Anon: Anonymität ist der Feind

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11. November 2018



Der Film  spielt in einer zukünftigen nahen dystopischen Welt, wo jeder Mensch sein ganzes Leben vollkommen offenbart und mittels einem Netzhautimplantat ständig beobachtet wird, die äußerlich jedes Detail über das Leben einer Person zeigen.


Der Film erinnert etwas an das  Videospiels Watch Dogs, bei dem die Namen, das Einkommen und die Kleidungsinformationen der Personen auf einem Heads-Up-Display angezeigt werden, das ständig läuft. Grundsätzlich hat jeder hier im Film einen PC und ein Telefon in den Augen über das die komplette Kommunikation läuft. Das gigantischen Staatsnetzwerk macht somit jeden Menschen vollkommenen Gläsern.

Man möchte damit das Leben für den Einzelnen sicherer machen und so ein friedliches miteinander sichern. Straftaten werden somit sofort entdeckt. Niemand kann sich dem Gesetz entziehen.
Auch virtueles Shoppen ist möglich.

Dann kommt der Moment wo es scheinbar jemandem gelungen ist, in der Anonymität Straftaten zu begehen, in dem er sich in das Augen seines Opfers hackt und somit quasi unsichtbar wird. Das Opfer schaut durch die Augen des Mörders und ist somir unsichtbar für das Netzwerk. So kann der Täter seine Identität verschleiern.

Clive Owen verkörpert hier den Polizisten Sal Friedland, der in die virtuellen Erinnerungen eines Einzelnen gehen kann um durch die Augen des Täters zu sehen welche Art von Verbrechen er begangen hat oder nicht. Ohne Computer und Telefone kann Sal und die übrigen Polizisten einfach nur in die Tiefe des Raumes schauen, während sie ihre Inserts verwenden, um die Menschen in ihren Häusern auszuspähen. Eine Mordserie ruft ihn auf den Plan und so beginnt die Jagd auf einen Täter den man nicht sehen kann.
 

Der Film greift ein interessantes Thema der Staatsüberwachung auf. Schon öfter hat man das Thema in abgewandelter Form filmisch umgesetzt. 

"In Anon hat sich die Smartphone-Technologie, die wir heute nutzten, von unseren Händen zu unseren Köpfen gewandert: Etwas, das als Mind's Eye bezeichnet wird, schafft eine erweiterte Form der Augmented Reality, in der alles vom Alter und Beruf eines vorübergehenden Geschäftsmannes bis hin zu einer Anzeige für eine Spielkonsole projiziert wird die Welt uns Es schafft eine Welt der unheimlichen Ruhe und Stille - mit Informationen, die jedem zur Verfügung stehen, gibt es keinen Grund für  Gewimmel und Chaos, das wir in anderen dystopischen Science-Fiction-Filmen sehen." 
Besonders effektiv ist es in dem  Film Minority Report aus dem Jahre 2002 verfilmt worden. Hier geht man aber einen etwas anderen Weg.  Verbrechen können nicht bereits im Vorfeld gesehen werden um sie zu verhindern. Nein man kann sie nur schnell und direkt  aufklären. Jedoch jedes auch noch so gute Überwachungssystem besitzt Lücken und so beginnt ein Katz und Mausspiel

über das was offensichtlich und das was Fiktion ist, die Realitäten verschwimmen und so ist man dem Hackerangriff  auf die eigene Lebensbiografie schutzlos ausgeliefert und man kann seinen eigenen Augen nicht mehr trauen, wodurch die Manipulation perrfekt wird. Kann die Ordnung wieder hergestellt werden?

Es handelt sich hier nicht um meinen Thriller im klassischen Sinne, sondern eher um einen Krimi mit Thrillerelemente der der Frage nachgeht, ist der Mensch geschaffen dafür seine Anonymität volkommen aufzugeben um eine vermeintliche  Sicherheit zu haben. Jedes System ist angreifbar und es ist nur eine Frage der Zeit, bis es gehackt werden kann. Hier ist es besonners perfide, denn man greift direkt in die eigenen Identität und Sinneswahrnehmung ein, was einem scho einen Schauer über den Rücken laufen lasen kann, wenn man ein solches Überwachungsszenario einmal zu ende denkt. Invielen Ländern der Welt wird bereits mit Gesichtserkennungssoftware experimentiert.

