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Duel Project

25. November 2014

Dieses sogenannte "Duel Project" kam dadurch zustande, dass Produzent Shinya Kawai den beiden Regisseuren Yukihiko Tsutsumi und Ryuhei Kitamura in einer durchzechten Nacht eine Film-Challenge anbot. Es ging darum, wer den besten Spielfilm macht (die besten Einspielergebnisse erzielt) mit einem Film indem sich zwei Hauptakteure eine Schlacht liefern, und das in nur einer grundlegenden Location!



Yukihiko Tsutsumi kreierte den 70 minütigen 2LDK. Er ist von den beiden der eher weniger bekannte Regisseur, er veröffentlichte noch Titel wie EGG. oder 20th Century Boys.


Ryuhei Kitamura ist da schon viel bekannter und drehte neben dem Action-Fantasy Splatterspektakel "Versus" auch noch "Azumi" und für die Godzilla Reihe auch noch "Final Wars". Mittlerweile ist er auch dem amerikanischen Publikum bekannt, da er für ihren Markt Filme wie "The Midnight Meat Train" oder "No One Lives" drehte. Sein Duel-Project Beitrag heißt Aragami und läuft etwa 75 Minuten.


Beide Regiebeiträge entstanden im Jahre 2002 und sind japanische Produktionen!


Grund genug, die Filme in den Asien-Wochen unseres Blogs auch endlich mal aus dem Regal zu holen um sie als gelungenes Double-Feature hintereinander laufen zu lassen. Nicht nur um sie Euch vorzustellen, sondern um auch zu sehen wer den besten und ideenreichsten Fight abliefert! Also, der Player hat sich warm gemacht, ich schmeiß ihm die Scheibe in die Fresse und ab gehts ....




Fight#1: 2LDK

2LDK steht im Japanischen für "zwei Zimmer, Küche, Bad". Also schonmal begrenzter Raum, in der sich zwei Frauen eine Wohngemeinschaft teilen. Beide sind Schauspielerinnen und streben nach der großen Rolle. Nach einem gemeinsamen Casting treffen sie abends wieder in der Wohnung zusammen und bemerken, dass die Rollenwahl nur mehr zwischen ihnen beiden entschieden wird. Am Nächsten Morgen soll ihnen die Entscheidung per Anruf mitgeteilt werden. Grund genug um eine schon latente Wut aufeinander, nur noch mehr durch deren Konkurrenz zu schürren.

Man merkt gleich zu Beginn, dass beide einen auf gute Freundinnnen machen aber eigentlich jeder ein anderes Bild vom Gegenüber im Kopf hat, und sich das auch in gedanklichen Off-Kommentaren immer mehr verdeutlicht. Besonders auch, da die beiden schonmal grundsätzlich eher konträre Charaktere sind. Nozomi (Eiko Koike) ist eher die gebildetete, bescheidene Natur, die jedoch auch unter einigen Neurosen und Ticks leidend das Zusammenleben mit etlichen zwanghaften Regeln aufrecht erhalten will. Darunter leidet Rana (Maho Nonami) die sich aber auch weniger um etwas wie Rücksicht kümmert und schonmal frech Nozomis Ordnung durcheinanderwirbelt. Sie ist mehr die oberflächliche und kontaktfreudige Person, die ein bisschen einer abgehobenen Schonheitskönigin gleicht. Aber auch sie hat einen kleinen psychischen Knacks, eine Art Trauma, das sie belastet. Also beides Persönlichkeiten, die sich perfekt dazu eignen sie zur Hochform der völligen Entrüstung auflaufen zu lassen!

Die versteckten Aggressionen sind nachvollziehbar herausgearbeitet und steigern sich immer weiter, bis auch endlich die unterdrückten Gedanken nach einer halben Stunde Filmzeit mal ausgesprochen werden um die Sache aufs nächste Level zu hieven. 
Nachdem Rana, die eigentlich schon schlafende Nozomi wieder weckt, indem sie einen Austicker unter voll aufgedrehter Metalmucke abliefert, ist erst der Beginn eines ideenreichen Kampfes durch die ganze Wohnung... mit all den Waffen die gefunden werden!

Samuraischwert, Feuerlöscher, psychologische Taktiken, Ketchup und sogar eine Kettensäge sind nur einige Utensilien die ihre Verwendung finden. Wobei man definitiv auch mal Lachen darf, weil es einfach schon so dreist ist. Aber sich die beiden im fahrigen Auslassen ihrer Probleme, ziemlich cool, bzw. gefasst an die Substanz gehen. Die Sache hält sich auch erstaunlich glaubwürdig, zumindest bis die eine die andere in der Badewanne halb ertränkt und dann auch noch unter Strom setzt. Das ist kaum zu glauben, gerade weil es dann noch immer nicht das Ende ist ... denn DAS wartet auch noch mit 'ner Portion Ironie auf! 

Ist also recht gelungen, auch wenn die beiden Biester heute noch schöner anzusehen sind als damals, überzeugen sie in ihren Rollen vollauf. Besonders da die Inszenierung mit den Off-Gedanken die langsame Steigerung stets glaubhaft macht, eben bis das blutige, unaufhaltsame Chaos sich nicht nur mit einer Nuance CGI leicht übersteigert. Aber immerhin, auch wenn die Wohnung visuell nicht unbedingt Charme versprüht, bleibt es ein rundum gelungenes Szenario das bis Ende befriedigt.








Fight#2: Aragami


Zwei vom Schlachtfeld kommende Samurais suchen schwerstverletzt Zuflucht in einem Bergstempel. Einer der Beiden kann gerettet werden und wird gesund gepflegt. Als der Samurai (Takao Osawa) aufwacht, begenet er dem Meister des Tempels (Masaya Kato), der sich trotz seiner bewussten Zurückgezogenenheit in diese Einöde, wieder mal über Besuch freut und deshalb mit den Gast ausgiebig deniert. Im Lauf ihrer Gespräche beginnt der Hausheer dem Samurai einige Legenden zu erzählen, besondern von einem Tengu. Einem Teufel des Waldes, den Herrscher des Berges, der alles bis ins Kleinste wahrnimmt und Menschen tötet. Er nennt sich auch Aragami und gilt als Gott des Krieges. Aber nicht nur um seinen Gast damit zu unterhalten, sondern um ihm auch zu eröffnen das ER, der Gastgeber, dieser Aragami ist!! Er will ausserdem, dass der Samurai in tötet!

Hört sich voerst nicht ganz plausibel an? Ist aber eigentlich nur eine Herausforderung um seine schon lange Erdenzeit würdig im Kampf zu beenden. Seppuku, der rituelle Selbstmord ist keine Option, es muss ein würdiger Gegner sein der ihn auch wirklich in einem aufrichtigen Kampf besiegt, damit er endlich seine Ruhe finden kann. Durch einige Erläuterungen fällt ihm das Ausschlagen dieser Bitte, bzw. eine Flucht aus der Situation auch bald schwer. Weshalb sich die beiden bald in einem tötlichen Kampf gegenüberstehen.

Eigentlich ist für den Zuseher beim anfänglichen Essen schon klar, dass nur eine dieser Persönlichkeiten würdig ist diesen Kampf zu gewinnen. Im Grunde scheint die Angelegenheit sehr lange als unausgeglichenes Machtverhältnis, aber die Asiaten sind ja bekannt in ihrem Kino oftmals noch weitere ideenreiche und unerwartete Türen zu öffnen. Was hier klar wird, als der Aragami den Samurai im ersten Kampf mit dem Schwert durchbohrt und dieser nicht stirbt! Die Geschichte hält nämlich nicht nur mystische Legenden bereit, sondern eröffnet einem auch noch höhere Mächte!

Nach weiteren interessanten Anektoden des Aragami, kommt sogar noch Humor in die Sache. Nicht nur, dass sich zwischendurch durch internationale Kulturen getrunken wird, auch die auftauchende freie Waffenwahl ist unterhaltsam, da der Aragami dem Samurai immer wieder amüsant belehrt, warum diese Waffe hier nicht die beste Wahl ist.

Atmosphärisch durch das reine spielen in der Nacht, während eines Gewitters, inklusive der düsteren Tempelausstattung gar nicht mal so übel, aber auch nicht herausragend. Eine dritte Person erscheint hier noch als weibliche Dienerin (Kanae Uotani) die stets ein Auge auf die beiden hat und hilfreich ist, sich aber großteils im Hintergrund hält. Letztlich hält der Film noch eine philosophische Note bereit und geht dann in den Endfight, der sich durch Licht- und Farbeffekte nochmals von den vorherigen "abhebt".

Ein guter Vertreter im Zweikampf in solch reduzierter Räumlichkeit aber trotz der gelungenen Choreografie der Fights und etwas Humor, zu wenig fesselnd auf die ganze Zeit. Leider fehlte es an Dichte, obwohl die Umgebungstimmung düster genug wäre. Auch die Dialoge bieten immer wieder mal spannendes, sind in ihrer Wirkung aber doch zu wenig intensiv (dargestellt) um auf Dauer vollends zu fesseln.



Die rot/schwarz Wechsel vom Digipack zu den Discs sind wirklich edel gestaltet!




Welche Schlacht
ist nun die bessere?


Einmal Frau gegen Frau, gefolgt von Mann gegen Mann, Kampfkunst vs. Biesterfight, Ästhetik gegen Haushaltsschlacht, obwohl irgendwo so verschieden, doch so einheitlich in der thematischen Aufmachung. Die Ideen sind in beiden Fällen genial. Aus so wenig, 2 Personen in einem Raum und das in beiden Fällen in nur einer Nacht, dennoch einen ganzen Feature Film (tragenden Spielfilm) zu schaffen, ist schon beeindruckend. Das dann auch noch das Schauspiel, bzw. die Inszenierung von der psychologischen Seite her so nachvollziehbare Substanz mitbringt, ist schon ein bedachter Streich.

Auf der DVD befinden soch noch sogennante Videomessages die sich ans Publikum dieses Wettbewerbes richten soll, wobei man merkt, dass die Leute doch auch Spaß an der Sache hatten und nicht ganz unwitzig sind.

Nun hab ich das ganze Netz durchsucht um überhaupt zu erfahren, wer offiziell das Project überhaupt gewonnen hat. Obwohl es schlussendlich egal ist da jeder selbst entscheiden soll, scheint es so als hätte "2LDK" den Gewinn für sich verbuchen können. Aber fest behaupten würde ich das immer noch nicht, da nicht gerade viel darüber zu finden ist.



 

Diese beiden Kammerspiele als Double-Feature waren also doch ganz sehenswerte asiatische Beiträge, wobei man meine Entscheidung wohl eh schon rauslesen konnte.
Mir war Aragami dann in Summe doch zu langatmig ..... und deshalb, die Schlacht der weiblichen Geschlechter eindeutig als mein Sieger hervorgeht!!

"2LDK" ist einfach viel roher und primitiver in seiner Gewalt, was den Film und diese eigentlich bizzare Situation auch so realistisch und auch möglich machen. Sie zeigt wunderbar den Anstieg und Ausbruch eines sich zuspitzenden emotionalen Dilemmas. Eben nur das mit dem Strom und der Badewanne war mir ein wenig zu überzogen, wobei es eventuell schon sein könnte, dass man sowas sogar überlebt auch wenn ich es stark bezweifle. Danach gab es noch einen sonderbaren Schnitt zu bemängeln, aber ansonst fand ich alles durchgehend spannend inszeniert und hatte auch genug Ideen um die ganze Zeit über zu begeistern, oder auch (ironisch) zu schockieren! Würde ich mir deshalb sogar wieder mal ansehen. Aragami eben nicht.



 
Dadurch steht mein persönlicher Sieger fest,
aber jeder andere könnte seine Wahl noch vor sich haben!



Grundlegend muss man dazu aber das Interesse an dialogslastigen Filmen, sowie reduzierten Situationen mitbringen.

Es war mir eine Freude!
 
 
 

 

Alle Fotos wurden selbst erstellt und zeigen meine Edition (und deren Inhalte - als Beispiel Filmposter) des Duel-Project von REM (Rapid Eye Movies)

... zuletzt gesehen ...

12. November 2014
The Walking Dead - Staffel 4 / Southern Comfort / Sharknado / Ghost Shark / Für immer Liebe


OK! Neben einigen echt guten Sachen, wird es dieses Mal auch richtig schlecht!! Programmtechnisch versteht sich! Also angenehmes Lesen bei meinen letzten Sichtungen! Wie ihr wisst, stets meine Sicht der Dinge ... Viel Spaß!
 





 

The Walking Dead – Die vierte Staffel (TV)
USA2013/14 (anSICHT enthält eventuell minimale Spoiler)
Man fühlt sich trotz der bissigen Gefahr und dem lauern des Todes, gleich wieder Zuhause. Die wunder
baren Brauntöne, die einen unter anderem wieder auf die erdige Szenerie und die Natur zurückwerfen, und die gemächliche Machart des persönlichen Zombiealltags sind gleich wieder vorhanden. Nach einem kleinen Zeitsprung hat man sich im Gefängnis schon neu eingerichtet. Dort meistert man den Alltag inklusive der restlichen Bewohner aus Woodbury. Der Einsteig ist gleich mal bombastisch und legt neben gefestigten Vorgängen, gleich auch mal richtig Tempo hin, als im Gefängnis eine Seuche die Menschen dahinzuraffen droht. Was eines der Themen dieser Staffel darstellt …

Da wäre noch ein Ort namens Terminus, der scheinbar eine Zuflucht für jedermann bieten soll, bis hin zu einer kleinen verbalen Erwähnung einer möglichen Ursachenheilung. Wobei man nicht weiß, ob der Charakter der sich dafür zuständig hält, eventuell nicht doch ein Lügner oder Spinner ist? Aber seine Truppe, zu der Glenn stößt, gibt ne nette Combo ab! Man merkt gleich, dass sich die neuen Charaktere wunderbar einfügen und einfach zur Serie passen. Einige, wieder tolle persönliche Geschichten bereithalten, welche die gewohnt erstklassige Zwischenmenschlichkeit der Serie wieder ganz hervorragend beleuchten. Ein ungutes Überbleibsel der dritten Staffel muss natürlich auch noch seinen (Episoden-)Platz finden, weshalb der Governor auch hier wieder seinen komplexen Charakter in einigen Facetten beisteuern darf. Wer sich jedoch (wie ich) denkt, dass diese Figur schon längst ausgedient hat, findet diesen Staffel-Zwischenteil eher ermüdend.

Rick hat seine geistige Verwirrung der dritten Staffel wieder im Griff, wenn wohl auch nur zeitlich? Hershel muss ganz schön Einsatz im Gefängnis bringen, Michonne und Daryl dürfen endlich was über ihre Vergangenheit verraten, Carl hat so seine Probleme im Kind-sein und Carol wird immer verbohrter, gezeichnet durch den Verlust ihrer Tochter (St.2). Daryl ist nach wie vor ein markantes Highlight und über alle anderen bekannten Gesichter freut man sich einfach nur (Gleen, Maggie, Beth, …). Deren Alltag im Gefängnis ist weiterhin mit Gefahren gepflastert und außerdem werden in dieser Staffel auch mal die Karten neu gemischt. Das ist gewiss!

Einige nette Bezüge zum Comic sind auch erfreulich. Besonders 1:1 Bilder, wie das, als der Governer mit seinen neuen Untertanen incl. Panzer vor dem Gefängnis auftaucht, oder die Prügelei zwischen Rick und Tyrese (wenn auch aus ganz anderen Gründen). Tyrese bekommt auch endlich mehr Spielraum, da er im Comic eigentlich Ricks Sidekick ist. Sein Markenzeichen, der (Latt-)Hammer, immer mit dabei! Und Rick darf hier endlich auch mal zur kleinen Axt greifen, die ja im Comic seine bevorzugte Waffe darstellt. Schade, dass er sie nicht mitgenommen hat! Auch neue Comic-Charaktere werden in dieser Staffel eingeführt! So kleine Andeutungen etc. sind recht erfreulich, wobei die Serie auch ohne Bezüge überzeugt.

Einige Musikpassagen sind wieder wunderbar gewählt, die Unschuld eines Kindes verliert leider an Stellenwert und wer auf das Herumstreunen und Entdecken steht, wird besonders in der zweiten Staffelhälfte wieder bedient. Ich fand die vierte Staffel wieder klasse und auch um einiges besser als die Dritte, da ich dort die ständigen Szenewechsel zwischen Woodbury und Gefängnis recht unharmonisch fand. Zwar gibt es auch in der Vierten manch Wechsel, aber stets zwischen interessanten Persönlichkeiten. 

Da ich das offene/spannende Ende nicht aushielt, hab ich mir im Pay-TV noch die erste Folge der fünften Staffel angesehen. Wundersamerweise wurden all meine dringlichen Fragen gleich in der ersten Folge beantwortet. Die erste Folge war zwar recht gut, wartet aber mit einer ganz unmenschlichen Schlachtszene auf, die mir gar nicht zusagte. Also doch halberfreulicher Einstieg. Ich hoffe die gehen nicht weiter in solch abartige Gefilde! Jetzt warte ich aber auf jeden Fall bis nächstes Jahr um mir auch die Fünfte wieder zeitnah in Folge anzusehen.




Southern Comfort (DVD)
USA1981 – Die letzten Amerikaner
1973 Louisiana: An einem eher tristen Wochenende findet eine Übung der Nationalgarde in den Sümpfen Louisianas statt. Während der Übung muss ein See überquert werden und nach kurzer Diskussion werden hierzu die Kanus der Einheimischen entwendet. Als diese Auftauchen kommt es zu einem schrecklichen Missverständnis, die Soldaten rufen ihnen zwar zu, dass sie Kanus wieder zurückbringen, diese verstehen jedoch ihre Sprache nicht. Als dann einer der Soldaten aus Jux und Übermut mit den Platzpatronen auf sie schießt um sie zu erschrecken, nehmen die das natürlich für voll, schießen mit echter Munition zurück und töten ihren Sergeant. Eine Jagd entbrennt, in der die Cajuns mit aller Gewalt ihr Territorium gegen die Eindringliche verteidigen…

Abbildung zeigt leider nur den US-Import, bei uns gibt es den Titel nur auf DVD, dafür aber in zwei Auflagen. Wobei die zweite nun sogar auf FSK16 runtergestuft wurde. Das Cover des Imports kann sich aber echt sehen lassen.

Tja, bei soviel charakterlichen Hitzköpfen ist schnell klar, dass nicht unbedingt der Cajun (der Eingeborene) die größte Gefahr darstellt. Somit kritisiert der Film allerlei waghalsige Gesinnungen, besonders eine unreflektierte Kampfeslust und Militanz. Und obwohl viele vorerst als Stereotypen dargestellt werden, speziell im Waffengebrauch, so ergibt sich einiges an Charakterarbeit, wobei durch diese Konflikte die dann fortlaufend innerhalb der Gruppe stattfinden, eine sehr interessante Dichte entsteht. Die durch die feuchten, kühlen Sümpfe nochmals eine rohe und gefährliche Überlebensstimmung aufkommen lässt. Da die Reservisten grundsätzlich nicht die größte Ahnung von der durchstreiften Natur haben, sind die Eingeborenen doch im Vorteil und knüpfen sich einen nach dem anderen vor. Was mitunter nicht nur aufs Körperliche, sondern auch stark auf die Psyche der Figuren geht.  

Fred Ward und Keith Carradine sind die eher bekannten Gesichter, sowie auch Brion James auf der Seite der Cajuns. Powers Boothe mimt einen Neuankömmling (und überlegten Menschen) der gleich zu Beginn eine eher neutrale Beobachtung der Haudegen führt, dann aber auch immer mehr in Fahrt kommt. So behält der Film grundsätzlich seine bindende  Dialogslastigkeit, zieht in der zweiten Filmhälfte mit mehr Action nach, hält aber auch mal zähe Sequenzen bereit. Durch den sumpfigen Background aber großteils zu verkraften.

Walter Hill drehte hiermit nicht nur einen Actionthriller, sondern vielmehr eine gelungene Kritik auf die primitiven Kriegsmechanismen die sehr gut offenbaren, dass der eigentliche Feind schnell in den eigenen Reihen, in den Köpfen und Gesinnungen einzelner Menschen, gefunden ist. Auch wenn "Southern Comfort" nicht gänzlich lückenlos glaubwürdig auftritt, aber es soll ja auch noch manch alter Actionfilmcharme erhalten bleiben, so ist er als Survival-Vertreter definitiv zu Sichten. Besonders durch die Anteile an Gesellschaftskritik und dem Sumpfsetting. Im Survivalbereich könnte man ihm neben "Beim Sterben is jeder der Erste" wohl auch eine Kultnote zusprechen, die er großteils sogar erfüllt. Ich glaub, mir hat er sogar besser gefallen als der Burt Reynolds und Jon Voight Trip!



Sharknado (DVD)
USA2013
Endlich hab ich es geschafft! Jeder redete über diesen Meilenstein der Filmgeschichte, ihr, meine Freunde, der Mann an der Tanke, die Videothekenlady, die Leute in der Fußgängerzone, der Apotheker, sogar der Pfarrer im Sonntagsgottesdienst! (Jetzt dürft ihr ruhig lachen!) Ich schämte mich schon dafür mich eigentlich einen Filmkenner zu nennen, aber gut das diese Schmach nun vorüber ist, denn ... ICH hab ihn gesehen!!

Wo fange ich nun an!? Da wirklich ALLES am Film SCHLECHT ist, erzähl ich euch lieber die auffälligen guten Sachen, um nicht völlig auszuarten!! Immerhin behält "Sharknado" sein Tempo bei und lässt somit auch keine völlige Langeweile aufkommen, er hält einen stets bei Laune und sorgt dabei letztlich auch noch für einige kreative Ideen. Die so waghalsig dämlich sind, dass man sich hier genau richtig fühlt! Denn mit einem Helikopter an einen Tornado (voller fliegender Beißer-Fische) zu fliegen um ihn mit selbst gebastelten Bomben außer Kraft zu setzten, hat neben manch anderen wahnwitzigen Ideen schon "lächerliches" Lob verdient. Obwohl man von Beginn an (zwecks Titel) vermutet, hier geht es ständig nur um gefräßige Haie in einer Windhose, wurde das ganz gut bewerkstelligt… denn vom Anspülen, rein wehen bis zu  Überschwemmungen gibt es schon genug andere Möglichkeiten (wenn glücklicherweise auch völlig irrational) die Fischchen durch die Straßen und Kanäle schwimmen zu lassen. Bevor überhaupt die Hauptattraktion, der Tornado, mit seiner bissigen Fracht auftaucht. Die Waffenwahl dieser illustren, flüchtenden Menschencombo, vom Billardqueue über Pump-Gun bis zur Kettensäge lässt einen einsatztechnisch nur Staunen. Auch ein Barhocker mit dem dazugehörigen Trunkenbold (ein recht amüsanter John Heard) hat sich eingeschlichen!

Tara Reid ist zum Glück nur im halben Film zu sehen und liefert dabei ne nervige Zicke ab, Beverly Hills 90210 Teensternchen Ian Ziering wagt sich hier als roter Hai-Faden. Muss angenehm sein wenn man morgens aufwacht, zum Set von Sharknado geht und weiß, man darf heute blau machen. Das merkt man dem ganzen Cast auch an, diese lockere, mühelose und enorm spaßige Sache... da man weiß, EGAL WAS man tut, man kann in seiner Rolle echt GAR NIX falsch machen!! Achja, Cassie Scerbo als Nova ist noch der braungebrannte, süsse Rettungsanker in diesem Hailight!

Und? Hat sich nun schon wer an die Fortsetzung gewagt!?

Da man nach "Sharknado" definitiv meer will, drängt sich ein Double-Feature nahezu auf. Was mit "Ghost Shark" auch gleich vollzogen wurde! Da die beiden Filme des SciFi-Channels sowieso stets nur 80 Minuten laufen, is das wie Film-Sushi! Nette Häppchen!

&


Ghost Shark (DVD)
USA2013
Der gleich in selbe Kerbe schlägt, jedoch vom CGI gar nicht mal mehr so unterste Schublade wie "Sharknado" ausfällt. Keine Sorge, auch noch schlecht genug ist! Allein der blau fluoreszierende Hai, der sich hier als Geisterhai durch Film und seine Protagonisten taucht, sorgt für Furore. Um die Sache auch REALISTISCH erscheinen zu lassen (YEAH! ich hab doch tatsächlich das Wort "realistisch" bei so einem Film in den Mund genommen) sorgt eine alte Legende für die NooOTWENDIGE Logik. Diese mystisch angehauchte Geschichte, könnte aber auch aus jedem anderen Horrorfilm stammen und erfüllt damit vollends seinen Zweck... fast schon zu sinnvoll! Aber zum Glück fehlt der Humor auch hier nicht, den der Ghost-Shark kann nicht nur im Meerwasser killen, sondern als Geist auch überall auftauchen wo Wasser vorhanden ist! Vorerst noch in verbundenen Wasserleitungen, darf er dann sogar unabhängig in geschlossenen Systemen wie der eingelassenen Badewanne auftauchen oder in der Sprinkleranlage, im Pool bei der Teenparty und als größtes Hailight des Films, in einem Wasserspender(!!!!) … um daraufhin den durstigen Bürokraten nach seinem Becherdrink von innen heraus zu spalten!! Und da er so schön blau leuchtet ... VOLL LASER EY!!! Also wenn man sich spätestens hier nicht vor Lachen krümmt, ist man wohl im falschen Film! Wollt's nur gesagt haben! ;)

Neben der ziemlich öden deutschen Schnarch-Synchro bei "Ghost Shark" nervt in beiden Filmen auch stets diese fiese TV-Optik, aber die üblen Splattereinlagen die beide Filme grandios verbuchen können sind oftmals so trocken, dass sie einem das Zwerchfell kitzeln. Besondern wenn ein Hai einfach nebensächlich aber zielstrebig vom Himmel plumpst um dumme Statisten (Was mach ich eigentlich hier? Egal stell dich einfach da hin!) zu zermantschkern! So eben bei Sharknado.

Also! Wenn der Stapel ungesichteter Filme, mit etlichen Klassikern und Must-Haves bzw. cineastischen Meilensteine wieder mal zu groß wird und man sich wegen seines filmischen Horizontes schon minderwertig fühlt, wird es Zeit hier zu zu greifen! ;)



Für immer Liebe (HD-TV)
USA2012 – The Vow
Paige (Rachel McAdams) und Leo Collins (Channing Tatum) sind glücklich verheiratet, bevor ihnen ein Unfall einen Strich durch ihre so liebenswerte Verbindung macht. Denn als Paige im Krankenhaus aufwacht, kann sie sich nicht mehr an ihren Mann erinnern. Die letzte Erinnerung liegt Jahre zurück, in eine Zeit, in der sie noch ein ganz anderer Mensch war …

Was wiederum gleich einen fiesen Einstieg bietet, da Paige in diesem alten Leben gerade mit einem anderen verlobt war und auch für sich selbst noch ganz andere Interessen verfolgte. Denn sie machte erst nach dieser Zeit eine grobe Persönlichkeitsveränderung durch die sie dort hin brachte und zu dem machte, was sie mit ihrem Mann Leo war. Ein gelungener Schachzug des Drehbuchs, welches damit nicht nur enorme Veränderungspotentiale und einen Drang zur Persönlichkeitsentfaltung aufzeigt, sondern auch die Spanne zwischen den Liebenden enorm fies da stehen lässt. Gerade weil Leo es fast gänzlich mit einer anderen Person zu tun hat, welche statt einen liebenswürdigen Künstlerin wieder zum alten Ego, einer eher versnobten Upper-Class Lady, verkommt. Wobei man es als sehr gelungen betrachten kann die Figuren hier keineswegs zu einseitigen Stereotypen zu verkommen lassen, sondern sie in ihrem Dilemma glaubwürdig und auch verständnisvoll erscheinen zu lassen. Wobei hier besonders Leo emotional einiges einzustecken hat, aber letztlich doch auch überraschend selbstlos agiert, was in solchen Romanzen eine doch nicht alltäglich Tugend darstellt. Denn anders als sein Umfeld offenbart er nicht alte Intrigen um seine Frau eventuell damit auf seine Seite zu ziehen. Er versucht ein schon mal vorhandengewesenes Schicksal neu zu schreiben.

Optisch ist deren verheirateter Alltag und auch deren Freunde, ziemlich stylisch bzw. kreativ aufbereitet und bietet somit ein paar angenehme Wohlfühlpunkte, sofern man sich eben auch eher den Künstlernaturen hingezogen fühlt. Wenn man es eher geordnet und finanziell sicher hat, wird man sich wohl mehr in ihrem alten Leben wiederfinden.
Rachel McAdams hat hier ja schon einige einschlägige Genre-Erfahrung mitgebracht (Wie ein einziger Tag, Die Frau des Zeitreisenden) und agiert gewohnt überzeugend, während Channing Tatum, der natürlich auch Erfahrung hat (Step Up, Das Leuchten der Stille) doch mehr kitschig wirkt, seine Sache aber gut meistert.

Besonders das Ende unter leichtem Schneefall (in der Hoffnung auf einen heißen Kakao), durchtränkt vom brillanten Cure-Song "Pictures of You", brennt sich nochmals ein. Fantastischer Abschluss einer Filmromanze, die sich doch in kleinen Persönlichkeits-Nuancen von seichten Genrevertretern abhebt. Basiert übrigens auch auf einer wahren Begebenheit. Kann man sich also mal ansehen!
Nun steht "Alles eine Frage der Zeit" noch auf der WatchList! In diesen Bereichen auch noch "The Spectacular Now" und "Das Schicksal ist ein mieser Verräter".

 

 

(Bilder: bluray-disc.de)


Martians!!! (Ein Außerirdischer kommt selten allein) / Dracula (1931) / Juan of the Dead / Geschichten auf der Gruft (einige Episoden)


Hier nun noch der zweite Streich meines Halloween-Blogduos, indem ihr noch nachlesen könnt was im ersten Halloweenblog keinen Platz mehr fand, sowie auch meine anSICHTEN zu den beiden Titeln die ich noch direkt in der Halloweennacht sichtete! Eigentlich wollte ich hier noch die vierte Staffel von "The Walking Dead" einfügen, die ich auch schon währenddessen aufnahm und guckte, da will ich mir aber noch ein wenig Zeit nehmen damit sie nicht gleich wieder vorbei ist. Auch wenn es schwer fällt, da man so gern an deren infektiösen Alltag teil hat - mittlerweile bin ich bei Episode 7. Stattdessen hab ich hier dann noch ein paar Episoden einer anderen bekannten Serie eingebracht, die hab ich nämlich dazwischen genascht. Diese anSICHT könnte man sogar als mini-minimalen Beyond Ausflug sehen. Also nun zum Rest, vom Halloween-Fest ...
 

 



Martians - Ein Außerirdischer kommt selten allein (DVD)
USA1990 - Spaced Invaders
Die Marsianer führen einen Krieg im Weltraum. Als sich eine halbstarke Truppe Marsmännchen aufmacht mitzumischen, jedoch irgendwie den Anhang verloren hat, strecken sie ihre Fühler aus und empfangen von der Erde die (erneute) Übertragung von Orson Welles gesprochenem Hörspielklassiker "Krieg der Welten" (H.G. Wells) und halten es prompt für real! Sie glauben ihre Kollegen haben nun die Erde angegriffen und machen sich prompt zu dieser auf um auch noch ein paar Erdlinge zu vernichten. Da dort gerade die Halloweennacht voll am Laufen ist, fallen die frechen halbwüchsigen Marsianer gar nicht sonderlich auf.

"Ich hab gesagt, mach dich zum Sterben bereit Erdenpennerin!"
(die füllige Frau wird von den kleinen grünen Männchen außerdem noch gern "Pfannkuchen" geschimpft)

Da auch im echten Hörspiel die Angreifer vom Mars kamen, ergibt das schonmal eine grenzgeniale Idee, die auch gleich passend und sehr humorvoll eingefädelt wurde! Das sich die älteren Bewohner dieser Kleinstadt noch über die damalige Erstausstrahlung mit folglicher Panik unterhalten und erzählen was sie unternommen haben, bringt nochmals Witz ein.
Bei der Bruchlandung der nun echten Marsianer gehen diese gleich mal mit einer Geschwindigkeitsüberschreitung von genau (!) 2945 m/h einem dorftypischen Deputy in die Radarfalle - der dann dadruch auch den ganzen Film über mit halbverbrannten Gesicht durch die Gegend läuft - bevor sie einem Farmer die Scheune ruinieren. Welche durch die Holzlatten sichtbar in einem gleisenden Lichstrahl steht. Also typische Anspielungen fehlen hier keineswegs, was echt Laune macht! Effekttechnisch wird hier auch von billigen alten Miniaturbauten bis hin zu damaligen Lichteffekten schon was geboten, wobei das Highlight definitiv die genialen Masken der Marsianer darstellen. Deren Gesichtsbewegungen wohl durch Animatronics und der Rest durch Halbwüchsige belebt wurde. Auch wenn sie wie große Melonenköpfe aussehen, können sich ihre Fühler und auch die restliche Aufmachung mehr als sehen lassen. Das die witzigen und lässigen Typen auch mit Pilotenbrille, Collegejacken und weiteren sonderbaren Acessoires ausgestattet sind, macht die Angelegenheit nur noch amüsanter.

Also der Witz - wenn auch oft NUR albern - wird hier groß geschrieben, da dieser auch den Film trägt weil die Story nun vordergründig nicht wirklich bei Laune hält. Der neue Sheriff (Douglas Barr aus "Ein Colt für alle Fälle") muss sich in dieser heiklen Kleinstadtsituation beweisen und hat es auch bald mit manch irrwitzigen Dorf-Chaoten und einem verkleideten Lynchmob zu tun. Seine Tochter (Ariana Richards aus Jurassic Park) die als bissiger Alien verkleidet Süssigkeiten sammelt, verfolgt bald die frechen und angriffslutigen Aliens auf Schritt und Tritt. "Aber Dad, sie sind nicht wirklich böse, sie sind nur ... dämlich!"
Die Handlung setzt sich eben aus diesem genialen Mißverständnis zusammen und zeichnet den Weg der coolen Marsmännchen, vom Süssigkeiten ergattern über Schaden anrichten und eigenen interplanetaren Problemchen bis hin zum grandiosen Austeilen eines derben Spruchs nach dem anderen! Dieser Humor, manch irrwitzige, kreative (von amüsant billig bis genial umgesetzten) Ideen, dem tollen 80er Jahre Flair, gepaart mit Eindrücken aus noch älteren Sci-Fi Filmen sowie trashigen Eigenarten, macht den doch auch kindlichen Streifen durchgängig unterhaltsam.

Ich frag mich echt warum ich diesen vergnüglichen Streifen nicht schon damals entdeckt habe, denn als Kind/Jugendlicher hätte mir der wohl noch mehr gefallen! Aber auch heute macht diese kleine Randentdeckung noch Spaß und bot sich zu Halloween perfekt an. Für seriöse(*g*) Cineasten ist dieser (halbe) Kinderfilm, dieser Klamauk vom Mars, wohl weniger was, aber als Sci-Fi und B-Movie Fan möcht ich den nicht missen - diesen kleinen ulkigen, frechen und auch trashigen Ausflug voller Sonderlichkeiten!

Achja, Darsteller Royal Dano spielte in "Martians" (O: Spaced Invaders) den Farmer Wrechmuller, zwei Jahre zuvor spielte er den Farmer Gene Green in einer eher kleineren Rolle in "Killer Klowns from Outer Space" (O: Space Invaders). In beiden Rollen hatte er stets seinen treuen Hund an der Seite!



Dracula (Blu-Ray)
USA1931
Renfield (Dwight Frye) reist von England nach Transillvanien um Graf Dracula (Bela Lugosi) die Papiere seines neu erwobenen Grundstückes in England zu überreichen. Der Vampir macht sich Renfield schnell zum Untertan, gefolgt von der Überschiffung seines Sarges nach England um sich dort, in seiner neuen Heimat, auf eleganten Beutefang zu machen.

Ein Vampirfilm der gänzlich ohne Blut auskommt, na gut einmal wird sich mit Papier in den Finger geschnitten, der Rest bleibt aber blutleer. Doch für Atmosphäre braucht es das auch nicht und die ist beeindruckend in Celluloid gebannt. Besonders durch den Verzicht von Musik kommen Szenen zustande, die speziell durch Ausdruck von Mimik und Umgebungsflair ihre Wirkung in markanter Stille entfalten. Mann muss aber auch zugeben, dass einige dieser legendären Inszenierungen, auch besonders durch das hypnotisierende Schauspiel von Horror-Ikone Bela Lugosi, heute auch mal ungewollt witzig erscheinen. Wer sich vom Schauspiel her auch nicht vor Lugosi verstecken muss ist Dwight Frye als wahnsinniger Lakaie Renfield, der hier einige völlig beeindruckende, amüsante und auch ambivalente Auftritte abliefert. Besonders als er immer wieder vom Irrenhaus ausbüchst und bei versammelter, zuvor belauschter Mannschaft auftrickst und ihnen unerwartet souverän weiß macht, dass er sich solch Unterhaltungen eigentlich von Irren (wie er es ist) erwartet hätte - da sie sich zuvor über die Legenden des Blutsaugers unterhalten haben! Geniale Szene, gefolgt vom nächsten Highlight, als Dracula Van Helsing unterstellt, dass er für nur ein gelebtes Leben schon etliches Wissen mitbringt! Zwischen dem kleinen Kampf dieser zwei Erzrivalen, fehlt natürlich auch nicht die sinnliche Liebesnuance in der sich Dracula um die Tochter Mina (Helen Chandler) seines neuen Nachbarn, Dr. Seward hermacht. Dieser den Leiter der ansässigen Irrenanstalt darstellt, in der eben auch Renfield sein Zeit verbringt.

