Bohemian Rhapsody

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26. November 2018

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Eigentlich war ich nie ein echter Queen Fan. Zu Lebzeiten von Freddie Mercury war mir diese Art von Musik insgesamt musikalisch zu feminin. Die Musikrichtung von Queen war für mich nie richtig einzuordnen. Erst als Mercury 1991 verstorben war und ich mir sein letztes Musik Vermächtnis "Made in Heaven" zulegte habe ich mich aufgrund dieses  letzten Albums mit Queen etwas mehr befasst. Es gab eine Reihe von Dokumentationen, die sich mit Queen und besonders mit Freddie Mercury dem Kopf der Band beschäftigten. Seine musikalische Lebensbiografie war schon etwas ganz besonderes und genau darum geht es in diesem Film, nicht mehr aber auch nicht weniger.

Freddie Mercury die Musiklegende ist als Farrokh Bulsara am  5. September.1946 in Sansibar-Stadt, Sultanat Sansibar, heute Tansani, geboren worden. Seine Familie flüchtete aus religiösen Gründen nach England. Dort verdingte sich Farrokh als Arbeiter und war schon früh der Faszination der Musik erlegen. In diesem England der 70er Jahre wuchsen Rockbands wie Pilze aus dem Boden um sich hier behaupten zu können, musste man musikalisch schon besonders kreativ sein und so erschuf Freddie Mercury wie er sich später nannte eine ganz neue Musikrichtung die es schaffte nie in eine musikalische Schublade gesteckt zu werden. Obwohl diese Musik so einzigartig war, kam  sie bei den Musik Kritikern teilweise nicht so gut an. Bohemian Rhapsody wurde von den Kritikern förmlich zerrissen, da damals viele nicht die Genialität hinter dieser experimentellen Rock/Pop/Klassik/Oper Musikrichtung verstanden haben.
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Aber gerade wegen solcher Musikstücke wurde Queen und damit Mercury zu einem der bedeutendsten britischen Musiker und einer der bedeutendsten Rocksänger der 1970er und 1980er Jahre. Mercury komponierte Welthits wie eben dieses  Bohemian Rhapsody (1975) oder We Are the Champions (1977).
 

Demnach ist das Vermächtnis Bohemian Rhapsody eine Verneigung vor einem ganz besonderen Musikgenie mit der 3 Oktaven Stimme, der aber ohne seine Band nicht funktionieren konnte. Er brauchte die Reibung der Bandmitglieder untereinander, den Antrieb durch Unzufriedenheit, den Willen sich immer wieder neu zu erfinden. Hierzu gehörte auch seine massive Egozentrik.
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Hierdurch erst konnte die Band insgesamt  zu ihrer Größe finden, die sie später und über den Tod von Mercury hinaus war und immer noch ist. Die Genialität ohne diesen Menschen, der sein  ganzes Leben lang nach seiner Erfüllung suchte, konnte Queen danach jedoch nicht mehr erreichen.

Das Leben und wirken als Musiker und Mensch wird in diesem Film sehr gut herausgearbeitet. Sicher kann man in etwas mehr als zwei Stunden ein solches komplexes Leben nicht vollkommen ausleuchten. So hat man sich im Wesentlichen auf die musikalischen Aspekte bezogen und ihm hier den Platz eingeräumt den er braucht um sich zu präsentieren. Selbst nannte er sich den Performer, der auf der Bühne erst so richtig auflebte. Aber Freddie war gewiss auch Abseits der Bühne  kein Chorknabe und wilderte in den verschiedensten Gefilden auch davor macht der Film nicht halt. Seine sexuellle Ausrichtung wird thematisiert, jedoch nicht ausgeschlachtet. Es geht hier in erster Linie um den exzentrischen Performer Freddie Mercury, der es auf der Bühne schaffte in eine andere Welt einzutauchen und dem Treue  immer extrem wichtig war auch wenn er selbst aufgrund seiner naiven Treuseeligkeit zeitweilig selbst vom Weg abgekommen war, so fand er doch letztendlich zu seinen Wurzeln zurück.

alt textDer Film zeigt neben seiner musikalischen Seite  auch die verletzliche menschliche Seite von Mercury und  es kommt einem während man dem Film zuschaut schon einmal der Gedanke, was wohl zeitweilig in ihm vorgegangen sein mag. Der Film ist auch sehr  emotional  und im Kino konnte man währenddessen eine Stecknadel fallen hören. So konzentriert habe ich selten die Zuschauer sich einem Film hingebend erlebt.

