Star Wars -The Mandalorian and Grogu-

The Mandalorian & Grogu
Star Wars kehrt nach 7 Jahren zurück ins Kino – mit Western-Flair, Fanservice und ganz ohne Lichtschwerter
7 Jahre mussten Star-Wars-Fans auf einen neuen Kinofilm aus der weit entfernten Galaxis warten. Nun ist es endlich soweit: Mit The Mandalorian & Grogu bringt Disney die beliebten Figuren aus der erfolgreichen Disney+ Serie erstmals auf die große Leinwand. Seit dem 20.05.2026 läuft der Film auch in 3D in den deutschen Kinos – für mich als langjährigen Star-Wars-Fan natürlich Pflichtprogramm.
Da ich alle drei Staffeln von The Mandalorian gesehen habe, war ich mit Din Djarin und Grobe natürlich bestens vertraut. Genau deshalb war ich auch sehr gespannt, ob der Sprung von der Streaming-Serie ins Kino funktionieren würde.
Wo spielt The Mandalorian & Grogu eigentlich in der Zeitlinie?
Die gesamte Handlung rund um Mando und Grogu ist zeitlich nach der klassischen Original-Trilogie angesiedelt – also nach Star Wars: Episode VI – Return of the Jedi, aber noch vor Star Wars: Episode VII – The Force Awakens.
Genauer gesagt spielt die Geschichte etwa fünf Jahre nach der Zerstörung des zweiten Todessterns. Das Imperium gilt offiziell als besiegt, doch zahlreiche imperiale Restgruppen operieren weiterhin im Untergrund. Gleichzeitig versucht die Neue Republik Ordnung in die Galaxis zu bringen, während Luke Skywalker langsam mit dem Aufbau eines neuen Jedi-Ordens beginnt.
Zeitlich befinden wir uns ungefähr im Jahr 9 ABY also „Nach der Schlacht von Yavin“. Für viele Zuschauer dürfte das inzwischen kaum noch überschaubar sein, denn zwischen Serien, Animationsformaten und Kinofilmen ist das Star-Wars-Universum mittlerweile enorm gewachsen.
Damit man die Einordnung von The Mandalorian & Grogu besser versteht, hier einmal die gesamte Kinofilm-Chronologie der Skywalker-Saga und der bisherigen Ableger:

Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung 32 BBY
Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger 22 BBY
Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith 19 BBY
Solo Star Wars 10 BBY
Rogue One: A Star Wars Story 0 BBY
Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung 0 BBY
Star Wars: Episode V – Das imperium schlägt zurück 3 ABY
Star Wars: Episode VI – Die Rückkehr der Jediritter 4 ABY
The Mandalorian & Grogu 9 ABYStar Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht 34 ABY
Star Wars: Episode VIII – Die letzten Jedi 34 ABY
Star Wars: Episode IX – Der Aufstieg Skywalkers 35 ABY
Und genau zwischen diesen beiden großen Kino-Epochen bewegt sich The Mandalorian & Grogu..
Die Serien die nicht im Kino liefen lasse ich hier bewusst einmal aussen vor.
Worum geht es?
Die Story dreht sich natürlich um Din Djarin alias Mando, gespielt von Pedro Pascal, und seinen kleinen Begleiter Grogu. Gemeinsam jagen sie einen imperialen Superschurken, dessen wahre Identität offenbar nur die Hutten kennen.
Diese verlangen allerdings zunächst einen Gefallen: Mando soll Rotta, den Sohn von Jabba dem Hutten, sicher nach Hause bringen. Der inzwischen erwachsene Rotta wurde zuletzt auf dem Planeten Shakari gesehen, wo er sich als Arena-Kämpfer durchschlägt.
Mehr möchte ich an dieser Stelle zur Handlung gar nicht verraten. Nur so viel: Grogu spielt im weiteren Verlauf eine deutlich größere Rolle, als man zunächst vermuten würde.
Im Grunde eine Erweiterung der Staffel 3 – nur größer, teurer und kinotauglich
Man merkt dem Film relativ schnell an, dass er sich im Kern wie eine direkte Fortsetzung der dritten Staffel anfühlt. Eine komplett neue Richtung schlägt Disney hier nicht ein. Stattdessen bekommt man genau das, was Fans der Serie erwarten – nur eben mit deutlich größerem Budget, aufwendigeren Sets und mehr Spektakel.
Und ehrlich gesagt: Das ist überhaupt nichts Schlechtes.
Denn der Film versteht sehr gut, warum die ersten beiden Staffeln von The Mandalorian damals so beliebt waren. Klassische Abenteuerstruktur, Western-Atmosphäre, coole Kämpfe, einfache aber effektive Storytelling-Mechanismen und natürlich Grogu.
Vorwissen hilft definitiv, ist aber keine zwingende Voraussetzung. Auch Zuschauer, die nicht tief im Star-Wars-Kosmos stecken, dürften der Handlung problemlos folgen können. Die wichtigsten Figuren werden ausreichend eingeführt und Nebencharaktere bleiben angenehm dosiert.
Viel Fanservice – aber erfreulich dosiert
Natürlich setzt der Film stark auf Nostalgie und Fanservice. Bekannte Figuren, zahlreiche Anspielungen, typische Grogu-Momente und kleinere Cameos gehören selbstverständlich dazu. Aber: Der Film übertreibt es nicht.
Gerade das rechne ich ihm hoch an. Statt sich permanent selbst zu zitieren, bleibt der Fokus meist auf der eigentlichen Geschichte und auf dem Zusammenspiel zwischen Mando und Grogu.
Schade fand ich lediglich, dass einige neue Figuren etwas zu kurz kommen. Besonders die von Sigourney Weaver gespielte Colonel Ward hätte gerne mehr Screentime vertragen können. Aber auch Mando selbst hat nur einige Minuten echte Screenzeit in denen er selbst zu sehen ist. Das liegt daran, dass zur gleichen Zeit auch Fantastic Four gedreht wurde und Pedro Pascal dort natürlich öfter selbst in Erscheinung treten musste und nicht sein Stuntdouble.
Manadolrian setzte schon in der Serie mehr auf Western statt Jedi-Epos.
Was The Mandalorian & Grogu von vielen anderen Star-Wars-Filmen unterscheidet, ist die konsequente Rückkehr zu den Western-Wurzeln der Originaltrilogie.
Der Film erinnert stellenweise eher an klassische Abenteuer- und Westernfilme als an ein großes Jedi-Epos. Genau das macht aber seinen Charme aus. Viele staubige Schauplätze, Arena-Kämpfe, Kopfgeldjäger-Flair und kleinere Missionen vermitteln ein angenehm „altes Star-Wars-Gefühl“.
Dazu kommen starke Raumkampfsequenzen, solide Action und einige wirklich atmosphärische Szenen.
Besonders gelungen fand ich dabei die Dynamik zwischen Grogu und Rotta. Ich hätte ehrlich gesagt niemals gedacht, dass diese beiden Figuren zusammen derart sympathisch funktionieren würden.
Auch die Hutt-Zwillinge sorgen wieder für herrlich überzeichnete Star-Wars-Momente.
Der eigentliche Star ist Grogu

So cool Din Djarin auch inszeniert ist – der eigentliche Star des Films bleibt natürlich Grogu..Und Disney weiß das ganz genau.
Seine Szenen funktionieren fast immer. Mal lustig, mal niedlich, mal überraschend emotional. Besonders die kleineren Momente auf dem Dschungelplaneten, der stark an Endor erinnert, gehören für mich zu den Highlights des Films.

Grogu mit seinem kleinen Gehstock, der Lehmhütte und den typischen Yoda-Anspielungen – das ist purer Fanservice, der aber erstaunlich gut funktioniert.
Überraschend: Kein einziges Lichtschwert

Eine der größten Besonderheiten des Films dürfte vielen Zuschauern zunächst gar nicht auffallen:
The Mandalorian & Grogu ist tatsächlich der erste Star-Wars-Kinofilm seit 1977 der komplett ohne Lichtschwerter daher kommt.