Nett sind noch die Bezüge, dass sich hier der Vampir neben einer Fledermaus eben auch noch in einen Wolf verwandeln kann und auch Knoblauch nie Thema wird. Wolfskraut reicht auch! Gegen Ende geht alles ziemlich schnell und wird auch ohne viel Aufsehens umgesetzt. Ich muss sagen, der Film ist zwar berauschend inszeniert und auch ein Klassiker des Vampirfilms, sowie Bela Lugosis markanter weiterer Wegbereiter in Genregefilden, - hier möchte man gleich nochmals Ed Wood von Burton sehen - aber nun auch kein persönliches Highlight meinerseits. Dennoch ein toller Klassiker der auch Zeitgeschichte darstellt, daran gibts nichts zu rütteln! (Ihr glaubt gar nicht wie sehr mir die Cover der Neuauflagen gefallen!!)



Juan of the Dead (TV)
SPA, CUBA 2011
Als auf Kuba eine Zombieepidemie ausbricht, die für etwas Politisches gehalten wird, entwickeln Juan und seine komischen Freunde eine Geschäftsidee. Nämlich gegen Bezahlung die Liebsten ihrer Landsleute zu töten. Wobei der schräge Haufen schonmal zeigt in welche Richtung der Film tendiert. Die Gaunerbande aus Juan und seinen beiden besten Kumpels sind mehr seltsame Müßiggänger und lassen kein Fettnäpfchen oder lukratives, verwerfliches Geschäft aus. Ein Transvestite der/die sehr gut mit einer tödlichen Steinschleuder umgehen kann und ein schwarzer Hüne, der kein Blut sehen kann und sich deshalb mit Augenbinde durch den Film prügelt(!), runden die Truppe Schwachmaten noch ab.

Das Zombie-Make Up sieht mehr "beiläufig" aus (im Vorbeigehen geschminkt) und manch Handarbeit sowie CGI Blut verseuchen die Szenerie. Wobei der schwarze Humor im Vordergrund steht und auch gleich gut kommt, wenn ausgetestet werden muss wie die merkwürdigen Zeitgenossen (Untoten) überhaupt zu töten sind. Da eine schon getestete Harpune und auch Pflöcke ins Herz nichts brachten, sowie auch keine Silberkugeln vorhanden sind (sondern nur die grandiose Idee dazu!) wird es per Kreuz mal mit Exorzismus versucht. Der zu wirken scheint, da Juan ihm am Ende das Kreuz über die Rübe zieht! Also solch Humor ist schon edel, der Film kann aber neben manch politisch gewürzter Ankreidung auch genauso plump.

Leider schippert der nämlich nur so vor sich hin und kann nur stellenweise mit seinen Gags punkten. Aber Preacher Jones Auftritt gegen Ende hätte ich definitiv nicht versäumen wollen, dieser hat auch eine ganz eigene Methode im großen Stil Zombies zu enthaupten. Definitiv ein sonderbares Highlight des Films. Gefolgt von einem großen Lacher meinerseits, als das Gespräch mit dem Preacher beendet wird. [SPOILER] Aus Versehen(!) wird er mit ner Harpune getötet - was hab ich bei dieser unerwartet blöden und trockenen Szene gelacht! [ENDE] Hier nimmt nach einem emotionalen Homoerotik-Gag der Film auch wieder ein wenig Fahrt auf, dadurch, dass ala A-Team etwas zusammengebastelt wird um sich nochmals zu retten. Kann aber dann auch nicht mehr viel rausreißen ...

Können sich Genrefreunde wohl mal beiläufig genehmigen. Ich hatte aber echt meine Mühen damit. Da gibts es definitiv viel charmantere und bei weitem bessere Zombiekomödien! Am Ende geht Juan wohl auch nicht umsonst baden.



Geschichten aus der Gruft (DVD)
USA - Tales from the Crypt
Diese von 1989 bis 1996 entstandene Serie wurde der gleichnamigen Comicserie(!!) aus den 50er Jahren entlehnt - William M. Gaines/EC Comics! Neben einigen Filmen und einer Zeichentrickserie, eben auch in Form von etwa 25minütigen Kurzgeschichten fürs Fernsehen produziert. Es gibt insgesamt 93 Folgen in 7 Staffeln. Es gab davon schon unzählige (auch geschnittene) Auflagen, jedoch erst im Januar 2013 waren endgültig alle Folgen auch in deutscher Sprache erhältlich! Gerade zuletzt (09/14) wurde ein Megabook mit allen Staffeln veröffentlicht.
Ich habe hier schon lange eine dieser Compilations mit 32 ausgewählten Folgen (natürlich UNCUT) im Schrank herumliegen und als Häppchen mal 5 davon in meinem Halloween-Programm untergebracht. Diese Abbildung hier zeigt meine Fassung, unten hab ich euch noch das neue Megabook abgebildet.
Auf Blu-Ray gibt es bisher auch nur diese 32 Episoden und das großteils in geschnittener Variante  inklusive schlechter Bildqualität. Statt den Namen der Figuren verwendete ich in der folgenden Übersicht gleich die Schauspielernamen ...
  • Der schüchterne Vampir: Hier arbeitet Malcolm McDowell als Nachtwächter/Vampir in einer Blutbank, sehr praktisch da er gleich an der Quelle sitzt. Als die Blutreserven aber immer weniger werden und es im Laden deshalb zu geschäftlichen Engpässen kommt, soll Personal reduziert werden. Deshalb muss kurzerhand wieder Blut beschafft werden! Heißt für den Vampir, Leute zu töten um die Blutbank wieder aufzufüllen, was ihm aber sichtlich schwer fällt!!

    Ganz nette Kurzgeschichte, nicht so spannend aber ein wenig amüsant. Besonders wenn McDowell ganz holprig das letzte Blut aus seinen Opfern quetscht. Eine kleine anrüchige Liebesgeschichte schleicht sich ein, sich der Vampir aber immer wieder zurückziehen muss wenn er spitz wird, da hierbei auch seine Zähne spitz werden! Es taucht auch noch ein sonderlich aussehender Van Helsing auf, der am Ende die Situation zur Zufriedenheit aller erledigt... [SPOILER] auch deshalb weil er durch ein amüsantes Mißverständinis den Falschen tötet! [ENDE]
  • Das Spezialmenü: Hierbei geht es um einen Imbiss, der dem Betreiberpärchen wenig bis keine Einnahmen bringt. Der Schwerpunkt auf Tintenfisch bringt kein lukratives Geschäft, das steigert sich erst als Steaks aufs Teller kommen. Jedoch sollte man nicht fragen woher das Fleisch dazu kommt!

    Christopher Reeve hier noch auf Beinen zu sehen erfreut! Er und Bess Armstrong betreiben diesen Imbiss und Judd Nelson bringt als ihr unmoralischer Teilhaber das Fleisch ins Haus. Den Tod können die Gäste dabei wohl nicht herausschmecken. Herrlich makaber, ein wenig hinterlistig und durchaus spannend. Meat Loaf (wie passend) taucht hier auch noch in einer kleinen Rolle auf... bevor er auf'm Teller landet.
  • Das Werewolf-Konzert: In einen luxuriösen Landhotel treibt ein Werewolf sein Unwesen und dezimiert die Hotelgäste. Sichtlich erschrocken und ohne Fluchtmöglichkeit - verschlammte Straße - soll dieser zur Strecke gebracht werden. Was ein Hotelgast erledigen soll ...

    Ex-Bond Timothy Dalton macht sich hier auf die Jagd, verwirrt aber wohl auch die Zuseher, da hier noch andere undurchschaubare Geschäfte laufen. Auf jeden Fall bekommt er es am Ende nicht nur mit Beverly D'Angelo zu tun, sondern sogar noch mit einem weiteren klassischen Monster. Eher verwirrende Geschichte, aber ein ganz akzeptables Ende.
     
  • Öl ist ein besonderer Saft: Ein Betrügerpärchen bringt die Leute durch einige Tricks um ihr Geld, dabei spielt sogar der Tod eine Rolle. Nach einem gelungenen Ablauf muss nämlich einer von den Gaunern wieder ausgegraben werden! Dieses Mal wird einigen Männern mittels eines vermeintlichen Ölvorkommens das Geld aus der Tasche geleiert ...

    Lou Diamond Phillips und Priscilla Presley spielen das Gaunerpärchen. Diese Geschichte wird immer verstrickter wodurch der Trickbetrug auch einige Wendungen parat hält. Teils zuviel, teils auch gelungen, fies sowieso! Das Ende ist überraschend und auch feurig - im wahrsten Sinne des Wortes. Tja, am Friedhof sollte man keine Spielchen treiben. 

     
  • Der Radioschocker: Der Radiosprecher Miguel Ferrer sorgt mit seiner schlüpfrigen Sendung in den Morgenstunden für manch erhöhten Puls. Seine Hörerschaft läßt aber immer mehr nach, weshalb ihm seine Schwester (Senderleitung) eine neue Co-Moderatorin in sein Kämmerlein sitzt. Was ihn plötzlich wieder auf Touren bringt ...

    Ein Schuß Erotik gepaart mit einer psychologischen Familiengeschichte, die auch vor dem Töten nicht zurückschreckt. Eine unerwartete Intrige und ein Gastauftritt von Gitarren-Ikone Slash sollen Schwung in die Sache bringen. Was aber letzlich nicht so richtig klappen will.


Alle Episoden enthielten eine (leicht erotische) anrüchige Note, etwas (blutige) Gewalt und auch ne Portion (makabaren) Humor. Natürlich auch stets mit bekannten Darstellern versehen. Diese Besetzung und deren speziellen Inhalte machen diese Serie auch aus.
Auch wenn sie nicht herausragen, können sie doch ein wenig Suchtfaktor auslösen, im Sinne von: Eine geht noch! Außerdem sorgt der Gruftwächter (Cryptkeeper), der zu Beginn und Ende jeder Episode seine schwarzhumorigen Scherze abliefert, für manch Lacher. Seine fiese Lache dabei ist sowieso ansteckend!

Bei meiner willkürlichen Auswahl fand ich "Das Spezialmenü" am Besten! Gefolgt von "Öl ist ein besonderer Saft". Einige Episoden klingen aber definitiv vielversprechender als sie sind. Der Rest war leider mehr mau und hatte nur seine kleinen Momente! Für zwischendurch aber ganz akzeptabel.... die nächste Bitte!
 

 


 
Das war nun auch noch der zweite Streich meiner Sichtungen. Diese Auswahl hielt zwar nicht mehr soviele persönliche Schmanckerl bereit, war aber immer noch sehr passend zu Halloween und auch erfreulich! Nun hoffe ich, ihr habt das Weekend gut überstanden ... und wünsch Euch noch einen guten Start in die Woche!

 

(Bilder: amazon.de)

 
Halloween Special: Killer Klowns from Outer Space / Return of the Living Dead II / Die Fliege (1986) /
Der Unsichtbare (1933) / Peanuts: Der große Kürbis



Es gibt wieder ein Halloween-Special mit Filmen die ich passend zum Thema im Run to Halloween geguckt habe. Heute werde ich zwar auch noch was sichten, aber hier hab ich den Großteil gesammelt.
Letztes Jahr sah ich hier den 80ties Kult "Die Nacht der Creeps", den nostalgischen s/w Klassiker "Die Schöne und die Bestie", das kindliche Abenteuer "Monster Busters" das mit etlichen coolen klassischen Monstern auftrumpfte, den animierten "Frankenweenie" von Burton und dann noch den Kultklassiker "Night of the Living Dead"!! Bei etwaigen Interesse gibts das nach wie vor hier nachzulesen! Ansonst geht es weiter zu meinen diesjährigen anSICHTEN, zum Programm. Keine Angst, es ist gar nicht blutig geworden, sondern vielmehr witzig, klassisch aber auch mal eklig!





Killer Klowns From Outer Space (DVD)
USA1988 - Space Invaders
Mike (Grant Cramer) und Debbie (Suzanne Snyder) kommen sich gerade auf einem abgelegen Hügel der Stadt (typischer Liebeshügel für Jugendliche) näher als ein Meteor niedergeht. Voller Neugier wollen sie zur Absturzstelle, entdecken da aber nur ein Zirkuszelt!! Mittig im Wald!!! Beim Eintreten entdecken sie eine Art Raumschiff und schon bald wissen sie, dass die Zirkusclowns alles andere als freundlich sind... und diese sich außerdem gerade aufmachen die Menschen der Stadt zu töten.

Diese schräge Geschichte glaubt ihnen aber auch die Polizei nicht …

Aus der Good Cop, Bad Cop Variante will dann der Gute, der zuvor auch schon mit Debbie liiert war, der Sache auf den Grund gehen. Auch mit der Gefahr sich total lächerlich zu machen, denn der böse Cop –John Vernon als wirklich cooler Klischeetyp– hält die ganze Sache für einen üblen Teenager-Scherz. Nach anfänglicher Skepsis und nachdem dann auch noch Debby entführt wird, müssen die beiden Konkurrenten (in Sachen Liebe – aber hier nur sehr nebensächlich) zusammen arbeiten. Bilden sogar ein gutes Team wenn es darum geht den Clowns auf die Spur zu kommen und ihnen den Garaus zu machen.

Der ulkige Trashstreifen hat einige tolle Ideen zu bieten, sei es, Menschen per Zuckerwatte in Coocons einzuwickeln, bewegliches und sich mörderisch entfaltendes Pop-Corn oder gar das Wegballern roter Clownsnasen! Die Effekte sind auch ganz witzig und wirklich gut in Szene gesetzt! Egal ob handgemachte, quitschbunte Kulissen oder üble Clownsvisagen, auch manch visuelle Tricktechniken können für ihre Zeit markant verblüffen! Besonders der abgehobene Zirkuskreisel zu Ende oder die Phaserstrahlen zum Einzuckern! Die Clowns sind zwar fies aber dennoch auch liebenswert witzig, zumindest solange bis sie dich fressen oder dir den Kopf abschlagen. Ist übrigens auch die einzig blutige Szene, der Rest setzt mehr auf Bösartigkeit und gruseligem Spass! Eine gelungene Atmosphäre zieht sich durch den ganzen Film, egal ob durch die visuellen 80ties oder die echt gelungene musikalische Untermalung. Schon die Intromucke überzeugt und dazu noch ein genialer Score, der von theatralisch bis irrwitzig reicht!

Mit seinen 80 Minuten, eine recht kurzweilige und atmosphärische Tortenschlacht! Der Film wäre sogar trashbefreit und mal ernst zu nehmen … wenn es keine Clowns wären! So können 80ties- und Trashfans blind zugreifen, alle Alien-Invasions-Freunde müssen den "lächerlichen" Vertreter sowieso gesehen haben!




Return of the Living Dead II
(DVD)
USA1988
Im ersten Teil (Verdammt, die Zombies kommen 85‘) waren es schon verseuchte grüne Gase, die durch das Verbrennen einer verunreinigten Leiche in einem Krematorium entstanden sind. Folglich auf den anliegenden Friedhof niederregneten um die Toten aus ihrem süssen Schlaf zu erwecken. Die Ursache war stets ein militärisches Fass mit der Chemikalie 2,4,5-Trioxin, die bei den Entdeckern zu sonderbar tödlichen Nebenerscheinungen und einem Hunger nach Gehirn führten. Im zweiten Streich (Toll treiben es die wilden Zombies – so der deutsche Titel) fällt eins dieser genremarkanten Teile von einem Laster und sorgt nach der Befreiung einiger halbstarker Kiddies erneut für eine grüne Giftwolke. Wie erwartet überzieht diese (+spontanem Regen) einen Friedhof um die ulkigen Zombies wieder aus ihren Gräbern zu holen.

Diese stark augenzwinkernd arrangierte Zombiekomödie wirkt fast schon wie ein Remake des ersten Teils, was sich in einzelnen Elementen auch immer wieder bemerkbar macht. Dieser Teil braucht aber eine Weile um in Fahrt zu kommen und bietet als Szenario vorerst nur eine neu zugebaute Siedlung (halbe Baustelle) in denen manch Kinder ihre Mutproben am benachbarten Friedhof veranstalten. Der Witz kommt dann rein, als sich die dort zeitgleich befindlichen Leichenfledderer, über die Geschmacklosigkeit der Kinder beschweren!! Sorgt schonmal für manch Schmunzler, aber noch keine großen Lacher, die kommen mehr zäh im späteren Verlauf als sich die Bande Teens in ihrem endlich steigernden Fluchtverhalten in die Stadt aufmacht und haben ihren Höhepunkt spätestens dann erreicht, wenn sich ein Zombie mit Michael Jacksons Jacke aus dem Video "Thriller" total auffällig unter die Meute mischt. Die Zombies selbst geben schon einiges an Gags in ihrem Verhalten ab, können hier nicht nur Laufen, sondern sogar Militärjeep fahren und neben dem Wort "Geeeehiiiiirn!!" sogar ein paar Wörter mehr: "Nimm den verdammten Schraubenzieher aus meinem Kopf!" … sind aber ansonsten auch typisch lahm und unbeholfen, wie es sein soll.

Einige Schauspieler erkennt man aus Genregefilden. Die Hauptakteure James Karen und Thom Mathews spielten schon im ersten Teil mit, letzterer spielte auch in einem meiner liebsten "Freitag der 13. Filme" den legendären Tommy Jarvis. Den jungen Michael Kenworthy erkennt man eventuell noch aus dem tollen 88iger Blob und Suzanne Snyder war auch bei den Killer Klowns mit an Bord… alle großteils passend dazu am Overacting und völlig überdrehter Laune, oftmals schon zu überdreht. Die Zombiemasken sehen schon echt cool aus und bieten manch Abwechslung, gepaart mit ekligen handgemachten Effekten, die nicht nur den Zombies ans Eingemachte gehen. Die 80er Jahre Animation blauer Elektrizitätsströme kann sich auch sehen lassen! Stimmlich verhunzt leider der Score so manches und will nicht so richtig dazu passen, der wundersamerweise auch ein anderer als im O-Ton ist! Viel zu aufdringlich in der deutschen Synchro, soll wohl nervigen Spaß machen! Da James Karens deutscher Synchrosprecher auch mal Homer Simpson seine Stimme verleiht, glaubt man gleich das man ist im falschen Film, als dieser vor Angst zu wimmern beginnt und die Sache unüberhörbar wird … gefolgt vom automatischen Lachen!

Dadurch, dass sich der Film keineswegs ernst nimmt, kann echt Laune aufkommen! Somit macht diese Fortsetzung zwischen, im Haus verbarrikadieren, bis hin zur Flucht durch die ausgestorbene Stadt, vor Zombies und Militär, in der zweiten Hälfte einiges wieder gut, auch dadurch, dass er wieder an Fahrt gewinnt und die halbgaren Späßchen immer mehr werden. Nicht so gut wie der erste Teil, aber ein Funfilm im augenzwinkernden Zombiegenre an dem man als cineastischer Zombiefreund sowieso nicht vorbeikommt!!




Die Fliege (HD-TV)
USA1986
Der Wissenschaftler Seth Brundle (Jeff Goldblum) arbeitet an der bahnbrechenden Methode etwas von einem Ort zum anderen zu teleportieren. Mit Gegenständen schon geschafft bleibt noch der Durchbruch aus lebendige Materie zu übertragen. Nach einigen blutigen Fehlversuchen gelingt es ihm einen Pavian gesund zu teleportieren. Eigentlich will er noch 3 Wochen für einen Selbstversuch abwarten, um festzustellen ob der Affe auch keine Folgeschäden aufweist, doch aus wissenschaftlichem Übermut und einem Anflug ungehaltener Eifersucht wird ein riskanter Selbstversuch … leider hat sich unerwartet eine Fliege in den Teleporter verirrt!

Die meisten kennen die Geschichte und ihre Auswirkungen aus dem Kult Sci-Fi Ekel-Drama von David Cronenberg. Der Computer konnte beide nicht separat übertragen, sondern errechnete eine Misch-DNA. Was anfänglich gleich mal zu interessanten Fähigkeiten von Brundle führt, der stärker wird und gleich mal einige Tricks zum Besten gibt. Bevor die ganze Sache dann richtig eklig wird und er sich immer mehr zu diesem Tier entwickelt! Hier braucht der Zuseher teilweise schon einen starken Magen, besonders wenn Brundle beginnt seine Nahrung mit ausgekotzten Enzymen vorzuverdauen. Genauso abscheulich aber erstaunlich fallen die plastisch, schmierigen und auch abARTigen Effekte aus, denn die Maskenbildner haben sich echt Mühe gegeben diese Verwandlung immens glaubwürdig und ideenreich aussehen zu lassen! Entweder man muss angewidert wegsehen oder ist gebannt von den damaligen Möglichkeiten! Auch die Telepods haben ein beeindruckendes Design und der dazugehörige Retro-Computer mit seiner fiktiven Software ist grundsätzlich ein Highlight. Auch sein leicht abgefucktes, aber für einen Wissenschaftler sehr passendes Loft auf einem alten Fabriksgelände, sollte nicht unerwähnt bleiben.

Als Zusatz enthält der Film eine Liebesliason die durch Geena Davies aufkeimt, welche hier eine interessierte Journalistin spielt. Sie nimmt sich den Außenseiter zur Brust und will ihn exklusiv durch seine Experimente begleiten, dessen Höhepunkt seinen Selbstversuch abzeichnen soll. Die beiden verlieben sich ineinander, was später zu einigen Komplikationen führt. Wobei das zwischenmenschliche im Film doch auch sonderbare Züge annimmt! Kommt die Sache gleich anfänglich recht schnell zum Laufen, bergen besonders die Phasen in denen Brundle immer mehr ein unansehnliches Mischwesen wird und dadurch auch sein Charakter stark ins Wanken gerät, einiges an Brennpunkten. Stets sehr gut von beiden getragen, besonders Goldblum leistet hier vom eher schüchternen aber talentierten Wissenschaftler/Physiker bis hin zum wandelnden menschlichen Experiment so einiges.

Cronenbergs Teleportationsstreich, der zu einer Kreuzung aus Tierversuch und Genexperiment MUTIERT, nimmt sich grundsätzlich Zeit, bleibt doch stets in seiner Entwicklung (Transformation) bindend. Die Lovestory lenkt dabei nicht ab, sondern fügt sich homogen in die Gesamtstory ein. Wobei das Wort homogen in Bezug auf diesen immer abstrakter werdenden Hybriden wohl alles andere als passend erscheint. "Die Fliege" kann sich echt sehen lassen, sofern man sich vor lauter Ekel nicht schon zuvor abwenden muss!




Der Unsichtbare (Blu-Ray)
USA1933
Dieser Universal Monster Klassiker beginnt gleich mit einem atmosphärischen Schneegestöber unweit von einer Dorfspelunke entfernt, in die es den völlig vermummten Dr. Griffin verschlagen hat. Er möchte ein Zimmer, um ungestört an seinen Eperimenten arbeiten zu können ...

Das besondere hieran, er ist schon unsichtbar! Der Film zeigt nicht langwierige Forschungsarbteiten die dann schief laufen, sondern läßt einen gleich mittendrin einsteigen. Der Wissenschaflter will nun in friedlicher Abgeschiedenheit seine Experimente durchführen um sich wieder sichtbar zu machen. Mit "friedlich" wird es jedoch nichts, denn nicht nur die Neugierde der Dörfler, sondern auch der Unsichtbare entwickelt spezielle Eigenarten. Denn um die Einordnung zu den MONSTERklassikern zu erhalten, bedarf es schon einer etwas grimmigen Sonderlichkeit, was sich hier darin ausdrückt, dass eine ungewünschte Nebenwirkung des Unsichtbarkeitsserums weniger erfreuliche psychische Charakterveränderungen hervorruft. Was sich vorerst noch in mehr witzigen Späßchen ausdrückt, die der Unsichtbare mit der Dorfbande treibt um sich Luft zu machen, geht doch so weit, dass der Doktor immer wahnsinniger wird und auch vor Mord nicht zurückschreckt! Wobei die Pläne sogar noch größere Dimensionen annehmen sollen, wenn ihn niemand stoppt, denn das stellt sich als gar nicht leicht heraus.

Deshalb bietet dieser s/w Klassiker neben einer guten Brise Humor (ala Spukkabinett, Situationskomik und manch überzogener Theatralik), doch auch stets eine fesselnde und spannende Note. Parallelstränge kommen hinzu durch die Freundin des Unsichtbaren und eines Wissenschaftlers die beide nach ihm Suchen, sowie durch die Arbeiten der Polizei die eigene Methoden entwickelt um der größer werdenen Gefahr Einhalt zu gebieten.
Die geniale Atmosphäre zu Beginn läßt zwar folglich ein wenig nach, bleibt aber immer noch beachtlich, besonders durch manch knisternde Kaminstimmung welche Räume erfüllt oder sogar durch manch tristem Geäst, das man immer wieder durch Fenster erspähen kann. Das s/w Bild ist dem ganzen Ambiente stimmungstechnisch nochmals markant zuträglich! Die Effekte sind für die damalige Zeit erstaunlich, es ist kaum zu glauben das der Film aus dem Jahre 1933 ist. Am Bild könnte man natürlich Mängel finden wenn man will, aber für dieses Alter ist die Restauration einfach nur ein Traum. Der deutschen Synchro merkt man schon eine gewisse Modernität an was gegen den Filmcharme spricht, dafür ist sie aber auch klar und verständlich und fällt auch nur zu Beginn auf, da sie gefühlsmäßig recht gut gelungen ist. Aber das hämische und irre Lachen des Unsichtbaren kommt fies gut!

Dadurch, dass das Finale - hier durfte Regisseur James Whale endlich seine Variante präsentieren, weil ihm bei Frankenstein (1931) noch das Studio querredete - nochmals in einem Schneegestöber stattfindet, passt der Film nicht nur ins Halloweenprogramm, sondern von der Atmosphäre her auch sehr gut in die Vorweihnachtszeit. Hab mir nicht zuviel erwartet und war deshalb wohl auch sehr positiv überrascht! Ein echt toller s/w Klassiker! Stellenweise sogar überragend!




Die Peanuts: Der große Kürbis (DVD)
USA1966
Dieses TV-Special hab ich im Laden günstigst auf DVD gesehen und da es sich hervorragend zu Halloween anbot auch gekauft und keineswegs bereut! Wenn es auch nicht gruselig ist und mit Worten sparsam ungeht, ist es doch sehr liebensswert! Gerade manch wortlose Bedächtigkeit "zeichnet" die Stimmung der Peanuts so aus. Dieses 25 minütige Special ist schon aus dem Jahre 1966 und somit eins der ersten Fernsehspecials. (Die 3te aus 32).

Linus glaubt, dass sich an Halloween der große Kürbis aus seinem Kürbisfeld erhebt und ihn dann mit Süssigkeiten beschenkt. Alle halten in für irrsinnig, da er an diese Geschichte glaubt und sogar Briefe an den großen Kürbis schreibt, er hält aber felsenfest daran läßt sich nicht von seinem Glauben abbringen. So wacht er die Nacht über im Felde während seine Freunde auf "Grabschertour" sind. Das Süssigkeitensammeln in gespenstiger Verkleidung nennen sie nämlich "Grabschen"! Snoopy kämpft derweil als Pilot gegen den roten Baron, den er auf/mit seiner Hundehütte jagd. Weiters gibt es viele tolle Sprüche die markant erwachsen klingen und deshalb umso amüsanter ausfallen. Auch einige liebenswerte Situationen, ulkige Grimassen und natürlich die Atmosphäre die durch den typischen und auch nostalgischen Zeichenstil, die Musik und manche Laute der Rasselbande entstehen. Besonders die nächtlichen Szenen haben es mit angetan, und wenn dabei Linus noch angstvoll die Haare zu Berge stehen, kann man nur lachen. Einfach sehenswert ... und auch herzig!

Auf der DVD befindet sich noch eine weitere 25Min. lange Episode namens "Alles fauler Zauber" (1981) in der sich Snoopy ein Zauberbuch aus der Bibliothek ausleiht und danach Charlie Brown mit Unsichtbarkeit zu kämpfen hat. Das 13 minütiges Extra "We need a Blockbuster, Charlie Brown" zeigt als kleine Doku noch wie das Kürbis-Special entstand. 
 
Sehr erfreulich war, das diese Woche auch noch von den Simpsons die Adaption dieser Geschichte in der Treehouse of Horror Serie (die Simpsons Halloweenfolgen) lief. Wodurch ich die Bezüge viel besser erkennen konnte und echt Laune aufkam. Hier spielt Milhouse die Rolle des Linus, der mit seiner Schmusedecke im Kürbisfeld wartet. Erstaunlich wieviel Background also Zeichenstil und Eigenarten, sowie auch Musik und Verhalten übernommen wurde. Wenn auch bei den Simpsons themenbezogen brutal, durch die 1:1 Bezüge doch eine echt nette Hommage!



 

 
Auf jeden Fall zuvor noch einen netten Abend und angenehme Feiertage, bzw. ein tolles Wochenende!!

 

(Coverbilder: amazon.de)



Da ich letzte Woche mit meinen beiden Blogs schon ausgiebig Informationen über den Comic Schneekreuzer und seine Filmadaption Snowpiercer erläutert habe wollte ich nicht gleich noch etwas drauflegen, wäre definitiv zuviel gewesen und einer Überflutung gleichgekommen. Vorerst hier noch die Links zu den beiden ersten Blogs:
 
 
Aber da gab es noch etwas (fast) Verborgenes das ich noch ansprechen wollte. Gerade zur BEYOND-Reihe finde ich das eigentlich noch passend...

 
Der Schneekreuzer und das I GING


Vorerst muss ich euch gleich sagen, hiermit gleich ganz tief in die Detailkiste zu greifen und ohne die nun kommenden Informationen ist das Comic genauso zu verstehen, da es keine notwendige Relevanz einnimmt oder die Gewichtung hat, die ich diesem Auftauchen hier einräume! Aber dennoch eröffnet sie einem nochmals ein Fenster in eine weitere Richtung … nämlich einem Schicksalsaspekt!

Ich sah nämlich am Falz des Comicbuches ein bestimmtes Symbol. Eines das ich aus dem chinesischen I-Ging kenne, es aber nicht für möglich hielt, dass es für das Comic eine Bedeutung haben könnte, oder überhaupt selbst am Comicfalz dieses I-Ging Symbol darstellen soll... ich hielt es für ein eventuelles Verlags-Symbol!


Das änderte sich aber als VAL im dritten Kapitel plötzlich aus einer nächtlichen Langeweile heraus beginnt das I GING zu befragen und plötzliche das erste Symbol im Comicbuch eröffnet (S.183). Sie sagt, sie will es für eine ihre Arbeiten der virtuellen Reisen benutzen. Mittendrin befragt sie es erneut nach einer einschneidenden Mitteilung (S.202) und dann endet sogar noch die ganze Geschichte mit einem dritten Symbol (S.249)! Die letzte Seite des Comicbandes, das letzte Fenster/Bild des Comics stellt ganz groß das I-Ging Symbol des Friedens dar! Also kann man dem Auftauchen dieser Symbole auch (über)große Bezüge zur ganzen Geschichte anrechnen.

 
 Bild: © Verlagshaus Jacoby & Stuart


Nun muss ich euch kurz erklären was das I-GING überhaupt ist. Es handelt sich um ein uraltes chinesisches Orakelbuch. Mit dem man – wenn man das kann – einen Blick in das Regiebuches seines eigenen Lebens erhaschen darf ... so hat es mir zumindest mal ein Meister des Faches erklärt, als er es mir aufbereitete!

Grundsätzlich wird es aber als Orakel verwendet um in bestimmten Situationen um Rat zu fragen! Das kann jeder nach einer (kurzen) Anleitung mal versuchen, jedoch lebt es natürlich, wie all diese Dinge, oftmals auch von der Interpretation oder der eigenen Aufnahmebereitschaft solcher Dinge. Hierbei wird einem ein Symbol dargestellt (das nochmals in seinen Linien Unterteilungen findet um detailierte Aussagen zu tätigen) um zu begreifen was derzeit in seinem Lebensvollzug das eigentliche Thema darstellt. Um sich auf "Wesentliches" (etwas Bestimmtes) zu fokussieren und dementsprechend zu (re)agieren. Oder aber auch nur als Information zur Beschreibung eines gewissen Lebensaspektes.


Ein Auszug aus Wikipedia in Fachchinesisch:
"In der gelehrten Rezeption seit dem 4. Jhd. v. Chr. existierten zwei Deutungstraditionen: Die erste betrachtete das Werk als ein Handbuch der Divination. Die andere bemühte sich um eine philosophische Deutung und betrachtete das Buch als Quelle kosmologischer, philosophischer und politischer Einsichten zum Gegenstand eindringlicher philosophischer Kommentierung."

Auf gut Deutsch: In der ersten Deutungsvariante soll es Weissagungen unterbreiten, in der Zweiten wird es als hintergründiger Denkansatz für gewisse Beweggründe/Ereignisse genutzt. Im Endeffekt läuft es meiner Meinung nach auf Selbiges raus - einen Hintergrund zu betrachten.


Im Comic werden eben in kleinen Momenten Zeilen aus diesen Deutungen vorgelesen, diese werd ich hier aber nicht nochmals erwähnen, da es doch einiges an Text ist und ausserdem so aus dem Kontext gerissen sowieso nur "Bahnhof" verstanden wird.
Ich werde hier nur minimal versuchen die vorkommenen Zeichen mit Hilfe eines Buches zu deuten und dann eine Verbindung zum Comic herzustellen.
Wobei ich immer noch darauf hinweisen möchte, dass dies immer noch meine Auslegungen sind... Ok genug! Nun zu den Symbolen aus dem Schneekreuzer.

VAL eröffnet als erstes das Symbol ...


 
Das Warten (Die Ernährung)


Dieses besagt, dass jeder seiner Nahrung bedarf aber das Spenden dieser Speisen seine Zeit hat! Wie etwa Wachstum und auch Regen erwartet werden muss. Man kann nichts erzwingen und eine gewisse Übereile könnte zur Gefahr werden, da einfach mit einer inneren Gewissheit sein Ziel zu erreichen, gewartet werden muss. Die Ernährung steht hierbei für eine Stärkung bis hin zu diesem Zeit(Schicksals)punkt. Nur mit der Stärke einer inneren Sichterheit läßt sich das ganze ausharren, ohne jeden Selbstbetrug, indem man der Sache, so wie sie ist, ins Auge sieht kann sich daraus ein Licht entwickeln das den Weg des Gelingens weißt. Diese Beharrlichkeit wird symbolisch/textlich auch als ein überqueren des großen Wassers gedeutet, welche man erst mit dieser Gewissheit besteht.

Diese Deutung könnte man auf die Geschichte des ganzen dritten Kapitels übertragen, da alles seinen natürlichen Ablauf haben muss und mit der Zielstrebigkeit der wohlgesonnenen Protagonisten (VAL & PUIG ...) das eher manipulative Regime (Selbstbetrug) überdauert werden muss. Man nicht vorschnell handeln darf, sich nicht beirren läßt und mit Beharrlichkeit seine wohlwollenden Ziele verfolgt. Einfluss in kleinen Etappen ohne gleich übers Ziel hinauszuschießen, was hier eben ansonst das Gegenteil (ein Misslingen des Ganzen) bewirken könnte.
Das überqueren des großen Wassers nimmt hier noch einen eigenen Stellenwert ein, da hier im Comic gegen Ende eben auch real diese Gefahr auftaucht und angegangen werden will. PUIG tritt zuvor überzeugend für seine Interessen ein und muss abwarten, dass sich die Sache irgendwann wendet. [SPOILER] PUIG überquerrt den Ozean wirklich erst, als er die Kontrolle über den Zug erhielt und die manipualtiven Übeltäter beseitigt wurden. [SPOILER ENDE]


Als VAL das erste Symbol vorliest, kommt PUIG vorbei und übernimmt hier die Position des Skeptikers: "In allen Orakeln findet man etwas, dass die Illusion nährt, die man hat, mit jeder Menge Soße dazu." Wobei man sagen muss, er zielstrebig und authentisch sein Ding durchzog und dadurch (auch unbewusst) wie vorausgesagt ans Ziel kam!


Die Unschuld (Das Unerwartete)
 


Der letzte Strich dieses Zeichens ist im Comic nicht ersichtlich, durch den dazugehörigen Text hab ich es jedoch als "die Unschuld" identifiziert. VAL eröffnet es als zweite Deutung, in einer ihrer finsteren Stunde.
In der Deutungsinterpretation dieses Zeichen steht, das jene, die einer guten Natur, Echt, Natürlich und ohne Hintergedanken getrübt, sind (ich würde mal sagen reines Herzens) in ihrer Bewegung geleitet werden. Durch die Hingabe an dieses Göttliche erlangt man eine Unschuld, die ohne Hintergedanken an Lohn und Vorteile, mit instiktiver Sicherheit das Rechte tut. Wobei hier mit Recht die Übereinstimmung mit dieser göttlichen Bestimmung gemeint ist.
Im Comic wird noch ein Zusatz erwähnt: "... Der Starke kommt von aussen und erringt die Herrschaft im inneren. Ein Triumph der aufrechten Haltung. Wenn jemand nicht ist, was er sein soll, wird er Unglück erfahren..."


