Blog von Charlys Tante

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Batman-Die Vergeltung-

16. September 2026
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THE BATMAN - DIE VERGELTUNG

Eigentlich bin ich ja viel zu spät dran mit meinem Review zum neuen alten Batman. Robert Pattinson schlüpfte bereits 2022 in die Rolle des legendären Batman alias Bruce Wayne. Aber nachdem inzwischen einige Jahre vergangen sind, war es für mich doch Zeit, mir den neuen alten Batman noch einmal in der 4K-Fassung anzusehen.

Und schon nach den ersten Minuten wird klar: Dieser Batman hat so rein gar nichts mit den ganz alten, älteren und jüngsten Interpretationen der Fledermaus zu tun.

VERGELTUNG IN GOTHAM

Bruce Wayne möchte eigentlich Vergeltung üben für den Mord an seinem Vater Thomas Wayne. Doch ein Schurke ist ebenfalls auf Vergeltungstour und meuchelt den einen oder anderen dahin, die er für schuldig an seinem eigenen Schicksal hält.

Der Riddler, gespielt von Paul Dano, macht daraus einen ziemlich perfiden Kriminalfall. Batman versucht, ihn aufzuhalten, und kommt dabei gleichzeitig immer tiefer in die Vergangenheit von Gotham und seiner eigenen Familie.

Hilfe bekommt er hierbei durch den Polizisten James Gordon und Catwoman, alias Selina Kyle, die eher unfreiwillig mit ihm zusammenarbeitet, um die Probleme in Gotham City zu lösen. Das gelingt beiden allerdings eher na ja.

EIN BATMAN, DER ANDERS IST

Der neue Batman ist erfrischend anders und folgt nicht einfach den Erfolgen seiner Vorgänger. Er möchte eine eigenständige Rolle im Batman-Universum einnehmen und entwickelt sich langsam, aber bestimmt in Richtung Finale, das dann doch etwas anders ist als bei den Vorgängern.
Eigentlich ist es ein reiner Kriminalfall, in dem Batman eine tragende Rolle einnimmt – außerhalb der alten Batman-Strukturen. Aber dennoch bleibt Batman unverkennbar ein Batman.
Und genau das hat mir gefallen.

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DER SCHWIERIGE NEUANFANG

Robert Pattinson war sicherlich nicht gerade zu beneiden. Nach Christian Bale und „The Dark Knight Rises“ einen Neuanfang zu bestreiten und in dieses schwer zu tragende Kostüm zu steigen, ist schließlich keine ganz kleine Aufgabe. Batman musste demnach auch einen neuen Weg bestreiten, um relevant zu bleiben.
Interessant ist dabei auch ein Blick auf die Entstehung des Films. Ursprünglich war „The Batman“ einmal als Projekt mit Ben Affleck geplant. Affleck hat Batman meiner Meinung nach durchaus gut gespielt, allerdings waren seine Filme natürlich in einen vollkommen anderen Kontext eingebunden. Dieser Batman war Teil des damaligen DC-Universums und stand dort neben Superman und den anderen Figuren.
Ein wie auch immer gearteter Batman mit Ben Affleck wäre deshalb als kompletter Neueinstieg mit einer eigenständigen Geschichte und anschließend möglicherweise drei weiteren Filmen meiner Meinung nach nur schwer vorstellbar gewesen.
So kommt es, wie es kommen muss: Eine Neuinterpretation erfordert einen neuen Batman.
Und mit Robert Pattinson wurde dieser neue Weg dann auch tatsächlich eingeschlagen.
Sein Bruce Wayne ist deutlich anders als seine Vorgänger. Weniger der elegante Millionär und mehr ein junger, zurückgezogener Mann, der selbst noch herausfinden muss, was Batman eigentlich sein soll.
Das passt hervorragend zu diesem Film.

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EIN CAST, DER ÜBERZEUGT

Ich war bei der erneuten Sichtung wirklich überrascht, wie gut eigentlich alle Actors in ihre Rollen passen. Jeffrey Wright als Gordon und Zoë Kravitz als Catwoman funktionieren sehr gut. Aber Colin Farrell als Pinguin ist einfach spektakulär.
Eigentlich erkennt man Farrell unter der Maske kaum wieder. Und genau so muss es sein. Der Pinguin passt perfekt in dieses Gotham, das weniger wie eine Comicstadt und mehr wie eine ziemlich heruntergekommene, korrupte und dreckige Großstadt wirkt.

COLIN FARELL ALS PINGUIN

Ich habe inzwischen auch die Miniserie „The Penguin“ gesehen, und dort konnte Colin Farrell diese besondere Rolle noch einmal ganz anders ausbauen. Besonders beeindruckend fand ich seine erschreckende Kaltschnäuzigkeit und gleichzeitig diese manchmal fast überraschende Wärmeherzigkeit. Dieser Gegensatz hat mir das eine oder andere Mal tatsächlich eine Gänsehaut verpasst.
In „The Batman“ spielt Farrell als Pinguin dagegen noch etwas mehr im Hintergrund. Umso gespannter bin ich, wie diese Figur in „The Batman: Part II“ weiter ausgebaut wird.
Überhaupt ist „The Batman“ eher ein düsterer Kriminalfilm als ein klassischer Superheldenfilm. Matt Reeves wollte offensichtlich nicht einfach den nächsten Batman nach bekanntem Muster abliefern. Und das merkt man dem Film auch an.


BILD

Die Bildsprache ist einem Batman angepasst. Da Batman ja im Dunkeln agiert, spielt der Film auch überwiegend in der Nacht oder zumindest im Dunkeln.
Das Bild ist natürlich auch entsprechend dunkel und benötigt schon einen guten LCD oder Beamer, um noch Zeichnung in die vielen dunklen Bildanteile zu bringen.
Gerade bei der 4K-Fassung ist das schon eine kleine Herausforderung. Die Bildqualität an sich ist hervorragend und die Detailzeichnung sehr gut. Aber in den vielen dunklen Szenen hätte ich mir doch etwas mehr Durchzeichnung gewünscht.
Manchmal ist Schwarz eben einfach nur Schwarz.
Andererseits gehört diese dunkle Bildsprache natürlich zum Film. Gotham soll nicht hell und freundlich aussehen, sondern genau so, wie Gotham in diesem Batman aussieht: düster, bedrohlich und irgendwie immer ein wenig kurz vor der nächsten Katastrophe.
Für einen guten Beamer ist „The Batman“ deshalb durchaus ein kleiner Härtetest.

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Bild: 3,5 von 5 Punkten

TON

Der Filmton passt zum Bild wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge.
Die Tonspur schafft eine sehr dichte Atmosphäre und wenn es zur Sache geht, dürfen natürlich auch die entsprechenden Basseinlagen nicht fehlen.
Ähnlich wie Hans Zimmer bei seinen Batman-Filmen seine ganz eigene Tonbildsprache entwickelt hat, schafft Michael Giacchino auch hier den Spagat zwischen Neuinszenierung und typischem Batman-Score.
Der Score ist für mich überhaupt ein ganz wichtiger Bestandteil des Films. Er klingt neu und trotzdem nach Batman. Dazu passt auch Nirvanas „Something in the Way“, das immer wieder auftaucht und die ohnehin schon düstere Atmosphäre noch ein Stück weiter nach unten zieht.
Ton: 4 von 5 Punkten

FAZIT:

Batman ist gelungen, was man zunächst vielleicht nicht unbedingt für möglich gehalten hätte.
Matt Reeves gelingt ein echter Neueinstieg mit einer eigenen Storyline, ohne dabei den eigentlichen Charakter der Fledermaus aus den Augen zu verlieren. „The Batman“ ist düsterer Kriminalfilm und Superheldengeschichte zugleich und Robert Pattinson gibt der Figur dabei eine ganz eigene Note.
Nach den vielen unterschiedlichen Interpretationen war dieser neue Ansatz sicher ein Wagnis. Für mich hat er funktioniert.
Da das Franchise weitergeht, war es natürlich Zeit, mir den ersten Teil noch einmal in der 4K-Fassung anzusehen. „The Batman: Part II“ befindet sich inzwischen in Produktion und soll derzeit im Februar 2028 ins Kino kommen.
Ich bin gespannt, wie sich dieser neue Batman weiterentwickelt. 

ICH FAND IHN GUT!


Film: 4 von 5 Punkten
Bild: 3,5 von 5 Punkten
Ton: 4 von 5 Punkten

In diesem Sinne

Charlys Tante

Habt ihr auch eine Meinung zu dem Batman, dann  teilt mir das in den Kommentaren hier gerne mit. Es würde mich freuen.

 

Copyright der Cover,  Bilder, Szenenbilder etc. und vergleichenden Screenshots liegt beim Anbieter 


 

Spider-Man: Brand New Day

6. August 2026
 

 

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Spider-Man: Brand New Day – Ein Neustart, der seinem Namen alle Ehre macht
In den 90er-Jahre war einer meiner Söhne ein riesiger Spider-Man-Fan. Jede neue Comic-Ausgabe wurde förmlich verschlungen und natürlich mussten auch die dazugehörigen Actionfiguren ihren Weg zu uns nach Hause finden. Das war damals gar nicht immer so einfach, denn längst nicht alles war problemlos erhältlich. Ganz nebenbei wurde auch ich immer vertrauter mit den vielen Figuren aus dem Spider-Man-Universum.

 

 

Als dann 2002 der erste Spider-Man mit Tobey Maguire herauskam, war die Begeisterung für den freundlichen Netzschwinger aus der Nachbarschaft natürlich groß und ist bei uns bis heute geblieben. Deshalb war es für uns selbstverständlich, auch Spider-Man: Brand New Day wieder einmal gemeinsam anzuschauen – diesmal war auch meine Frau mit dabei. Irgendwie schließt sich damit ein kleiner Kreis.

Worum gehts:

Nach den Ereignissen von Spider-Man: No Way Home stand Marvel vor keiner einfachen Aufgabe. Wie erzählt man die Geschichte eines Helden weiter, der plötzlich wieder ganz auf sich allein gestellt ist? Wie gelingt ein Neustart, ohne dabei alles über Bord zu werfen, was die Fans in den vergangenen Jahren an dieser Figur liebgewonnen haben?

Die Ausgangslage

  • Einsamer Held: Niemand weiß mehr, wer Peter Parker ist.
  • Neues Leben: Er wohnt in einer leeren Wohnung und macht seinen Job als Spider-Man in Vollzeit.
  • Alte Freunde: MJ und andere wichtige Menschen führen glückliche Leben ohne ihn. Er hält sich fern, um sie zu schützen.

 

Nach No Way Home schien erzählerisch fast alles gesagt zu sein. Umso größer war meine Überraschung, als der Film schon nach kurzer Zeit deutlich machte, dass Marvel den eingeschlagenen Weg konsequent weitergeht und Peter Parker wieder stärker in den Mittelpunkt rückt. Herausgekommen ist ein Spider-Man-Film, der sich frisch anfühlt, ohne seine Wurzeln zu vergessen.
 

Tom Holland scheint mittlerweile vollständig mit der Figur des Peter Parker verschmolzen zu sein. Seine Darstellung wirkt natürlicher und selbstverständlicher denn je. Er verkörpert den sympathischen Helden mit genau der richtigen Mischung aus Humor, Unsicherheit, Mut und Menschlichkeit. Für mich ist das seine bislang beste Leistung als Spider-Man. Über weite Strecken trägt er den Film nahezu allein und beweist erneut, warum er für viele Zuschauer inzwischen der Spider-Man einer ganzen Generation geworden ist.
 

Über die Handlung selbst möchte ich bewusst nicht allzu viele Worte verlieren.

Nur so viel vielleicht:

Es gibt eine geheime Gefahr: Ein geheimnisvoller neuer Bösewicht taucht auf, der in die Gedanken von Menschen eindringen kann. Die Bedrohung richtet sich bald gegen die Personen, die ihm im Hintergrund wichtig sind. Peter muss lernen, mit der Einsamkeit klarzukommen und den Kampf trotzdem nicht aufzugeben.
 

