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Filmbewertungen von kleinhirn

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Um meinem Vorredner mannifanny zu Beginn gleich mal so richtig in die Parade zu fahren: Die Bluray ist zweifelsohne in HD remastered! Besorgte Fans können also entspannt ausatmen und sich mit ihrigen zittrigen Händen den kalten Angstschweiß beruhigt von der Stirn tupfen! Zwar gilt es manchmal ordentlich grieseliges Filmkorn zu ertragen und auch hat sich das eine oder andere Staubkügelchen auf den Transfer geschlichen. Das tut dem Sehvergnügen aber bekannter Weise keinen Abbruch,da der Charme alter Filme dadurch sogar noch erhöht und das Flair von schmuddeligen Bahnhofskinos konserviert wird.
ABER: Bei den Extras gibt es 2 unterschiedliche Filmvarianten in SD (also DVD Auflösung). Ich hoffe also nicht, das mannifanny sich im Menü verirrt hat, denn das wäre für ihn womöglich höchstnotpeinlich...

Aber zum Film:
Man glaubt es kaum, aber über Umwege handelt es sich bei Godzilla gegen King Kong um eine Uridee des Original King Kong und die weiße Frau RKO Chefkneters Willis O'Brian.
Nach dem Erfolg des Megamonsterfilmes, schwarnte ihm ein Kampf zweier Gigamonster vor. So wurde im Laufe langer Jahre auf verschlungenen Umwegen aus einem amerikanischen King Kong gegen Frankenstein wegen Finanzierungsschwierigkeiten der japanische Sci-Fi Blockbuster King Kong gegen Godzilla.

Und was für einer: Es läßt sich mit Worten nicht beschreiben, welche Urkräfte hier entfesselt werden und sich mit titanischer Gewalt gegeneinander werfen. Das menschliche Bewußtsein ist schlicht nicht dafür geschaffen, die Dimensionen der hier waltenden intergalktischen Kräfte in ihrer epischen Wucht vollends zu erfassen! Eigentlich fehlen mir die Worte und ehrfürchtsvolles Schweigen wäre die angebrachte Huldigung dieses aus der Astralwelt zu uns normalsterblichen abgestiegenen Celluloidevangeliums. Nur der ätherische Gesang der Saraphinen könnte von der Glorie dieses heilige Werk in all seiner Pracht angemessen künden und aus den göttlichen Sphären befreien um es ins irdische Licht der menschlichen Sprache zu gießen, dort, wo mein stümperhaftes Handwerk durch die Beschränkungen meines Verstandes nur dilettantische Stammelei sein kann....

Aber dennoch:
Von einem Eisberg gehen seltsame Signale aus. Ein japanisches U-Boot wird ins Polarmeer geschickt, um nach dem Rechten zu sehen. Kapitän Tolpatsch rammt den Eisberg und Godzilla kann sich befreien. Godzilla krault nach Japan.
Zeitgleich: Forscher haben von einer Expedition große, rote Beeren mitgebracht. Ein Gerücht besagt, daß damit auf einer Insel die Ureinwohner ihren als Gott verehrten Riesenaffen besänftigen. Ein findiger Manager möchte das Monster für Werbezwecke in die Heimat schiffen. Unterwegs bekommt die Crew aber kalte Füße. Ein Tötungsversuch mißlingt, King Kong kann sich befreien und taucht.....ebenfalls nach Japan.
Von ihren natürlichen Instinkten aufgehetzt wittern sie einander und suchen die Konfrontation. Denn auf der Insel Kusunoki Masashiges ist kein Platz für zwei alberne Gummimonster...

