den Zutaten herumfummelt! Bis er eines Tages, der Chefin eines großen Kaufhauses das Leben rettet und dafür einen Posten bekommt, bei dem er die hübsche Schaufensterpuppe entdeckt - die er sogar in einem anderen Job selbst angefertigt hat!
Als diese bei jeder Zweisamkeit zum Leben erwacht, steht einer Liebe der Beiden nichts entgegen, außer: Einer eifersüchtigen Freundin, einem Kampf zweier großer Handelskonzerne und einigen weiteren zwielichtigen Charakteren!
Doch Jonathan steht nicht ganz alleine da, ein paar Freunde decken sogar sein sonderbares Verhalten, dass er ständig mit einer Puppe am Werkeln ist. Einer davon die völlig schrille Tucke Hollywood (Meshach Taylor).

Damit es nicht langweilig wird fällt den beiden Turteltauben auch immer wieder etwas ein, sich die Nächte abenteuerlich um die Ohren zu hauen. Dabei wird nicht nur das Kaufhaus unsicher gemacht, versucht dem Clinch mit dem sonderbaren Nachtwächter auszuweichen, sondern auch mal ne Tour mit dem Motorrad durch die Stadt gemacht. Nicht zu vergessen jede Nacht seinen aktuellen Job zu erledigen: Ein Schaufenster zu kreieren das erneut die Leute zum Staunen bringt.

Kim Cattrall ist hier noch richtig sexy, schmeißt sich von einem Themenoutfit (oder Catwalk) ins nächste und darf dabei auch noch Beinchen zeigen. Andrew McCarthy spielt bei der übermütigen Entdeckungsreise von Emmy mit und verliebt sich mehr und mehr in das Püppchen. Man merkt dennoch dass er (6Jahre) jünger ist und sie ihm locker die Show stielt. Dennoch wie immer charmant als (halber) Teenager, in seiner rollentechnisch kreativen Detailverliebtheit auch witzig, weil er dadurch in seinen Jobs zeitlich stets hinterherhinkt. James Spader spielt einen gelackten, dämlich aussehenden Vorgesetzten und außerdem gibt’s noch G.W. Bailey (der Lieutnant/Captain Harris aus Police Academy) exakt in seiner Paraderolle! Er darf als eingefleischter (Kaufhaus-)Cop wieder in Dienst gehen, mit einem schüchternen und genauso unbeholfenen Hündchen! Als er bei einer Autoverfolgunsjagd, während eines Sprunges mit dem Wagen zwischen zwei Häuserschluchten stecken bleibt, kann für so einen Film als famoser Stunt verbucht werden!

Für 80ties Freunde mit kitschresistenten Genen und Freude an Fantasie, in denen die eigenen Träume noch über denen der Gesellschaft stehen, ein schönes Filmchen. Am Ende kann man zu "Nothings Gonna Stop Us Now" von Starship die nostalgische Filmreise noch ausklingen lassen. Da gibts nichts zu schämen, ODER? ;)

1991 gabs noch ne Fortsetzung (linkes Bild) in der Kristy Swanson (die 90er Film-Buffy; Highway Heat) einen auf Stand-By-Plastic machte. Bei uns beide nur auf DVD, beide Bilder zeigen nur den US-Import.




Zugelassen – Gib der Liebe eine Chance (DVD)

USA2013 - Admission
Nur zwecks Tina Fey geguckt, die ich in "Sieben verdammt lange Tage" einfach herrlich fand, und Paul Rudd geht eigentlich immer. Anstatt partnerschaftlicher Liebe geht es aber vielmehr um Eltern-Kinder-Probleme. Egal ob nun um leibliche Kinder (die man zur Adoption freigab) oder wie bei John (P.Rudd), um ein nigerianisches Adoptivkind.
Hier jeder hat so seine Probleme im Elternsein!

Das alles gesponnen um die Aufnahmerituale der Princeton University in denen Portia (Tina Fey) im Auswahlkomitee sitzt und langsam beginnt die Aufnahmekriterien in Frage zu stellen, weil sie persönlichen Bezug zu einem der Bewerber bekommt.

Recht authentische Dramödie, die aber auch manch verquere Situation an den Tag legt in denen Fey immer wieder mal in ein Fettnäppchen tritt. Die besten Gags jene sind, als Portia (Tina Fey) wiederholt auf ihren Ex-Freund trifft, von dem sie gerade verlassen wurde, und der immer wieder abziehen muss weil die neue Lady schon ungeduldig wartet. Das alles Portia irgendwo auch bereichert, da sie durch einige unerwartete Veränderungen in ihrem Alltag endlich aus ihrer konformen Lebensweise auszubrechen vermag.
Teilweise rührend, auch mal peinlich, eine Spur witzig aber emotional weniger erwartungsgemäß. Also mehr eine Freude für Seher die mal leicht was anderes im alltäglichen Liebes- und Familiengeschichten-Trubel (mit elitärem Hintergrund) wollen. Fand ihn nur durchschnittlich – zum Einmalkonsum wenn man die Darsteller mag "angenommen"!



Grand Budapest Hotel (DVD)

USA, D, UK 2014
Bevor wir mal zur eigentlichen Filmgeschichte kommen müssen wir durch ein paar (Zeit-)Ebenen streifen… von einem Mädchen vor der Büste eines Schriftsteller - der diese Geschichte schrieb – zu diesem Schriftsteller (in den 80zigern) der mit dem Filmpublikum spricht, und dann von sich selbst in den 60ern spricht, der im Hotel jemanden trifft der ihm wiederum eine Geschichte aus den 30-40ern erzählt!

Klingt absurd? Tja, wir sind bei Wes Anderson, der sich immer wieder irgendwelche kreativen Sonderlichkeiten ausdenkt um sein Publikum zum Staunen zu bringen. Die Wechsel sind aber nachvollziehbar und nur zu Beginn, dann läuft die Geschichte in seiner eigentlichen Erzählung durch. Im Mittelpunkt steht der eloquente Concierge Gustave (Ralph Fiennes) und sein auszubildender Lobby Boy Zero (Tony Revolori). Ein traumhaftes Gespann welches durch einige Abenteuer stolpert und trotz ihrer Unterschiede immer mehr zusammenwächst.
Da wäre mal die Sache rund um ein unbezahlbares Gemälde, eine Erbschaft, die dem Chameur vieler alter Damen – Gustave – einige zornige Familienmitglieder, allen voran Dmitri (Adrien Brody) und seinen zwielichtigen Handlanger Joplin (Willem Dafoe) aufhalst, und ihn später sogar ins Gefängnis bringt! Dann wäre da außerdem noch der Ausbruch des zweiten Weltkriegs der sich immer wieder in ihre Angelegenheiten mischt…

"Warum halten wir schon wieder vor einem Gerstengrasfeld?" (Anm.: während einer Zugreise)

…und dem Gespann nicht nur deren zuvorkommenden Pagendienste ABWEGIG durcheinander wirbelt!

Wie bei Anderson gewohnt, knallig und optisch so facettenreich wie eine Schachtel voller unterschiedlicher Bonbons! Die neben den wunderbaren Kulissen vom wunderbaren Berghotel, durch urige Dörfer bis raus ins verschneite Ödland, auch immer wieder in der Innenaustattung zu finden sind. Ein wahrer Augenschmauß, mit vielen visuellen Momenten, die so elegant wie auch witzig erscheinen! Auch bei den Darstellern gibt es wieder enorme Abwechslung im rigorosen Staraufgebot, nicht nur die Stammschauspieler von Adrien Brody über Bill Murray bis hin zu Jason Schwarztman sind vertreten, auch Bob Balaban und Edward Norton sind vom letzen Mal wieder dabei, neben Neuzukömmlingen wie Jeff Goldblum, Saoirse Ronan, Tom Wilkinson, Jude Law…

Von der Stimmung wirkt die Sache dieses Mal recht gehoben, speziell durch die enorme Redegewahnheit von Gustave, der nicht nur völlig zuvorkommend den Pagen mimt – sogar im Gefängnis bringt er äußerst elegant den Haferbrei an den Mann – sondern auch mit Fremdwörtern und sogar Lyrik um sich schmeißt. Zwischendurch aber auch immer wieder mal einen ganz anderen Jargon durchkommen läßt! Aber doch recht intelligentes Kino weil Anderson sogar die Rassendiskriminierung nebensächlich aber genial einwebt. Das wilde Durcheinander - zwischen der noblen, süssen, hofeigenen Zuckerbäckerei - aber auch stets zum Lachen bewegt weil vieles wieder mal so verquer oder herrlich unlogisch erscheint; dabei aber stets völlig kreativ bleibt!
Als Bsp. der Gefängnisausbruch – indem man übrigens eine deutsch-österreischische Schauspielercombo mit Harvey Keitel in eine Zelle sperrte - ein witziger Balanceakt durch die Schlafgemächer der Wärter, aus dem nichts eine irrlange Leiter auftauchend vom großen Berg geklettert wird und es immer wieder raus aber auch wieder rein geht; sehr witzig und gleichzeitig amüsant unlogisch.
Genauso wie die Verfolgungsjagd, Skier gefolgt vom Schlitten, aus einer herrlichen (Stop-Motion?)Vogelperspektive in dem das Kurven-kriegen genauso witzig erscheint wie die Geschwindigkeit. Vieles wirkt in Zwischenbildern theaterhaft skurril, auch die geniale Tram, die auf den Berg vors Hotel führt, in einer totalen Schräglage mit drei ganz vertikalen Gästekammern bestückt, einfach nur absurd und zum Lachen!

Ralph Fiennes wie gesagt wunderbar als eloquenter und vornehmer Vorzeigecongierge, der Lobby Boy gespielt von Tony Revolori eine herzlich passende (Neu-)Entdeckung und Willem Dafoe wieder mal in einer recht obskuren Rolle… mit seinen Schlagringen bestückt hinterläßt er (und auch der Film) mehr blutige Taten als erwartet, tja, Dafoe darf sogar mal ne Katze aus dem Fenster werfen! Vieles nur so derart nebensächlich, dass es einfach nur völlig belustigend wirkt. Aber auch der restliche Cast läßt stets aufblicken, sofern man die Darsteller in ihren skurrilen Outfits oder Aufmachungen überhaupt erkennt!
Einziger Kritikpunkt, warum man für Zero in jungen Jahren (Tony Revolori) im Vergleich zu späteren Jahren (F. Murray Abraham) so kulturell ungleiche Darsteller verwendete. Aber vielleicht war das auch noch so ein Wink mit dem Rassen-Zaunpfahl, den ich noch nicht verstanden habe?

Auf jeden Fall wieder absolut SEHENSWERT, irgendwie leicht historisch, sehr elegant und auch distinguiert (vornehm; sich durch betont gepflegtes Auftreten oder ähnliches von anderen abhebend), aber auch kriminell verschachtelt wie absurd witzig!!! Der Besuch im Grand Hotel Budapest und anderen zwielichtigen Etablissements hinterläßt definitiv Eindruck! Ganz, ganz toll!! Superb!



Repo Man (DVD)
USA1984
Nach "The Outsiders" und noch vor manch Teen-Classics gibt’s hier Emilio Estevez in einer Sci-Fi-Action Hauptrolle als sogenannter Repo Man; nein, nicht jene unmoralische Gesundheits- und Kapitalskritik (Repo Men) in dem 2010 Jude Law und Forest Whitaker Organe zurückholten, sondern als 80ties Flick mit einigen sonderbaren Einlagen. Aber zurückholen musste Estevez auch hier was, und zwar Autos von Leuten die ihren Kredit nicht mehr bedienen konnten, aber nicht auf reguläre Weise, sondern in Form eines Diebstahls!

Nachdem aus dem Punk in gewöhnlichen Jobs nicht wurde, trifft er auf Bud (Harry Dean Stanton) der ihn unwissend in einen Job verwickelt. Nach anfänglicher Skekpsis steigt der coole Grünschnabel jedoch auch ins gefährliche Geschäft ein um sich was zu verdienen, und dabei mit seinen neuen schrägen Kollegen manchmal auch sein Leben zu riskieren.
So bleibt der Film großteils ein minimal actionreicher Thrill, in dem immer wieder Autos geklaut werden und meiste Zeit plaudernd durch die Stadt gecruist wird. Die Sci-Fi Note kommt nach dem offensichtlich fiktiven Intro nur ganz langsam rein, und beginnt erst nach der Bekanntschaft mit Leila (Olivia Barash), welche an Außerirdische glaubt und einem bestimmten Wagen auf der Spur ist, dessen Kofferraum eine besondere Fracht enthalten soll! Bald steht dieser Wagen (mit einen hohen Summe für jenige die ihn auffinden) auch auf der Liste der Repos und nicht nur diese machen Jagd darauf! Auch eine zweite Gruppierung Repo Men wollen die Belohnung haben und selbst eine (geheime) Regierungsorganisation ist schon auf der Spur nach der Fracht des 64er Chevys mit dem ultraheißen Kofferraum!

Kreuz und quer wird der berüchtigte Chevy Malibu – mit seinem ursprünglichen, schon recht bedienten Fahrer – durch die Stadt gejagt, dabei geht’s auch oft mal absurd oder kriminell abwegig zu. Es wird nicht nur herumgeballert und sich mal schnell ne Nase Speed gezogen, auch Ottos alte Freunde sind nicht zimperlich wenns um bewaffnete Überfälle geht. So gelangen auch sie mal in die Obhut des Wagens, und mittels eines visuellen Effekts beim Öffnen des Kofferraums, wird einem gleichmal das Fürchten gelehrt!

Der Film wird sogar manchmal als Komödie untergeordnet, ist er aber wenig, der vermeintliche Witz tritt eher durch obskure Angelegenheiten zu Tage, was aber vielmehr absurde Kreativität als komödiantische Lacher darstellt. Denn der zynische Großteil ist mehr ungehobelt oder eben einfach nur etwas schräg! Ja selbst zum Philosophieren wird ausgeholt, speziell mit Kollege Miller (Tracey Walter) beim Ausräumen der zurückgeholten Wägen. Da sind nicht nur ausserirdische Konzepte und UFOs Thema!!

Im Hintergrund läuft überhaupt ne Welt ab, die zwar nicht relevant wird, aber dennoch sonderbar ins Auge sticht. Allein die ganzen Produkte/Lebensmittel mit ihren identen Aufklebern und deren simplen Beschriftung wirken markant auffällig, selbst bei Drogen ist die chemische Textformel im konformen Layout aufgedruckt. Auch wenn es keine weitere Bedeutung für diese obskure Gesellschaft (mit ihrem ach so wichtigem Fernsehprediger) findet, eine gelungene Kritik auf die heutige Überflut des Product Placement is es allemal!! Musikalisch stets angemessen untermalt mit Iggy Pop, The Plugs, Circle Jerks, … eben Punk, Pop/Rock oder gar mal ganz anderen Tönen (Jazz).

Als 80ties Auswuchs und für Freunde des ominös Fantastischen definitiv einen Blick wert! Wenn auch meist trotz des vielen Cruisens wenig Fahrt aufkommt, so ist zumindest das verstrahlte Ende mit floureszierendem, fast psychedelischem Ausflug allemal eine Sichtung wert! Auf Grund der unkonventionellen Art bezeichnen ihn manche sogar als Kultfilm. Eher, jein! Aber die Sache hat definitv was!

Gibts bei uns leider nur auf DVD; die Bilder zeigen sowohl US-Import und UK-Fassung, beide keinen deutschen Ton.



Extraterrestrial (DVD)
KAN2014 – Sie kommen nicht in Frieden
April (Brittany Allen) und ihr Freund Kyle (Freddie Stroma) fahren ins beschauliche Örtchen Echo Lake, um eine wunderschöne Blockhütte für den Verkauf fit zu machen. Kyle hat gleich ein paar Freunde eingeladen (Melanie Papalia, Jesse Moss, Anja Savcic) wodurch die Weekendparty in der Natur steigen kann! Was sie nicht wussten, in dem kleinen Nest gehen schon seit einiger Zeit sonderbare Dinge vor: tote Tiere mit astreinen Schnittwunden, verschwundene Leute und obskure Beobachtungen, lassen bei Sheriff Murphy viele unbeantwortete Fragen offen! Als die Mittzwanziger nach einem kleinen Streit auch noch beobachten wie ein feuriges Teil vom Himmel in den nahe liegenden Wald niedergeht, hat die Party erstmal Pause! 
 
E.T. mal anders!
Zwar recht gewöhnlich in allen Facetten eines tollen B-Movies, aber dennoch manch stimmungsvolle Eigenheiten oder sogar sehenswerte klassische Arrangements, wenn die Leute hier auf eine außerirdische Bedrohung stoßen. Natürlich entdecken sie ein UFO, welches im Wald eine Furche zog! Und der Außerirdische im Classic-Look ist auch nicht weit! Die Teenager haben nun ein deftiges Problem mehr, als nur einen zuvor gescheiterten Heiratsantrag, und die Action geht los! 
 
Die Inszenierung ist zwar etwas ruppig, besonders in den Wechseln zwischen stimmungsvollen Gefühl und episch ausstaffierten Momenten - gibt sich also viel pompöser als die Schauspieler nur ansatzweise sind - bleibt dafür aber stets spannend und kurzweilig! Man merkt schon, dass hinter der Kamera Genrefreunde zu Werke sind! Die Effekte sind fürs Budget wirklich klasse und die stimmige Atmosphäre begeistert dunkel und verregnet; die Umgebung mit Wald-, Wiesen- und Blockhüttensetting, erweist sich außerdem als besonders erprobt! Es wird enorm viel mit Farben und Lichtern gespielt, wirkt teilweise wie eine Pop-Art Alien Invasion auf LSD, haut aber in Kombi mit einer heftigen Geräuschpalette so richtig rein! Der Sheriff darf ein wenig kauzig sein, bevor er durchblickt und überraschend…
 
Neben altbekannten und auch fragwürdigen Momenten, gibts dann auch richtig klasse Einstellungen/Ideen: als es beispielsweise in einer Szene aufhört zu regnen, es 3 Meter weiter aber immer noch aus Eimern gießt! Tja, man sollte doch mal nach oben gucken! Einige weitere Schockeffekte halten auch weiterhin wacker bei Laune!
 
Visuell wird etwa ein Drittel mit Wackel- und Handycam gedreht um etwas wirren und unkultivierten Look rein zu bringen, zum Glück hält der Rest aber stilecht drauf! Michael Ironside gibt sich noch ein geniales Stelldichein als Marihuana-Landwirt im Backwood und hat dabei klasse Verschwörungszeugs auf Lager! So ein Typ kann in solch abgedrehten Situationen immer hilfreich sein, besonders wenn man ein alter Haudegen im Filmbiz ist!
 
Fand ich als kleinen, rüden B-Alienfilm, der versucht einen auf ganz groß zu machen, richtig klasse und stimmungsvoll. Hätte man stellenweise nicht so (kitschig) übertrieben und manches verfeinert, könnte er sogar in der obrigen Liga mitspielen -  aber auch so hat er stimmungsvollen Charme! Gegen Ende gibt’s noch heftigen Scheiß zum wegstecken und der Finalgag ist sowieso der Knaller da fehlen nur noch Mulder & Scully!
 
Also, Horror in der Waldhütte war gestern, heute geht’s von dort aus zum Mutterschiff! 
 
Jetzt sollt ich mir wohl auch mal das Low-Budget Erstlingswerk der Co-Regisseure Vicious Brothers (Colin Minihan, Stuart Ortiz) "Grave Encounters" ansehen, und so richtig Lust hab ich nun wieder mal auf "Feuer am Himmel", hier würde mir eine HD-VÖ grad entgegen kommen!!




 

Coverbilder: bluray-disc.de


M O N S T E R T H E K #08

26. September 2015




1964  USA und Italien schicken Vincent Price als Omega ins Endzeit-Rennen
The Last Man On Earth

Die Zuordnung des Feindes in diesem Horrorfilm fällt gleich mal richtig schwer, denn die Gestalten sind weder das eine noch das andere richtig! Die Erde wurde von einer Seuche dahingerafft, von einer europäischen Grippe ist die Rede, die über den Wind übertragbar das Land und seine Menschen überfiel. So ziemlich die ganze Menschheit ausrottete, jedoch einige wieder von den Toten zurückkehrten!
Weshalb sie schon mal als Zombies durchgehen und sich auch genauso lahm bewegen, jedoch haben sie anderweitig die Eigenschaften von Vampiren übernommen.
Sie können nur Nachts raus, haben große Abscheu von ihren Spiegelbildern, sind völlig lichtscheu, Knoblauch mögen sie gar nicht und töten kann man sie nur indem man ihnen einen Pfeil ins Herz treibt! Beißen tun sie aber keineswegs, sie rücken einen zwar völlig auf die Pelle und fallen gegen Ende sogar einer Frau verdächtig an den Hals, aber weder an ihr, noch an den Zähnen des Zampires kann man Blut/Bisse erkennen! Also eine sonderbar urige Mischung, die aber auf jeden Fall die Filmwelt beeinflusste und Wege bereitete!

Der einzige Überlebende, Dr. ROBERT NEVILLE (Vincent Price), bekommt jede Nacht Besuch von diesen Gestalten. Ein alter Bekannter unter ihnen kann sogar seinen Namen rufen, die anderen geben jedoch nur typisches Zombiegegrummel von sich; während sie wieder Mal sein verbarrikadiertes Haus lädieren. Für Neville scheint dies schon alltägliche Routine zu sein; Angst hat er keine mehr, weil sie zuwenig Intelligenz besitzen um ins Haus einzudringen. Der Radau geht ihm aber mittlerweile schon mächtig an die Psyche. Diese 3 Jahre – trostlos, verlassen, allein – waren hart und auch die Trauer über die Verluste nagen noch immer an ihm. 
 
Die beiden Regisseure, Salkow (Amerikaner) und Ragona (Italiener), teilen den Film unauffällig in 3 Etappen. In der ersten spricht Vincent Price kein einziges Wort, füllt jedoch mit reichlichen Off-Kommentaren die verlassene Einöde und seinen routinierten Alltag.
Um viel Licht zu haben gehört das Diesel-Aggregat nachgetankt, an der Drehbank werden neue Pflöcke angefertigt, Gestalten aufspüren/pfählen und etwas durch die Stadt fahren, u.a. zu einem Kühlhaus in dem er Fleisch und Unmengen an Knoblauch lagert! Eben damit er wieder versorgt ist, wenn die Nacht und seine Monster hereinbricht. Hier findet er auch mal Zeit sich zu erinnern… und in dieser Rückblende (2.Etappe) erfährt man ausgiebig Informationen über die Zeit zur Wende: die Ängste der Bevölkerung, seine Forschung für ein Gegenmittel und die persönlich erlittenen Verluste.
So bekommt man auch die Veränderung der Menschen zu diesen Gestalten lückenlos mit! In der 3.Etappe befinden wir uns wieder in der Gegenwart, in der sich mal etwas Erfreuliches auftut, als ihm ein Hund zuläuft, wehrt aber leider auch nur kurz. Doch dann taucht auch noch eine Frau auf, und mit ihr sogar einige ganz neue Informationen… es soll auch noch Halbinfizierte geben…

Nur gegen Ende der ersten Etappe wird es kurz mal etwas zäh, doch dann kommt die Rückblende, mit ihr wieder fesselndes Potenzial und sogar eine dramatische Familiengeschichte. Die Endzeit-Stimmung ist grundsätzlich erhaben und der zeitmarkante Score äußerst mitreißend. Auch mal theatralisch aufwühlend, aber meist zeitnostalgisch treffend. Vincent Price schleppt sich, themenspezifisch, bedrückt und auch beeindruckend durch diese marode Welt!


"The Last Man on Earth" ist die erste Verfilmung des Romanes "I am legend" (1954) von Richard Matheson. Alleinstehend schon toll anzusehen, noch besser aber als genialer Einstieg um sich auch die Remakes mit ihren kleinen Unterschieden zu Gemüte zu führen.                                                                                                                         


Die nächste Verfilmung ist demnach gleich I AM OMEGA aus 1971 mit Charlton Hesten als Robert Neville, hier als Mann an der Waffe! 
Nach einer Krise zwischen Russland und China, greifen auch die Staaten weltlich ein und in einem Krieg kommt es zum Einsatz biologischer Waffen, dessen Bakterien die Menschheit dahinraffen. Der Militärbiologe/-wissenschaftler konnte sich in letzter Minute noch einen Impfstoff verabreichen, der gerade erst für Versuchszwecke kreiert wurde, es hilft und er überlebt als einziger ohne Veränderungen. Eine weitere Gruppe Überlebender, eine fanatische Vereinigung, die sich einfach Familie nennt, hält all die technische Entwicklung für die Ursache des Krieges, und den Teufel; sie sind etwas mutiert und lichtblind, weshalb sie nur Nachts rauskommen um Schaden anzurichten. Fortan kämpft Neville gegen diese schwarzen Kutten tragenden Menschen mit roher Waffengewalt, Black Power Unterstützung erhält er später von der letzten lebenden Frau auf Erden und dabei werden einige lockere Sprüche und auch manch tolle Zitate losgelassen. Heston dabei etwas selbstverliebt heroisch und meist völlig unerschrocken mit seiner Uzi durch die völlig ausgestorbene Stadt spaziert... um im Finale noch einen Rettungsversuch zu starten. Kurzweilig und stimmig, wobei der Rückzugsort, seine kleine Festung mit großen Lagerbeständen wirklich ansehnlich ist! Sieht klasse aus!


Im neuen Jahrtausend wagte man sich wieder an einen Adaption und schickte Will Smith 2007 in I
 AM LEGEND in die ausgestorbenen Straßenschluchten New Yorks. Immer noch belastet durch den Verlust seiner Familie - die auch in zwischenzeitlichen Rückblenden immer wieder thematisiert wird - forscht er aber genauso an einem eventuellen Heilmittel. Verbarrikadiert in einem schicken Wohnhaus mit Kellerlabor, hat er auch noch einen Hund an seiner Seite, wenn ihm der mal zu wenig bietet, spricht er auch noch mit Schaufensterpuppen. 
Die Ursache für die Epidemie ist auch hier wieder anderer Art; ein Mittel gegen Krebs wurde gefunden, die Menschen sprechen auch super darauf an, nach einer gewissen Zeit mutierte das Virus jedoch und riss die Menschen in den Tod. Nur wenige starben nicht, mutierten aber zu scheußlichen Kreaturen die fortan nun nächtlich auf Beutefang gehen. Hungrig und mit einem ständigen Puls von 180, ist mit denen nicht gut Kirschen essen! Diese mit dem Rechner kreierten Wesen - auch beim Stadtbild kommt immens viel aus dem Computer - sehen recht glitschig aus, sind absolut lichtempfindlich und fletschen die Zähne, wenn sie einem ultraschnell nachjagen!
Nevilles Alltag besteht darin, untertags täglich nach Überlebenden Ausschau zu halten, das Lager der Kreaturen zu suchen und seine Vorräte aufzustocken. Bis natürlich auch hier noch jemand auftaucht...


Kann man sich also alle 3 Filme zu Gemüte führen, ohne einen Ausfall zu erleiden. Dort wo 2007 die Monster zu schnell waren, sind sie zuvor eher zu lahm gezeichnet, dennoch hat der Urklassiker den meisten Charme und wohl auch die beste Stimmung! Die ausgestorbene Post-Apocalypse punktet aber bei jedem. Die Heston-Variante hat wohl die bessere Action, wobei der Horror von Will Smith, mit einem schicken Labor und direkter Forschung an den Kreaturen aufwartet.
Alle enden außerdem ident... mit dem Tod von Neville nach der Übergabe eines Heilmittels aus seinem Blut! Beim Zwischendurch darf dann jeder selbst entscheiden, was ihm am Besten zusagt.



1972  Blaxploitation goes Transylvania
Blacula
 

Prinz Mamuwalde (William Marhsall) ist mit seiner Gemahlin Luva (Vonetta McGee) auf Besuch in Transsilvanien. Um gegen den Sklavenhandel einzutreten, versuchen sie Graf Dracula als Unterstützer zu gewinnen, der ist von der Sache jedoch weniger angetan wodurch es zum eskalierenden Streit kommt. Graf Dracula will sich die beiden sogar Untertan machen, belädt den Prinzen auch gleich noch mit einem Fluch und sperrt ihn auf ewig in einen Sarg. 
 
Blöd nur, dass im Lauf der Geschichte dann Van Helsing über die Blutsauger hereinbrach und alle ausrottete, nur der eingeschlossene Sarg wurde nicht entdeckt und somit 200 Jahre später von zwei homosexuellen Innenausstattern – aber echt total überzogen, klischeehaft, schwülstig -  in die Staaten importiert.
Somit bekam auch das Blaxploitationkino seinen Blutsauger, der sich hier recht trashig aber doch auch stimmungsvoll in seiner neuen nächtlichen Gegenwart herumtreibt. Etwas Beißen und eine neue Liebe inklusive! Ein bestimmtes Mädl sieht nämlich seiner ehemaligen Holden so richtig ähnlich; diese Inkarnation seiner alten Flamme will er nun nicht nochmal verlieren! Währenddessen versucht ein Gerichtsmediziner der Polizei (Dr. Thomas – Thalmus Rasulala) dem Blutsauger auf die Spur zu kommen, denn der hinterlässt einige Leichen und eindeutige Anzeichen für einen Vampir-Mythos.
 
Der Mythos im Film witzigerweise jedoch recht flexibel daherkommt, immerhin tritt Blacula gleich mal ungehobelt über die Türschwelle bevor er überhaupt fragt ob er reinkommen darf! Die Verwandlung von anderen in Untote passiert variabel von schleppend langsam bis ultraschnell! Zimmertemperaturen haben damit scheinbar auch was zu tun, aber fragt mich nicht warum! Hier gibt’s einige unterhaltsame Logikausgeburten, wobei das Beste aber noch ist, wenn dem Blutsauger mit dem Spitz werden der Zähne auch die Gesichtsbeharrung pompös sprießt! Haarsträubend ist hier eben so einiges, nicht nur die grandiosen Afrotollen!
 
Dennoch ist die Stimmung gar nicht so übel und kann durchaus mal fesseln, natürlich muss man sich beim dazugehörigen Score einiges anhören, von markanter Gruselstimmung die super zum 70ties Nachtsetting passt, bekommt man auch prägnant-penetrante Effektorgien (wie Sirenen) oder auch schwülstig-romantische Schmuddelsounds zu hören. Aber alles stets FUNKY! Yeah!! 
 
Am Ende gibt’s dann nochmals Action in zwei Etappen, bevor man endgültig ins Tageslicht entlassen wird. Kann man sich als Trashfreund oder auch als halbgar-amüsanten Blaxploitationstreifen ruhig ansehen - wenn man mutig ist! Egal ob zum Lachen oder als versuchten Grusler, wird in Sachen Stimmungen doch was geboten und mit manch netten Billigeffekten versehen.
 
Der Film bekam sogar im Jahr darauf gleich noch ne Fortsetzung, die neben selbigen Blac-Prince Darsteller sogar Pam Grier an Bord hatte! Auf Blu-Ray gibt es beide Filme im Double-Feature nur als US-oder UK-Import!  Bei uns wird man selbst unter den DVDs nicht fündig. Aber hin und wieder läuft er mal im Fernsehen, zuletzt eben auf Tele5 im SchleFaZ-Programm, mit reichlich (mordsspaßigen) Senf von P.Rütten und O.Kalkofe oben drauf!
 