Wer die Trailer gemieden hat und möglichst unvoreingenommen ins Kino geht, wird mit einigen echten Überraschungen belohnt. Genau deshalb möchte ich hier nichts vorwegnehmen. Für mich lebt Brand New Day davon, dass man viele Entwicklungen selbst erlebt.

Nur so viel: Die Geschichte hat uns von der ersten bis zur letzten Minute gefesselt. Es passiert unglaublich viel, ohne dass der Film dabei den Überblick verliert. Action, Spannung, Humor und emotionale Momente greifen hervorragend ineinander. Gleichzeitig nimmt sich der Film immer wieder die Zeit, seinen Figuren Raum zur Entwicklung zu geben. Für mich ist dies eine der stärksten Storylines, die das Marvel Cinematic Universe seit vielen Jahren hervorgebracht hat.
 

Natürlich hilft es, Spider-Man: No Way Home gesehen zu haben und sich im Marvel-Universum ein wenig auszukennen. Dennoch funktioniert Brand New Day auch erstaunlich gut für Zuschauer, die nicht jeden Marvel-Film kennen. Das ist eine große Stärke des Films.
 

Hier noch ein paar Hintergrundinfos:
 

Mit Regisseur Destin Daniel Cretton schlägt Marvel bewusst eine etwas andere Richtung ein. Nach den großen Multiversums-Geschichten konzentriert sich Brand New Day wieder stärker auf Peter Parker selbst und auf die Herausforderungen, denen er sich als Held und als Mensch stellen muss. Gerade dieser bodenständigere Ansatz erinnert angenehm an klassische Spider-Man-Geschichten, ohne altmodisch zu wirken. Gleichzeitig werden bereits spannende Weichen für die Zukunft gestellt.
 

Bild und Ton:
 

Als bekennender 3D-Fan habe ich mir den Film selbstverständlich in der 3D-Fassung angesehen – und wurde positiv überrascht. Gerade die spektakulären Schwing-Szenen zwischen den Wolkenkratzern profitieren enorm von der räumlichen Tiefe. Auch die zahlreichen Actionszenen gewinnen sichtbar an Dynamik. Hier ist 3D kein Selbstzweck, sondern ein echter Mehrwert, der den Film noch intensiver wirken lässt. Zuletzt hatte ich 3D nicht in so guter Erinnerung. Man sieht, dass der Spider-Man beim Dreh bereits auf 3 D ausgelegt wurde.

Technische Details zum Dreh und Bildformaten

  • Kamera und Formate: Regisseur Destin Daniel Cretton und sein Team haben den Film in zwei Haupt-Seitenverhältnissen gedreht – optimiert für klassische Scope-Kinos sowie spezifisch für IMAX-Leinwände.
  • Praktische Stunts & CGI: Ein starker Fokus lag auf physischen Set-Aufnahmen und Wire-Rigs (u. a. in Glasgow und London), die mit High-Speed-Kameras (teilweise über 400 Bilder pro Sekunde) eingefangen wurden. 
  • 3D-Konvertierung: Die Tiefenwirkung für die im Kino angebotene 3D-Fassung basiert auf digitalem Compositing und modernsten Parallaxen-Berechnungen der CGI-Ebenen (wie Netz-Simulationen und Hintergründe), statt mit physischen Dual-Kameras am Set gedreht worden zu sein.




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Auch klanglich bewegt sich Brand New Day auf einem hohen Niveau. Der Ton unterstützt die actionreichen Szenen mit viel Dynamik und sorgt gleichzeitig in den ruhigigen Momenten für die passende Atmosphäre. Die Filmmusik fügt sich harmonisch in das Geschehen ein und verstärkt die emotionale Wirkung zusätzlich.
 

Fazit:
 

Marvel zeigt mit Spider-Man: Brand New Day eindrucksvoll, dass auch nach über zwanzig Jahren Spider-Man-Kinogeschichte noch längst nicht alles erzählt ist. Der Film besinnt sich auf die Stärken seiner Hauptfigur, verbindet klassische Elemente mit frischen Ideen und überrascht immer wieder, ohne sich in übertriebenem Fanservice zu verlieren.
 

Für mich war dieser Kinobesuch aber noch etwas mehr als einfach nur der nächste Marvel-Film. Er hat Erinnerungen an die gemeinsame Zeit mit meinem Sohn geweckt – an Comics, Actionfiguren und unseren ersten gemeinsamen Spider-Man-Film mit Tobey Maguire. Vielleicht hat genau das meinen Blick auf diesen Film zusätzlich geprägt. Umso schöner war es, viele Jahre später diese kleine Tradition gemeinsam mit meiner Frau und meinem Sohn fortsetzen zu können.
 

Spider-Man: Brand New Day ist für mich ein rundum gelungener Neustart und macht große Vorfreude auf das, was Marvel mit dieser Figur in Zukunft noch vorhat.
 

Bewertung:
Genre: 9 von 10

Film: 8,5 von 10 ( ein grandioser Neustart)

Bild (3D): 8,0 von 10 ( besser als erwartet)

Ton: 7,5 von 10 ( solide und passend)

 

In diesem Sinne

Charlys Tante

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Bruce Springsteen – Deliver Me From Nowhere (Blu-ray)

Ein Film über Bruce Springsteen – und doch ganz anders, als man es erwarten würde. "Deliver Me From Nowhere" erzählt nicht die Geschichte eines Superstars, sondern die eines verletzlichen Menschen auf dem Weg zu seinem vielleicht wichtigsten Album: Nebraska.

Bruce Springsteen dürfte jedem ernsthaften Musikfan wohl bekannt sein. 

Bereits seit einiger Zeit habe ich die Blu-ray Disc Deliver Me From Nowhere in meinem Regal stehen und freute mich nun darauf, sie endlich anzusehen und wieder etwas in Bruce Springsteens Musik eintauchen zu dürfen. Doch weit gefehlt.

 

Der Film zeigt den Boss von einer ganz besonderen, frühen Seite – in einer Phase seines Lebens, in der er selbst noch nicht genau wusste, wohin ihn sein musikalischer Weg führen würde. 

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Im Mittelpunkt steht die Entstehung des Albums Nebraska, eines Werkes, das heute als sein persönlichstes und mutigstes Album gilt und entgegen aller Erwartungen ein großer Erfolg wurde.

 

Nebraska erschien 1982 und zählt bis heute zu den ungewöhnlichsten Alben in Bruce Springsteens Karriere. Nach dem Erfolg von The River erwarteten Fans und Plattenfirma eigentlich das nächste große Rockalbum mit der E Street Band. Stattdessen veröffentlichte Springsteen nahezu unverändert die ursprünglich nur als Demo gedachten Heimaufnahmen. 

 

Entstanden sind sie auf einem TEAC 144 Vierspur-Kassettenrekorder in seinem Schlafzimmer.

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 Gerade diese raue, ungeschliffene Atmosphäre machte Nebraska später zu einem der einflussreichsten Singer-Songwriter-Alben überhaupt.

Der Film erzählt aber nicht nur die Geschichte dieses Albums. Er erzählt die Geschichte eines Menschen, der mit Depressionen kämpfte und dessen Kindheit ihn bis weit ins Erwachsenenleben prägte.


Es geht um Liebe und fehlende Geborgenheit in seiner Kindheit, um die innige Beziehung zu seiner Mutter und die schwierige, schmerzhafte Beziehung zu seinem Vater – einem Mann, den Bruce liebte, von dem er sich jedoch nie wirklich angenommen fühlte. Und natürlich geht es um die Musik und darum, wie man damals mit vergleichsweise einfachen Mitteln ein Album erschaffen konnte, das bis heute nachwirkt.

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Es geht nicht um große Konzerte oder spektakuläre Bühnenshows.

 

 Es geht nicht um eine Vielzahl musikalischer Höhepunkte. 

 

Es geht nicht um die E Street Band, seine Geschwister oder nostalgische Rückblicke auf seine Karriere.

 

Der Film zeigt schonungslos, wie Bruce Springsteen damals war und mit welcher Akribie er sich diesem Album widmete. 

Bruce Springsteen gewährt dem Zuschauer einen seltenen Einblick in seine Seele. Das ist nicht hoch genug zu schätzen. Er öffnet sich bewusst und macht den Film dadurch außergewöhnlich authentisch.

Gleichzeitig zeigt  der Film auch den Wendepunkt seiner Karriere. Viele Ideen zu Born in the U.S.A. entstanden bereits während dieser Zeit. 

Nach Nebraska schien Springsteen innerlich befreit und konnte seiner Kreativität freien Lauf lassen. Der Weg zum Weltstar war geebnet.

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Es handelt sich nicht um Wohlfühlkino, aus dem man herauskommt und sagt: "Wow, was für ein großartiges Biopic!" Vielmehr verlässt man den Film eher nachdenklich. Man denkt an Künstler wie Amy Winehouse und viele andere, die an ihrem Ruhm zerbrochen sind, sich in Drogen und Alkohol verloren oder viel zu früh verstorben sind. Umso erstaunlicher erscheint es, dass Bruce Springsteen all diese Jahrzehnte überstanden hat und bis heute mit 76 Jahren noch  auf der Bühne steht. Vielleicht ist genau das das eigentliche Wunder.

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Ich selbst brauchte etwas  um den richtigen Zugang zu diesem Film zu finden. Es ist eben kein gewöhnliches Musiker-Biopic. Es zeigt einen kleinen, aber wahrscheinlich entscheidenden Ausschnitt aus Bruce Springsteens Leben und seinem künstlerischen Schaffen.

Der Film zeigt einmal mehr, was hinter den Kulissen des Musikgeschäfts passiert. Es geht um Geld, Erfolg und goldene Schallplatten. Nur wenige Produzenten interessieren sich wirklich für den Künstler hinter den Demos. Die Verkaufszahlen und die Radiotauglichkeit der Songs sind wichtig. Viel zu oft müssen zuerst die Dollarzeichen in den Augen glänzen. 

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Für Bruce Springsteen war Nebraska jedoch weit mehr als ein Album. Es war Vergangenheitsbewältigung und Befreiung zugleich. Vielleicht musste er dieses Album genau so aufnehmen, um anschließend seinen Kopf frei zu bekommen und jene Musik zu schreiben, die ihn schließlich zu einem der größten Rockmusiker unserer Zeit machte.

 

Ich möchte hier gar nicht allzu sehr auf die Bild- und Tonqualität eingehen, obwohl der Ton bei einem Musik Biopic eigentlich die Hauptsache ist. Die beeindruckend erzählte Storyline schiebt die Musik aber etwas in den Hintergrund und das sogar im positiven Sinne.

Das Bild ist sehr gut und einer Blu-ray Disc absolut angemessen. Größere Schwächen konnte ich nicht erkennen. Gerade in den zahlreichen dunklen Szenen überzeugen Kontrast und Schwarzwert. Die Farben wirken natürlich und stimmig, die Schärfe bewegt sich auf einem hohen Niveau.

Auch der Ton ist nicht spektakulär – muss er aber auch gar nicht sein. Er unterstützt die ruhige und intime Erzählweise des Films hervorragend. Das Album Nebraska ist schließlich alles andere als ein lautes Rockalbum, sondern ein introvertiertes musikalisches Experiment, das wider Erwarten bis auf Platz 3 der US-Charts kletterte. Eine beachtliche Leistung für ein derart persönliches Werk.

 

Der Soundtrack orientiert sich bewusst an der Entstehungszeit von Nebraska und verbindet Bruce-Springsteen-Klassiker mit einigen zeittypischen Rock- und Bluesstücken. Er bleibt angenehm zurückhaltend, erlaubt sich aber immer wieder kleine emotionale Ausbrüche, die den Film musikalisch hervorragend unterstützen.