Der Film ist eher ruhig angelegt. Der Focus liegt auf dem Beobachten und dem Finden von Feinheiten.
Andrew Niccol ist kein Unbekannter, wenn es darum geht, die hellen und dunklen Seiten der aktuellen und zukünftigen Technologie zu erkunden. Zuvor hatte er The Truman Show (Regie von Peter Weir) und Gattaca, In Time and Good Kill (von Niccol Regie und Verfasser) geschrieben. Mit Anon geht Niccol jedoch auf ein besonders aktuelles Thema in den Medien ein: Wie viele Informationen geben wir bei unseren Exkursionen über das Internet weiter und was bedeutet dies für unsere Privatsphäre?

Ein Film, den man nicht so nebenbei sehen kann, sondern auf den man sich einlassen können muss, denn er hat gewollt durchaus einige Längen, die aber zum Gesamtverständnis notwendig sind.

Interessant ist der Blickwinkel, oft aus der Ichperspektive gedreht und stark unterkühlt in der Bilddarstellung, ja, teilweise fast im Monochromstil gedreht unterstreicht der Film die Dystopie noch einmal. Beton ist die vornehmliche Farbe im Film

Der Ton ist für einen solchen eher ruhiger angelegten Film satt und kräftig mit einem perfekt auf die Szenerie angelegten Score unterlegt. Der Ton greift sauber in den Film hinein und alke Speaker bekommen hier auch was zu tun. Der Subbereich wird sehr gut in den Film integriert. Das ist eher selten in einem solch angelegten Film zu sehen und zu hören.

Ansichtssache:

Film:
3,5 von 5 ( sehr guter Ansatz, dem  jedoch eine etwas bessere Erklärung des technischen Ansatztes bezüglich der Überwachungstechnik fehlt. Der dystopische  Ansatz ist durch die weitestgehend emotionsfreie Grundstimmung sehr gut herausgestellt.

Das Ende ist vielleicht etwas zu schnell und nicht so gut nachverfolgbar. Ansonsten ein Film, den man m.E. um vielleicht alles nachvollziehen zu können zweimal sehen muss)

Bild:
4,5 von 5 ( fast perfektes gut ausgeleuchtete Bild ohne erkennbare Mängel, vielleicht fehlt dem Bild etwas der Schwarzwert.
Die Bildsprache zeigt, das sich alles nur noch in den Köpfen der Menschen abspielt, daher wir im Film entgegen sonstigen Science Fiction Filmen, in denen man mit Werbebotschaften förmlich erschlagen wird aus dem Bild vollkommen herausgelöst.
Dassieht im Film dann so aus

Ton:
4,5 von 5 ( für einen eher ruhig gedrehten Film ein sensationeller Surroundsound, der kräftig zupacken kann.

Fazit:
Kein Film für zwischendurch, jedoch für Fans von Filmen wie  Cattaca, Minority Report , In Time oder auch sonstige eher dystopische Filme ein Must see. Alle Anderen die Action brauchen wird der Film nicht zusagen. Somit ein mutiger Film, der bewusst in Kauf nimmt, das er nicht jedem gefallen wird, denn die Thematik der Staatsüberwachung, der der Mensch sich selbst ausliefert wird hier schon etwas speziell aber kohärent dargeboten und die teilweise emotionsfreie Darstellung muss man mögen, für mich passt sie perfekt. Leider hat sich der Film etwas unter Wert verkauft, da der Regisseur leider keine einführende Erklärung eingebaut hat. Er hatte es vor gehabt, dann jedoch verworfen, da die Erkenntnis für ihn zu offensichtlich war..

In diesem Sinne
Eure
C.T.

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