2013  Bevor A. Yelchin unter Joe Dante gegen seine Zombie-Ex kämpfte, ....
Odd Thomas

 
Odd Thomas (Anton Yelchin) hat eine Gabe, die er jedoch versteckt, da seine Mutter dafür schon missverstanden und sogar weggesperrt wurde. Er kann Tote sehen und ihnen hilfreich zur Seite stehen, auch wenn er sich damit immer wieder in große Gefahren manövriert. Chief Wyatt Porter (Willem Dafoe) und natürlich auch seine Freundin (Addison Timlin) sind eingeweiht und stehen ihm stets zur Seite. In letzer Zeit sieht Thomas vermehrt sogenannte Bodachs, dies sind monsterähnliche Geisterwesen die sich von dunkler Energie nähren. Meist halten sie sich dort auf, wo bald jemand stirbt oder etwas Schreckliches passiert. Eigentlich sind sie selten zu sehen, in letzter Zeit häufen sich aber in dem Wüstenstädtchen die Sichtungen dieser dunklen Kreaturen! Thomas spürt, dass sich etwas Fürchterliches anbahnt.
 
Vom Horrorautor Dean Koontz wurden schon ein paar Romane verfilmt oder zumindest als Idee weiterverwendet, unter anderem die Watchers-Reihe (88,90,94,98), Hideaway (Goldblum, Silverstone) oder auch Phantoms (mit Ben Affleck, Peter O’Toole), so entspringt auch "Odd Thomas" seiner mysteriösen Schreibmaschine.
 
Dieser Film unterscheidet sich grundsätzlich schonmal vom gewöhnlichen Horrorfilm, da er weitere mysteriöse, übernatürliche und eben auch komödiantische Einlagen mitbringt und sich irgendwo auch nicht sonderlich ernst nimmt, obwohl es die Sache eigentlich ist! Die Verhaltensweisen sind so locker lässig, fast surreal entgegen der eigentlich bedrohlichen Situation, dass genau DAS den so gelungen Humor und auch frischen Esprit von "Odd Thomas" ausmacht! Odd stürzt sich Hals über Kopf in beängstigende Abenteuer und ist trotz persönlich eher ruhigerer Natur, in diesen Angelegenheiten fast schon ein mutwilliger Draufgänger, selbst wenn es wie ein Zwiespalt rüberkommen sollte. 
 
Anton Yelchin passt verdammt gut in die Rolle des verschrobenen Typen mit übernatürlichen Gaben. Mit seinem verschlafenen Blick bringt er die nötige Gelassenheit mit, damit alles irgendwie so beiläufig witzig wirkt; eine gewisse sonderbare Entrücktheit, die absolut stimmig ist! Addison Timlin gibt seine zucker-zuckersüsse Freundin die auch genug Humor mitbringt, besonders wenn sie im Eisladen kleine Mädchen bedient, dabei mit Odd telefoniert und ihm lautstark rät, er soll abgetrennte Köpfe im Kühlschrank suchen!
Dem Allzeitliebespaar das seit Kindertagen liiert ist wurde eine Geschichte maßgeschneidert, die tatsächlich so kitschig wie liebenswert ist! Eine Art Bilderbuchbeziehung zweier Seelen die wirklich zusammen gehören – auch wenn sie hier meist auf dem Sprung sind! Willem Dafoe gibt nen super-lockeren Polizisten ab, der stets tüfteln muss damit die Sache auch nicht für andere Polizisten sonderbar wirkt; immerhin weiß Odd Thomas Dinge, die niemand anders wissen kann. Und wenn man es selbst nicht wüsste, würde man definitiv Thomas für den größten Verdächtigen halten! Chief Wyatt (Dafoe) hat zwischenzeitlich immer irgendwelche Liebesspielchen mit seiner Frau am Laufen, jedesmal von Odd unterbrochen um in weitere Probleme zu navigieren. 
 
Auf den Regiestuhl setzte man Stephen Sommers (Die Mumie, Van Helsing, G.I.Joe) was auch gleich am Tempo des Films bemerkbar wird, leider doch auch zum Leidwesen der Geschichte die eigentlich richtig genial ist. Weil sie eben einen sechsten Sinn mitbringt, mit der Odd in Thrillermanier den ominösen Spuren und Zeichen folgt, wobei der Erfolg sich am richtigen deuten der Dinge misst. Also langweilig wird einem hier nicht, aber die vielen Elemente wirken durch das zügige Tempo und Geschehen eben doch auch mal wie ein Flickwerk. Obwohl die einzelnen Szenen wiederum auch fantastisch sind, speziell auch das emotionale Ende bei dem Tränen fließen dürfen.
 
Auch wenn die Mischung, zwischen Action, Liebesfilm und überquirlig amüsantem Mysterie-Horrorthriller sehr absurd ist, macht es den Film doch Besonders! Sofern man auf einen solchen Mix steht. Wäre das Tempo etwas gedrosselt, wäre die Sache sogar richtig genial. Wobei die mehr extrovertierten Seher mit der nahtlosen Abfolge wohl auch so glücklich sind. Auf jeden Fall würde ich gern eine Fortsetzung sehen, in der Hoffnung, dass ein anderer Regisseur sich darum annimmt. Jemand der alles eine Spur mehr verbindet und nicht soviel Potential gegen oberflächliche Kurzweile verschenkt. Da kann kein Gefühl aufkommen, obwohl die Story diese hätte! Der Spaß und die Lässigkeit muss natürlich bleiben! Material müsste genug da sein, von Odd Thomas gibt des immerhin schon 6 weitere Romane und sogar noch 3 Graphic Novels!
 






Coverbilder: bluray-disc.de, amazon.de / Banner ZoMoHoWo: tantron / restliche Banner: MoeMents

 

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18. September 2015
Frühstück bei Tiffany / Das Geheimnis der Monsterinsel / Orange is the New Black (1) / Riddick


Gewohntes Intro musste aus Platzmangel gecancelt werden! 
Nice WEEKEND!  (p.s.: sorry für eventuelle Längen ;))






Breakfast at Tiffanys (Blu-Ray)
USA1961 – Frühstück bei Tiffany
Schon der Einsteig dieses Klassikers könnte keinen bleibenderen Eindruck hinterlassen. Mit dem Paramount Logo kommt sogleich auch das bewegende Moon River, welches bis heute den Film so mitprägte, und dann kommt da in den verlassenen Morgenstunden Audrey Hepburn als Holly Golightly in einen New Yorker Taxi an; ein Abendkleid das nicht eleganter ausfallen könnte, Schmuck der nicht besser ihre Eleganz und Schönheit akzentuiert und ein Diadem, um dem Ganzen nochmals die letzte Krönung aufzusetzen! 
 
Da steht sie nun und sieht in die Schaufenster des Juwelierladens, einzig und allein, UM nach einer langen Nacht herunterzukommen!! Mit einem Croissant in der einen Hand und einem Pappbecher Kaffee in der anderen! Allein schon diese Mischung – hinreißender Luxus aber Frühstück aus der Tüte - legt wunderbar voraus, das Holly es eigentlich gar nicht so Dicke hat, und wenn man es böse ausdrücken will, hat sie es auch ansonst nicht ganz! Einer ihrer Gönner nennt sie wohlwollender Weise noch "nett-verrückt", da hinter der so liebevollen Partydame, dem so bezaubernden Mädchen, welches so quirlig und verträumt an ihr Leben geht, eigentlich ein ganz zerbrechliches Geschöpf, auf der Flucht vor sich selbst steckt. 
 
Auf der Jagd nach einem reichen Mann, der ihr Luxus und Sicherheit bietet um das Leben zu führen das sie sich erträumt hat, steht sie sich bald nicht nur selbst im Weg, auch ihr neuer Nachbar Paul Varjak (George Peppard), den sie liebenswert einfach nur Fred nennt, wird bald in etwas hineingezogen, das diesen 60er Jahre-Film auf ganz eigene Art belebt – oder eben auch traurig macht. 
Doch genau damit etwas schafft, das "Frühstück bei Tiffany" neben seiner glamourösen und kecken Oberfläche auch mit beachtlichem Leben hinter der Fassade füllt… wohl einer der vielen Gründe warum er sich als unvergesslicher Klassiker festigte! 
 
Eine tiefe Freundschaft entwickelt sich aus der spontan startenden Bekanntschaft zwischen dem Schriftsteller und der Lebenskünstlerin – zumindest wirken beide auf den ersten Blick danach - und schon die erste Begegnung so wunderbar unkonventionell wie erfrischend hervorbringt, dass man beide in keinem gewöhnlichen Schemata unterbringen kann; und sei es nur die Tatsache, dass sich beide auf eine gewisse Art für Geld hergeben. So treibt es einen durch deren Eigentümlichkeiten in verwunderliche Richtungen… selbst wenn man weiß wie die Sache ausgehen muss!
Einige Charakterschübe gar nicht so leicht nachvollziehbar sind, da Hollys unstete Laune oftmals für emotionale Furore sorgt, doch zaubern sie einem jederzeit ein Lächeln ins Gesicht und lassen einen durch die stets wunderbare, stilzeichnende Stimmung und Darstellung genauso ankommen, wie Holly es bei Tiffany vermag.      
 
Man(n) wird es aber definitiv nicht leicht haben mit diesem süssen Fratz, gerade George Peppard – kaum zu glauben das er erst in den 80zigern als Hannibal aus dem A-Team bekannt wurde – hier in seiner bekanntesten Filmrolle als Nachbar Paul, einige emotionale Höhen und Tiefen einzustecken hat! Dabei aber ungewöhnlich souverän bleibt, wenn auch aufopfernd in seiner Liebe, die so einzigartig zwischen vielversprechender Freundschaft an viel mehr zu kollidieren hat! Auf alle Fälle aber ein richtig smarter Junggeselle!
Audrey Hepburns Darstellung ist einfach so wunderbar keck, witzig und auch naiv, dass man sich nicht mehr halten möchte, um entzückt, lachend, schmunzelnd oder einfach nur stil-technisch beeindruckt mit ihr in diese so schräge Lebensphase abzutauchen… 
Das Flanieren in den New-Yorker Morgenstunden im Dress-Code, die famose Party die etwas aus dem Ruder zu laufen scheint, manch frohlockender Leichtsinn oder einfach nur die simple Tatsache, dass man Milch aus einem Cocktailglas trinkt oder sein Make-Up im Briefkasten aufbewahrt - amüsant wie auch praktisch! Gern sitzt man mit ihr und ihren neuen Kumpel Fred auch in einer Burlesque-Show, um ein paar Drinks zu kippen, Holly zuzusehen wie sie ihre ikonische Sonnebrille in dieser dunklen Bar zurechtrückt und mit Damenspitz aus dem Lokal wackelt! Gequalmt wird dabei oftmals was das Zeug hält!
 
Einer der durch Hollys Art bestimmt keinen Schlaf findet ist Mr. Yunioshi! Ein Asiate der von ihr stets aus seiner häuslichen Ruhe geklingelt wird! Die Rolle kam international gar nicht gut an, da sie Mickey Rooney auf überspitze Slapstick-(Rassen-)Klischees trimmte. Man sollte sie aber einfach als das sehen, was sie ohne Hintergedanken sein wollte – WITZIG! Ist selbige freche Abwechslung, die der Film sowieso ständig an den Tag legt. Wenn Schicki-Micki auf eine so unverblümte, neurotische Frohnatur trifft, dann kommt man eben um Fettnäpfchen nicht umhin. 
 
Eigentlich war Marilyn Monroe für diese ikonische Rolle vorgesehen, Hepburn entsprach gewissermaßen keineswegs dem damaligen Schönheitsideal; aber nun-ja, so kann man sich täuschen! Ruck-Zuck war eine neue Form von Schönheit und liebreizender Grazie geboren! Rollentechnisch war sie zwar definitiv kein Mädchen in das man sich verlieben sollte, es wird einem aber verdammt schwer fallen, es nicht zu tun!!
 
Wunderbare Ausstattung, heute sogar noch viel kostbarer als damals; ein liebeswerter, leicht verrückter Flair, kultig verträumte Filmmusik mitsamt dem weiteren Score, den Henry Mancini so gekonnt um das MoonRiver–Theme strickt, sodass man sich jederzeit einfach nur gut aufgehoben fühlt! Was den einen womöglich ausgedehnt langweilen könnte – immerhin läuft die neurotische Pirsch ganze 110 Minuten (BD:115M.) -, ist des anderen pure Freude, in Stil und Stimmung dieses quirligen Klassikers zu verweilen! Sowas darf dann auch nur im strömenden Regen enden… mit einem Ring der unerwartet perfekt sitzt! 

Überdies lässt man einen Kater einfach nicht im Regen sitzen! ;)
 
 
 
Das Geheimnis der Monsterinsel (DVD)
USA1981 – Reise zur Insel des Grauens
Aushängeschilder wie Terence Stamp (General Zod aus Superman II) und Peter Cushing (Van Helsing aus Dracula - 1958) haben nur anfänglich und gegen Ende eine verfeindete Spielzeit. Paul Naschy ist mit seinem Mini-Cameo (als Flynt zu Filmbeginn) eigentlich nicht erwähnenswert. Die größte Spielzeit teilen sich der Enkel des reichen Kolderup (Cushing), Jeff Morgan (Ian Sera), und sein tolpatschiger Handlanger Artelect (David Hatton), die auf einer einsamen Insel stranden! Der Enkel wollte vor seiner Hochzeit nämlich noch eine abenteuerliche Reise erleben und die Welt sehen, doch ihr Schiff wird von Seeungeheuern (a la Black Lagoon) angegriffen und versenkt. 
 
Was nun kommt ist der alltägliche Survivaltrip auf einer eigentlich schönen Insel, bis etwa ab Filmhälfte auch so einige Monster auftauchen! Nicht nur Kannibalen haben es auf die beiden Gestrandeten abgesehen, auch Riesenmonster aus enorm viel Gummi/Plastik, Seetang-Ungeheuer oder enorme Raupen - die Dampf ablassen - wollen ihnen ans Leder. Eigentlich ist das ganze aber recht lustig inszeniert, Artelect ist ständig auf Trapp und lässt einen blöden, quirligen Spruch oder Slapstick vom Band und die deutsche Synchro gibt ihren restlichen Senf hinzu (wo oft keiner ist), obwohl auch der O-Ton schon einiges an Klamauk bereithält! Grundlegend soll die Sache aber schon furchterregend (etwas gruselig) sein, während man sich eher lau, aber doch leicht abenteuerlich die Zeit vertreibt. Damit den beiden nicht langweilig wird, befreien sie zwischendurch mal einen schwarzen Inselbürger der mitsamt der Kannibalen auftaucht, und stoßen auch noch auf eine gestrandete Lady! Im Finale, wo sie es mit weiteren fiesen Banditen zu tun bekommen - es wurde nämlich Gold in einer Höhle gefunden - schießen sie zur Verteidigung aus ihrer selbstgebauten Holzfestung aus allen Rohren! Holzstöcke, Kokosnüsse und sogar Bananen aus einer Bambus-Rail-Gun!
 
Bis zum Ende weiß man eigentlich nicht, was es mit dem Filmintro auf sich hatte, die Auflösung kommt aber noch verdrehter als gedacht! Die Monster sahen während des Filmes nämlich aus, als seien sie einfach verkleidet, wobei man natürlich an billige Effekte denkt, doch es waren tatsächlich maskierte Inszenierungen! Der reiche Onkel hat das alles nur für seinen Enkel angeleiert um ihm die gewünschte Lebenserfahrung einzuhauchen! Tja, echt schräg! Wobei aber die vermummten Banditen, die es auf das Gold abgesehen haben, durchaus echt sind! So vermischt sich letztlich noch Spielmit Realität und der Enkel hat endlich genug Lebenerfahrung um auch zu heiraten!
 
Mit der langen Spielzeit von 100 Minuten, wohl eher was für einen faden, trostlosen Sonntag-Nachmittag. Der pfiffige Score, die netten Insel, Holz- und Höhlenbauten und einige amüsante Eigenheiten halten zumindest etwas bei Laune. Am Ende gibt’s sogar noch ein schmissiges Kinderlied im Abspann – was im O-Ton übrigens nicht vorhanden ist! Ein "ungeheures" Survival-Abenteuer mit einer Portion Humor, einem Hausaffen sowie einem Papagei der ständig "Hände hoch" krächzt! Und einem ganz sonderlichen Ende!
 
 
 
Orange is the New Black (DVD)
USA2013
Reichlich Knast, ein bisschen L-Word, gleicherseits Drama und Humor, und dazwischen eine gebildete Yuppie-Braut, die es sogar tatsächlich gab! Die Figur der Piper Chapman (Taylor Schilling) basiert nämlich auf den Erlebnissen "OITNB: My Year in a Women’s Prison" von Piper Kerman, die für 15 Monate Haft verurteilt wurde, weil sie in der Liebesbeziehung mit einer Frau, die Drogen handelte, als Geldkurier diente. Weeds-Erfinderin Jenji Kohan bastelte rund um sie eine Frauenknast-Webserie, die sich um unzählige Einzelschicksale, der vielen Figur dieses Gitter-Stübchens annimmt!
 
Zur Abwechslung dient wie gewöhnlich, dass erschließen der Persönlichkeiten in Rückblenden, wobei auch Pipers Verlobter zu Hause genug Spielzeit bekommt. Jason Biggs, der wohl immer der Loserdarsteller bleibt, passt auch wunderbar in die Rolle des Ehegatten Larry, bei dem man irgendwie nur erwartet verlassen zu werden. Pipers rebellische Vergangenheit, im Gegensatz zur bodenständig und Sicherheit bevorzugenden Gegenwart, lässt in dieser auf sich geworfenen Situation zwei innere Welten aufeinander treffen, wobei ihr die alte Rebellin hilfreich sein könnte, aber wie man bemerkt auch genauso ihr Untergang! Grundsätzlich spielt sie von Anbeginn aber das süsse und schüchterne Häschen, um eben Verwandlungspotential zu zeigen, was in der ersten Staffel auch schon einige selbstbewusste Ausschläge zeigen darf – auch wenn sie danach immer wieder versucht alles hinzubiegen.
 
Obwohl man die Frauen in explizite Rassenbereiche unterteilt, von den weißen Vorortgören, dem schwarzen Ghetto, den heiligen Fanatikern bis hin zu den Latinos und restlichen Klischeegruppierungen – eben Knastalltag – fungieren sie allesamt dennoch als ständiger Brückenschlag, um nicht nur Problemchen zu kreuzen, sondern auch familiär wie humorvoll neue Freundschaften zu entwickeln! Also Klischees aufbauen, um sie dann auf geschickte Weise aufzubrechen! Keineswegs fehlen dürfen natürlich die Wärter, die Büro-Aufsicht, Gefängnisdirektion etc.; schön ersichtlich zwischen Menschen, die manche dennoch nicht für Fehlentscheidungen verurteilt haben, sowie den fiesen Stereotypen, die die Sache auch noch dramatisch ausnutzen. 
 
Die Serie geht es total gemütlich an und obwohl ich solch reduzierte Situationen so sehr mag, empfand ich die der Abwechslung dienenden Rückblenden, sogar als störend. Außerdem sind die Geschichten mancher Persönlichkeiten einfach uninteressant. Das Ensemble spielt aber durchwegs fantastisch! Bis man sich dann langsam mit einigen Figuren anfreundet, etwas Furore in die Sache kommt und auch noch ein mystisches Hühnchen auftaucht… da geht`s dann bergauf!
Es wird ganz offen mit Sex oder homosexuellen Themen umgegangen und überraschend oft manch moderne, alternative Ansicht eingebracht… Piper war eine Ökotusse bevor sie eingebuchtet wurde, eine fanatische Gläubige versucht sich als Heilerin, eine Latino braut etwas zur Abtreibung zusammen, Yoga-Jones hat sowieso eine eigene Weltsicht und auch Biggs mit der energetischen Orgamusmethode, die er von Pipers Bruder hat, ist nicht alltäglich - der Bruder ist übrigens ein Aussteiger der im Wald campt! Teilweise also recht originell neben all den gewohnten Klischees und regulären Knastthemen, wie Drogenmissbrauch, leichten Intrigen, Arbeitsdienst und der Tatsache, dass es auch die Vollzugsbehörde faustdick hinter den Ohren hat.     
 
Letztlich also doch erstaunlich persönlich, und bis auf manch überzogene Einfälle um den Humor zu erhalten, sogar recht authentisch. Die letzten Folgen dieser Dramödie holen noch enorm auf und enden mit dem Weihnachtsfest und ein paar kleinen Veränderungen, nicht nur harmonisch, sondern auch richtig aufgebracht! 
 
Schöpferin Jenji Kohan schaffte somit nach 8 Staffeln "Weeds – Kleine Deals unter Nachbarn" (2005 – 2012) eine weitere Dramedy-Serie die recht erfolgreich zu sein scheint! Die restlichen Weeds-Staffeln 4-8 erschienen erst heuer(2015) bei uns auf Tonträger, wohl durch den Erfolg von OITNB gefördert.
 
Anfänglich tat ich mir schwer mit der Serie, doch zu lahm und wenig Interesse an den Persönlichkeiten, es machte sich auch der Eindruck einer reinen Frauenserie breit, aber bis zum Ende war ich dann doch überzeugt! Würde in die zweite Staffel doch wieder rein sehen. Am Score darf man aber gern noch schrauben!
  
 
 
Riddick (Blu-Ray)
USA2013
Riddick ist endlich wieder zurück! Der knallhart in Szene gesetzte Antiheld mit operativer Nachtsichtoption, macht sich auf dem Weg zu seinen Wurzeln, zuvor macht er aber Zwischenstation auf einem weiteren feindseligen Planeten, in denen nicht nur erneut üble Kreaturen auf ihn warten, sondern auch seine liebsten Vertrauten, die Kopfgeldjäger!
 
"Pitch Black" war für mich damals ein absoluter Geheimtipp und selbst heute liebe ich das Setting noch genauso: die auswegslose Abgeschiedenheit sowie eine aufkommende Bedrohung sind sowieso meine favorisierten Stimmungshighlights! Aus ziemlich wenig, eine so beachtliche Spannung und auch noch actionreiche Verweilzeit werden zu lassen, erfreut mein Filmherz stets auf genügsame Weise. Weshalb ich jetzt schon sagen kann, dass mich auch Riddick nicht enttäuscht hat! Das Setting ginge sogar als Reboot des ersten Teils durch!

Natürlich musste man aber zur Fortsetzung (Chroniken des Kriegers) von 2004 eine Verknüpfung herstellen, da ich den zweiten Teil mit Ausnahme des unterirdischen Gefängnisaufenthaltes aber nur als aufgeblasenes Sci-Fi-Epos und Riddick-befremdliches Abenteuer sah, fand ich auch die Verknüpfung zu den Necromonger und Riddicks abdanken als König - zu dem er ja am Ende gekürt wurde - einfach nur störend! Die erste halbe Stunde empfand ich also als unwichtigen Start, gerade mal die Rückgesinnung zu seiner animalischen Seite, da er selbst sagt, er sei durch die Zivilisierung unachtsam geworden, stärken nicht nur seine Überlebensfähigkeit auf diesem erneut gestrandeten Planeten, sondern auch seine Figurenzeichnung. Selbst wenn man dies in 10 Minuten genauso gut hingebracht hätte. Aber dann geht’s wieder richtig los, Riddick setzt einen Notruf ab um vom Planeten wegzukommen und es tauchen zwei Trupps Kopfgeldjäger auf, einmal eher schäbige Banditen auf der Jagd nach der Belohnung, und dann auch noch eine mehr elitäre Einheit, die noch weitere Interessen bezüglich der gejagten Kultfigur hat!
 
Die Figurenverteilung ist somit wunderbar gegeben, ein blöder bzw. heroischer Spruch jagt den Nächsten und die aufkommenden Diskrepanzen unterhalten nicht nur mit einigen Situationen zum Schmunzeln, sondern auch spannend, indem einer nach dem anderen von Riddick dezimiert wird, und das solang bis wieder mal eine noch viel größeres Problem auftaucht! Herrlich einfach und für Freunde von Ghosts of Mars, Starship Troopers 2 oder eben dem Erstlingswerk Pitch Black ein gefundenes Fressen! Völlig reduziertes Setting, ein aussichtsloses Vorposten-Szenario und hinzu, die Dunkelheit, REGEN und Monster!! Tja, herrlich wenn nun die Bösen mit den Bösen zusammenarbeiten müssen! Die Aliens aus dem ersten Teil gibt’s zwar leider nicht mehr zu sehen – man befindet sich ja auf einem anderen erschreckenden Planeten - aber dafür unartig gefressige Wasserkreaturen mit einem skorpionähnlichem Schwanz!
 
"Riddick" wurde wieder etwas härter, hat auch einige Splattereindrücke zu bieten und hält sich auch bei manch Aussagen weniger zurück. Was sehr der überspitzen heroischen Art von Riddicks Zeichnung dient, wenn auch manchmal bei der Inszenierung so stark übertrieben wird, dass es schon lächerlich wird. Wenn Riddick arg in Zeitlupe aufmarschiert, oder vor einem Steinhügel unter Regen, Donner und epischen Hintergrund drapiert wird, muss man mehr verschmäht lachen, erfreut sich aber andererseits auch über den heldenhaften Übermut der eben so gut zu diesem Ultrahärtling passt.
Das CGI ist eigentlich in Ordnung, leider fallen viele Aufnahmen schnell als Studioaufnahmen auf, und wenn die ausgesetzte Meute auf ihre fliegenden Bikes steigt, ist nicht nur visuell pures Trashfeeling angesagt! 
 
Wie gesagt passt die (B-)Rollenverteilung super, Dave Batista (Guardians of the Galaxy) gibt nicht nur einen lässigen Kopfgeldjäger, auch einen würdigen Gegner; die Quotenlady (Katee Sackhoff) zur abwechlslungsreichen Auflockerung erinnert irgendwie sogar etwas an Radha Mitchell des ersten Teils, nur mit etwas mehr Sexappeal und Toughness, und die kleine Verknüpfung zum ersten Teil, bez. eines Familientwists, fand ich auch recht gelungen!  
 
Im Großen und Ganzen in der Riddick-Mythologie also nur ein astreiner Zwischenstopp, auf dem Weg nach Furya, oder wo es auch immer letztlich hingegen soll. Die einen werden ihn womöglich nicht mögen, weil er rein gar nichts in der Geschichte weiterbringt, ich mag ihn genau deshalb, weil er nur eine simple Basis und damit ein für mich ein heißgeliebtes Setting unter düsterer Stimmung abliefert!! Auch wenn manch Over-the-Top Verhalten, oder gar das dressierte Hündchen, sonderbar auffallen, passt es doch auch zur primitiven Riddick-Note! Die Diskrepanzen in den Charakterverteilungen sind gekonnt und unterhaltsam eingeflochten, auch ohne einen zu stereotyp auf den Wecker zu gehen. Wenn bei dem geringen Budget – sogar Vin Diesel musste selbst mitfinanzieren – noch was übrig war, sieht man dies in den epischen Green-Screen-Hintergründen! Also manchmal doch mit einer imposanten Welt aufwarten kann, als das Studio herzugeben vermag. Hat also trotz seiner Minimalistik auch eine gewisse Größe zu bieten. Von mir aus darf Riddick ruhig noch mehr solcher Zwischenstopps machen, ich hab grundsätzlich kein Interesse an der nebensächlich erwähnten Necromonger-Transzendenz oder dem Underverse. Witzigerweise sind diese Szenen (diese Brückenschläge zu einer eventuellen Fortsetzung) in der Kinofassung gar nicht enthalten! Für mich also definitiv die bessere Version! Aber wer weiß schon, was noch kommt…
 
 


Coverbilder: bluray-disc.de, amazon.de

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20. August 2015
Saving Mr. Banks / Mary Poppins / Gegen alle Flaggen / Drive Hard / Storm Hunters


Hier nun die Filme die ich mir in letzter Zeit zu Gemüte geführt habe, egal ob nun auf Blu-Ray, DVD, im TV oder sonstigen Medien ... Ich bewerte die Filme hier mal nicht mit Punkten, weil dies nur eine subjektive Entscheidung ist. Jeden Menschen spricht unbewusst etwas anderes an und man findet es demnach auch Besser oder Schlechter. Diese Bewertungen stellen nie ein Faktum dar. (Individualität!) Hier also meine persönlichen anSICHTEN ...






 
Saving Mr. Banks / Mary Poppins (Blu-Ray)
UK, USA2013 / USA1964
"Saving Mr. Banks" erzählt uns die tatsächliche Hintergrund- und Entstehungsgeschichte zu Mary Poppins! Walt Disney (Tom Hanks) biss sich nämlich an der Autorin des Buches, P.L. Travers (Emma Thompson), die Zähne aus! Nicht nur 20 Jahre musste er sich gedulden bis sie überhaupt mal mit ihm sprach, noch viel schlimmer, sie hatte äußerst kritisch, unzählige Kleinigkeit an den Umsetzungsplänen zu beanstanden, und den Vertrag für die Abtretung der Rechte grundsätzlich mal nicht unterschrieben!! 
 
Geschickt wechselt der Film zwischen dem Jahr 1961, dem bemühten und äußerst talentierten Versuchs einer Drehbuchadaption, mit P.L.Travers als völlig eigensinniges Hindernis, und Rückblenden ins Beginn des Jahrhunderts und somit in die Kindheitsgeschichte von P.L. Travers. Um gekonnt aufzudecken, warum der Autorin soviel an ihrer Geschichte liegt und weshalb sie zu der bitteren und leicht neurotischen Kritikerin wurde, die sich heute (1961) ist.
Rührselig aber nie künstlich, auch etwas humorvoll, verbindet man hiermit die Vergangenheitsbewältigung einer Person, mit den Visionen eines anderen – Walt Disney! Einfach nur fantastisch umgesetzt, stets glaubwürdig gehalten obwohl man sich vorher schon fragt, wie man eine soooo argwöhnische Frau zum Aufbrechen bringen will – ein kitschig und schnell vollzogener Wandel wäre völlig unglaubwürdig gewesen – aber die Figuren so vielschichtig bleiben dürfen, dass die Angelegenheit stets wahrhaftig bleibt!
 
Ein ganz wunderbarer Film, mit so famosen Darstellern, dass selbst die kleinen Rollen wunderbar herausstechen, besonders P. Giamatti und Jason Schwarztman haben mich vollends begeistert, aber was sag ich, selbst die restlichen kleinsten Rollen waren genauso beachtlich. Hanks gibt einen liebreizenden Walt Disney, und die mit Abstand beste Performance von Emma Thompson toppt mir ihrer total skeptischen Herangehensweise einer eigentlich verletzten Frau sowie alles!

Ab dem Zeitpunkt wo sie das erste Mal mit den Füssen wippt, beginnt fast völlig unscheinbar ein emotionales Feuerwerk welches bis zum Ende nur noch wunderbar, mitreißende Momente abliefert, ohne dabei über die Stränge zu schlagen! Die Rede von Walt an Pam gegen Ende, ließ mich einfach nur glücklich und sogar mit Tränen in den Augen auf der Couch zurück, um zu wissen, einen ganz, ganz schönen Film gesehen zu haben, der nicht nur phänomenale Charakterarbeit leistet, sondern dabei mit seinen historischen Verknüpfungen – und dazu den hinreißend authentischen Kulissen - auch noch den Film Mary Poppins in einer ganz besonderen Wechselwirkung durchdringt! 
 
Verquer, störrisch, aber auch liebreizend, bittersüß humorvoll, musikalisch und emotional aufrührerisch werden ganz gewandt zweierlei Geschichten vernüpft (im Film, sowie auch ausserhalb!) und damit ganz großes Kino abgeliefert!
Was für eine (herz-)ergreifende Überraschung!
 