Meinen ersten intensiven Kontakt mit Bruce Springsteen hatte ich damals in den 70er Jahren mit  Darkness on the Edge of Town. Dieses Album war für mich eine grandiose musikalische Erfahrung, die ich förmlich in mich aufgesogen habe. Nebraska hingegen konnte ich damals als junger Hörer überhaupt nicht einordnen. Musikalisch zog es mich eher zu Pink Floyd, Genesis, Deep Purple oder Yes. Das waren meine Musikikonen.

 

Eigene Sicht und Fazit:

 

Regisseur Scott Cooper verzichtet bewusst auf Glanz, Glamour und große Stadionkonzerte. 

 

Wer ein klassisches Musiker-Biopic erwartet, dürfte zunächst überrascht sein. Stattdessen erzählt der Film die wohl wichtigste Phase in Bruce Springsteens künstlerischer Entwicklung – den schmalen Grat zwischen Selbstzweifeln, Depressionen und kreativer Befreiung.

 

Bruce Springsteen begleitete die Entstehung des Films intensiv und bestätigte mehrfach, dass dieser Abschnitt seines Lebens außergewöhnlich authentisch eingefangen wurde. Ihm war besonders wichtig, das an vielen Originalschauplätzen in New Jersey gedreht wurde – bis hin zu seinem damaligen Wohnhaus, in dem sein legendäres Album Nebraska entstand. 

Gerade diese Detailtreue verleiht dem Film eine bemerkenswerte Glaubwürdigkeit.

Jeremy Allen White überzeugt dabei nicht nur schauspielerisch, sondern auch musikalisch. Für die Rolle lernte er eigens Gitarre zu spielen und nahm intensiven Gesangsunterricht. Dass er die Songs selbst interpretiert, verleiht dem Film zusätzliche Authentizität.

 

Ich selbst musste mich erst auf diese ruhige Erzählweise einlassen. Je länger ich über den Film nachdachte, desto mehr gewann er für mich an Tiefe. Er zeigt eben nicht den Mythos Bruce Springsteen, sondern den Menschen dahinter – einen Künstler, der ständig funktionieren soll, obwohl auch er mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen hat. Die angedeutete Liebesgeschichte unterstreicht zusätzlich die Zerrissenheit eines Menschen, der den Weg gehen muss, den ihm seine Kunst vorgibt, und dafür auch private Opfer bringt.

 

Vielleicht wird dieser Film nicht jedermanns Lieblings-Biopic über Bruce Springsteen werden. Für mich ist er jedoch eine bemerkenswert ehrliche Annäherung an einen Künstler, dessen größte Stärke vielleicht nie allein die gewaltigen Stadionkonzerte waren, sondern seine Fähigkeit, persönliche Verletzungen in zeitlose Musik zu verwandeln. Genau deshalb wirkt dieser Film noch lange nach.

Je länger ich über diesen Film nachdenke, desto mehr wird mir bewusst, dass Bruce Springsteen mit Nebraska vielleicht sein ehrlichstes Album geschaffen hat. Genau diese Ehrlichkeit transportiert auch dieser Film – und gerade deshalb funktioniert er für mich so gut.

 

Titelliste des Soundtracks

 

Born in the U.S.A. (Power Station Version)

Nebraska

Atlantic City

Mansion on the Hill

Highway Patrolman

State Trooper

My Father's House

Reason to Believe

I'm on Fire

Lucille (feat. Jay Buchanan, Jake Kiszka u. a.)

Boom Boom (feat. Jay Buchanan, Jake Kiszka u. a.)I Put a Spell on You (feat. Jay Buchanan, Jake Kiszka u. a.)


Bewertung:

Genre: 4 von 5 

Film: 4,5 von 5 – weil er mutig aus dem üblichen Biopic Genre ausbricht und sich etwas traut.

 

Bild: 4 von 5 – ohne erkennbare größere Mängel.

 

Ton: 4 von 5 – unspektakulär, aber dem Film und seiner Atmosphäre absolut angemessen.

 

In diesem Sinne!

 

Eure Charlys Tante

Habt ihr auch eine Meinung zu dem Biopic, dann teilt es mir hier gerne mit.
 

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Die Odyssee

31. Juli 2026

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Die Odyssee – ein echtes Brett fürs Kino

 

Die Odyssee ist ein Film, den man im Kino gesehen haben muss. 
 

Eigentlich sogar in einem echten IMAX-Kino, denn jede einzelne Einstellung von „Die Odyssee“ wurde mit IMAX-Filmkameras gedreht. In IMAX-70-mm-Kinos wird der Film im erweiterten IMAX-Bildformat 1,43:1 präsentiert. Jedes Filmbild besteht aus 15 Perforationen und läuft horizontal durch den Projektor. Es ist das größte und hochauflösendste verfügbare Format und bietet ein unvergleichliches Erlebnis, da das Bild die raumhohe IMAX-Leinwand vollständig ausfüllt. Leider gibt es in Deutschland kein Kino, das dass maximale IMAX Format zeigen kann.
 

 

Also führte mich der Weg in Kölns größten Kinosaal mit rund 220 m² Leinwandfläche, brachialem Dolby Atmos und einem grandiosen Barco-Projektor.
 

Die Odyssee ist es durchaus wert, zumindest genau so genossen zu werden.
 

Christopher Nolan hat mit seiner Adaption des Homer-Epos einen Film geschaffen, der bereits im Vorfeld riesige Erwartungen geschürt hat. Überragende Kritiken, ein enormer Produktionsaufwand und eigens für den Film weiterentwickelte IMAX-Kameras versprachen großes Kino. Und tatsächlich ist das Ergebnis in vielerlei Hinsicht beeindruckend.
 

Nolan geht dabei einen Weg, den man von ihm inzwischen kennt. Wie schon bei Interstellar, Dunkirk und Oppenheimer erzählt er seine Geschichte nicht einfach chronologisch. Rückblenden, unterschiedliche Zeitebenen und ineinander verschachtelte Handlungsebenen gehören zu seiner ganz eigenen Filmsprache. Das passt erstaunlich gut zu Homers Odyssee, die selbst eine Geschichte über eine lange Reise, Erinnerungen und die Rückkehr in eine längst veränderte Heimat ist.
 

Und trotzdem hatte ich während des Films immer wieder zwei unterschiedliche Meinungen in mir.
 

Die eine sagte: „Wow – grandioses Kino!“
 

Die andere sagte: „Okay, der Film ist wirklich gut gemacht, aber trotz dieses gigantischen Aufwandes reißt er mich nicht ganz vom Hocker.“
 

Genau deshalb möchte ich mit meiner endgültigen Bewertung noch etwas vorsichtig sein und muss das Gesehene und Gehörte erst einmal sacken lassen. Im Nachgang zum Film habe ich viel über die Entstehung und die Intention sowohl des Films als auch seines außergewöhnlichen Sounddesigns gelesen und dadurch einen etwas anderen Zugang zu ihm bekommen.
 

Als Kind hatte ich bereits einige Verfilmungen der Odyssee gesehen, allerdings immer nur einzelne Episoden aus Homers gewaltigem Epos. Vielleicht liegt genau darin der Grund, warum mich Nolans Interpretation einerseits sofort fasziniert hat, andererseits aber auch noch Zeit braucht, um vollständig verarbeitet zu werden.
 

Nolan erzählt die Odyssee auf seine eigene Weise
 

Odysseus, König von Ithaka und listenreicher Krieger, hat den Trojanischen Krieg gewonnen. Doch der Weg nach Hause dauert zehn Jahre. Auf seiner Heimreise begegnet er Monstern, Kreaturen und zahlreichen Gefahren, die ihn immer wieder von seinem eigentlichen Ziel abbringen.
 

Nolan erzählt diese Geschichte jedoch nicht einfach von A nach B.
 

Gerade die Art, wie er die Handlung in Rückblicken und verschiedenen Zeitebenen erzählt, erinnert mich sehr stark an einige seiner früheren Filme.
 

Bei Dunkirk laufen beispielsweise drei Handlungsebenen mit unterschiedlichen Zeiträumen parallel.
 

Bei Interstellar wird Zeit durch Gravitation und die Reise durch das Weltall zu einem zentralen Bestandteil der Geschichte.
 

Und bei Oppenheimer wird das Leben der Hauptfigur über unterschiedliche Perspektiven und Zeitebenen rekonstruiert.
 

Auch in Die Odyssee ist die Reise deshalb nicht nur eine Reise durch den Raum, sondern gleichzeitig eine Reise durch die Zeit und durch die Erinnerung.
 

Das macht den Film interessant, aber eben auch nicht unbedingt leicht zugänglich.
 

Vielleicht ist genau das der Punkt, an dem ich nach einer zweiten Sichtung noch einmal ganz anders über den Film denken werde.
 

Ganz großes Kino
 

Eines steht für mich allerdings jetzt schon fest:

Die Odyssee ist ganz großes Kino.
 

Nolan wollte einen Film machen, der groß sein will. Und das ist ihm gelungen. Mit einem Budget von rund 220 Millionen US-Dollar kann man natürlich klotzen und muss nicht kleckern.
 

Schon die schiere Größe der Bilder ist beeindruckend. Für den Film wurden rund 600 Kilometer Filmmaterial belichtet. Das Ergebnis wirkt nicht wie eine am Computer zusammengebaute Fantasywelt, sondern besitzt eine enorme physische Präsenz. Nolan hat erneut großen Wert auf praktische Effekte und reale Sets gelegt und versucht, die digitale Welt so weit wie möglich zurückzudrängen.
 

Und das merkt man.
 

Gerade bei einem Film dieser Größenordnung ist das eine Wohltat. Man bekommt nicht das Gefühl, ständig auf eine digitale Leinwand zu schauen. Stattdessen entsteht eine Welt, die greifbar und körperlich wirkt.
 

Dazu kommt ein Staraufgebot, das sich sehen lassen kann. Matt Damon als Odysseus funktioniert für mich trotz anfänglicher Skepsis erstaunlich gut. Auch Tom Holland musste ich zunächst als Teil dieser Geschichte akzeptieren.
 

Aber Holland kann schließlich nicht ewig nur Spider-Man spielen und hat in anderen Filmen bereits gezeigt, dass er weit mehr kann, als nur in den Straßenschluchten New Yorks sein Spinnennetz auszuwerfen.
 

Ich habe mich deshalb gerne darauf eingelassen.
 

Auch wenn die Geschichte im Kern bekannt ist, bleibt der Film über weite Strecken spannend. Nolan ist ein Meister ikonischer Bilder und überrascht immer wieder mit eindrucksvollen Situationen sowie der Art, wie er seine Geschichte weitererzählt. Dadurch entstehen nur wenige wirklich langatmige Momente.
 

Die 172 Minuten Laufzeit empfand ich deshalb keineswegs als zu lang.
 

Ich bin mit diesem ersten Teil inzwischen sehr zufrieden.
 

Eine kleine Änderung habe ich bewusst vorgenommen: Aus „sein Spinnennetz ausspannen“ wurde „sein Spinnennetz auszuwerfen“. Das passt sprachlich etwas besser zu Spider-Man und wirkt natürlicher, ohne Deinen augenzwinkernden Humor zu verlieren.
 

Der zweite Teil wird sich auf das konzentrieren, was Deine Rezension aus meiner Sicht besonders macht: Bild, Ton und vor allem Ludwig Göransson. Dort werde ich die Oscar-Passage so einbauen, dass sie sich ganz natürlich in den Text einfügt und nicht wie nachträglich eingefügtes Faktenwissen wirkt.
 

 

Ein Bild auf Referenzniveau


https://www.odysseymovie.com/explore-formats/


Hier könnt ihr euch die verschiedenen Bildformate selbst ansehen.
 

Was das Bild betrifft, gibt es für mich eigentlich nicht viel zu diskutieren.