Passt alles sehr gut zum Mittelteil weil hier die Intrigen ihren Höhepunkt erreichen und die Spreu vom Weizen getrennt wird. Es werden wie in der Deutung, nun die Machtverhältnisse verändert, da vom Schicksal nur mehr jene ohne manipualtive Hintergedanken Unterstützung des Lebens erwarten dürfen.
Für VAL auch etwas Überraschendes/Unerwartetes auftaucht und PUIG in seiner unbeabsichtigten Unschuld immer noch seinen Einsatz abliefert. Er, auch VAL und einge andere, verkörpern hier die rechtschaffende positive Gesinnung. Als PUIG mal in einem wütenden Augenblick von seiner Verhaltensweise abkommt wird er von VAL wieder in Bahn gelenkt. [SPOILER] PUIG soll von Lakaien eines fiesen Priesters umgebracht werden, da dieser die Macht behalten möchte. Er wird schon für Tot gehalten, als er plötzlich nach der I GING Befragung überraschenderweise wieder auftaucht! Alle Intriganten werden hier nach und nach ihres Platzes zurechtgewiesen. [SPOILER ENDE]


 
Der Friede



Dieses Symbol findet sich nach Abschluss der Comicgeschichte groß auf der letzten Seite abgedruckt. Im letzten Bildausschnitt des Comics wird darauf eingegangen indem aus der Deutung eine einzelne Linie dieses Symbols zitiert wird:
"Der Frieden ...
Neun an der dritten Stelle bedeutet: Keine Ebene, auf die nicht ein Hang folgt, kein Kommen, auf das nicht ein Gehen folgt. Ohne Fehl ist, wer in der Gefahr unbeirrbar bleibt. Beklage diese Wahrheit nicht. Erfreu dich des Glücks, das du noch besitzt!"


Es gibt 64 dieser I GING Symbole und jedes Symbol kann für eine Detaildeutung nochmals in seine Linien unterteilt werden. Die Textzeile "Neun an der dritten Stelle" weißt somit auf eine einzelne Linie hin, weshalb die Grunddeutung des Symbols eine zusätzliche Information bekommt und mehr in den Hintergrund rückt. Somit will diese Einzelliniendeutung darauf hinweisen, das alles Irdische einem Wechsel unterworfen ist. Das Schlechte kann zwar zurückgedrängt werden, aber nicht dauernd beseitigt werden. Wenn einem diese Einstellung zu negativ ist (im I GING gibt es weder positiv noch negativ, nur neutrale Betrachtung), will es einem nur sagen, dass man im Glü
ck nicht in Verblendung geraten soll! Das Glück bleibt einem solange treu, wie man sich auch der Gefahren bewusst ist und sein inneres Wesen stärker bleibt als das äußere Glück. Was eben meiner Meinung nach darauf hindeuten soll, dass das äußere Glück eben auch vergänglich ist und man deshalb nicht davon abhängig werden sollte. Und es auch Möglichkeiten gibt, im Unglück etwas Glück zu finden ... oder zu haben.

Die Grunddeutung besagt immer noch, dass nun die Einflüsse in Harmonie sind und symbolisch die Kräfte der Natur den neuen Frühling vorbereiten. Sodass die Fehde ein Ende hat, innen das Licht außen das Dunkle, wodurch die Guten in zentraler Machtstellung auch Einfluss auf die Schlechten haben, sich diese infolge dadurch auch bessern können.



Tja, passt sehr gut zum Ende des Comics, welches eben einen Machtwandel abzeichnete, aber dennoch nicht gänzlich positiv endete (Liniendeutung). Mit dem Wissen dieses Symbols könnte man es EVENTUELL aber auch positiv interpretieren, da ein erster Frieden definitiv erreicht wurde! [SPOILER] Das Ende erscheint irgendwie trostlos, da der gefrorene Ozean wegen einer Funknachricht, eines gehörten Liedes, überquert wurde, in der Hoffnung Leben oder mehr zu finden. Es jedoch nur eine unbesetzte Station im Eis war die noch trällerte. Für die Besatzung des Zuges wohl recht enttäuschend, aber andererseits wurde das fiese Regime gestürzt und ein wohlwollendes Gleichgewicht hergestellt. Auf der letzten Seite des Comics aber keiner weiß wie es danach weiter geht... aber das Symbol zeigt erst mal Frieden an, wodurch man das auch positiv sehen kann. [SPOILER ENDE]




Ich muss sagen, dass Auftauchen dieser Symbole in einem Comicbuch, welches man eigentlich fast einer gewissen Popkultur zuschreiben würde, wunderte mich doch sehr!! Auch wenn es nun keinen notwendigen Stellenwert für den Leser hat, da der auch so versteht was hier vorgeht, so erscheint es doch eher unauffällig und mehr hintergründig ... aber eben eine Zusatzinterpretation erlaubt und sofern man will, auch hinzufügt! Gar nicht mal übel und wie ich finde und auch ein passender Zusatz in Sachen B E Y O N D!

Es war mir wieder mal eine Freude eine wirklich tolle Geschichte in zwei Interpretationen zu erleben, als Graphic Novel und Film eben, sie dann auch noch ausgiebig für die Beyondreihe zu beleuchten und sogar noch etwas eher Unbekanntes/Unauffälliges (völlig Unerwartetes) darin zu entdecken. Es war eine spannende Reise!

 
Also das war es nun mit meiner Schneekreuzer Blog-Trilogie, also wie immer bis bald oder eben BIS BEYOND!!
 
 

 



Zur Hilfe genommene Quelle: I GING - Die Macht des Schicksal von Richard Wilhelm / aus dem Marixverlag
Comicbild:
© Verlagshaus Jacoby & Stuart
I GING Symbole selbst erstellt
Hier geht es nun zum Vergleich
vom Schneekreuzer zum Snowpiercer!


Ich vergleiche hier nun den ersten Comicband (Der Entflohene) mit dem Film, da hier das Setting von Anfang bis Ende des Comics und auch Films gleich gegenübersteht, sich nämlich auch hier von Ende bis zum Anfang des Zuges vorzuarbeiten. Was grundsätzlich nun auch dazu dienen soll euch mehr Inhalt des Comics näher zu bringen!
Ich hab zwar vieles erläutert und auch einige SPOILER eingebaut (die Groben in Anfang/Ende auch markiert) aber immer noch manches offen gelassen habe, damit es doch noch etwas zu entdecken gibt!


Im Film gibt es eine Zwei-Klassenunterteilung, im Comic sind diese Gesellschaftsschichten in 3 Klassen unterteilt. Die Erste lebt wie im Film in vollstem Luxus und die zweite ist eine sogenannte Mittelschicht die in gewöhnlichen Kabinen lebt. Die dritte Klasse ist im Comic die niederste, zusammengepferchte Menscheneinheit, die hier jedoch völlig abgeschnitten vom Rest des Zuges lebt! Sie wurde nach einer Revolte, die schon eine Weile zurück liegt, einfach vollkommen ihrem Schicksal überlassen und abgeriegelt. Keiner, weder Erste noch zweite Klasse weiß was in der Dritten vor sich geht, oder welche Zustände dort herrschen! Weshalb sich eine aufkeimende humanitäre Organisation der zweiten Klasse, die schlimme Gerüchte gehört hat, um die dritte Klasse annehmen und diese wieder in den Zug integrieren möchte. Die bewaffneten Soldaten dies aber stets verwehren und niemanden durchlassen. Eine Frau namens Adeline Belleau aus der Zweiten schafft es später aber einen Kontakt herzustellen. Zumindest mit Einem: PROLOFF!


Proloff ist hier gleichzusetzen mit Curtis aus dem Film!


Ihm gelingt als einziger die Flucht aus der dritten Klasse. Ganz dicht eingewickelt, um außen am Zug über ein Toilettenfenster in die zweite Klasse einzudringen. Gleich zu Beginn des Comics mit gefolgter Festnahme. Hier gelingt es Adeline die Bewacher auszutricksen um mit Proloff sprechen zu können, weshalb sie dann gleich mit ihm unter Quarantäne gesetzt wird. Darauf entwickelt sich eine Geschichte, dass die Führung des Zuges, Proloff und diese Frau sprechen will um sich ein aktuelles Bild zu machen. Und nun beginnt das was Film und Comic gleich haben.


Das Durchkämpfen in die vordere Hälfte des Zuges!


Also besteht hier der Unterschied das Curtis im Film mitsamt der hinteren Klasse vorzudringen versucht wodurch "Snowpiercer" automatisch einige Sidekicks mehr abliefert. Durch den gemeinschaftlichen Gruppeneinsatz mit mehr Beteiligten in viel größerem Umfang auch mehr Action zu Tage tritt. Im Comic ist hier als Aufhänger stets nur Proloff der rote Faden, mit dabei auch Adeline und die 3 Soldaten die sie gegleiten. Wobei die Stimmung dafür hier um einiges dichter, persönlicher und spannender ausfällt. Man ist in dieser Enge stets direkt bei den Personen, ganz nah am Geschehen.


Besonders da die räumliche Enge im Zeichenstil bedrückender wirkt.


Im Film ist die Gefahr beim Voranschreiten natürlich grundsätzlich vorhanden, da der  Aufstand von Curtis und seiner Truppe wieder niedergeschlagen werden will und dadurch stets auf Widerstand trifft, jedoch im Comic auch nicht um so vieles geringer, da trotz Geleit immer wieder Unerwartetes auftaucht. Hier ist neben dem Entdecken manch interessanter Tatsachen wie Nahrungsmittelproduktion oder Drogenmissbräuche, auch jeder Waggon eine eigene Welt. Da hier viele ihr eigenes Ding durchziehen und dadurch sogar einzelne Waggons für sich beansprucht haben, gelten hier auch eigene Regeln. Auch das Auftauchen einer Sekte (oh, heilige Loko) sorgt etwas für Unbehagen und Risiken.


Wo das Comic mehr fesselt, hat der Film mehr Action zu bieten!


Heißt, dass es im Comic weniger Action gibt, es dafür aber um einiges mehr fesselt, da es viel mehr Hintergründe bereit hält. Der Film hat seinen ganzen nachdenklichen Inhalt in die letzten 20 Minuten gepackt, das Comic hat hier mehr einzelne Geschichten zu bieten… allein schon die Tatsache, dass man hier NIE die dritte Klasse zu Gesicht bekommt und Profoll alles was dort vorgefallen ist oder aktuell von Statten geht, bis zum Ende für sich behält macht die Sache spannend. Somit hält sich dieses fragliche Geheimnis deren ganzen Weg über aufrecht! [SPOILER] Im Film gibt es hier auch eine Szene gegen Ende, wo Curtis seine ihn plagende Vergangenheit beichtet, die dem auch nahe kommt… nämlich das sie sich gegenseitig abschlachteten und verspeisten. Was im Comic noch spannend ausfällt ist die Tatsache, dass der Zug stetig langsamer wird und auch noch eine Epidemie ausbricht und keiner weiß was es damit auf sich hat. Noch hinzu kommt eine Anspielung, wo sogar vermutet wird, dass die Klimakatastrophe eventuell nicht zufällig war. [SPOILER ENDE]


In Summe hat also das Comicbuch mehr Geheimnisse zu bieten!



Im visuellen ist jedoch der Film mit seinen vielen Details wieder am Zuge. Das Comic ist zwar toll gezeichnet und erscheint optisch auch dreckiger als der Film, bietet aber durch das Medium und seine stehenden Bilder automatisch weniger Eindrücke. Der Film kann hier, trotz der begrenzten Kulissen, einiges mehr reinpacken, überzeugt dadurch mit vielen unterschiedlichen Details. Besonders bei der Reise durch den Zug werden vielerlei Entdeckungen gemacht, [SPOILER] von Gewächshäusern, Nobelwaggons, Aquarien, Discotheken etc. hat der Film so einiges an dekadenter Abwechslung im Repertoire. Auch wenn im Comic einige spezielle Waggons gezeigt werden, kann der Film hier grundsätzlich mehr bieten. [SPOILER ENDE]
Dafür hält er sich in den sexuellen Ausschweifungen zurück. Hier zeigt das Comic mehr Vorgehen in den vorderen Klassen, die aus Langeweile fast schon einen kleinen Sündenpfuhl eingerichtet haben. Nun aber auch nicht markant ausfällig aber zu diesem Thema hatte der Film gar nichts in Petto.


Wo das Comic moralisch düsterer ist, ist der Film einfach brutaler!


Damit die Logik nicht ganz auf der Strecke bleibt wird in beiden Fällen erklärt warum dieser Zug so stabil und witterungsbeständig ist. Es handelt sich um einen eigens konstruierten Luxusliner der für lange Reisen entworfen wurde, hierbei jeder Witterung stand halten muss! Außerdem auf einem Rundkurs seine Reise beschreitet. Im Film ist die erwähnte 438.000 km lang und braucht zur Umrundung genau ein Jahr! Im Comic heißt es "Zwanzig Tage Nonstop in einem Super-Luxuszug auf einem ganz besonderen Rundkurs". Dass Comic scheint hier ein wenig plausibler zu sein, da man sich im Film gleich denkt, dass wohl die Gleise durch weniger Befahrenheit viel schneller zufrieren - was ja auch eintritt. Also in beiden Fällen ist der Zug auch ein Eisbrecher! Auch wenn er in den Comics erst in den Fortsetzungen so genannt wird. Im Comic wird auch erwähnt, dass es sich beim Antrieb um ein Perpetuum Mobile handelt, dass sich selbst mit der notwendigen Energie versorgt.


Am Ende wollen beide Helden, Proloff und Curtis,
bis zur Lok und dessen Anführer vordringen!


Der Held aus dem hintersten Ende des Zuges und der Anführer in der Zugspitze (die beiden extremsten Pole) sind wohlgemerkt auch die einzigen Figuren die aus dem Comic in den Film übernommen wurden!
[SPOILER] Das Vordringen des Helden zum Anführer gelingt und hält dann auch manch Überraschung bereit. Im Comic trifft Proloff den Zugsingenieur der sich völlig vom restlichen Zug abgeschottet hat um sein alleiniges Dasein in der Lok zu verbringen. Die Maschine nicht wartet, sondern für sie da ist, wie er sagt. Da es mit ihm zu Ende geht, will er Proloff als Ablöse. Wodurch das Comic letztlich sehr trostlos endet... da auch Adeline im vorletzten Waggon (vor der Lok) auf merkwürdige Weise umkam und Proloff somit ohne Kontakt zum Rest des Zuges sein Leben nun in der Einsamkeit mit der Maschine fristet. Beachtlich, mutiges Ende für damalige Zeiten, dramatisch aber vielmehr beeindruckend nihilistisch.

Im Film trifft Curtis auf Wilford der als Zugspräsident in der futuristisch angetriebenen Lok lebt. Dieser tischt ihm dann, neben einem Steak, eine überraschende Geschichte auf (siehe im nächsten Absatz) und will dann auch, dass Curtis den Zug übernimmt. Hierbei eröffnet sich für den Zuseher noch manch Metaebene, die neben einem Schicksalsaspekt mit zwei Wahlmöglichkeiten (töten und/oder führen, Untertan sein oder plötzlich selbt die andere Seite vertreten) plötzlich noch eine unerwartete und nicht in Betracht gezogene dritte Seite offenbart, nämlich den Zug zu verlassen! (Da Namgoong aufgefallen ist, dass es ein wenig taut und somit die Temperatur wieder ansteigen muss.) Aus der Metaebene betrachtet würde das heißen aus dem Spiel auszusteigen!
Als sie die vereiste Türe freisprengen wollen, wird durch die Erschütterung jedoch eine Lawine gelöst die den Eisbrecher aus den Schienen drängt und den Zug radikal entgleisen lässt. Hierbei überleben nur ganz wenige, die sich dann in den Schnee aufmachen. Auch ein trostloses Ende, jedoch mit minimaler neuer Hoffnung!


Nun noch zu den großen Lügen,
die Film sowie auch Comic durchstreichen!


Im Comic heißt es das Proloff und Adeline nach vorne geführt werden um Informationen über die zweite, dritte Klasse weiterzugeben und als es zum Gespräch mit den führenden des Zuges kommt, wollen die ihnen weiß machen, dass sie die humanitäre Organisation aus der zweiten Klasse bewilligen, um die Dritte wieder zu integrieren.
Tatsächlich sehen sie die humanitäre Organisation als aufkeimende machtvolle Bedrohung ihres Regimes, wodurch diese Bewilligung nur dazu dienen soll, diese Organisation in die dritte Klasse zu locken um dann allesamt ABZUHÄNGEN!!! Sie wollen die Waggons vom restlichen Zug trennen um sich dieser Leute zu entledigen.

Im Film eröffnet Curtis der Zugspräsidenten Wilford, dass der Aufstand der dritten Klasse ein Plan gewesen sei. Sie haben damit nicht nur der dritten Klasse Hoffnung (und Lebenssinn) gegeben, sondern auch gleich mit eingerechnet, dass mit diesem Ausstand auch die Zugbesatzung dezimiert wird, was der Ernährungssituation sehr zuträglich ist! Wilford erläutert Curtis, dass er eigentlich nur eine geschickte Schachfigur in einem größeren Spiel ist!

Damit wird der Film natürlich auch philosophisch und eröffnet weitere Denkbereiche, nämlich die, dass alles nur ein Spiel ist und jeder seine (manipulative) Position darin einnimmt um einem großen Ganzen zu dienen! Egal wie moralisch verwerflich dies klingen mag. Im Film wird ihm auch noch aufgetischt das Wilford mit Gilliam (aus der hinteren Klasse) unter einer Decke steckten damit an beiden Enden Einfluss herrscht. Curtis in diesem Plan ein ganz wichtiger Punkt war, der getrieben werden musste. Wobei ich sagen muss, man könnte selbst diese Geschichte immer noch als Lüge interpretieren (um Curtis etwa zu entsetzen und dann fügig zu machen), wenn auch weniger plausibel. So oder so ein "denkwürdiger" Abschluss. Würdig mal darüber nachzudenken. [SPOILER ENDE]


Das war nun der Vergleich zwischen dem Comic "Schneekreuzer" und dem Film "Snowpiercer". Ich selbst finde beide Varianten sehr gelungen, wobei mir das Comic durch die etlichen Geheimnise mehr, doch ein Tick mehr zugesagt hat. Der Film jedoch eine echt gelungene Comic-Adaption darstellt und besonders durch Kulissen, Stimmung und dem innovativem Ende aus seinem Genre heraussticht!
 



Kapitel 2 (Der Landvermesser)
& 3 (Die Überquerung) des Comics


Manche Angelegenheiten, wie als Beispiel die Gefängnisladen (Totenaufbewahrung) oder aber auch die Erwähnung, dass es scheinbar wärmer wird, sind Inhalte dieser beiden Kapitel die auch noch in den Film übernommen wurden. Darauf werde ich nun aber nicht mehr näher eingehen, sondern vielmehr Eindrücke über das Comic und seinen Inhalt abliefern:

Hier tut sich nämlich eine neue Geschichte auf, die sich zwar gegen Ende wieder mit dem ersten Kapitel verknüpft, der erste Schneekreuzer aber leider mehr zur Nebensächlichkeit wird.
Legrand setzt das Szenario von Lob natürlich fort aber schließt nicht direkt an die Geschichte an, sondern kreiert einen neuen Helden – in einem neuen Schneekreuzer!

Dieser wird hier auch SK2 genannt, ein neuer Eisbrecher durchstreift die eisige Welt in der PUIG vordergründig das frische Gesicht am roten Faden ist und auch gleich zu Beginn der Geschichte als Kind eingeführt wird. Hier springt das Comic in Zeit und Protagonistenwechseln, da auch die Ratsmitglieder (die Herrscher des SK2) sowie VAL, die Tochter eines Ratoberhauptes, wichtige Positionen einnehmen. Hierbei wechselt die Geschichte schon mal von einen zum anderen und ist anfänglich auf die Schnelle schwieriger nachzuvollziehen. Auch viele Erwähnungen zu einzelnen Vorgängen, ergeben erst viel später einen Sinn. Wenn man dann mal drin ist in der neuen Geschichte, bekommt PUIG, der als Erwachsener nun als Landvermesser sein Dasein fristet – diese gehen in ihrer Arbeit in spezieller Montur hinaus in die Kälte - seine aufkeimende Heldengeschichte. Er darf hier beide Seiten erleben und sich vom Arbeiter der hinteren Klassen sogar noch zum Machthaber erheben!

Die Gesellschaftsunterschiede bestehen immer noch, sind aber mehr unterschwellig. Eigentlich leben alle friedlicher Natur zusammen da niemand ausgegrenzt/abgeschottet wird, die Bevölkerung aber dabei vom Zugsregime beherrscht und unter Kontrolle gehalten wird. Eben mehr manipulativer Natur. Die Passagiere werden mit Fernsehübertragungen, speziell mit einer Lotterie bei Laune gehalten. Hier können sie eine virtuelle Reise gewinnen um mal Auszeit von der beengten, trüben Zugszenerie zu nehmen. Die ständigen Warnungen vor einem eventuellen Zusammenstoß mit dem ersten Schneekreuzer erzeugt auch eine Angst, welche die Menschen kontrolliert. Einige Skeptiker riechen aber immer noch eine Verschwörung, gehen dabei aber gleich in wahnwitzige Gefilde indem sie glauben sie befinden sich in einem Raumschiff welches durch den leeren Kosmos fliegt.

Diese Kosmositen nehmen auch mal actionreiche Passagen ein und sorgen neben anderen Themen für Furore. Auch ein Prediger verfolgt seine eigenen Interessen, die eigentliche Wahrheit wird stets geheim gehalten, PUIG und die Landvermesser haben ihre Geschichte genauso, wie die kleine Liebesnuance zwischen PUIG und VAL, die Puig auch einen Platz in der Führungsspitze verschafft. So gibt es einige Verschwörungen die letztlich auch mit dem ersten Schneekreuzer verknüpft werden.

[SPOILER] Die Angst mit dem alten Schneekreuzer zusammen zu stoßen macht sich die Führungseinheit zu nutze. Dadurch sind die Leute, ersten beschäftigt, zweitens hat man einen Vorwand für einige Bremsmanöver, die dazu dienen sollen um für einen eventuellen Zusammenstoß zu mit dem SK1 zu verhindern… In Wirklichkeit wird aber immer wieder die Umgebung nach Schätzen, Souvenirs und neuen Entdeckungen zur Aufklärung durch die Landvermesser abgesucht, die sich nur die Führungsspitze zu nutze machen möchte. Den ersten Schneekreuzer hat man nämlich schon längst gefunden und bei einem der ersten Bremsmanöver übernommen!! Man hat die Lokomotive gekapert und in den Laderaum des zweiten Schneekreuzers verfrachtet. Wobei nun im Comic ersichtlich wird um wie viel größer der SK2 ist!! Hier wird auch wieder die Verbindung zu Proloff geschlagen indem vom Maschinenüberwacher des SK2 – die Maschine will bewohnt sein – erläutert wird, dass dieser sich immer noch in der Lok des Schneekreuzers verrammelt hat und keiner zu ihm Kontakt bekommt. [SPOILER ENDE]

Also gibt es einige Geschichtsstränge die sich hier miteinander verweben, für Spannung und auch noch manch Überraschung sorgen. Da aus Übersee ein Signal empfangen wurde, eröffnet gegen Ende noch ein kleines Abenteuer in Form der Überquerung des großen, eingefrorenen Ozeans … was nicht auf Schienen passiert! Am Ende wird sogar noch etwas aufgedeckt, was Kapitel 1 und auch der Film immer wieder in kleinen Nuancen eröffneten aber nie wirklich bestätigten...

 [SPOILER] Es handelt sich um eine übernatürliche Note! Die kleinen Andeutungen wie, der Ingenieur müsse für die Maschine da sein, so hat auch Wilford im Film so getan als hätte die Maschine eine Seele, bekamen hier noch ihre mysteriöse Bestätigung … denn als sie am Ende wieder zu Proloff stoßen, ist dieser schon Verstorben und am Verwesen … spricht aber plötzlich AUS DER MASCHINE zu Ihnen!! [SPOILER ENDE]









Die meisten hier kennen ja meinen Faible für winterliche und/oder eisige Szenarien die auch mal mit manch Gefahr aufwarten, weshalb ich stellvertretend natürlich auch einen dieser Titel in die Beyond-Reihe einfließen lassen musste! Die Wahl fiel hierbei auf das Comic "Whiteout", in dessen gleichnamigen Verfilmung sich Kate Beckinsale am Südpol die Finger abfriert. Diesen Beyondblog werde ich euch nun aber erst später mal vorlegen, denn ich dachte für den Start der 4.Beyond-Phase sollte es doch ein bisschen aktueller und markanter sein! Weshalb die Wahl auf die Graphic Novel "Schneekreuzer" und dessen gerade erst letzten Monat erschienenen Filmadaption "Snowpiercer" fiel!
Also! Ein herzliches Willkommen zur 4.Phase unserer genialen Reihe und nun eine interessante (Zug-)Reise mit meinem Beyond-Blog zu ....
 
#31 Snowpiercer



Comic: Transperceneige
Autor: Jacques Lob &
Benjamin Legrand
Zeichner:
Jean-Marc Rochette

 
"La Transperceneige", bei uns unter Schneekreuzer bekannt, ist ein schwarz/weißes, französisches, post-apocalyptisches  Comic welches im Jahre 1982 seinen Ursprung fand und 1983, zu dieser Zeit noch in Fortsetzungsepisoden, im belgischen Comicmagazin "Á Suivre" veröffentlicht wurde. Kurze Zeit später dann gesammelt in Buchform im Verlag Casterman zu einem der erfolgreichsten Graphic Novels seiner Zeit avancierte.

Die Jahre gingen ins Land und erst einige Zeit nach dem Tod von "Jaques Lob" (1990) wurde das Projekt nochmals aufgegriffen. Benjamin Legrand schrieb zwei weitere Fortsetzungen die er erneut mit dem Zeichner Rochette umsetzte.

Der erste Teil wurde dadurch später in "The Escape" (Le Transperceneige) umbenannt, die Fortsetzung hieß "The Explorers" (L'Arpenteur) und erschien 1999, gefolgt von "The Crossing" (La Traversée) im Anschlussjahr 2000. Bei uns erschien eine deutsche Übersetzung erst im Jahre 2013, indem alle 3 Teile ...

... Der Entflohene, Der Landvermesser, Die Überquerung ...

... als Sammelband unter dem Titel "Schneekreuzer" im Verlagshaus Jacoby und Stuart aufgelegt wurden. Die letzten zwei Kapitel von Benjamin Legrand hängen zusammen, weshalb die englische Übersetzung auch nur aus 2 Kapiteln besteht und trotzdem die ganze Geschichte inne hat. Diese wurde erst 2014 bei Titan Comics veröffentlicht.

 

"Durch das unendliche Weiß eines ewigen Winters rollt ein Zug über den vereisten Planeten, ein Zug der niemals anhält ..."


"Das ist der Schneekreuzer mit seinen tausend Wagen."

(beides Zitate aus Schneekreuzer - Verlagshaus Jacoby/Stuart)


Inhalt: Nach einer klimatischen Katastrophe ist die Erde in einer Eiszeit versunken. Die letzten Überlebenden finden noch Unterschlupf in einem endlos langem Zug, der von einem Perpetuum Mobile angetrieben wird. Darin hat sich eine enorme Kluft zwischen den Menschen aufgetan die sich in Klassenunterschieden ablichtet. In den vorderen Abteilen herscht luxuriöser Reichtum während der Standart nach hinten immer weiter sinkt und ganz Hinten das arme Elend sein Dasein fristet. Einige von ihnen streben nach der Abschaffung dieser Unterschiede, weshalb eine Revolution ihren Gang nimmt, die damit beginnt, dass ein Mann vom Arsch des Zuges nach vorne flüchtet und somit etwas in Gang setzt. Das alles findet auf stark begrenzten Raum unter eisiger, rasender Kulisse statt!
 
 
Comic: Das Comic ist ein großer Hardcover-Band (22 x 29,5 cm) mit 272 Seiten. Obwohl alle Bände visuell vom selben Zeichner umgesetzt wurden, erkennt man doch einen starken Stilwechsel der im Lauf der Jahre entstanden ist. Den ersten Band (rechts) könnte man im zeichnerischen Ausdruck eventuell noch schlichter sehen, er ist aber wunderbar feinlinig gezeichnet und überzeugt auch visuell mit einer guten atmosphärischen Dichte - eben nicht nur durch die Geschichte. Die letzten beiden Kapitel (links) sind weicher gezeichnet, enthalten dafür mehr Plastizität. Eine gewisse fließende Dynamik. Auch wenn in manchen Kritiken die Weiterentwicklung des Zeichenstils gelobt wird, ist doch die detailiert wirkende Markantheit des ersten Bandes der düsteren und doch trostlosen Story zuträglicher! Die Geschichte von Jaques Lob ist über jeden Zweifel erhaben und setzte für die damalige Zeit definitiv Akzente, die beiden späteren Fortsetzungen können da zwar nicht mehr ganz mithalten, bilden aber dennoch eine lesenswerte Geschichte. Neben der Gleichheit, dass mit dem Eisbrecher durch die eisige Post-Apocalypse gerattert wird, entwickeln diese Kapitel jedoch ihre eigene Geschichte. Die zum Glück aber noch mit der Verbindung zum ersten Band aufwartet. Aber dazu später noch mehr ... Der koreanische Regisseur "Bong Joon-jo" sicherte sich schon im Jahre 2005 die Rechte dieses Bilderromanes ...
 

Er verfilmte die Geschichte dann im Jahre 2013 unter dem Titel
"Snowpiercer"

Genial am Film sind schon mal die internationalen Einflüsse! Ein französisches Comic als Ursprung für den ersten englischsprachigen Film eines koreanischen Regisseurs, mit einer Besetzungsliste aus aller Lande. Chris Evans, Ed Harris (USA), Tilda Swinton, Jamie Bell, Ewen Bremner und noch der legendäre John Hurt (England), und neben weiteren Gesichtern dann auch noch den südkoreanischen Darsteller Song Kang-ho der auch schon etliche Filmerfahrung mitbringt: Joint Security Area, The Host, The Good, the Bad and the Weird ...

Bong Joon-ho wurde großteils durch den Monsterfilm "The Host" bekannt, führte bei "Snowpiercer" nicht nur Regie, sondern schrieb auch das Drehbuch.

Chris Evans als Hauptdarsteller bringt ja mittlerweile schon jede Menge Erfahrungen in Sachen Comic-Verfilmungen mit, verkörperte er doch schon etliche Male und auch weiterhin Marvels "Captain America", mimte zuvor auch schon in den "Fantastic Four" die menschliche Fackel und auch in weiteren Comicadaptionen wie "Scott Pilgrim" und "The Losers" hatte er Parts. Dieses Mal schlüpft er in der Rolle des Curtis, die jedoch eher weniger comicartige Elemente eines Helden bereit hält. Im Gegenteil! Ihm eher einen notgedrungenen und überlegten Anführer in einem düsteren Szenario eines großen Überlebenskampfes abfordert. Was er auch sehr gut verkörpert ...


Story: Nachdem die globale Erwärmung bedrohliche Ausmaße annahm, haben die Menschen etwas erfunden um dem Einhalt zu gebieten. Die Maschine CW-7 soll das Klima beeinflussen und wird folglich auch im Jahre 2014 eingesetzt, läuft jedoch schief und überzieht die Erde mit EIS! Alles Leben friert völlig ein, die letzten Überlebenden haben es auf einen außergewöhnlichen Zug geschafft, der jedoch mit einer extremen und auch unmenschlichen Klassenkluft aufwartet. Wir schreiben nun schon das Jahr 2031 und die Unterdrückten planen erneut eine Revolte ...


... und das nicht nur, um endlich wieder mal Tageslicht zu erblicken.


In dieser begrenzten Post-Apocalypse hat sich die Menschheit zerissen und in eine Zwei-Klassengesellschaft aufgespalten. Wobei hier eine erhebliche Spanne besteht, da die vordere Hälfte des Zuges ganz luxuriös lebt und nichts zu entbehren hat, die hintere aber unter totalitärer Kontrolle übereinandergeschlichtet nur noch in verwahrlosten Waggons ihre Daseinsberechtigung findet. Abgespeist mit sogenannten Proteinblöcken. Auch wenn ihnen durch Manipulation immer wieder eingetrichtert wird, dass sie ein gutes Los gezogen haben im Vergleich zum eisigen Tod, herrscht Krisenstimmung. Weshalb Curtis (Chris Evans) einen Aufstand plant, der zusammen mit dem Oberhaupt aus diesen hinteren Reihen, Gilliam (John Hurt) besprochen ist.



Hurt in seiner Rolle einen stark gebrechlichen und schon mehr zurückgezogenen alten Anführer zum Besten gibt, den roten Faden in der Geschichte aber völlig an Evans abgibt. Auch wenn seine Figur mehr oder weniger Gewissenhaft mit solch einer Position zurechtkommt. Chris Evans aber zeigt, dass man ihn durchgängig ernst nehmen kann!



Der Film nimmt sich dann doch tatsächlich Zeit und behält durchwegs ein angenehmes Tempo bei, mal abgesehen von den heftigen Actioneinlagen die fast von Waggon zu Waggon mal ihren Einsatz finden. Aber die Erzählweise wirkt an die bedrohliche, beengte und auch düstere Atmosphäre angepasst indem Geschwindigkeit rausgenommen wurde um sich auch toll in Stimmung und Setting einfühlen zu können! Das grundlegend daraus besteht, dass sich die Meute von einem Waggon zum nächsten Abteil durchschlägt um immer wieder neue Überraschungen zu erleben, bzw. auf heftigen Widerstand zu treffen. Immer dabei, der erste Anlaufpunkt ihrer Revolte, dem Sicherheitskonstrukteur Namgoong (Song Kang-ho) der für das Öffnen der Türen zuständig ist. Auch seine Tochter Yona (Ko Ah-seong) - die schon im Zug geboren ist - im Schlepptau, erledigt er seine Arbeit nur, wenn er dafür eine Droge im Austausch erhält, was auch sehr gut klappt. Namgoon scheint eine sehr eigensinnige Figur zu sein, seine Tochter im Gegenzug kann sogar Sympathiepunkte einheimsen. Beide aber im großen Ganzen bereichernde Pole.



Was die Actioneinlagen betrifft wird sich in dessen Intensität nicht gerade zurückgehalten, da die Kämpfe der Unterdrücker gegen das wütende Gesinde(l) - wie die selbsternannten Aristokraten sie wohl sehen - zu brutalen Gemetzeln ausartet.



Die nicht nur in manch detailierter Slow Motion ihren Gewaltgrad belegen, sondern auch gefühlsmäßig mal grotesk wirken...  Als  Bsp. in einen Waggon gekommen wird der schon bis zum Rand befüllt mit Gegnern aufwartet, die in schwarze Mäntel und Sturmhauben eingepackt mit Axtbeilen und Schwertern bewaffnet sind! Was in Summe richtig beängstigend und ungut dominant auf den Zuseher einwirkt.



Also schwingt in diesem Szenario immer wieder ein wenig Wahnsinn mit. Dessen Abzeichnung sich auch in einigen weiteren entrückten Figuren wiederfindet. Nicht nur brillant und auch überzeichnet bei Mason (in selber Manier von Tilda Swinton verkörpert) die in ihrem herablassendem Kontroll-/Machtwahn auch irgendwie als ironische Witzfigur durchgeht, sondern auch bei Franco, der Masons Handlanger und Beschützer darstellt. Er ist mit einem riesigen Hammer im Business-Outfit unterwegs und scheint auch sein eigenes Ding durchzuziehen. Auf der Seite der Unterdrückten fällt hier neben Edgar (Jamie Bell), der Curtis konformen Sidekick darstellt noch Grey (Luke Pasqualino) sonderbar zu Gewicht. Gleich von Anbeginn der Revolte hat er so einige auffällige und auch markante Szenen/Moves zu bieten. Wirklich beeindruckend und auch schade, dass er später nicht noch mehr Spielzeit bekam.



Auch wenn der Film nun seine gerade Linie durch den ganzen Zug fährt und nicht gerade auf weitere Hintergründe setzt, kommt manch Tiefe noch in den letzten 20 Minuten in das ganze Unternehmen. Zuvor überzeugt das Setting, dessen Stimmung und auch die entdeckende Reise in seinen beeindruckenden Etappen und sichtbaren Details. Besonders die immer mehr aufgedeckten Differenzen, was in den vorderen Abteilen gespielt wird, fällt üppig zu Bild! Das Ende wartet dann mit manch Überraschung auf, [SPOILER] auch noch mit einer brisanten Hintergrundgeschichte zu Curtis, wobei sein letzliches Gespräch mit dem Zugspräsidenten (Ed Harris) und Kreateur dieser gigantischen Maschine, auch interessante Parabeln bereit hält, die man selbst auf die ganze Menschheit übertragen könnte!

Neben dem grundsätzlichen Streben (der Unterdrückten) das Ungleichgewicht zu beenden, enthält dies aus anderer Perspektive auch einen ideologischen Schicksalsaspekt, indem jede Figur eines Spiels genau seinen Platz einnehmen soll - damit das Ganze eben funktioniert! Damit hier jede Seite einen (Lebens-)Sinn erhält, Einsatz erfordert um einem eine Daseinsberechtigung zu geben - egal wie schräg (makaber) der hier sein mag. Dies aber auch nur als Vorwand dienen kann (um zu dezimieren und zu kontrollieren)!