 
Da sich die beiden Film auf unübertroffene Weise miteinander verweben, kommt man nicht umhin sich danach Mary Poppins anzusehen. Dem man am Besten mit einem einzigen Wort unter die Reviewlupe nimmt:
 
Supercalifragilisticexpialigetisch!
 
Für jene die ihn kennen, war das natürlich völlig klar! :) Wem das aber noch nicht reicht:
Dieser zauberhafte Film mit (für die 60er Jahre) unendlich famosen Effekten, wartet mit einer unbestechlichen Julie Andrews als Mary Poppins auf. Die Figur ist so kongenial diszipliniert, wie auch offenherzig lustig, dass es richtig belebend wirkt, wenn diese Mischung aus adretter Souveränität und, über traumhafte Grenzen gehender, Fantastik, auf die Kinder und den Zuseher losgelassen wird! Was für ein mimischer Liebreiz! Dessen Wirkung den Film mitsamt den innovativen Ideen von Produzent Walt Disney auf ein ganz besonderes Level hievt. 
Das Musical mit Trickfilmelementen hat eigentlich den Inhalt zwei Kinder zu bändigen, die den Eltern nicht nur mit ihrer aufmüpfigen Art über den Kopf gewachsen sind, sondern ihnen der Film unterschwellig auch die Schuld, durch die geringe Zeitaufwendung für die Kinder, vor die Füsse wirft! Denn die haben scheinbar mit ihren gesellschaftichen Zielen/Zwängen (Kapitalismus und Emanzipation) nicht nur die zwei süssen Kinder, sondern auch ihren eigenen Frohmut völlig vergessen! 
 
Hilfreich hierbei, steht Mary Poppins auch der Freund Bert zur Seite, in dessen Rolle Dick Van Dyke als beruflicher Allrounder und liebenswerter Künstler, mit auf eine lebensbejahende Reise geht. Man in Straßengemälde eintaucht, durch die Schornsteine hinweg über den "malerischen" Horizont des Kirschbaumwegs 17 frohlockt und sogar hinweg tanzt, und auch – und das ist eine meiner Lieblingsszenen – bei der Teerunde ZUM LACHEN ABHEBT!!
 
Aus heutiger Sicht eventuell mit seiner Laufzeit über 2 Stunden auch manch Länge bereit hält, die aber keineswegs sein muss wenn man sich dem Charme und der kreativen Einzigartigkeit dieses nostalgischen Traumes und seinen lockeren
Ohrwürmern hingibt!

Chim-Chiminey, Chim.Ciminey, Chim-Chim-Cheree…!

Mary Poppins wird also vieles ändern, um mit ihrer Art und ihren Fähigkeiten, der Familie wieder ihren urtümlichen Sinn zurückzugeben! Neben dieser besonderen Botschaft im Gesamtpaket dann sogar noch die Beste bereithält, nämlich, nie sein inneres Kind aufzugeben!!!!

Herrlicher Klassiker! 
 
Letztlich kann ich nur noch sagen: Was für ein phänomenales Double Feature!!!
 
 

Gegen alle Flaggen (TV)
USA1952 – Against All Flags
Immer wieder werden auf dem indischen Seeweg britische Handelsschiffe von Piraten angegriffen. Deshalb nimmt Brian Hawk (Errol Flynn) den Auftrag an die Piratenkommune auf Madagaskar zu infiltirieren. Um seine Rolle als Spion authentisch zu machen kassiert er sogar 20 Peitschenhiebe ein! Mit seinen 2 Komparsen unterwegs, heuert er nicht nur auf einem Piratenschiff an, er lernt auch noch die weibl. Piratenbraut Stevens (Maureen O’Hara) kennen…
 
Ja! Daraus ergibt sich gleich mehr eine Abenteuerromanze, als ein Spionagekrimi, aber Degenkämpfe, Rauferein und Schiffsangriffe (Entern und Kentern) fehlen genauso wenig! Hawk wird gleich mal Roc Brasiliano (Anthony Quinn) unterstellt, der dem Neuen zwar von Anbeginn nicht traut, sich Hawk auf hoher See aber ganz gut macht. Da der Piratenkapitän aber nicht immer auf Hawks Ratschläge hören will, legt er sich trotz Warnung bei einer seiner Plündertouren mit dem indischen Empire an. Speziell als Roc ohne es zu wissen die indische Prinzessin Patma (Alice Kelley) mitsamt Harem und Gouvernante als Beute (zum Verschachern) entführt! Der englische Offizier bei einer Rettungsaktion mitbekommt wer die Dame ist, und sie natürlich fortan in Sicherheit bringen möchte um ein nicht noch größeres politisches Dilemma auszulösen. Witzigerweise erliegt die Prinzessin dem Kavalier schon bei der ersten Begegnung und taucht deshalb künftig etwa alle 10 Filmminuten auf um sich ein erneutes Küsschen abzuholen: "Noch einen!" Auf sehr, sehr süße und wunderbar köstliche Weise! Allein schon ihr Gesichtsausdruck – einfach nur herrlich!
 
Da wird auch Stevens gleich wieder eifersüchtig, denn die spielt mit Hawk gleich von Anbeginn des Films das altmodische Spiel nach dem Motto: Ich steh auf dich, täusche aber natürlich gänzlich gegenteiliges vor! Somit gibt’s einiges an kitschig-schmachtenden Liebestwist zwischen den zwei damaligen Stars O’Hara und Flynn. Also viel mehr Screwball-Fehde im Piratenumhang, aber dennoch genug Halunken im Kampf auf hoher See, mitsamt der Spione unter der Gefahr aufzufliegen!
Gemalte Kulissen und meist sichtbare, stets simple Effekte bei Tötungsszenen - mal schnell den Degen unter die Achsel geklemmt und ein paar Sterbensgestiken gemacht - was heute alles auf charmante Weise zum Schmunzeln anregt. Mehr nicht, aber was will man(n) schon mehr, als jemanden mit Degen, das durchstochene Segel runterrutschen zu sehen! Bestimmt kein herausragendes Abenteuer, aber solide altmodische Helden- bzw. Romanzenkost.
 
Errol Flynn der zu Zeiten der 30/40er, der klassische Abenteuer-Held war (Unter Piratenflagge – 35, Robin Hood – 38, Heer des wilden Westens – 39, Herr der sieben Meere – 40) schlüpfte hier nochmals in eine seiner famosen Heldenrollen, machte danach noch "Der Freibeuter" (53) und beendete seine Mantel- und Degenkarriere, dessen Image ihm schon genug war. Nach ein paar Charakterrollen verstarb er noch im selben Jahrzehnt (59).



Drive Hard (Blu-Ray)
KAN2014
Ex-Rennfahrer Peter Roberts (Thomas Jane) fristet sein Dasein nur mehr als gelangweilter Fahrlehrer. Plötzlich taucht Simon Keller (John Cusack) bei ihm als Schüler auf, der gar nicht mal so wenig Fahrerfahrung zu haben scheint als er angibt. Bei einem Zwischenstopp überfällt dieser plötzlich eine Bank und missbraucht kurzerhand den Rennprofi als Fluchtwagenfahrer! Der  Spaß kann losgehen …
 
Gleich vorweg, neben anderen Kleinigkeiten sind die einzig coolen Pole des Films, die beiden Hauptdarsteller! Nicht nur weil sie lässige Schauspieler sind, sondern glücklicherweise auch genauso rüber kommen. Auch wenn Thomas Jane nicht schlimmer aussehen könnte und das Drehbuch sie oftmals zu amüsanten Idioten macht, sind sie dennoch ein tolles, ausgeschlachtetes Buddy-Gespann. Roberts ist so wechselhaft wie unentschlossen und Keller erzählt wirre Geschichten über tollwütige Frauen aus alten Legenden und Mythen...
 
Im Grunde genommen wäre "Drive Hard" ein cooles B-Movie, leider fügt sich aber soviel Fernsehoptik und auch –verhalten hinzu, dass man stellenweise schon denkt, man sei in eine Asylum Produktion abgerutscht. Was besonders die restlichen Charaktere rundum die beiden Stars scharf unter Beweis stellen! Nicht nur schlecht synchronisierte Polizisten, Möchtegernganoven in Anzügen und die wohl dümmste Bikerbande der Welt - die als die besten Männer angekündigte Gang beginnt sich beim einfachsten Einsatz amüsanterweise selbst (UNTEREINANDER) zu verprügeln – sondern auch etliche weitere Arrangements reichern eine mögliche Trashbetitelung stark an. Sei es der Uzi-kugelsichere Mini-Hyundai, eine wildgewordene und in Weichteile tretende Oma oder die Tatsache, dass man über weite Strecken nicht nur ahnungslos ist wo die beiden hinwollen, sondern auch nicht weiß wohin der Film überhaupt will!!? Nach dem gelungenen, spannenden Start fällt die Spannungskurve also schnell ab und das einzige was dann noch in Fahrt kommt, sind die beiden grandiosen Muscle Cars! Ein alter Ford Falcon GT und auch noch ein schöner Mustang zieren das werdende Road-Movie. 
 
Also, die beiden Stars, die Muscle-Cars und die Lacher die man durch das "geniale" Drehbuch, sowie hanebüchenes Verhalten bekommt, vertrösten einem manches. Beim Rest fragt man sich aber definitiv was die beiden hier geritten hat!? Mit einem trasherfahrenen Kumpel nur für zwischendurch mal erträglich, wenn man zuvor natürlich auch noch jegliche Erwartungen in den Keller geschraubt hat! Das Beste noch, Cusack hat im Film etwa vier Handys! Die er erschießen muss! WEIL SIE WEGWERFHANDYS sind!! Fragt nicht nach einer Logik! Manch Zitate sind tatsächlich epochal!
 
 
 
Storm Hunters (DVD)
USA2014 - Into the Storm
Pete (Matt Walsh) ist Sturmjäger und Dokumentarfilmer, der Letzte mit der Kamera eingefangene Sturm liegt jedoch schon ein Jahr zurück! Sieht fast so aus als würde sein Dokumentarfilm nichts werden, da wir uns aber in einem Katastrophenfilm befinden, der einem reichlich was um die Ohren bläst, wissen wir alle, dass dies nicht passieren wird! Die einzige Frage ist: Wieviel fliegt ihm um die Ohren?
 
Der Film ist ein windiges Durcheinander von Mockumentary (fiktionaler Dokumentarfilm), Found-Footage und Katastrophenfilm, bleibt jedoch trotz der viel unterschiedlichen Kameraquellen ziemlich anschaulich – auch weil (erfreulicherweise) alle gleich aussehen! Hat genauso stabile Blickwinkel und lässt einen selbst in der Hektik noch alles mitbekommen. Die CG-Effekte sind dabei ziemlich gut, verschrotten/verwickeln so einiges und haben aus der Fernsicht sogar einige richtig schöne Windhosen zu bieten. Gerade der Feuertornado sieht klasse aus - wenn auch vielleicht unfreiwillig komisch. Neben der Sturmjagd ist genauso eine kleine Familiengeschichte, eine Teen-Romanze und der High-School Abschluss als Schauplatzwechsel dienlich. Achja, zwei dämliche Hillbilly-Vögel wollen auch noch um jeden Preis auf YouTube. So machen sich eben die einen in 'ner Schrottkiste auf die Jagd, die anderen im gepanzerten TITUS! Ein Fahrzeug im Militärlook, mit unzähligen Kameras bestückt, einer Seilwinde, Flügeltüren, Stabilitätsankern und Rundum-Turm auf dem Dach! Geiles Gefährt - das wär was für Festivals!
 
Wer in der gesamten B-Garde neben Matt Walsh noch mit einem bekannten Gesicht heraus sticht, ist Sarah Wayne Callies (Lori aus Walking Dead), die sich hier ihre Brötchen als Meteorologin verdient und in Petes Team stets in einem technisch-vollausgerüsteten Kastenwagen hinterher rauscht, um ihm zu sagen wo der nächste Sturm aufsetzt! Schauspieltalent braucht hier jedoch keiner, obwohl zur filmischen Verkleisterung allen eine persönliche Story aufgedrückt wurde, ist die natürlich völlig nebensächlich, oder dient nur dazu um sie von A nach B zu jagen!
Dass sich diese Leute ohne jegliche Vernunft wahnsinnig weit in Gefahrenzone vorwagen - auch auf Kosten anderer - ist natürlich nichts Neues, und die obligaten Reuegefühle danach, fehlen genauso wenig! Wird jetzt aber zum Glück nicht völlig ausgeschlachtet, da es sowieso ständig weiter geht! Wobei man Emotionen zwischendurch immer wieder mal haben kann, gerade vor dem möglichen Ertrinken zweier Teens noch mal stark auf die Tränendrüse gedrückt wird, es den ganzen Film aber viel zu stürmisch zugeht, um nun auch noch darin abzutauchen. 
 
Natürlich darf man Verhaltensweisen KEINESWEGS hinterfragen, speziell warum STÄNDIG mit der (Hand-)Kamera herumgefuchtelt und auf alles voll draufgehalten werden muss - obwohl man sich gerade um anderes kümmern sollte!? Natürlich in erster Linie, weil es DER gesehene FILM hier ist, aber grundsätzlich ja nur keine Fragen zu Kamera- oder Menschen-Geschehen stellen. Wobei es eigentlich anders betrachtet auch nicht befremdlicher wirkt, als stellenweise Generation Handy-Zombie in ihrem Verhalten!?
 
Gegen Ende lösen sich auch die Familienprobleme in Luft auf, einige Flugzeuge heben auf phänomenale Weise ab und Fluchtconvoys mit gelben Schulbussen zieren die verdreckten Straßen, eben während es heftigst zieht! Da wird umgehend nochmals ein Effektgewitter runtergekurbelt und selbst alles was Niet- und Nagelfest ist, von der Erde geholt. Einen schönen Blick ins Auge des Tornados darf man auch noch erhaschen, wobei die ultmative Windhose natürlich noch x-mal breiter ausfällt als alle anderen zuvor! Tja, und das wichtigste, die heiß ersehnte und nicht-fehlen-dürfende Aussage: "Das ist der schlimmste Sturm aller Zeiten!!!" Alles klar!?  
 
Der Film spielte das Dreifache seiner Produktionskosten ein (50Mio.), war also recht erfolgreich und wollte bestimmt nicht mehr sein, als er ist! Kritiken auf hohem Niveau sind deshalb wohl wenig gefragt. Wenn man also wieder mal "katastrophal" bedient werden möchte – natürlich im Sinne des Katastrophenkinos - und das ohne Hirn mit aber, dann liegt man hier richtig! Hat mich "völlig losgelöst" unterhalten, einen Lachsturm bekam ich auch – als Pete mit seinem Panzerwagen über die Windhose in den strahlend schönen Himmel hinauswächst – die Effekte waren ansehnlich und alles total kurzweilig! 


 


 


Coverbilder: bluray-disc.de

 

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7. August 2015
Grüne Tomaten / Chappie / Rollergirl / Moontrap / Draft Day


Hy Leute! Hab wieder ein paar Filme geguckt, eigentlich auch Interstellar, da ich mir bei dem aber unerwartet ein paar Gedanken mehr gemacht habe, werd ich ihn doch separiert raushauen. Ausserdem gabs eh grad einen interstellaren Blog, deshalb werd ich noch etwas warten. Also nun viel Spass mit meinem restlichen Mix, hab euch auch gleich 5 Filme hier gelassen.

Ein lässiges Weekend wünsch ich noch!! Es soll verdammt heiß werden, also cool bleiben!







Grüne Tomaten (DVD)
USA1991 – Fried Green Tomatoes (at the Whistle Stop Cafe)
Evelyn (Kathy Bates) ist gerade mit Eheproblemen und anderen Unstimmigkeiten beschäftigt, als sie in einem Altersheim zufällig eine Dame (Jessica Tandy) kennenlernt die beginnt, ihr eine weit zurückreichende Familiengeschichte zu erzählen. Vorerst noch beiläufig und eher aufgedrängt, weckt die Geschichte immer mehr das Interesse von Evelyn... und nicht nur das!

Somit wechselt "Grüne Tomaten" in der Erzählstruktur gekonnt zwischen der Gegenwart, den 90zigern, und der Geschichte die in den 20/30ern spielt! Welche einen wunderbaren Südstaatenflair transportiert und darin auch die grundlegende Storyline beherbergt. Hierin hat Idgie Threadgoode (Mary Stuart Masterson) schon als rebellisches Kind Probleme mit dem Umfeld und passt, mehr burschikos, wenig in das Bild einer damaligen Dame. Nach dem Tod ihres Bruders (Chris O`Donnell), der sie als einziger verstand und einen Draht zu ihr hatte, scheint die heranwachsende Frau immer mehr dem örtlichen und auch elterlichen Wunschbild zu entgleiten. Deshalb kommt eine alte Freundin, Ruth Jamison (Mary-Louise Parker), um sie wieder etwas in Bahn zu lenken.

Wer hier nun aber auf wen Einfluss ausübt, ist gar nicht so leicht zu sagen! Und das ist erst der Anfang der ganzen Geschichte die sich neben einer Lebens-, Familien- und einen ganz besonderen Freundschaftsgeschichte auch um Rassismus (Ku-Klux-Klan), etliche Tragödien, Eheprobleme und sogar um einen Mord dreht. Das Wirken der Freundinnen aufeinander, der Bezug zu manch Klassenunterschieden (Schwarze, Obdachlose,…) und den örtlichen Menschen ist geschickt verwoben und trifft sich meist in einem entzückend familären sowie zeitgemäß, stilsicheren Kaffeeladen, welcher nebenbei erwähnt, auch ein astreines Südstaaten-Barbecue bereithält! Auch die restlichen Kulissen wecken vertraut den Flair von Zeit und Umgebung. Auch wenn einiges an Drama vorhanden ist, ist die Geschichte grundsätzlich schön und weckt viel Lebensfreude bei seinen teils geplagten Protagonisten. Indem sich nicht nur die zwei Mädels (Masterson und Parker) zur Seite stehen und bereichern, sondern auch Evelyn in der Storyline der Gegenwart mehr findet als je erwartet! Auch für den Zuseher mit einer guten Portion emotionaler Zuwendung aufwartet, die bei den Darstellern auch mal unterschwellig und intensiv zum Zuge kommt. Aufrührerisch, sympathisch und auch liebreizend!

Titel und Cover haben mir hier noch nie gefallen und ich finde es wird dem Film auch nicht gerecht! Das hätte man schon besser/schöner aufmachen können, hätte er auch echt verdient. Als Beispiel das im Film vorkommende Cafe hätte schon ein wunderbares, charmantes Artwork im Schein der 20er Jahre geliefert.

Freilich braucht er der Film seine Zeit, fesselt aber doch schnell durch die aufkeimende Geschichte und beschert einem damit einige emotionale Höhepunkte, mit Höhen und Tiefen! Bleibt trotzdem durchwegs ruhig und beschaulich um einen am Ende sehr zufrieden auf der Couch zurückzulassen, mit der Gewissheit etwas Schönes gesehen zu haben! Ansonsten kann man hier nur noch eins sagen: TOWANDA!



Chappie (Blu-Ray)
USA2014
Die hohe Verbrechensrate in Johannesburg ließ die Polizei, Roboter in Dienst stellen. Der Robotererfinder Deon (Dev Patel) tüfelt in seiner Freizeit weiter um eine vollständige künstliche Intelligenz zu erschaffen. Als es ihm gelingt, fällt sein Prototyp jedoch in die Hände einer Verbrecherbande, die ganz andere Pläne mit dem frischgeborenen Bewusstsein hat…

Ein Film mit einer eigentlich recht intelligenten Geschichte... Die Erfindung einer eigenständigen künstlichen Intelligenz (in Form eines süssen Roboters mit der Nr.22) hätte nicht nur anspruchsvolle futuristische Ansätze, sondern auch Potential zur gemütlichen (anspruchslosen) Familienunterhaltung ala Nr.5 lebt oder Real Steel. Aber der Titel macht es einem durch die krassen Unterschiede an Eigenheiten (Drama, Familiencomedy, Phatos, intelligentes Sci-Fi Kino, etwas unerwartete Brutalität, famoser Effektaction, punkige Raubüberfälle,…) nicht nur unmöglich ihn ernst zu nehmen, sondern ist auch weder Fisch noch Fleisch, oder sollte man sagen, Roboter oder Mensch!?

Immer wieder wechselt er in der Stimmung zwischen krachend abgedreht, übertrieben emotional, amüsant oder toternst. Das schwierigste Unterfangen ist auch die Glaubwürdigkeit in der Entwicklung der künstlichen Intelligenz, es weiß zwar niemand wie sowas lerntechnisch ablaufen könnte, aber Drehbuchnotwendigkeiten sind keineswegs zu übersehen… weshalb vieles oftmals so fragwürdig erscheint, wie die Handlungsideen der unorthodoxen Punks! In dessen Rollen die beiden Musiker der südafrikanische Gruppe "Die Antwoord" abgehen. Die beiden ravenden Rapper (im realen Leben) Yolanda und Ninja sich hier mit ihrem völlig eigenen Stil, knallbunt und auch –hart, in den Film einbringen. Dieser krasse Stilmix nennt sich ZEF und wirkt wie eine kindliche Abgedrehtheit auf tattowierter Pop(-Art)! Diesem Flair hier ein vorerst steriler und unreifer Roboter ausgesetzt ist - es folgt eine Bling-Bling Dekorierung und auch gleich mächtig Einfluss in Sachen Slang! Der emotionale Zwiespalt zwischen guter Erziehung und einem Verbrecherleben nimmt einen wichtigen Kernpunkt für Chappie ein, der nicht nur zwischen die Fronten seines Erbauers (Patel) und seinen neuen Verbrechereltern gerät, sondern auch gleich in einen weiteren Krieg zwischen noch übleren Verbrechern und dem Kampf um Technologie!

Dev Patel überzeugt gänzlich als wiffer Computernerd und Sharlto Copley verleiht durch das Motion Capture Verfahren dem Roboter Chappie tolle Bewegungsabläufe (mit witzigen Mini-Zusätzen ala He-Man), die liebenswerte deutsche Synchronstimme hilft dem Mitgefühl nochmals auf die Sprünge. Ja, und da wäre noch ein Klasse Hugh Jackman als aufkeimender Bösewicht mit einem fiesen und noch viel größerem Roboter, seine Rolle wurde aber so flach/primitiv ausgelegt, dass sie mehr als verschenkt wurde! Und Sigourney Weaver als Leiterin der Roboterfirma Tetravaal sollte wie oft als Sci-Fi Hommage dienen, bleibt aber völlig unwichtig.

Tja, die Idee wäre gut, die rüde Umsetzung wenig bewusstseinsträchtig, dazu bleiben die Figuren viel zu flach und das Rundherum zu ghetto-infantil… nur als cyberpunkiges Popcornkino mit etwas Schmalz (voll) ok. Ansonsten schade! Hab mir leider viel mehr erwartet.

Danach brauchte ich ein weiteres Stück Kino mit einer ähnlichen futuristischen Drecksausstattung in einer Welt mit überbordenden Verbrechern und schmieß deshalb Dredd wieder mal in den Player. Der rüde, wortkarge und völlig abgedrehte Peach-Tree RUN rockte in der Zweitsichtung sogar mehr als damals. Nur so konnte ich flairtechnisch entschädigt einschlafen.



Rollergirl (DVD)
USA2009 – Whip It
Bliss Cavendar (Ellen Page) ist trotz des sichtbaren Alternativlooks und einer rebellischer Attitüde eher unscheinbar, weshalb sie auch brav bei den Schönheitswettbewerben mitmacht die ihrer Mutter soviel bedeuten. Als sie eines Tages mal ihrer texanischen Kleinstadtödniss, bestehend aus Highschoolalltag und BBQ-Dinerjob, entflieht, entdeckt sie die Begeisterung fürs Roller-Derby! Zwei Frauenteams, eine Ellipsenbahn, Rollschuhe, Körperkontakt und die Jagd nach Punkten! Obwohl sie eigentlich zu jung dafür ist, versucht sie sich und bricht dadurch im Geheimen nicht nur aus dem familären Kokon ihrer Mutter aus...

Zuerst hält man den Zwiespalt fast für eine Satire, da es doch recht gegensätzlich wirkt, hinzu kommt auch noch das aufgesetzte Verhalten der Mutter und der kleinen Schwester (welche bestimmt eine bessere zukünftige Miss Amerika abgeben würde). Doch das legt sich schnell, da man merkt das diese Gesichte in einer anderen "inneren" Zeit spielt, in der solch markanter Einfluss noch völlig normal ist. Außerdem merkt man schnell das die Figuren keineswegs zu Stereotypen verkommen und doch viel komplexer sind (als zum Beispiel die Mutter anfänglich scheint) wodurch sich "Whip It" – so die Romanvorlage und auch der O-Titel - nicht als Teenagerfilm oder Sportfilm, sondern vielmehr als Coming-Of-Age Dramödie zeigt. Ellen Page gelingt es tadellos diese doch leichte Ambivalenz (Ruhe und Kampfgeist) zu verkörpern. Einer Rebellin im Kern, die auf der Suche nach persönlicher Authentizität eben noch ihre eigene Version finden muss. Und das Ellbogen einsetzen im Kontaktsport, dafür sogar von Vorteil sein kann!

Es ist Drew Barrymores Regiedebüt, indem sie seltsamerweise sogar die einzige Rolle sein könnte die doch deplaziert wirkt, da sie durch ihre Filmgeschichte irgendwie doch immer die sympathische junge Frau bleibt… die auf ihren Kuss wartet! Sie ist weniger die knallharte Rollschuhfahrerin, aber witzig ist sie hier dennoch – manchmal! Die Gags sind hier doch eher rar gesät, in Form von bewusst deplazierten Sprüchen und manch trockenen Scherzen – wobei das auf die Fresse geben der Mädls auch knallhart amüsant ausfällt.

Wo früher die Mighty Ducks aufs Eis gingen um aufzumischen, so schmeißen sich hier die Hurl-Scouts (oder auch Holy Rollers) in die Kurven. Auch die zwei knallharten Manson-Schwestern erinnern irgendwie an Mighty Ducks, dort gab es doch auch zwei Brüder die man Prügelknaben nannte, oder? Die Rollergirls mit ihren schrägen Namen sind auch richtig lässig besetzt: Neben den schon erwähnten Personen hätten wir da Kristen Wiig als Maggie Mayhem, Juliette Lewis als Ivon Maiden, Ari Graynor als Eva Destruction und Rapperin Eve rollt genauso im Kreis wie Stuntfrau Zoe Bell(Death Proof)!!

Der tolle Soundtrack hatte mich als Fan von Kings Of Leon natürlich schon beim Einstieg des Films mit dem Song "Knocked Up", was gleich sehr gut die Stimmung für den ganzen Film vorauslegt, die trotz des leicht ruppigen Mädchen-Ausnahmesports und der damit verbundenen lockeren Action, einen eher ruhigen Ton an den Tag legt. In seiner musikalischen Untermalung aber immer was passendes parat hat, egal ob schwelgender oder treibendender Natur, auch mit "Kids" von MGMT das Finale verdammt gut einleitet wird!

Die Schwäche des Drehbuchs in der allgemeinen Handlung, machen die ziemlich gut ausgearbeiteten Figuren und deren Schauspiel wieder halbwegs wett. Ellen Page spielt verdammt gut und gefällt mir hier sogar noch besser als in Juno. Natürlich leidet die erste Filmhälfte an seiner gefühlten Belanglosigkeit, da die Sache langsam dahin rollt und nur mit seiner lässigen Vintage-Ausstattung (alte Rollschuhe, Schallplatten, grungiger Punk-Rock-Look…)  und dem Entdecken so einiger bekannter Gesichter unterhält. Nicht nur unter den Mädls (die mit ihren kecken, sexy Outfits eine aneckende Show abliefern): Daniel Stern darf in die Vaterrolle schlüpfen und bekommt in Sachen Sport fast sowas wie einen Sohn den er in seinem 3Mädels-Haus nicht hat, Jimmy Fallon macht sich gut als Derby-Moderator und Andrew Wilson mimt einen amüsanten, verkannten und bärtigen Coach!

Die persönliche Entwicklung von Bliss steht natürlich im Vordergrund, dass Ausbrechen aus der mütterlich aufgezwängten Rolle, die lieben Freundschaften, tja, und natürlich auch manch Liebe (zu einem jungen Bandleader) dürfen sich noch in den Mittelpunkt drängen. Für eine Laufzeit von 111 Minuten wirkt das zwar alles beiläufig, bleibt aber trotzdem wie ihre Figuren immer recht liebenswert. Erst in den letzten 30 Minuten beginnt der Film noch reinzuhauen, indem er wie ein jeder Sportfilm sein bewegtes Finale bekommt, mit einigen echt gelungenen (wenn auch gewohnten) emotionalen Häppchen!! Weshalb dann letztendlich doch ein "netter" Film übrigbleibt!



Moontrap (Blu-Ray)
USA1989
2 Jahrzehnte nach der Mondlandung finden Col. Jason Grant (Walter Koenig, der Checkov aus Stark Trek) und Ray Tanner (Bruce Campbell) auf einem ihrer Weltraumflüge ein fremdes Raumschiff im Orbit treiben. Es ist beschädigt, aber es können daraus ein sonderbares Metall-Ei und ein Leichnam  geborgen werden. Der Leichnam stellt sich bei Untersuchungen sogar als prähistorischer Mensch heraus und das Ei... wird zum Roboter!! Mitsamt etlicher Teile des NASA-Laboratoriums und organischen Resten der Mumie, bastelt sich dieser zum beweglichen Überroboter zusammen, der nur schwer ausgeschalten werden konnte… nun steht aber fest, irgendetwas muss sich noch auf dem Mond befinden! Eine neue Mondlandung steht an!

Die Storyeinleitung besagt schon, dass es etwas schräg und nicht ganz logisch wird! Herzlich willkommen in einem zweite Garde Fictioner der 80ties! Die beiden Stars aus Star Trek und Evil Dead sind hier ja mal ein richtig geiles Gespann! Harmonieren einfach wunderbar, sodass man ihnen bei der lockeren Arbeit gern über die Schulter guckt. Campbell – Der Penetrator - verdammt smart, voller jugendlichem Elan und so sportlich, dass er sich mit nur einem Karate-Move seinen Koffeinkick aus dem Kaffeeautomaten leiert, und Koenig – Einstein - richtig ambitioniert und voller Sehnsucht der heimliche Held dieser neuen Entdeckung zu werden! Am Mond findet sich nämlich tatsächlich eine verborgene Festung, zuvor wird aber nochmals lang und breit über den Mond gewandert oder mit dem Trabanten-Buggy durch die lauen Kulissen gesaust und darstellerisch versucht sowas wie Schwerkraft zu simulieren – sieht recht witzig aus! Bevor einen die Langeweile gänzlich überkommt, wird in die fremde Basis eingecheckt. Das Bauwerk mit seinen Hieroglyphen sieht sogar richtig monumental aus! Das körperlich wohlgeformte Mädchen Mera (Leigh Lombardi), das man darin in einem futuristischen Sarkophag findet, darf später vom Helden gleich noch in einem entfaltbaren Mondzelt – der Schaumstoffhaufen der scheinbar sogar ne Luftschleuse enthalten muss – auf die Mond-Tipi-Wiese gelegt werden!