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Das auf 15/70-IMAX-Filmmaterial gedrehte Bild sieht im Kino sensationell aus, auch wenn hier lediglich das 2,35:1-Bildformat zu sehen war und somit nur ein Ausschnitt des riesigen Filmnegativs genutzt wurde.

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Kontrast, Schwarzwert, Farben und Detailauflösung befinden sich für mich auf absolutem Referenzniveau.
 

Das Bild wirkt unglaublich plastisch und besitzt eine Tiefe, die man bei vielen digitalen Produktionen so nicht erlebt.
 

Hier stimmt einfach alles.
 

Für mich ist das ohne Einschränkung Referenzniveau.
 

Bild: 5 von 5

Göransson experimentiert mit Tönen und Klängen
 

Beim Ton wird es für mich wesentlich schwieriger.
 

Denn der Soundtrack von Ludwig Göransson hat mich zeitweise tatsächlich sprachlos gemacht.
 

Christopher Nolan wollte ausdrücklich etwas Einzigartiges. Und dafür hat er sich nicht irgendjemanden ausgesucht.
 

Ludwig Göransson gehört inzwischen zur absoluten Weltelite der Filmkomponisten. Nach seinen Oscar-prämierten Arbeiten für Black Panther, Oppenheimer und zuletzt Sinners hält er mittlerweile bereits drei Oscars für die beste Filmmusik in den Händen. Damit hat er inzwischen sogar mehr Academy Awards gewonnen als mein persönlicher Filmmusik-Favorit Hans Zimmer.
 

Das soll die beiden Komponisten allerdings nicht gegeneinander ausspielen. Zimmer hat über Jahrzehnte hinweg zahlreiche legendäre Soundtracks geschaffen und die Filmmusik nachhaltig geprägt. Trotzdem zeigt Göranssons außergewöhnliche Erfolgsbilanz eindrucksvoll, welches kreative Niveau er inzwischen erreicht hat.
 

Genau deshalb war ich besonders gespannt, welchen Weg Göransson diesmal einschlagen würde.
 

Statt auf den klassischen Hollywood-Sound zu setzen, beschäftigte er sich intensiv mit den Instrumenten der Bronzezeit.
 

Aulos, Leier, Bronzeklänge und menschliche Stimmen bilden die Grundlage für eine Musik, die tatsächlich anders klingt als das, was man aus vergleichbaren Monumentalfilmen kennt.
 

Bronze, Wände, Geländer und sogar Schrottteile dienten dabei als Klangquellen, um völlig neue Töne zu erzeugen.
 

Der Soundtrack erschafft dadurch eine ganz eigene Welt.
 

Auch Hans Zimmer hat in seinen Filmmusiken immer wieder mit ungewöhnlichen Klangstrukturen experimentiert und daraus Klangwelten geschaffen, die unverwechselbar sind. Göransson geht hier jedoch noch einen Schritt weiter und versucht, den Zuschauer akustisch unmittelbar in die Bronzezeit zu versetzen.
 

Wenn man die Intention hinter dieser Komposition verstanden hat, hört man den Film plötzlich mit anderen Ohren. Die Musik soll nicht einfach nur Emotionen unterlegen, sondern die archaische Welt der Bronzezeit akustisch greifbar machen.
 

Das kann ich voll und ganz unterschreiben.
 

Auch das Sounddesign arbeitet teilweise sehr körperlich. Gerade in den bedrohlichen Szenen entsteht ein Klangbild, das nicht nur gehört, sondern förmlich gespürt wird.
 

Manche Momente sind geradezu martialisch und schütteln einen regelrecht durch.
 

Ich habe mir nach dem Kinobesuch den Soundtrack noch einmal separat angehört. Dadurch wurde mir erst richtig bewusst, welche Idee hinter dieser ungewöhnlichen Musik steckt.
 

Und genau deshalb muss ich mir Die Odyssee unbedingt noch einmal in meinem Heimkino anhören, sobald der Film als 4K-UHD erschienen ist.
 

Erst dann werde ich mir erlauben, den Ton in seiner Gesamtheit endgültig zu bewerten.
 

Nach der ersten Kinosichtung vergebe ich deshalb zunächst vorsichtige 4 von 5 Punkte. Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass diese Wertung nach der Heimkino-Sichtung sogar noch steigt.
 

Ton: 4 von 5
 

Ein Film zwischen Interstellar und Oppenheimer
 

Nolan tritt hier sehr deutlich in die Fußstapfen seiner eigenen Filme.
 

Die Reise des Odysseus erinnert in vielen Punkten an Interstellar. Auch dort geht es um eine Reise ins Unbekannte, um extreme Gefahren und vor allem um die Rückkehr zu den Menschen, die man liebt.
 

In Dunkirk wiederum steht die Heimkehr im Mittelpunkt. Unterschiedliche Zeitachsen und Perspektiven setzen sich erst am Ende zu einem Gesamtbild zusammen.
 

Und bei Oppenheimer wird eine Geschichte durch Rückblicke, subjektive Wahrnehmung und unterschiedliche Zeitebenen rekonstruiert.
 

Nolan scheint diese Art des Erzählens inzwischen perfektioniert zu haben.
 

Vielleicht ist genau das aber auch mein kleines Problem mit Die Odyssee.
 

Denn so faszinierend diese Struktur auch ist, sie ist gleichzeitig ihre größte Stärke, aber auch ihre größte Schwäche.
 

Gerade als Zuschauer muss man sich auf diese Erzählweise einlassen. Tut man das nicht, besteht die Gefahr, dass man sich zwischen den verschiedenen Zeitebenen und Rückblenden verliert.
 

Vielleicht erklärt genau das, warum mich der Film einerseits begeistert hat, ich andererseits aber das Gefühl hatte, ihn noch nicht vollständig erfasst zu haben.

 

Sehr gerne. Und ich muss sagen: Dieser dritte Teil ist für mich der wichtigste der ganzen Rezension. Hier entscheidet sich, ob der Leser am Ende nur Deine Bewertung kennt – oder ob er versteht, warum Du zu dieser Bewertung kommst.
 

Deshalb habe ich hier besonders darauf geachtet, Deinen persönlichen Stil zu bewahren. Es soll nicht wie ein klassisches Fazit klingen, sondern wie Dein ganz persönlicher Abschluss.
 

Die Musik als Teil der Geschichte
 

Das homerische Epos wurde ursprünglich nicht einfach gelesen, sondern mündlich vorgetragen und musikalisch begleitet. Musik war somit ein fester Bestandteil der Erzählung.
 

Auch innerhalb der Geschichte selbst spielt Musik eine entscheidende Rolle. Man denke nur an die Sirenen, deren Gesang für Odysseus zur tödlichen Versuchung wird.
 

Göransson greift diesen Gedanken auf seine ganz eigene Weise auf.
 

Seine Musik wirkt teilweise wie eine moderne Form dieser mündlichen Überlieferung. Sie ist archaisch, rau, teilweise verstörend und gleichzeitig erstaunlich modern.
 

Ich habe mir nach dem Film den Soundtrack noch einmal in Ruhe angehört.
 

Genau dadurch entstand bei mir ein Eindruck, den ich bei einer Filmmusik nur selten erlebt habe.
 

Die Musik fühlt sich an, als würde sie direkt aus dieser Welt heraus entstehen.
 

Sie ist bewusst kein Wohlfühl-Soundtrack. Sie fordert den Zuhörer, manchmal irritiert sie sogar – genau das macht sie aber so faszinierend.
 

Und genau deshalb freue ich mich schon jetzt auf die zweite Sichtung.
 

Denn ich glaube, dass ich diesen Film – insbesondere akustisch – noch gar nicht vollständig erfasst habe.
 

Und was ist nun meine Meinung?
 

Eine wirklich gute Frage.
 

Hier tue ich mich tatsächlich schwer.
 

Die Odyssee ist ohne Zweifel ein grandios produzierter Film.
 

Das Bild ist sensationell. Die Inszenierung ist gewaltig. Die Geschichte besitzt trotz ihrer Bekanntheit Spannung und überrascht immer wieder mit eindrucksvollen Momenten. Die Darsteller gewinnen für mich mit zunehmender Laufzeit immer mehr an Profil. Die Musik ist außergewöhnlich und das Sounddesign teilweise schlicht brachial.
 

Der Film muss sich zwangsläufig an anderen Werken Christopher Nolans messen lassen. Ob er sie erreicht oder vielleicht sogar übertrifft, muss letztlich jeder Zuschauer für sich selbst entscheiden.
 

Und genau deshalb möchte ich den Film nach der ersten Sichtung noch nicht endgültig festnageln.
 

Vielleicht brauche ich eine zweite Sichtung, um die verschachtelte Erzählweise vollständig zu erfassen. Vielleicht funktioniert der Film auf meiner immerhin 133 Zoll großen Leinwand im Heimkino noch einmal ganz anders.
 

Gerade bei Nolan hatte ich schon mehrfach den Effekt, dass sich meine Meinung nach einer zweiten oder sogar dritten Sichtung noch einmal verändert hat.
 

Die Odyssee ist deshalb für mich momentan ein Film zwischen Begeisterung und leichter Ernüchterung.
 

Die eine Seite in mir sagt:

„Was für ein Brett!“
 

Die andere sagt:

„Ja, aber ganz erreicht hat mich Nolan diesmal noch nicht.“
 

Und genau deshalb werde ich ihn mir definitiv noch einmal ansehen.
 

Vielleicht gehört Die Odyssee genau zu den Filmen, die mit jeder weiteren Sichtung wachsen.
 

Fazit:
 

Die Odyssee ist ein Film fürs Kino. Um die Gesamtqualität dieses Filmes zu erfassen muss man aus seiner Komfortzone raus und ins Kino gehen.
 

Wenn möglich auf einer möglichst großen Leinwand, mit einer hochwertigen Projektion und einer ausgewachsenen Dolby-Atmos-Anlage.

Denn genau dort entfaltet dieser Film seine ganze Wucht. Selbst in meinem Heimkino, werde ich das vermutlich so nicht mehr erleben können.
 

Die 172 Minuten vergehen wie im Flug. Die Geschichte ist trotz ihrer Bekanntheit spannend und wird durch Nolans verschachtelte Erzählweise immer wieder neu zusammengesetzt.
 

Das auf 15/70-IMAX-Filmmaterial gedrehte Bild liefert für mich absolute Referenzqualität. Der außergewöhnliche Soundtrack von Ludwig Göransson erschließt sich möglicherweise nicht sofort jedem Zuschauer, entwickelt aber nach intensiverer Beschäftigung eine enorme Faszination.
 

Ob Die Odyssee für mich am Ende wirklich ein Meisterwerk wird und mindestens 4,5 von 5 Punkten erzielen kann,  lasse ich deshalb bewusst noch offen.

Und ich bin schon jetzt gespannt, ob sich bei der zweiten Sichtung im Heimkino der zweite Wow-Effekt einstellt.

Vielleicht wird aus einem sehr guten Film dann sogar ein Meisterwerk.

Meine erste Bewertung:

Genre: 3,5 von 5

Film: 4,0 / 5 hier ist noch etwas Luft nach oben

Bild: 5,0 / 5 Hier gibt es keine zwei Meinungen

Ton: 4,0 / 5 hier bin ich mir noch nicht klar.

 

In diesem Sinne

Eure Charlys Tante

Wer hat Die Odyssee auch schon gesehen und möchte mir hier seine persönlichen Eindrücke mitteilen!

Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots liegt beim Anbieter

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Argylle – Oder: Wie viele Twists passen eigentlich in einen Film?

Diese Frage stellte ich mir nachdem ich den Film gesehen hatte!

Der Trailer war noch irgendwo im Hinterkopf abgespeichert, das Interesse vorhanden.
Zu später Stunde, sollte der Film mich noch etwas wachhalten. Das hat er dann auch wirklich geschafft. Wer hier nämlich zwischendurch wegnickt hat bereits verloren. Also: Film ab!