Der Film - wie das Leben selbst manchmal - auch noch eine weitere Option bereit hält, die man oftmals nicht mal in Erwähung gezogen hat, nicht gesehen hat (ich meine das Zug verlassen), die hier dann am Ende auch noch ihre weitere wichtige Berechtigung findet, sofern man das ganze weiter philosophisch betrachten möchte. [SPOILER ENDE]

Solche Angelegenheiten eröffnen somit ein paar weitere Fenster zum Nachdenken, werden aber dennoch eher nur kompakt im Endspurt pointiert. Hier darf aber jeder nach seiner eigenen Ideologie entscheiden, ob das nun tiefere Substanz hat oder auch nicht. Sonst hätte man schon noch näher auf darauf eingehen dürfen, dann aber eventuell dem Zuseher das "Sacken lassen" genommen. Also ein gedanklicher Anreiz wird definitiv geboten! Mehr dazu dann auch noch im zweiten Blog!!



Die Aussenanimationen sind zwar merklich aus dem Computer können sich aber echt sehen lassen, wecken eisige Kälte und auch wunderbare frostige Eindrücke, sofern man solch visuelle Endzeitsettings genauso liebt. Die Innenausstattung überzeugt sowieso in seinen Details. Der Weg vom Dreck ins prunkvolle Vordere läßt überall mit eigenem Ambiente und netten Details aufwarten. Das Design des Zugs ist ein wunderbarer Eisbrecher in schlichter aber majestätischer Zügigkeit. Die Schauspielleistungen fanden schon ihre Erwähnung und sind allesamt sehr passend, nur Ed Harris als Zugspräsident und Kreateur dieser gigantischen Maschine fällt in seiner Wahl fast zu gewöhnlich (gut) zu Bilde, wo der Film doch grundsätzlich eher weniger in geregelte Bahnen einzuordnen ist, mal abgesehen von seinen gefangen nehmenden Schienen.



Mehr Hintergrundinfos über den Zug selbst wären noch angebracht gewesen, aber wenn man mal solange unterwegs ist stellt man sich wohl keine Fragen mehr zu dessen Antrieb etc. Eine Erklärung für die Logikfreaks gibt es dafür noch über die Zugstrecke und den Zug selbst, da dieser speziell gebaute Luxusliner einen Rundkurs um die Welt zurücklegt und dadurch jeder Witterung strotzen muss. Mehr sag ich schon nicht mehr. Wo die Action-Logik dann trotzdem mal auf der Strecke bleiben darf ist manch einzelnen Momenten anzudichten... Als zum Beispiel der Zug ein "U" fährt und sich aus beiden Enden des Zuges die Gegner über diese weite Distanz völlig zielgerichtet mit Patronen durch die Zugscheiben befeuern. Jetzt nur ein Beispiel, aber ganz genau darf man es auch hier nicht nehmen, jedoch wird im Vergleich zu anderen Sci-Fi-Actionern doch gut gearbeitet und zusätzlich Innovatives eingebracht wurde.


Allein der Trailer diese Films spaltete schon das Publikum und der Großteil kommentierte hier schon lauthals: Was für ein Schwachsinn!
Dauerte aber nicht lange das etliche ihre Meinung nach Sichtung des Films revidierten.

Ich sage: Er bleibt zwar großteils ein Sci-Fi Actioner, hebt sich darin aber von seinen Kollegen ab indem er letztlich doch einiges an tiefgründiger Stimmung bereit hält und auch in seinem Unterton kritischer zu Werke geht. Im Finale eben noch eins drauf legt um auch noch das letzte Eis zu brechen. Außerdem läßt sich "Snowpiercer" in seinem ganzen Ablauf nicht sofort einordnen und zieht in der Inszenierung sowie auch Geschichte, sein eigenes Ding durch. Wieder mal eine "erfrischende" Abwechslung in seinem Genre! Einer dreckig-kalten, post-apocalyptischen und stilsicheren Dystopie des Sci-Fi Kinos.

Für alle Interessierten gibts es hier noch
eine kleine (animierte) Vorgeschichte zum Film:
https://www.youtube.com/watch?v=UGW944czgzc




Der Film erschien bei uns am 23.09.2014 auf Datenträger und hatte neben der HD-VÖ in der Amaray (siehe oben) auch einige Steelbooks zu bieten:
v.l.n.r.: D, IT, FR - Die beiden Importe waren schon viel früher erhältlich, enthielten aber leider keine deutsche Tonspur.





Das war der erste Teil meines Beyond-Streichs! Da das Comic hier noch mit einigen Details auftrumpfen kann, werde ich euch Film und Comic nun noch gegenüberstellen! Dazu entführe ich Euch nun in den zweiten Teil dieses Blogs ... die Reise "mit dem Schneekreuzer" geht also weiter  ....

 
 

 

Bildquellen: Comic:  http://www.jacobystuart.de/ Film: Copyright ©  MFA+ Filmdistribution / http://www.snowpiercer.de/ Datenträgercover: amazon.de

... zuletzt gesehen ...

10. Oktober 2014
Star Crystal / Was ist mit Bob? / Final Destination 5 / Under the Dome - Staffel 2


So! Bevor ich nächste Woche die 4. Beyondphase starte gibts nun noch mal meinen Sichtungssenf aus einigen Ecken und sonderbaren Enden! Dieses Mal ist zur Abwechslung sogar wieder mal 'ne Serie mit im Blog-Boot. Wie immer ist alles meine subjektive Sicht und auch freu mich stets über eurer Feedback. Auf jeden Fall noch einen schönen Ausklang des FRIDAYS und ein tolles Wochenende!!
Euer Blu-Buddy Moe! ... und los gehts ...
 







Star Crystal (DVD)
USA1986 - Die Todesgalaxie

Es werden Proben von der Oberfläche des Mars genommen, anfänglich für unrelevant und sinnlos erachtet befreit sich unbeobachtet doch etwas aus dem Gestein. Eine schleimige Masse, die fortan gleich mal die ganze Besatzung dezimiert. Auch indem sie die Kontrolle über deren Schiff übernimmt.
Szenenwechsel zu einer Raumstation! Es wird über den Vorfall gesprochen doch keiner weiß was wirklich passiert ist. Plötzlich gibt es Alarm, die glibbrige Masse hat schon wieder die Kontrolle über die ganze Station übernommen, um diese Mal auch gleich alles in die Luft zu sprengen. Nur ein Raumschiff kann sich noch vor der Explosion retten. Mit einer handvoll unerfahrener Passagiere macht es sich auf zur 18 monatigen Reise zur Erde. Natürlich mit dem Teufelszeug an Bord!

Hört sich eigentlich fast cool an, als ob wir "Charlie - Bounty Hunter" bräuchten weil sowas wie die Critters unterwegs sind - in diesem Fall eben als glitzernder Blob verkleidet - aber leider ist dem nicht so! Nach der abrupten Einleitung läßt sich schnell erkennen, dass wir hier in Trashgefilden durchs All schlendern. Heftig schwülstiges Geplänkel, dass ihre Synchro aus Softpornbereichen ableitet, zumindest zu Beginn, dann wird dies abgelöst von einem Typen der die Stimme von ALF hat. Also wohl der nächste Außerirdische? Irgendwie passend!

Die letzten Überlebenden, ein Haufen aus 3 Frauen und 2 Männern, die vielmehr Techniker, Wissenschaftler oder ähnliches sind und nicht wirklich mit dem Schiff vertraut sind, müssen nun ihre Funktionen einteilen. Sehr auffällig das die Frauen gleich mal zum Küchendienst verdonnert werden. Hinzu kommt das die Männer dann auch noch betrunken ein paar anrüchige Witze raushauen. Man merkt gleich, der perfekte Film in Sachen Feminismus!

Ok, zurück zum Alien, dem kleinen schneckigen Ekelpaket, dass nur ganz langsam in Fahrt kommt. Um zu wachsen macht es sich dann nämlich über die Besatzung her. (Ja, ich weiß, war nicht zu erwarten). Mit langen dünnen Greifarmen holt es sich ihre Beute um sie auch mal blutig auszulutschen. So spielt sich die ganze Sache eben nur auf dem Schiff ab, in welchem die Verbindungsgänge merkwürdigerweise immer nur etwa einen Meter hoch sind, warum auch immer(!?) aber dadurch müssen die Leute stets von einem Raum zum nächsten kriechen. Soooollll die Sache wohl spannend machen.

Die Darsteller sehen allesamt aus, als hätten sie was Schlechtes gegessen. Das schlägt sich natürlich auch aufs Schauspiel nieder! :D Die Effekte sind für die 80ties gar nicht mal soooo übel/peinlich und die Stimmung wäre ohne die zwischenzeitlichen Softpornnuancen (nur im Sound!) sogar mal spannend und atmosphärisch. Dennoch ist die Sache einfach nur langweilig! Ich musste aber dennoch drüber berichten, weil viele Momente einfach so ulkig sind und auch das Ende irgendwie auftrumpft. DENN, und jetzt kommst, der Alien der mittlerweile zu einem Wesen ala ET oder den Aliens aus "The Abyss" angewachsen ist (nur eben mit Schneckenkörper) hat sich in den Computer eingeklinkt und durchstöbert die humane Datenbank. Beim Studium über die Menschen (mit seinem mitgebrachten Kristall kann er alles kontrollieren und abchecken) schlägt er als erstes gleich mal zwei Bibelzitate auf UND WIRD DADURCH FRIEDLICH!!

Ehmmm sorry fürs Abschlachten, wusste nicht, dass ihr eh voll koscher seid, war nur Notwehr!

Ja, das ist schon wieder echt funny, besonders auch weil es ernstgemeint ist!! Hat dabei für 15 Sekunden sogar mal aaarrrgh Tiefgründiges zu bieten, bevor nun nach friedlichem Teamwork der Abgesang mit dem größten Highlight des Films erfolgt. Der Glam-Pop Ballade (Oder wie man das auch immer nennen soll?) "Crystal by a Star" von Indira! Da kommt cooler 80ties Flair auf und lässt einem gleich hören aus welcher Sülze der Film geschnitten wurde - markanter Song! Eine Empfehlung kann ich hier nicht abgeben, mein Review sollte reichen, aber wenn man den gesehen hat, hat man dennoch was erlebt!! Irgendwie hab ich es doch nicht ganz bereut. :)

Die Abbildung zeigt die US-DVD, wobei das abgebildete Alien natürlich nicht das geringste mit dem Film zu tun hat! Bei uns gibt es den Titel unter dem Namen "Die Todesgalaxie" nur in einer Sci-Fi Collection.




Was ist mit Bob? (TV)

USA1991 – What About Bob?

Bill Murray alias BOB, gibt hier einen heftigen Vorzeigepatienten auf dem Gebiet der Neurosen und bringt damit einen Psychiater nach dem anderen zur Weißglut. Nachdem der Jetzige die Nase gestrichen voll hat, wird er an den berühmten Psychologen Dr. Leo Marvin (Richard Dreyfuss) weitergeleitet. Der hat gerade sein neues Buch "Babyschritte" veröffentlicht hat, welches er Bob beim Erstgespräch auch gleich aushändigt. Nur blöd, dass der Doc nun mit seiner Familie in den 4wöchigen Urlaub fährt. Aber Bob lässt sich davon nicht abschrecken und tut alles um dennoch in Kontakt zu bleiben…

Murray leidet hier gleich unter einer ganzen Palette von Zwangsneurosen und Ängsten, die er auch reichlich famos an den Tag legt. Nervig und aufdringlich könnten die wahrgenommen werden, da der Zuseher aber nicht direkt von ihm betroffen ist, gestaltet sich die Sache mords amüsant! Ulkiges Verhalten, ein genialer Spruch nach dem anderen und sogar einen Hauch echter Psychologie gibts in dieser filmischen Therapiestunde!!
Die Ideen seinem Doktor auf die Pelle zu rücken gehen ihm definitiv nicht aus – und sind sogar noch kreativ.

Natürlich taucht Bob im Urlaubsnest Winnipesaukee auf. Mit dabei seinen Goldfisch im Glas und all seine Neurosen! Dr. Marvin hat hier ein schönes Ferienhaus am See und tut alles um seinen Patienten –der sich sogar mit einem vorgetäuschten Suizid einschlich(!)– wieder abzuwimmeln, würde seine Familie den Chaoten nicht so schnell ins Herz schließen!
Das Aufeinandertreffen der beiden unter netter sommerlicher aber vermeintlicher Idylle könnte nicht unterhaltsamer und konträrer ausfallen, wobei man sich manchmal sogar fragt, wer nun wirklich einen an der Waffel hat - doch fast ununterbrochen mit Bob am Werkeln bringt jedem Mal einen Knacks! So wandert der Film immer weiter ins Verderben des eigentlich so angesehenen Psychiaters und schreckt selbst vor enormen Explosionen nicht zurück. Für Bob immer noch ein Teil seiner Therapie! Da wundert es einen nicht, wenn hier ein Auge zu zucken beginnt. *aus-tick*

Diese auferlegte Urlaubstherapie hat zwar auch ihre Längen, unterhält jedoch so herrlich verrückt wie herzlich familiär. Immer wieder wird man mit schrägen Situationen knapp am Nervenzusammenbruch vertröstet oder ist einfach nur entzückt von Murrays Anwandlungen. Könnte der ein oder andere von Bob genauso genervt sein, lässt sich der andere gern von Bill Murray um den Finger wickeln. 
Eine echt ulkige Ferienangelegenheit, die man sich zwischendurch gewiss mal genehmigen sollte. Ich guck ihn gern passend zur Urlaubsstimmung. Zwecks weiteren Risiken und Nebenhandlungen, sichten sie den Film, oder fragen sie einfach Bob!




Final Destination 5
(TV)
USA2011

Tja der fünfte Film, der eigentlich wie alle anderen nur ein Remake des ersten Teils ist, hat seine neuen Opfer in Sachen Schicksal gefunden! Dieses Mal ist das ursprüngliche Transportmittel ins Jenseits, kein Flugzeug, kein Auto, keine Achterbahn, kein Daytona-Rennwagen sondern EIN BUS – auf einer echt fiesen, brüchigen Brücke!
Ganz neu gibt es hier eine hinzugekommene Karma-Regel (jemand anderen töten um Lebensjahre zu bekommen) die auch mehr schwachsinnig erscheint. Verklickert wird ihnen die erneut vom Candyman-Himself Tony Todd der hier sogar ein paar Mal öfter auftreten darf um die Teens mit ein paar schaurigen Wörtern einzuschüchtern.

Kennt man alles, aber sieht es sich nebenbei doch mal wieder an – zumindest ich! Guckt gespannt wie die Schnitt für Schnitt provokant dargestellten Gefahrenquellen die eigene Fantasie dazu bringt alle kommenden Todesmöglichkeiten abzuhaken, bevor es wieder richtig eklig wird. Denn die Todesszenen sind seit dem zweiten Teil ja stets richtig splattrig! Bei der Augenlaser-Szene fiel mir auf, dass ich meine Distanzierung zum Film 'ne Stufe höher schalten musste. Uahhhh!
Auch wenn die Story nichts hergibt, lässt die Aufmachung keine Wünsche offen. Die Teenys sind in Ordnung, wenn auch üblich, dafür ist das Ende des fünften Teils genial, sofern es euch nicht schon jemand verraten hat. ;)

Und wenn man nicht gern von Gewohnheiten Abschied nimmt, ist man hier genau richtig!




Under the Dome – Staffel 2 (HD-TV)
USA2014
Endlich geht die Serie mehr in Mysteriegefilde! Staffel 1 wurde ja noch von Unmengen Intrigen, leider auch viel Seifenoper, beherrscht. Die letzten nervigen Charaktere, Big Jim Rennie und als Beispiel auch sein Sohn, der schon in der ersten Staffel mächtig austickte, werden allesamt ein wenig ruhiger und haben auch einiges an Spielzeit an neue Charaktere abzugeben. Dadurch sind intrigante, nervige Angelegenheiten grundsätzlich weniger vorhanden und auch nicht mehr Vordergründig. Die zweite Staffel legt ihren Augenmerk angenehmerweise vielmehr auf spannende, irrationale und unerklärliche Vorgänge, was der ganzen Serie viel besser zu Gesicht steht!

Big Jim gibt sich nach anfänglichen Erkenntnissen minimal bescheidener, führt aber in seinem neu gewonnenen Gemeinschaftssinn immer noch eigene Ideologien weiter. Und das oftmals erneut ziemlich versessen und eigensinnig. Sam Verdreaux (Eddie Cahill), Juniors Onkel, oder aber auch Rebecca Pine (Karla Crome), eine Wissenschaftlerin, bringen frischen Wind unter die Kuppel. Letztere bringt eine stark rationale Perspektive und somit einen Gegenpart zu den mysteriösen Vorgängen in dieser Geschichte mit. Als Beispiel deutet sie einen blutigen Regen nicht als religiöses Omen, sondern löst die Angelegenheit auf naturwissenschaftliche Art. Dadurch bringt die Serie stets interessante Diskrepanzen zwischen Übernatürlichem (den Schicksalsdeutungen der Kuppelzeichen oder auch den Zeichnungen von Junior Mutter Pauline) und tatsächlich logischen Erklärungen. Dadurch werden die Charaktere viel mehr in ihrer Persönlichkeit gefordert, besonders in etwaigen (ganzheitlichen) Interpretationen und deren irrationalen Entscheidungen! Das bereichert und erweitert hervorragend den Inhalt.

Neben dem Mädchen Melanie (Grave Victoria Cox), die nicht nur zeitliches durcheinander wirbelt, sondern auch noch eine neue & wichtige Figur rund um das allumworbene, ganz besondere Ei einnimmt, bekommen wir in dieser Staffel sogar ein Spielfeld außerhalb der Kuppel. Eine eventuelle Verbindung nach Draußen die für einige Erweiterungen sorgt. Zum Glück aber nicht zuviel nach außen getragen wird, da es unter der Kuppel einfach am spannendsten ist!
Gewohnt altbekannte Figuren aus der ersten Staffel, der junge Joe, seine Freundin Norrie, Julia Shumway und ganz besonders Dale Barbara sind wieder gekonnt im Hauptaugenmerk. In Summe segnet einige das Zeitliche aber selbst Tot(geglaubt)e kehren zurück!

13 Folgen zwischen unterirdischen Tunneln, (eisigen) Wetterkapriolen, Zenith und einer roten Türe sorgen auch für manch emotionale Momente. Da in der Inszenierung auch nichts falsch gemacht wurde können die sogar mal richtig bewegend sein. Nur die letzte Folge war doch in manch Bereichen übertrieben… besonders in der Anzahl der Leichen. Aber mit dem Mehraufgebot irrationaler Elemente kann diese Staffel definitiv mehr punkten als die Erste und der erneute Cliffhanger ist dieses Mal gar nicht sooo schlimm. Es kann gern (so) weitergehen!
 
 


 

(Bilder: bluray-disc.de/amazon.de)


... zuletzt gesehen ...

2. Oktober 2014
Friday Night Lights / Soldier / Das Philadelphia Experiment - Reactivated / Noah


Hier nun die Filme die ich mir in letzter Zeit zu Gemüte geführt habe, egal ob nun auf Blu-Ray, DVD, im TV oder sonstigen Medien ... Wie immer sind meine Vorstellungen meine persönlichen subjektiven Wahrnehmungen, die eventuell bei meiner Perspektive zum hier auch vorgestellten Noah dementsprechend ausfallen. Ein Film den man je nach Gesinnung doch auch verschieden werten/sehen könnte . Obwohl ich glaube, es wie Aronofsky, eher vielschichtig gesehen habe.
Die Bilder stammen von hier, wobei zwei Titel den US-Import zeigen da diese bei uns nicht in HD veröffentlicht wurden. Viel Spass beim Lesen!
 





Friday Night Lights (HD-TV)
USA2004
Im Jahre 1988 geht es für das Highschool-Football Team, den Permian Panthers, einzig nur  darum den State Champion Titel FÜR IHRE STADT zu holen! Für die ganzen Ort scheint es von größter Bedeutung zu sein, dieses Ziel – möglichst unbesiegt – zu erreichen. Was dem Team und seinen Spielern nicht gerade wenig Druck aufbürdet.

Ich habe weder das Buch dieser tatsächlichen Geschichte, noch die gelobte TV-Serie gelesen/-sehen. Aber den Film musst ich mir unbedingt mal ansehen, was ich nun nach einigen Empfehlungen auch endlich mal geschafft habe …

Man merkt schnell, dass man sich in einen anderen Art von Teen-Sportfilm befindet, denn wo "Varsity Blues" noch mehr eine lockere Teenager Variante ablichtete – obwohl es thematisch schon um selbiges ging - geht "Friday Night Lights" gleich durchwegs ernstzunehmend und gefühlsbetont dramatisch zur Sache. Die Kleinstadt Odessa ist wirklich völlig versessen auf den Ruhm dieses Titels und lastet damit den noch heranwachsenden Sportlern, die sich charakterlich solcher Lasten auch noch nicht erwähren können, wirklich immens Viel auf!

Nachdem der große Star und Punktejäger des Teams einer Verletzung erleidet, sieht die Sache sehr enttäuschend aus. Die Hoffnung schwindet, Ärger und Niederlagen machen sich breit und der gemeine Bürger schreit schnell Schuldzuweisungen heraus. Couch Gaines (Billy Bob Thornton) scheint das schon gewohnt zu sein und lässt soviel wie möglich einfach nur an sich abprallen. Thorntons Rolle bewegt sich mehr in einem neutralen Mittelfeld, fällt deshalb weder extrem negativ oder pathetisch redselig auf. Auch wenn er gegen Ende dennoch eine tolle Rede halten darf, die das erwartete "Perfekt Sein" seiner Spieler wunderbar definiert!
Den mehr negativen Part nimmt hier Tim McGraw ein. Spielte er in "Blind Side" einen fürsorglichen Vater, verkörpert er hier genau das Gegenteil. Als Vater von Don Billingsley (Garett Hedlung – Vier Brüder, Tron: Legacy) drillt er seinem Sohn auch schonmal handgreiflich ein, was es heißt eine Footballlegende zu sein! Verkommt aber dennoch nicht zu einer einseitgen Figur, also der Film nimmt sich seiner authentischen Figuren schon auch richtig an. Neben den gut geschnittenen Sportszenen liegt der Hauptfokus nun stets auf den persönlichen Problemen der einzelnen Spieler. Lucas Black  (Tokio Drift) hat sich neben dem Kümmern um seine kranke Mutter als neuer Quarterback zu beweisen. Derek Luke (Antwone Fisher, Biker Boyz) will und kann nicht wahr haben, dass seine Verletzung tatsächlich ein Problem ist und auch alle anderen Spieler haben nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch abseits mit weiteren persönlichen Unzulänglichkeiten zu kämpfen. Eine bittere Sicht auf jugendliche Belastungen unter dem Druck fanatischer Erwachsener.

Meine Footballfilm-Highlights sind hier immer noch "Gegen jede Regel" oder auch die viel  lockere Variante "Helden aus der zweiten Reihe" mit Keanu Reeves. Aber "Friday Night Lights" reiht sich hier stimmungsvoll als sehr authentisches FootballDRAMA noch vor Vertretern wie "Sie waren Helden", "Spiel auf Bewährung", "Unbesiegbar" (Wahlberg) oder "An jedem verdammten Sonntag" ein!

Bei uns ist nur als DVD erhältlich, die Abbildung zeigt den US-Import.



Soldier (TV)
USA1998 – Starforce Soldier
Todd (Kurt Russel) wurde schon als Kind auserkoren, um in einem völlig disziplinierten Training zum Supersoldaten ausgebildet zu werden. Unter totaler Hörigkeit leistet er, ohne sich nur einen Gedanken zu machen seine loyalen Dienste! Im Jahre 2036 hat er schon einige Kriege hinter sich, die sich wie eine Karteilistung als Tätowierungen auf seinem Arm abzeichnen. Neue Soldaten sind jedoch am Vormarsch, die durch genetische Veränderung noch effizienter sein sollen. Weshalb Todd, als bester Soldat in der gesamten Einheit, mit zwei weiteren Männern gegen einen dieser neuen Gen-Soldaten, Caine 607 (Jason Scott Lee), im Kampf ohne Waffen antreten soll. Der Gen-Soldat tötet die 3 im Kampf, weshalb diese auf einer Müllhalde entsorgt werden, Todd jedoch noch nicht tot ist …

Hört sich gleich mal hölzern an, ist aber einfach nur steroiden-geschwängertes Actionkino, Marke 90ziger! Da muss man schon mal Kräfte messen, ohne Rücksicht auf Verluste – auch wenn es dabei die Kinobesucher sind! Tja, der Film kam damals nicht gut an, ist auch verständlich da vieles für die große Leinwand einfach nur übertrieben klischeeverseucht und verdammt heroisch daherkommt. Weshalb dem Sci-Fi Fight dann auch gleich das Wort Trash angeheftet wurde, was wohl gar nicht so unpassend ist! 

Die Gradwanderung, zwischen völlig kühlen Militaristen, die in diesem primitiven Actiongebärden keine hirnambutierte Überspitzung auslassen, gefolgt von einer emotionalen Geschichte die doch tatsächlich Tiefe rüber bringen will, ist doch sehr groß!!
Nach dem Aussondern wird Todd nämlich von einer auf diesem Planeten notgedrungen hausenden Siedlung aufgenommen und erstmals in seinem Leben mit Gefühlen, einer Familie sowie einer normalen Gesellschaftsstruktur konfrontiert. Um dabei auch gleich als Roboter zwischen Kuscheltieren aufzufallen. Wodurch es auch schon was zum Lachen gibt, überhaupt in der ganzen Umsetzung. Besonders dann, wenn Todd statt einem Sandsack plötzlich einen Metall-Boiler zweckentfremdet. Der Typ ist eben aus einem anderen Eisen geschmiedet.

Todd wurde in seiner Ausbildung jegliche Emotion abgewöhnt weshalb Kurt Russel hier in seiner Filmgeschichte bestimmt das Skript mit den wenigsten Worten verbuchen kann, dabei durchgängig nur eine stoische Miene zum Besten gibt. Connie Nielsen überzeugt als hübsche Müllinsulanerin und Garey Busey darf in seiner Rolle amüsant peinlich seinen Daddy zitierten. Sind aber allesamt gelungen (für diese Sonderlichkeiten).

Die visuellen Effekte sind für die 90er voll ok, ansonst gibt’s bei den Kulissen jede Menge ausrangierten Müll, der auch nicht besser als Trash-Spielplatz fungieren könnte! Die zur Wohnsiedlung umgebaute Müllhalde ist durchtränkt von Brauntönen und Rost, dazwischen ist aber auch ein wenig Grün sowie manch dekorativ futuristische Weihnachtsbeleuchtung eingeworfen.

Wenn auch anfänglich holprig und trash-militant, kommt doch ein wenig Schwung in die Sache als Todd zur Verteidigung seiner neuen Emo-Freunde wieder gegen seinen Peiniger und dessen Genkumpels aufrüsten muss und als One-Man-Army nichts auslässt! Auch wenn "Starforce Soldier" – so der deutsche Titel – keine Stimmung tatsächlich befriedigen kann, sollte das Müll-Setting oder manch unterhaltsames Arrangement nicht unentdeckt bleiben. Vielleicht hat der eine oder andere dabei ja auch mal eine Gefühlsregung zu verbuchen - der Film legt es nämlich stark darauf an! Im Vergleich zu Paul W.S. Andersons Filmen, seh ich mir seinen "Soldier" definitiv lieber an, als eine seiner RE Fortsetzungen!

Bei uns gibt es keine völlig ungeschnittene Fassung (und auch nur eine DVD/Abbildung ist US-Import) nur als Import bekommt man auch die letzten Gewaltspitzen zu sehen. Hier läuft der Film dann mit 95 Minuten, nur 1 Minute weniger hat die hiesige FSK18 Variante, während die 87 minütige 16er Fassung durch die Schnitte wohl auch eine durchgehende Logik vermissen lässt. Also für Fans wäre schon ne Blu-Ray recht, da ich ihn aber nun seit langem eh wieder mal gesehen habe, reicht mir das vollkommen!!!



Das Philadelphia Experiment – Reactivated (DVD)
KAN2012
Das geheime Regierungsprojekt aus dem zweiten Weltkrieg soll fortgesetzt werden. Beim Experiment dieser Tarntechnologie lässt man ein Fahrzeug verschwinden, was aber erneut zu einer Öffnung eines Zeittunnels führt, der die verschwundene USS Eldridge von damals westlich von Philadelphia auftauchen lässt. Der einzige Überlebende an Bord ist Bill Gardner (Nicholas Lea) der folglich Kontakt zu Verbliebenen sucht, während die Verursacher einiges zu tun haben, die Angelegenheit wieder unter Kontrolle zu bringen.

Endlich sieht man auch visuell wie das Schiff verschwindet und wieder auftaucht, damit auch das Posterbild des Originals (84) seine Verwendung findet. Auch die Verschmelzungen der Crew mit dem Schiff bekommen viel mehr Verwendung. Die teilweise echt gelunge Atmosphäre des Originals wird zwar nicht erreicht, stattdessen aber gleich von Beginn weg eine durchgehende Spannung aufrechterhalten!
Beim Rest muss man gleich Erwähnen das es hier um einen Fernsehfilm handelt, was man ihm auch jederzeit ansieht, jedoch besonders das CGI bei Weitem nicht so übel ausfällt wie erwartet. Der dargestellte Elektromagnetismus sowie auch das Schiff, können sich für eine TV-Produktion schon sehen lassen! Eigentlich wäre der Film sogar echt gut geworden, wenn er nicht etwa ab der Hälfte beginnt doch über die Stränge zu schlagen, besonders als Bill Gardner, durch die immer noch bestehende elektromagnetische Verbindung zum Schiff, die Gegner mit einem Kamehameha (Dragonball-Move) ausschaltet – zumindest sieht es danach aus. Die sonderbaren Agenten des Geheimdienstes stellen in ihren tödlichen Vertuschungsaktionen auch nur die aalglatte Sorte Bösewichter dar. Die selbst jeder plausiblen Erklärung zur Rettung der Welt und somit auch ihres eigenen Lebens, nur damit strotzen, dass sie Befehle auszuführen haben!! Das macht die Sache nicht nur brachial dämlich sondern auch amüsant. Dass das Schiff dann auch willkürlich irgendwo auftaucht hab ich auch nicht verstanden. Durch all diese Details verliert er eben doch seine Ernsthaftigkeit, um sich teilweise zu manch Tele5 Katastrophen-Neotrash einzureihen. Michael Paré aus dem Original hat auch hier eine kleine Rolle übernommen, in der er die Seiten gewechselt hat. Die Hauptrollen Nicholas Lea als Bill Gardner, und Emilie Ullerup als seine hübsche Enkeltochter Molly, bringen in ihren gelungenen Rollen noch eine kleine nette Familiengeschichte ein.

Ansonst ein gelungener TV-Film dem man zumindest als Fan des Originals, durch manch gut gelungene Bezüge oder Verknüpfungen, getrost mal nebenbei ansehen kann. Mir hat er sogar beiläufig gut gefallen obwohl ich mich selbst mit dem Original nicht gänzlich anfreunden konnte.



Noah (Blu-Ray)
USA2014
Die Erde hat sich aufgeteilt in "Gut" (Seths Nachkommen) und "Böse" (Kains Nachkommen), wobei letztere die Herrschaft (und all die Ressourcen) der Erde übernommen haben und mit dem Tot von Noahs Vaters, vermeintlich auch den letzten Nachkomme Seths getötet haben. Wodurch sich nur noch Böswilligkeit auf der Erde verbreitete.
Niemand aber wusste das Noah noch lebt, der als Erwachsener in seinen Träumen eine Botschaft Gottes erhält, der die Erde mit einer Flut vom Bösen befreien möchte. Er soll eine Arche bauen …

Nach einem erzählerischen Einstieg, der doch auch mit viel Fantasy gespickt wurde, wandert der Film doch mit seiner Laufzeit immer mehr in eine realistische MENSCHLICHE Richtung! Denn neben Schlachten (die auch mit überdimensionierten steinernen Wächtern aufwarten) für das abenteuerlustige Publikum, kümmert sich dieses (fiktive) Bibelepos doch vielmehr um humane, besonders egoistische Belange. Das aber alles fast still und heimlich
Der ewige Kampf Gut gegen Böse, die Entscheidungs- und Unterscheidungsschwierigkeiten zwischen göttlicher Eingebung (Schicksal) und dem freien Willen des Menschen, sowie auch etlicher unvollkommener Makel, die den Menschen seit dem Sündenfall (Eden-Schlange-Apfel) nun ausmachen, durchqueren Aronofskys Bibelstunden.
Arg ausgedrückt durch die Seite "der Bösen" (Kains Nachkommen) bei deren (Aus-)Beutezügen noch Mord- Totschlag, Vergewaltigungen, Machtspiele und der reine fleischverzehrende Wille des starken Mannes im Vordergrund stehen. Auch wenn Noah und seine Familie hier schon sehr rücksichtsvoll, gemeinschaftlich im Umgang mit dem Planeten und dessen Lebewesen sind, werden sie nicht als "perfekt" dargestellt. Was die ganze Sache typisch human macht und die urtypischen Konflikte des Mensch-SEINS in den Fokus nimmt! Besonders Noah wurde hier nicht als übermenschlich, moralisch reiner Mensch abgezeichnet, auch ihn quälen Konflikte, die sich besonders darin abzeichnen, dass er das Gute in den Menschen nicht mehr sehen, oder annehmen kann – kein Wunder, denn durch das Mitansehen des Mordes an seinem Vater wurde er darin negativ konditioniert! Dann auch noch sein Sohn (Logan Lerman) der unbedingt eine Frau fordert, seine Frau (Jennifer Connelly) die fast zu selbstlos scheint, seine Ziehtochter (Emma Watson) die sich nicht als ganze Frau sieht, und und und … der Film nimmt sich ständig dieser (~psychologischen) (zwischen-)menschlichen Makel (Entwicklungspotentiale) an und schickt sie - wie Gott uns - damit auf eine Reise (durchs Leben) um zu neuen Erkenntnissen zu kommen … um etwas zu verändern, zu verbessern.
Diese subtilen Konflikte kommen wirklich gut raus, wodurch immer wieder Bezug auf das Gut & Böse (Polaritäten-)Thema genommen wird, das sich egal in welcher Intensität grundsätzlich IN jedem Menschen abspielt, und unsere Entscheidungen (die der Protagonisten!) zwischen Eingebungen und dem eigenen Willen, zwischen Glauben, Zweifel und Eigensinn, unter die Lupe nimmt. Stets mit der Eigenständigkeit, Schwierigkeiten SELBST ZU UNTERSCHEIDEN, denn im Film erscheint Gott nie direkt oder gibt klare Anweisungen, er lässt einen selbst die Zeichen lesen und somit lernen!
Aronofsky zeigt uns, neben der Kritik an der Ausbeutung des Planeten, hier immer wieder das Einhergehen dieser Polaritäten mit dem Sündenfall, jeder aber immer noch die Wahl hat!

Visuell ist das ganze wieder mal atemberaubend zu Bild gebracht worden, egal ob kreative Ideen einfallsreich übertragen wurden oder kleine Schlachten ganz groß in Szene gesetzt, alles hat seinen eigenen ästhetischen Stil. Die Landschaften zwischen ausgebeuteter Kargheit und sattem Grün sind genauso sehenswert wie manch blitzartig aneinandergeschnittene Zeitabläufe, welche manch Evolution kunstvoll inszenieren. Unter manch genial gezeichnetem Himmel, gibt es eine fast unauffällige Szene die mir positiv auffiel … sie wirkte stark 2dimensional, Noah und seine Frau stehen vor einem dunkelblau-, orangefarbenen Himmel und werden nur als Silhouetten dargestellt.. nur eine von manch effektvollen Eindrücken. Aronofsky spricht mit seinen Bildern außerdem auch oftmals in Metaphern, angefangen vom pulsierenden Apfel (vllt. erst recht Emotionen) bis zu den gefallenen Engeln die in Stein verwurzelt wurden (Seele in Fleisch), taucht hier vielfach mögliches Interpretationsmaterial auf. Besonders die dargestellten Lichtwesen waren hier eine glanzvolle Leistung, besonders deren erneuter Aufstieg!

Clint Mansell fügt wie immer bei Aronosfkys Regiearbeiten die Musik hinzu und unterstützt das ganze auf völlig gelungene Art, ohne aber nun ein Epos daraus zu machen. Die Schauspieler sind allesamt super gewählt, ohne das sich jemand besonders in den Vordergrund drängt. Anthony Hopkins und Ray Winstone – übrigens ein klasse Bösewicht – sind noch von der alten Garde zu erwähnen. Emma Watson wird immer mehr zur grandios spielenden Augenweide.

Als Ganzes hebt der Film "Noah" dann doch gelungen einen Zeigefinger und sagt: Seht her Leute, wenn wir so weiter machen und uns nicht selbst hinterfragen, dann drehen wir uns weiterhin in einem uns gegenseitig kaputt machenden Kreise! Ohne, dass er das wirklich offensichtlich macht, denn eine direkte Antwort – wie Gott im Film - lässt er doch offen, damit jeder seine Ideologie oder Perspektive in etliche Handlungen hineininterpretieren kann. Also ein Film, der auch nach dem Sichten, noch zum Nachsinnieren anregt. Wenn nicht, bleibt wohl nicht viel übrig, als eine minimale Schlacht, eine Familie mit jede Menge (Haus-)Tieren… die sich in ihrem neuen, urigen Hausboot auf der wohl gigantischsten Welle der Menschheitsgeschichte zu neuen Ufern aufmacht! Das alles natürlich visuell recht beeindruckend!