Manchmal hält sich "Moontrap" sogar überraschend logisch, der Schall bleibt als Bsp. meiste Zeit sogar lautlos, aber weitere Schmunzetten – Szenen eines sonderbaren Machwerks zum Schmunzeln - fehlen keineswegs. Der Sauerstoff scheint überdies auch ewig zu reichen. Im letzten Drittel wird's dann sogar nochmals recht actionreich, die Bedrohung könnte sich nämlich sogar auf die Erde ausweiten! Die Roboter die zwischendurch immer wieder mal aus dem Zement – wurde für Mondstaub verwendet – schießen, müssen mit der einzig vorhanden Waffe, einem Maschinengewehr, niedergemetzelt werden. Diese Wiederholung wirkt im Ganzen fast wie ein ganz altes Jump&Run-Spiel (Bit-Zeitalter), nur eine Waffe und immer wieder der selbe Feind! Dafür sehen die Roboter MANCHMAL leicht abgewandelt aus, die Idee anorganisches und organischen zu etwas Monströsem zu verbinden ist aber durchaus überraschend - und auch eklig! Der spätere Film "Virus" (1999) nahm sich dieses Themas ja auch an!

Also einmal die Welt retten bitte! Auch wenn ich in meiner Kritik viel auffälligen Blödsinn schrieb, fällt die Sache gar nicht so trashig aus! Es wurde sich dennoch Mühe gegeben mit wenig Budget einen Weltraumactioner zu produzieren, der zumindest mit handgemachten Roboterschrott-Effekten aufwartet und zwei Helden, die einfach nur richtig lässig rüberkommen!!

"Moontrap" heute natürlich nicht die geringste Überraschung bietet und zum echten B-Highlight doch noch etwas mehr Stimmung und Abwechslung bräuchte, aber als damalige DTV-Produktion dennoch viele Fans fand. Als Sci-Fi Fan gern mal an einem gemütlichen B-Abend eingelegt, und aufgrund der beiden klasse Darsteller und dem tollen Bonusmaterial der Blu-Ray (aktuelle Interviews mit den beiden Helden etc.) auch in der Sammlung bleiben darf.



Draft Day (PayTV)
USA2014
Sonny Weaver Jr. (Kevin Costern) ist Manager der Cleveland Browns und hat bis zum Abend des Tages zu entscheiden welchen Spieler er draften (auswählen) will! Da er zuvor von den Seattle Seahawks den ersten Pick ergattert hat, darf er als erster von den ganzen Ligateams seine Wahl treffen!

Der NFL Draft wird dazu genutzt um die Rechte an Spielern zu erwerben die bisher an Colleges oder Universitäten gespielt haben. Da natürlich jeder die verheißesten Spieler als erstes haben möchte, gibt es Regeln zu beachten, als Bsp. dürfen Teams die in der letzten Saison am schlechtesten abschnitten als erstes wählen… etc.  Das Ganze ist ein Großereignis das in den Staaten nicht nur viele Leute vor den Fernseher zieht, sondern auch direkt zum Event lockt.

Der Film läuft mit tickender Uhr vor einem hin, und die Entscheidung für Sonny wird dabei nicht leichter, sie liegt zwar letztlich einzig und allein bei ihm, aber unzählige Einflüsse wollen berücksichtigt werden! Nicht nur die Spieler und deren Manager selbst - wobei hier für jeden etwas Emotionales auf dem Spiel steht – auch der Clubinhaber will mitreden, der Couch des Teams braucht einen Vorzeigeathleten, und die restliche Crew versucht derweilen noch alle möglichen Hintergründe der Spieler zu erfahren, damit ja keine falsche Entscheidung getroffen wird.

Obwohl der Film in der Footballbranche angesiedelt ist, ist es kein richtiger Sportfilm, vielmehr ein Sportbörsendrama, jedoch spannend erzählt und von Anbeginn an fesselnd. Es wird mächtig mit anderen Teams verhandelt und um Picks geschachert, jeder will irgendwo mitreden, bangt um die richtige Entscheidung oder fragt sich ob Kopf- oder Herzgefühl die besser Wahl ist!?
 
Als Zuseher muss man da definitiv erst mal reinfinden, funktioniert aber eigentlich recht gut wenn man mal weiß was hier überhaupt gepickt wird. Dann fiebert man erstklassig mit, folgt den Split-Screens die immer wieder mal ineinander fließen und bekommt oben drein natürlich auch noch die privaten Probleme der Figuren als laufende Zwischenemotion, wodurch es keineswegs langweilig wird. Eine kleine Geschichte über den kürzlich verstorbenen Vater von Weaver - der zuvor den Club leitete - hängt über der Familien- und Clubgeschichte, und auch eine Liason mit seiner Angestellen Ali (Jennifer Garner) spitzt sich zu!

Regisseur Ivan Reitman (Ghostbusters, Evolution, Freundschaft Plus) gelang ein tolles ((Sport-))Drama, das auch gegen Ende noch ein paar Entscheidungs-Kurven einbaut um einen taktischen Höhepunkt zu erklimmen. Damit der Zuseher nochmals pathetische Begeisterung sprudelt und sich fühlt als sei er, ebenbürtig zu regulären Sportfilmen, als Sieger vom Platz gegangen. Bei einer zweiten Sichtung versteht man das System dann wohl auch nochmals besser, ja, ist ein Film den ich mir bestimmt auch ein zweites Mal ansehen würde!

 

Coverbilder: bluray-disc.de







1972  Die Frösche - Killer aus dem Sumpf / Auf die Frösche, fertig, los!
Frogs


Pickett Smith (Sam Elliott) ist gerade in der Nähe Floridas unterwegs und hält fotografisch neben manch Tieren auch die enorme Umweltverschmutzung in den dortigen Gewässern fest. Als er durch den Leichtsinn eines Bootfahrers mit seinem Kanu zum Kentern gebracht wird, laden die ihn zur Wiedergutmachung auf deren Familieninsel ein.

Dort bleiben wir dann auch und die Insel liefert gleich mal ein nettes Abgeschiedenheitsszenario. Die Frösche quacken bedrohlich um die Wette, während sich die dort befindlichen Menschen immer mehr Sorgen bereiten da nach einiger Zeit  immer mehr Leichen in der Umgebung auftauchen! Wobei man die Frösche hier wirklich nicht als Killer bezeichnen kann! Sie sind durch ihr Chor-Quacken eher die Signalgeber, sozusagen die akustische Vorhut zur drohenden Gefahr. Die nämlich hier von allen Tieren rund um diese Insel, dessen Wäldern und Sümpfen, ausgeht! Am meisten kriechen noch Schlangen und Echsen durchs Bild, aber auch Vögel, Spinnen und Krokodile wollen den Leuten ans Leder!

Fast nur Familie Crockett befindet sich auf der Insel mit ihren schicken Anwesen, hinzu kommt das Personal und der eben hinzugestoßene Pressefotograf/Umweltaktivist, der von Sam Elliot verkörpert wird und so jung fast nicht zu erkennen wäre. Man kennt ihn ja meist nur als alten zotteligen Haudegen der irgendwelchen Leuten mal aus der Patsche hilft - als Bsp. Patrick Swayze in Road House oder mal ne Runde mit dem Ghost Rider (Cage) dreht. Eine zweite bekannte Rolle übernimmt Ray Milland (Panik im Jahre Null, Das verlorene Wochenende) der ja durch Roger Corman auch etwas einschlägige Genreerfahrung mitbringt und eine gewohnt gute Performance als herrisch, stures Familienoberhaupt im Rollstuhl abgibt.

Aber kommen wir nun zu den Kills, den die sind meist ultradämlich! Nicht nur das man die Morde meist in seiner Fantasie ergänzen muss, auch die Opfer  verhalten sich tadellos trashwürdig, indem sie als Bsp. in giftige Gase hineinlaufen, anstatt davon weg! Oder einfach nur Kreischen während eine SCHILDKRÖTE(!!) auf sie zukommt/schwimmt. OK, die Lady steckt im seichten Wasserschlamm fest, aber HEY, eine Schildkröte!!!! Einen Fight mit einem Krokodil gibt es auch, und sogar bei der Schmetterlingssuche kann man umkommen!! Das muss man gesehen haben, oder?? :D

So nebenbei hätte dieser Tierhorrorvertreter eigentlich auch ne ökologische Botschaft, da sich zwecks Umweltverschmutzung,  Pestizide... die Tiere verbünden und die Natur ihre Rache nimmt, aber unweigerlich wird die von der amüsanten Trashnote verdrängt. Stimmungstechnisch gebe es sogar passendes Geplänkel sodass etwas Gruselstimmung aufkommt und man sich gelegentlich sogar fühlt als sei man in einem alten Slasherfilm. Aber ansonsten ist die Sache nur träge, schnöde und mühselig! Also achtet ihn Zukunft auf Eure Umwelt und bleibt sauber, sonst könnte euch sowas passieren... oder auch der Film! ;)




1989  The Chilling
Hoffnung auf Eis


Ein Cryonic-Institut bietet an frisch verstorbene Menschen einzufrieren um sie in der Zukunft mit etwaigen Errungenschaften  doch noch zu retten! Ein Mann hat gerade seine Frau einfrieren lassen und als sein abtrünniger Sohn auch noch bei einem Banküberfall angeschoßen wird, darf auch dieser in eine cryonische Box folgen! Durch ein Missgeschick werden die Toten dann wieder ungewollt zum Leben erweckt und irren als wandelnde Killer umher!

Der Film beginnt mit einer viel zu langen und völlig unnötigen Einleitung um den abtrünnigen Sohn der eine Bank ausrauben will. Da sein Charakter nicht wirklich für spätere Angelegenheiten von Nöten ist, ist die erste halbe Stunde gleich mal voll für die Tonne!! Dann wird's zumindest etwas spannend, da in der Nachtschicht unter gewittriger Stimmung und viel Regen, im Cryo-Labor der Strom ausfällt!!

Sowas mag man!!

Als Nachtwächter niemand anderer als der Mann aus den Bergen, Dan Haggerty, Dienst schiebt und mit seinem gewohnten Aussehen schonmal ein rüdes und kultiges Erscheinen abgibt. Am Ende gibts sogar noch eine geniale Anspielung auf seine bekannte Rolle - es wird eingeblendet, dass sich seine Figur mit Hund und Teddybären in die Berge absetzte! :D

Neben weiteren im Film nicht erklärbaren Schlussfolgerungen, kommen er und sein neuer, schreckhafter Azubi auf die Idee, die Cryobehälter ins Freie zu stellen. Klar, um die Kühlkette (Strom AUS) nicht zu unterbrechen, draußen ist es immerhin kälter, aber große Metalldosen unter heftigen Blitzen!?!?! Natürlich!! Aber nur so kann es dazu kommen, dass in diesem Trashvetreter die Zombies aus ihren Büchsen steigen um das Firmengelände unsicher zu machen!

Auch wenn somit die Location total reduziert bleibt, tauchen doch einige Leute auf damit die dunkelgrünen Zombies was zu dezimieren haben. Der Chef des Ladens - der nebenbei eigentlich einen Organhandel mit den Leichen betreibt - die 2 Nachtwächter, ein paar Angestellte und auch noch der (Ex-)Freund einer Vorzeigeangestellten, mit der durch Linda Blair ein weiteres bekanntes Gesicht vertreten ist. Sie darf hier, lang nach dem Exorzisten, weiter in die B-Annalen abtauchen, sieht aber so süss aus, dass man sie am liebsten in ihre Baustbäckchen kneifen möchte, und vielleicht noch anderwo… unterschwellig darf sie hier heftig mit ihrem neuen Kunden flirten (der Frau und Sohn verloren hat)! Auch anderweitig wird hier statt der Arbeit mal etwas Fummelei vorgezogen.

Aber alles so nebenbei, während sich die, in Alufolie eingewickelten Zombies – die einmal laufen und dann wieder klassisch torkeln - auch noch die auftauchenden Typen vom Stromdienst vorknüpfen. Die Kills sind nicht gerade ideenreich, mal abgesehen davon, dass Haggerty mal einen grünen Streuner mit dem Stapler aufgabeln darf! Die Masken sind jedoch ganz gut gelungen. Sehen zwar recht steif aus, haben aber zumindest ein akzeptables Design.

Dass der Film in der Halloweennacht spielt, gibt leider zur meist eh schon lauen Stimmung keine zusätzliche Atmosphäre her da es rein bei der Erwähnung bleibt. Ansonst gibt's nicht wirklich zusätzliches, außer der Suche mordender Zombies nach Menschen. Leider recht simpler und ideenloser 80ties Trash. Wirklich schade!!

Auf der Hülle steht zwar "Digital Remastered" aber das DVD- Bild ist immer noch nicht das Gelbe vom Ei. Zwar halbwegs sauber aber doch auch mal auf VHS-Niveau.




2009  Großbritannien steigt erneut in dunkle Höhlen hinab!
The Descent 2


Der erste Teil war eine kleine, klaustrophobische und atmosphärische Überraschung, die für Gorehounds sogar noch ein triefendes  Blutbad anrichtete. Viele Fortsetzungen können so ein Level nicht halten, und obwohl man hier schon weiß womit man es zu tun bekommt, punktet der zweite Teil genauso!
Obwohl man den Ersten definitiv gesehen haben sollte damit sich dieser hier auch voll entfalten kann.

Der zweite Streich, mit den unterirdischen Höhlenbiestern aus den dunklen beengten Kammern, startet erfreulicherweise gleich zeitnah am Ersten. Sarah (Shauna Mcdonald) konnte zwar entkommen doch mit ihrer Erinnerung steht es ganz schlecht. Ein Suchtrupp ist schon eingetroffen und man fragt sich warum alle umgekommen sein sollen? Weshalb ein erneuter Abstieg von Nöten ist und Sarah sogar mitkommen muss!
 
Schon mal toll das jemand Bekanntes wieder mit an Bord ist, nicht nur als Anbindung, sondern auch als erfahrener Part – auch ohne Erinnerung - in diesem Gruppensystem, wobei es natürlich auch gleich mal schwachsinnig erscheint jemanden mitzuschleppen der psychisch total am Sand ist, Sarah ist durch das Erlebte einfach völlig labil… läuft im Verlauf aber unerwartet wieder zu Höchstform auf! 
Mit dem ängstlichen Abstieg und dem phasenweisen zurückkehren ihrer Erinnerung, kommen nämlich auch die realen Kreaturen wieder um die Neuankömmlinge zu dezimieren! Die Crew findet vorerst nur völlig entstellte Leichen und hat damit zu tun, nicht noch dichter eingeschlossen zu werden, denn das ganze Höhlensystem ist nicht wirklich stabil.
Dadurch wird es wieder genauso beengt, atmosphärisch und spannend wie schon im ersten Teil. Die blinden Kreaturen liefern noch den restlichen Kick um den Horror perfekt zu machen und sind sichtbar wieder genauso bestialisch wie schon bekannt. Aalglatt schleimig, Glibber aus dem Mund laufend, ein spitzzähniges Maul-Mahlwerk, Flügelspitzohren und ein ratterndes Gurgelgeräusch sorgt noch für den nötigen akustischen Gänsehaut-Thrill. Sie gehen ans Eingemachte indem sie die Gruppe nicht nur zerstreuen, sondern auch fast wortwörtlich zerreißen.

Der Film hält wieder einige äußerst taffe Mädls bereit und sorgt neben der wüsten Blutverschmiertheit seiner Figuren – Wahnsinn wie die wieder aussehen! - noch für eine weitere gelungene Überraschung als Verbindung zum ersten Teil!! Visuell wieder top inszeniert und so stimmig wie kampferprobt in Szene gesetzt. Und das so ziemlich gänzlich handgemacht, also mit wäre kein nerviges CGI-Geplänkel aufgefallen, wirklich tolle Masken etc. Eine echt tolle Fortsetzung! Und wer weiß, vielleicht kommt ja noch was nach!?


Nach Neil Marshall (Dog Soldiers) setzte sich nun Jon Harris auf den Regiestuhl. Der erfahrene Cutter war auch im ersten Teil für den Filmschnitt zuständig und macht hier in der Fortsetzung seine Sache als Regisseur genauso tadellos. Die Filme gibt es beide auf Blu-Ray zu begutachten und sind auch als gelungenes Doppelpack erhältlich! Wer solche beengten und lichtarmen Filme mag, sollte sich auch mal "The Cave" ansehen, der zwar mit viel weniger Blut auskommt aber genauso sehenswert ausfällt. Und wer das ganze gern ohne Horror mag, kann mal einen Blick auf "Sanctum" werfen - natürlich deshalb auch weniger spannend.
 





Weiterführende Blogs:

Tierhorror by Movienator

u.a. Panik im Jahre Null (Milland) by MoeMents

Sanctum 3D by Charlys Tante
u.a. Sanctum by MoeMents



Hier geht zu den bisherigen Monsterthek - Ausartungen!







 
Coverbilder: bluray-disc.de, amazon.de / Banner ZoMoHoWo: tantron / restliche Banner: MoeMents



anSICHTEN

8. Juli 2015
Mindripper / Northern Soul / Captain America 2 - The Winter Soldier / Voyage of the Rock Aliens


Willkommen zu meinen anSICHTEN! Wie gewohnt sind die Eindrücke subjektiver Natur und die Auswahl könnte auch mal wieder nicht unterschiedlicher ausfallen. Wobei das Thema Musik bei zwei Titeln sogar einen gemeinsamen Nenner findet, aber dennoch von sehr verschiedenen Seiten angegangen wird!

Gute Unterhaltung, euer MoeMents!







Mindripper (DVD)
USA1995
Wie gesagt wollt ich euch diesen Teil meiner Hills Have Eyes Reihe (ab-)gesondert unterbreiten. Warum der Film zur Reihe gezählt wird, obwohl er nichts damit zu tun hat, liegt an einzelnen Komponenten... Erstens die Verbindung zu Wes Craven, der hier aber nur als Produzent namentlich auftaucht, eigentlich schrieb sein Sohn Jonathan Craven das Drehbuch und Regie führte Joe Gayton, der bis heute nur eine Handvoll Regiearbeiten vorzuweisen hat... weiters spielt der Film eben auch in der Wüste, wobei das aber nur ein Ansatz ist, da sich der Film fast zur Gänze in einem Wüstenbunker, einer Forschungseinrichtung, abspielt und... dass die Gefahr des Films auch noch etwas mutiert, ist der letzte kleine gemeinsame Nenner. Weshalb er vielleicht ein netter Zusatz zur Reihe ist, aber keineswegs eine echte Verbindung darstellt oder gar den Titel (Teil3) rechtfertigt!

Handlungstechnisch tüftelt hier eine Gruppe Wissenschaftler an einem genetischen Virus, dieser soll schnellere Heilungsfortschritte erzielen und zur Stärkung des Humansystems dienen. Zufälligerweise wird von der Crew in der völlig abgelegenen Wüste(!) ein verwundeter Soldat gefunden – wohl auch nur fürs Drehbuch plausibel – der ein gefundenes Versuchskaninchen für ihre Versuche darstellt! Als der gerade am Sterben ist, wird ihm nach kurzer moralischer Frage, das Virus injiziert.

6 Monate später liegt der immer noch im Koma. Als dann der erste Funke Lebendigkeit aufblitzt, läuft gleich einiges schief und der sogenannte Supersoldat rastet aus, ist folglich auf der Flucht durch ihr Bunkersystem und zieht auch eine Spur Leichen mit sich!

Szenenwechsel zum ehemaligen Mitarbeiter Stockton (Lance Henriksen) der vor 3 Monaten gekündigt hat, da die Experimente vom Militär in eine andere Richtung gedrängt wurden!! Er war mit seiner Familie – Sohn, Tochter und deren Fummel-Freund - gerade auf dem Weg in den Campingurlaub als er vom Labor verständigt und um Hilfe gebeten wurde. So macht die Familie eben noch einen kurzen Abstecher in die Wüste... immerhin braucht die Szenerie Leute, sowie der Supersoldat Opfer!

Die abgeschottete Umgebung in der Wüste mit dem beengten Bunkersystem wäre eigentlich für eine tolle Stimmung wie geschaffen. Die Alienfilme haben mit sowas immer perfekt punkten können, aber ok, wir werden hier bestimmt nicht die gleichen Anforderungen stellen, dennoch macht ein fehlender bzw. falscher Score leider gleich jegliche Stimmung zunichte! Die Schnitte sind oft zu eilig inszeniert und das klischeehafte, dümmliche Verhalten der Protagonisten gibt den Rest dazu. Einer der Mitarbeiter (John Diel) muss nämlich sofort die Fassung verlieren und versuchen die Sache immer noch finanziell auszuschlachten, mehr peinlich/störisch als förderlich für den Film! Als ab einer Stunde dann doch noch etwas persönliche Vergangenheitsprobleme und Forschung eingewoben werden, kann das auch nichts mehr retten. Die entflohene Gefahr kreucht und fleucht hier durch die (Luft-)Schächte der Institution und hat einen enormen Hunger auf Gehirne! Er mutiert immer mehr und tötet mit einem Dorn, der aus seinem Mund kommt, was auch einige eklige Goreeffekte auf den Plan ruft! So wird eben gemeuchelt was an Darstellern nicht mehr von Nöten ist...  und dabei ständig durch die dunkle Anlage geflüchtet.

Die Schauspieler (John Diel, Gregory Sporleder, Claire Stansfield) sind zumindest vom Sehen her bekannt und Giovanni Ribisi gibt ein ganz ordentliches Spielfilmdebüt als eigensinniger Sohnemann ab. Der Bekannteste, und auch durch andere Filme situationserfahrene Lance Henriksen hat leider nicht allzuviel Spielzeit. Er darf zwischendurch mal lange ungesichtet aushaaren, während die anderen einen Ausweg aus dem System suchen.

Wie gesagt, dass Setting wäre trotz der Begrenztheit geeignet, aber es will keinerlei Spannung oder anderweitig fesselnde Note aufkommen. Eigentlich langweilt man sich durch den ganzen Film. Als dann am Ende auch noch x-mal der Mutant ganz ÜBERRASCHEND auftaucht, wird’s nicht nur peinlich, sondern auch noch ein Fenster für eine etwaige Fortsetzung geöffnet. Braucht aber (bitte) keiner!!




Northern Soul (Blu-Ray)
GB2014
John Clark (Elliot James Langridge) ist nicht gerade der Junge mit Freundeskreis. Bis er eines Tages Matt (Josh Whitehouse) kennenlernt, der sich im ortsansässigen Jugendtreff als DJ versucht. Matt ist mehr der vorlaute Rebell, der das auspricht, was John eher im Geheimen denkt. Obwohl die Zeit nicht reif ist für etwas ausserhalb des Mainstreams und Matt im Jugendclub meist gezwungen ist, die populären Charts aufzulegen, so steckt er John und viele andere bald mit Northern Soul an! Anfänglich noch belächelt und verspottet für den eigenen Tanzstil, wird die Angelegenheit immer mehr zur wachsenden Randgruppe! Die neue Freundschaft beflügelt nicht nur John, sondern bringt neben der neuen Leidenschaft für diese Musikszene auch die Schattenseiten dieser hervor!

Wasserstandshosen, Schlaghosen, miese Tapeten und viele Ziegelsteine säumen die Umgebung – einem England der 70ern im tristen Arbeiterklasseflair! Eigentlich kam die Musik des Northern Souls aus den Staaten, Detroit-Motown, einige Titel schafften es aber über den Ozean und waren die Fundstücke (Raritäten) dieser britischen Nischenkultur. Immer auf der Suche nach neuen Songs oder sogenannten "Cover Ups", da man einige geniale Songs hörte aber diese von bekannten DJ’s dieser Zeit unter Verschluss gehalten wurden. Bis man selbst zufällig eine dieser Platten entdeckte! So wollen auch John und Matt nicht nur ihrer Musik-/Sammelleidenschaft nachgehen, mit Platten dealen und ihrem Kult frönen, sondern auch als DJs einen Weg in dieser Szene machen.

Da man nach einer Story suchen müsste, kann einigen hier sehr schnell langweilig werden! Zumindest allen die sich nicht an der authentischen 70ties-Ausstattung erfreuen oder deren Leidenschaft teilen. Wobei hier nicht unbedingt der Musikgeschmack gemeint ist - obwohl man irgendwann sogar davon mitgerissen wird selbst wenn man persönlich in andere Richtungen hört - sondern vielmehr die Leidenschaft in der Musik aufzugehen, oder sich eben davon bewegen zu lassen... was hier einen ganz besonderen Nenner einnimmt! Anfänglich werden sie sogar als Schwuchteln beschimpft, fast allein dafür, dass sie einfach nur Tanzen! Die Mainstream-Jugend der 70er hatte noch andere Vorstellungen, besonders für einen Mann. Bestimmt nicht das fallen lassen in Musik und Tanz, der hier mit Schritten aufwartet die man laut Bonusmaterial nicht mal unterrichten kann. Es klingt als müsste man nach etwas Grundbasis seinen eigenen Drive finden um die Hingabe dieser "Bewegung" nachfühlen zu können. Dann sind weitere persönliche Bewegungs-Einbauten oder auch Breakdance-Moves keine Seltenheit.

Was die Schattenseiten dieser Szene angeht so hat die Mods-Generation der 60ziger (zum Einblick in diese Subkultur sollte man eventuell Quadrophenia erwähnen) schon Teile davon vorgelebt. Neben dem Hang zu Musik, Tanz, (Mode-)Stil und weiteren sich abgrenzenden Identifikationspunkten hat man diese auch mit exzessivem Drogenkonsum in Verbindung gebracht. So bekommt auch der Film "Northern Soul" dramaturgische Elemente die vom Drogenmissbrauch bis zu kriminellen Machenschaften reichen und damit nicht nur eine rüde/triste Allgemeinstimmung kreieren, sondern auch für Brennstoff in Sachen Freundschaft sorgen.

Der Kaugummi könnte  durch den Drogenkonsum nicht schneller gekaut werden!

So schwankt der Film etwas zwischen ernsten Problemen und dem beflügelten Musikgenuss, hält aber eine gute Balance um nicht völlig abzudriften oder einen runter zu ziehen! Passiert eben alles mehr beiläufig, genau wie die kleine Liebe von John zu Angela, die für den ruhigen Schüler anfänglich eher unnahbar schien. Man in der Rolle von Angela, Antonia Thomas aus Misfits entdeckt, die man hier mit Afrotolle fast nicht erkannt hätte. Die beiden Hauptdarsteller, sowie auch Jack Gordon in einer sehenswerten Nebenrolle, sind recht authentisch und überzeugen gänzlich. Die britische Sängerin Lisa Stansfield, die selbst Souleinflüsse in ihrer Musik hat (jedoch völlig anders als das was einen hier geboten wird!) taucht hier noch als Johns Mutter auf, nimmt ansonst aber keine auffällige Position ein.

Auch wenn der Film einen nicht gleich vom Hocker haut,
so wird er nochmals besser wenn man danach etwas stöbert um sich über die Szene schlauer zu machen…
http://de.wikipedia.org/wiki/Northern_Soul#Rarer_Soul_der_1960er
…da plötzlich neben vielen Hintergründen ersichtlich, dass einige Locations wie das WIGAN Casino einen sehr hohen Bekanntheitsgrad in dieser Szene haben! Das bekommt man im Film nicht so mit, weil die eben noch direkt in dieser Zeit stecken und sich sowas erst im historischen Resümee auftut! Die Jungs müssen im Film dafür eine Reise auf sich nehmen, um auf diese eigenen Jugendkultur zu treffen und die ganze Nacht abzutanzen. Bei der Recherche erfährt man auch, dass sich diese Treffen "Allnighter" oder "Weekender" nannten und auch die Vorgänger für die spätere Ravekultur darstellten.

Der rechte triste Flair von "Northern Soul" könnte eventuell etwas abschrecken, dennoch ist diese fiktive Geschichte ein gelungener tänzelnder Einblick in eine vergangene Subkultur, mit Fokus auf ein/zwei Menschen die von dieser Szene mitgerissen werden und darin aufgehen - auch wenn diese Schatten wirft!
Ausserdem ein Film, den man nur aus Liebe zum Thema dreht und nicht um irgendwo damit zu punkten. Als Zuseher ist Freude an Musikgeschichte oder einem Zeitfenster von Vorteil, sonst wird man keine interessanten Ansätze finden. Weshalb ich diesem realistischen Subkultur-TRIP nur bedingt eine Empfehlung ausschreiben kann, in meiner Sammlung bleibt er aber!

Achja, falls man sich den Soundtrack zulegt, dann muss der hier definitiv auf Vinyl gekauft werden!




Captain America 2
The Return of the First Avenger
(Blu-Ray)
USA2014
Der Captain ist zurück, und mit ihm auch Black Widow! Nach dem Einfinden des Captains in die Gegenwart und dem Auseinandersetzen mit der Vergangenheit kommt es nun zu internen Problemen bei SHIELD. Die Vertrauenswürdigkeit steht in Frage und es kommt noch viel dicker… nicht nur auf Nick Fury wird ein Attentat verübt, auch die gesamte Organisation wurde unterwandert. Von niemand geringerem als einer alten bekannten Organisation: HYDRA!

Positiv: Der Film nimmt sich für Popcorn-Kino erstaunlich viel Zeit die Charaktere zu beleuchten, um des Captains Probleme/Zwiespälte und auch Moralfragwürdigkeiten zu beleuchten. Es war überhaupt ein gelungener Schachzug das ganze System anzukreiden und in Sachen Überwachsungsstadt eine kleine unauffällige Kritik einzuweben. Die traditionelle Einstellung des Captains bringt es gut auf den Punkt, als er sagt, es ginge bei ihren modernen Errungenschaften nicht mehr um Sicherheit/Freiheit, sondern um Angst! (Im übertragenen Sinne). So konnte man die vorkommende Kritik sehr gut in aktuelle Problematiken übertragen! Sozusagen, Waffen für den Frieden zu bauen! Was grundsätzlich ein Widerspruch ist, dient im Film dazu, dass diese sowieso von den Falschen missbraucht werden! Also schonmal eine richtig gute Grundlinie für einen solchen Film.

Negativ: Die Story ist viel intelligenter als erwartet was ja noch positiv ist, verzettelt sich aber auch oftmals in seinen Wirrungen und besonders manch hochgesteckten Ansagen, die man erst gegen Ende entschlüsseln kann. Das ist natürlich gut für manch Überraschungen und zum Mehrfach-sehen aber oftmals steht man zwischendrin einfach nur im Aus weil man nur noch Fach-Kauderwelsch mitbekommt. Und die Auflösung der Bedrohung wurde total übertrieben, weil man damit einen riesengroßen Teil WELTGESCHICHTE umschreibt.
  Das die HYDRA für alle Ereignisse (Kriege, Unruhen etc.) verantwortlich ist, wurde viel zu groß und weitläufig gewählt!! Da hat man sich doch übernommen weil deren Einfluss einfach zuviel im ganzen System verändert. Auch wenn es nicht weiters von Belangen ist/sein wird. 
Die Sache mit Nick Fury nervte eigentlich auch, da es wie ein übliches schon mal benutztes Klischee (Coulson in Avengers) wirkte. Außerdem fragt man sich natürlich wo die Avengers bei solch einer riesigen Gefahr abbleiben? Natürlich weiß man, das man sich in einem Captain-Film befindet, aber eine lockere Erklärung hätte da schon kommen können.

Chris Evans ist cool und sieht aus als hätte er nochmals Muskelmasse zugelegt, Scarlett Johannsen ist sowieso nett anzusehen und Robert Redford bringt nochmals Klasse mit ein. Was auffällt ist die übertriebene In-Szene Setzung der Helden, die sogar beim Beiläufigen schon mal (in Zeitlupe) daherkommen als würden sie grad den Laufsteg erobern, während ihnen ein Ventilator die Haare zurecht rückt. Die neuen Helden (Falcon) und Bösewichter (Der Winter Soldier und weitere fiese Zeitgenossen, einige alte Bekannte) wurden gut gewählt, Anthony Mackie als Falcon ist übrigens so richtig sympathisch!