Worum geht’s? 

Ellen Conway (Bryce Dallas Howard) ist erfolgreiche Schriftstellerin und haut einen Agentenroman nach dem nächsten raus.

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Argylle ist bereits ihr fünftes Werk – doch laut ihrer Mutter fehlt da noch „irgendwas“. Ein Kapitel, ein Twist, ein Sinn… wer weiß das schon so genau.
Also macht sich Ellen auf den Weg zur Recherche. Im Zug trifft sie auf Aidan (Sam Rockwell), der ihr mal eben eröffnet, dass sie in Lebensgefahr schwebt – weil man sie für eine echte Agentin hält.
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Ab da nimmt der Film Fahrt auf. Und zwar so, dass man sich gelegentlich fragt, ob der Drehbuchautor zwischendurch selbst nicht mehr wusste, wo vorne und hinten ist.
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Aber: Genau das macht irgendwie auch Spaß.
Matthew Vaughn – Der Mann, der keine halben Sachen macht.

Matthew Vaughn ist ja kein Unbekannter. Produzent früher Guy Ritchie-Filme, Ehemann von Claudia Schiffer – und spätestens seit Kick-Ass und X-Men: First Class auch selbst ein Regisseur mit klarer Handschrift.
Sein bekanntestes Baby bleibt aber die Kingsman: The Secret Service-Reihe. Und genau da fühlt sich Argylle auch am ehesten zu Hause.
Nur stellt sich irgendwann die Frage:
Warum eigentlich noch einen draufsetzen?
Hier wird nicht nur eine Idee erzählt – hier werden zehn Ideen gleichzeitig jongliert. Mit verbundenen Augen. Auf einem Einrad. Während alles explodiert.
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Twist dich glücklich (oder auch nicht)

Ja, der Film ist verworren.
Ja, er hat zu viele Wendungen.
Und ja – er verliert dabei auch gerne mal den sprichwörtlichen Faden.

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Dieses „Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln“-Gefühl zieht sich durch den ganzen Film. Oder waren es Pantoffeln? Egal, ihr wisst, was gemeint ist.
Ein Schuss ins Herz? Ach was – der geht natürlich irgendwie daneben. Geschenkt. Willkommen im Vaughn-Universum.

Und trotzdem:
Der Film wirkt nie langatmig. Trotz rund 140 Minuten.
Vielleicht, weil man als Zuschauer permanent damit beschäftigt ist, hinterherzukommen.
Staraufgebot mit… Einschränkungen
Klar, auf dem Papier liest sich das beeindruckend:
Henry Cavill, Dua Lipa, John Cena, Ariana DeBose…

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In der Praxis fühlt sich das Ganze aber teilweise wie eine kleine Mogelpackung an. Viel Glanz auf dem Poster – aber nicht alles bekommt wirklich Raum zu glänzen.
Warum eigentlich immer homogen?

Und jetzt mal ehrlich:
Warum muss ein Film immer geschniegelt und logisch sein?
Regisseure wie Christopher Nolan, Baz Luhrmann oder James Cameron ziehen ihr Ding durch – jeder auf seine Weise.
Warum also nicht auch Vaughn?
Der Mann hat mit Kingsman eine echte Granate abgeliefert. Also darf er sich hier auch mal austoben. Ob das jedem gefällt? Offensichtlich nicht.

Bild & Ton – Da gibt’s nichts zu meckern

Bild:
Für einen Stream schlicht beeindruckend. Knackscharf, fast schon künstlich perfekt – wie ein gerendertes Videospiel. Ich sag’s mal so: Wer Schärfe mag… kommt hier voll auf seine Kosten. Und ja, scharf ist immer gut.

Ton:
Ordentlich Wumms auf allen Kanälen. Nachts eher zurückhaltend getestet (Enkel und so), aber die „Tonnachsichtung“ am nächsten Tag hat gezeigt: Das Ding kann was.
Mein Sofa hat jedenfalls nicht nur dekorativ im Raum gestanden.

Persönliche Sicht (mit leichtem Kopfschütteln)

Ich bin nicht eingeschlafen – und das will bei der Uhrzeit schon was heißen.
Der Film ist ein wilder Mix aus Slapstick, Agententhriller und kompletter Eskalation. Man muss sich darauf einlassen, sonst ist man schneller raus als der nächste Plot-Twist um die Ecke kommt.
Aber wenn man das tut?
Dann macht das Ganze tatsächlich Laune.
Und zum Schluss noch kurz… Bryce Dallas Howard. Ja, ich mag sie. Wirklich.
Aber mal ehrlich: Wer denkt sich bitte so einen Namen aus?
Kleiner Fun Fact am Rande:
Sie ist die Tochter von Ron Howard. „Bryce“ kommt vom Bryce Canyon National Park, „Dallas“ von der Stadt Dallas, in der sie gezeugt wurde.
Ja… kann man so machen. Muss man aber nicht. Künstlerfamilien eben.

Fazit: Froschschenkel oder Feinkost?

Wer auf überdrehte Action im Stil von Kingsman: The Secret Service steht, wird hier definitiv fündig.
Man muss ein paar Kröten schlucken – aber hey: Wer Froschschenkel mag, ist hier genau richtig.
Alle anderen könnten sich an der Reizüberflutung verschlucken.

Bewertung
Film: 3,8 / 5 (rein subjektiv)
Bild: 4,5 / 5 (rein objektiv)
Ton: 4 / 5 (rein objektiv)

In diesem Sinne
Eure Charlys Tante ???? 
Wer Lust auf einen Kommentar hat, der darf losgelöst von allem gerne in die Tastatur hauen. Ich werde auch antworten.

Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots liegt beim Anbieter

 

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The Mandalorian & Grogu


Star Wars kehrt nach 7 Jahren  zurück ins Kino – mit Western-Flair, Fanservice und ganz ohne Lichtschwerter

 

7 Jahre mussten Star-Wars-Fans auf einen neuen Kinofilm aus der weit entfernten Galaxis warten. Nun ist es endlich soweit: Mit The Mandalorian & Grogu bringt Disney die beliebten Figuren aus der erfolgreichen Disney+ Serie erstmals auf die große Leinwand. Seit dem 20.05.2026 läuft der Film auch in 3D in den deutschen Kinos – für mich als langjährigen Star-Wars-Fan natürlich Pflichtprogramm.


Da ich alle drei Staffeln von The Mandalorian gesehen habe, war ich mit Din Djarin und Grobe natürlich bestens vertraut. Genau deshalb war ich auch sehr gespannt, ob der Sprung von der Streaming-Serie ins Kino funktionieren würde.


Wo spielt The Mandalorian & Grogu eigentlich in der Zeitlinie?


Die gesamte Handlung rund um Mando und Grogu ist zeitlich nach der klassischen Original-Trilogie angesiedelt – also nach Star Wars: Episode VI – Return of the Jedi, aber noch vor Star Wars: Episode VII – The Force Awakens.

Genauer gesagt spielt die Geschichte etwa fünf Jahre nach der Zerstörung des zweiten Todessterns. Das Imperium gilt offiziell als besiegt, doch zahlreiche imperiale Restgruppen operieren weiterhin im Untergrund. Gleichzeitig versucht die Neue Republik Ordnung in die Galaxis zu bringen, während Luke Skywalker langsam mit dem Aufbau eines neuen Jedi-Ordens beginnt.

Zeitlich befinden wir uns ungefähr im Jahr 9 ABY also „Nach der Schlacht von Yavin“. Für viele Zuschauer dürfte das inzwischen kaum noch überschaubar sein, denn zwischen Serien, Animationsformaten und Kinofilmen ist das Star-Wars-Universum mittlerweile enorm gewachsen.


Damit man die Einordnung von The Mandalorian & Grogu besser versteht, hier einmal die gesamte Kinofilm-Chronologie der Skywalker-Saga und der bisherigen Ableger:

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Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung            32 BBY

Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger           22 BBY

Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith               19 BBY

Solo Star Wars                                                            10 BBY

Rogue One: A Star Wars Story                                     0 BBY

Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung              0 BBY

Star Wars: Episode V – Das imperium schlägt zurück 3 ABY

Star Wars: Episode VI – Die Rückkehr der Jediritter   4 ABY

The Mandalorian & Grogu                                        9 ABY

Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht  34 ABY

Star Wars: Episode VIII – Die letzten Jedi                 34 ABY

Star Wars: Episode IX – Der Aufstieg  Skywalkers   35 ABY

 

Und genau zwischen diesen beiden großen Kino-Epochen bewegt sich The Mandalorian & Grogu..
Die Serien die nicht im Kino liefen lasse ich hier bewusst einmal aussen vor.

 

Worum geht es?
Die Story dreht sich natürlich um Din Djarin alias Mando, gespielt von Pedro Pascal, und seinen kleinen Begleiter Grogu. Gemeinsam jagen sie einen imperialen Superschurken, dessen wahre Identität offenbar nur die Hutten kennen.


Diese verlangen allerdings zunächst einen Gefallen: Mando soll Rotta, den Sohn von Jabba dem Hutten, sicher nach Hause bringen. Der inzwischen erwachsene Rotta wurde zuletzt auf dem Planeten Shakari gesehen, wo er sich als Arena-Kämpfer durchschlägt.


Mehr möchte ich an dieser Stelle zur Handlung gar nicht verraten. Nur so viel: Grogu spielt im weiteren Verlauf eine deutlich größere Rolle, als man zunächst vermuten würde.


Im Grunde eine Erweiterung der Staffel 3 – nur größer, teurer und kinotauglich


Man merkt dem Film relativ schnell an, dass er sich im Kern wie eine direkte Fortsetzung der dritten Staffel anfühlt. Eine komplett neue Richtung schlägt Disney hier nicht ein. Stattdessen bekommt man genau das, was Fans der Serie erwarten – nur eben mit deutlich größerem Budget, aufwendigeren Sets und mehr Spektakel.


Und ehrlich gesagt: Das ist überhaupt nichts Schlechtes.


Denn der Film versteht sehr gut, warum die ersten beiden Staffeln von The Mandalorian damals so beliebt waren. Klassische Abenteuerstruktur, Western-Atmosphäre, coole Kämpfe, einfache aber effektive Storytelling-Mechanismen und natürlich Grogu.


Vorwissen hilft definitiv, ist aber keine zwingende Voraussetzung. Auch Zuschauer, die nicht tief im Star-Wars-Kosmos stecken, dürften der Handlung problemlos folgen können. Die wichtigsten Figuren werden ausreichend eingeführt und Nebencharaktere bleiben angenehm dosiert.


Viel Fanservice – aber erfreulich dosiert


Natürlich setzt der Film stark auf Nostalgie und Fanservice. Bekannte Figuren, zahlreiche Anspielungen, typische Grogu-Momente und kleinere Cameos gehören selbstverständlich dazu. Aber: Der Film übertreibt es nicht.

Gerade das rechne ich ihm hoch an. Statt sich permanent selbst zu zitieren, bleibt der Fokus meist auf der eigentlichen Geschichte und auf dem Zusammenspiel zwischen Mando und Grogu.

Schade fand ich lediglich, dass einige neue Figuren etwas zu kurz kommen. Besonders die von Sigourney Weaver gespielte Colonel Ward hätte gerne mehr Screentime vertragen können. Aber auch Mando selbst hat nur einige Minuten echte Screenzeit in denen er selbst zu sehen ist. Das liegt daran, dass zur gleichen Zeit auch Fantastic Four gedreht wurde und Pedro Pascal dort natürlich öfter selbst in Erscheinung treten musste und nicht sein Stuntdouble.


Manadolrian setzte schon in der Serie mehr auf Western statt Jedi-Epos.


Was The Mandalorian & Grogu von vielen anderen Star-Wars-Filmen unterscheidet, ist die konsequente Rückkehr zu den Western-Wurzeln der Originaltrilogie.