 

(Bilder: bluray-disc.de)



Weiterführende Blogs:
u.a. Das Philadelphia Experiment (Das Original) by MoeMents

Noah - Ansichten von docharry2005

Friday Night Lights - ROMAN vs. FILM by Sawasdee1983

Friday Night Lights - Die Serie by Sawasdee1983

Neben Pierre hier auch nochmal ein DANKE an "Coach Taylor" für die Erinnerung an Friday Night Lights!

... zuletzt gesehen ...

21. September 2014
A Boy And His Dog / It Boy / Wrong Turn 3 / Stromberg


Hier nun die Filme die ich mir in letzter Zeit zu Gemüte geführt habe, egal ob nun auf Blu-Ray, DVD, im TV oder sonstigen Medien ... Ich bewerte die Filme hier mal nicht mit Punkten, weil dies nur eine subjektive Entscheidung ist. Jeden Menschen spricht unbewusst etwas anderes an und man findet es demnach auch Besser oder Schlechter. Diese Bewertungen stellen nie ein Faktum dar. (Individualität!) Hier also meine persönlichen anSICHTEN ...

 






A Boy And His Dog (Blu-Ray)
USA1975 – Apocalypse 2024
2007 fand der vierte Weltkrieg statt, der nach einer Dauer von 5 Tagen auch noch die letzten Atomwaffen aus seinen Stellungen feuerte. Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2024. Vic (Don Johnson) und sein Hund Blood ziehen wie alle anderen plündernd durch das wüste Ödland. Die beiden können sich aufgrund einer Mutation(?) auch miteinander unterhalten; der Hund auch ansonsten noch einen markanten Schnüffel- und Umgebungssinn bereithält um jegliche Lage zu checken, zumindest wirkt es mit dazugehörigem Soundeffekt schonmal recht spacig. Die beiden helfen sich darin, dass der Hund für den jungen Heißsporn Frauen erschnüffelt und Blood dafür wieder zu Essen bekommt.

Sowas sieht man definitiv nicht alle Tage, den auch wenn wir uns im Sci-Fi Genre befinden, wird hier doch nochmals in schräger Manier manch unübliche Grenze ausgelotet. Skurrilität, oder eben das Abheben von Gewohntem, reicht natürlich noch nicht aus um auch ein guter Film zu sein - selbst wenn es heutzutage manchmal so gewertet wird. Obwohl man "A Boy And His Dog" für seine Zeit schon Mut beipflichten muss!
Weiterhin bleibt er zwar zwiespältig, hat aber wirklich gelungene Ideen, neben einem tollen, rauen und auch amüsanten Endzeitsetting.

In dem der Einzelgänger Vic (Don Johnson, in einem seiner ersten Filme schon voll in seinem Element) nur von seinem Hund begleitet wird, der im wohlgemerkt währendessen Geschichtsunterricht gibt! Auf der Suche nach Konservendosen, der einzigen noch gültigen Währung. Allein das der Hund sprechen kann sorgt schon mal für einen amüsanten und total ungewohnten Einstieg und Blood haut hier in ihrer telepathischen Kommunikation einen geilen Spruch nach dem anderen raus. Was im Spagat zur wilden Selbstjustiz bei Erst-Sichtung schon mal ziemlich befremdlich wirken kann. Ist auch nicht das Letzte was hier in diese Kerbe schlägt.

In dieser End-Zeit wird sich außerdem wenig an irgendeine Moral gehalten, weshalb Vic auch schon mal stinkig wird, wenn er nicht vor anderen (bunten) Karawanenfreaks eine Frau zum vergewaltigen gefunden hat. Hört sich schräg an, ist es auch, wird aber dann wieder in Bahnen gelenkt, dass es nicht ganz ausufert und durch spätere Ereignisse wieder so hingenommen werden kann. Ein wenig Trash hat sowieso noch nie geschadet! Wenn man dann die abstruse Mischung aus Humor und auch blutiger Gewalt mal akzeptiert hat, kommt jedoch schon der nächste bizarre Streich ums Wüsteneck!

Ein enormer Wechsel legt das Spielfeld nochmals ne Sphäre tiefer, als Vic zu den "Unterirdischen" gelangt. Hier tut sich unerwartet erneut eine neue Welt auf, die nur so vor Kuriositäten sowie auch bizarrem Humor strotzt. Visuell different von der Angelegenheit an der Oberfläche, wobei mir das wüste Setting definitiv mehr zusagte und sein Erd-Aufenthalt fast ne Spur zu lange dauerte. Zum Glück sprühen dann nochmals die Funken, bevor er abhaut! Die Endsequenz schlägt dann alles! Hier kann man fast nur Lachen, weil das schockierende Ende in seinem "extremen" Hoch auf die Freundschaft nur noch als herzhaft makaber gesehen werden kann!

Der Film hat nun keine großen Höhepunkte (höchsten in seiner Ausgefallenheit), im Gegenteil er schleppt sich mehr gemütlich vor sich hin, wird aber als Freund solcher Settings trotzdem nicht langweilig. Ist also definitiv eine "sonderbare" Erfahrung wert! Bleibt nicht nur aufgrund des genialen Blu-Ray Covers in meiner Sci-Fi Sammlung!



It Boy (DVD)
FR2013 – 20 ans d’ecart - Liebe auf Französisch
Die 38jährige Alice (Virginie Efira) gilt als eher spießig, konservativ und völlig konzentriert auf ihren Job. Doch ihr Chef hätte sie gerne ein wenig lockerer gesehen, er will etwas, dass man auf die Leser ihres Magazins übertragen kann. Da kommt es ihr grad recht, dass auf ihrem Rückflug von Brasilien der 19jährige Balthazar ein Auge auf sie geworfen hat. Solche Cougars (Ältere Frauen mit viel jüngeren Männern) sind ja derzeit grad IN. Obwohl sie es eigentlich nur als Spiel zum Schein vorgaukeln möchte entwickelt sich die vorgetäuschte Liason – wie erwartet – anders …

Ok, da der junge Mann doch ein wenig zu jung und grünschnablig scheint, gibt dem Film doch gleich mal einen eher unglaubwürdigen Touch. Doch in der Liebe oder etwaigen Spielchen ist natürlich alles möglich! Die Sache bietet nicht nur einen breiten Spagat in Sachen Alter, sondern durch die Ansiedlung dieser Romanze im Fashion- und Societybereich auch noch Klassenunterschiede. Die beziehungstechnischen Altersdifferenzen werden hier auch im Umfeld in einigen Seitenhieben (auf die Geschlechterrollen) ersichtlich, da der Vater von Balthazar schrägerweise mit der Ex seines Sohnes liiert ist, der Ex-Mann von Alice auch ein jüngeres Model(l) an seiner Seite hat und der Redaktionschef sowieso keiner Seite abgeneigt ist. Hört sich alles ein wenig Durcheinander an, passiert aber fast alles so nebenbei ohne es amüsant übertrieben auszuschlachten. Ein weniger mehr Pepp hätte da definitiv nicht geschadet. Ansonst locker erzählt, ein paar kleine nette Augenblicke, ganz charmante Darsteller, Virginie Efira kommt stellenweise auch wirklich sexy als Angebete rüber – besonders als sie endlich ihr Businessoutfit gegen legere, offenherzige Alltagskleidung inklusiver Lockenpracht wechselt - und Pierre Niney als Balthazar kann wohl kaum glauben was ihm hier passiert.

Regisseur David Moreau hatte davor eigentlich nur Horrorfilme gemacht (Them, The Eye) und liefert hier genregegensätzliches ab, macht in der glatten Inszenierung aber keine Fehler und reiht sich vorsichtig zu anderen Mittelklasse-Vertretern ein ohne zu kitschig oder klischeehaft zu werden, hat aber auch keine wirklichen Highlights zu bieten. Also alles in allem schwacher Durchschnitt, dem wohl nur Leute der Fashion- oder Druckerpresse-Szene einiges mehr liebgewinnen können. Natürlich auch alle jene die selbst in der Liebe manch (vernünftige) Altersbarriere brechen wollen. Gesehen aber auch schnell wieder vergessen.



Wrong Turn 3 (TV)
USA2009 - Left for Dead
… lief im Fernsehen, wobei ich natürlich nichts erwartet habe und deshalb mit einem netten Backwood-Slasher berießelt wurde. Nett nur deshalb weil er durch das Setting nicht untergeht! Welches einen Gefangentransporter (einem Bus) von den, in dieser Filmreihe üblich auftauchenden Kannibalen, von den nächtlichen Straßen holt.
Deshalb steht Flucht auf dem Plan, durch die Wälder, vorbei an Fallen und aufkeimenden Problemen mit den aneinander-geketteten Häftlingen. Die Mischung aus Polizisten, Knastbrüdern, einem Mädl und Hinterwäldlern gelingt sehr gut.

Alles andere ist aber doch unterirdisch, als Beispiel die miesen Effekte, egal ob billiger CGI-Tötungssplatter oder sogar bildhinterlegte Straßenkurven etc. Schauspieltechnisch gibt’s auch einige Peinlichkeiten aber wie gesagt, die Storyidee war schon gelungen. Erfreulich war noch eine kleine Dialogs-Anspielung auf einen Urvater dieses Genres: "Beim Sterben ist jeder der Erste".
Hätte die Reihe eigentlich nach dem Ersten gar nicht mehr weiterverfolgt, will nach diesem aber bei Gelegenheit auch noch den Vierten sehen, da ich bemerkt habe, dass dieser im Schnee spielt!! Klingt nach einem "Cold Prey 2" Abklatsch. (Achtung: Coverbild zeit US-Import, bei uns gibt es scheinbar nur den Ersten auf BD)



Stromberg – Der Film (Blu-Ray)
D 2014
Bei der Serie "Stromberg" bin ich nach der dritten Staffel ausgestiegen, mochte ihn zwar – IHN nicht, den kann man nur hassen - aber der tägliche, peinliche Bürokrieg wurde mir dann doch mal zu langweilig. Beim Film, der nun scheinbar einen Abschluss nach der fünften Staffel darstellen soll, dacht ich mir, den musst dir doch leihen! Hatte außerdem wieder mal Lust auf eine heftige Portion Fremdschämen!
Dass ich manches versäumt hatte stellte auch kein Problem dar, da sich nicht wirklich viel veränderte. Die Figuren sind sowieso seit eh und je "eingesessen":
Stromberg lässt kein (sexistisches, rassistisches …) Fettnäpfchen aus, Ernie ist nach wie vor die gemobbte Witzfigur, Ulf und Tanja noch das Problempärchen (auch wenn sie jetzt einen Ziehsohn haben der überall gezeichnete Pimmel hinterlässt) und Jennifer lässt sich nachwievor einlullen. Auch erfreulich war, dass sehr viele bekannte Figuren aus all deren alten Bürozeiten auftauchten!

Für einen Betriebsausflug darf die ganze Bande zur Abwechslung mal aus dem Büro raus! Schon mal eine gute Idee um für mehr Raum und Inhalt zu sorgen. Hinzu kommt, dass über deren Abteilung eine drohende Schließung hängt, wodurch Ernie und Bert…ehm.. Bernd Stromberg sich einen Platz in der Zentrale sichern wollen. Der Stromberg will nämlich bis ins Capitol – natürlich die Versicherung! Bei der großen Betriebsfeier – wohin die Reise geht – wollen die Beiden schon mal Eindruck schinden und für sich werben. Machtkampf der grotesken Peinlichkeiten natürlich vorprogrammiert.

Fängt schon bei der Busfahrt an, die gleich amüsant beginnt, da der Fahrer schon 13 Stunden Fahrt hinter sich hat und somit für manch Extra-Furore sorgt. Aber der Papa, wäre nicht der Papa, wenn er für alles eine mehr oder weniger unangenehme Lösung parat hätte. Gewohnt kläglich für alle Beteiligten!
Auch wenn der Film nicht gerade mit Tempo überzeugt, lässt er doch einige unterhaltsame Situationen vom Stapel. Neben manch peinlichem Schmunzler gibt es schon auch mal satirische Schenkelklopfer. Die Betriebsfeier lässt auch kein Klischee aus, weshalb auch ein Abstecher im Bordell nicht fehlen darf.

Eine triste Kühlheit, ein bekanntes Montag Morgen Gefühl zum Wochenstart, zieht sich wieder durch die ganze Spielzeit und ergibt die gewohnte, wirklich sehr gut passende Atmosphäre, hier auch außerhalb der schlichten Büroräumlichkeiten. Das hierzu auch markante Intro fehlte mir jedoch!

Der Film passt für Stromberg Freunde (ja ne Freunde hat der keine!) sehr gut, ist ansonst aber auch nur ne weit ausgedehnte Folge, die alle anderen wohl meiden sollten. Natürlich muss der Film in Summe noch etwas draufsetzten, wobei auch ne schlampige Schlägerei am Frühstücksbuffet nicht fehlen darf. Am Ende muss dann nochmals abgeliefert werden … hier zwar die Sache mit der Kündigung nicht ganz plausibel erscheint aber zeigt welche Personen in unserer heutigen Bürokratie ihren Platz bekommen. Hier hätte man doch ein bisschen detailierter sein können. Ansonst Satire die auch völlig Real ist!




 

(Bilder: bluray-disc.de)



Weiterführende Blogs:
Wild Drivers (mit Don Johnson) vs. Two-Lane Blacktop by MoeMents







Ein kleiner Zwischenruf!

 

Tja, meine lieben Freunde, blauen Kollegen und ganz besonders den Teilnehmern unserer grandiosen Beyond-Reihe! Es ist HEUTE genau ein Jahr her als die "Comic Movie-Heroes Beyond" Reihe startete! Und wir bis jetzt schon unzählige spannende, hoch informative und auch ausgefallene Vorstellung von filmischen Comic-Adaptionen aus dem hinteren Feld, aus der edlen zweiten Reihe, lesen und erleben durften!





Wodurch viele unbekannte aber äußerst geniale Filme und Comicvorlagen das Licht der Mehrheit erblicken durften. Damit der ein oder andere noch seinen celluloiden Horizont erweitern konnte oder gar etwas "entdecken" das ihn erfreute oder auch bereicherte. So ging es zumindest mir!


Mittlerweile haben wir 29 reguläre Titel veröffentlicht, dann 2 Blogs für die "Comics in Serie" Subkategorie und dann auch noch manche Zusatzblogs, die keine Nummerierung, sondern eine Verlinkung zu den bestehenden Blogs fanden, sowie auch manch Zweiteiler. Also in Summe bestimmt schon etwa 35 Beyond-Blogs bestehen. Bei 52 Wochen im Jahr kann man schon sagen, dass jede zweite Woche ein Beitrag sein (Blog-)Licht erblickte. Auch wenn es in der Praxis anders verteilt war, ist das doch sehr erstaunlich! Und natürlich wird ganz gemütlich in jeder Kategorie noch was kommen...

Es sieht nun noch so aus, dass die 3te Phase noch einen Beitrag finden wird, damit wir hier auch noch auf 9 Beiträge von unterschiedlichsten Usern kommen. Die erste Phase hatte 11, die Zweite 10, dann würden 9 Vorstellungen in der Dritten doch ganz gut passen, bevor ich etwa im Oktober die 4. Phase starte!
Hierzu gibt es schon einige Reservierungen und sogar schon fertige Beiträge. Es wäre überhaupt praktisch wenn manche ihren Blog schon im Vorraus erstellen (auf Etappen arbeiten) und ihn dann einfach mal im Speicher liegen lassen, damit das mit der Veröffentlichung auch gezielter klappt.
Mein Beitrag für die 4.Phase war als Beispiel schon vor der Sommerpause fertig. Vor der VÖ wird dann nochmals der letzte Feinschliff vorgenommen, und schon ist alles weniger stressbelastet.

Ich hoffe außerdem, dass manche Reservierungen aus der Anfangszeit noch zu ihrem Beyond-Blog finden. Wir warten darauf!

Natürlich ist nun (derweil) nicht mehr der Andrang als zu Beginnzeiten, die Leute scheinen auch unter mehr Stress zu stehen oder mal Pause zu machen, auch die Filmauswahl wird enger da wir schon sehr viele coole Comics & Movies unter die Lupe nahmen, aber da ist immer noch genug zweitrangiges Material vorhanden ... und schön verteilt werden wir da schon noch manches
hinbekommen! Hier nur mal ein paar Wahlmöglichkeiten:



Für Neugierige: Die englischsprachige Wikiseite hat da auch mehr Einträge als die Deutschsprachige: "List of films based on comics" (die ist auch innerhalb nochmals groß unterteilt!


Hab mir dann gedacht, dass die 4te Phase die vorletzte Runde ist, bevor wir mit der 5ten die Letzte aber auch offene Phase einleiten. Soll heißen, dass ich die Reihe definitiv nicht beenden möchte, da immer wieder "fantastisches" Material und auch Interessierte Leute auftauchen die hier bestimmt noch etwas in die breite Runde werfen möchten. Bin zwar hier manchmal auch müde, habe aber noch einiges im Hinterkopf dem ich mich annehmen möchte! Deshalb hier bei Zeiten immer mal etwas veröffentlichen. Hier wird dann auch die Usersperre mit der einen VÖ pro Phase wegfallen. (Nur abwechselnd sollte es schon noch sein). Also so hab ich mir das derweil gedacht um die Sache mehr langsam ausgedehnt abklingen zu lassen ... und auch nicht zu beenden! Hier könnt ihr mir ruhig auch Eure Meinung da lassen.





Auch ist neben "Comics in Serie" noch eine weitere Subkategorie geplant, nämlich die der animierten Comicverfilmungen! In der gängigen Reihe haben wir all die Realverfilmungen, es gibt aber auch einige Adaptionen die nur als Zeichentrick/Animation etc. umgesetzt wurden. Und die sollen auch ihren Platz finden. Hierzu hab ich einige Banner entworfen - auch mit tantrons Inspiration - und will euch nun fragen, was ihr so für am Besten haltet? Sind eh immer nur kleine Detailänderungen. Mehrfachkombinationen könnt ihr natürlich auch nennen, oder noch andere Ideen vorbringen. Hab nur selbige Farbkombie benutzt, is wie immer aber variabel!


A (hier wurde als Bsp. nur der Bindestrich verschoben. Da dies besser zu den Animierten passt, heißt dann auch Comicfilm. Bei der regulären Reihe war mir wichtig das die Betonung auf FILMhelden liegt.)


B (von Comic zu Comicfilm)




C (mit Anmerkung)


D


E (bisschen größere Anmerkung)


F (oder statt dem Bindestrich gleich zusammen geschrieben - Comicfilm)


Nachtrag: Final ist es dann doch ein neuer Banner geworden, der mir einfach mehr zusagte und sich doch ein wenig vom Gewohnten unterscheidet.










Wer sich hier um etwas annehmen möchte, bitte gerne!! Hier einige Titel die sehr gut passen könnten:
Werner Beinhart, Tim & Struppi, Heavy Metal (FAKK), Das kleine Arschloch, Fritz the Cat, Wenn der Wind weht, Big Hero 6, Aya de Yopougon, Persepolis, Titeuf, Ghost in the Shell, Ab durch die Hecke, .... eventuell Asterix und Lucky Luke, eben hier nur die animierten FILME, die Realadaptionen gehören in die reguläre Reihe.

Nicht zu verwechseln mit animierten SERIEN! Es soll hier schon ein Spielfilm sein! Sollte beides vorhanden sein - denn gerade bei vielen japanischen Mangas gibt es oftmals Animes (Serien) UND animierte Filme - wird es nach vorhandener Überwiegung (oder persönlichem Vorstellungsfokus!) zugeordnet. Wobei ich noch am überlegen bin, nicht doch alle animierten Auswüchse hier zusammenzufassen...





Ein Hoch auf ein JAHR "Comic Movie-Heroes Beyond"!

Also lassen wir noch manches lesen, zwar in weiteren Abständen aber noch ohne abruptes Ende! Derweil können WIR schonmal mächtig stolz sein, auf das, was wir hier schon geleistet und vollbracht haben! Wenn man sich durch die Übersicht und Blogs so durchstöbert, ist das einfach nur klasse!! Nun mal gucken, was hier noch kommt ... BIS BEYOND!!






Film-Coverbilder: amazon.de

... zuletzt gesehen ...

4. September 2014
Das letzte Ufer / A Long Way Down / Prakti.com / Blackthorn


Auf dem Weg ins kommende Wochenende, liefer ich Euch wieder mal meine letzten Sichtungen ab. Wieder mal halbwegs "querdurch" und stets nur als subjektive Meinung gesehen. Also viel Spass beim Lesen meiner anSICHTEN ... wie immer freu ich mich auch über Meinungen hierzu. Immer nett von Euch zu lesen! Auf jeden Fall schon mal ein schönes Wochenende!
 





Das letzte Ufer (DVD)
USA1959 - On The Beach
Wir schreiben das Jahr 1964 und die Erdbevölkerung hat sich durch einen Atomkrieg ausgerottet. Ein amerikanisches Atom-U-Boot ist noch unterwegs nach Australien, das als einziger Fleck auf Erden verschont blieb. Die Frage ist jedoch, für wie lange, denn eine radioaktive Wolke könnte auch sie treffen.

Ein Endzeitfilm der mal etwas anderen Art. Da es hierbei um die Zeit geht in der die Menschen noch jegliche Hoffnung schürren oder sich gleich dem Unausweichlichen stellen. Hierbei haben wir einige namhafte Vertreter als Protagonisten in dieser eventuell letzten Erdenzeit:
Gregory Peck mimt den US U-Boot Captain der sich bedauerlich der Realität stellen muss, dass Frau und Kinder nicht mehr leben - charmant und überzeugend; Ava Gardner als Alkoholikerin die gefrustet nach Liebe sucht und dabei immer mehr mit dem Amerikaner warm wird - voerst ein wenig am Overacting aber dann sehr anrührend; Fred Astaire als Wissenschaftler, der auch beschuldigt wird am Bau dieser Selbstvernichtungswaffe mitgewirkt zu haben und sich auch noch seinen Traum als Rennfahrer erfüllen will; ausserdem noch Anthony Perkins der einen liebenswerten Ehemann und Vater mimt, der auch noch als Offizier an der 623 Sawfish (US-U-Boot) angestückelt ist.

Nun gliedert sich der Film in verschiedene Bereiche. Im ersten Drittel bekommt man die australische Bevölkerung zu Gesicht, die trotz des Weltgeschehens noch in ihren fixen Strukturen dahinläuft aber schon Einbüßen zu verzeichnen hat. Dabei werden die Charaktere unter die Lupe genommen um sich ihren Ängsten gewahr zu werden. Dabei auch philosophieren, welche Möglichkeiten noch zur Rettung bestehen, oder aber auch schon einer Panik zum Opfer fallen. Im zweiten Drittel beginnt ein erneuter Auftrag des U-Bootes, um zu erforschen wie weit die Radioaktivität bisher über den Ozean vorgedrungen ist. Dabei gibt es auf der Suche nach einem ungewöhnlichen Morsesignal auch einen leergefegtene Blick in die Heimat. Eine leicht spannende Reise, die aber immer noch die persönlichen Problematiken dieser Zeit hinterfragt. Hiermit sogar in Sachen Atomwaffen einen immer noch aktuellen Zeigefinger erhebt! Im letzten Teil gehts um die Rückreise nach Australien und was die Leute ... mit der Zeit noch anfangen/oder auch beenden.

Das s/w Endzeit-Drama ist etwas zäh und braucht Zeit um zu "strahlen", hat aber immer wieder seine interessanten Momente und auch Zitate. In Summe auch eine ganz gelungene Stimmung. Endzeitflair kommt jedoch erst in der zweiten Filmhäfte auf, da vorerst in Australien noch alles belebt seinen Gang geht. Der Film hat bei mir erst nach dem Sichten einen bedeutenden Eindruck hinterlassen, da auch das grandiose Filmende für die damalige Zeit bemerkenswert ausfällt!

Stanley Kramers (Flucht in Ketten; Eine total, total verrückte Welt; Rat mal wer zum Essen kommt)  Film erhielt im Jahre 2000 ein Remake unter dem Namen "USS Charleston - Die letzte Hoffnung der Menschheit", einem Zweiteiler fürs Fernsehen.




A Long Way Down (Blu-Ray)
GB2014
4 verzweifelte Menschen wollen sich am Silvesterabend das Leben nehmen und treffen in ihrem Suizidversuch auf einem Hochhausdach aufeinander. Über kurz oder lang entschließen sie sich aber, mit ihrem Selbstmord gemeinsam bis zum nächsten gesellschaftlichen Druckpunkt zu warten: dem Valentinstag.

Zur Abwechslung hab ich hier auch mal ein Buch gelesen und kenne somit die Vorlage von Nick Hornby. Wobei es nun keine groben Veränderungen im Gesamtablauf gibt aber doch in der zeitlichen Aufteilung einiger Situation. Bevor ich beginne muss ich gleich sagen, ich fand den Beginn des Buches einfach genial, danach flachte es für mich ab weil mich der spätere Vollzug der Einzelschicksale die ins Rampenlicht geraten, nicht mehr so ganz fesselte. Die dichte Atmosphäre der ersten Buchhälfte war eben dann leider versiegt, trotzdem ein gutes Buch.

Was macht der Film? Den grandiosen Beginn auf dem Hausdach schustert er nur völlig kurz und bündig zusammen, wodurch die stimmungsvollen und tiefgründigen Gespräche aller, sowie auch ein einzigartiges reduziertes Szenario, verloren gehen. Dann verlässt auch noch Martin (Pierce Brosnan) als erstes das Hausdach und sammelt merkwürdigerweise allesamt auf den verregneten Straßen wieder ein. Na schräg, das plötzlich alle VOR IHM an Ort und Stelle waren. Ich dachte schon der Film baut noch zusätzlich surreale Elemente ein … aber NEIN! Na gut, kein guter Start aber macht ja noch nichts.

So lernen sich die Leidensgenossen schon mal näher kennen und gewinnen dadurch in der Zeit ihres Paktes ganz langsam wieder etwas (abwechslungsreiche) soziale Nähe. Martin (Pierce Brosnan), der gescheiterte Fernsehmoderator; Maureen (Toni Collette), eine einsame Hausfrau die völlig an ihren pflegebedürftigen Sohn gebunden ist; JJ (Aaron Paul) ein amerikanischer Pizzabote mit gescheiterter Band und dann wäre da noch Jess (Imogen Potts) die sowieso nirgends einen Halt zu finden scheint. Jeder eben mit seinen Problemen im emotionalen Rucksack, lenken sie sich doch gegenseitig ein wenig ab, bis sogar die Presse davon Wind bekommt und einiges aufdeckt was manchen noch schaden könnte. So gibt es neben einem gemeinsamen Urlaub eben auch mal schlechte Publicity!

Von den Darstellern fand ich Aaron Paul sehr gut gewählt, es kann aber keiner so richtig punkten. Sie spielen allesamt recht gut, aber wirken doch auch sehr ungewohnt, ja sogar unpassend in ihren Rollen. Besonders Brosnan und Collette. Imogen Potts wechselt in ihrer Figur zwischen nervig und doch auch mal entzückend quirlig; wenn sie einen nicht auf den Geist geht, wirkt sie noch am passendsten.

Der Film unterhält stets im Feel-Good Bereich, hat auch ein paar tolle Momente die gut eingefangen sind – besonders als Jess plötzlich in JJs Dusche sitzt oder auch manch visuelle Dachszene – wirkt aber trotzdem unrund zusammengeflickt. Alles unterhaltsam aber leider trotz des ernsten Themas, auch wenn es irgendwo amüsant und lebensbejahend verpackt wurde, zu oberflächlich! Eben nur beiläufig ohne wirklichen Tiefgang. Schade das nicht mehr überzeugende Parts des Buches ausgedehnt wurden, stattdessen zuviele wechselnde Situationen in den Film gepackt um mit offensichtlichem Geschehen ja niemanden zu langweilen, damit aber jeder Tiefgang verschenkt. Kann man sich mal ansehen, sollte sich aber nicht zuviel erwarten, selbst wenn man die Vorlage nicht kennt.




Prakti.com (DVD)

USA2013 – The Internship
Wollte den Film vorerst grundsätzlich nicht sehen, weil ich Dauerwerbesendungen nicht unterstütze. Da ich ihn aber dann gratis geliehen bekam, machte ich ne Ausnahme, weil ich es somit ja nicht direkt sponsere! ;) Da ich das "Frat Pack" (Hochzeits-Crasher, Eisprinzen, The Watch …) sowieso gern sehe, freute ich mich auch diesen abhacken zu können. Was dann gar nicht so übel ausfiel... und auch Will Ferrell als merkwürdiger Zeitgenosse auftauchen darf!

Billy (Vince Vaughn) und Nick (Owen Wilson) waren ein grandioses Verkaufsgespann wenn sie etwas direkt an den Mann bringen mussten. Ihre Jobs wurden aber aufgelassen, weil die Mehrheit nun über das Internet kauft. Kurzerhand beschließen die beiden sich in ein Praktikum bei G--gle reinzumoogeln, um damit hoffentlich eine Festanstellung für die Zukunft zu ergattern. Die beiden Haudegen sind aber alles andere als Up-To-Date und stellen eine ausrangierte Ausnahme unter diesem reinen Haufen Nerds und Teens dar! 

Somit prallen eben zwei Welten aufeinander in der die beiden eine Chance bekommen sich zu beweisen. Denn man merkt schnell, dass unter dem ganzen hippen Gehabe der jungen Generation etwas fehlt: Erfahrung und Lebensqualität! Aber zuvor werden die beiden Ausrangierten natürlich in bester Nerdmanier noch verarscht, indem sie als Beispiel für eine Aufgabe, indem ein Fehlerbug einer Programmierung gefunden werden soll, einen Professor  Xavier (X-Men) ausfindig machen sollen – was sie auch tun!! Danach bleibt es weiterhin ganz unterhaltsam, wenn sie den Teens zeigen wie man sich mal richtig die Nacht um die Ohren haut und etwas Mutiges für sich selbst tut. Auch sonst kommt nettes Campus-Feeling auf, folgt im Verlauf wie erwartet aber jedem bekanntem Klischee wie der obligaten Liebesgeschichte und dem Auftrumpfen der Schwachen gegenüber den anderen Film-Stereotypen. Viel blödes Gebrabbel aber auch einige amüsante Witze. Auch gibt es etliche Filmanspielungen, so wird bei einem Quidditch-Match (Harry P.) auch mal "Bangerang" (Hook) als Startruf gebrüllt… Als Nerds wurden völlig akzeptable Typen ausgewählt und das Mädl in der Runde (Tiya Sircar) ist schon ne süsse Erscheinung. (Ich sag das obwohl sie hier sehr jung aussieht, darf ich aber, die is mein Bj. ;)

Fand ich für zwischendurch ganz angenehm und unterhaltsam. Überhaupt nicht neues, wurde auch keineswegs erwartet, aber das Aufeinandertreffen zweier Generationen kann merklich befruchtend sein! Gerade in der heutigen Zeit ist das für manche Klugscheißer von Nöten, auch wenn der Film das nun nicht speziell zum Aushängeschild macht, wird das schon ersichtlich!




Blackthorn
(Blu-Ray)
SPA2011
Nachdem Regisseur Mateo Gil schon einige klasse Drehbücher verfasst hat (Open your Eyes und das Remake Vanilla Sky, Das Meer in mir, Agora) begibt er sich hier auf die Spuren von Butch Cassidy und Sundance Kid. Wobei das ganze Licht Cassidy gebührt, der hier von Sam Shepard einen in die Jahre gekommenen legendären Outlaw verkörpert. Auch wenn Shepard womöglich nicht der charismatischste Darsteller ist, fällt es ihm irrsinnig leicht diese Rolle makellos rüberzubringen. Als ob er niemand anders sei, als Butch Cassidy aka James Blackthorn.

Der Film nimmt die bekannte Geschichte dort auf, wo beide eigentlich ums Leben gekommen sind, spinnt diese aber in der Überzeugung fort, dass beide nicht wirklich verstorben sind. In einem Interview auf der Disc wird tatsächlich erwähnt das die gefundenen Leichen scheinbar nicht wirklich die beiden bekannten, vermuteten Outlaws waren (Stimmten nicht mit der DNA von echten Nachkommen überein). Weshalb "Blackthorn" sich dieser Tatsache annimmt und zeigt was aus Butch Cassidy geworden ist. Eigentlich hat er seinen Frieden in Bolivien gefunden, will jedoch auf die alten Tage zurück in die Staaten da er dort für jemanden, einem Nachkommen aus alten Tagen, sorgen möchte. Bevor es überhaupt losgeht wird er jedoch nochmals in ein Abenteuer mit hinein gezogen. Als er in der Wüste einen Spanier trifft, der aufgrund einer Menge Geld von Leuten verfolgt wird, treffen die beiden eine Übereinkunft. James Blackthorn will die Hälfte des Geldes um es für seine Zukunft nutzen zu können, dafür hilft er dem Spanier hier lebend raus zu kommen.

Was hier jedoch nicht heißt: Action! Der Film um den alten Cowboy erzählt das Fristen seines Daseins ganz ruhig und gemächlich, begleitet von einem dezenten aber beeindruckenden Score. Das Highlight des kleinen späten Westerns sind aber eindeutig die Kulissen in Bolivien, egal ob verregnete Hochebenen, sandige Wüsten, karge steinige Landschaften, verschneite Berge … alles wirklich ganz wunderbar zu Bild gebracht! Ganz fein fotografiert und in spürbaren Eindrücken gefangen genommen! Damit die Erzählweise nicht langweilig wird, denn das kann sie hier schon mal sein sollte man sich nicht an den Bildern verzehren, wird immer wieder mal in Rückblenden die Geschichte der beiden Freunde Butch und Kid eingestreut - damit man am Ende auch noch manch Zusammenhänge versteht. Zwischendurch gibt es mal leichte Shootouts, besonders jener in der sehenswerten Salzwüste, und es zieht sich der Spannungsbogen stets nur ganz minimal an, hält aber dennoch Wendungen bereit und fällt nie zurück. Er steigert sich stetig bis zum Ende hin! Was in Summe auch sehr positiv (irgendwie ausdauernd intensiv) auffällt.

Visuell also wirklich beeindruckend, von der Geschichte her eine langsame gemächliche Fahrt, die einige tolle Charaktere ablichtet. Allen voran eben die Legende, die ihren Schneid immer noch nicht verloren hat, um am Ende wieder das zu sein, was sie immer war: Ein Robin Hood des Westens.

Jetzt nicht herausragend aber definitiv mal sehenswert! Besonders gefiel mir noch, als Butch erneut auf seinen alten Rivalen Mackkinley (Stephen Rea) trifft.


 

(Bilder: bluray-disc.de/amazon.de)


zuvor gesehen:
Dallas Buyers Club / Scenic Route / Lincoln / Hesher


Sollten Euch noch passende Blogs zu dieser Auswahl einfallen, immer her damit!


Sparten(Schatz)Kiste

27. August 2014
oder auch

"Eine Kiste für manch Spartenschätze"

 
 
Sparten natürlich im Sinne von Genres, es geht hier um kein Ausgrabungswerkzeug für manch Feldstudie oder etwas Mythologisches


Ich hab wieder mal ein bisschen herumgepfuscht, wobei es dieses mal ne kleine Angelegenheit ist. Eine Vintagekiste (altmodischer Look) in dem ich ein paar bestimmte Teilbereiche verstauen wollte, oder besser, ausstellen! Wobei ich die Filme gelegentlich auch wieder auswechseln möchte. Um welche Teilbereiche es sich handelt werdet ich bald mitbekommen ...



Dafür hab ich mir etliche alte Holzkisten (zumindest auf alt getrimmt) bestellt, mit denen ich mir auch ein Regal in der Küche zusammengeschustert hab. Eine kleine dieser Kisten hab ich mir aufgehoben um das Folgende damit zu machen ...


Für mein Vorhaben will ich nun die Kiste mit den "spartischen" (ja,ne, das Wort gibts bestimmt nicht) Überbegriffen besprayen. Deshalb diese mal ausgedruckt.



 


Dann natürlich ausschneiden ...










Bei den Buchstaben, die innerhalb unabhängige Elemente (Rundungen) haben muss man sich natürlich etwas überlegen, sonst hat man ein großes Loch, als Beispiel bei A, O und auch bei R. Also etwas übrig lassen als Bindeglied, dass den Innenteil hält!




Mit den herausgeschnittenen Buchstaben die keine Verwendung mehr finden, kann man zwischenzeitlich irgendwas veranstalten ...





Ah, ging sich nicht aus ...





Na also, die Vorlagen sind mal fertig.





Nun sollten diese auf die Kiste aufgesprüht werden, was eigentlich ganz gut ging ...



Zumindest bei dem ersten Schriftzug, der sah noch richtig klasse aus. Dann ist mir aber leider die Farbe ausgegangen, und was für ein Glück... die gab es nicht mehr!

 
Die Ersatzfarben (hab zwei Dosen probiert) hatten alle nicht mehr die Qualität (Farbkonsistenz), weshalb ich mit dem Ergebnis nicht mehr so zufrieden war, aber was solls, is eben dazu passend TRASHY!
 



 
Hier verronnen die Farben irgendwie leicht.


Das "Retro" is sogar ziemlich übel geworden weil ich hier einen völlig verhunzten Sprühvorgang weggewischen musste, der zweite Auftrag war dann natürlich "durchwachsen". Aber OK, durchs Motto der Kiste verkraft ich das mit links!