Viel Action im wuchtigen Stil aber genauso schneidig im Kleinen, viel Zeit für die Figuren machen den Film recht gelungen. Die Abstriche fallen leider klar auf, aber im Gegensatz zum ersten Teil ein völlig anderes Kaliber. Endlich mehr Intelligenz und Story, aber leider auch manches übers Ziel hinaus. Dennoch einer der besseren Marvelfilme!! Definitiv!




Voyage of the Rock Aliens (DVD)
USA1984
Bevor die Sache losgeht muss der Roboter 1359, mal die Besatzung auftauen, also die kleinen Spielzeugpuppen aus dem Kühlschrank geholt, in ein Gerät mit bunten Knöpfen und tüldeltü-Geräuschen geschmissen, einmal durch ein pneumatisches Postrohr geschickt und voilà, kommen die Echten schon die Rutsche runter!

Purer Trash kommt einem hier aus dem Weltall entgegen und mischt sich auffallend schrill unter die singende Erdbevölkerung. Per Gitarren-Raumschiff angereist und mittels Telefonzelle auf die Erde teleportiert, suchen die Typen in ihren pinken Outfits (inklusive Touch!) scheinbar nach Rockmusik!? Ehrlich gesagt versteht man weder Sinn noch Ziel der Sache, plausibel ist in diesem Trash-Musical – mit 50er Jahre Rockabilly-/ Bandenflair und 80er Jahre GlamPop-Gehampel - nämlich so gut wie gar nichts.

Selbst ein Trashfilm muss irgendwann etwas abliefern was zumindest ein bisschen bindet, sonst könnte man statt dieser sinnlosen Aneinanderreihung von Gesangsstücken auch gleich Werbeblöcke sichten. So fühlt sich inhaltlich in etwa die erste halbe Stunde an, die man wirklich gleich in der Trashcan lassen könnte. Dann taucht endlich etwas Struktur auf, indem der Liebestwist um das Mädchen losgeht, die Streitigkeiten um einen Bandcontest und auch noch zwei Verbrecher büchsen aus der Klapse aus! Die wollen den Teenies an den Kragen, wobei Horrorikone  Michael Berryman (Hills Have Eyes – 1977) sogar ein kleines Highlight des Films darstellt und hier mit einer Kettensäge viel Kleinholz produziert. Funktioniert die Benzin-Säge mal nicht, dann greift er auch gern zum elektrischen Brotmesser, dem Mixer oder der batteriebetriebenen Zahnbürste, um seinen Opfern mörderisch… die Zähne zu putzen! Die beste Szene ist aber, als eins der Opfer ihm die Motorsäge repariert... ein hübsches Mädel hat nämlich immer ein riesen Werkzeugset in ihrer Handtasche! So kleine amüsante Highlights und wahnwitzige Ideen, auch Hintergrundsauffälligkeiten wie das verseuchte Seemonster oder trashige Situationskomik geben dadurch einige echt gute Lacher, oder zumindest absurde Schmunzler her. Da waren die Macher teilweise ganz schön einfallsreich ABER DAS SIND ALLES NUR BEILÄUFIGE NEBENSTRÄNGE!!

Im Hauptfokus kann dieses glamouröse und zugleich billige Sci-Fi-Musical nämlich wenig beeindrucken, an allen Ecken und Enden Trash, leider eben oft auch so unnötig bis blamabel. Die Musik schafft zwar schnell ein paar simple Ohrwürmer, sind teilweise aber genauso schwer auszuhalten. Die Sängerin Pia Zadora die hier das umworbene Mädchen Dee Dee darstellt und in knackigen Outfits daherträllert, darf mit ihrem eigenen Hit "When the Rain Begins to Fall" den Film ein- und auch ausleiten! Nun versteh ich auch das Intro des Films, da hier Jermaine Jackson auftaucht – mit dem sie den Song gesungen hat - und alles KEINESWEGS nur irgendwie zur Story passen will! Der gezeigte Clip aber das tatsächliche Musikvideo ihres No1 Hits darstellt und mal einfach so in den Film eingewoben wurde! Craig Sheffer (Nightbreed, Aus der Mittel entspringt ein Fluss) spielt den ultracoolen Klischee-Gangleader und darf nicht nur alle völlig machomäßig diktieren, sondern auch mal seine Gefühlsseite rauslassen, als er seinen Triple-Spint in der Schule öffnet - mit rotem Samt ausgekleidet (!!) mit einem Poster seiner Geliebten - und dann mit einem echten Puma, einen auf wilden Schmusesong macht!
Der zweite Mann im kitschigen Clinch um Dee Dee, ist der blondschöpfige Außerirdische ABCD (Tom Nolan). Ja, er und seine pinken Begleiter haben alle so sagenhafte Namen und teilen sich in richtiger Reihenfolge das Alphabet, wobei einer heraussticht, der heißt AEIOU!!

Gegen Ende gibt’s dann einen Bandbattle, Synthie-Pop vs. Rockabilly-Sound, da tanzen sich die Leute mit ihrer tollen Choreo die Füsse wund. Immer fit im Schritt und geniale Outfits am Start!
Schaltet man nach der ersten viertel bis halben Stunde nicht gleich ab – wäre berechtigt - versäumt man einige amüsante/absurde Ideen, der gewöhnliche Seher kann sich den schrillen Ausflug aber getrost sparen! Den Platz in der Trash-Collection hat er sich aber (allemal) verdient!!

Schade das die Bildqualität nicht besser war, ich hab die kleine Hartbox auf DVD und der visuelle Eindruck war wenig erfreulich, wobei auch die Blu-Ray Bewertungen nicht recht gut abschneiden!







 


Coverbilder: cinefacts.de, amazon.de, bluray-disc.de






1963  The Birds / Hitchcock macht die Flatter!
Die Vögel


Melanie (Tippi Hedren), eine noble Dame aus San Francisco, hält sich gerade in einer Zoohandlung für Vögel auf als ein hereinkommender Mann (Rod Taylor als Mitch) ihr einen Streich spielt. Die beiden kennen sich zwar nicht aber Melanie will sich revanchieren, irgendwie scheint es ihr der Mann trotz schnippischer Beleidigung angetan haben, deshalb macht sie sich auf die Reise nach Bodega Bay um Mitch genauso heimtückisch zu überraschen.

So beginnt der Film eher als Screwball-Streifen und dass die Lady eine so weite Reise für einen Scherz auf sich nimmt, wirkt fast schon an den Haaren herbeigezogen, aber es ist ja nur eine Einleitung um in dieses malerisch schöne Örtchen zu gelangen! Im Gegensatz zu San Francisco tickt in diesem wunderschönen Küstendörfchen die Zeit noch wohltuend anders und auch die Bewohner haben so ihren eigenen Charme. Wenn man den Titel des Films nicht kennen würde, würde man glauben sich in einem leichten Familiendrama mit Screwball Elementen zu befinden, da die beiden eben so ihre neckische Bekanntschaft aneinander auslassen und die Mutter von Mitch so ihre Probleme damit hat. Wenn man außerdem nicht wüsste, dass die Gefahr hier von Tieren ausgeht, würde man eventuell die Mutter von Mitch für den "Psycho" halten.

Das klingt jetzt vorerst so als sei der Film negativ überschattet? Natürlich nicht! "Die Vögel" hat eben eine lange Einleitung zu den Charakteren parat, natürlich könnte man das kritisieren und manche würden es wohl sogar schneiden, aber die Stimmung die sich hier in Bodega Bay in aller Ruhe ausbreitet ist sagenhaft. Die Ruhe vor dem Sturm wird hier langsam hochgeschraubt… in Minute 25 ein einzelner Vogelangriff und erst in Minute 52 kommt wieder eine breitere Attacke. Dass ist zwar alles was man in der ersten Stunde zum eigentlichen Thema bekommt, dafür läuft die zweite Stunde - überraschend, dass so ein Film überhaupt 2 Stunden geht - dann fast Schlag auf Schlag. Möwen, Krähen, Drosseln etc. alles dreht durch und attackiert das Örtchen in Intervallen. Es gibt neben den Ungläubigen welche Aussagen wie...

"Die Schule wurde von Vögeln angegriffen"

...nicht wahrhaben wollen, auch noch weitere Spinner - natürlich nur so lange bis die Vögel auch ihnen auf den Pelz rücken. Wirklich herausragend ist die Szene in der Bar wo alle aufeinander einreden, bevor dann draußen tatsächlich die Hölle losbricht! Auch visuell  hervorragend eingefangen, besonders die Luftaufnahmen auf das brennende Dorfzentrum sind beeindruckend. Und es geht gleich genauso spannend weiter, die Leute verbarrikadieren sich in ihren Häusern ohne zu wissen, warum und weshalb?

Meisterregisseur Alfred Hitchcock lässt dies erstaunlicherweise den ganzen Film über unaufgedeckt und somit ein spannendes Mysterium offen. Dessen Schock besonders zuschlägt, wenn die Vogelschar rund ums Haus wettert und einen nervenkostümerschütternden Lärm macht, auf die Spitze getrieben indem sie das Holz mit ihrem Schnabel zernageln oder zuhauf durch den Kamin kommen! Einige Schocker durch ausgepickte Augen, ansonst schafft Hitchcock aber schon allein mit dem Drapieren ganzer Vogelschwärme, die krächzend den Schauplatz übersäen, eine geniale Stimmung. Manch Blutverschmiertheit ist da nur noch stilsicheres Hilfsmittel. 

Das der Film keinen Soundtrack/Score braucht ist einfach nur genial! Die ruhige Machart und das beschauliche Dörfchen besänftigen des Zusehers Gemüt, bis wieder ein eindringliches, (kr)ächzendes Vogelgeräusch kommt und die spannende Gefahr weiter zur ausweitenden Bedrohung wird. Die visuellen Effekte wurden großteils durch wandernde Hintergründe bewerkstelligt, sich also zwei Bilder überlagern, und obwohl damals eine neue Technik verwendet wurde (Natrium-Yellowscreen) fällt es natürlich auf, was aber dennoch kein Problem darstellt! Nicht nur das, sondern auch die genialen 60er Jahre Requisiten (Autos, Gemischtwarenladen, Kleidung) geben famose Zeiteindrücke her – Rauchen war wohl auch noch Stilmittel - an denen man sich gerade in der HD-Fassung gar nicht satt sehen kann! Das Bild der BD ist sowas von beeindruckend!!! So viele scharfe Farbdetails und wunderbare Eindrücke, einfach nur genial!

Interessant auf den Bezug "Rache der Natur" ist hier die Tatsache das sie die zwei Hauptdarsteller – besonders reizend ist Tippi Hedren - zu Filmbeginn in einem Laden aufhalten wo alle Vögel in Käfigen ihr Dasein fristen, was sich im Laufe des Films umdreht weil die Menschen in ihren Häusern ängstlich und verbarrikadiert Zuflucht vor den Vögeln suchen! Dabei hat der Film nicht nur ein langes bedrohliches Wochenende, sondern eine noch unheilvollere Nacht zu bieten. Atmosphärisch einfach Top! Nicht nur in Sachen Tiergrusel ein Klassiker!!




1999  Idle Hands
Die Killerhand


In einem verschlafenen amerikanischen Nest, mit einem noch fauleren Hauptdarsteller, treibt ein Serienkiller sein Unwesen! Kiffer Anton (Dewon Sawa) hat das aber weniger mitbekommen, er hängt lieber den ganzen Tag zuhause vorm Fernseher ab und guckt Musikvideos oder Zeichentricke, oder gibt sich mittels umgebauten Asthma-Inhalator einer Grasfüllung hin! Als jedoch selbst im eigenen Hause Leichen auftauchen, ist Schluss mit herumlungern! Außerdem kommts noch richtig blöd, wenn man entdeckt, dass auch noch die eigene Hand einen auf Killer macht!

Diese Horrorkomödie wartet mit einigen bekannten Gesichtern auf. Dewon Sawa hat ein Jahr später "Final Destination" gedreht, seine zwei Kifferkumpels, gespielt von Seth Green (C2-Killerinsekt) - ist ja fast schon ein Urgestein in solch ähnlichen Nebenrollen und spätestens seit Dr. Evils Sohnemann näher bekannt – und Elden Henson (Mighty Ducks, Butterfly Effect) kennt man zumindest auch vom Sehen. Jessica Alba hat man wohl erst nach diesem Film richtig kennengelernt, sie darf hier im knappen Panty Haut zeigen und damit Anton den Kopf verdrehen. Der in der zwischenzeit in ihrem Vorgarten seine Katze sucht - die Pussy im Gestrüpp! - ja genauso plump sind die Sprüche seiner beiden Kumpels. Alba fährt hier übrigens ein sehr edles Bike, leider sieht man den Oldtimer nur einmal.

Zuerst glaubt Anton, dass falsche Kraut geraucht zu haben (üble Oregano-Muskat Mischung!), zumindest solang, bis er auch seine Freunde auf dem Gewissen hat. Die übrigens bald wieder als Untote auf seiner Wohnzimmercouch herum lümmeln.
Abhilfe muss her! Die erste Idee, die Hand zu beschäftigen, als Beispiel STRICKEN bei musikalischer Untermalung (Rob Zombies Dracula), scheint wenig langfristigen Erfolg zu versprechen, immerhin kann man die Stricknadeln auch zum Töten verwenden! Weshalb die Sache später übergeht in einen Fight Anton vs. Hand, natürlich in bester Evil-Ash Manier!

Neben dem 90Jahre/Halloweenstil (hier gibt’s noch dicke Walkmans) bekommt man ein paar blutige Kills um die Augen gehauen und ein paar sexistische Witze in die Ohren gebuttert. Auch der Kampf mit der Hand um die Fernbedienung fällt ganz witzig aus. Der Hund wird benötigt um die Kifferblättchen anzufeuchten und die Katze darf im großen Bogen, per Helikopter-Hand, die fliegende Sause aus dem Fenster machen! Manch Situationskomik ist echt zum Lachen!  Selbst wenn man was für Tiere übrig hat! Der Film fängt sogar richtig gut an (fast 80ties-klassisch), scheint aber dann mit der Wirkung des Grünzeugs genauso träge zu werden und mehr zur Abhängerstunde (Slacker) zu werden, bis die Sache zum Schulball hin wieder Fahrt und ein paar vereinzelte Ideen aufnimmt. Zur Halloween-Feier des Tages darf dann auch Offspring mit dem Ramones-Klassiker "I wanna be sedated" die Turnhalle rocken!! Der Soundtrack ist sowieso gelungen! Und das alles während die Teenager auf der Jagd oder Flucht vor dem eiskalten Händchen sind. Hier darf auch noch Vivia A.Fox (Independence Day) als okkulte Jägerin in einem überdimensionierten Alu-Wohnmobil auftauchen, im Schlepptau den ansässigen Rowdie, gespielt von Jack Noseworthy (Event Horizon) auf der Suche nach seinem Monster-Truck.

Einige akzeptable Computereffekte gibts zum gelungenen Make-Up, und farbige Lichter bringen noch Farbe in die Szenerie, trägt zur Stimmung bei.

Unterhaltsame Slacker-/Teenager-Horrorkomödie die zwar zwischenzeitlich mit Abhängen durchhängt, ansonst aber mit ein paar kultigen Ansätzen auch mal amüsiert. Am Besten fürs lockere Halloween-Programm geeignet. Das Bild zeigt nur den US-Import, gibts bei uns nur auf DVD.




2006  USA und KAN schicken native Legenden auf Bikes zur Blutmondnacht
Skinwalkers

"Skinwalkers" reiht sich neben Underworld, Ginger Snaps und Verflucht (Wes Craven – 05) zu den modernen Werwolf-Auswüchsen des ersten Jahrzehnts (21Jh.) ein. Rhona Mitra, die schon im Underworld-Prequel mitmischte ist auch hier mit von der Partie. Ihr Sohnemann spielt eine ganz besondere Rolle als schicksalshafte Figur zwischen umkämpften Werwolffronten. Diese haben sich nämlich aufgespalten.

Während eine Gruppe den Blutdurst und die damit eingehende Macht als Gabe sieht, ist es für die anderen ein Fluch der beendet werden soll. Der 12jährige Timothy (Matthew Knight) stellt den Schlüssel dafür dar. Eine Legende besagt, dass sein Blut bei Erreichen seines 13ten Lebensjahr die Heilung bringen soll. Es herrscht nun noch 4 Tage Blutmond bis die Wende kommen soll weshalb es die abtrünnigen Wölfe – hier als Bikergang unterwegs – eilig haben den Jungen zu töten bevor diese endet. Die Wölfe der guten Zunft ihnen hier entgegen treten und ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Der Junge darf bis zu seinem 13. Geburtstag und dem Abklingen des Blutmondes nicht in die Hände des Gegenlagers fallen…

Die Idee ist ja schon mal gar nicht so übel und mal was anderes. Während sich die guten Wölfe zu Vollmond im Keller einschließen/anketten damit sie niemandem schaden können, machen sich die anderen auf die Jagd nach dem Jungen. Der versteckte Junge, Timothy, hat in diesem Falle genauso wenig Ahnung wie seine Mutter, deren Umfeld aber aus befreundeten Wölfen besteht, die um die Legende bescheid wissen. Wodurch sich eine gelungene (besser gesagt: schräge) Situation einstellt als die Biker erstmals auftauchen und sofort alle zu ganz dicken Knarren greifen!! Vom Sheriff über ein verwandtes Teenagerpärchen bis hin in zur Großmutter!! Und dieses erste Aufeinandertreffen - ein Shootout der auch mal keine Silberkugeln benötigt um etwas Haariges zu töten - dann auch noch so wendig, rasant geschnitten ist, dass Trashfeeling aufkommt!! So heroisch hier alle öffentlich in Zeitlupe durch die Gegend ballern, sieht man nicht alle Tage.

Caleb (Jason Behr) der Anführer der Wolfsbiker könnte gleich direkt aus Supernatural entspringen und hat hier gleich 4 Holster unter seinem Mantel versteckt um damit einen auf blutigen Pfad zu machen. Wobei sich aber kein Splatter findet und trotz der ständigen Dezimierungen aus beiden Lagern (Kopfschüsse und aufgeschlitzte Kehlen) sichtbar nicht allzuviel Blut vergossen wird. In weiteren Rollen findet man noch ein paar bekannte B-Gesichter wie Elias Koteas und Kim Coates, aber darstellerisch reißt sich hier definitiv keiner ein Haar aus! So kann trotz eigentlich akzeptabler (Umgebungs-)Inszenierung keine große Stimmung aufkommen. Sich die Killer leider größtenteils als normale Menschen zeigen, bis eben der Blutmond auftaucht. Um dann nach einer Weile blutunterlaufener Augen endlich zum haarigen Biest zu werden. Eine CGI-Fratze mit seitlich hochgezogenen Augen, einem breiteren Körperbau und ein paar Haarlängen mehr, zeigen hier wie man die Zähne fletscht! 

Also wer auf einen Road-Trip steht, der zur Flucht und Jagd ein paar sonderbarer Legenden wird, kann im Fernsehen ruhig mal einen Blick machen! Aber für die Sammlung ist diese Fantasy-Actionmischung, die in Zwischenetappen immer wieder mal mächtig durch die Gegend ballert, doch zu Durchschnittlich.

Bild zeigt den FR-Import ohne deutsche Tonspur, bei uns als DVD erhältlich.





Weiterführende Blogs:

Tierhorror: VÖGEL by Movienator
 


 



Coverbilder: bluray-disc.de / Banner ZoMoHoWo: tantron / restliche Banner: MoeMents






Willkommen in den Hügelketten kurz vor Kalifornien, bei einem "wüsten" Abstecher ins trostlose Nirgendwo, wo dich niemand schreien hört und es den längst vergessenen Wüstenbewohnern nach Menschenfleisch hungert! Ein geschmackloses/-volles willkommen zur Hills-Filmreihe!
 
Auch SPOILER enthalten!


 

 
The Hills Have Eyes – Hügel der blutigen Augen
USA1977

Familie Carter ist per Wohnwagen nach Kalifornien unterwegs. Die Familie, bestehend aus 3 Männer, 3 Frauen, einem Baby und zwei Schäferhunden, nimmt trotz der Warnung eines alten Tankwarts - sie sollten unbedingt auf der Hauptstraße bleiben - doch eine Abkürzung durch ein wüstenleeres Atomversuchsgebiet der Air Force. Das Oberhaupt der Familie, ein Ex-Cop, meint damit Zeit zu sparen und auch keinerlei Gefahr zu erkennen... alles endet jedoch in einem Crash mit gebrochener Hinterachse! Und das mitten in verlassener, überhitzter Wüste! Das Funkgerät funktioniert in diesem Tal auch nicht und scheinbar sind sie nicht allein!!

horrrowarehouse.com

Regisseur Wes Craven (Nightmare, Shocker) lässt in seinem 70er Jahre Horrorschocker nämlich die Kannibalen los! Und das unter fantastischem Wüstensetting zwischen Sand, Steinen, verbrannten Gebüschen und etlichen Steinhügeln, was gleichmal eine geniale Stimmung aufkommen lässt. Das gemächliche Tempo eignet sich voerst auch hervorragend, um in dieser gottverlassenen Hitze zu verweilen, dem nächtlichen Geheul von Wölfen oder den eben entflohenen Schäferhunden zu lauschen – übrigens heißen die Beauty und Beast – und in der Kälte der Nacht bei Lagerfeuer etwas stimmungsgeladenen Horror und Gespür für Atmosphäre zu beweisen! So nimmt man sich bei der Inszenierung Zeit, schraubt die Spannung aber langsam und stetig hoch, wozu auch der Score öfter ein länger gequältes Instrument beisteuert… um später dann offensichtlich reinzuhauen!

besthorrordecades.com

Nicht unbedingt beim direkten Blutgehalt – für damals wohl auch hier – sondern vielmehr beim Terror, den die fiesen, entstellten Gestalten über die Familie hereinbrechen lassen! Während der Vater zur Tankstelle zurückwandert, sucht der Schwiegersohn die andere Richtung nach Hilfe oder Funkkontakt ab. Die Nacht bricht herein und die Kannibalen fallen bestialisch über die noch verbliebene Familie her und handeln dabei sogar erstaunlich taktisch! Wobei durch etwas Unausgesprochenes des jüngsten Sohnes Bobby auch zuvor schon eine drohende Gefahr aufgebaut wird, der Schock beim Angriff jedoch Schlag auf Schlag die urprimitive Grausamkeit der Wüstenbewohner offenbart! Eine Frage die sich außerdem noch stellt: Wieviel erträgt man bis man selbst zum Monster wird!?
 
 

Ehrlich gesagt verstehe ich nun auch das Remake von Aja besser, welches ich damals verurteilte und mir nur tabubrechend einfuhr. Da es den (Psycho-)Terror nur ausschindet! Es überspitzt zwar alles nochmals sehr, hatte aber eigentlich nur die Szenen übernommen, was ich zuvor eben nicht wusste! So darf auch hier der Vater abgefackelt und währendessen die Familie geschändet/getötet werden, wobei mir gerade beim Remake die hysterischen Schreie brutal durch Mark und Bein fuhren. Im Original zwar auch schrecklich sind, aber bei weitem alles nicht so abtrünnig auf die Spitze getrieben – beim Remake wollte man einfach nur (extra) schocken!
 
 


Bei den Darstellern sticht eigentlich nur Dee Wallace-Stone (Das Tier, Critters, E.T.) mit einem bekannten Gesicht heraus. Und natürlich die Kult gewordene Horrorikone Michael Berryman! Der US-Darsteller mit seltener Erbkrankheit, die aussehenstechnisch nicht nur für seine ikonische Glatze sorgte, prädestinierte ihn für die Rolle des entstellten Kannibalen Pluto mit dem Hunger nach Menschenfleisch. Und er meisterte sie mit Bravour!

Grobe Unterschiede müssen noch zur deutschen Synchronfassung genannt werden, da hier von einer UFO-Landung in der Wüste die Rede ist und die Kannibalen als hiergebliebene Menschenfresser vorgestellt werden. Im O-Ton ist davon aber keine Rede, hier beichtet später der alte Mann von der Tankstelle, mit seiner Frau ein entstelltes, bösartiges Kind geboren zu haben, welches im Alter von 10 Jahren schon größer als er war und nicht nur den Hühnern die Köpfe abbiss, sondern auch die ganze Familie ausrottete und das Haus abfackelte. Irgendwann versuchte er den Jungen zu erschlagen und hat ihn danach in der Wüste ausgesetzt. Dieser (Papa Jupiter) gründete eine eigene, weiters degenerierte Familie (u.a. Pluto, Merkur, Mars) unter deren Angst er sogar heute noch lebt! Als Ursache für die Degenerierung schwingt unterschwellig stets auch die Verstrahlung durch die Atomtests in dieser Gegend mit.


Ein ausgezeichneter Horrorklassiker mit tollem Setting und kongenialer Stimmung, pures sommerliches Terrorkino in ungestümer Rohheit!

Schade, dass das Bildmaterial zu wünschen übrig lässt und auf DVD sehr unruhig daherkommt. Schärfe und Klarheit sind den visuellen Eindrücken leider fremd. Auch die Bewertungen der deutschsprachigen Blu-Ray Fassungen erweisen sich nur als schlechtes VHS-Niveau! Hier wäre eine saubere Fassung definitiv angebracht und dem Film würdig!! Eine US-Blu-ray gebe es schon, aber auch hier sind die Bildbewertungen unter aller Kanone. (Nachtrag: Mittlerweile gibt es ein 4K-Skan zu deutscher VÖ, sogar mit zusätzlicher Neusynchro.)

 

 

Als Hobby-Astrologe find ich es recht interessant, dass die Kannibalenmänner Namen von Planeten tragen, da auch in der Mythologie Jupiter (Zeus) schon Probleme mit seinem Vater hatte der die eigenen Kinder verschlang!! Nur Jupiter wurde von seiner Mutter in einer Höhle versteckt, in verschiedenen Auslegungen von der Milch einer göttlichen Ziege oder einer Wölfin ernährt. Irgendwie find ich diesen Hintergrund in Bezug auf die Kannibalen interessant - nicht nur weil sie in Höhlen leben - denn auch wenn sie keine Reisenden zum Verspeisen hätten, sich wohl auch innerhalb der Familie, oder sogar selbst auffressen würden! Immerhin fragt sich das Merkur sogar im Film!

Mars, Merkur und Pluto sind in der Mythologie entweder auch die Söhne Jupiters, seine Brüder oder gar anderweitig verwandt. Im Film gehen auch allesamt als verwandte Inzestbrut durch!

Hinzu kommt hier noch der Ursprung für Wes Cravens Geschichte, die auf der Legende von Alexander Bean (der Shanybeen FAMILY) beruht, einer kannibalischen Familie im schottischen 15 Jhd. Wes Craven holte sich für seinen Film nämlich Inspiration aus einer New Yorker Bibliothek und wurde in der Abteilung für Mord- und Totschlag fündig. Eine Geschichte über eine Inzest-Familie die in Höhlen an einem schottischen Hang hausten und Reisende verspeisten, hat es ihm schrecklich angetan und lieferte die Idee zum Film.

Er schrieb folglich das Drehbuch mit seinem eigenen Setting, transportierte es in die verlassene Wüste und passte es der Zeit an. Besonders wollte er auch das Element rüberbringen, dass beide Seiten grausam sein können. Da in der historischen Ur-Geschichte die Familie irgendwann festgenommen wurde und von den Menschen als Strafe noch grausamer gefoltert wurde! Was er ihn seinem Film natürlich nicht macht, aber durchblitzen ließ, dass auch die Opfer zu Tätern werden können weil sie etwas Schlimmes ertragen mussten und fast dazu genötigt wurden!

Wes Craven ließ seinem Erfolgshit 1985 noch eine Fortsetzungen folgen. Das Original verbuchte 2006 ein Remake von Alexandre Aja, welches selbst auch noch eine Fortsetzung erhielt. 
 







 
The Hills Have Eyes 2 – Im Todestal der Wölfe
USA1984

Bobby (Robert Houston) hat die Vorgänge des ersten Teils überlebt und findet sich hier - wohl genauso viele Jahre später wie die Fortsetzung - gleich zu Filmbeginn beim Psychiater wieder. Er hat die schlimmen Erlebnisse – Flashbacks mit Szenen aus dem ersten Teil – noch immer nicht verdaut. Sein Psychiater rät ihm aber dennoch, mit seinen Bikerfreunden die Reise zu einer Wüstenrally anzutreten, die in der Nähe der schon bekannten Wüste stattfinden soll. Hiermit könnte er sich auch endlich real seinen (alten) Ängsten stellen!

Und obwohl in vielen Klappentexten steht, dass Bobby auf die Reise mitkommt, tut er das nicht! Sein Trauma ist so stark, dass er ablehnt, weshalb sein erneuter Auftritt rein das Filmintro aufwärmt. Dafür kommt jemand anders aus dem ersten Teil mit... sie spielt im Film nun die Freundin von Bobby und wird von seinen Freunden Rachel genannt, stellt sich aber recht schnell als Ruby (Janus Blythe) aus dem ersten Teil heraus! Sie war das Mädchen aus dem Kannibalenzirkel welche die Fronten wechselte und hier nicht nur von selbiger Darstellerin verkörpert wird, sondern auch zur zivilisierten Dame wurde. Demnach auch als erste Zweifel hegt, als die Bande halb-rebellischer Jugendlicher die Abkürzung durch das alte Atomtestgebiet nehmen möchte. Auch sie vermutet, dass ihre alten Verwandten eventuell doch noch am Leben sein könnten!

Die Gruppe macht sich also ohne Bobby, dafür mit Rachel - oh und nicht zu vergessen dem überlebenden Schäferhund Beast - in einem großen Bus auf die Reise zum Start des Rennens, aufgrund der Zeitumstellung scheint es für zur Einschreibung aber zu knapp zu werden, weshalb eben eine Abkürzung her muss! Die Fahrt durch die schlechte Wüstenstraße beschädigt jedoch den Tank und schon bald bleiben sie bei einer alten Mine liegen!
 
blu-ray.com

Anstatt sich im vereinfachten Szenario wieder einer genialen Stimmung hinzugeben (Original), bietet die Fortsetzung im direkten Vergleich doch etwas mehr Spielraum und Abwechslung durch die höhere Personenzahl (Twens zwischen 20 und 30). Darüber hinaus liefert die Mine noch einen zusätzlichen Schauplatz mit ein paar Räumlichkeiten und einem grindigen Keller! Dass die Jungs ihre Motorräder im Bus haben bringt noch etwas Bewegung rein. Das war es dann aber schon mit den Neuerungen, der Rest orientiert sich von der Idee exakt am ersten Teil und geht dabei mehr in Richtung Twen-Slasher, indem sich die bekannten Kannibalen einen nach dem anderen holen!

Sehr erfreulich das Michael Berryman wieder als Pluto dabei ist, auch wenn er seine Glanzleistung schon im Ersten darbot und hier leider wenig famos abtritt, bleibt er eine herausragende und gern gesehene Marke für die Filme! Eine weitere Kannibalenrolle, die des Reapers, spielt John Bloom, der hier selbige Narbenvisage wie einer seiner Vorgänger trägt. Sein Finale ist schon ausgiebiger, er darf nach der Jagd durch den Kannibalenkeller auch noch im Feuer aufgehen!