Der Film erinnert stellenweise eher an klassische Abenteuer- und Westernfilme als an ein großes Jedi-Epos. Genau das macht aber seinen Charme aus. Viele staubige Schauplätze, Arena-Kämpfe, Kopfgeldjäger-Flair und kleinere Missionen vermitteln ein angenehm „altes Star-Wars-Gefühl“.

Dazu kommen starke Raumkampfsequenzen, solide Action und einige wirklich atmosphärische Szenen.

Besonders gelungen fand ich dabei die Dynamik zwischen Grogu und Rotta. Ich hätte ehrlich gesagt niemals gedacht, dass diese beiden Figuren zusammen derart sympathisch funktionieren würden.

Auch die Hutt-Zwillinge sorgen wieder für herrlich überzeichnete Star-Wars-Momente.


Der eigentliche Star ist Grogu

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So cool Din Djarin auch inszeniert ist – der eigentliche Star des Films bleibt natürlich Grogu..Und Disney weiß das ganz genau.

Seine Szenen funktionieren fast immer. Mal lustig, mal niedlich, mal überraschend emotional. Besonders die kleineren Momente auf dem Dschungelplaneten, der stark an Endor erinnert, gehören für mich zu den Highlights des Films.
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Grogu mit seinem kleinen Gehstock, der Lehmhütte und den typischen Yoda-Anspielungen – das ist purer Fanservice, der aber erstaunlich gut funktioniert.

Überraschend: Kein einziges Lichtschwert

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Eine der größten Besonderheiten des Films dürfte vielen Zuschauern zunächst gar nicht auffallen:


The Mandalorian & Grogu ist tatsächlich der erste Star-Wars-Kinofilm seit 1977 der  komplett ohne Lichtschwerter daher kommt.
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Es gibt keine Jedi-Duelle. Kein Sith-Auftritt. Nicht einmal das Darksaber aus der Serie  taucht auf. Selbst mögliche Cameos von Ahsoka Tano oder Luke Skywalker bleiben hier  aus.

Damit bricht der Film tatsächlich mit einer der ältesten Traditionen der gesamten Saga.

Und erstaunlicherweise funktioniert das trotzdem, denn ich vermute,das es niemand vermisst hat.


Denn der Film konzentriert sich bewusst stärker auf Kopfgeldjäger, Unterwelt, Hutten und klassische Abenteuer-Elemente – weniger auf Jedi-Mythologie.


Der Soundtrack – vertraut, aber wirkungsvoll


Musikalisch bleibt man ebenfalls nahe an der Serie. Ludwig Göransson entwickelt die bekannten Themen sinnvoll weiter und ergänzt sie um neue Variationen sowie einige moderne elektronische Elemente.

Das Ergebnis passt hervorragend zur Western-Stimmung des Films.

Man versucht gar nicht erst, John Williams zu kopieren – und genau das ist die richtige Entscheidung.


3D-Vorstellung: Leider eine kleine Enttäuschung


Als großer 3D-Fan musste ich den Film natürlich auch in 3D sehen. Leider wurde genau dieser Teil des Kinoabends zu meiner größten Enttäuschung.

Bereits bei den billigen Wegwerf Brillen schwante mir nichts Gutes – und leider bestätigte sich dieser Eindruck schnell. Das Bild erinnerte stellenweise an die schwächeren Zeiten der alten Polarisations-3D-Technik, inklusive sichtbarer Artefakte und mangelnder Bildruhe.

Besonders schade deshalb, weil ich im gleichen Kino bereits den neusten Avatar in 3D (siehe hierzu mein Review) gesehen hatte und dort ein grandioses Bild erleben durfte.

Dem Film selbst möchte ich das allerdings nicht anlasten, sondern dem Kinosaal.


Fazit:

The Mandalorian & Grogu ist kein revolutionärer Neuanfang für Star Wars. Der Film erfindet das Franchise auch nicht neu und erzählt auch keine komplexe Geschichte. Es ist ein Mandalorian auf Kinoniveau  und genau das will er offenbar auch sein.

Disney ein kurzweiliges Weltraumabenteuer mit viel Herz, klassischer Star-Wars-Atmosphäre, starken Action Momenten und einer großen Portion Western-Charme ab.

Wer also The Mandalorian mag, Grogu liebt und einfach wieder dieses klassische Abenteuer Gefühl im Kino erleben möchte, wird hier definitiv seinen Spaß haben. Es durfte oft herzlich gelacht werden.

Der Film funktioniert schon deshalb erstaunlich gut – gerade weil er sich selbst nicht permanent ernst nimmt. Manchmal reicht genau das vollkommen aus und schenkt einem 2 schöne Filmstunden.
Besonders hervorheben möchte  noch  hier die konsequente Weiterentwicklung der besonderen Vater und  Sohn Beziehung, die ein paar schöne emotionale Momente zeigt.


Meine Wertung nach der Kino Sichtung:


Film: 4/ 5 im Star Wars Kanon 3,8/5

Ton: 4 / 5

3D-Bild:  leider nur 3,5 / 5

 

Jetzt noch was zu den Kritiken aus dem Netz:


Rotten Tomatoes & Fan-Stimmung


Interessant ist aktuell auch die unterschiedliche Wahrnehmung zwischen Kritikern und Fans.

Die Kritikerbewertungen bewegen sich momentan ungefähr im Bereich von 60 %. Die Zuschauerwertungen liegen dagegen deutlich höher.

Viele Kritiker sehen offenbar „nur“ einen soliden Abenteuerfilm. Fans hingegen bekommen genau das, was sie sich von The Mandalorian wünschen.

Ich jedenfalls hatte meinen Spaß – und eine zweite Sichtung im Heimkino wird definitiv folgen. Dann allerdings ohne 3D.


In diesem Sinne

Eure Charlys Tante

Leichte Spoiler bitte ich zu entschuldigen. Ich habe jedoch nichts verraten, was nicht bereits in Trailern oder offiziellen Szenen zu sehen war.

"Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots liegt bei Anbieter: Universal Pictures)"

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Wolfs – Zwei, die sich eigentlich nicht brauchen… und genau deshalb funktionieren

Ich hatte erst überlegt, ob ich den Film hier überhaupt vorstellen soll. Zum einen, weil Wolfs – ähnlich wie Napoleon – exklusiv bei Apple TV+ läuft und damit für viele schon raus ist.

Brad Pitt und George Clooney haben schon öfter zusammen vor der Kamera gestanden.

 

Die wohl bekannteste Zusammenarbeit der beiden ist ganz klar die Ocean’s-Trilogie: Hmm, die müsste ich auch noch einmal sichten!

 

Ocean’s Eleven (2001)

Ocean’s Twelve (2004)

Ocean’s Thirteen (2007)

 

Dort spielen sie als Danny Ocean und Rusty Ryan ein perfekt eingespieltes Duo – charmant, geschniegelt, mit genau der Chemie, die man sich wünscht.

 

Dazu kommen weitere gemeinsame Auftritte, etwa in Burn After Reading (2008) und im Fernsehfilm „8“ aus (2008) oder auch in Geständnisse – Confessions of a Dangerous Mind (2002), Clooneys Regiedebüt.

Das ist natürlich schon alles lange her.

In Wolfs (2024) – stehen sie mal wieder zusammen vor der Kamera, aber unter ganz anderen Vorzeichen.

Man sieht ihnen in jeder Szene an, das beide sich sehr gut kennen und auch privat befreundet sind. Das macht eine Zusammenarbeit natürlich einfacher.

 

Cleaner unter sich – oder auch nicht

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Worum geht’s in Wolfs denn.

Ein Anruf, ein Hotelzimmer, ein Problem – und ein Cleaner muss her. Blöd nur, dass gleich zwei auftauchen. Beide Profis, beide überzeugt davon, dass sie den Job alleine besser erledigen würden.

Keiner kennt den anderen, keiner hat Lust auf eine Zusammenarbeit – aber genau dazu sind sie verdammt.

Sie heißen Jack und Nick. Viel mehr erfährt man über die beiden zunächst nicht und das passt erstaunlich gut.

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Wenn aus Routine Chaos wird

 

Natürlich bleibt es nicht beim simplen „Aufräumen“. Ein Rucksack voller Drogen taucht auf, aber ohne jeden Hinweis, wem das Zeug gehört. Dann ist da noch der junge Mann, der eigentlich tot sein sollte – und plötzlich wieder ziemlich lebendig durch die Gegend stolpert.

Spätestens hier kippt das Ganze in eine ziemlich schräge Richtung und wird zu einer Art Odyssee, bei der ständig neue Fragen entstehen und kaum eine wirklich sauber beantwortet wird.

 

Zwei Alphatiere im Dauer-Dialog

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Der Film lebt dabei komplett von seinem Duo. Pitt und Clooney ziehen ihr Ding durch, mit genau dieser Mischung aus Lässigkeit, Arroganz und trockenem Humor, die man von ihnen kennt.

Nur: Während sie in den Ocean’s-Filmen perfekt harmonieren, geht es hier deutlich mehr ins Gegeneinander. Ein ständiges Kräftemessen, kleine Sticheleien, viel unausgesprochene Konkurrenz. Gerade das macht den Reiz aus.

 

Ruhiger Ton statt großer Knall

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Großes Actionkino darf man hier nicht erwarten. Wolfs ist eher ruhig, fast schon zurückgelehnt erzählt. Viel passiert in Gesprächen, in kleinen Momenten, im ständigen Gegenspiel der beiden Hauptfiguren.

Das muss man mögen – wenn nicht, kann sich der Film auch schnell ein bisschen ziehen.

Eigentlich ein optimaler Film für späte Stunden.

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Mein Eindruck

 

Ich mag beide Akteure einfach – und genau deshalb kann ich auch über die eine oder andere Länge hinwegsehen. Der Film lebt vom Zusammenspiel, vom Dialog und vom ständigen Gegeneinander der Figuren.

Gerade weil alles eher ruhig und dialoglastig abläuft, funktionieren die Momente, in denen sich doch etwas verschiebt oder eine neue Wendung ins Spiel kommt, umso besser, denn davon gibt es ein paar, die durchaus clever gesetzt sind.

Interessanterweise hat der Film meine Aufmerksamkeit sogar spät in der Nacht noch ziemlich gut oben gehalten – was bei diesem ruhigen Erzähltempo definitiv nicht selbstverständlich ist.

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Technik-Check

 

Technisch ist das Ganze sauber umgesetzt. Das Bild liefert eine solide, moderne Streaming-Qualität mit klaren Kontrasten und stimmiger Farbgebung, ohne dabei Referenzniveau zu erreichen.

Der Ton ist ebenfalls gut abgemischt, bleibt aber über weite Strecken eher zurückhaltend und unspektakulär – passend zum Film, aber eben ohne echte Highlights.

Dass das Ganze eine Produktion von Apple TV+ ist, merkt man durchaus: stylisch, prominent besetzt, aber bewusst nicht auf maximalen Bombast ausgelegt.

 

Fazit

 

Wolfs ist kein Film, der alles perfekt macht. Die Story wirkt stellenweise fast nebensächlich, einige Wendungen verlaufen ein bisschen im Sand.

Aber: Das Zusammenspiel von Pitt und Clooney trägt das Ganze locker über die Ziellinie – diesmal nicht als eingespieltes Team, sondern als zwei, die sich eigentlich gegenseitig im Weg stehen.

Wer den beiden einfach gerne zuschaut, bekommt genau das, was er erwartet – nicht mehr, aber definitiv auch nicht weniger.

 

Bewertung

Film: 4 / 5 (subjektiv)

Film: 3,5 / 5 (objektiv)

Bild: 4 / 5

Ton: 4 / 5 (gut, aber unspektakulär)
 

In diesem Sinne

Eure Charlys Tante 

Rechtehinweis: Geschützte Namen/Marken bzw. präsentierten Bilder werden von mir rein Privat benutzt und ich besitze keinerlei Rechte an den Bildern, die nicht von mir persönlich fotografiert wurden. Sollte der Blog Text Zitate beinhalten, so werde ich diese mit Anführungszeichen und der dazugehörigen Quelle kennzeichnen.