Es gibt keine Jedi-Duelle. Kein Sith-Auftritt. Nicht einmal das Darksaber aus der Serie taucht auf. Selbst mögliche Cameos von Ahsoka Tano oder Luke Skywalker bleiben hier aus.
Damit bricht der Film tatsächlich mit einer der ältesten Traditionen der gesamten Saga.
Und erstaunlicherweise funktioniert das trotzdem, denn ich vermute,das es niemand vermisst hat.
Denn der Film konzentriert sich bewusst stärker auf Kopfgeldjäger, Unterwelt, Hutten und klassische Abenteuer-Elemente – weniger auf Jedi-Mythologie.
Der Soundtrack – vertraut, aber wirkungsvoll
Musikalisch bleibt man ebenfalls nahe an der Serie. Ludwig Göransson entwickelt die bekannten Themen sinnvoll weiter und ergänzt sie um neue Variationen sowie einige moderne elektronische Elemente.
Das Ergebnis passt hervorragend zur Western-Stimmung des Films.
Man versucht gar nicht erst, John Williams zu kopieren – und genau das ist die richtige Entscheidung.
3D-Vorstellung: Leider eine kleine Enttäuschung
Als großer 3D-Fan musste ich den Film natürlich auch in 3D sehen. Leider wurde genau dieser Teil des Kinoabends zu meiner größten Enttäuschung.
Bereits bei den billigen Wegwerf Brillen schwante mir nichts Gutes – und leider bestätigte sich dieser Eindruck schnell. Das Bild erinnerte stellenweise an die schwächeren Zeiten der alten Polarisations-3D-Technik, inklusive sichtbarer Artefakte und mangelnder Bildruhe.
Besonders schade deshalb, weil ich im gleichen Kino bereits den neusten Avatar in 3D (siehe hierzu mein Review) gesehen hatte und dort ein grandioses Bild erleben durfte.
Dem Film selbst möchte ich das allerdings nicht anlasten, sondern dem Kinosaal.
Fazit:
The Mandalorian & Grogu ist kein revolutionärer Neuanfang für Star Wars. Der Film erfindet das Franchise auch nicht neu und erzählt auch keine komplexe Geschichte. Es ist ein Mandalorian auf Kinoniveau und genau das will er offenbar auch sein.
Disney ein kurzweiliges Weltraumabenteuer mit viel Herz, klassischer Star-Wars-Atmosphäre, starken Action Momenten und einer großen Portion Western-Charme ab.
Wer also The Mandalorian mag, Grogu liebt und einfach wieder dieses klassische Abenteuer Gefühl im Kino erleben möchte, wird hier definitiv seinen Spaß haben. Es durfte oft herzlich gelacht werden.
Der Film funktioniert schon deshalb erstaunlich gut – gerade weil er sich selbst nicht permanent ernst nimmt. Manchmal reicht genau das vollkommen aus und schenkt einem 2 schöne Filmstunden.
Besonders hervorheben möchte noch hier die konsequente Weiterentwicklung der besonderen Vater und Sohn Beziehung, die ein paar schöne emotionale Momente zeigt.
Meine Wertung nach der Kino Sichtung:
Film: 4/ 5 im Star Wars Kanon 3,8/5
Ton: 4 / 5
3D-Bild: leider nur 3,5 / 5
Jetzt noch was zu den Kritiken aus dem Netz:
Rotten Tomatoes & Fan-Stimmung
Interessant ist aktuell auch die unterschiedliche Wahrnehmung zwischen Kritikern und Fans.
Die Kritikerbewertungen bewegen sich momentan ungefähr im Bereich von 60 %. Die Zuschauerwertungen liegen dagegen deutlich höher.
Viele Kritiker sehen offenbar „nur“ einen soliden Abenteuerfilm. Fans hingegen bekommen genau das, was sie sich von The Mandalorian wünschen.
Ich jedenfalls hatte meinen Spaß – und eine zweite Sichtung im Heimkino wird definitiv folgen. Dann allerdings ohne 3D.
In diesem Sinne
Eure Charlys Tante
Leichte Spoiler bitte ich zu entschuldigen. Ich habe jedoch nichts verraten, was nicht bereits in Trailern oder offiziellen Szenen zu sehen war.
"Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots liegt bei Anbieter: Universal Pictures)"
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