Nun gehts wieder ans Befüllen ... eventuell was hiervon?



Neben manch netten Schund - quer durch die Bank - auch manch exzellenten Kult!



Inhalt stets variabel!


Ich hab mir derzeit nur einige Sci-Fi (Trash-, Retro-, B-, Kult-)Filme reingestellt ...





Ohne Aufdrucke eignet sich die Kiste auch hervorragend für eine kleine Westernsammlung! Durch die Ritzen müsste man dann natürlich noch Stroh stopfen.. wäre mehr als perfekt!





Kann man dann irgendwo hinpflanzen ...




Oder auch zu meinem schon bekannten Fabrikationen stellen





Das war's wieder mal von mir, eben dieses Mal mit etwas Kleinem.

 
 



Blog by MoeMents

... zuletzt gesehen ...

18. August 2014
Dallas Buyers Club / Scenic Route / Lincoln / Hesher


Dieses Mal besteht die Auswahl durchwegs aus Titeln die wohl dem anspruchsvollen Seher zugedichtet werden! Keine Sorge soll nicht zur Gewohnheit werden, aber in letzter Zeit hab ich eben einige Dramen gesichtet und ausgeliehen. Vielleicht lag es zuletzt am "Butler", dass ich wieder mal Lust auf Geschichte, Historie, wahren Begebenheiten oder ähnlichem hatte oder es war auch nur reine Willkür. Wie gewohnt gute Unterhaltung mit meinen subjektiven anSICHTEN ...

 






Dallas Buyers Club
(Blu-Ray)
USA2013
Ron Woodroof (Matthew McConaughey) lebt am Limit, nicht nur wenn es um Geldwetten geht, sondern ganz besonders in Sachen Suchtmitteln schlägt er oftmals streng über seine Grenzen. Alkohol, Drogen, Tabak, Sex … nach Lust und Laune ohne nur einen Gedanken an die eigene Gesundheit zu verschwenden. Als der eines Tages völlig einknickt und erst im Krankenhaus wieder zu sich kommt, hat der Arzt für ihn unerwartete Nachrichten: Es sei mit dem HIV-Virus infiziert und habe nach deren Meinung nur noch 30 Tage seine Angelegenheiten zu regeln.

Hier merkt man gleich mal welch Charakter Ron ist. Als ihm der Arzt nur mal obligatorisch die Frage nach homosexuellen Praktiken stellt, tickt er aus und kann kaum glauben, dass der Arzt wirklich das Wort "Homo" in den Mund genommen hat! Wir befinden uns in den 80zigern, wo AIDS und Homosexualität bei den Menschen noch voller Befangenheit war, so auch bei Ron, der hier vom Schicksal ruckartig in völlig unbekannte Gewässer geschmissen wird.

Der Film bleibt aber bei Weitem nicht nur bei diesem dramatischen Schicksalsschlag den es zu meistern gibt, sondern nimmt den Kampf gegen die Mechanismen der Gesundheitsindustrie inklusiver Gesetzesproblematiken auf! Ein Medikament namens AZT kommt gerade zu Versuchszwecken auf den Markt, da es aber erst längere Blindstudien geben soll, Woodroof aber keine Zeit für Spielchen hat und grundsätzlich eher der radikale Typ ist, will er sich das Mittel illegal in Mexico besorgen. Kommt dort aber durch einen abtrünnigen (oder auch wirklich weisen) Arzt auf neue "Alternativen".

Woodroof, immer noch der eigensinnige Geschäftsmann sieht hier nicht nur Unterstützung in seinem Krankheitsverlauf, sondern auch ein lukratives Geschäft. Obwohl es in diesem Medikamentenmix mehr um natürliche Vitamine in konzentrierter Form, Proteine und ähnliche Pflanzenmischungen etc. geht, hat die FDA (Arzneimittelbehörde) einiges dagegen, dass diese Medikamente importiert oder gar verkauft werden. Wohl ganz besonders weil sie keine Kontrolle über den Geldfluss haben. Nicht nur die FDA steht im Wege, auch Ron tut er sich anfänglich schwer als eher plumper, eigenwilliger Cowboy das Zeugs überhaupt an den Mann zu bringen, ganz besonders da fast 80% der Erkrankten aus sexuell andersorientierten Bereichen kommen. Wobei ihm die ebenfalls an AIDS erkrankte Rayon (Jared Leto) Tür und Tor in diese Welt öffnet. Ron ihr/ihm jedoch aus Befangenheit vorerst nicht mal die Hand schütteln kann.

Hier muss man gleich sagen, dass die beiden wirklich einzigartige Leistungen abliefern. McConaughey durfte sich endlich in einer seriösen Rolle behaupten und auch wenn man den Abnehmwahn für solche Rollen nicht gutheißen sollte, wirkt dies doch erschreckend stimmig. Da sein Charakter doch eher festgefahrener Natur ist, sind es nicht nur die tiefgreifenden Einrisse in seine Struktur, sondern besonders die kleinen Momente in denen er sich seiner Vorurteile langsam entledigen darf, die sich filmisch ganz bewegend abzeichnen. Dennoch wohl noch einen Tick besser, Jared Leto in seiner transsexuellen Rolle. Hier mal im Frauenfummel unterwegs, bringt er besonders durch seine ganze Gestik und speziell mit seiner Mimik reichlich, bemerkenswerte Emotionen rüber. Beide ein wirklich sehr sehenswertes und später auch einmaliges Film-(Geschäfts-)Duo!!

Klasse vielseitiges Drama, das sich nur in der zweiten Hälfte ein wenig in seiner Konzentration auflockert, ansonsten aber stets unter beachtlicher, schwüler Atmosphäre (südlich: Texas, Mexico) in einem Kampf ums Überleben hangelt und dabei noch ganz wunderbar Kritik am ganzen Gesundheitssystem und seinen profitablen Mechanismen übt! Nicht nur das Thema Vorurteile sorgt hier für wunderbare Einsichten, sondern auch das Pharmakartell bekommt seine berechtige Kritik weg. Das gleich noch die stärkenden Seiten von eventuell noch unbekannten alternativmedizinischen Bereichen seine Erwähnung/Berechtigung finden, ist für den Film nur noch zusätzlich fortschrittlich! Unbedingt mal ansehen!!




Scenic Route
(Blu-Ray)
USA2013
Mitchell (J. Duhamel) und Carter (D. Fogler) sind unterwegs auf verlassenen Straßen quer durch die kalifornische Wüste. Als ihr Auto liegen bleibt wären die nächstgelegenen Orte 60-100 Meilen entfernt, was sie dazu zwingt auszuharren bis hoffentlich ein weiteres Auto vorbeikommt. Da sie ihre alte Freundschaft eigentlich mit dem Road-Trip erneuern wollten, bringt in dieser Verweilzeit eine Konfrontation mit allen persönlichen Problemen die sich die Jahre über aufstauten. Die sie sich nun gegenseitig an den Kopf werfen ... was nicht das einzige, ausartende Problem in dieser wüsten, überlebensfeindlichen Natur darstellt.

Josh Duhamel (Tranformers 1-3, Safe Haven) und Dan Fogler (Fanboys, Balls of Fury) mal in anspruchsvollen Rollen zu sehen ist gleich mal eine ungewohnte aber erfreuliche Entdeckung wert. Das Drehbuch schneiderte ihnen klasse persönliche Problematiken auf den Hals, welche die beiden auch ganz glaubhaft verkörpern.
Besonders in der ersten Filmhälfte ist in dieser prekären Einöde noch alles wunderbar authentisch inszeniert, als sich die beiden dann wirklich gewalttätig ans Eingemachte gehen, können schon mal Zweifel aufkommen, warum man so gehandelt oder eben nicht gehandelt hat.
(Bsp.: Bezug auf unterlassene Erste Hilfeleistung statt Loch-zu-Buddeln)
Besonders dann wenn die wüsten Ereignisse in ihrer Darstellung so schräg werden, dass man fast schon ironisch lachen muss. Sind aber mehr Kleinigkeiten die man wohl auch so stehen lassen kann, außerdem denkt/handelt man wohl grundsätzlich nicht mehr gewöhnlich wenn einem die Sonne so dermaßen arg und auch lange auf den Pelz rückt!

Zwischen brütender Hitze, frostigen Nächten und dem einzigen Getränk in dieser Einöde, der seifigen Scheibenwischerflüssigkeit, sind sich die beiden Freunde gelegentlich selbst die größten Feinde! Sich dabei nicht nur die rauen Tage/Nächte an ihnen abzeichnen, sondern auch gegenseitig etliche harten Wunden zufügen. Duhamel sieht übrigens sehenswert wüst aus als blutverschmierter Irokese - erwähnter Bezug zu Taxi Driver - und Fogler ist sowieso ein gemütlicher Couch-Potatoe, der hier in seiner Rolle angenehm-angriffslustig (verbal) den eher tiefsinnigen Part der beiden konträren Lebensgesinnungen einnehmen darf. Auch wenn wohl keiner der beiden in seinen Problematiken besser abschneidet.

Zwischendurch bietet der Film auch immer wieder mal beeindruckende visuelle Natureindrücke, egal ob ein sternenbeladener Nachthimmel oder der steinige Wüstenflair, beides schafft doch einen zusätzlich Flair in dieser stark reduzierten Situation. Neben dem vorerst dialogsreichen Reflektions- und Kritikpart der beiden, der wirklich fantastisch gelungen ist, bringt der Film dann nach dem Austicken der beiden auch noch manch weiterführende Ideen damit ihm nicht die Luft ausgeht.

Tolle psychologische Charakterstudie, die zwar minimale Ecken und Kanten aufweist, aber besonders auch durch das Ende, dass den Zuseher unerwartet auch noch zwei Optionen eröffnet, keine Enttäuschung ist. Schon gar nicht für Freunde von Verhaltenskost in außergewöhnlichen Situationen! Hat mir gefallen!




Lincoln (Blu-Ray)
USA2012
Regisseur Steven Spielberg hat sich in seiner Laufbahn ja auch schon um einige Kriege gekümmert - Das Reich der Sonne, Schindlers Liste, Gefährten, James Ryan … "1941" hab ich noch zu gucken! In "Lincoln" ist das Thema wieder mal reif, in Form des amerikanischen Bürgerkriegs, Nord gegen Südstaaten, was hier jedoch sichtbar grad mal ein, höchstens zwei Prozent des Films ausmacht. Nach einem kleinen Einblick ins Schlachtfeld widmet sich Spielberg nämlich dann die restlichen ~149 Min. einem, für ihn im Schnitt ungewohnten, reduzierten Kammer...ne Kabinettspiel, das rein von seinen Dialogen lebt! Alles rund um den berühmten Präsidenten Abraham Lincoln (Amtszeit 1861-1865) der hier während des Krieges versucht die Abschaffung der Sklaverei durchzuringen.

Hört sich womöglich langweilig an, is es aber nicht, zumindest im Großen und Ganzen! Eigentlich ist man die ganze Zeit gefesselt von dieser politischen Fehde in der Lincoln mit dem 13. Zusatzartikel zur Verfassung (Abschaffung der Sklaverei), die Stimmen im Repräsentantenhaus gewinnen will. Wozu er eine 2/3 Mehrheit benötigt, in der er nicht nur seine Leute (Republikaner) im Kabinett davon durchwegs bei seiner Meinung halten muss, sondern auch die Stimmen der Demokraten gewinnen muss. In dieser Zeit gibt es nämlich nicht nur die geprägten Vorurteile gegenüber den Sklaven, sondern auch eine Diskrepanz zur parallel laufenden Beendigung des Krieges, die auch den Zusatzartikel gefährden könnten. Wobei wir zum größten Schwachpunkt des ruhigen und angenehmen Filmes kommen, seinem Anspruch!
Nicht nur das man gebannt aufpassen muss (fesselt natürlich besonders), was wie wo zusammenhängt und welche Auswirkungen haben könnte, sondern ganz besonders auch das Vorabwissen das man haben sollte. Der Sezessionskrieg und die Sache mit der Versklavung wird dem Großteil der Seher noch bekannt sein, jedoch viele erwähnten Details wie die Emanzipations-Proklamation oder weitere politische Details sind auf die Schnelle schwierig zu erfassen/kombinieren. Für diese Laufzeit hätte man da schon auf manches näher eingehen können. Der Film ist wohl grundsätzlich dem nationalen Publikum zugedacht.

Ein weiterer ganz bindender Punkt ist die Ausstattung die ganz erhaben und prächtig das Herz von visuellen Historikern höher schlagen lässt. Selbst die Tapeten wurden laut Making-Of exakt nachgefertigt, und Kostüme sowie brillantes Make-Up so weit das Auge reicht. Natürlich wäre das nur halb so gut ohne die großartigen Darsteller welche diese historischen Figuren mit Leben füllen. Daniel Day-Lewis ein gewohnter Garant in Sachen intensivem Ausdruck, hier als Lincoln nicht nur äußerst redegewandt, sondern auch ganz besonders ein Geschichtenerzähler, mit denen er es schafft die Menschen zu fesseln, zu begeistern und die hartgesottenen zumindest ein wenig von ihrer Meinung abzulenken um die Situation aufzulockern. Nicht nur David Strathairn und Tommy Lee Jones sind hier natürlich noch positiv erwähnenswert, der Film schafft es auch weiters, bis weit nach hinten durchwegs großartig besetzt zu sein. Besonders fand ich hier noch Lee Pace als Sprecher der Demokraten und das arrangierte Trio, welches auf Stimmenfang unterwegs ist. Ein auch mal amüsantes Unterfangen und das auf versuchte legale Weise.

Tolles bedeutsames Dialogs-Epos, das zwar auch manch erzählerische Schattenseiten beherbergt (womöglich mehr beim internationalen Publikum), aber einen großen fortschrittlichen und geschichtsträchtigen Mann, der damals schon alle Menschen als natürlich GLEICH sehen konnte, gefühlvoll und bedächtig abzeichnet. Die letzte Szene mit Tommy Lee Jones bleibt natürlich menschlich im Gedächtnis.




Hesher (Blu-Ray)
USA2010
Der 13-jährige T.J. (Devin Brochu) trifft unglücklicherweise auf den Rebellen Hesher (Joseph Gordon-Levitt), der ihn seitdem nicht mehr von der Pelle abrückt. Selbst gerade mit dem Verlust seiner Mutter konfrontiert und mitsamt seiner Familie in einer enormen Trauerphase taucht Hesher plötzlich auch noch ungefragt bei ihnen Zuhause auf … und nistet sich ein! Im Kreise einer kaputten Familie, in welcher der Vater (Rainn Wilson) den ganzen Tag zerstört auf der Couch herumliegt und die Großmutter (Piper Laurie) trotz eigener Probleme versucht den Beiden zu dienen, kommt auch noch uneingeladen der völlig abgewrackte Metalhead hinzu …

Laut dem Making-Of soll Hesher einen Punkt einnehmen, der Familie (ungewollt) aus einer Trauerphase zu helfen. Wobei wir hier aber weit entfernt sind, von jeglichem gut gemeinten Rat oder einer Wohlfühl-Tat! Vielmehr schafft er es die Beiden (Vater & Sohn) abzulenken, und zwar nur damit, von einer Scheiße in eine andere zu schlittern. Auch mit Metaphern die man wohl so noch nie gehört hat – oder gar überhaupt hören will! Hesher ist ein Rübel sondergleichen und frönt seinen anarchischen Tendenzen, die auch mal wunderbar passend mit knallharten Metal-Riffs unterlegt sind. 

Der junge Devin Brochu ist bemerkenswert in seiner Rolle und hat wirklich verdammt viel einzustecken, nicht nur den Tot seiner Mutter, sondern auch einiges an Terror durch einen Mitschüler, wobei Hesher alles andere als hilfreich ist, ja sogar für noch mehr Probleme als schon vorhanden sorgt. J. Gordon Levitt ist genial in seiner Rolle dieses Überlebenskünstlers/Arschloch, nicht nur sein Outfit, Tattoos, Haarpracht und seine nihilistische Art, sondern auch einige Aktionen die er abliefert sind knallhart aber stellenweise auch brachial amüsant. Besonders die Tatsache, dass er plötzlich bei einem wohnt und auch noch damit durch kommt, ansonst sag ich nur Stichwort: "Pay-TV" oder auch "Schwimmingpool-Chaos"! Der gut gemeinte Kern taucht stets nur latent oder ganz minimal auf, besonders gefallen hat mir hierbei die Szene nach dem Essensstreit, in der die Großmutter Hesher ihre Last mitteilt (den beiden so gerne helfen zu wollen) und Hesher nur da sitzt und glasige Augen bekommt. Auch wenn er es womöglich irgendwo doch gut meint, ist das nur ganz ganz schwer ersichtlich! Den Versuch Natalie Portman, in ihrer Rolle als spärlich verdienende Kassiererin, etwas biederer darzustellen, können ihren darstellerischen Qualitäten sowie ihrer strahlenden Schönheit wieder mal nichts anhaben.

Hartes Drama, das einem zur Trauerphase nicht wohlwollend auf die Schulter klopft, sondern zusätzlich noch einen heftigen Schlag in die Magengrube verpasst. Dabei aber auch seine besonderen Momente und ein (halb-)lichtes Ende bereithält sowie mit guten Darstellern aufwartet. Definitiv anders, aber auch zu unorthodox!
 
 

(Bilder: bluray-disc.de)





Weiterführende Blogs:

Lincoln: Der besondere Film (BD) by Charlys Tante
Kinoreview Lincoln by hightower

Buch-Film-Vergleich: Safe Haven (Josh Duhamel) by Sawasdee1983




... zuletzt gesehen ...

11. August 2014
Der Butler / Panik im Jahre Null / Mrs. Brisby und das Geheimnis von Nimh / Bait / Shark Night


Hier nun die Filme die ich mir in letzter Zeit zu Gemüte geführt habe, egal ob nun auf Blu-Ray, DVD, im TV oder sonstigen Medien ... Ich bewerte die Filme hier mal nicht mit Punkten, weil dies nur eine subjektive Entscheidung ist. Jeden Menschen spricht unbewusst etwas anderes an und man findet es demnach auch Besser oder Schlechter. Diese Bewertungen stellen nie ein Faktum dar. (Individualität!) Hier also meine persönlichen anSICHTEN ...

 






Der Butler (DVD)
USA2013
Eugene Allen diente tatsächlich 8 amerikanischen Präsidenten, in dessen Rolle Forest Whitaker alias Cecil Gaines schlüpft. Im Film einen Mann spielt, der schon als Junge mit seinen Eltern auf der Baumwollplantage arbeitete und später zum Diener ausgebildet wurde. Über kurz oder lang schaffte er es ins weiße Haus und überdauert als Butler einige Präsidenten unterschiedlichster Gesinnung --> während des bewegenden Konflikts in Bezug auf die Rassentrennung.

Was den Film besonders prägt sind nicht nur die geschichtlichen Bezüge die sich um jeden einzelnen Präsidenten kurz annehmen, sondern auch allerlei historische Momente. Natürlich alles rund um das zentrale Thema – die Trennung von Schwarzen und Weißen! Martin Luther King, der Vietnam Krieg, der Ku-Klux Klan, die Black Panther Bewegung, das Kennedy Attentat und und und … vieles wird gestreift und mehr oder weniger wahr eingeflochten oder für eigene Zwecke benutzt. Was jedem Seher der an Geschichte interessiert ist, noch mehr zu fesseln vermag da man wirklich vieles weiterspinnen könnte. Auch an Filme erinnert die man wunderbar als Ergänzung mit dem BUTLER verknüpfen könnte, als Beispiel Frost/Nixon, In der Hitze der Nacht, JFK, Parkland, … überhaupt alle politischen Präsidentenfilme der vorkommenden Herren, selbst Forrest Gump kommt einen oft in den Sinn. Das bringt dem Butler mehr Inhalt als er überhaupt hat!

Denn so streift er das alles eigentlich nur und widmet sich viel mehr einer Familiengeschichte, in dieser geschichtsträchtigen Zeit der Rassentrennung. Besonders einem Vater-Sohn Konflikt, der wohl auch zwei unterschiedliche Einstellungen von Menschen in einem politischen System abzeichnet. Einerseits Forest Whitaker, der mit einem völlig genialen, herzerwärmenden Sanftmut in seine Rolle eintaucht und dabei vollends auf seinen dienlichen Zweck gerichtet ist, sein Schicksal, seine Rolle in diesem Leben akzeptiert hat, größere Zusammenhänge auch nicht reflektiert. Und dann sein Sohnemann, der sich ganz anderer Natur für einen höheren Zweck einsetzt und sich dafür auch der Bürgerrechtsbewegung anschließt. Sie wollen sich für ihre Rechte einsetzen, die im wahrsten Sinne des Wortes noch mit Füßen getreten werden, was auch wirklich einige herbe Szenen auf den Zuseher loslässt. Diesen Zweien, zwar nicht ganz konträren, aber in ihrer Familie gegensätzlichen Gesinnungen vertretend, gelingt es wie oft im Leben erst danach das große Ganze zu sehen. Und das ist hier wunderbar abgelichtet.

Besonders ersichtlich wird, wie machtlos der mächtigste Mann der Welt ist, wenn das Volk immer noch wutgeladen in einer alten Gesinnung verharrt und meint, diese auch mit aller Gewalt vertreten zu müssen. Das ist wahrlich bitter zum Mitansehen!

Der Film gibt nur selten seine fesselnde Note auf, wirkt dann zwar minimal gestreckt, begeistert aber ansonst durchwegs. Viele bekannte Darsteller gaben sich die Ehre, egal ob in der Rolle der 5 dargestellten Präsidenten (Robin Williams, Liev Schreiber, James Mardsen, John Cusack, Alan Rickman) in der jeder kleine Auffälligkeiten mitbringt und auch in den Nebenrollen sind stets bekannte Gesichter zu entdecken. Nur Oprah Winfrey als Gattin des Vorzeigebutlers empfand ich nicht als die beste Wahl. Nicht das sie schlecht spielte, sie war mir einfach unsympathisch! Auf jeden Fall liefert "Der Butler" fast zeitgleich zu "7 Years a Slave" ein beachtliches Rassendrama ab, das trotz des heiklen Themas immer noch bemerkenswert schön bleibt! Und deshalb zwischen historischen Eckdaten und hinzugefügter Menschlichkeit einfach berührt. Unerwartet starkes Stück Kinogeschichte!




Panik im Jahre Null (DVD)
USA1962 – Panic in Year Zero!
Eine Familie ist unterwegs zum Angelausflug, als plötzlich auf Los Angeles eine Atomrakete niedergeht und jegliche Rückkehr, um nach etwaigen Verwandten zu sehen, unmöglich macht. Schnell herrscht Anarchie, ein Ausnahmezustand der die Familie zwingt auf deren Überleben zu achten. Weshalb das Oberhaupt die Entscheidung trifft, dass sie den geplanten Ausflug fortsetzen um zu versuchen in den Bergen einen unzivilisiert bevorstehenden Krieg auszusitzen.

Es kommt nämlich wirklich soweit, dass im späteren Verlauf auch Bezug auf einen ausgebrochenen Weltkrieg genommen wird. Um sich unter diesem Vorwand in Form eines Low-Budgets Movies den persönlichen Rivalitäten unter solch humaner Bedrohung zu widmen. Man merkt schnell, dass nun das Recht des Stärkeren zählt und der Familienvater darlegt, dass er vor nichts zurückschreckt um sich und seine Familie zu schützen. Nach dem notgedrungenen und schon erschwerlichen Einkauf von Proviant und Waffen, soll es in die Berge gehen um sich zu verstecken. Wobei der Vater zeigt, dass er sofort wirklich gute Ideen bereithält aber dafür eben auch menschliche Grenzen überschreitet. In dieser facettenvollen Darstellung aber auch nicht darauf vergisst sich mal selbst zu hinterfragen. Obwohl sein Sohnemann, dem zur Verteidigung auch ein  Gewehr in die Hand gedrückt wurde, die Durchsetzungskraft seines Vaters aufsehend gutheißt, ist dem Vater doch auch seine eigene Veränderung bewusst. Deshalb zu seinem Sohn:

 
"Du sollst dieses Gewehr benutzen wenn nötig, aber ich will das du es hasst!"


Während der erste Teil des Films noch eine aufregende Flucht – Road Movie - vor der Radioaktivität und der wildgewordenen Meute darstellt, wird die zweite Hälfte mehr zum Camping-Ausflug, der aber sogar immer noch riskant und kurzweilig ausfällt. Zeit für besinnliche Momente wie man sie in solch postapocalytischen Szenarien auch mag, gibt es fast selten. Wodurch beim lebhaften Seher (der sich ständig auch ein sichtbares Geschehen erwartet) keine Langeweile aufkommen kann.

Ganz markant ist hier noch der Score des Films der sehr jazzig ausfällt und somit einer eventuell gemächlichen Stimmung Einhalt gebietet, dafür eben mehr eine etwas abenteuerliche Stimmung fördert.

Tolles s/w (Familien-)Drama unter postapocalytischer Szenerie. Verliert zwar durch die aufdringliche Musik ein wenig an gewohnter Stimmung,  fällt aber dennoch sehr sehenswert aus und besticht besonders durch die humanen Facetten in diesem doch noch jungem (Filmalter) Ausnahmezustand. Eine Blu-Ray wäre wünschenswert!


Extra: Hauptdarsteller Ray Milland führte hier auch Regie! Spielte zweimal die Hauptrolle bei Regielegende Roger Corman in "Lebendig begraben" (62) und "Der Mann mit den Röntgenaugen" (63). Spielte in weiteren Sci-Fi- und Horrorfilmen dieser Zeit mit: Frogs – Frösche (72), Das Ding mit den zwei Köpfen (72) oder auch dem Kindersci-fi Fantasyfilm "Die Flucht zum Hexenberg". Die Hauptrolle in Hitchcocks "Bei Anruf Mord" (54), unter Billy Wilders Regie spielte er in "Das verlorene Wochenende" (45) einen Langzeit-Alkoholiker, unter Cecil B. DeMile neben John Wayne in "Piraten im karibischen Meer" (42) … also der Mann hat einige markante Rollen unter namhaften Regisseuren der Filmgeschichte vorzuweisen!




Mrs. Brisby und das Geheimnis von Nimh (DVD)
USA1982
In der Einleitung erzählt ein gewisser Nicodemus aus seinen Erinnerungen. Es wird etwas unter mysteriöser Stimmung offenbart, dass erst später seinen Sinn finden soll. Währenddessen hat Mrs. Brisby, eine kleine Feldmaus, Sorge ihre Kinder in Sicherheit zu bringen. Es steht für alle Tiere der Wiese ein Umzug bevor, da der Bauer alljährlich mit dem Pflug seine Wiese in ein Feld umackert. Da dies früher eintritt als erwartet sorgt für große Panik. Hinzu kommt das größte Problem, nämlich das Mrs. Brisbys Sohnemann, der kleine Mäuserich Timmy, mit einer Lungenentzündung im Bett liegt und nicht transportfähig ist. Weshalb Mrs. Brisby Hilfe benötigt, von Tieren die eigentlich ihre Feinde darstellen … auf diesem Wege kommt sie mehr Geheimnissen auf die Spur als jemals erwartet.

Wenn man sich nun denkt, Feinde werden zu rettenden Freunden wie man es in einem Kinderfilm erwartet, liegt man nicht ganz richtig. Da der Film fast durchgängig ziemlich düster gehalten ist, ist es wohl weniger ein Titel für kleine Kinder. Die Freigabe von 6 ist zu niedrig gewählt, aber es gibt ja keine Zwischeninstanzen vor 12. Einige Figuren wie eben die Ratten, eine gefürchtete Eule sowie auch noch andere Erscheinungen haben eine starke furchterregende Wirkung. Fies strahlende Augen, grimmiges Auftreten und dazu noch etliche mystisch anmutende Elemente, erzielen einen Effekt der in solchen Kinderfilmen wohl eher selten zu finden ist. Ja sogar manch Thrill tritt hier zu Tage. Somit gibt es aber für den Erwachsenen ein paar gruselige und auch fantastische Szenen mehr, die nicht nur toll gezeichnet sind, sondern auch mit einigen reizenden, liebevollen visuellen Details aufwarten. Die Geschichte selbst, indem Mrs. Brisby ihren Weg zur Rettung ihrer Kinder beschreitet, lässt sie erfahren das nicht nur hinter ihrem verstorbenen Mäuse-Mann eine legendäre Geschichte steckt, sondern auch noch einen Twist bietet den man so fast nicht erwartet hätte. Das Geheimnis um NIMH ist unerwartet gut und auch kritisch gewählt! 

Im ersten Teil des Film ist der Zuseher noch wenig gefesselt, da aber in der zweiten Hälfte eben vielmehr die Hintergründe zu manch merkwürdigen Vorgängen aufgedeckt werden, bekommt die Angelegenheit für einen Kinderfilm sogar Material, was Kids wohl nicht mal im Ansatz nachvollziehen können.
So gibt es neben dieser Story, viele vor Fantasie sprudelnde Elemente, ein düsteres Grundsetting, dass zwischendurch auch mal mit etwas Sonne aufwarten kann und auch mit wohlwollenden Freunden wie etwa einer Krähe, einem echt schrägen Vogel, sowie einen Rattenwachposten, doch auch Gutgesinntes bereithält.

Also ein Zeichentrick fernab von Disney, der einen mit seinen doch auch mal mutigen und abwegigen Anteilen – besonders eine Straßenlaterne die in einen Unterwasserlift zu einer Art Ratten-Atlantis umfunktioniert wurde und die Auflösung um Nimh selbst - mal zum Sichten einlädt.




Bait (Blu-Ray)
AUS, SIN 2012 – Haie im Supermarkt
Startet gleich mal mit herrlichem Summerflair und führt dabei auch die ganzen Stereotypen ein. Da wären ein Gefallener in Sachen Liebe – was nicht das einzige ist, das er zu verdauen hat - seine Ex mit neuem Anhängsel, ein Bulle mit seiner kleptomanischen Tochter, ein Räuber, der Ladenchef, ein banales Pärchen … ALLES was man eben so braucht … Gute und Böse, Regalbetreuer und Fischfutter … UND HAIE!!

Die kommen nämlich dann durch ein Erdbeben via Tsunami in die Mall (Supermarkt) um auf die Charaktere zu treffen. Die Katastrophe ist perfekt und ALLE möglichen Ausgänge sind durch irgendwelche herbei gespülten Fahrzeuge verschottet.
Weshalb nichts anderes übrig bleibt als sich die Zeit auf den Verkaufsregalen tot zu schlagen. Die Darsteller sind meist blass, aber auch nicht völlig nervig, geht also keiner gänzlich unter, außer ein weißer Hai kommt vorbei, was hier schon mal vorkommt! Die Mädels (Sharni Vinson, Phoebe Tonkin) sind nett anzusehen, die Typen akzeptables Beiwerk und mit Julian McMahon (Nip/Tuck, Fantastic Four) erwartete ich einen völlig unsympathischen Part, dem war aber nicht so, deshalb positiv überrascht.

Leider nimmt sich "Bait" grundsätzlich zu ernst, was ihn einerseits durch manche überschwängliche Übertreibung nur noch amüsanter macht, anderseits aber auch wieder Trash-Charme nimmt, da man noch viel mehr in diese Richtung hätte gehen können. Reduzierte Szenarien seh ich grundsätzlich gern, da hier aber alles nur auf den Verkaufsraum und ein weiteres Geschehen in der Tiefgarage minimiert ist und auch die Dialoge wie erwartet nicht grad philosophisch ausfallen, ist das doch ein wenig Wenig! Ein paar Ideen und Räumlichkeiten mehr hätten bestimmt nicht geschadet. Oder zumindest mehr dieser Momente: Der Held macht mit vollem Körpereinsatz und einer Pump-Gun, den Haifischen den Garaus! Herrlich dämlich – einfach perfekt!!

Visuell sind ein paar Aufnahmen/Effekte echt gut gelungen, das CGI aber billiger Natur. In Summe wohl zu schwach um ihn neben Piranha 1+2 im Regal abzustellen. Aber für Freunde von solchen (halbtrashigen) Tierhorrorstreifen schon mal anzusehen!


Danach hab ich mir auch noch "Shark Night" (2011) ausgeliehen, der nicht ganz so ernst daherkommt und deshalb trashiger/amüsanter ausfällt. Hier wollen sich einige Jugendliche ein feierliches Wochenende in einem Ferienhaus machen. Neben manch bekanntem Gesicht mimt Sara Paxton die Tochter der Hausbesitzer. Die sich zur Begrüßung gleich mal mit dem Sheriff ein Bootsrennen liefert - er danach in Uniform auch noch ein/zwei Bier köpft. Ja, hier gehts ein wenig amüsanter und besonders logik-befreiter zu.

Als Beispiel wenn die Truppe ihren einarmigen Freund - den anderen Arm hat der Hai gefuttert - von der privaten Insel (Ferienhaus) aufs Festland bringen wollen ... eine zeitlang fahren und plötzlich durch einen Haiangriff die Kontrolle über ihr Boot verlieren und explosiv dort enden, wo sie weggefahren sind! Hab mich zuvor schon gefragt wie sie die Protagonisten erneunt zusammen führen wollen aber das geht viel leichter als gedacht!

Oder noch besser, der Einarmige - ja ein wirklich zäher Typ - der nach etlichen Rettungsversuchen und bluttriefendem Herumliegen auf die famose Idee kommt sich bei einem Hai zu rächen, da dieser nicht nur seinen Arm, sondern auch seine Freundin vernascht hat. Dabei mit einem AFRIKANISCHEN SPEER am Ufer steht, wohlgemerkt der Darsteller ist schwarz und hat nur mehr einen Arm, in den Kampf ziehen will. Ihr glaubt nicht wer gewinnt!!!! Sowas macht natürlich für solch einen Film richtig Laune!

In der zweiten Hälfte wartet "Shark Night" sogar noch mit 'ner Thrillerstory auf, in der zwei Rednecks eine interessante/dämliche Idee hatten ihren See in eine persönliche Fischsammlung umzugestalten. Für was? Dazu müsst ihr selbst ins seichte Wasser gehen!

In Sachen blanke Haut hält er sich im Vergleich zu anderen Vertretern mehr bedeckt. Das CGI ist guter Durchschnitt und für Nahaufnahmen kamen einige technisch gesteuerte, gebaute Haimodelle zum Einsatz. Der Score ist oft zu seriös und hätte passend zu manch Schwachsinn auch mal lockerer ausfallen können.
Selbst wenn im Bonusmaterial erklärt wird, was echte Haie alles können um manch übertrieben dargestellte Szenen zu beschwichtigen, bleiben immer noch amüsante Lücken übrig.

In Summe verbeißt sich "Shark Night" aber beim Zusher auch nicht besser als "Bait". Ist zwar lockerer aber durch den aufkommen Thriller auch wieder zuwenig frivol! Da is schon "Piranha" ein Vorbild. Kann man sich beides Mal zur gemütlichen Berießelung reinwerfen - ich hatte teilweise schon meinen Spass!



 

(Bilder: bluray-disc.de/amazon.de)



Weiterführende Blogs:


Tierhorrorblog: HAIE
by Movienator


Der Butler by Charlys Tante

Bait 3D by feivel




SloMos ! - Die Dritte

7. August 2014



  Hier wieder mal zu den Filmen, die zu alles anderem als einer Reizüberflutung führen können, dennoch einen bewegenden emotionalen Eindruck hinterlassen können. Bei manchen für ein schlafendes Auge sorgen, für die anderen ein gemütlich, beschauliches Stück Filmchen darstellen, die mit besonderen Figuren oder einem ganz besonderem Flair aufwarten!

Wer die Definition dieses Sub-Genres noch nicht kennt, kann dies hier nachlesen! Die weiteren Blogs der bisherigen Vorstellungen finden sich unter SloMo(e)s: Die Erste & Die Zweite ...

Oder einfach weiterlesen und eine neue Runde SloMos - oder etwas nah dran -  entdecken... also einen Gang zurückschalten, abschnallen und genießen ...
 
 





Terminal (2004)

Sternchen: Steven Spielberg (Regie), Tom Hanks, Catherine Zeta-Jones, Stanley Tucci
Aufhänger: Tom Hanks kann wegen eines ausgebrochenen Krieges nicht mehr in sein Heimatland zurückkehren.

Da er aber auch nicht nach Amerika einreisen darf, hängt er im Flughafenterminal in der Zwischenlounge fest.

Er nutzt in diesem reduziertem Szenario, was ihm zur Verfügung steht und wird dabei auch sehr erfinderisch. Wunderbar eingegrenzter Spielraum, typisch Spielberg mit angenehmen Phatos versehen, sodass man mit dem Charakter mitfühlen/-leiden kann und sich freut, wenn ihm aus Mitgefühl sein neues Umfeld zur Seite steht - oder auch umgekehrt!

Highlights: neu gewonnene Freunde sowie Arbeits- und Wirkumfeld





Das Labyrinth der Wörter (2010)

Sternchen: Jean Becker (Regie), Gerard Depardieu, Gisele Casadesus
Aufhänger: Germain (Depardieu) lernt eine ältere Dame im Park kennen, die nicht nur seinen Wortschatz bereichert.

Germain ist weniger der Gebildete, sondern vielmehr der arbeitende "Trottel" für seine Freunde. Das ändert sich langsam als er zufällig im Park auf die nette Seniorin Margueritte trifft, die ihm durch Vorlesen sein Vokabular erweitert, und durch das Schenken eines Wörterbuchs immer mehr die Welt der Bücher näher bringt.