 

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Es gibt nicht viele Schauspieler, die einen Film nahezu im Alleingang tragen können – Ryan Gosling gehört zweifellos dazu.
 

Der Astronaut – Projekt Hail Mary ist seit langem mal wieder ein Science-Fiction-Film, der sich traut, in die großen Fußstapfen von Interstellar zu treten – wohl wissend, dass die Schuhgröße am Ende doch eine Nummer zu groß sein wird. 
 

Das ist aber vollkommen in Ordnung so.

 

Inhalt
Kann Spuren von Spoiler beinhalten.
Die Geschichte beginnt denkbar klassisch – und gleichzeitig effektiv: Ryland Grace erwacht allein auf einem Raumschiff, 
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Er erwacht aus einem künstlichen Koma in einem Raumschiff, die Haare wirr, der Körper schwach, Schläuche noch im Arm. Er krabbelt aus seinem Versorgungs-Pod, orientiert sich langsam – und stellt fest: Die Crew ist tot.
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Man erwartet nun einen routinierten Astronauten, der die Lage sofort im Griff hat. Jedoch Grace ist kein Raumfahrer, sondern Naturwissenschaftslehrer. Ein Mann, der plötzlich 12 Lichtjahre von der Erde entfernt feststellen muss, dass er nicht nur allein ist, sondern vermutlich auch nicht genug Treibstoff für den Rückweg hat. 
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Tau Ceti, ein Stern in rund 12 Lichtjahren Entfernung. Während die Erde einer kosmischen Katastrophe entgegen steuert, ist diese ferne Sonne offenbar die einzige Hoffnung der Menschheit.

Erst nach und nach setzt sich das Puzzle sowohl für Ryan als auch für den Zuschauer zusammen. Durch geschickt eingestreute Rückblenden erfahren wir mehr über Grace – einen eigentlich unscheinbaren Lehrer, der eher zufällig zur Schlüsselfigur einer interstellaren Rettungsmission wird. Hier kommt auch Sandra Hüller als entschlossene ESA-Funktionärin Eva Stratt ins Spiel, die Grace mit einer Mischung aus Pragmatismus und Druck letztendlich in seine Rolle zwingt.
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Durch Rückblenden setzt sich Stück für Stück zusammen, wie er überhaupt in diese Situation geraten ist. Eine zentrale Rolle spielt dabei Sandra Hüller, die als kühl kalkulierende ESA-Strategin die Fäden in der Hand hält.

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Ansichtssache:
Was der Film dabei erstaunlich gut einfängt, ist dieses Gefühl des ersten Entdeckens. Grace bewegt sich durch das Raumschiff wie ein Kind, das unbeaufsichtigt einen neuen Spielplatz erkundet: Er testet Knöpfe, probiert Astronautennahrung, lernt seine Umgebung kennen – und genau daraus entsteht dieser besondere Zauber, der den Film trägt.
 

Das erinnert nicht zufällig an Der Marsianer – Rettet Mark Watney – kein Wunder, schließlich stammt die Vorlage von Andy Weir. Gleichzeitig bringen Phil Lord und Christopher Miller ihre ganz eigene Handschrift ein: bekannte Science Fiction Muster, werden hier neu gedacht und mit einem charmanten Hang zu Humor und Leichtigkeit versehen. Fertig ist die wohl charismatischste Weltraumgeschichte, die ich bisher gesehen habe.
 

Ryan Gosling spielt die Rolle des einsamen Wolfes einfach brillant.
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Ryan Grace ist kein Held, sondern jemand, der durch widrige Ereignisse auf der Erde  zufällig in diese Rolle gedrängt wurde – und genau deshalb funktioniert die Figur auch so gut. Er ist neugierig, überfordert, manchmal fast kindlich – und genau dadurch unglaublich menschlich und nahbar.
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Die Begegnung mit dem Alien ist nicht das übliche Sci-Fi-Klischee, sondern wird überraschend anders erzählt. Der erste Kontakt wirkt kindlich scheu und nimmt als Reminiszenz gleich die “Unheimliche Begegnung der dritten Art” mit auf. Diese Begegnung hat keine glatten Oberflächen, keine großen Augen, es ist ein Wesen wie aus Steinfragmenten zusammengesetzt, das trotzdem Emotionen transportiert. Fast so, als würde man eine Mischung aus WALL·E oder Groot aus Guardians of the Galaxy vor sich haben – nur eben als außerirdischer Felsbrocken.
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Was folgt, ist eine der schönsten Annäherungen, die das Genre in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Kommunikation durch Imitation, durch Ausprobieren – fast wie zwei Kinder, die keine gemeinsame Sprache sprechen. Hier blitzen ganz klar Erinnerungen an Arrival und E.T. – Der Außerirdische auf.
 

Die Neugier, was jetzt kommt, springt dadurch auch auf den Zuschauer über.

Während sich im All eine ungewöhnliche Freundschaft und so etwas wie ein interstellarer Rettungsplan entwickelt, erzählen Rückblenden die Geschichte auf der Erde weiter – mit all ihren Rückschlägen, Entscheidungen und moralischen Grauzonen. Besonders stark: Sandra Hüller, die selbst die unangenehmsten Wahrheiten mit einer fast trockenen Selbstverständlichkeit vermittelt. Der Weltuntergang hat hier ein erstaunlich nüchternes Gesicht – und er wird erstmals von einer Frau gemanagt.

 

Kritiken zum Film:
Auch die Kritiken gehen in eine ähnliche Richtung: Rotten Tomatoes lobt die Mischung aus Emotion, Humor und Wissenschaft, während Metacritic dem Film solide Werte im oberen Bereich gibt. Kein neues Meisterwerk – aber verdammt gutes, kluges Unterhaltungskino.

Bisher ist der Film in den Kinos sehr gut gestartet und kann durchaus als Blockbuster betrachtet werden. Kerden 80 Mio. US Dollar am ersten Wochenende stehen jedoch 200 Mio US Dollar Kosten gegenüber. 
 

Technik:

Im Kino funktioniert das Ganze gerade deshalb so gut, weil der Film nicht permanent auf Effektgewitter setzt. Die Bilder sind klar, die Inszenierung fokussiert, und der Sound unterstützt die emotionale Reise, ohne sich aufzudrängen.

 

Fazit:

Der Astronaut – Projekt Hail Mary ist kein neues Interstellar. Aber vielleicht ist genau das seine größte Stärke.

Ein Film, der große Themen mit erstaunlicher Leichtigkeit erzählt, der seine Figuren ernst nimmt, ohne sich selbst zu wichtig zu machen – und der zeigt, dass selbst ein Weltuntergang manchmal auch eine Chance für Zusammenarbeit sein kann.

Und ganz nebenbei eine der charmantesten Freundschaften im All erzählt, die man seit Langem gesehen hat.

Der Astronaut ist also letztendlich ein Film über Solidarität, Vertrauen und Gemeinschaftssinn in einer ausweglosen Situation und absolut sehenswert, ganz besonders im Kino, denn es gibt starke und übergroße Bilder, die so nur im Kino wirken und nicht im Stream auf dem heimischen Fernseher, wie groß auch immer er sein mag.

 

Bewertung

Film: 4,5 von 5 Punkt​​​
Technik im Kino: 
Bild: 4 von 5
Ton: 5 von 5

P.S. Hail Mary bedeutet “eine mit hohem Risiko begangene Verzweiflung Aktion, bei der alles auf eine Karte gesetzt wird und man vor allem auf Glück hofft”.

In diesem Sinne

Eure Charlys Tante

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Avatar: Fire and Ash

Avatar 3 – Fire and Ash läuft nun schon eine ganze Weile im Kino – und wir haben es tatsächlich erst jetzt geschafft, uns die 197 Minuten anzusehen.
 Natürlich schaut man sich dann Avatar in 3D an, Alles andere wäre am eigentlichen Konzept dieses Films vorbeigedacht. Daher bin ich auch zuversichtlich,  das Avatar 3 ebenfalls in 3D auf Blu-ray erscheinen wird.

Nach The Way of Water stellte sich mir allerdings die Frage:

Wie will man eine solche Geschichte noch interessant weitererzählen?

Eine Familiengeschichte der besonderen Art – mit allem, was dazugehört – wurde ja bereits in Teil 2 ausführlich erzählt.

Gut gegen Böse.
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Familienbande.
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Rebellierende Teenager.
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Ein Erzfeind, der nicht aufgibt.
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Was soll da denn noch kommen?

Nun gut – der Böse ist auch im dritten Teil derselbe. Und ja, es kommt noch eine weitere Gegenspielerin hinzu. Stofflich betrachtet klingt das zunächst nicht nach dem großen Wurf. Im Grunde habe ich hier fast zweimal denselben Film gesehen – strukturell zumindest. Nur variieren diesmal die Bilder.
Und doch greift dieses Urteil zu kurz.

Ein Regisseur, der nichts dem Zufall überlässt

Wir haben es hier mit James Cameron zu tun – einem Regisseur, der nichts, aber auch wirklich nichts dem Zufall überlässt. Was Cameron hier abbrennt, kann man nur verstehen, wenn man es gesehen hat.
Jede noch so kleine Szene ist akribisch geplant, jede Bewegung im Raum durchdacht, jede 3D-Ebene bewusst gesetzt. Das sieht man diesem komplett in 3D gedrehten Film in jeder einzelnen Sekunde an.

Hinzu kommt: Die Storyline wurde direkt zusammen mit Avatar 2 abgedreht. Dadurch wirkt Fire and Ash nicht wie eine nachgeschobene Fortsetzung, sondern wie ein organischer Bestandteil eines größeren Ganzen. Die Übergänge sind fließend, die Figurenentwicklungen konsistent, das emotionale Fundament bleibt stabil.
Cameron baut kein neues Fundament – er erweitert es.

Im Grund sehen wir hier einen Film aufgeteilt in Teil 1 und Teil 2 mit einer Laufzeit von fast 400 Minuten, nun gut den Abspann müsste man noch abziehen. Ich hatte die Zeit gestoppt. Start des Films war 16:38 Uhr, Ende war 19:48 Uhr, danach kam der nicht enden wollende Abspann. Hier sieht man immer, wieso solche Filme so teuer sind. 

Gleiches Prinzip, neue Perspektive

Die Geschichte selbst ist nicht komplex. Sie folgt einem einfachen, fast archetypischen Grundprinzip. (Das wird sich vermutlich auch in Teil 4 nicht wesentlich ändern. Das sollte jeder wissen.) Die Familie wird bedroht. Die Familie hält zusammen. Der Feind greift an. Die Natur schlägt zurück.
Das mag man als simpel bezeichnen – doch die Umsetzung ist immer wieder durchzogen von kleinen Wendungen, die den Spannungsbogen hochhalten. Keine radikalen Twists, sondern gezielte Verschiebungen. Immer wieder fragt man sich: Was kommt als Nächstes? Welche Entscheidung bringt das Gleichgewicht ins Wanken?
Gerade weil die Grundstruktur vertraut ist, gewinnen diese kleinen Variationen an Gewicht.
Feuer statt Wasser – visuelle Eskalation
Nach den schimmernden Unterwasserwelten des Vorgängers dominieren nun Feuer, Asche und vulkanische Landschaften. Pandora wirkt rauer, aggressiver, unberechenbarer. Die Bildsprache verschiebt sich von fließender Eleganz zu eruptiver Wucht.
Und wieder gelingt es Cameron, diese überbordenden, phantastischen Bilder so zu inszenieren, dass man nicht nur zusieht – man wird hineingezogen. Das 3D ist kein Gimmick, sondern integraler Bestandteil des Erlebnisses. Tiefenstaffelung, Rauch, Funken, fliegende Partikel – alles wirkt räumlich greifbar, ohne jemals effekthascherisch zu sein. Man ist quasi direkt dabei und somit Teil dieser Welt.
Nicht Beobachter – sondern mittendrin.