Grundsätzlich ist trotz der Beinahe-Wiederholung das Setting wieder erste Klasse: Die verlassene Wüste, die Twen-Gruppe und die abgelegene Szenerie - die wieder genauso geniale Landschaftsbilder hergibt - können einfach überzeugen; die blinde Cass (Tamara Stafford) bietet mit ihrer Hellhörigkeit auch ein tolles Element des zweiten Teils! Anderweitig kann die Sache trotz mehr Geschehen leider dennoch langweiligen, da die reduzierte, gespannte Atmosphäre einfach nicht mehr so aufkommt. Das Meiste wird dabei durch sinnfreie Abhandlungen zerstört, welche Großteils wieder mal der deutschen Synchro zugrunde liegen, die nicht nur den Hund umbenennen, sondern einen jungen Mann gleich glauben lassen, sein Kumpel will ihn reinlegen, obwohl ihm gerade ein Kannibale ans Leder will! Aber auch ohne die Synchrofehler verfolgt man mit dem Bus völlig unnütz seine Freunde ins unwegige Feld und als sogar noch der Hund Beast eine Rückblende als Füllmaterial erfährt, wirds fast schon richtig peinlich! Erst gegen Ende werden die Kills wieder besser, der Score liefert mehr Fidel- und Horrorgeplänkel und die Outfits der Wüstenbewohner sehen neben dem Steinzeitlook des ersten Teils auch etwas rockiger aus.   
 
 

Die Fortsetzung wollte Craven eigentlich gar nicht drehen, als aber seine Filme "Das Ding aus dem Sumpf" und "Tödlicher Segen" an den Kinokassen floppten, wollte er sich aus Geldnot doch an eine Fortsetzung seines "Wüsten"-Klassikers machen. Das Geld ging jedoch schon beim Dreh aus, weshalb der Film zu den Akten gelegt werden musste. Als ihm dann ein Studio aber endlich seinen Entwurf zu "Nightmare – Mörderische Träume" umsetzen ließ, klingelte es wieder an der Kasse – Horrorikone Freddy Krueger wurde erschaffen - und man konnte auch "Im Todestal der Wölfe" fertigstellen. Ein paar Szenen wurden nachgedreht und der Rest wurde mit Rückblenden (zum ersten Film) gestopft. So kam die dann leider weniger erfolgreiche und mehr kritisierte Fortsetzung seines Klassikers zustande.
 
 

Dennoch ist diese für B-Movie Freunde oder Fans von alten (80ties-) Slasherfilmen einen Blick wert! Für Fans des Ersten zwar kein Vergleich, aber dennoch eine nette Ergänzung!

Der zweite Teil erreicht nun zumindest akzeptables DVD-Bild! Kann man sich ansehen ohne arges Augenzucken oder Ähnliches zu bekommen. Auch die Farben wirken kräftiger, was beim knallroten (Schul-)Bus gleich am besten auffällt. Auch hier gebe es einen US-Import in HD.



 
 

Wes Craven kam irgendwie ungewollt zu den Horrorfilmen, gerade als Sohn einer Baptisten-Familie hatte er erst im Erwachsenenalter seinen ersten Horrorfilm im Kino gesehen! Als er nach Aufgabe seiner Lehrtätigkeiten zum Film wechselte und ihm von Sean S. Cunnigham (Freitag der 13.) ein Horrorprojekt angetraut wurde, obwohl er null Erfahrung in diesem Genrebereich hatte, riet ihm dieser einfach seine grauenhaften Vorstellungen rauszuholen. Vielleicht ist auch das der Grund, warum er ohne Genrevorkenntnisse etwas schuf, dass viel realistischer einen menschlichen Horror darbot und dabei sogar noch eine Grenze in der Darstellung überschritt – er kannte diese urmenschliche Brutalität nur aus mythologischen Geschichtsbüchern, was eben seine Vorstellung von Horror war - und dem Genre sogar einen neuen Einschlag verpasste! So war es dann beim ersten erfolgreichen Projekt mit Cunnigham als Produzent zu "The Last House on the Left" dessen Drehbuch Craven schrieb und auch Regie führte und einen derben Vergewaltigungsstreifen brachten, der sogar heute noch verrufen ist – die Originalfassung ist in D immer noch bundesweit beschlagnahmt - aber die Kinokassen klingelten trotz des Skandals und man wollte nochmals einen Hit, den er mit "The Hills Have Eyes" sogar nachlegte und nochmals bekannter wurde!

Dennoch wollte er als Filmemacher ernst genommen werden und nicht gerade mit Rape & Revenge oder Exploitation das Publikum schocken, bzw. für Skandale bei der Freigabe sorgen - die seinem Hügel der blutigen Augen schon bei der ersten Absicht ein X-Rating verpassten und selbst den Score beanstandeten!
Schnell merkten aber die Leute am Set des Klassikers, dass Craven seine Sache ernst nimmt und tatsächlich seine Vision für diesen Film umsetzen wollte. Produzent Peter Locke – der übrigens im Ersten ein Cameo als Merkur hat – wollte viel schneller produzieren und auch der Kameramann der zuvor mit seiner Crew einige Roger Corman Titel abdrehte - damit sogar schon mehr Erfahrung als alle anderen besaß - ein anderes, schnellerledigtes Tempo gewohnt war. Irgendwann merkten sie aber das Wes Craven tatsächlich einen guten Film mit perfekten Einstellungen machen wollte, selbst wenn das geringe Budget ($230000) etwas anderes sagte, bemühte er sich dennoch alles so gut als möglich umzusetzen! Was man auch merkt da "The Hills Have Eyes" nicht nur ein simpler aber beachtlicher Horrorfilm blieb, sondern inszenierungstechnisch auch an die Psyche geht!

 
 





Ich hab zu den Originalen eine ungekürzte und auch limitierte (durchnummerierte) DVD-Auflage. Die Box (Digipack im Schuber) hat eine schicke Aufmachung und begeistert mich speziell wegen des Innendrucks, der mit älteren Layouts hinter den eingelegten Discs aufwartet!



In der Box befindet sich ein Film der fälschlicherweise oft als dritter Teil der Reihe verkauft und betitelt wurde. "Mindripper - The Outpost" hat aber nichts mit der Reihe zu tun und Wes Craven wurde nur erwähnt weil er sich unter den Produzenten befand. Sein Sohnemann Jonahan Craven schrieb am Drehbuch mit und das Wüstensetting weckt Verbindungen zu den Hills Filmen; das wars aber auch schon! Deshalb hab ich ihn hier nicht einfließen lassen, sondern werde ihn euch mal während meiner regulären Sichtungen unterbreiten. Dennoch ein ganz netter Zusatz zur Box, wenn er auch unabhängig an keinen der Filme rankommt!



Bonusmaterial enthält keine der Scheiben, mit Ausnahme von Filmografien bei Mindripper, dafür ist aber eine separate Bonusdisc beigelegt und die wartet u.a. mit 2 längeren Dokus auf! Woraus die 54 Minuten lange Doku "Ein Rückblick auf Hills Have Eyes" (aus 2003) wirklich sehr sehenswert ist! Weiters ist mit "Die Filme von Wes Craven" noch ein netter Blick über seine Werke bis 1999 enthalten.
Wahrlich toll, denn ohne die beiden Dokus hätte ich euch bestimmt auch nicht so tolle Hintergrundinfos liefern können!  Weiters sind neben einen kleinen Booklet  (Bild rechts) noch die üblichen Trailer, Biografien, Bildergalerien und ein alternatives Ende zum ersten Teil enthalten, welches nicht so abrupt endet wie der reguläre Schluss, sondern die Überlebenden nochmals versammelt zeigt und auch merken lässt, dass sie Ruby wohl mitnehmen.
 
Lachen musste ich, als ich im Bonusmaterial ein Feature mit dem Namen "Bildrestaurierung" fand, da der erste ja wirklich recht übel daherkommt und die gesamte Box sogar etwas runterzieht, doch ein Bildvergleich zeigt, dass das Bild tatsächlich zuvor noch übler war! Kaum zu glauben! Überhaupt scheint der zweite Teil das bessere Bild zu bieten, wobei hier aber keiner punkten kann.

 
 

Wie ich nun nach meiner Mad Max Reihe zu den Hills Filmen kam, lag daran, dass ich zwischendurch mal eine äußerst trashige Abwechslung namens "Voyage of the Rock Aliens" guckte, und darin Michael Berryman die Rolle eines kettensägenschwingenden Charmeurs übernahm! Was mich recht beeindruckte und sofort auf die Originale zu "The Hills Have Eyes" brachte... und mich unverzüglich in die Wüste zurückkehren ließ!!

Außerdem schloss das den letztlich erwähnten Kreis zu "Weird Science" als ich in den Mad Max Kommentaren erwähnte, dass Vernon Wells (WEZ) aus Mad Max in diesem Teen-Klassiker auftaucht, nämlich genauso Michael Berryman!!! Der hier wie Wells-Wez ein markantes Cameo auf einem Motorrad abliefert – als Mutant auf einem Bike!! Genial oder?

 
 


Darüber hinaus hätten die Filme nicht besser in diese verdammt heiße (letzte) Sommerwoche passen können! Die lauen Nächte baten tatsächlich die perfekte Stimmung für diese Filme, weshalb es mir ein (Schlacht-)Fest war!!!


 
Quellen: Film, Dokumentationen, imdb.com
Alle Bilder MoeMents, andere Quellen wurden vermerkt.

it's FRIDAY!!

5. Juni 2015
Freaky Friday (Original) / Labor Day


Willkommen zum langen, warmen Wochenende!!

Was die meisten von Euch ja wohl auch in Feiertagsform genießen dürfen! Dazu hab ich zwei Filme, die einem einen abenteuerlichen Freitag, den Start ins Wochenende, schmackhaft machen, bzw. ein langes heißes Wochenende darbieten.

Gute Unterhaltung und ein WUNDERBARES WOCHENENDE wünsch ich Euch!!

 



 

Ein ganz verrückter Freitag
USA1976

Mutter Ellen (Barbara Harris) und Tochter Annabel (Jodie Foster) verstehen sich einfach nicht richtig, jeder fühlt sich vom anderen geärgert, weshalb sie sich wünschten für nur einen Tag mal tauschen zu können. Wie ein Disneyfilm es so vermag, greift die Magie über und jeder findet sich plötzlich im Körper des anderen wieder! Ein verrückter Tag besteht bevor, denn jeder hat einige Termine zu erledigen. In der Schule sind Tests zu schreiben, wichtige Sportereignisse zu absolvieren, die Mitschüler/Freunde stressen auch und Zuhause brennt der Hut, es gibt einiges für eine Feier vorzubereiten und der Haushalt schmeißt sich auch nicht von allein...

Der Bodyswitch ist gleich mal witzig! Das Bild splittet sich mit Fokus auf Mutter und Tochter, friert ein, macht ein paar knallige Farbblitzer, die Flächen verschieben sich und ERLEDIGT! Nun ist nur noch Schauspieltalent gefragt und das bringen die beiden echt gut rüber. Jodie Foster war grad mal 14 aber hatte hier in den 70ern schon Schauspielerfahrung aus Disneyfilmen und zwei Scorsese-Filmen, sowie sogar schon Filmpreise eingesackt. Also kein Problem in ihrem Schulalltag, als ihre Mutter, ein wenig auf Vornehm zu machen, ihren Schulfreundinnen ungewohntes Verhalten darzubieten und dabei auch kein Fettnäpfchen auszulassen, da das Töchterlein doch einige harte Sportsachen zu erledigen hat, bzw. hätte!

Barbara Harris in der Rolle der Mutter ist einfach nur der Knaller! Sie ist nicht nur hübsch anzusehen, sondern geht richtig auf als sie einen auf Tochter machen muss! Eine noble Dame, die plötzlich Kaugummi kaut, auf dem Skateboard steht, sich in schicken Klamotten abstrampelt  und völlig quirlig einen auf Teenager macht! Einfach nur liebenswert, keck und hammer amüsant!! Speziell als sie als Tochter mit ihrem kleinen Bruder (Sparky Marcus) Baseball-Spielen geht und bemerkt, dass sie den Kleinen doch nicht so hassen muss wie gewohnt, weil er doch nicht die konforme Petze ist für die sie ihn hielt.

fanpop.com / Walt Disney

John Astin, der bekannt ist als Gomez der Addams Family Serie, spielt hier den Familienvater, was recht ungewohnt erscheint wenn man seine Rolle aus den Addams kennt. Der Nachbarsjunge auf den Annabel ein Auge geworfen hat und als Mutter etwas beschattet, wird von Marc McClure gespielt, der später als Jimmy Olsen aus den Superman Filmen bekannt wurde und hier einen auf Rotznase (Allergie) macht und etwas mit der Mutter abhängt.

Für die 70er ist der Klassiker auch erstaunlich nachvollziehbar inszeniert, es wird schön ersichtlich wie jeder die Probleme des anderen erfasst, und erkennt, dass es das Gegenüber doch nicht so leicht hat wie erwartet. Liebeswert und lustig umgesetzt, vom neuen Alltag bis zu den Attraktionen des Jeweiligen läuft manches ganz schön verquer! So macht die Sache Spaß, ist locker, bezaubernd und hat dabei gegen Ende sogar noch etwas Action zu bieten. Annabel sieht zwar Erwachsen aus im Körper ihrer Mutter, kann aber dennoch nicht Autofahren, was einige Polizisten und Slapsticknummer auffährt und dabei sogar auf amüsant, kreative Art Streifenwägen schrottet. Der Slapstick fehlt sowieso keineswegs!
Ungewöhnlich ist hier auch das Zurückwechseln, denn es wechseln nicht wie anfänglich die Geister, sondern die Körper! So hängt plötzlich die Mutter, nun wieder im eigenen Körper, immer noch im Wasserski-Programm fest, sodass der abenteuerliche Spaß gleich noch weiter geht. 

Ein wirklich schöner Disney-Klassiker, ein gemütlicher Familienfilm, eine amüsante Bodyswitch-Komödie und definitiv besser als das Remake mit Lindsay Lohan und Jamie Lee-Curtis.

Den kann man sich bei Lust und Laune auf solch Filme auch mal ansehen, wobei auch gleich die Unterschiede schön auffallen. Vieles wurde abgeändert bzw. der Zeit angepasst. So spielt als Bsp. die neue Anna in einer Rockband anstatt im Schulorchester und im amüsanten Endgag wünschen sich Sohnemann und Großvater das selbige, anstatt im Original Vater und Sohn, wobei im Remake immer ein Glückskeks zum Einsatz kommt! Beim Original reichte schon der ausgesprochene Wunsch! Das Original gefällt mir eindeutig besser weil es einfach viel mehr Charme besitzt! Beide Filme heißen im O-Titel: Freaky Friday

Beide gibt es derweil nur auf DVD, wobei ich mir gerade von den alten Disney-Classics (Realfilme) mehr wünschen würde. Nach dem verrückten Freitag, hab ich mir als Beispiel auch wieder mal den Kultkäfer "Herbie groß in Fahrt" (74) angeguckt. ;)





Labor Day
USA2013

Der Labor Day ist ein Feiertag (Tag der Arbeit) und wird in den Staaten am ersten Montag des Septembers gefeiert. Regisseur Jason Reitman strickt um dieses lange Feiertagswochenende eine herzergreifende, charmante Geschichte unter brütender sommerlicher Hitze! Der Sohn von Ivan Reitman bewies neben manch kritischen Film (Thank You for Smoking, Young Adult) auch schon mit lockerem und angenehmen Gefühlskino (Juno, Up in the Air) sein Gespür.
Mit Labor Day schraubt er sein Feingefühl für solch Werke nochmals ne Etage hoch!

Eigentlich wird es darin sogar etwas brenzlich, denn der flüchtige Häftling Frank Chambers (Josh Brolin) sucht mit blutender Wunde Unterschlupf und wählt dafür die ziemlich depressive Adele (Kate Winslet) aus, die sich in ihrer Abgegrenzheit vom Leben gerade mal für den monatlichen Einkauf aus dem Hause in den Supermarkt wagte!
Natürlich gibt es beim Film auch kleine Unglaubwürdigkeiten/Vertrauensseligkeiten zu akzeptieren, aber hätte man die anders gelöst würden einem einige tolle Szenen flöten gehen und Jason Reitman gibt sich auch sichtlich Mühe, dass nichts absonderlich oder völlig naiv wirkt! Beweisen auch die Deleted Scenes die berechtigterweise rausgenommen wurden. Es wirkt in Summe alles völlig harmonisch und gefühlvoll eingefädelt.


Während die Polizei nun nach Frank sucht, bedroht dieser nicht die von ihm angesprochene Familie, bestehend aus Mutter-Sohn, sondern bereichert später die Szenerie indem er gänzlich positiv auf diese einwirkt!


expiriencefilm.com / Paramount

Obwohl er bestimmend ist, immerhin hat er den starken Part zu vertreten, so ist er zugleich völlig charmant, sympathisch und geht sogar darüber hinaus als er beginnt der zerrüttenden Familie in vielen Bereichen (Haus- und Männerarbeit, Kochen, Backen…) unter die Arme zu greifen! Das Vertrauen zum flüchtigen Mörder – wie die Nachrichten sprechen - wächst nach und nach. Obendrein scheint er genau das zu Erfüllen was der Familie an tiefen Sehnsüchten schon lange abgeht! Der Mutter die hingebungsvolle Liebe und jemanden der ihr durch ihre enorme Trauer hilft, und der Sohn sehnt sich nach einem funktionierenden Familiensystem und genauso nach Heilung für seine Mutter. Weshalb es nur eine Frage der Zeit ist bis sich jemand vertrauensselig an seine Schulter anlehnt!


twichfilm.com / Paramount

Über dieses lange Wochenende verteilt erfährt man in zwischenzeitlichen Rückblenden immer wieder Teile aus der Vergangenheit der Protagonisten ohne es aber zu schnell zuordnen zu können, damit neben der Spannung, dass Frank jederzeit auffliegen kann und jegliche Idylle zerstört wird, auch weiterhin etwas um die Figuren aufgeklärt werden möchte. Immerhin haben sowohl Frank als auch Adele eine belastende Vergangenheit!

Stimmungstechnisch kommt hier deshalb einiges zusammen, verschmilzt aber durch die sommerliche, schweißtreibende Hitze und einem ruhig dahintreibenden aber dennoch stets leicht bedrohlichem Score, zu einem homogenen Akt, voll mit genauso sinnlichen Bildermomenten! Das zelebrieren der sommerlichen/knisternden Stimmung im leicht abgelegenen Kleinstadthäuschen mit grünem Garten bringt nicht nur sonnendurchflutete Blätterwerke, sondern auch bei den Innenaufnahmen wärmende Anrüchigkeit. Während Frank Adele an einen Stuhl fesselt, bindet sich auch die Kamera an jeden sinnlich ausgelegten Handgriff, was sich beim Kuchen backen genauso fortsetzt. Hier fühlt man sich, eventuell wie der Junge, beim Zusehen schon fast deplatziert so intim scheinen diese Momente!

Gattlin Griffith als Sohnemann/Kind Henry spielt zwar seine Rolle recht gut, ist stets voll bei der Sache, jedoch ist sein Ausdruck so stark minimalistisch (angelegt), dass man manchmal echt nicht weiß, ob er sich nun nach etwas sehnt, gerade etwas ertragen muss, sich freut oder gar schon eifersüchtig auf den neuen Mann ist?  Was andererseits natürlich auch eine etwaige gefühlte Zerissenheit ganz gut rüber bringt aber nichts offensichtlich macht. Übrigens dient der Junge als Erzähler der Gesichte die sich im Jahre 1987 zugetragen hat!

Kate Winslet und Josh Brolin könnten nicht fabelhafter agieren, beide so glaubwürdig und auch so gegensätzlich. Er der starke Mann, voller Charisma, mit einem Ziel vor Augen, sie völlig gescheitert und Zerbrochen im dahinsiechen ihres mühselig, belasteten Lebens. Beide aber selbigen Nenner in dem was sie sich schon immer vom Leben erhofft haben! Was aus bestimmter Perspektive wohl auch recht naiv erscheinen mag, aber hier wie ein glaubwürdiger sommerlicher Traum dahingleitet in dem man sich aufgrund der famosen Stimmung einfach nur fallen lassen will! Mit Höhen und Tiefen, auch einem (wortwörtlichen) Schlag ins Gesicht, aber einem reichlich entlohnenden Ende! Es fühlt sich am Ende an, als hätte man ein ewig unvergessliches Wochenende mit ihnen verbracht und dabei jede Sekunde vollends "gespürt"! Großartiges und süss duftendes Charakter- und Gefühlskino, für Liebhaber von Stimmungen einfach unverzichtbar!!









 


Coverbilder: amazon.de / restliche Quellen bei den Bildern vermerkt

 


Die Filme der Mad-Max Reihe hab ich euch nun im Einzelnen näher gebracht...
 

...nun möchte ich Allgemein noch etwas sagen, bzw. die Filme und seine Inhalte etwas vergleichen. (Alle Filmbilder unterliegen WARNER BROS. PICTURES!)






  • Charakterentwicklung
Gleich in der ersten Verfolgunssequenz zum Filmstart, wird Max so inszeniert als sei er die letzte Rettung, er betritt die Straße erst wenn die anderen versagt haben - was natürlich richtig cool rüber kommt! Durch seine Reserviertheit wirkt er auch noch gefasst und souverän, doch merkt man zwischendurch immer wieder das ein eher weiches Gemüt hinter diesen gleichmütigen Fassade steckt. Nicht nur im Umgang mit seiner Frau/Familie, sondern auch in der Angst durch das Überhandnehmen der Anarchie auf den Straßen. Eben ein waschechter Mensch, und trotz manch dargestellter Härte, welche die nötige Coolness liefert, ein sehr realistischer Charakter!

Natürlich ändert sich das durch das Erlebte und führt zur Einzelgänger-Distanzierung, die später klar aufs eigenen Überleben augerichtet ist und ihr eigenes Ding macht. Das Trauma sitzt und man muss sich in einer neuen Realität zurechtfinden, in der die Moral vor die Hunde ging. Zu Nahe lassen will man auch niemanden mehr, weil das nur erneut zu schmerzlichen Verlusten führen könnte.

Im dritten Teil wurde alles viel lockerer, nicht nur die ganze Filmstimmung auch Max wirkt weniger belastet. Er reißt sogar Witze und wird mehr zum Entertainer oder Hoffnungsträger, eben auch weil er schon einige Erfahrung aufweisen kann. Die bisher am wenigsten glaubwürdige Veränderung, warscheinlich zu Gunsten des Kinopublikums.

Mit dem vierten Teil kam dann der Schauspielerwechsel von Mel Gibson auf Tom Hardy, und da Hardy grundsätzlich schonmal ne coole Socke ist, finde ich diese Wahl im Vergleich zu den anderen in Betracht gezogenen Darstellern (Heath Ledger, Jeremy Renner, Michael Biehn) richtig gut! Die Figur selbst besinnt sich neben neu hinzukommenden Traumatas im Verhalten wieder mehr auf die ersten beiden Teile zurück. Er spricht wenig bis nichts, hat wieder die zurückhaltende Klasse und trumpft im richtigen Moment mit seiner Erfahrung auf. Eben wieder ein richtig cooler Typ, mit merkbarer Tiefe durch die Verletzungen - auch wenn der Film selbst das noch im (Dynamik-)Keim erstickt, blitzt es doch zumindest schon durch.

 
Mel Gibson (links - giga.de) hat sich derweil in 3 Mad Max Filmen schon etwas mehr mitgemacht...
...als Tom Hardy (rechts -vox.com)

 
  • Story
Alle hatten wenig Story, die aber völlig ausreichte um mit Setting und Stimmung, eben ständiger unterschwelliger Gefahr, bei der Sache zu halten! Nur der dritte Teil musste erstmals etwas reinquetschen und ein Skript rund um die Donnerkuppel basteln, was im Eifer des Gefechts jedoch völlig unpassend erschien und mehr Irrsinn, als Sinn ergab.
Ansonst ging es im Ersten simple darum die Kontrolle über die Justiz aufrecht zu erhalten, was leider auch dramatische persönlichen Folgen für Max Rockatansky mit sich zog. Im Zweiten die Endzeit zu genießen und zwischendurch ein paar Wahnsinnige abzuhalten noch mehr kaputt zu machen, und der vierte Teil war eigentlich nur eine Reise von A nach Hoffnung(A), aufgrund eines Diebstahls und den archaischen Interessen eines Einzelnen.

Also es braucht gar nicht viel um einen guten Film zu machen, sofern natürlich nicht auch alles andere auf der (Fahrt-)Strecke bleibt, aber ansonst haben die Mad Max Filme immer mit etwas Besonderem gefesselt, nämlich ...

 
  • Der Stimmung
Und das ist das wunderbare der Filme, denn jeder Einzelne hat trotz der Gemeinsamkeiten immer etwas ganz Eigenes in seinem Kofferraum! Eine eigene Stimmung, eine spezielle Wirkung!

Schürrte der erste noch die dramatische Angst, das Wichtigste (Familie/Freunde) zu verlieren und zusehen zu müssen wie die Welt unter anrüchiger Stimmung vor die Hunde geht, so hatte sich dies im Zweiten schon erledigt! Das schlimme Drama ist nur noch unterschwellige belastende Vergangenheit und im Vordergrund steht das Endzeit-Überleben unter verrückter Gefahr, sowie die Action.

Der Dritte glich mehr einem Abenteuer, welches weniger auf den Charakter, vielmehr auf ein modernes Puplikum zugeschnitten war. Zwar ein tolles Setting hatte aber vieles zu Gunsten einer lockeren Attitüde weichen musste. Eben mehr Unterhaltungskino war, genau wie der vierte Film. Der jedoch nochmals in eine andere Richtung geht und zum oberflächlichen Bombastspektakel wurde, dessen Wirkung man wohl am Besten mit einem Adrenalinschub vergleichen könnte.

Aber es ist genial, dass jeder der Filme trotz des gemeinsamen Nenners ein ganz eigene Qualität besitzt!

Wenn ich mich nun grob mit einem simplen Genrebegriff für jeden Teil festlegen müsste, würde ich wohl sagen: Drama, Endzeit, Abenteuer, Action


  • Der Wahnsinn
Die Filme durchzieht immer wieder der pure Wahnsinn, der schon ein Markenzeichen für die Reihe darstellt. Richtig erklärt wurde der aber nie, denn irgendwie ist auch die Endzeit kein Grund, so dermaßen über die Stränge zu schlagen, bzw. das Wichtigste, in solch Klamotten zu schlüpfen oder seinem Vehikel einen so dermaßen geilen Look zu verpassen!!! Selbst wenn man dazu verdammt ist Schrott zusammen zu basteln.
Der Niedergang der Zivilisation und das enden moralischer Vernunft führte aber scheinbar dazu, dass auch ohne Rechtfertigung für diesen Grad der Verrücktheit die Irren aus ihren Löchern krochen um ihr absurdes Unwesen zu treiben...

Weshalb ich es einfach nur als schräges/geniales Stilmittel bezeichnen möchte! Ich finds absurd und klasse!!

The Road Warrior (leblogducinema.com)


  • Mel Gibson und Tom Hardy
    aka MAX ROCKATANSKY
Da Tom Hardy erst einen Mad Max Film verbuchen kann und man dabei fast null Chance bekam etwas über Schauspiel oder Charakter zu erfahren, kann man noch schlecht vergleichen! Man kann nicht sagen er sei ein schlechter Darsteller wenn ihm das Drehbuch keine Gelegenheiten einräumt. Außerdem wäre es noch interessant wie sein Ausdruck im O-Ton rüberkommt um letztlich wirklich zu werten. So bleibt er eben schon lässig reserviert und bringt seine Eigenarten akzeptabel rüber. Hoffentlich wird er in Fortsetzungen sichtbarer, da ich ihn für den passenden Typ halte.

Was man sagen kann ist, dass Gibson damals noch ein richtiger Anfänger im Biz war und die Rolle auch nicht gerade nach einem Talent fragte. Die wenigen Szenen, als er ernste und ängstliche Gespräche mit seiner Frau führte, waren nun in Ordnung aber nicht irgendwie auffällig gut gespielt. Alles passte aber irgendwie zum, von Anarchie und Untergang überrumpelten Zeitgenossen, der nicht weiß wo ihm der Kopf steht und dabei irgendwo noch selbst Grün hinter den Ohren ist. Auch der zweite Teil forderte mehr nach stoischer Präsenz anstatt eines Ausdruckes, was aber auch sehr gut passte! Im dritten Teil verändert er sich sowieso und ist vielleicht, wie der Film selbst, auch im Schauspiel lockerer geworden. Nie wirklich anspruchsvoll aber stets souverän verkörpert! Selbst wenn er später mehr Erfahrung zum Einbringen gehabt hätte, haben die Film das nicht wirklich erfordert.

Der alte Max ist mittlerweile zeitlos, mal abwarten wie sich der neue Max entwickelt.
 
MEL GIBSON (armstrongeconomics.com) / TOM HARDY (collider.com)



  • Die wenigen Freunde des Max
Im ersten Teil natürlich Familie und Freunde, wobei neben seiner Frau JESSIE (Joanne Samuel) und Kind eigentlich nur sein Freund JIM GOOSE (Steve Bisely) im näheren Fokus standen.

Im Zweiten rückte ihm das wilde, ungezähmte Kind - FERAL KID - (Emil Minty) immer auf die Pelle und wollte gern hilfreich sein, gegen Ende hat der Junge sogar in den Actionszenen mitgemischt. Der zweite und eigentlich genauso aufgedrängte Freund, war der GYRO CAPTAIN (Bruce Spence), dessen schlaksige Erscheinung dennoch unterstützend auf Max einwirkte - von Max jedoch genauso wenig gefragt war.

Der Captain war im dritten Film auch wieder vertreten und hatte sogar einen kleinen Sohn, JEDEDIAH JR. (Adam Cockburn) der schon genauso gut Flugzeuge steuern konnte wie sein Dad. Im Film erkennt JEDEDIAH jedoch Max nicht wieder, als sie am Ende des Film wieder aufeinander treffen. Leider wieder mal verschenkt vom Drehbuch! Ansonsten kann man nur sagen das die Kinder der Oase noch seine Aufmerksamkeit forderten.

In Fury Road ist es eindeutig Imperator FURIOSA (Charlize Theron) die in ihrem Interessen genauso entschieden wie Max daherkommt und die beiden deshalb ein recht gelungenes Gespann abgeben. Auch in Kombination mit den, aus der Not geborenen und auch notgedrungenen Gemeinschaft mit den weiblichen Wüstenblumen TOAST THE KNOWING (Zoe Kravitz), THE SPLENDID ANGHARAD (Rosie Huntington-Whiteley), CAPABLE (Riley Keogh), THE DAG (Abbey Lee), CHEEDO THE FRAGILE (Cortney Eaton), und dem Warboy NUX (Nicholas Hoult). Wobei die allesamt weniger im Fokus stehen, ich aber das Zusammenwirken der Truppe genauso genial finde wie deren Namensnennungen!

Bis auf den ersten Teil konnte man aber nie wirklich von Freunden sprechen, da Max dem nach wie vor kein Interesse schenkte und sie alle mehr durchs Chaos zusammengewürfelt wurden!
 
Achja, nicht zu vergessen natürlich die treuesten Begleiter, jeweils ein Hund in den ersten beiden Filmen, und ein Äffchen im Dritten. Bin gespannt ob der Hardy-Max auch mal einen tierischen Begleiter bekommt? Der einzige Kontakt den er bisher mit Tieren hatte, war das Verspeisen einer zweiköpfige Echse.