Am ehesten läßt sich die nun folgende Schlacht der beiden Untiere mit der Wucht von aufeinanderprallenden Kontinentalplatten vergleichen. Wenn Godzilla mit seinem Feuerstrahl King Kong nicht nur den Pelz, sondern scheinbar auch noch andere ausgelagerte Organe ankokelt, entfacht der Riesenaffe ein Urwaldgetöse, gegen den der Urknall nur ein müdes Rülpsen war. Das Kongs hölzerne Maske dabei so ausdrucksarm ist, wie eine misratene Totempfahlschnitzerei eines vollgedröhnten Folterknechtes mit Sehbehinderung ist und das Untier so hüftsteif durch die Pampas stampft wie Ottfried Fischer mit Hexenschuß, tut diesem Rachegott in Ausübung seines Amtes dabei keinen Abbruch.
Da mag die Kultechse noch so fuchsteufelswild werden und wütend mit den Armen fuchteln wie ein empörter Schrebergartenbesitzer, dem Nachbars Kaninchen auf seine frisch gestutzte Parzelle geköttelt hat: seine scharf abgefeuerten Felsgesteine wischt das Zottelmobmonster beiseite wie ein Schwarm lästiger Fliegen.
Kann Godzilla die Insel am Ende aber dennoch vor dem Riesenaffen retten, jetzt, da der Unhold Kong, sich mit 100.000en von Volt aus einer Hochspannungsleitung vollgesogen hat, die nur auf ihre Entladung warten?...Und wo sich zum Finale noch die Mutter aller Unwetter über dem Schlachtfeld zusammenbraut und King Kong weiter mit tödlicher Elektronenergie aufzuladen droht?
Die Schicksalsmächte scheinen sich endgültig gegen Godzilla und die Japaner verschworen zu haben.
Hat Godzilla in diesem ungleichen Duell überhaupt noch eine Chance gegen den mit Strom und Blitzen aufgepumpten Gegner? Steht nur Nippon vor seiner totalen Auslöschung oder ist gar unser Aller Schicksal besiegelt?

Auf die Beantwortung dieser Fragen läuft Showdown eines Filmes hinaus, der stilbildend für das ganze Kaiju Eiga Genre wurde:
Ambitionierte Spezial (Mininatur) Effekte, die für (schaurige) Schauwerte sorgen, kombiniert mit mitleiderregenden Gummimonstern, eingebettet in eine Geschichte aus dem Schweineeimer der Vernunft und den lächerlichsten wissenschaftlichen Theorien.

Godzilla, die Rückkehr des King Kong, nimmt 1962 bereits alles vorweg, was in den nächsten 15 Jahren an liebevollen Schwachsinn auf die Spitze getrieben wurde. Das ist Trashkino in Perfektion und Trivialunterhaltung auf allerhöchstem Peinlichkeitsniveau. Danke, Danke, Danke und bitte mehr davon... 
Story
mit 4
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 3
Extras
mit 1
bewertet am 11.01.19 um 23:40
/image/movie/Frankensteins-Monster-im-Kampf-gegen-Ghidorah-DE_klein.jpg
Eine Prinzessin, die aus dem Flugzeug springt, in eine Dimensionsrutsche fällt und danach behauptet, sie sei vom Jupiter. Ein dreiköpfiges Monster aus dem Weltenraum und ein Nachrichtensprecher, der sagt alle sollen wegrennen weil die Welt untergeht. Schlichtes Filmgemüt, was willst Du mehr?

Zwei als Ungeheuer verkleidete Latexfetischisten, bieten wieder einmal durch ihre kindergartenreife Wutausbrüche ein herzhaftes Vergnügen der gehobeneren Sorte: Der 100 Meter große (perfekte Illusion durch einen 1,50 m großen Japaner - wie machen die das bloß?).

Der Kampf:
Flugsaurier Rodan, der aussieht wie ein dem Spieß entflohenes Brathähnchen aus dem Wienerwald, hackt in seiner infernalischen Wut wie ein körnersuchender Gockel auf den Kopf Godzillas ein. Bevor sich dieser aber zur Wehr setzen kann, wird er von den Monsterschwingen Rodans vom Schlachtfeld gewedelt. In äußerster Wut tritt Godzilla nun mit Felsbrocken nach Rodan. Das sieht ungefähr so elegant aus, wie ein besoffener Ottfried Fischer beim Torwandschießen im aktuellen Sportstudio.
Aber Achtung Godzilla! Mit Rodan ist nicht zu spaßen: so kontert Rodan die Felsattacke und schmettert den Brocken seinem Widersacher volles Rohr volley zurück. Godzilla paßt den Stein wiederum in Richtung Rodan und so liefern sich die beiden prähistorischen Streithähne daraufhin ein archaisches Ping Pong Spiel nie gesehenen Ausmaßes mit der Felsattrappe.
Dabei werden unkontrollierbare Urgewalten der beiden Monsterlegenden entfesselt, welche die Leinwand fast zum Bersten bringen.
Zum Glück gibts aber noch die gute Monstermade Mothra. Bevor Godzilla und Rodan das Universum in Schutt und Asche legen können, interveniert Mothra, ergreift das Wort und apelliert in der Monsteruniversalsprache an das grüne Gewissen der beiden Saurier: Gemeinsam sollte man die Erde doch lieber vor dem Weltraumraumungeheuer Ghidorah retten, als sich zu zanken. Nachdem den beiden Streithähnen mal so ordentlich die Leviten gelesen wurden und sie die Monstergeneralversammlung in der Betroffenheitspose "begossener Pudel" über sich ergehen lassen haben, dauert es nur noch eine kleine Ewigkeit, bis in den Walnussgroßen Gehirnen der Nuklearmutanten die Schaltkreise für die Weltenrettung auf Grün gestellt werden können.
So kann die größte Monsterschlacht beginnen, die die Welt jemals gesehen hat. Keine Spache dieser Welt und keine Zunge eines Dichters kann besingen mit welcher Taktik des gepflegten Doppelpaßspiels es die irdischen Ungeheuer vermögen, Ghidorah wieder in die Weiten des unendlichen Alls hinauszujagen. In einem Bombast aus Spezialeffekten, die die Welt noch nicht gesehen hat werden Kräfte freigesetzt, die nur mit den Supernovae von weißen Riesen zu vergleichen sind und die in ihrer metaphysischen Relevanz die Apokalypse des Johannes um ein vielfaches übertreffen.
Danach fällt auch die Prinzessin wieder auf den Kopf und ihr fällt ein, das sie gar kein Wesen vom Jupiter ist. Nun kann sie auch dem Reporter danken, der mittels umfangreicher Recherche die ganze Außerirdischen Mär von vornerein angezweifelt und sie beschützt hat.