Figuren zwischen Wiederholung und Entwicklung

Ja, vieles kennen wir bereits:
Rebellierende Teenager.
Besorgte Eltern.
Ein Feind, der nicht loslässt und wie eine Klette an Jack hängt.

Und dennoch entwickeln sich die Figuren weiter – in kleinen, aber spürbaren Schritten. Cameron setzt nicht auf radikale Charakterbrüche, sondern auf graduelle emotionale Verschiebungen. Das mag weniger spektakulär wirken, sorgt aber für Glaubwürdigkeit innerhalb dieser episch angelegten Saga.
Dass nun eine weitere Antagonistin ins Spiel kommt, erweitert das Konfliktfeld zumindest leicht – auch wenn das Grundmuster unangetastet bleibt.

Fazit: Déjà-vu auf höchstem Niveau

Ja, ich habe fast zweimal denselben Film gesehen.
Aber ich habe ihn gerne zweimal gesehen, denn es ist auch einen Kunst eine Geschichte im Kinobso weiterzuerzählen, das der Film trotz der thematischen Wiederholung dennoch erfolgreich ist. Das gelingt in dieser Konsequenz nur James Cameron.

Avatar: Fire and Ash erfindet sich erzählerisch nicht neu. Er variiert das Bekannte, statt es radikal umzubauen. Doch er tut dies mit einer technischen Perfektion, einer visuellen Opulenz und einer inszenatorischen Konsequenz, die im Blockbusterkino ihresgleichen sucht.

Die Geschichte bleibt einfach.
Das Prinzip bleibt klar.
Doch die Umsetzung hält den Spannungsbogen über quasi die gesamte Laufzeit hoch und dazu noch bemerkenswert stabil.
Man kann ihm Wiederholung vorwerfen.
Man kann ihm Pathos vorwerfen.
Aber Lieblosigkeit ganz sicher nicht.
Und solange Kino einen noch so unmittelbar in eine fremde Welt versetzen kann, funktioniert auch eine Geschichte, deren Struktur man bereits kennt – solange sie mit solcher Hingabe und Präzision erzählt wird. 
Bis zum Teil 4 müssen wir nun noch bis Dezember 2029 warten.

Ich habe mal ein Ranking aller bisherigen Avatar Filme eingefügt.

Film
Rotten Tomatoes (Critics)
Publikum (RT *Audience / CinemaScore)
Weltweites Einspiel (ca.)

Avatar (2009)
~81 %
~82 % (RT Audience)
~2,9 Mrd. $ 
Hier liegen die Kritiker und das Publikum noch fast gleichauf.

Avatar: The Way of Water (2022)
~76 %
~92 % (RT Audience)
~2,3 Mrd. $ 
Hier gibt es schon eine etwas größere Abweichung

Avatar: Fire and Ash (2025)
~66 %
~90 % (RT Audience)
~1,48 Mrd. $
Hier zeigt sich, das die Kritiker den Film quasi als Dopplung des Vorgängers sehen und ihn dadurch abwerten. Dem Publikum ist das jedoch vollkommen egal.

Bewertung:
Film:  3,5 von 5
Bild: 5 von 5 in 3D
Ton: 5 von 5 in Dolby Tru HD

In diesem Sinne

Ab ins Kino, so lange der Film noch läuft. Denn auch Avatar wird nicht ewig im Kino laufen. Obwohl, wenn man bedenkt, das der Kinosaal gut besucht war, wer weiß.

P.S. Mittlerweile gibts Fire and Ashes auch in 3D auf Blu-ray

Eure Charlys Tante

Rechtehinweis: Geschützte Namen/Marken bzw. präsentierten Bilder werden von mir rein Privat benutzt und ich besitze keinerlei Rechte an den Bildern, die nicht von mir persönlich fotografiert wurden. Sollte der Blog Text Zitate beinhalten, so werde ich diese mit Anführungszeichen und der dazugehörigen Quelle kennzeichnen.
 

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Zurück nach Pandora – Die Familie steht im Mittelpunkt

 

Avatar: The Way of Water spielt rund 14 bis 15 Jahre nach dem ersten Teil. In dieser Zeit haben Jake Sully und Neytiri eine Familie gegründet, ihre Kinder großgezogen und sich ein neues Leben auf Pandora aufgebaut.

Genau das steht diesmal im Mittelpunkt: Familie.

Es geht nicht mehr nur um den Konflikt zwischen Menschen und Na’vi. Es geht um Zusammenhalt, Verantwortung und darum, wie weit man bereit ist zu gehen, um seine Liebsten zu schützen. Nun gut, nicht besonders originell, jedoch Figuren wie Neteyam, Lo’ak oder Spider sind inzwischen alt genug, um eigene jugendlich geprägte Konflikte auszutragen, was dem Film eine neue emotionale Tiefe verleiht.

Doch die Ruhe hält nicht lange.

Mit Colonel Quaritch kehrt Jakes alter Erzfeind zurück – kompromisslos, rachsüchtig und in neuer Gestalt. Stephen Lang verleiht dieser Figur erneut eine enorme kompromisslose Präsenz. Man spürt sofort: Das ist kein Gegner, der einfach wieder verschwindet.

Die Familie muss fliehen – weg vom bekannten Waldgebiet, hinein in die faszinierende Welt der Wasser-Na’vi.

Inhaltlich erfindet Cameron das Rad nicht neu. Die Grundstruktur erinnert an Teil 1. Aber die Geschichte hat Herz, sie nimmt sich Zeit für ihre Figuren und wird gegen Ende überraschend düster und intensiv.

 

Schauspiel – Starkes Ensemble

 

Sam Worthington und Zoe Saldaña tragen den Film erneut souverän, wobei Zoe nicht die Screenzeit bekommt, wie in Teil 1. Besonders gefallen hat mir, wie viel Raum diesmal den Kindern gegeben wird. Britain Dalton, Jamie Flatters und Trinity Bliss machen ihre Sache richtig gut und sorgen dafür, dass die familiäre Ebene glaubwürdig funktioniert. Teenager habe scheinbar überall die gleichen Problem und Konflikte.

Kate Winslet bringt als Anführerin der Wasser-Na’vi zusätzliche Tiefe in die Geschichte. Sigourney Weaver überrascht in einer ungewöhnlichen Rolle, auch sei bekommt nicht viel eigene Screenzeit im Film, was zwar Schade aber nachvollziehbar ist. Cliff Curtis, Edie Falco und Jemaine Clement runden das Ensemble jedoch stimmig ab.

Hier wirkt nichts beliebig. Man merkt: Dieses Universum wurde über Jahre hinweg mit Bedacht aufgebaut.

 

Bild & 3D – Das große Aushängeschild

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Avatar lebt in erster Linie von seinen exorbitanten Schauwerten. Und die sind hier wirklich, wirklich grandios.

Man merkt in jeder einzelnen Einstellung, dass James Cameron sich nicht mit „gut genug“ zufriedengibt. Hier wurde sich Zeit genommen. Sehr viel Zeit. Zeit, um Technik weiterzuentwickeln. Zeit, um gemeinsam mit Sony spezielle Kameras für ein optimiertes 3D-Bild zu entwickeln. Zeit, um eine Welt zu erschaffen, die nicht einfach nur schön aussieht – sondern lebendig wirkt.

Gerade die Unterwasserszenen sind schlichtweg spektakulär. Diese Bilder suchen ihresgleichen. Lichtbrechungen, Bewegungen, Farben, Schwerelosigkeit – das alles wirkt so natürlich, dass man zeitweise vergisst, dass man hier einen fast komplett digitalen Film schaut. Viele Dokumentarfilmer dürften bei diesen Aufnahmen neidisch werden.

Ich saß mehrfach einfach nur da und dachte:

„Das kann doch nicht echt sein.“

Und trotzdem wirkt es echt.

Ich habe den Film sowohl auf einem UHD-Beamer mit DLP-Link-Technik als auch auf einem HD-Beamer mit VESA-3D gesehen – und in beiden Fällen war das Ergebnis sensationell. Tiefenstaffelung, Plastizität und Bildruhe – hier stimmt einfach alles.

So ein 3D-Erlebnis bekommt man selbst im Kino nur selten zu sehen. Im gut eingerichteten Heimkino spielt dieser Film somit seine wahre Stärke aus.

 

Ton & Musik – Räumlich und stimmig

 

Auch akustisch macht The Way of Water richtig Freude.

Der Soundtrack greift bekannte Themen aus Teil 1 auf, entwickelt sie aber weiter und setzt eigene Akzente. Er drängt sich nie in den Vordergrund, unterstützt die Handlung aber sehr wirkungsvoll.

Der Surround-Mix ist hervorragend. Stimmen, Effekte und Umgebungsgeräusche sind sauber im Raum verteilt. Besonders die Unterwasser-Szenen profitieren enorm davon.

Der Subbassist ist m.E. ist etwas zurückhaltender abgestimmt, was ich persönlich nicht als Nachteil empfand – vor allem bei einer späten Heimkino-Session.

Insgesamt ein sehr ausgewogener, hochwertiger Mix. Der bei der langen Laufzeit nicht anstrengend ist.

 

Erfolg & Resonanz

 

Die Fachkritik zeigte sich überwiegend positiv, wenn auch nicht überschwänglich. Gelobt wurden vor allem die Technik und die visuelle Wucht, kritisiert gelegentlich die eher klassische Erzählstruktur, dem kann ich durchaus folgen.

 

Das Publikum Fans) sah das deutlich entspannter. Die Zustimmungswerte sind sehr hoch – und auch an den Kinokassen war der Film ein Phänomen. Über zwei Milliarden Dollar weltweit sprechen für sich. James Cameron bleibt eben James Cameron.

 

Fazit – Kino für Herz, Augen und Ohren

 

Am Ende bleibt bei mir vor allem ein Gefühl:

Dankbarkeit dafür, dass es noch Filmemacher gibt, die sich Zeit nehmen (können). Die nicht einfach Content produzieren, sondern Welten erschaffen. Das wird es vermutlich danach in dieser Form nicht mehr geben.

 

Die Geschichte ist nicht revolutionär, sondern durchaus familienfreundlich, wenn auch ein zwei Szenen bei mir ein Stirnrunzeln verursacht haben. Der Film ist auch wirklich lang. Aber: Die emotionale Bindung, die unglaubliche Bildqualität und die technische Perfektion machen dieses Werk zu einem echten Erlebnis und so hatte ich nie das Gefühl diesen Film aussitzen zu müssen. Die Handlung hatte einige Wendungen und es war viel los.

 

Gerade in 3D ist das hier absolutes Referenzmaterial und ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass dieses Format noch lange nicht tot ist, wenn es mit Leidenschaft umgesetzt wird. Leider werden die meisten Filme nachträglich in 3D konvertiert, das auch manchmal gut gelingt, aber auch oftmals nicht so prickelnd ist.

Für mich ist das genau die Art von Film, für die ich mein Heimkino aufgebaut habe. Für solche Abende. Für solche Erlebnisse.

Und ja: Ich bin jetzt bereit für Teil 3.

 

Wertung

Bild in 3D: 5 von 5 Punkten

Ton: 4 von 5 Punkten

Story: 4 von 5 Punkten

 

Empfehlung: Pflichtkauf für Heimkino- und jeden 3D-Fan

 

Eure Charlys Tante

In diesem Sinne!

Für alle, die Filme nicht nur schauen, sondern erleben wollen.

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am Ja über die Länge kann …
von ikswolro 
am - deutlich zu lang - …
am Danke auch für Deinen …
am Danke für den Review! …
am Vielen Dank für Deine …

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