 
  • Der Einzelgänger
Mit Ausnahme des ersten Teils hatte Max immer wieder die Chance bei einer Gruppe zu bleiben! Im Zweiten beim Wandersvolk auf dem Weg in den hoffnungsvoll, friedlichen Norden. Im Dritten das Kinderdorf auf dem Weg ins Über-Übermorgenland die am Ende wieder die alten Städte besiedeln, und im Vierten bei der Zitadelle!

Er zog es jedoch immer vor alleine weiter zu reisen! Als ob er die stumme Wüste vorzieht und mit seinen Dämonen noch Alleinsein möchte.


  • Bösewichte
Die hatten ja in allen Filmen stets furiose, einschlägige Namen und einen ganz speziellen, verrückten Charakter. Stets kamen sie zu zweit, bzw. stand der erste Handlager viel im Vordergrund, und meistens sahen sie aus, als seien sie einer Freakshow entsprungen.

Im ersten Teil war es der Boss der Motorradgang TOECUTTER (Hugh Keays-Byrne) und weiters aufällig JOHNNY THE BOY (Tim Burns), welcher schneller als die anderen dem Wahnsinn verfiel um letztlich naiv zu enden.

Johnny & Toecutter (jam21.net)
 

Im Zweiten galt der Muskelhüne HUMUNGUS (Kjell Nilsson) als eigentlich überlegter Leader, sah aber mit seiner Hockeymaske und den wenigen Haare aus, als könne er sogar Jason Vorhees Konkurrenz machen. Sein erster Handlanger WEZ (Vernon Wells), mit rotem Irokesen und den gepolsterten Schulterpanzern, war jedoch vielmehr im Vordergrund/Geschehen.

Humungus & Wez (deanoinamerica.com / wordpress.com)


Im Dritten war AUNTY ENTITY (Tina Turner) die grazile, intrigante Wurzel des Übels, die Gefahr jedoch MASTERBLASTER, bzw. nur der muskelbekachte BLASTER (Paul Larsson) mit dem Max in die Donnerkuppel steigen musste.

Aunty Entity (infinitytheforums.com) / Masterblaster (madmax.wikia.com)


Im Vierten kehrte Schauspieler Hugh Keays-Byrne als neuer Bösewicht IMMORTAN JOE zurück, der durch seine krankhaften Hautveränderungen einen Plastikschutz über seiner bepuderten Haut, und eine Atemmaske trägt. Er liefert mit seinem weiß-zerzausten Haar ne echt famose Erscheinung ab. Einer seiner Söhne, ein erneut auftauchender Muskelhüne, ist die nächste erschreckende Grimmigkeit. Nathan Jones spielt RICTUS ERECTUS und liefert eigentlich nur ein dämliches Gesicht ab. Das Lachen vergeht einem aber wenn er seine Wumme rausholt.

Rictus Erectus und Immortan Joe (io9.com)

Weitere boshafte Freaks sind natürlich in allen Filmen reichlich vorhanden!
 


  • George Miller
Der australische Regisseur hatte eigentlich Medizin studiert, bevor er sich für Dramaturgie und Regie einschrieb! Er setzte mit seinen Filmdebüt MAD MAX dann auch gleich eine Marke! "Mad Max" war so erfolgreich, dass er sogar einen Rekord für den umsatzstärksten/erfolgreichsten Film in Relation zu seinem Budget ($650.000) setzte, welcher erst 1999 von "The Blair Witch Project" gebrochen wurde.

Nachdem er in den 80zigern seine famose Reihe fortführte, arbeitete er noch an einigen Mini-Serien fürs Fernsehen. Mit "Die Hexen von Eastwick" dirigierte er auch Jack Nicholson, Cher, Susan Sarandon und Michelle Pfeiffer durch eine Horrorkomödie. In den 90ern folgte das Drama "Lorenzos Öl" wo er auch am Drehbuch mitwirkte, gefolgt von Drehbuch und Produzententätigkeit zu "Ein Schweinchen namens Babe", bei dessen Fortsetzung er dann auch gleich noch die Regie übernahm.
Im neuen Jahrhundert war er mit "Happy Feet 1+2" erfolgreich im Animationsbereich tätig. "Happy Feet" spielte, neben dem Oscar für den besten Animationsfilm 2007, sogar soviel ein, dass er "Crocodile Dundee" als weltweit erfolgreichsten Film Australiens ablöste.

Der Mann machte also viel abwechslungreiches, vom Genrefilm bis hin zur Familienunterhaltung, erst mit Fury Road kehrte er 36 Jahre später (im Alter von 70 Jahren) wieder zu seinen Wurzeln zurück!

Seine Frau Margaret Sixel - eine australische Cutterin - übernahm für wenige seiner Filme den Schnitt, unter anderem zuletzt auch bei Fury Road!


  • Erst die Reihe macht die Sache rund
Ich fand immer, dass die meisten erst so richtig im Gesamtpaket zündeten. Wenn keine Fortsetzung gekommen wäre, würde der Erste in meinen Augen weniger Beachtung finden und nur völlig nihilistisch enden. Irgendwie offen und noch nicht fertig! Es wäre nur eine sehr tragische Dystopie die noch zuwenig erzählte und einen sorgenvoll zurückläßt. Passt natürlich exakt zur Stimmung, doch ohne Fortsetzung gebe es auch keine Endzeit, welche die Reihe für mich dann so prägte. Und selbst der dritte Teil gibt zumindest etwas Mythologie, oder ein neues Erlebnis von Max her. Was einem in verschiedensten Etappen immer wieder etwas mehr für ein großes Ganzes gibt, die Sache erst gewichtiger macht und nur noch mehr Interesse weckt!

So sehe ich das auch beim Neuen, der alleinstehend wirklich noch nicht viel hinterläßt. Kommt er nicht in die Zwischengänge um Einiges zu ergänzen, bleibt er nur ein fulminanter Actionfilm als Auftakt von Nichts! Erzählt der Fünfte - mittlweile mit WASTELAND betitelt - jedoch die Figuren und Geschichten/Hintergründe weiter, kann auch der Vierte durch neue Verknüpfungen nochmals punkten. Damit alles erneut zu einem sehenswerten Gesamtpaket wird, das eben seperat seine individuellen Eigenarten besitzt!

Wenn man die am Stück guckt, dann wirken von mir aus 5 Stunden Gesamtpaket eben wie ein einziger Film, eben mit Höhen oder Tiefen, aber nicht unvollständig. Ist natürlich ein Phänomen von vielen Filmreihen, jedoch finde ich es bei Mad Max noch viel wichtiger, weil er im Einzelnen nie wirklich viel preisgibt! Man aber dennoch liebend gern in den einzelnen Stimmungen verharrt! Also zumindest geht es mir so!! 


vertigocomics.com
So nebenbei, es kommen nun auch Comics von Vertigo (DC Comics) zu Fury Road. Das Erste zu Immortan Joe und Nux wurde bereits in den Staaten veröffentlicht, weitere folgen! George Miller hat daran auch mitgeschrieben.

2015 wird auch ein Videogame erscheinen, zudem DC Entertainment dann auch die Hintergrund-/Vorgeschichte in Comicform veröffentlichen wird!


 
  • FAZIT
Referenz bleibt für mich immer noch der ROAD WARRIOR, also der zweite Mad Max Film! Der erste Mad Max ist zwar genauso klasse, aber eben moralisch gesehen kein Alltags-Gustostückerl das man zur täglichen Berießelung gucken könnte. Da gibts schon gehaltvoll was zum Verdauen, ganz anders beim Zweiten der gemütlich unter genialem Endzeitsetting läuft und seine irren, wie auch actionreichen Ausschläge verbucht. Sagt mir einfach am meisten zu!

Bei Fury Road ist der (Action-)Bombast auf zeitlicher Höhe angekommen und zwar gleich so, dass er neue Maßstäbe setzt - einfach nur famos - der Rest ist für den Fan aber erstmal so unzugänglich wie der Charakter von Mad Max. Die alten Filme hatten zwar auch ihre Holprigkeiten - passten aber zu Zeitgeist und Genre - für heutige Maßstäbe und in Erwartung durch die Filmerfahrung die George Miller mittlerweile auf seinem Konto hat, hat man sich vorerst doch einen Mad Max erwartet der filmtechnisch mehr als nur eine zeitgemäße Action - par excellence - bietet! Selbst die famosen ruhigen Szenen wirken teilweise, als wäre auch Inszenator Miller von den Warboys verfolgt. Der Rest ist aber ein visueller Overkill vor dem man sich einfach nur verneigen kann!!

Das Schlusslicht bietet der Kampf um die Donnerkuppel, der charakterlich noch untypischer als Fury Road erscheint. Irgendwie hatte Miller scheinbar jedesmal ne neue Eingebung/Vision, die sich desöfteren leider nicht mit seiner Ursprünglichen deckt. Was auch völlig in Ordnung ist, solang man eben nicht die Verknüpfungen bricht welche Fortsetzungen nun mal inne haben sollen. Das passt auch immer noch solang bei den Neuen noch was kommt.

Grundlegend hat aber jeder Film auch für sich etwas Herausragendes!!

Die Straßenschlachten sind wirklich in ALLEN Filmen richtig gut und IMMER sehenswert, sie sind auch völlig einzigartig und heben sich von Produktionen dieser Art stets ab. Die bizarre Note dabei ist einfach unübersehbar und die Inszenierung genauso brachial, oder eben schnittig!

 
Einfach Kinogeschichte!







Wir sehen uns wieder, wenn zwei weitere Filme existieren!

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Weiteres Layout: MoeMents




Nach den ersten beiden Straßentrips, zwischen dem Verlust der Unschuld und dem Niedergang einer Zivilisation, ging es weiter! Bitte angeschnallt bleiben, es wird sonderbar, feurig und auch explosiv!
(Blogs enthalten manch SPOILER!)






Mad Max 3 - Beyond Thunderdome - 1985
(Jenseits der Donnerkuppel)


Gleich zu Beginn merkt man schon, dass sich etwas verändert hat als erstmals ein Pop-Song (von Tina Turner) Intro und Film einläutet. Ein alter Kumpel von Max (der Gyrocopter Pilot) klaut ihm zu Beginn gleich unwissend, sein von Kamelen gezogenes Vehikel. Weshalb es ihn gleich in die nächste Stadt treibt um sich sein Eigentum wieder zurückzuholen. Die haben jedoch andere Pläne, bzw. Angebote für Max!

Max ist gleichmal gewöhnungsbedürftig mit seinen langen Haaren und den grauen Strähnen. Setting und Kulissen sind aber nach wie vor so erhaben als eh und je. Durch eine größere Stadt kommt es sogar zu mehr Sehenswürdigkeiten in Sachen Bauten, Rost, Dreck und Kostümierungen – und wenn sie nur aus Ketten bestehen. Hier ist alles lebendiger als bisher!

tehparadox.com

Die stoische Coolness von Max verschwand leider und musste einem viel lockeren Gemüt weichen, welches sogar mal Witze macht. Es verändert etwas zuviel den Charakter von Max und läßt ihm sogar einen Auftragskill annehmen. Durch die ersten beiden Teile verkorkste zwar seine Moral, er begann aber bisher keinen einzigen Mord aus unbekannter Intention heraus. Es war entweder Rache oder Überlebensverteidigung. Aber egal, im richtigen Moment wird der Film in dieser Hinsicht sowieso wieder zahm.

Tina Turner gibt im leicht bekleideten Kettenkleid die Herrscherin von Bartertown und liefert sich einen Machtkampf mit dem Stromlieferanten im Untergrund. Der obskurer Weise aus einem intelligenten Kleinwüchsigen (Master) und einem dummen Muskelprotz (Blaster) besteht, die nur zusammen ihre Stärke aufweisen. Weshalb Max, Blaster erledigen soll. Und zwar in einem Kampf in der Donnerkuppel!

kino.de / missourireview.com


"Zwei Mann gehen rein, einer geht raus! Zwei Mann gehen rein, einer geht raus! …"

Hiermit werden neuerdings Streitigkeiten, Kopf an Kopf ausgemacht, damit einem der große Krieg fernbleibt. Bevor sich Max aber in die elastischen Seile der Donnerkuppel schwingt um mit mitteralterlichen Waffen (neben einer Kettensäge) dem Volk ihr bizarres Unterhaltungsprogramm zu liefern, darf er in der Biogasanlage noch Schweinescheiße schaufeln.

Was danach kommt splittet den Film leider in zwei Teile. Es taucht eine weitere Storyline auf, die lange Zeit völlig losgelöst vom Anfang, eine Legende erzählt. Dessen Weissagungen ein Haufen unerfahrener Kinder in einer Wüstenoase beherbergen. Irgendwie Max darin involviert sein soll, was aber auch nur laut Drehbuch einen Sinn ergibt, normal betrachtet, will das alles nicht zusammenpassen! Dieser erzwungene Storyteil gibt den Mad-Max Filmen erstmals mehr als nur einen Aufhänger, und macht damit vieles zunichte. Zwischenzeitlich hat man das Gefühl in einem mystisch angehauchten Abenteuerfilm festzustecken, der alleinstehend wohl funktionieren könnte, sich für Mad-Max-Verhältnisse jedoch zu weit aus einem (Auto-)Fenster lehnt! Zumindest schneiden ihm die Kinder die Haare!

theworkprint.com

Als die Geschichte wieder mit Bartertown verknüpft und nach 83 Filmminuten endlich wieder zu den Abarten auf Rädern gegriffen wird, wird alles Vorherige weggeblasen. In bester Wild-West-(Zug auf Schienen) und Mad Max-Manier wird zum typischen Showdown in rasanter Geschwindigkeit ausgeholt. Super Stunts, staubiger Fahrtwind, Fights, Verletzungen und ein wunderbares Aufgebot von Fahrzeugen und Irren... das hat Power… zumindest so lang bis ein kleiner Junge auf den Schienen steht und einen auf Cowboy macht.

kino.de / allocine.fr


Statt einem Hund – der in jeden Teil ableben musste – hat Max dieses Mal ein kleines Äffchen. Scherzhafte Momente gibt es mehr als in den ersten beiden Teilen zusammen, wobei die Sache mit der zeitlich andauernden Waffenabgabe doch witzig ist! Die Sache mit der Drehscheibe die über das Schicksal entscheiden soll ist mehr lächerlich. Die Kinder aus der Oase machen letztlich eine Entdeckung, mit dem Sinn, sich wieder altes Wissen (aus der Zeit vor der Apocalypse) anzueignen. Das ergibt zumindest eine kleine Antwort, sonst wäre deren Aufwand/Umzug (die Filmabfolge) völlig sinnentleert gewesen, da sie in der Oase eigentlich alles hatten!

Drehbuchtechnisch also ziemlich fragwürdig, etwas zuviel unglaubwürdige Charakterveränderung was zum Stimmungskippen führt, aber ein lässiges Endzeitsetting und ein famoser Showdown! Die Ideen wären eigentlich auch gut, nur die Umsetzung will nicht so recht passen. Sieht man sich zur Abrundung/Ergänzung, oder gleich losgelöst von der Reihe an. Das Finale rockt aber!!




Mad Max 4 - Fury Road - 2015


In der Einleitung erzählt uns Max (Tom Hardy) wo wir jetzt stehen. Eine kurze Erläuterung der Kriege um das schwarze Gold, gefolgt vom Kampf um das Wasser. Neu hinzu kommt, dass die Erde mittlerweile vergiftet ist und auch so einige mutierte Auswüchse ausgebrütet hat, und das nicht nur im Tierreich.

Imperator Immortan Joe (Hugh Keays-Byrne - er spielte schon im ersten Mad Max den Bösewicht Toecutter) regiert über eine Wasserquelle in den Bergen und hat somit Macht über das ganze Volk sowie auch seinen Männer, unzähligen War-Boys, die so Hirngewaschen sind, dass es ihnen eine Ehre ist, auf den Sandstraßen in irrer Glückseligkeit den Ehrentod zu sterben! (Einmal Chromespray um Mund/Nase und nach Valhalla bitte!)

flicksided.com

Die Zeit ist wieder reif mit dem Tankwagen nach Petrolcity zu fahren um die Kammern mit Benzin zu füllen. Eine weitere Befehlshaberin, Imperator Furiosa (Charlize Theron) wird  den Tanklaster lenken und macht sich mit Eskorte auf den Weg in die benachbarte Stadt. Sie hat jedoch eigene Pläne und auch noch eine besondere Ladung entführt. Weshalb sich Immortan Joe mit seiner motorisierten Armee auf den Weg macht seine persönliche Ware zurückzuholen.

Woraus ein Kampf auf weitläufiger Straße entbrennt, der mehr als nur eine Armee/Partei auf den Plan ruft!

Hier bekommen wir nun gleich weitere V8 röhrende Vehikel zu hören und zu sehen. Der Interceptor – woher er dieses Mal auch kam (?) – hat leider nur Gastauftritte, der neue Renner ist die doppelt-motorisierte Zugmaschine des Tanklasters, mit 2000 PS, die hochbrennbaren Treibstoff durch die Düsen schnüffeln. Die gewohnt bizarren Vehikel, die hier in umgerüsteter Übergröße auftauchen, sind nicht weit. Genau wie die völlig irren Zeitgenossen, das grandiose Endzeitsetting in der Wüste, der ewige Kampf um Benzin, Wasser und Überleben, famoser Stunt-Action in langen, bombastischen Schlachten und der Tatsache, dass Max wieder mal zwischen die Fronten gerät!

Ganz rechts der besagte Truck,
links ein unnötiger Gitarrenschredder und in der Mitte jemand zwischen den Fronten ;) (edge.ca)

Weshalb die Story leicht ist, wie eh und je, was aber nie negativ auffiel, im Gegenteil, denn mit Ausnahme des 3ten Teils – der zwar mal mit einer Story auftrumpfte sie aber sofort an die Wand fuhr – die Filme immer nur einen Aufhänger hatten und damit wunderbares Asphalt-Schlachtenkino zelebrierten… selbst wenn es hier keinen Asphalt mehr gibt!

Alles typisch Mad-Max eben, aber dennoch fühlt es sich anders an.

Man bekommt zwar die Eckpunkte wieder, steigerte beim Rest die Action, Schauwerte und den Wahnsinn, nutzte die technischen Mittel der Zeit, fügte wieder etwas wirre Gewalt hinzu und machte eben daraus irres Bombastkino. Auch Max ist leider nicht mehr der Alte! Er darf zwar endlich wieder die gleichmütige Reserviertheit an den Tag legen und in den richtigen Momenten minimale Emotionen zeigen - was mit Ausnahme des dritten Teils DER Mad-Max Charakter ist - jedoch konnte/durfte Tom Hardy das einfach nicht näher rüberbringen! Überhaupt wird jegliche Emotion des Films gleich wieder im Action-Keim erstickt. Zwischendurch gebe es ein paar theatralische Momente die toll gewesen wären, aber durch das Gesamtpaket dann sogar fast deplaziert wirkten. Ohne die würde aber gar nichts mehr übrig bleiben, was irgendwie mehr als nur Augen und Ohren berührt hätte.
comicbook.com

Tom Hardy wäre echt ein guter Schauspieler, aber hier wird er nur zu stöhnenden Lauten verdonnert, die mehr lächerlich als heldenhaft wirken. Die Synchronstimme war zwar im Ausdruck auch gehemmt aber hier passte zumindest die tiefe Stimmlage. Das Drehbuch gibt ihm jedoch nicht die geringste Möglichkeit etwas einzubringen. Zwischendurch gebe es mal nette Verschnaufpausen, in denen aber nur Theron aufgehen darf. Die hier eindeutig den besseren Part hatte! Obwohl mir die Frau meist nicht zu Gesicht steht, ragt sie hier eindeutig heraus!

Zumindest darf Max dann in etlichen Entscheidungen zeigen welch Typ er ist, das holte die Sache aus dem Dreck! Seine Vergangenheit hat ihn im Vierten erneut eingeholt, da sie zuvor schon weniger Thema war, aber scheinbar etwas hinzugekommen ist was ihn in Flashbacks verfolgt. Aber ansonst blieb alles hinten aus und man kann nur hoffen, dass sich in Fortsetzungen die Sache entwickeln darf. Sieht zumindest im Aufbau so aus! Anders wäre es verschenkter Irrsinn! Von der Story her ist der Vierte jedoch abgeschlossen.

Wie immer gibt's ne Menge obskurer Ideen, natürlich in Form etlicher Wahnsinniger, der Aktion das jemand als lebender Infusionbeutel im Krieg fungiert, oder auch einer feurigen Musikergang (Trommler und Gitarrist), die man aber definitiv Zuhause oder im Schneideraum hätte lassen sollen! Die Grenze ins Lächerliche wirkt oft hauchdünn, sodass auch der bekannte, deklarierte Wahnsinn keine befriedigende Antwort mehr liefert. Auch bei der Action hatte man einmal richtig überdreht, als es den Wagen mit Hardy zerfetzt und dies in reiner Unglaubwürdigkeit ausartet. Ist aber das einzige Beschwerdemanko in Sachen Overkill, denn der Rest ist famose Stuntarbeit und einfach nur sehenswert! So soll Action heutzutage aussehen! Spektakuläre Angriffs-Choreografien, perfektes Timing, wunderbare Kameraeinstellungen und Schlachtenüberblicke, bis hin zum (in sich) zermürbenden Blech-Feuerwerk! Dazu einen Score, der irren Schub (Rock) sowie auch Klasse hat! 

de.euronews.com

Während die Muttermilch fließt holt die weibliche Power fast zum Matriarchat aus, recht ungewöhnlich fürs Männerkino, jedoch irgendwo auch erfrischend und zeitgemäß! Die weibliche Ästhetik (das gejagte noch unbefleckte Gen / die Unschuld in diesen Drecksloch) bildet visuell einen grenzgenialen Gegenpol. Schön ist außerdem zu sehen wie sich die zwei Seiten benötigen.

Die Kulissen sind sowieso nicht zu übersehen, egal ob die Zitadelle, die abgeschiedene Wüste, eine Sumpflandschaft (lässige Nachtstimmung mit visuellen Wechsel von sandigen Rot-Braun auf kühles Blau) oder in Form eines sagenhaften Sandsturms, sieht alles fein aus! Nur die Farbfilter wirken etwas eintönig/befremdlich auf das Ganze. Die alten Filme wirkten natürlicher, hingegen der Neue im Gesamtbild recht homogen und künstlicher, sieht dennoch stark aus!
Die Gewalt ist zwar reichlich vorhanden aber teilweise gar nicht so blutig wie anno dazumal. Einen moralischen Schock - wie man sie aus dem ersten Teil kennt - verkneift sich Miller dennoch nicht... indem er jemanden vom Laster schmeißt!

Leider funktioniert der Film auch ohne Bezüge zu den ersten 3 Teilen, was für Fans sehr schade ist, da man hier einiges mehr hätte rausholen können!! Nur kleine Referenzen tauchen auf, wie die Schminke der War Boys (hatte auch der Junge in der Oase des dritten Teils), die herausgequollenen Augen in der Traumqeuenz (aus dem Finalcrash des ersten Teils), Schrottflinten-Fiasko, Spieluhr etc... 

Scrooloose (Rod Zuanic) aus Teil3 - listal.com / War Boy Nux (Nicholas Hoult) aus Teil 4 - nerdist.com

Die Neuzugänge werden sich wohl freuen ohne Vorkenntnisse einsteigen zu können, selbst wenn es sich für die wohl anfühlt als hätten sie was von der Story verpasst, ist dem nicht so! Denn auch die alten Filme gaben wenige Erklärungen her! Bei Fury Road fühlen sich also alle irgendwie unerwartet in den heißen Sand geschmissen! Es lohnen sich die alten Filme aber als leichte stimmliche Vor- (und Filmgeschichte) ALLEMAL!! Fury Road übertrumpft nun nicht die Saga, aber er hält ein neues Kapitel bereit und ist immens sandgestrahlt in der Gegenwart angekommen. Was doch sehr erfreulich ist und hoffentlich noch Gelegenheit bietet mehr aus Max rauszuholen!

Hätte jemand anders als George Miller den Film gemacht, hätte man ihn eventuell sogar ausgepfiffen weil sich doch vieles fremd anfühlt und fast alle Figuren nur Beiwerk sind, aber wenn der Urheber das macht, kann man das wohl unter regulärer Veränderung verbuchen.

Leider nicht so gut wie erwartet und vieles verschenkt - egal ob MM-Bezüge oder auch als alleinstehender Film betrachtet - aber dennoch fulminantes Actionkino mit Hammer (Practical-) Stunts und der Reaktivierung von etwas Kultigem. Man kann nur hoffen, dass es ausgebaut wird und sich das nächste Mal etwas gehaltvoller gibt!

Selbst wenn Max im Film sowas sagt wie:
 
"Hoffnung ist ein Fehler."
 
 
Freu mich trotz der Mankos schon auf die erneuten Eindrücke im Heimkino!






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Herzlich Willkommen auf den staubigen Straßen irgendwo im Abseits von Australien, wo sich die Welt dem Ende neigt und die Zivilisation beginnt ihre verrückten Ausgeburten in ausgebrannten Vehiklen auf Straßen und Menschen loszulassen! Also ihr Wahnsinnigen, steigt ein und schnallt euch an zur Mad-Max Reihe!
 
(Die Blogs enthalten manch SPOILER!)



Mad Max - 1979


Australiens Straßen in kommender Zukunft. Die Zivilisation scheint dahin zu scheiden, die Polizei bekommt es mit immer mehr Irren zu tun und das Gesetz scheint auch immer weniger zu greifen. Der ausgebüchste, selbsternannte Night Rider, der zu Filmbeginn gleichmal für eine Menge Schrott und Chaos auf den Straßen sorgt, scheint nur die Vorhut zu sein. Eine Motoradgang kommt nach, um ihren Freund zu rächen der bei der versuchten Festnahme tödlich verunglückte. Anarchie ist angesagt! Es dauert nicht lange bis der erste unschuldige Bürger am Motorrad angebunden durch die Straßen geschliffen wird, und jeder der nicht spurt, wird erschreckenderweise geschändet.

Mittendrin in dieser dreckigen Straßenschlacht, Mel Gibson als...

Max Rockatansky!!

Eigentlich wollte er seinen Job als Polizist schon an den Nagel hängen, als sein Freund und Kollege von der Bikergang "verheizt" wurde.

"Ich hab Angst Fifi, ich sag dir wieso! Dieser Teufelszirkus da draußen, fängt an mir zu gefallen. Noch eine Zeit lang da draußen auf den Straßen und ich bin so wie Die! Verstehst du, ein unheilbarer Wahnsinniger!

Nur weil ich eine Bronzeplakette trage bin ich einer von den Guten."
 
Auch die Polizei (MFP – Main Force Patrol) hat ihre überdrehten Raser


Ein Urlaub sollte ihm die Sache nochmals überdenken lassen, doch es kommt noch schlimmer…

Man merkt, dass alles irgendwie den Bach runter geht und letztlich immer mehr in Selbstjustiz und Rache ausartet. Der erste Teil, dieser nun vorhandenen Quadrologie, bleibt bei seiner Inszenierung grundsätzlich noch eher ruhig, dennoch schon actionreich und natürlich schräg! Die dreckigen und rauen Kerle der Straßengang haben nicht nur edle alte und etwas schrottige Bikes, sondern auch etwas Schminke im Gesicht und billige Knasttattoos. Etwas Homoverhalten gesellt sich reibungslos zum wirren Geist, der sich hervorragend dazu eignet, das Örtchen in weitläufiger Pampa, in Psycho- und Straßenterror zu versetzten. Die Motorräder dominieren noch die Szenerie, nur die Polizei wartet mit sehenswerten Wägen auf, sportlich und sogar bunt darf es anfänglich noch sein.

theworkprint.com

Nur einer ihrer Ford Falcons wurde umgebaut und mit dem letzten gefundenen V8-Motor bestückt, mit 600 Pferden unter der Haube und Nitro im Tank, s(chn)urrt, brummt und pfeift das schwarze Kätzchen so fein, sodass Männerherzen gleich ne volle Oktanzahl höher drehen!

nuovocinemalebowski.it

Zuvor macht Max noch einen idyllischen Familienausflug, damit es für den Zuseher noch schrecklicher ausfällt als auch noch... seine Familie dran glauben muss! Erst nach 76 Filmminuten packt er endlich den V8 aus um mit seinen Interceptor dann nochmals auf Rachefeldzug zu gehen ... und selbst zum Outlaw zu werden!

Ob seine Frau die Sache überlebt, ist hier am Ende des Films noch ausständig. Es scheint überhaupt erst der Beginn von etwas zu sein!

Im ersten Film wirkt der Akteur-Rookie Mel Gibson noch eher gesprächig. Obwohl er auch hier von Anbeginn schon eher als Coolness in Person dargestellt wird, hat er doch ein eher ruhiges und weiches Gemüt was man an Gesprächen mit seiner Frau erkennt. Was sich natürlich durch das Erlebte verändern wird!

Beim optischen Look ist die Sache etwas kühl gehalten und erinnert damit ans Genrekino welches in Zügen (Sleaze, Rape&Revenge, Exploitation) auch hervortritt um weiters Stimmung herauszuschinden! Was noch mehr dazu beiträgt die NOCH vorhandenen Unschuld immer mehr zu beflecken und einem beängstigend auf den Pelz zu rücken. Die Musik wirkt oftmals aufreibend und hat auch so einige schrille Spitzen. So wirkt alles dramatisch und lässt einen auch hören, dass es ums (Über-)Leben geht und man schnell unter die Räder kommen könnte. Wenn die Kamera nicht gerade über den Asphalt gleitet oder einem Gesicht imposant zu Nahe kommt, vibriert sie rasant mit der Bewegung mit.

Die Blu-Ray bietet kräftige Farben sofern man das mit der stilhaften Helligkeit außen vor lässt. Eine tolle Schärfe, die aber regelmäßig auch unscharfe Sequenzen bereit hält. Für eine (deutsche) Mono-Spur ist der Sound erstaunlich klar und sogar basshaltig, um dem Sound der Motoren auch gerecht zu werden!



Auch wenn der Film oft als Actionklassiker betitelt ist, ist er doch vielmehr ein ernst zu nehmendes Drama mit Anarcho-Note und ein paar skurrilen Abnormen. Einen hartgesottenen Magen braucht man zwar nicht, da aber die noch vorhandene Unschuld mit Füssen getreten, und schockierend auf dem Asphalt verteilt wird, definitiv ein ausgekochtes Gemüt!

Der Australier George Miller (Die Hexen von Eastwick, Happy Feet) liefert mit seinem Spielfilmdebüt "Mad Max" etwas ab, dass für damalige Zeiten doch mutig auffällt und auch heute noch so erstklassig inszeniert, wie irre scheint!

In Teilen erinnert es auch an das Spielfilmdebüt seines Landsmannes Peter Weir.
"Die Autos die Paris auffraßen" von 1974 ist zwar noch eine Schippe morbider, hat aber genauso abgefuckte Vehikel und viel Wahnsinn zu bieten. Ist jedoch viel weniger fassbar, realistisch, noch hat es die durchgehende Spannung von Mad Max. Zwar auch einige zerflederte Fahrzeuge aber nicht so beeindruckend gefilmte Straßenritte! "Mad Max" wurde eben Kult!


Der Typ der im ersten Teil Max Autoreifen reparieren soll, ist übrigens einer der Drehbuchautoren von Fury Road!

Der Begriff Ozploitaion wird auch gern mal übernommen, welcher fürs australische Exploitationkino Verwendung fand zu dem gern auch mal die Mad Max Reihe gezählt wird.