Liebenswürdige Geschichte über Freundschaften und das es nie zu spät ist, alte Konditionierungen abzulegen. Das altersunterschiedliche Duo präsentiert eine harmonische Verbindung, die sich gegenseitig lehrt und ergänzt. Angenehme französische Buchverfilmung mit Wohlgefühl. Mehr dazu hier!

Highlights: das rührende Ende - mit Sandwich





8 Frauen (2002)
Sternchen: Catherine Deneuve, Isabelle Huppert, Emmanielle Beart
Aufhänger: 8 Frauen, ein Mord und keine Möglichkeit das Grundstück zu verlassen.

Kleines französisches Indie-Kino, knallig farbiges Ambiente und eine eingeschneite Umgebung, die alles zum Kammerspiel werden läßt. Rein durch Dialoge wird die knisternde Stimmung am Leben gehalten und gemütlich der Sache auf den Grund gegangen. Eigentlich aufgrund des winterlichen Szenarios perfektes Slo-Mo Ambiente, wird jedoch durch manch Gesangeinlage und den kleinen Krimi zum Wackelkanditat für dieses Subgenre. Dennoch ein spannender und kreativer Geheimtipp!

Highlights: geniale Auflösung, die Figuren





Alles muss raus (2010)

Sternchen: Will Ferrel, Rebecca Hall, Christopher Jordan Wallace
Aufhänger: Ferrel verliert seinen Job, seine Frau und greift als Ex-Alkoholiker wieder zur Flasche

Seine Frau hat auch gleich die Schlösser ihres Hauses ausgetauscht und all seine Sachen in den Vorgarten verfrachtet ... indem Ferrel, fast niemals ohne Bierdose zu sehen, seine Filmzeit verbringt. Dabei mit einem Nachbarsjungen und der neuen Nachbarin Freundschaft schließt und sich mit den verächtigen Blicken manch Nachbarn und der Polizei rumschlagen muss.

Sich zwischenzeitlich einige Tage eine gemütliche Zeit macht, zumindest wirkt es stimmlich so, denn man merkt das all die Probleme von ihm mehr aufgeschoben oder ertrunken werden. Den Garten - für den Moment - bewohnbar macht und über seine Probleme sinniert. Sehr angenehm Ferrel zur Abwechlsung - nach "Schräger als Fiktion" - wieder mal in einer gut gespielten und glaubwürdigen Rolle zu sehen. Das Feeling ergibt eindeutig SloMo Stimmung!

Highlights: genialer, luftiger Frust-Zwischenaspekt, im Vorgarten einer lebenden Krise --> das Chillen in einer außergewöhnlichen Situation





Vertraute Fremde (2010)

Sternchen: Leo Lengrand, Alexandra Maria Lara
Aufhänger: Beim Grabbesuch seiner Mutter fällt Thomas in Ohmacht und wacht als 14jähriger wieder auf

Mit dieser kleinen Zeitreise in seine junges Ego, versucht Thomas rauszufinden "Warum & Weshalb?". Da sein Vater damals die Familie spurlos verlassen hat, folgt er diesen Spuren während er als Rückkehrer das Leben mit der Familie ganz anders erleben kann und sich auch einer alten (jungen) Liebe mit mehr Erfahrung stellen könnte.

Der Film besitzt zwar ein verständliches, aber dennoch fragwürdiges Ende, ist jedoch stimmlich ein liebenswert und wahrlich angenehm erzähltes Schicksal! Worin der Hauptakteur einen zweiten Blick erhaschen darf um dadurch eventuell etwas zu verändern oder besser zu verstehen. Das Tempo ist ruhig und beschaulich und der junge Protagonist sehr erfrischend. Visuell wunderschön sommerliches Seen- und Berggebiet irgendwo in den Alpen. In der Ausstattung auch eine nette Retro-Zeiterscheinung. Ansonst kann ich zu diesem SloMo nur noch den fantastischen Blog aus unserer Datenbank empfehlen.

Highlights: ländliche Gegend, angenehmer Sommerflair; eine gereifte Gesinnung in einem anderen Zeitgeist





Dein Weg (2010)

Sternchen: Emilio Estevez (auch Drehbuch, Regie), Martin Sheen
Aufhänger: Daniel (Estevez) stirbt beim Start des Jakobsweges in den Pyrenäen

Sein Vater Tom (M. Sheen) reist nach Frankreich um die Leiche zu identifizieren. Nun den Rucksack seines Sohnes mit einer gesamten Ausrüstung in der Hand, entschließt er sich kurzerhand in die Fusstapfen seines Sohnes, einem Weltenbummler, zu treten. Den Pilgerweg nach Santiago des Compostela zu beschreiten - mit der Asche seines Sohnes im Gepäck! Da er als Doktor in seinem Leben mehr gewohnten Konventionen unterliegt, versucht er nun zu verstehen, warum sein Sohn sich hierfür entschieden hat.

Von der Erzählstruktur ein richtiger SloMo, nimmt sich viel Zeit für diese authentische Reise und behält das gemächliche Tempo bei. Visuell gesehen ist das Bild jedoch grundsätzlich eher kühl gehalten, wodurch sich das Wohlfühlen mehr durch die warmherzige Geschichte selbst einstellt. Durch eine wärme Farbgebung hätte der Film in seinem Flair nochmals punkten können. Dennoch eine angenehm wandernde Reise, mit manch eigenen Begegnungen die Tom Stück für Stück weiter öffnen.

Highlights: diese Entscheidung/Geschichte an sich; das Asche verstreuen - Loslassen





Best Exotic Marigold Hotel (2011)

Sternchen: Judi Dench, Bill Nighy, Maggie Smith, Tom Wilkinson
Aufhänger: Die Schicksale einiger Senioren im Herbst ihres Lebens, in einem noch renovierbedürfdigen indischen Hotel

Von Eheproblemen, den Suchen nach etwas Vergangenem oder der Liebe bis hin zu gesundheitlichen oder anderweitigen Problemen, erzählt der Film die Schicksale/Geschichten seiner einzelnen Protagonisten. Und das alles unter ganz angenehm warmer, indischer Sommerkulisse!

Sollte man die Namen der Darsteller nicht kennen, erkennt man sie definitiv an den Gesichtern, wirklich klasse besetzt! Hinzu kommt noch die Geschichte um den jungen Hotelbetreiber (Dev "Slumdog" Patel) der nicht nur mit dem Betreiben des Exotic-Hotels seine Schwierigkeiten hat. Dialogsreich, nett und mit ganz unterschiedlichsten Charakteren ausgestattetes Werk über eine spätere Lebenszeit, die auch noch ihre (Nach-)Blüte (be-)lebt.

Highlights: die Wendepunkte der Charaktere





Feld der Träume (1989)

Sternchen: Kevin Costern, Ray Liotta, James Earl Jones, Burt Lancaster
Aufhänger: Ray (Costner) baut ein Baseball-Feld, obwohl er die platzmäßige Ernte für seine finanziellen Nöte brauchen würde.

Warum?
Weil er Stimmen hört, die sagen "Wenn du es baust, wird er kommen".
Eine Geschichte über Vertrauen und Glauben, die über das Rationale hinaus geht. Kevin Costner stellt auf diesem berufenen Weg ein Team zusammen, dass selbst verstorbene Legenden bereit hält. Wunderbar emotional, ergreifend erzählt unter einer herausragendend ländlichen Sommeridylle. Seine Reise ins Ungewisse ist nicht nur hervorragend ruhig erzählt, sondern auch irgendwie abenteuerlich und setzt dem Ganzen noch eine märchenhaft mystische Note auf.

Ein Fenster in einen Traum, in einen anderen Zeitgeist, in etwas völlig Magisches, dass am Ende einen emotional epochales Finale darbietet, dass man nur dahinschmelzen kann. Nicht nur Kult sondern auch ein mehr als perfekter SloMo(e)!

Highlights: das Zirpen der Grillen, der rote VW-Bus und ganz besonders die herzergreifenden Momente





Jeff, der noch zuhause lebt (2011)

Sternchen: Jason Segel, Ed Helms, Susan Sarandon
Aufhänger: Segel wohnt noch zu Hause und läuft, oder folgt dem ganzen Tag seinem Schicksal

Er und sein Bruder (E.Helms) könnten nicht unterschiedlicher sein. Jeff zuhause als Nichtsnutz der jegliche Zeichen des Lebens - Vorbild Signs - scharfsinnig ernst nimmt und sein Bruder, der vielmehr an einem gesellschaftlichen Status interessiert ist. Mit seinem neuerworbenen Porsche auch gleich seine ganze Beziehung nochmals auf Kippe stellt.

Ganz angenehme Slacker-Stimmung, langsam erzählt inklusiver tollen Beleuchtung zweier unterschiedlichster Charaktere, die sich hier in ihrer "zufälligen" Begegnung auf einen (vorgesehenen?) Weg durch die Stadt machen. Gepflastert mit etlichen (vermuteten) Zeichen, einer Beziehungskrise, dem Finden von Antrieb oder einer Bestimmung. Legt am Ende nochmals einen Endspurt hin und enttäuscht keineswegs. Solange man natürlich gewisse "zufällige" Schicksalsaspekte nicht für völlig blöd hält. Sarandon erhält als Mutter noch einen kleinen Nebenstrang, der jedoch gar nicht nötig gewesen wäre, weil die beiden eigenartigen Brüder harmonisch/chaotisch überzeugen.

Highlights: schicksalhafte Abrundung, knauchige Gemütlichkeit





Moon (2009)

Sternchen: Duncan Jones (Regie), Sam Rockwell, Kevin Spacey als Roboterstimme
Aufhänger: Sam Bell (Rockwell) entdeckt sich selbst - in Fleisch und Blut

Als einziger Arbeiter auf einer wirtschaftlichen Mondbasis, ist Sam Bell mit seinem 3 Jahresvertrag Überwachsungstechniker für einen großen Konzern, der auf dem Mond die Energieressource Helium-3 abbaut. In seinen letzten zwei Wochen taucht plötzlich, durch einen verursachten Unfall, ein weiterer Sam Bell auf! Mehr als Durcheinander wollen die beiden die verwirrende Angelegenheit nach der ersten erschreckenden Annäherung entschlüsseln, was zu einer mehrfach aufschlussreichen Entdeckungsreise unter wunderbar beschaulichen Ambiente führt.

Sehr innovatives Sci-Fi Drama, das durch seine überraschende Komplexität zwar aus
dem SloMo-Genre fällt aber durch die perfekt durchgezogene, dichte Atmosphäre, die ein angenehmes und gemächlich mitreißendes Tempo verzeichnet, wiederum perfekt passt! Deshalb eventuell ein Zwiespalt für einen SloMo, aber so oder so ein genialer Film! Und in Sachen Stimmung sogar ein SloMo Vorzeigekandidat.

Highlights: Rockwell spielt sich brillant mehrfach selbst; der später human wirkende Roboter der wohl entgegen seiner Schaltkreise funktioniert, zwar nicht logisch aber durchaus sympathisch







Im Resümee ist hier natürlich "Feld der Träume" ein emotional bewegender Klassiker, dessen Magie nicht nur inhaltlich, sondern auch durch den Film selbst versprüht wird! Also ein Vorzeige-SloMo! "Moon" befriedigt zwar nur bedingt das SloMo-Genre, ist stimmlich aber perfekt und in den restlichen Belangen sowieso ein erstklassiges Filmkleinod!

Weitere Highlights sind hier "Alles muss raus" da ich das reduzierte Szenario, besonders die Zeit wo er eigentlich nur auf dem Rasen abhängt und alles andere einfach mal hinter sich läßt, sehr bequem fand. "Terminal" gefiel mir auch sehr gut durch den eingegrentzen Spielraum und die Entwicklung, oder besser gesagt, dass was er aus dieser ungewöhnlichen Situation macht. Besonders mit den doch auch wohlwollenden Freunden die sich hieraus entwickeln.

Eine wirklich erfreuliche Erst-Entdeckung war noch "Jeff, der noch zuhause wohnt" da der Charakter einfach so liebenswert erscheint, auch versucht über den Tellerrand zu blicken und als Film selbst, trotz manch Aufregung der entrückten Figuren, ein absolut angenehmes Slo-Mo Feeling erzeugt. Da alles so gemütlich vor sich hinläuft...

Es sind aber auch alle anderen Titel sehenswert!

Das war wieder mal eine Runde gemütlicher SloMo(e)s, ich hoffe es hat euch gefallen und vielleicht hat der ein oder andere Titel noch Euer Interesse geweckt. Einige Titel, auch besonder durch/von Euch, hab ich weiterhin nicht nur im Hinterkopf, sondern auch notiert! Vielleicht ergibt sich ja im Laufe der Zeit wieder mal eine erneute Sammlung ...


 

 


Film-Coverbilder: bluray-disc.de/amazon.de

... zuletzt gesehen ...

31. Juli 2014
Die Autos, die Paris auffraßen / Das Philadelphia Experiment / Devils Pass / The Last Days on Mars

Dieses Mal sind zwei Filme dabei die man storytechnisch verknüpfen könnte, auch wenn es am ersten offensichtlichen Blick gar nicht so scheint! Welche es nun sind, werden wohl nur die Leute rausfinden, die hier auch meinen (bevorzugten) Ausflug in manch winterliche Gefilde gesehen haben. Ansonst gab es ein bisschen Trash und einen neuen Sci-Fi Streifen, der noch gar nicht im Verkauf steht - dafür natürlich im Verleih. Und der war gar nicht mal so übel! Also hier wieder mal meine gewohnt subjektiven anSICHTEN ... und eventuell gute Unterhaltung!

 




 
Die Autos, die Paris auffraßen (DVD)
USA 1974 The Cars That Ate Paris
Arthur Waldo (Terry Camilleri – der Napoleon aus Bill & Ted) hat auf der Campingwagen-Reise mit seinem Bruder einen fatalen Unfall. Als er im Krankenhaus von Paris - in Australien! - aufwacht, erfährt er, dass sein Bruder tödlich verunglückt ist. Er weiß noch nicht das die Bürger dieser Stadt ihre eigenen Spielchen mit diesen selbst hervorgerufenen Unfällen treiben, weshalb sie auch schon einen großen Autofriedhof ihr Eigen nennen…

Laut Covertext- /eindrücken dachte ich vorerst, ich bekomm hier sowas wie einen Trashfilm zu sehen, auch wenn ich es mir von Peter Weir (Master and Commander, Truman Show, Der Club der toten Dichter) nicht erwartet hätte, aber jeder Regisseur hatte mal Ausflüge in andere Gefilde, man erinnnere sich als Beispiel an den schlechten Geschmack von Peter Jackson. Doch läuft der Motor hier ein wenig anders …

Als reine Horrorkomödie – wie er auf dem Cover vermerkt wird – lässt sich der Film auch nicht explizit einordnen, soviele Sonderlichkeiten er einem hier noch eröffnet. Da wäre mal das kleine Dörfchen (Städtchen) namens Paris, das irgendwo in der Pampa liegt und sich dort abgeschottet eine eigene kleine Welt aufgebaut hat, auch seine eigene, äußerst merkwürdige Form von Justiz lebt. Nicht nur die Autos werden auseinander genommen und verwertet, sondern auch eventuell überlebende Menschen werden durch den örtlichen Oberarzt schon mal für Experimente herangezogen. Da kommt auch schonmal ne Bohrmaschine zum Einsatz, falls man das auch noch überlebt kommt man in die psychiatrische Abteilung und wird als Voll-Dachschaden, Halb- oder Viertel-Dachschaden bezeichnet. Tja, man merkt, dass nebst dieser skurillen und eigentlich doch ernstgestimmten Angelegenheit auch der schwarze Humor nicht zu kurz kommt.

Als Nächstes tritt der Bürgermeister auf den Plan. Der sich in den Kopf gesetzt hat, den gestrandeten Waldo für sein Dörfchen behalten zu wollen. Der nach dem Tod seines Bruders nur noch mehr zum psychischen Wrack als schon zuvor verkommen ist. Die derben manipulativen Spielchen des rhetorisch geschickten Bürgermeister, lassen unseren Hauptakteur Waldo nur noch mehr zur ferngesteuerten Witzfigur werden. Der sich völlig eingeschüchtert in seinem Dilemma auch noch mit (s)einer Angst gegen Autos konfrontiert sieht. Dieser Teil der Geschichte nimmt also neben einer bizarren Gesellschaftssatire auch noch einen stark manipulativen Charakter ein, der aber nach und nach zu bröckeln beginnt. Da es immer schwieriger wird, die ganze Sache unter Dach und Fach zu halten.

Wobei auch die eigenen Jugendlichen dieses Nestes eine markante Rolle spielen. Hier bringt der Film nämlich noch eine Komponente von halbstarken Rowdies mit ein. Denen hier ihre Wagen das Liebste sind, mit diesen immer wieder mal rücksichtlos durch den Ort brausen und dabei auch noch duellieren. Die Wägen sind Schrottmühlen, die direkt aus einem Endzeitfilm entspringen könnten und dem Stockcar alle Ehre machen. Das bringt noch einen großartigen verwüsteten Flair in den Film mit ein.

Nun, das hört sich alles ganz "speziell" und auch amüsant an, hat aber auch seine Schattenseiten. Vorerst ist man als Zuseher nämlich völlig verwirrt wo der Film überhaupt hin will, welchen Sinn die ganze Sache überhaupt macht und man tappt wie Waldo völlig im Dunklen. Die Angelegenheit ist zwar gut eingefangen und bietet ein paar besondere visuelle Reize, besonders durch den wüsten Flair, aber man fühlt sich auch selbst ein bisschen mysteriös, experimentell ausgesetzt. Das kann schon mal alles fraglich ausfallen, bis die einzelnen Bereiche schön langsam bemerkbar werden und eine eventuelle Linie (Straße) gestalten. Der Humor ist auch selten gesät und wenn, dann definitiv schwarzer Natur. Im Einklang mit Mord und rebellischen Dorf-Brauchtum!

Also gewiss ein bizarres Debütwerk vom australischen Peter Weir, dass durch die Summe ausgefallener Elemente  - allein bei der Musik von Funk über Westernklänge bis hin zur psychedelischen Berauschung - auch Kultfaktor mitbringt! Sich dieser, wenn überhaupt, aber wohl erst nachhaltig einstellen kann, da man die Sache erst mal wirken lassen muss. Mit mehr wüsten, metallischen Rostflair und mehr Verlagerung auf bissigen Humor statt fast zu trockener Satire, hätte ich mir den Film zu manch genialen B-Klassikern (Bsp. The Car - Teufel auf Rädern) gestellt, aber so muss ich ihn stehen lassen, als das was er ist: Eine absurde, auch blutige Satire, die sich im Kontrollwahn ihren Ängsten stellt und dabei unter die Räder kommt. Wer das jetzt nicht verstanden hat, egal, hab ich auch nicht!

Leicht trashige Cineasten kommen sowieso nicht drum herum – auch wenn ich es nicht eindeutig als Trash bezeichnen würde. Dazu wirkt er trotz überzogener Satire, doch auch ernst und darüber hinaus sozialkritisch.

Da ich womöglich zu unkonkret war, ich gebe derweil  etwa 6 von 10 Punkten. Er besitzt Genialität aber auch irgendwo zuwenig (bindende) klare Linie. Auf jeden Fall für ein Debüt schon klasse und definitiv mal was anderes! Der Film ist neben 3 anderen Filmen aus den 70ern auch in der Peter Weir Filmcollection enthalten.




Das Philadelphia Experiment (Blu-Ray)

USA1984
Das Militär führt 1943 waghalsige Experimente in Sachen Tarntechnologie durch. Eines ihrer Kriegsschiffe, die USS Eldridge soll auf dem Radar unsichtbar gemacht werden. Was jedoch dann passiert kann man fast nicht glauben – das Schiff verschwindet nicht nur auf dem Radar sondern auch in Realität! Auf dem Schiff herrscht durch die enorme Strahlung des Experiments reges Chaos, die zwei Soldaten David (Michael Paré) und Jim wollen sich retten und springen über Bord. Woraufhin sie im Jahre 1984 landen …

Die Geschichte, die in Teilen auf wahren Tatsachen beruhen soll – erzählt, bestätigt, widerlegt, Widerlegung widerlegt … -  ist schon mal richtig genial und deshalb auch ein gefundenes Fressen für einen Sci-Fi Fan! Weshalb ich mir nicht nur das, sondern auch eine kräftige Portion 80er Jahre Filmstil erwartete. Was ich auch bekam, aber nicht damit gerechnet habe, dass der Film auch noch so trashig wird … Aber eins nach dem anderen …

Wenn man von diesem Experiment noch nie was gehört hat, wird man inhalt gleich mal unbeholfen ins kalte Wasser geschmießen. Nur ein kleiner textlicher Einblender erzählt von einem Experiment in Sachen Tarntechnologie und dann gehts schon rund. Bestimmt mehr als ne halbe Stunde tappt man dann im Dunklen, was hier überhaupt (rätselhaftes) abläuft. Sollte das der Plan gewesen sein um Spannung aufzubauen, also ein Rätsel zu bieten das erst seine Auflösung findet, ging das eher nach hinten los. Denn, wenn man nicht irgendwelche Anhaltspunkte bekommt, tut man sich grundlegend schwer einzusteigen. Was hier jedoch schon reizend ausfällt, sind die tollen Effekte der 80ziger. Ein glühendes Schiff, glühende Körperteile, Farbspiele sondergleichen, Blitze und Funken, alles schön simple aber markant und deshalb für die Zeit auch imposant. Was jedoch dann später in dieser Geschichte von statten geht in der unsere zwei Helden wieder in ihre Zeit zurückfinden wollen, ist mehr als hanebüchen. Also gerade bei älteren B-Movies nimmt man es nicht so ernst wenn es um die allseits umstrittene Logik geht, aber das "Philadelphia Experiment" toppt in dieser Angelegenheit wirklich so einiges!! Besonders als David sich in deren Gegenwart(1984) auf die Suche nach seinem alten Freund macht, der eigentlich mit der ganzen Angelegenheit vertraut sein muss – weil er ja dabei war! – reagiert so fragwürdig, dass dies wohl nur aus dem Stehgreif entstand? Oder als nach einer Verfolgungsjagd ein Auto explodiert, völlig in Flammen steht und David (ohne es beabsichtigt zu haben) noch schnell Papiere rauszieht, die er für die nächsten (Film-)Schritte benötigt. Da muss man nicht nur heftigst lachen, sondern befindet sich eben in einer von vielen Szenen die einen schmunzelnd ans Hirn klatschen lassen.

Tja, jetzt könnte die Stimmung noch einiges retten, was sie teilweise auch gut schafft...  Da das "Philadelphia Experiment" aber nicht nur fiktionale Action hergibt, sondern auch so einige Zeit für Dramen und eine gewohnt naive Liebesgeschichte aufwendet zerwürfelt leider doch auch immer wieder mal die so lobenswerte bedrohliche Stimmung – die besonders gut durch die effektvollen Gewitterwolken aufkam!


Anscheinend schrieb John Carpenter die Originalgeschichte (laut interessantem Booklet), brachte sie aber nie zu Ende, was dann die Drehbuchschreiber bewerkstelligen und dem Film noch eine Liebesgeschichte verpassten. Auffällig war noch die Sychnrostimme vom Hauptdarsteller Michael Paré die fast schon ein wenig aufdringlich/aufgesetzt wirkt und deshalb mal gewöhnungsbedürftig ausfällt. Das Bild dieser "Platinum Cult Edition" ist dafür aber sehr gelungen. Zwar öfter mal ein feines Hintergrundrauschen aber kräftige Farben, nicht zuviel Schmutz und eine überraschend gute Schärfe für das Alter. Die Edition enthält ein Wendecover mit dem alten Postermotiv, in der das Schiff in der Wüste Nevadas steckt - wie gern hätte ich auch diese Szene erlebt!

Da ich zum Film eigentlich einige gute Kritiken las, fragte ich mich, ob der Film vielleicht beim zweiten Ansehen besser funktionieren würde? Da man ja dann schon weiß, wohin die überhaupt nicht nachvollziehbare Reise führen soll und man sich statt verwirrt Fragen zu stellen, fallen lassen kann. Aber ihm überhaupt eine zweite Chance einzuräumen ist dann schon schwierig! Damals ging das wohl leichter, weil man ihn öfter mal im Fernsehen sah und sich da das Puzzle von einem zum anderen Mal zufällig selbst zusammensetzen konnte und man die Geschichte irgendwann automatisch mochte? 
Oder der Film ist einfach wirklich schlecht … oder eben weniger was für mich!? Fast schade, denn ich hab mir solch ein Highlight wie "Der letzte Countdown" erwartet. Werde ihn aber noch behalten, um ihm eventuell noch mal ne Chance einzuräumen.




Devil's Pass (Blu-Ray)
USA, GB, RUSS2014 – The Dyatlov Pass
5 Studenten machen sich auf den Weg ins Ural Gebirge um einer (wirklich) wahren Geschichte um das mysteriöse Verunglücken von 9 Bergsteigern im Jahre 1959 auf den Grund zu gehen. Sie suchen nach Antworten für mögliche Ursachen und wandern somit auf selben Pfaden und übernachten auch an den Stellen an denen Diese umkamen, um etwaige Phänomene klären zu können, die sich seit diesen 50 Jahren darum ranken.

Das Found-Footage Material und dessen dokumentarischer Stil ist bildtechnisch schonmal sehr gut gelungen und nervt somit auch nicht. Ist auch nicht rein aus deren Sicht, sondern auch mal mit Fernsehberichten gespickt, die anfänglich kurz mal vorgreifen um dann wieder zur eigentlichen Gegenwart zurückkehren. Die Sache wird spannend und mysteriös durch viele Möglichkeiten  die hier Erwähnung finden, sei es der Yeti, eine Regierungsverschwörung oder vielerlei auch natürlich erklärbare Theorien, Wetterphänomene … was alles in Frage kommen könnte und man gefesselt dabei miträtseln darf. So wird’s auch nicht langweilig, obwohl auch mal Szenen vorhanden sind, die nun besonders in deren längeren Einleitung bis zum eigentlich Aufstieg zum "Berg der Toten", vielleicht auch mal als unnötig gesehen werden könnten – obwohl sie das stellenweise eventuell gar nicht sind?

Bis zum Entdecken einer echten Gefahr hat mir der Film sehr gut gefallen. Wobei mich das CGI dann am meisten abschreckte und mich aus dem fantastischen Realismus rauskatapultierte, aber der Aufstieg mit den immer wieder mal auftauchenden Merkwürdigkeiten war spannend und durch die Doku-Realistik auch mal gruselig. Am Ende will der Film fast zuviel der Themen, geht dann zwar auch in eine definierte Richtung, eröffnet dabei aber definitiv noch ein weiteres Genre! Was irgendwie auch cool ist, aber eventuell plötzlich überfordert. Womöglich hätte man sogar noch mehr Spannung mit einer geringeren Festlegung erreichen können. Aber so werden zumindest manche Fragen eindeutig geklärt …

Bleibt in der Sammlung! Wer keine Spoiler mag darf den nachfolgenden Link nicht anklicken, denn "Devils Pass" wäre nun unerwartet auch hier einzuordnen.



The Last Days on Mars
(Blu-Ray)
GB, IRL 2013
6 Monate dauert der Forschungseinsatz auf dem roten Planeten, bis sie von der nächsten Crew abgelöst und nach Hause geschickt werden. 19 Stunden bleiben dem Team noch, als plötzlich einer von ihnen in einer Bohrprobe Spuren eines lebenden Organismus entdeckt. Da eigentlich niemand mehr zu einem Außeneinsatz darf, weil noch alles für eine reibungslose  Übergabe eingeleitet werden muss, gibt der Techniker vor noch eine ausgefallene Sonde reparieren zu müssen um die Entdeckung für sich beanspruchen zu können. Diese jedoch nicht freundlich ausfällt  …

Gleich zu Beginn eine toll aufgebaute Spannung, die gepaart mit den wirklich top-durchgestylten visuellen Eindrücken auch eine enorme Pracht verbreitet. Nicht nur das Design der Marsstation mit ihrem technischen Equipment oder die detaillierte (Innen-)Ausstattung, sondern auch der  Strandbuggy, ein Mars-Rover, wissen zu gefallen. Eine klasse Optik, die durch einige Farbfilter nochmals einen erhabenen Stil mehr zaubert.

Kommen wir zur eigentlichen Bedrohung, die in der ersten halben Stunde eine grandiose Ungewissheit versprüht, dann für alle die den Coververmerk nicht gelesen haben, mit einer Infektion überrascht werden, deren Wirt-Ausformung schon in "World War Z" versuchte mal im großen, aufwendigen Gewand ihre Zuseher anzustecken. Wobei ich gleich sagen kann, dass mir dieser Versuch eindeutig besser gefallen hat! Liegt wohl auch daran, dass ich mich im abgeschotteten Weltraum gern mal heimisch fühle.

Nun ist aber grundlegend mal der größte Teil der Spannung raus wenn der erste Schrecken auftaucht und man in etwa weiß, mit was man es zu tun hat. Danach wechselt das abgeschottete Leben am Mars eher in ein actionreiches Durcheinander, dass sich weniger um die Charaktere kümmert, sondern mehr in der Flucht vor manch dehydrierten und mords-aggressiven Kollegen verläuft. Was visuell und akustisch auch mal recht hektisch ausfällt, besonders wenn der Stationsalarm ausgelöst wird der heftig tröttet, das Licht ausgeht und alle Not-Blinklichter angehen während ums Überleben gekämpft wird. Das kann schon mal überreizen in dieser sowieso dunkel gehaltenen Situation. Andererseits hat der Film, besonders durch seinen genialen Score, auch sehr stille und wirklich toll inszenierte, epochale Momente – ganz gegenteilig zu manch Rasanz!

Damit einem nicht langweilig wird, da es dementsprechend nicht gerade viele (Ausweich-)Möglichkeiten auf diesem Planeten gibt, wird doch auch immer wieder im letzten Momente die Kurve gekratzt indem eine weitere Situation geschaffen wird. Was dem Film aber einen schalen Beigeschmack gibt, ist die Nicht-Beantwortung so einiger Fragen. In etwa ... ein Trauma das den Hauptprotagonisten plagt, welches zwar immer wieder in Flashbacks dargestellt wird, man aber letztlich nur erahnen kann. Im ähnlichen Sinne auch das Ende ausfällt, jedoch in dieser Angelegenheit wohl auch egal gewesen wäre wo der Film letzlich anhält…
Sehr edel, im Finale die Szene als das Ablöseshuttle landen will. Als da plötzlich alle übernommenen Wirte schon warten, ist stimmlich doch sehr genial und zeigt deren gruselige Intelligenz! Hier gibt es auch die einzige Situation in der es aussieht, als würde ein Untoter einen Leichnam beißen um ein bisschen auf die kultige Zombie-Definition zu kommen, jedoch ging es hier wohl nur um WASSER das im Menschen in großen Teilen vorhanden ist! Also hier mal kein Fleischhunger, sondern Durst! Das ist meine Interpretation, denn vor der Verwandlung fragen im Film nicht nur stets nach Wasser, sondern überleben wohl auch nur dadurch! Bei der Shuttle Szene sieht es nämlich so aus, als sei einer schon wieder verstorben, da er vertrocknet ist!?

Liev Schreiber überzeugt vollauf in seiner Rolle und bleibt durch seine eindringliche tiefe Synchrostimme auch noch nachhaltig in Erinnerung. Fand ich einfach sehr gelungen! Elias Koteas (Let me in, Defendor), ein weiteres bekanntes Gesicht, mimt hier den Operationsleiter und Olivia Williams (Sixth Sense) gibt eine sehr eigensinnige Wissenschaftlerin ab. Die mit ihrer Art auch noch für manchen Twist sorgt. Man aber sowieso nicht weiß wie lang man mit wem rechnen kann, weil etwas tödliches in der Luft liegt – oder auch ganz woanders!

Stimmung durchgehend klasse, auch wenn weniger Action und mehr ungewisse Spannung dem erstklassigem Stil noch viel zuträglicher gewesen wären. Von vornherein sollte man sich auf wenig Antworten, vielmehr auf einen Ausnahmezustand einstellen, aus dem spontan das Beste gemacht wird. Reicht zwar nicht an die Genregrößen (The Thing, Alien, Moon) heran, gesellt sich aber doch sehr gut zu Genreverwandten wie: Red Planet, Europa Report, Mission to Mars … und toppt dabei sogar noch einige! Kann man sich also mal ansehen, auch wenn die Sache wenig innovativ ausfällt, zumindest einen edlen Stil hergibt.

Bild ist ziemlich gut, es tauchen aber an und zu auch mal Unschärfen auf. Grundlegend ist es durch so einige Farbfilter auch ein wenig zu dunkel geraten. Das CGI lässt sich nur selten als solches erkennen, wenn, dann ist es immer noch gelungen. Der Ton war sehr räumlich und, wie ich schon sagte, trägt der Score wunderbar zur Stimmung bei. Der wirkt stellenweise so fantastisch tiefschürfend, dass das eigentliche Szenario gar nicht mithalten kann. Bei den Extras sind die Arbeiten der Visuell-Effects erstaunlich, da nicht viel Reales übrig bleibt. Ansonst gibt's noch Interviews etc.


Nach diesem Film bekam ich einen kleinen Sci-Fi Rappel und legte mir gleich im Anschluss "Prometheus" wieder mal ein. Fand ich trotz einiger Mängel (die Blonde) immer noch imposant aufgemacht, stimmlich packend und weckt die Neugierde auf eine Fortsetzung! Nächsten Tag lief dann wieder mal "Moon", den ich damals in einem kleinen Programmkino entdeckte. Die gemächliche Stimmung haut mich immer noch um, und für so ein kleines Werk ist Sam Rockwells Schauspiel und die Story ganz groß - im Sinne von komplex eingefädelt! Danach hatte ich immer noch Lust auf den Weltraum und guckte zum ersten Mal "Lautlos im Weltraum" aus dem Jahre 1972, der unerwartet in seinem Ökosystem (outer space) auch mit drastischen Storyelementen aufwartet. Bruce Dern und seine 2-3 kleinen süssen Roboter im Alleinflug überzeugen, und der Film gibt auch eine angenehme Stimmung her.


 

(Bilder: bluray-disc.de/amazon.de)



"Wegrennen? Das ist doch kein Plan! Wegrennen kannst du, wenn der Plan fehlschlägt!" - "Der wartet uns noch zu Tode."
 
I. 1990 Im Land der Raketenwürmer Tremors
II. 1995 Die Rückkehr der Raketenwürmer Aftershocks
III. 2001 Die neue Brut Back to Perfection
IV. 2004 Wie alles begann The Legend Begins
 



 
Im Land der Raketenwürmer
USA1990-Tremors
"Perfection" ein ruhiges Tal, umringt von Bergen in Nevada. Gerade mal 14 Einwohner, von denen sich das Kumpelgespann Earl (Fred Ward) und Valentine (Kevin Bacon) ihre Zeit mit Gelegenheitsjobs tot schlagen. Bei einer weiteren Drecksarbeit im anliegenden Trailerpark fällen die beiden die Entscheidung, dass sie nun endgültig die Nase gestrichen voll haben und das Tal verlassen wollen. Auf ihrer Reise raus aus dem Kaff, taucht aber eine sonderbare Situation nach der anderen auf …

Was schon mal einen genialen Start darstellt! "Tremors" kommt vorerst nämlich schnell zur Sache und stiftet bereits bei der Ausreise von Earl und Valentine unerklärliche Verwirrung. Ein Toter auf einem hohen Masten, ein verschwundener Farmer der nicht nur Blutflecken hinterlassen hat und Straßenarbeiter queren und hindern nach und nach deren Abreise. Eine auch noch durch Steine verschüttete Straße, macht eine eventuelle Flucht plötzlich auch noch unmöglich. Alles noch ein bisschen blutverschmiert und schon ist man gefesselt in einem mittlerweile zum Kult gewordenen B-Movie!

Die nun kommenden tierischen Monster welche den Film und das Tal Perfection durchziehen sind nicht außerirdischer, sondern unterirdischer Natur! Riesige Würmer haben sich hier breit gemacht und sehen das Tal mit ihren Einwohnern als ein langes Frühstücksbuffet. So zitieren es auch die Bewohner, die nun in dieser "unartigen" Bedrohungen zusammenhalten müssen, was nicht nur abenteuerlich sondern auch amüsant ausfällt. Da der Film einfach ne Menge Charme besitzt! Super handgemachte (mechanische) Effekte, das abgeschnittene Tal erzeugt ne tolle wüste Stimmung, der Zusammenhalt dieser sympathischen Dorf-Bagage unterhält, besonders die Mischung aus (modernen) Cowboys, Provinzlern und einem Waffennarr, und die stinkenden Viecher sowie ein bisschen ekliger Schleim, geben noch ne geniale, leicht trashige Idee her!

Fürchten braucht man sich auch nicht wirklich, weshalb man sich vielmehr einem amüsanten, auch spannenden und stimmlich nostalgischen Happen hingibt. Zwischendurch gibt’s zwar auch mal kleine Längen, sagen wir besser Verweilzeit auf Dächern, und vielleicht auch ein paar zeitgemäße Eigenarten aber der staubige Flair verliert sich nie, da es weitere explosive Ideen und ein paar Schleimbrocken hagelt!
 