Der Film zeigt aber auch und das ist besonders sehenswert, viele Konzertausschnitte, die von Rami Malek der zudem, wenn man gelesen hat, wer vorher alles als Mercury Darsteller gehandelt wurde ein Glücksfall für dieses Filmmereignis ist. Er schafft es die Essenz von Freddie auf die Leinwand zu bringen und seine Musik  wirklich gänsehautwürdig zu präsentieren. Seine Körpersprache von Mercury ist einfach sensationell,
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der lange Auftritt auf dem Live Aid Konzert im Jahre 1984 im Wembley Stadion Ist grandios und stellt fast das Original in den Schatten. Es gibt einige Gänsehautmomente in dieser Musikbiografie. Ich hätte mir vor dem Film nicht vorstellen können, das dieser Film mit diesem Freddie Mercury mich so berühren würde. Alles was man vorher an Egozentrik gehört und gesehen hat, verliert sich, während man diesem Filmereignis zusieht.

Klar, man kann auch Kritik üben an dem Hommage Streifen, denn so wie in den meisten für das möglichst breite auch junge Publikum produzierte Biopic wird aus dramartugischen Gründen schon einmal die Realität etwas verkürzt dargestellt. So war Mercury zu Beginn Roadie der Gruppe Smile. Bemängelt wurde auch das eindampfen  der jahrelangen München-Phase von Mercury. Hier lebte er eigentlich mit seinem Freund Winnie Kirchberger und zeitweise mit Barbara Valentin zusammen.
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Diese Phase wird nur oberflächlich gestreift. Seine sexuelle Ausrichtung wird natürlich herausgestellt aber nicht ausgeschlachtet und so wird „Bohemian Rhapsody“ hier nicht explizit, was ich für einen solchen hauptsächlich von der Musik getragenen Film auch sinnvoll halte.  Zudem fand sein HIV Outing erst 1987 statt. Kreative Differenzen führten bezüglich der Ausrichtung des Films jedochauch noch kurz vor Drehende  noch zu einem Wechsel des Regisseurs. So wurde „X-Men“-Regisseur Bryan Singer knapp drei Wochen vor Ende der Dreharbeiten durch  Dexter Fletcher („Eddie The Eagle“) ausgetauscht, der dann die Produktion zu Ende bringen musste, in den Credits taucht er aber nicht auf. Sicher ist Bohemian Rhapsodie keine klassische Biografie sondern eine etwas geschönte Hommage.
Aber einmal im Ernst, haben wir nicht reine Dokumentationen schon genug.

Neben einem fulminanten Sound auf den ich mich schon für die Heimkinoauswertung und der natürlich dann als 4K Fassung bei mir Einzug nehmen wird, freue ich mich schon jetzt.

alt textNeben dem Sound kann auch das Bild voll und ganz überzeugen.

Hierzu dann noch später zu der 4K Fassung in meinem Heimkino mehr.

Ansichtssache:
Bohemian Rhapsody hat für mich eine gesunde Mischung aus Autezität und  charmanter Fiktion. Alles wunderbar im musikalischen Einklang und mit einer nicht zu übertriebenen Verneigung vor dem Musikgenie Mercury, denn auch die anderen Bandmitglieder bekommen ihre Screenzeit

Film: 4,5 von 5 (0,5 Punkte Abzug gibt's für die kleine Flunkerei im Film)

Bild und Ton hängen maßgeblich vom Kino ab.
Bei mir war der Ton gut und das Bild mit den kinoüblichen Schwenkunschärfen fast gut.
 

Fazit:
Wer bisher aus welchen Gründen auch immer, dieser Musikerbiographie ferngeblieben ist, der sollte noch schnell ins Kino gehen, bevor dieser Megastreifen, der Queen wirklich gerecht wird, aus den Kinos verschwunden ist.

In diesem Sinne
Eure
C.T.

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