Mad Max 2 - The Road Warrior - 1981
(Der Vollstrecker)


Jemand erzählt uns als Einleitung eine kurze Geschichte. Wie es soweit kam und was passierte, dass jemand wie Max daraus hervorging. Nachdem das Öl schwand und Kriege die Welt beherrschten, versiegte auch die Moral des Menschen. Das (ver-)änderte auch Max, der nun in die Wüste geflohen ist.


"Ein Mann wie Max, der nie einen Menschen töten wollte, musste mitansehen, wie er seine Familie im Gebrüll der Maschinen verlor. Er wurde ein anderer, ein ausgebrannter Einzelgänger, ein Mann, der vor den Dämonen der Vergangenheit in die Wüste floh. Und dort, wo alle Hoffnungen enden ein neues Leben fand."



War der erste Teil zum größten Teil schon in verlassenem Gebiet angesiedelt, kommt nun im zweiten Teil "endgültig" das post-apocalyptische Setting zum Zuge. Ödnis, Staub und Kargheit dominieren die Umgebung rund um den Einzelgänger mit dem V8-Interceptor, der nun zum Nomaden mit tragischer Vergangenheit wurde.

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Max erfährt, dass es mitten in der Wüste eine Ölraffinerie geben soll und stößt alsbald auf diese misstrauische Kommune, die in ihrer errichteten Schutzhalde unter großer Bedrohung durch eine Horde Verrückter steht. Dessen Anführer ein halbnackter, muskelbepackter Hüne mit Hockeymaske ist! Dieser stellt dem Wüstendörfchen ein 24h Ultimatum bevor er sich mit seinen skurrilen Freunden die Treibstoffproduktion mit Gewalt unter den Nagel reißt.

blu-ray.com

Hier trumpft gleichmal das lässige/dreckige Design auf, welches in seinem Grad des Endzeit-Wahnsinns nochmals ein paar Schippen drauflegt! Haargefärbte Endzeitpunks, halbnackte Lederoutfits, statt den 70ties Klamotten des ersten Teils gibt es nun auf beiden Seiten bizarre 80ziger Jahre Ausformungen mit jeder Menge wirren Zusätzen. Das Beste jedoch sind die Wägen die nun endlich neben den Bikes in ideenreicher Ausstattung auftauchen! Notgedrungen aus Überbleibseln zusammen geschusterte Gerätschaften, umgerüstete Buggys und weitere zahlreiche verbaute Vehikel (mit Nitroboost!) die jederzeit aussehen als könnte man mit ihnen töten.

ocdviewer.com

Auch das Setting im Kommunenlager überzeugt mit jeder Menge Metall, einer Werkstatt (mit witzigen Mechanikern) und allerlei Dreck und Rost zwischen Schweißfunken und Flammenwerfern!

Max gerät zwischen die Fronten und will als Gegenleistung für einen großen Treibstoffvorrat ein Fahrzeug besorgen, womit die Leute ihren vollgetankten Hänger ziehen können. Sie wollen an ein 2000 Meilen entferntes, scheinbar noch besseres Plätzchen flüchten. Ob das auch was für den Einzelgänger ist, ist jedoch fraglich!

Wenn der Tanklaster nicht so gepanzert wäre, wäre die Flucht damit sogar ziemlich irrsinnig, aber so kommt es filmtechnisch zum Showdown! Der sich erstaunlich lang auf der Straße hält und grandiose Stunts hergibt! Blechschäden sind die geringste Verpflichtung und die wohl brutalste Szene ist der Aufprall eines Fahrzeugs auf den Tankzug – er hatte zwei Leute (Gefangene) am Wagen vorgespannt! Also teilweise geht es richtig heftig zu und es wird eine famose Straßenschlacht geschlagen die richtig Adrenalin pumpt.

madmaxmovies.com
 

Ein kleiner stummer Junge, der im schneidigen Umgang mit dem Boomerang auffällt, steht Max sogar im Finale actionreich zur Seite! Ein Typ auf einem Fluggerät (Gyrocopter) - der auch im dritten Teil wieder kleine Auftritte verbucht - hat auch noch ein paar hilfreiche Tricks auf Lager.


Von der Stimmung nicht mehr in einem verrucht/verrückten Zivilisationsübergang, sondern gleich vollends in trostloser Einöde. Die Endzeit brilliert, und statt dramatischen Thrill gibt es mehr Action, sodass alles sogar etwas kurzweiliger ausfällt. Der Erste hatte vielleicht mehr bedrohliche/-ängstigende Klasse, dennoch gefällt mir der Zweite durch das Endzeitsetting besser! Jedoch beide auf ihre Art sehr gut!!

George Miller führte wie bei allen Fortsetzungen erneut Regie!



Zuletzt fällt einem zum zweiten Teil nur noch eins ein:





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Das Bild der Blu-Ray hat kräftige Farben, keinen hellen, kühlen Schundlook (Sleaze) mehr, stattdessen bessere Kontraste unter staubiger Kulisse. Bildrauschen und manch Verunreinigungen sind gelegentlich sichtbar, die Schärfe erreicht seltener die Höhe des ersten Teils, bleibt aber gut. Eine Nachtszenen versumpft fast vollends im Filmkorn.
Der 5.1 Ton ist ok, wie damals zu den Zeiten eben stark frontlastig. Der Score ist rasant, aufwühlend aber dennoch mit leisen Zwischentönen versehen und deshalb nie nervig. Ein echt guter Score!

Bei der Bonussektion bieten alle drei Teile nur den Trailer, der zweite Teil hier wartet jedoch noch mit einem Audiokommentar von Regisseur George Miller und Kameramann Dean Semmler auf. Auch eine kleine Einleitung von Leonard Maltin (US-Filmkritiker) gibt es wahlweise vorm Film hinzu.





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1959  Weltraumschiff MR-1 gibt keine Antwort
The Angry Red Planet


Ein Raumschiff das den Mars erkunden sollte ist verschollen! Nach langer Zeit können es die Erdenbewohner plötzlich auf dem Radar ausmachen aber keinen Kontakt herstellen. Sie fahren sofort nach Nevada um das Raumschiff per Kontrollübernahme von der Erde aus notzulanden. Von der Besatzung sind jedoch nur noch zwei Leute übrig. Die Biologin ist verwirrt und völlig erschöpft, der Kommandant ist nicht ansprechbar und hat außerdem eine unspezifische Substanz auf dem Unterarm.

Eigentlich zählt der Film zu den nostalgischen Ausflügen der höchsten Sci-Fi Ära in den 5ozigern und obwohl ich Außerirdische allgemein nicht zu den Monstern zählen würde, dann doch jene die Böse sind oder sich als Kreatur die Ehre geben! Somit ordne ich auch diesen Marstrip hier ein, weil zwei übergroße, unvergessliche Monster auftauchen die definitiv Creature-Feature Charakter aufweisen!

Wir sind in den 50ern und hier ist alles Gesehene nicht Stilmittel - wie es heute oft vorkommt - sondern richtig authentisch!! Die markanten Schriftzüge, Kulissen und besonders die Bildfehler sind hier noch ECHT und nicht künstlich hingetrimmt! Das trägt natürlich enorm zum Charme bei, der Rest ist ziemlich logikbefreit und schreitet nur langsam voran.
Eigentlich wirkt alles recht seriös und man kann die Sache schon ernst nehmen, BIS die einzige Frau an Bord plötzlich beim Erstaufstieg auf dem Mars mit ihrer HANDTASCHE daherkommt, ab da geht’s dahin mit dem Trashfaktor.

Interessant ist, dass die Geschichte als Rückblende erzählt wird, die überlebende Biologin muss sich im Krankenhaus erinnern womit sie es am Mars zu tun hatten, damit auch der Schleim auf des Kommanders Arm identifiziert werden kann. Da sie aber so erschöpft und noch in Schock ist, werden ihr sogar Drogen verabreicht um ihrer Erinnerung die Sprünge zu helfen!!! So wird einem dann Stück für die Stücke die Reise und das Abenteuer auf dem Mars dargeboten. Und nun zu den Monstern…!

Kleine dreiäugige Marsmännchen tauchen nur manchmal unter bedrohlicher Stimmung auf, dann gibt’s auch noch immense fleischfressende Pflanzen - zum Glück haben die Leute (in ihren Ghostbustersoutfits) eine Schallkanone dabei - und nun die Highlights...
Das erste übergroße Monstrum gleicht einem Fledermausgestell mit Rattenschwanz und spinnenartigen Beinen, und die zweite riesige Gefahr kommt aus dem Wasser! Ein "Haufen von Amöbe" würde ich dieses Teil nennen und es gleicht einem vielfarbigen aber dunklen Blob mit einem Drehauge (oder was das auch immer sein soll)! Und gegen die müssen die menschlichen Eindringlinge auf dem Mars ankämpfen, bei letzterem muss sogar eine kreative Idee her da der Schleimhaufen die ganze Rakete einhüllt! So merkwürdig die Kreaturen aussehen, so löblich sind die kreativen Ideen und dessen Umsetzung!

Speziell ist auch noch das Bild von der Oberfläche des Mars, hier gedeiht nicht nur einiges, sondern es kommt später auch noch eine interessante Entdeckung hinzu als sie mit einem Schlauchboot ein Wasser überqueren wollen. Bei den Aussenaufnahmen wird das Bild stets völlig in Rot-Orange getaucht und es sind nur mehr die Konturen schwärzlich erkennbar. Es sieht aus wie ein Zwei-Farbenbild einer Wärmebildkamera und beim Zurückwechseln zum normalen Bild fühlt sich das Auge gleich mal erleichtert – aber cooles wie auch schräges Stilmittel. Am Ende geht es um die Rettung der beiden Überlebenden, und um die Tonbänder die in der Rakete alles aufgezeichnet haben. Die eigentlich durch magnetische Einflüsse alle gelöscht wurden. Nur die letzte enthält noch eine Botschaft der Marsianer an die Menschen und die ist… Respekt!!! Simple aber einschlägig effektiv! Der Film hat zwar wie erwartet seine Eigenarten und läuft mehr vor sich hin, kann sich aber als B-Fictioner echt sehen lassen!!




1974  Mel Brooks hat auch die Monster-Classics parodiert...
Frankenstein Junior


Der Neurowissenschaftler Frederick Frankenstein (Gene Wilder) ist ein Nachkomme des berühmten Dr. Frankenstein. Jenem der mit totem Gewebe experimentierte und deshalb berüchtigt ist! Jedoch will Frederick von all dem nichts hören und distanziert sich deshalb von seinen Ahnen. Er will für seine Errungenschaften im neurologischen Bereich geehrt werden und nicht als Nachkomme eines Mannes, dessen Experimente er für völligen Humbug hält! Nach einer seiner Vorlesungen wird ihm jedoch das Erbe seines Großvaters übertragen, weshalb er sich aufmacht die vererbte Burg in Transsylvanien in Augenschein zu nehmen…

Hier sollte man wohl gleich anmerken, dass es sich um einen Mel Brooks Film handelt und die Angelegenheiten in einem anderen (humorvollen) Licht auf den Zuseher eindümpelt. Nämlich als Parodie auf den alten Monsterfilm, die auch gleich klassisch schwarz/weiß gehalten wurde. Neben dem bekannten Igor (Marty Feldman) mit Buckel (der nennt sich hier aber auch Eyegor), gesellen sich dem Doktor noch eine blonde Gehilfin und die Burgdame namens "Fr. Blücher" hinzu, bei deren Namensnennung jedes Mal die Pferde durchgehen!!

Auf seiner Erkundungstour entdeckt Dr. Frankonsteen (so nennt er sich zur Distanzierung von der Familie) das versteckte Labor seines Großvaters und kommt mit Interesse diesem obskuren Gebiet doch schnell näher, während der Zuseher reichlich Anspielungen auf die Originalverfilmung (1931) oder ähnliche Filmerscheinungen entdeckt.  Sogar die Originalkulisse des 31er Monsterklassiker durften hier für die Szenen im Labor dienen.

Die Scherze sind aus heutiger Sicht natürlich vollkommen altbacken und reichen großteils nur für ein paar Schmunzler. Als jedoch ein völlig zersauster Billy Wilder dann doch ein Monstrum erschafft wirds etwas lebendiger. Der erwachte Hüne, der versehentlich mit einem "abnormen" Gehirn versehen wurde – Igor hatte schreckhafte Probleme beim Beschaffen – wird gekonnt von Peter Boyle (The Dream Team, Alle lieben Raymond) gejault. Denn mehr als Gestöhne, Gegrummel und Gewinsel kommt aus dem Monster nicht raus. Die jedoch oft auf sehr amüsante Art hörenswert sind! Ein Highlight des eigentlich ziemlich lahm voranschreitenden Films ist die Begegnung des Monsters mit einem Blinden (Gene Hackman), der ihm nicht nur Suppe in den Schritt kippt, sondern auch gleich den Daumen anzündet. Sodass das Monster gleich mitsamt der Türe flüchten muss! Herrliche Szene!

Igor hat sowieso einige Lacher auf seiner Seite und die blonde Gehilfin Inga (Teri Garr) schiebt ständig mal doppeldeutige sexuelle Anspielung, auch wenn diese der Doktor lange nicht rafft! Eigentlich hätte der Doktor sogar eine Frau, aber die scheint gegen Ende mehr dem Monster zugetan sein. Zumindest bekommt sie die berüchtigte graue Strähne in den Haaren und kann auch sexuell nicht genug bekommen. Rein optisch werden hier Liebesbezeugungen so inbrünstig umgesetzt, dass man sich in Momenten fühlt als sei man bei monumentalen Romanzen gelandet. So nimmt er eben einige Film aus diesen Zeiten aufs Korn und nicht nur die damaligen Monsterklassiker. Erstaunlicherweise bleibt er jedoch für eine Parodie stimmlich recht gruselig oder dramatisch – zumindest im Score!

Von Mel Brooks hab ich dennoch schon Besseres gesehen. Die Monsterparodie war doch irgendwo recht lahm und konnte mich letztlich nur mit manch amüsanten Momenten bei Laune halten. Ein wütender Mob, die Monstersuche, einige verquere Beziehungsprobleme und neben einem sehr sonderbaren Polizisten, der definitiv Probleme mit seinem mechanischen Arm hat, waren all diese schrägen Figuren neben den ganzen Anspielungen doch zu wenig. Für eine Parodie leider zu unwitzig, für einen klassischen Monsterfilm eigentlich sogar sehr gut gemacht, aber dann kann man sich natürlich auch gleich das Original ansehen!




2014  Aus Norwegen kommt "Død Snø 2" - Red vs. Dead
Dead Snow 2

 
Der zweite Teil setzt nahtlos am Ersten an und Hauptcharakter Martin (Vegar Hoel), dem als einzigen die Flucht aus der Schnee-Zombiehölle gelang, hat es gleich mal mit den Behörden zu tun. Die Sache sieht nämlich so aus, als hätte ER seine ganzen Freunde hingemetzelt und die haben natürlich kein Interesse an seiner ziemlich abgedrehten Geschichte rund um schlachtende untote Nazis!

Die aber auch hier nicht lange auf sich warten lassen …

Für die Story wird schnell mal ein neuer Auftrag für die Zombiesoldaten erfunden und schon läuft die Sache weiter. Dieses Mal verlegt sich die Handlung vom Berg ins Tal und dessen Ortschaften, wobei zwar der Schnee abhanden kommt aber die saftig grünen Wiesen und sumpfigen Gegenden genauso geniale skandinavische Kulissen abgeben. Das Beste an allem ist jedoch, dass der zweite Teil wirklich in allen Belangen nochmals eine herrlich abgedrehte und mordskomische Ladung drauflegt!! Martin wirkt gleich mal doppelt so cool wie im Vorgänger - macht auch seine neue Frisur! -  und ist wirklich selten ohne blutverschmiertes Gesicht zu sehen. Sein "verlorener" Arm aus dem ersten Teil wird auch ersetzt und zwar auf eine Art, die dem Film nochmals eine mächtige Schippe Skurrilität und selbst Paranormales verleiht. Der Arm hat nämlich nicht nur Schmalz (enorme Kraft) – *patsch* einen Kopf gegen den Bus geknallt – sondern auch ein heftiges Eigenleben mit dem man erst mal klarkommen muss. Sehr amüsant!

Die Effekte steigern sich auch nochmals, egal ob Kulissen, Kostüme, bei den übersinnlichen Einbauten oder den Splatter-Abarten, sehr sehenswert! Auch wenn ich persönlich beim Splatter definitiv mit weniger ausgekommen wäre, wird für die Gorehounds wohl das Non-Plus Ultra geboten und es passt auch einfach zur ganzen Sache wie die Faust in die Nazivisage! Es gibt einiges zum Ekeln und hammerhart komische Augenblicke, sowie viele weitere grandiose Ideen! Egal ob Tötungsszenen oder zweckentfremdete Gedärme …

Der Humor ist überhaupt der Knaller, blöde Sprüche, Slapstick und völlig überdrehte Situationen am laufenden Band. Es wird also definitiv nicht langweilig, nur manchmal zünden die Gags gar nicht, liegt aber wohl am Geschmack, ich sag nur: Möwen-Sprachtranslator! Am Besten gelungen sind die doppeldeutigen Missverständnisse … ich hasse es eigentlich wenn Kinder in Filmen dran glauben müssen, ist für mich eine echte Tabugrenze, aber als Martin hier nach dem Krankenhaus ein Kind wiederbeleben will und die Sache nicht grad rosig, sondern eher blutrot ausfällt, wurde das so geschickt eingefädelt, dass ich einfach nur mehr lautstark lachen konnte … als dann auch noch der Polizist aus dem Fenster guckt und die Situation völlig anders deutet als sie eigentlich ist, konnte ich mich gar nicht mehr halten!! Und solch geniale Fremd-Perspektiven gibt es öfter mal. 

Die weiteren illustren Truppen bereichern den Film allemal! Neben Martin und den Naziuntoten, holt der zweite Film noch mehr Parteien an Bord. Nicht nur die üblichen dummen Provinzbullen schlagen einige geniale Aktionen, auch der eingeflogenen Zombie-Squad aus den USA, in Form von grünschnäbligen Zombie GEEKS, sorgt für Laune. Auch die zwei Mädels überzeugen als kataloggestylte Anhängsel in ihrem Einsatz, tja und die auftauchende Krönung, die der deutsche Zusatztitel schon verlauten ließ - RED vs. Dead – setzt dem Finale nochmals sein krönendes Schlachtfest auf. Nicht nur der Finalfight, mit einem Strohpuppendoktor am Rande, sondern auch der rotbärtige "Wikinger" waren Highlights!

Der zweite Teil rastet sich somit nicht mehr soviel auf seinen Filmvorbildern aus - keine Sorge, es gibt immer noch Gleichnisse/Zitate – sondern fährt durchwegs seine eigenständige Linie mit einem wirklich gelungenen Plot, zumindest für eine trashige Funsplatter-Granate! In diesem Sinne, hervorragend gelungen! Einfach nur witzig und richtig abgedreht, macht richtig Spass!







Weiterführende Blogs:

Frankenstein (1931) by cpu lord

Die Frankenstein-Filme der Hammer Studios by Movienator

Dead Snow by macfestus








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1920  Dr. Sigmund Freud hätte hier, mehr als viel zu tun!
Dr. Jekyll und Mr. Hyde


Die Geschichte stammt schon aus dem Jahre 1886 (von Schriftsteller Robert Louis Stevenson) und ist nicht nur Literaturgeschichte, sondern auch Kult! Es gibt schon unzählige Verfilmungen über die beiden Seiten von Gut & Böse in einem Menschen, die Doktor Jekyll mittels eines Serums zu trennen versucht und dann von unerwarteten Folgen überwältigt wird. Ich sah mir den Stummfilmklassiker aus dem Jahre 1920 an, welche die erste Adaption in Spielfilmlänge darstellt und auf DVD gleich in 2 Fassungen daher kommt.

Neben dem Stummfilm (77Min.) auch noch als vertonte Fassung (67Min.) der im Vergleich nichts fehlt außer den Texttafeln - es soll dennoch noch eine 81Min. Fassung geben! Die Vertonte sogar etwas kurzweiliger ausfällt, die Schnitte zwar problematischer auffallen, aber das Gesprochene recht gut ist und einige Szenen mit Zusatzdialogen sogar noch gut abrundet. Aber dennoch wurde manches befremdlich übersetzt. Der Sinn bleibt natürlich erhalten, aber bei manchen Details fiel es mir schwer nun dessen eindeutige Essenz zu erfassen. Besonders beim wichtigsten Punkt, warum er nun das blasphemische Experiment wagen sollte… In der Sprachfassung fragt er sich ob es nicht möglich wäre in zwei Seelen zu leben, bei den Texttafeln wird es da schon genauer indem er vom Leben in zwei Körpern spricht. Er möchte die zwei Naturelle die in einem wohnen trennen, damit ein böser Impuls nicht die (reine) Seele befleckt! Das ergibt dann auch einen nachvollziehbaren Sinn.

Dr. Jekyll ist ein brillanter Wissenschaftler und auch noch ein hervorragender Arzt der sich sogar unentgeltlich um die Armen kümmert. Da er sich aber soviel um seine Arbeit sorgt wird er am Tisch einer elitären, vornehmen Runde kritisiert ob er nicht sein Leben versäume, er solle doch lieber mehr (niederen) emotionalen Impulsen nachgehen! Der Gang in eine Tanzetablissement/Lusthaus mit der genannten Runde weckt bei ihm weitere Hürden, die er eben später mittels Serum überbrücken möchte. Leider funktioniert es nicht so wie gedacht, das Ausleben von Dingen die er früher nicht gemacht hätte funktioniert zwar nun, aber seine zweite Persönlichkeit Mr. Hyde scheint immer mehr Macht über ihn zu bekommen und die Verwandlungen werden auch immer weniger kontrollierbar.

Die Verwandlung ist anfänglich gar nicht so wüst, es werden zwar seine Finger länger, seine Fingernägel scheußlicher und er bekommt auch noch einen Buckel, aber mit Verlauf des Films und dem Überhand nehmen des Bösen wird das Make-Up immer monströser! Gegen Ende sieht seine Bosheit immer ekliger und abstoßender aus, sodass sein Hindernis mit Frauen zu sprechen zwar wegfällt aber auf Grund seines Aussehens und seines wachsenden gewalttätigen Verhaltens würde jede lieber flüchten. Das Schauspiel von John Barrymore ist hervorragend. Immer mehr steigtert sich seine Zerrissenheit und seine gemachte Fratze wird immer beeindruckender, hässlicher! Bis er auch vorm Mord nicht zurückschreckt – sein Gesichtsausdruck in dieser Szene ist phänomenal - und alles auf ein trauriges Ende zusteuert.
Wie gewohnt im Stummfilm fehlt es nicht an Theatralik, die akustische Untermalung gewinnt man aber gegen Ende immer mehr lieb, da sie nicht übertreibt, sondern dem Spiel der Facetten schön unter die Arme greift.


Ich will jetzt nicht sagen, dass diese Geschichte dieses große umfangreiche psychologische Thema erfunden hat, keineswegs, aber die Verfilmung bringt es somit in eine simple, sichtbare und materielle Ausformung! Als ob man bei der Geburt von zwei wirklich famosen (Archetypen-)Grundsteinen dabei ist, die das Thema der Dualitäten im Menschen greifbarer machen, wobei man natürlich sagen muss, dass es sich übersteigert unter dem Mantel des Horrors tarnt aber das kann ja ein jeder selbst auf die Normalität ummünzen. Auch genial ist der Hinweis auf die unterdrückten Emotionen die in jedem tagtäglich lauern können und bei manchen auch öfter mal das Fass zum Überlaufen bringen, hier im Film eben noch sehr auf gesellschaftliche Konventionen (Zwängen) ausgelegt ist, wie man sich als Beispiel in der Öffentlichkeit zu zeigen hat und sich somit auch schon seiner Selbst entfremdet. Typische Moralfragen die man eben verschieden auslegen kann. Somit gibt Geschichte und natürlich auch Film viel Interpretationsspielraum her, obwohl er dies nicht direkt anspricht und im Verlauf eher recht simple beim menschlichen Horror bleibt. Aber ihn deshalb so toll macht, weil er oberflächlich wie auch tiefgründig funktioniert!

Für einen Stummfilm recht gelungen, wobei ich nun eine spätere Verfilmung sehen möchte, die nicht nur vom brillanten Schauspiel einer Figur abhängt, sondern durch die moderne Technik automatisch auch homogener ausfällt.

Das Bild der DVD (Classic Edition – Great Movies) ist so scheußlich wie Edward HYDE! Bei uns gibt es keine HD-Fassung, aber vielleicht orientiert sich der abgebildete US-Import (Blu-Ray) mehr an Dr. Henry JEKYLL!




1980  Sandburgen-Bauen mit Todesgefahr!
Blood Beach


Am kalifornischen Strand strahlt die Sonne vom Himmel, das Wasser bietet eine Erfrischung und der morgendliche Spaziergang mit Hund… endet anders als erwartet! Harry (David Huffman), Bediensteter bei der Küstenwache, will grad in die Arbeit schwimmen, als plötzlich ein Schrei ertönt! Die Frau mit der er sich gerade noch unterhalten hat ist plötzlich verschwunden, wie vom Erdboden verschluckt, nur ihr Hund bleibt zurück! Der Tage darauf dann sogar auch noch mit abgebissenem Kopf am Strand aufgefunden wird. Die Polizei steht vor einem großen Rätsel…

…und der Zuseher natürlich auch! Als die Sache dann endlich mal auf den Strand reduziert werden kann, weil man vorher durch Umgebung und Score doch noch glaubt das der weiße Hai irgendwo auftaucht, wird der ganze Strand gleich mal umgebaggert.

Vergebens!
Was könnte es nur sein?

Extremer Treibsand? Nein!

Raktetenwürmer!? Nein, die gibt’s hier nicht, oder doch? Ne, glaub nicht, ausserdem liegen die Rechte der Tremors woanders!

Na dann sind es bestimmt Sand-Haie!
Nein, in den 80zigern gab es noch keine Asylum-Ausgeburten!

Was ist es dann!?
Ehrlich! Ich hab keine Ahnung!!
Aber ich nenne es mal "Das Ding aus dem Sand!!!!"


Und der Film hält dieses gefressige Etwas auch die ganze Zeit über, hinterm Sandhaufen! Weshalb wir großteils den Polizeiarbeiten folgen, verwoben mit Harry und seinen Freunden. Unter den Polizisten befindet sich als bekanntes Gesicht auch Burt Young (ihr wisst schon, Rockys Schwiegerpaps, ausm Schlachthaus) der hier einen quacksalbernden Cop zum Besten gibt der stets alles besser weiß und damit taktlos aneckt. Etwas Liebesgeplänkel darf natürlich auch nicht fehlen, was zwischen unserem Hauptakteuer, dem smarten Typen von der Küstenwache, und der Wiederheimkehrerin Catherine (Marianna Hill) stattfindet. Sie kehrte wieder zurück, da ihre Mutter das erste Opfer in dieser Sache war. Sollte ihrer aufkeimenden Liason etwas im Wege stehen, denn eigentlich hätte Harry schon sowas wie ne Freundin, wird das glücklicherweise auch vom Strand verschluckt! "Ohhh Mary!!"

Man muss sagen, dass alle ihre Sache entsprechend ernst nehmen und erstaunlicherweise auch nicht überzogen auffallen. Die ganze Angelegenheit hält die erwartete Portion Trash nur in Kleinigkeiten bereit, als Beispiel in Form eines Gerichtsmediziners der immer wieder irgendwelche banalen oder absurden Theorien vor sich hin faselt, oder auch einem Triebtäter dem die Eier abgebissen werden (recht geschieht ihm), und ganz besonders die letztliche Aufdeckung des Monsters! Denn das ist mehr als trashig! (Ein mächtiger Phallus mit Blütenkopf stülpt sich hier aus dem Sand!)

Ansonst ist der Film aber ein ganz stimmiger 80ziger Jahre Horrorthriller, der zwar völlig einfallslos bleibt aber zumindest im 7 Minuten Takt seine Opfer in den Sand reißt. Gekreische, manch kleine Blutverschmiertheit, Leichenteile, und einen versteckten Gruselkeller am Strand inklusive. Kann man, muss man aber nicht haben, außer man sammelt die Filme über Sandmonster, dann wird er definitiv seinen völlig berechtigten Platz irgendwo zwischen Screamers (95) und den schon oben genannten Titel finden!





1999  The Living Terror
Komodo
 

Eine Art Hippie setzt auf einer Insel einige Eier aus, dessen Tiere in dieser  unbeheimateten Umgebung dennoch zu enormer Größe heranwachsen und etwa 20 Jahre später auch sehr angriffslustig sind! Der junge Patrick (Kevin Zegers) lebt mit seiner Familie auf dieser Insel und ist stets etwas auf abenteuerlicher Erkundungstour. Dieses Mal endet die jedoch für seine Eltern und auch für seinen Hund – ja, immer muss der süsse Hund dran glauben! – blutig. Seitdem gelten diese als verschwunden und der Junge kämpft mit einem Trauma! Eine Psychologin (Jill Hennessy) will ihn wieder auf die Insel zurückbringen, damit er sich seinen Ängsten stellt und sein Trauma verarbeitet, doch die Gefahr ist tatsächlich real und die Viecher auch noch gewachsen.

Kevin Zegers mal in jungen Jahren, gerade mal 15 (heute bekannt aus Frozen, The Colony) steht hier unter posttraumatischen Schock und soll sich wieder auf die Insel begeben. Per Fähre und dessen alten Freund, dem Fährmann der später auch mitmischen darf, geht's auf zur verlassenen Insel, wo nur noch die Ölbohrfirma ihr Unwesen treibt und auch über die Gefahr Bescheid weiß, diese aber natürlich verschweigt! Unter den Ölbohrlakaien auch ein bewaffneter Billy Burke (Twilight, Drive Angry), der nicht nur zwischen den Fronten steht, sondern auch eine ganz gute Figur macht. Die Psychologin, gespielt von Jill Hennessy (Crossing Jordan) angemessen der Sache auch völlig akzeptabel beisteuert. Die Frage ist nur wer Echsenfutter wird und wer nicht?  Wobei dieser Tierhorror mal nicht auf eine Mutation setzt, sondern die Tiere so angriffslustig/gefräßig macht weil die fast isolierte Insel nicht ihren gewohnten Speiseplan hergibt! Die Größe dieser Komodowarane bezieht sich darauf, dass diese Drachenechsen hier, eine eigentlich schon ausgestorbene prähistorische Form darstellen – oder so ähnlich!

Michael Lanterii, der 94 für Jurassic Park den Specialeffekts-Oscar einheimste, führt hier nicht nur Regie, sondern belebt eben auch die Reptilien. Das CGI ist deshalb akzeptabel bis sehr gut, die Animatronics noch besser. Das Setting mit der Insel ist eigentlich ganz gut gelungen, wird dann gegen Ende auch noch sehenswerter, mit dem alten Fabriksgelände im Regen, oder der Fahrt durch den Sumpf, auch wenn diese Aktion wie andere Vorgänge trashy-fragwürdig erscheinen! Der entflohene Junge wird bestimmt nicht tauchen gegangen sein! Passt aber typisch zu solchen Vertretern. Genauso wie der stereotype Boss der Ölfirma, dessen Helikopter zum Rettungsdienst für angeknabberte und verblutende Zeitgenossen nicht anwendbar ist – das deckt sich nicht mit den finanziellen Interessen der Firma!! Also ist die Sache zwischen manch gedehnter Spielzeit, auch mal amüsant, hat aber grundsätzlich doch ne gute, dunkle Stimmung parat!

Kann man sich als Tierhorror- und B-Fan ansehen, für den regulären Seher wohl kein allzu großer Verlust.








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