Fred Ward und Kevin Bacon machen ne gute Figur als die zwei führenden, anpackenden Cowboys und Michael Gross der den Waffennarr Burt Gummer mimt, bringt mit seinem Waffenarsenal nicht nur Durschlagskraft, sondern auch ne Portion Wahnwitz mit. Weshalb er gleich mal zum Aushängeschild für diese Filmreihe wurde. Auch die anderen Charaktere, eine Geologin als dienlicher weiblicher Zusatzpart, der geschäftstüchtige Ladenhüter Wong, die Familie Sterngood sowie weitere Figuren geben ne abwechslungsreiche Zusammenstellung ab.

"Tremors" kann man sich immer wieder mal ansehen, zeigt eine tolle ausgefallene Idee die damals wohl noch absurder als Heute gesehen wurde, macht aber genau deshalb noch mehr Laune. Die dennoch leicht unheimliche Stimmung und der staubige Wüstenflair unterhalten außerdem ungemein!

Das Bild liefert satte Kontraste, ist frei von Verunreinigungen und bietet auch eine für das Alter angemessene Schärfe. Der Ton ist schön verständlich, bietet Räumlichkeit jedoch höchsten wenn Musik zum Einsatz kommt.


(Quelle: bluray.com / © Universal Pictures)
 



Tremors 2
USA1995-Aftershocks
Waren die fetten Würmer damals noch in Nevada unterwegs, terrorisieren sie dieses Mal eine Ölbohrfirma in Mexico. Da ihnen die Mitarbeiter weg gefressen werden, was natürlich überhaupt nicht gut fürs Geschäft ist, wird der mittlerweile aus dem Fernsehen bekannte Earl Basset (Fred Ward) angeheuert damit er den Würmern (erneut) den Gar ausmacht!

Fred Ward ist also wieder mit an Bord und auf Kevin Bacon wird noch über Fotos und Zeitungsauschnitte kurz Bezug genommen. Nach dem ersten Filmdrittel stößt dann auch noch der enthusiastische Waffennarr Burt (Michael Gross) aus dem ersten Teil wieder hinzu. Dass der sich von der mexikanischen Armee bis über die Zähne bewaffnen lies, braucht man wohl nicht extra erwähnen. Ein Fan der ganzen Geschichte, dient Earl als junger Sidekick, der sich auf die Monsterjagd freut, während eine Wissenschaftlerin noch eine weiblichen Forschungpart einnimmt.

Mit dynamitbeladenen, ferngesteuerten Spielzeugautos – Burt hat natürlich einen SZ-Panzer – cruisen die beiden Jungs (Earl und sein Fan) durch die Täler und versuchen die Würmer zu sprengen. Damit es nicht langweilig wird serviert uns der Film auch noch eine abgewandelte Wurm-Spezies mit manch Predator-Eigenart, die bei der Gruppe zu schon bekanntem Verhalten führt – auf Dächern ausharren!

Manch Computeranimation ist grottig, doch die handgemachten Effekte klasse. Nicht nur die Würmer und Abarten sondern auch als Beispiel eine Erdspalterei, weil ein Wurm eine Kette frisst und das angebundene Auto daran durch die Gegend zieht, sind schnittig und auch amüsant umgesetzt. Wenn sie mit ihrer Rostkarre durch die Gegend jagen, bekommt man durch nette grüne Täler und sandig, steinige Plätzchen noch einen tollen Landschafts- und Outbackflair.

Auch wenn der erste Teil das Highlight darstellt, passt dieser perfekt ins spaßig-gruselige Unterhaltungs-Abendprogramm. Als Eyecatcher empfand ich noch noch das geile GRABOID-Layout eines Arcade Spielautomaten in Earls Wohnwagen.

Das Bild hat zwar manch feinen Sand - passend zur Filmoptik - aber ansonst nichts zu beanstanden. Sauberes Bild, angemessene Schärfe gute Farbkontraste. Der dts Stero Ton ist natürlich nicht Voluminös aber klar verständlich. Die Synchro wirkt nicht mehr ganz so bemüht.


(Quelle: fanpop.com / © Universal Pictures)




Tremors 3
USA2001-Back to Perfection
Burt kehrt nach dem Ausrotten der Viecher in Mexico wieder zurück zu den Wurzeln – ins Heimatnest Perfection! Hier werden mittlerweile Safariführungen veranstaltet um den  Touristen mit manch falschem Wurmzauber etwas Geld aus der Tasche zu leiern. Dauert nicht lange mischen sich echte Graboiden darunter. Burt rüstet sich sofort, als plötzlich die Behörden da stehen und ihnen aus Gründen des Artenschutzes verbieten die letzten Exemplare dieser Welt zu töten …

Tja, natürlich gestaltet sich dies anders als gedacht und der Zuseher bekommt dennoch bald die übliche Ladung Wurmjagd serviert. Was diesen Teil besonders macht, ist das erneute Auftauchen bekannter Figuren aus dem ersten Teil. Fred Ward ist zwar hier schon ausgestiegen, aber mit der Rückkehr Burts nach Perfection, sehen wir auch wieder das kleine Mädchen Mindy Sterngood (Ariane Richards aus Jurassic Park), die damals im Valley mit ihren Pogo-Stock herumhüpfte, ihre Mutter Nancy, den kleinen Mexicaner Miguel und den mittlerweile halb-erwachsenen Melvin. Somit sind mit Burt immerhin 5 Darsteller aus dem ersten Teil vorhanden. Was schon tolle Nostalgie einbringt! Ausserdem hängen alle in Walter Changs Laden ab, denn scheinbar seine Tochter übernommen hat?

Von der Story und Umsetzung rutschen wir durch das lockere, von Würmern durchdrängte  Erdreich, weiter in den B-Bereich ab. Die Story ist grundlegend simple und der Humor der die Reihe zeichnete, ist leider in der ersten Filmhälfte ziemlich rar gesät. Erst als Burt gefressen wird und über eine bizarre Aktion mittels Kettensäge wieder befreit wird, sind die Schenkelklopfer wieder da!

In Sachen Wurmkunde können wir in diesem Teil unser Biologiebuch vervollständigen da wir erfahren, wie die Dinger sich entwickeln und mutieren. Hatte hier der zweite Teil schon eine Neuerung durch die sogenannten Shriekers, wandeln sich diese nochmals zu … ehhm… (sie nennen sie) … Arschknaller, Hinterlader, Raketenstarter/-ärsche … wobei der Humor auch gleich wieder ersichtlich wird. Warum die so heißen dürft ihr selbst entdecken, aber es hat definitiv etwas mit brennbaren (Flug-)Gasen auf sich!

Die Effekte werden leider zuviel aus dem Computer ersetzt. Wäre nicht auch noch Handarbeit zu sehen, wäre dieser Teil flairtechnisch nicht mehr zu genießen. Hält sich zum Glück aber noch halbwegs in Balance.
So gestaltet sich der Film als eine Jagd/Flucht durch ganz Perfection Valley, die vorerst eher lahm ausfällt und sich erst später noch abenteuerlich gestaltet, als in MacGyver-Manier Waffen gebastelt werden:



Einige neue Entdeckungen fürs prähistorische Biologieheftchen und schon ist ein erneuter Teil der B-Movie Reihe fertig, den man sich trotz erwarteter Schwächen, zwecks "Perfection" und den bekannten Figuren doch auch gern ansieht. Im auftauchenden Merchandising fand ich nebst dem wieder ersichtlichen Graboid-Arcade Automaten noch die neuen Comics dazu cool!!

Das Bild hat zwar nicht mehr die Schärfe des Vorgängers aber bietet bestmöglichstes DVD-Bild und keine ansonstigen Aussetzer. Trotz des hier vorhanden 5.1 dts Sounds spielt sich alles im Frontbereich ab. Der O-Ton ist zwar ein klein wenig dynamischer aber auch nicht Surround lastiger.


(Quelle: fanpop.com / © Universal Pictures)
 



Tremors 4
USA2004-The Legend Begins
In diesem Teil gehts ab in den Wilden Westen, was gleich mal heißt das dieser Teil - obwohl es der (bisher) letzte der Reihe ist - zeitlich vor allen anderen spielt. Und unser Hauptprotagonist, wieder mit an Bord, Michael Gross, dieses Mal als Hiram Gummer noch keinerlei Ahnung von Waffen hat! Was sich bis zum zähen Ende aber dann doch ein wenig steigern soll. Der Vorfahre soll ja schonmal den Weg weisen.

Storytechnisch ist er der Inhaber einer Silbermine in der keiner mehr arbeiten will, da ganze 17 Leute durch etwas Unbekanntes umgekommen sind! Als reicher, verwöhnter Schnösel auftretend wirkt dieser hier ganz ungewohnt in seiner Rolle, die ansonst ja mit viel Feuerkraft aus allem Kleinholz macht was sich unerlaubt bewegt. Als unguter Zeitgenosse taut er ganz langsam auf, aber wirklich ganz langsam und begibt sich selbst mit auf die Entdeckungsreise, um zu eruieren was hier überhaupt schief läuft. Als sie dann die Würmer entdecken, bekommen wir diese Dinger als eher frisch geschlüpft zu Gesicht, also eher noch kleine Sandwürmer aber schon genauso gefräßig. Wodurch sie im Laufe auch zu angemessener schon bekannter Größe heranwachsen, und sich die letzten Überlebenden schon noch manch Größeres ausdenken müssen um den Viechern Herr zu werden. Wobei diesen Anfängern hier als erstes einfällt einen Revolderhelden (Billy Drago als Black-Hand Kelly) zu arrangieren, der auch schießen kann im Gegensatz zu ihnen - einem einfachen Dorfvolk sowie manch käuflichen Arbeitern. Wodurch die Sache "erledigt" werden soll, sich aber natürlich schwieriger als gedacht herausstellt ...

Dieses Teil ist in der Erzählart der müdeste und mag auch nicht richtig zünden. Es gibt zwar wieder ein paar nette Bezüge zu diesem Wurm-iversum, als Beispiel durch Changs Laden, natürlich durch Gummar und auch durch den Namen der Stadt der hier noch "Rejection" heißt, was sich aber ändern soll. Ein bisschen Witz is natürlich auch wieder eingestreut und ernst nehmen tut man die Sache sowieso nicht, dafür wird schon gesorgt, wodurch es eine nette beiläufige Unterhaltung wird aber mit etlichen Läängen - eben nicht nur die der Würmer. Eine Handvoll netter Leute als Dorfrestliche schlagen sich die Zeit tot, während Gummar versucht den "Sandwühldrachen" - ja es wurde sich wieder ein netter Name ausgedacht - den Gar aus zu machen. Leider eben ohne seine gewohnte Power!! Weshalb nicht viel Spaß übrig bleibt. Netter Western Look, nette Vorgeschichte, am Ende ein paar nette Ideen aber eben alles nur NETT! Und wir wissen, nett ist für manche der kleine Wurmbruder von ........

Das Bild besitzt eine akzeptable Schärfe, dass CGI ist nicht so schlecht und zum Glück wurde hier erfreulicherweise auch noch viel auf Handarbeit gesetzt! Da die Scheibe eben neueren Alters ist, gibts beim Bild sonst nichts zu beanstanden, manchmal tritt leichtes Rauschen auf aber sonst durch und durch gute Qualität. Der Sound ist klar und verständlich und liefert beiläufig auch mal Surroundeffekte ab.

 
(Quelle: media-review.de / © Universal Pictures)
 


 
Allgemein:
Michael Gross als Waffennarr Burt Gummar zieht sich nicht nur durch die ganze Filmreihe, sondern steigt im Lauf der Filme auch noch zum Hauptdarsteller auf.
Jemand der noch die ganze Reihe mitprägte war S.S. Wilson. Er führte nicht nur bei Teil2 und 4 Regie sondern wirkte auch an allen Drehbüchern mit! Teil 3 drehte Brent Maddock, der genauso an allen Drehbüchern mitschrieb.
Teil1 wurde von Ron Underwood inszeniert, dem später auch noch der Durchbruch mit "City Slickers" gelang. Zum Glück schuff er zuvor noch den vorerst eher nicht breitenwirksamen "Tremors" der später dann, auch noch bei manch Nicht-Cineasten, zum B-Kult wurde!
Auch wenn dieser das Highlight der Reihe darstellt, kann man sich zur Abrundung des staubigen Wurm-Universums - und besonders als B-Movie Freund - alle anderen Teile noch gemütlichst ansehen ohne einen gänzlichen Totalausfall zu erleben. Der letzte Teil zwar sehr zäh wirkt, man mit den ersten Dreien aber bestimmt nichts falsch macht. Die Monsterfilme machen Laune und sind zur keineswegs ernstgenommen B-Party oder einem persönlichen Nostaglie-Abend, genau das Richtige!


Das Coverlayout dieser 4fach Kombie, passt nicht nur perfekt zum Gesamtbild der Quadrologie, sondern hat nebst Retro-Trash-Look auch noch einen wunderbar frischen Blauton in seiner Silouettenmaske. Durch eine Amaray (14mm) sparen die 4 Filme ausserdem gleich noch enorm Platz in der Sammlung! Ich steh total drauf!!


(Quelle: bluray.com / © Universal Pictures)


Von "Tremors" gab es 2003 auch eine Fernsehserie, welche die Geschichte nach dem dritten Film aufpickt. Michael Gross war wieder durchgehend mit an Bord, die Serie wurde aber nach 13 Folgen wieder gecancelt, obwohl sie gute Quoten und Wertungen einfuhr, aber nicht an eine andere zu ersetzende Serie heranreichte. Die 13 Folgen wurden leider nur in Staaten komplett auf DVD veröffentlicht.

Scheinbar ging ein Gerücht zu einem fünftem Teil der Reihe um - der sogar schon 2010 mal hätte erscheinen sollen - indem Fred Ward und Kevin Bacon wieder dem "Thunder from Down Under" entkommen sollten. Der Titel wurde jedoch wieder aus der IMDB entfernt, also derweil mal keine Gedanken machen! Würde es sogar toll finden aber ich hab auch gern vollständige Boxen, was jetzt so ist! Gut so!

Nachtrag: Im Oktober 2015 wird mit "Tremors 5 - Bloodline" eine Fortsetzung der Reihe direkt fürs Heimkino erscheinen. Kultkanone Burt Gummer (Michael Gross) darf wieder auf Graboidenjagd gehen! Dieses Mal wird Südafrika untergraben und Jamie Kennedy als Sidekick dienen. Hoffentlich wirds wieder ein dreckiger (staubiger) Spass. Ich freu mich jedenfalls schon mal drauf!
Weiterer Nachtrag: Ebenfalls schon im Laufe meiner MONSTERTHEK unter die Lupe genommen - ab nach Afrika!





Coverbilder: amazon.de / Die Rechte aller Filmbilder liegen bei Universal Pictures

Blog by MoeMents


... zuletzt gesehen ...

20. Juli 2014
Daylight / Der große Eisenbahnraub / Der große Stau / Motel Room 13


Hmmmm ... ob dieses Mal etwas für Euch dabei ist? Die Auswahl fiel wieder mal quer durch die Bank aus, mit 3 Erstsichtungen und einem erneut gesehenen Titel.
Wobei alle irgendwo als Durchschnitt bezeichnet werden könnten, jedoch auch subjektiv mit markanten Eigenheiten auftrumpfen!
Lest einfach selbst ... hier wieder mal meine persönlichen anSICHTEN ...
außerdem --> willkommen zurück vom heißen Weekend!

 






Daylight (TV)
USA1996
Mit chemischem Müll beladene Laster geraten in einen groben Unfall, auch noch in einem Tunnel der unter dem Hudson River zwei größere Stadtteile miteinander verbindet. Es kommt zur Katastrophe und damit verbundenen heftigen Explosionen die den Tunnel zum Einstürz bringen. Eine heftige Feuerwelle bahnt sich den Weg durch das geschlossene System während Kit Latura (Sylvester Stallone), ein Limo-Chaffeur, gerade vor der Tunneleinfahrt wartet als diese einbricht und das totale Chaos auslöst.

Da er gleich mitten im Geschehen ist und sich mit allen Begebenheiten auskennt, zeigt sofort, dass der Mann wohl mehr als nur ein Taxifahrer ist! Was seiner Figur gleich noch einen netten Hintergrund inklusive kleiner Geschichte verleiht. Damit man gleich mal rätseln kann, was es mit seiner Figur auf sich hat ...

Der Film lief im Nachtprogramm - ohne Werbung! - und wurde deshalb wieder mal zur gemütlichen Berießelung genossen. "Daylight" lief damals unter der großen Katastrophenwelle des 90ziger Kinos mit. Da er im Vergleich zu seinen größeren Kollegen wie Twister, Dantes Peak, Volcano oder Independence Day nicht ganz so gewaltig ausfiel, enttäuschte wohl das Puplikum, wodurch er mehr als Flop sein Schattendasein fristete - obwohl zumindest das Tunnelfeuer sehr hell brannte!! Ich fand im damaligen Katastrophenkino als Beispiel "Deep Impact" weniger sehenswert als diese One-Man-Tunnel-Show! Und "Hard Rain" war im Vergleich auch eher ruhiger Art aber dennoch sehenswert.

Stallone leistet sich darstellungstechnisch keine Patzer und liefert genau das ab, was man erwartet. Markanter Blick und vollen Einsatz! Auch sah er hier im Gegensatz zu Heute noch wie eine halbe Portion aus - also "Natürlich" stählern! Selbstverständlich gibt es einige dämliche Dialoge oder eben merkwürdige Situationen, die wohl zeigen sollen, dass die eingeschlossenen Menschen große Angst haben. Dabei geben sie auch schonmal völlig unlogisch dem aufopfernden Helden die Schuld, dass sie noch nicht gerettet wurden!(?) Solch Schwachsinn kommt öfter mal vor, kann man aber ignorieren und sich mehr auf den Ausnahmezustand konzentrieren indem sich Sly durch die Gegend hangelt und gern mit Sprengstoff herumspielt, um die kleine Truppe Überlebender von Gefahren abzuschotten oder eben einen Ausweg zu finden. Nebenbei werden ein paar verschiedenste Charaktere simple beleuchtet, die ein oder andere Sache zum Einsturz gebracht, Leben gelassen und auch mal 'unglaubliches' vollbracht. Funktioniert aber dennoch ganz gut und hält bei Laune! Alles gibt außerdem einen netten zerstörten, abgeschotteten Look inklusive selbiger Stimmung her.

Viggo Mortensen taucht in einer Nebenrolle als kletternder Survial-Yuppie auf und Sage Stallone (Slys Sohnemann der 2012 verstarb) hat eine kleine Rolle als Häftling.

Also alle 10-15 Jahre geht der schon mal als kleines Katastrophenabenteuer, welches nicht nur auf Action setzt, sondern auch mal gemütlich in der Gegend - in dieser Lage - herumsteht! Rob Cohen (Dragonheart, xXx, Stealth) hat damit seinen Beitrag zum Katastrophenkino der 90er erschaffen, der sich auch in keiner Röhre verkriechen muss.




Der große Eisenbahnraub (DVD)
GB1978 – The First Great Train Robbery
Regelmäßig werden per Zug 25000 Pfund in Goldbarren von London in den Hafen Folkstone überführt. Der Transport ist in mehreren Sicherheitsinstanzen abgesichert, unter anderem muss der Tresor als Beispiel mit 4 Schlüsseln geöffnet werden, die auf 3 Personen aufgeteilt sind. Außerdem hat noch nie jemand einen fahrenden Zug ausgeraubt! Was man aber zu ändern versucht …

Eine Verfilmung eines Michael Crichton Romans (Jurassic Park, Timeline, Sphere, Congo) der auf einer historischen Begebenheit, einem Zugraub aus dem Jahre 1855 basiert. M. Crichton nicht nur den Roman, sondern auch das Drehbuch schrieb und dann sogar noch selbst Regie führte!

Sean Connery mimt souverän einen Gentleman-Gauner, Donald Sutherland seinen gefinkelten Handlanger, einen Schlüsselexperten, und eine gescheiterte Schauspielerin steh den beiden noch für weitere Betrügereien zur Seite. Die Drei sind dabei dieses schwierige Unterfangen in all seinen kleinen Details durchplanen, was auch für den Film gleich mal zur Schwierigkeit wird. Da er sich in dieser Planungsphase zu sehr in diesen ganzen Schwindlerreien verstrickt. Um die 4 Schlüssel unauffällig zu duplizieren, muss schonmal langwierig geflirtet und geschickt infiltriert werden. Später entsteht aber dennoch ein ganz spannender Coup, besonders eben gegen Ende, wenn es an den eigentlichen Vollzug des Diebstahls geht.

Nettes Heist-Movie (Thriller Subgenre wo es um raffiniert geplante Raubüberfälle geht), toll gefilmt, idealer Score und ein wenig charmant, gewieften Witz, aber in Summe, mal abgesehen vom Finale, doch um einiges zu langatmig.




Der große Stau  (HDTV)
IT1979 L‘ingorgo
Ist ein Ensemblefilm – hier bekommen alle Hauptdarsteller die gleiche Gewichtung – indem sich jede Menge Stars des damaligen Kinos die Ehre geben, im Verkehrsstau festzusitzen!

Ich hab zwar nur einen etwas jüngeren Gérard Depardieu wiedererkannt, aber auch der Rest vom Cast hat lange Filmlisten und einen damit verbundenen Bekanntheitsgrad vorzuweisen!

Marcello Mastrioanni (La Dolce Vita), Albert Sordi (Die Müßiggänger, Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten), Stefania Sandrelli (1900, Scheidung auf Italienisch), Ugo Tognazzi (Das große Fressen, Ein Käfig voller Narren), Annie Girardot (Rocco und seine Brüder, Die Klavierspielerin), Patrick Dewaere (Die Ausgebufften), Miou-Miou (Nobody ist der Größte, Abenteuer des Rabbi Jacob), Angela Molina (Dieses obskure Objekt der Begierde, Prinzessin Fantaghiro), Fernando Ray (French Connection 1,2; Zwei Companeros), Harry Baer (u.a. Tatort).

Breit vertreten aus Italien, Frankreich, Spanien und Deutschland. Einer nach dem anderen wird unter die Lupe genommen und in diesem begrenzten Ausnahmeaufenthalt um seine Probleme gebeten. Da wären unter anderen ein kettenrauchender Nervösling, ein Prominenter, ein Geschäftsschnösel mit seinem Lakaien, ein paar Halbstarke, einige Familien und sogar ein Verletzter im Krankenwagen. Neben den Figuren wird sich eben um die Probleme dieser Situation gekümmert … Wasser- und Essenssuche, wo man sein Geschäft erledigt, einem Fußballspiel Italien gegen Deutschland im Radio lauschen, unterhalten, kennen lernen, sogar feiern und sich natürlich vorm Austicken bewahren! Da wird auch mal gemütlichst zur Gitarre gegriffen. Ein wenig anrüchige Spannung liegt außerdem in der Luft! Die Atmosphäre in dieser Bedrängnis ist nicht nur hitzig und auch mal frivol unterhaltsam, sondern des öfteren auch mit schwarzem Humor versehen. Besonders wenn der verblutende Patient zum Ruhig-sein aufgefordert wird, weil man sonst nichts vom Fußballspiel versteht!

Wäre alles angenehm arrangiert, toll gespielt, mit einem optischen Blick ins Jahr 1978 - was man besonders an den Autos schön erkennt - und wird in seiner Erzählstruktur trotz der Länge (113Minuten) nicht wirklich langweilig, da jede Einzelgeschichte Neugierde weckt und auch durch den Stau verknüpft ist. Natürlich sollte man als Zuseher solch reduzierten Szenarien schon mögen!

Doch spitzt sich dieser Aufenthalt, der sich sogar gänzlich die Nacht hindurch zieht, immer mehr zu und wechselt dann von der nur leicht brisanten, mehr angenehmen Stimmung in etwas, dass einen echt hart knabbern lässt! Eine Vergewaltigungsszene zerreißt den Film plötzlich zwischen seinen amüsant überzeichneten Situationen und macht ihn mit enormer Gewalt nur noch mehr zur grotesken Gesellschaftssatire. Nicht das es zu weit hergeholt wäre, dass mal jemand in solch einer ewig zerrenden Situation explodiert, aber wie das hier ausfällt ist sehr schockierend!! Der Akt selbst ist in der Wahrnehmung schon heftig aber noch viel extremer ist das Drum-Herum in dieser abgründigen Szene!

Eigentlich ein wirklich sehr guter Film, dem die sich zuspitzende Gradwanderung aber plötzlich einen völlig anderen Einschlag verpasst!! Den man erst mal (verärgert und unerwartet) zu verdauen hat!! Dann könnte man den Film wohl auch neu werten? In diesem Niedergang lässt er uns dann sogar noch wortwörtlich im Regen stehen! Den Film selbst könnt ich eventuell schon empfehlen, aber wohl nur wenn man weiß, was auf einen zukommt!?




Motel Room 13 (Blu-Ray)
USA2014 - The Bag Man
Jack (John Cusack) soll für den Gangsterboss Dragna (Robert De Niro) eine Tasche mit unbekanntem Inhalt überstellen. Mit welcher er in einem entlegenen Motel genau in Zimmer Nummer 13 auf die Abgabe warten soll. Die wichtigste Bedingung, er darf nicht in die Tasche sehen! Was sich leicht anhört, wird viel umfangreicher als plötzlich einige Zeitgenossen seine Wartezeit stören …

Schon zu Beginn weiß man nicht in welchem Genre man sich nun letztlich befinden wird. Denn durch das filmisch leicht mysteriöse Auftreten, dann noch Crispin Clover als sehr sonderbaren Motelchef und manch leichter Erinnerung oder Ähnlichkeit zu "Zimmer 1408" sowie "Identität"  lassen doch irgendwie vermuten, dass eventuell noch mehr als ein Thriller kommt.

Was dann aber kommt, ist mehr eine tempomäßige Geschichte die ihren Figuren folgt, zwischendurch aber auch schonmal für Furore sorgt. Also tempogeladen versucht, wieder aus dem ansteigenden Schlamassel rauszukommen den Cusack hier als Hüter einer Tasche erlebt. An seiner Seite in diesem stimmigen aber auch skurrilen Karussell, die undurchsichtige Dame (Rebecca DaCosta) aus dem Nebenzimmer. Welche auf die Schnelle (optisch) gar nicht zusagt, aber mit ihrem Wechsel zwischen undurchschaubarem Luder und auch liebenswert gespielter Unschuld, dann doch einen sehr anziehenden Reiz mit sich bringt!! Bevorzugt mit Locken!

Das Drehbuch wirkt  - besonders später - ein wenig sprunghaft und hält auch einige Schwachstellen im Vollzug bereit, "Motel Room13" aber durch die nächtliche Absteige unter manch gewittrigen Ambiente doch fesselt, allen voran eben durch die sonderbaren Figuren, da man nie wirklich weiß woran man bei jedem ist? Da wirklich jeder irgendwie suspekt erscheint!

Besonders bei Laune hält Cusack, der als Auftragskiller/Lieferboy in diesem obskuren Spiel so einige Leichen zu verstauen hat und wieder mal äußerst smart begeistert. Der Film auch mal unzimperlich (gewalttätig) zur Sache geht, man aber doch auch Schmunzeln darf. Cusack und Mrs. DaCosta in ihren Rollen so einiges einstecken dürfen, besonders auch mal durch Dominic Purcell, der als vorerst undurchschaubarer Provinzbulle dann auch mal zwanglos austeilt - oder eben austeilen läßt. Für ne Nebenrolle echt fies und sehr überzeugend! Robert De Niro als Häuptling der freakigen Ganovenrunde hat zum Glück weniger Spielzeit beansprucht. Denn seine Figur ist drehbuchmäßig nicht nur von einem anderen überheblichen Stern, sondern nervt auch mit seinen völlig schwachsinnigen Absichten. Wobei wir beim Twist wären, der vorerst mal fragwürdig ausfällt aber dann doch noch einige (erzwungene) Überraschungen bereit hält! In Summe aber in Ordnung geht und auch einen würdigen Abschluss findet. Irgendwann hat man nämlich definitiv genug von typisch, filmgeschriebenen Wendungen.

Von mir aus hätte es sogar noch ruhiger und kammerspielartiger sein können. Besonders ein Wechsel, der filmtechnisch zwischendurch mal lichterfüllt zu DeNiro wechselt wäre besser geschnitten worden, um noch weiter im dunklen Motel zu bleiben - dort gefiel es mir nämlich! Der Film war nur geliehen und ist eigentlich kein Titel der wohl ein zweites Mal noch groß fesselt, und obwohl die Sache auch nicht ganz Rund war, werde ich ihn mir trotzdem bei Gelegenheit noch zulegen, da mich das nächtliche Setting und die Figuren überzeugten. Allen voran eben das misstrauische Duo Cusack, DaCosta!

 


 




Kennt ihr auch das Gefühl des sich immer wieder UND weiter ausdehnenden Verlustes einer Filmübersicht?


Früher ging das ja noch, man guckte alles was so im Fernsehen lief,  dass gewohnte Mainstreamkino und sah vorerst noch nicht über den filmischen Tellerrand. Die Videothek bot einem da zwar immer wieder um einiges mehr an, jedoch war auch das noch irgendwie überschaubar. Da grundsätzlich auch noch nicht soviel veröffentlicht wurde - weil sich auch noch nicht jeder Amateur am "Filme machen" versuchte. Was jetzt zwar überhaupt nicht schlecht ist, weil durchaus Talente ihren Weg im Independent-Kino etc. fanden ... die Auswahl hat sich aber im Laufe der Zeit definitiv exorbitant vergrößert! Übers Millenium hinweg, ist spätestens Heute eine echte Übersicht nicht mehr wirklich möglich!

Ganz besonders da nicht nur Neues erscheint, aus allen Ecken, Enden und Genren, sondern eben noch soooo viel Altes auftaucht, vorhanden ist, dass auch noch gesichtet werden will...


Dann kommt auch noch das persönliche Alter hinzu, denn wenn man die Filmleidenschaft schon in den 70er/80ern entdeckt hat, hat man von vorherein - automatisch - einen erhöhten filmischen Erfahrungsschatz, der wohl bei den Menschen, die in den letzten Jahrzehnten geboren sind einfach nicht vorhanden sein kann und deshalb - bei Interesse - schonmal nachgesichtet werden muss. 

Ich, als Kind welches in den 80zigern geboren ist, hatte erst in den 90zigern Zeit mein Interesse zu forcieren und zumindest die genialen 80ziger nachzuholen und dann ganz langsam, je nach Bedarf und Interesse auch noch manches davor. Aber wenn man bedenkt, dass der Film ab etwa 1930 - die Stummfilmzeit mal außen vor gelassen - schon seine bewegten und vertonten Geschichten erzählte, und von hier bis heute soooo einige Meilensteine zu Tage förderte, wird das Spektrum gleich mal riesig! Und je später man geboren ist, desto größer wird diese Spanne!

Ich halte das für einen interessanten Gedanken ... denn wenn wir hier bei unserem Hobby bleiben und uns in diesem Bezug mal ausmalen, jemand wird 2050 geboren, dann wäre es eine interessante Frage, wie jemand von dort aus SELEKTIERT. Welche Epoche wird man dort dann als Cineast - laut Gerüchten - nachsichten sollen/müssen?
Auf jeden Fall wird eine Übersicht - die heute schon nicht mehr möglich ist - noch viel unmöglicher sein!
Aber das ist nur so ein "fantastischer" Gedanke, denn ich nun hier nicht weiterverfolgen möchte, sondern mich bestimmten Bereichen als Bestätigung für die Vielzahl filmischer Vielfalt widme...


Jetzt hab ich schonmal das Jahrzehnte- und filmische Epochenzeitfenster aufgemacht, nun weiter zu weiteren Unterteilungen/Selektionsmöglichkeiten und somit möglichen Fenstern und Türchen die immer weiter in den Kaninchenbau führen könn(t)en ...


  • Genres!
    Man könnte Interesse an bestimmten Genres haben und großteils eben eine Leidenschaft in versierten Bereichen entwickeln. Alles in diesen Bereichen verschlingen und sogar deren zeitlichen Verlauf, die Veränderungen darin miterleben. Was einem aber noch tiefere Fenster eröffnet, sind ...

  • Subgenres!!
    Wieviel kleine Unterteilungen es hier noch gibt - phänomenal! Allein im Horrorbereich gibt es noch unzählige Sub-Kategoriesierungen: Splatter, Gore, Grusel, Torture-Porn, Slasherfilme, Geisterfilme, Found-Footage ..... um nur einige wenige zu nennen!
    Und das gilt auch für alle weiteren Genres, denn jedes ist nochmals vielfach unterteilbar! Dann auch noch für bestimmte Themen, einer bestimmten Machart, irgendwelche zusammengehörigen Kriterien, Filme mancher Subkulturen und und und ...
    Literaturverfilmungen, Comic-Verfilmungen, Giallo, Noir-Film, s/w Filme, Zeitgeisterscheinungen, Dystopien oder weitere gesellschaflticher Zuordnungen, Exploitation, Animes, Screwballfilme, B-Movies, Historienfilme, Studiofilme (als Beispiel Hammer, United Artists...), wahre Begebenheiten, Arthouse, Road Movies, Italowestern, Trashkino, Independentkino, Fernsehfilme, Teen-Movies .... um nur ein paar weitere Zuordnungen und Möglichkeiten zu nennen. 
    Hier kann jeder spezielle Interessen haben, in einem Subgenre vertieft sein, aber deshalb auch ein anderes noch nicht einmal angetestet haben! Aber hier gibt es überall unzählige Auswahl- und Selektionsmöglichkeiten!

  • Nach Ländern!
    Da der größte Markt wohl immer noch aus den Staaten kommt, hat er heute bei Weitem kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Wieviele Filme gab es schon immer aus dem asiatischen Kino, wie sehr hat sich das europäische Kino mit seinen Beiträgen international gesteigert? Alles längst alltäglich! Wenn man besonders allein nur das italienische oder französische Kino ranzieht, oder auch das skandinavische, haben diese schon längst alle vergleichbare Klasse! Wobei man das auch auf viele weitere kleine Ländern ausweiten kann, die nicht in jeder Mensches Ohre sind. Weshalb hier jeder nochmals viele unzählige entdeckungswürdige Titel abchecken könnte.

  • Nicht nur Filme, sondern auch im Seriengebiet gibt noch viel zeitaufwendigere Erscheinungen, die immer mehr werden. In den 80zigern hatte man eventuell 10 Serien die auf und ab liefen und auch jeder kannte. Mehr gab es nicht im aktuellen Programm oder wurde zumindest nicht ausgestrahlt, auch wenn es wohl irgendwo existiert hat. Aber heute kenn ich jede zweite Serie nicht mit Namen oder hab gar noch nie was davon gehört! Und das wird definitiv nicht weniger.


  • Schauspieler oder Regisseure!
    Man könnte einzelne Schauspieler oder Regisseure herauspicken und für sich Sichten! Da sind manche Listen sogar ganz schön lang, da vieles einfach nicht allseits bekannt ist, oder wird!

  • .....



Tja, das sind nur ein paar eröffnete Fenster in unendliche Weiten und Möglichkeiten, die man nie abgrasen kann! Ich glaub, dass wäre selbst hauptberuflich zu schwer!? 



Ich versteif mich nun nicht darauf, aber es fällt mir schon auf, und wollt deshalb nur mal so einen Gedankenan- oder besser Ausstoß in die Runde werfen. Ich selbst mach das dann immer nach persönlichem Interesse un
d aus einer stimmungsvollen Lust und Laune heraus. Manchmal hab ich auch so Phasen, da bin ich an bestimmten Themen/Bereichen mehr interessiert! Was mir aber auffällt ist die Neugierde, auf noch so vieles in filmischen Gefilden! Das muss auch mal keinen cineastischen Anspruch haben, sondern darf sehr wohl auch mal völlig banal, unterhaltungsreich ausfallen! Die Watch-List wird deshalb nie geringer weil immer mehr interessante Teilbereiche auftauchen und mir ist völlig bewusst, dass ich nicht alles was ich wohl möchte, auch mal sehen werde! Man muss schon vieles einfach mal ... liegen lassen!
Wobei eine allgemein gemeinte Qualität oder Sichtungsrelevanz kein Kriterium für mich darstellt. Denn würde ich all das Sichten, was man als Filmliebhaber alles sehen sollte, hab ich wohl keine Zeit mehr Teilbereiche oder Persönliches zu entdecken!

Also halte ich sowas wie eine detailierte Filmversiertheit als nur bedingt möglich, denn, wenn man das eine guckt, muss man dafür etwas anders unter den Tisch fallen lassen. Is
nun mal so!
Wenn jemand glaubt, dass schafft er dennoch hat er entweder einen Klon (in jedem Land) der mit seinem Geiste verklinkt ist ODER er hat irgendetwas - einen Bereich - noch nicht entdeckt und weißt somit auch nicht, was ihm unter den Tisch fällt!



Aber den Satz "Eine Schande das ich den Film noch nicht gesehen habe" kann man wohl nicht wirklich anrechnen! Ist ein unmögliches Unterfangen, das man heute höchstens noch bewerkstelligen/befriedigen kann, wenn man nur das guckt, was im allseits bekanntem Kino läuft! Da kann man vielleicht noch die Übersicht halten? Fällt dann wohl auch dementsprechend zu Bilde?



Das war es heute von mir, und nur so mal nebenbei mit ein paar Gedanken! Habt ihr schon mal darüber nachgedacht seht ihr das ähnlich oder völlig anders!? Habt ihr etwas das ihr grundsätzlich ausschließt, oder bestimmte selektierte Bereiche die ihr sowieso stets sehen möchtet, womöglich Spezialgebiete, gewisse Interessen? Oder kennt ihr sowieso alles?



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