Godzilla Erfinder Ishiro Honda ist mit Frankensteins Monster im Kampf gegen Ghidorah ein Meilenstein der Filmgeschichte gelungen. In der Tradition der großen grichischen Tragödien von Sophokles, Aischylos und Euripedes schafft er ein zutiefst menschliches Drama von zeitloser Bedeutung. In einer Symbiose aus Leidenschaft für anspruchsvolles Intellektuellen Kino, fundiertem tiefenpsychologischen Wissen und fernöstlicher Mythologie, entsteht unter Zuhilfenahme modernster Tricktechnick und Illusionskünste vor den Augen des Zuschauers ein Werk, dessen läuternde Wirkung auf die Seele durch das Hinausweisen über das Gesehene auf das letzte Geheimnis der Schöpfung noch Jahre anhält und eine katharsische Wirkung entfaltet, die das Potential in sich birgt, unseren Planeten auf ewiglich in einen friedfertigen Garten Eden zu verwandeln.

Natürlich kann man auch im Gegenteil behaupten, Frankensteins Monster im Kampf gegen Ghidora ist bloß, wie alle anderen Godzilla Filme auch, gequirlte Scheiße hoch drei und die Gummimonster sind das albernste, was jemals über die Leinwand gewatschelt ist. Und zugegebener Maßen liegt man damit wohl näher an der Wahrheit als alles andere.
Es ist schon hahnebüchen, wenn nicht sogar frech, was dem Zuschauer zugemutet wird. Nicht eine Sekunde Spannung, eine Handlung die den Namen nicht verdient, eine Logik die das Denken verachtet und Gummimonster über die man nur lachen kann. In Schlachten in denen man am liebsten wegschauen möchte.

Aber genau das macht den Reiz dieser Filme aus. Mit welcher Chuzpe sich die japanische Filmindustrie traut, solchen Mist dem Zuschauer vor die Nase zu setzen ist einfach bewundernswert und erfordert einen Heldenmut, der nur mit dem von Kamikazekämpfern gleichzusetzen ist. Wie es die Schauspieler schaffen, bei so einer Vernunftspottenden Handlung und so lächerlichen Monsterattrappen ernst zu bleiben, ist für mich Method Acting in höchster Vollendung.

Und von all dem bietet auch dieser Film reichlich. Höhepunkt sind wie immer die Kämpfe zwischen den Monstern und die trashigen Zerstörungsorgien. Auch wenn die Parodie (Ping Pong Spiel) wohl hier zum ersten mal bewußt eingesetzt wurde (Buttgereit), ist mir bei diesen Filmen nie ganz klar, welcher Aspekt dieser Trashepen eigentlich irgendwie ernstgemeint sein könnte.

An allererster Stelle steht für mich, wie bei allen anderen japanischen Monsterfilmen, der kindliche Spaß, der auch hier deutlich zutage tritt, im Vordergrund. Der Spaß an einer von Logik befreiten Welt, in der alles erlaubt ist und wo der Bierernst mal im Festzelt bleiben darf. Im freien Spiel der Kreativität, der assoziativen Verknüpfung und der Ignoranz des damals populären philosophischen und soziologischen Faschismus, entstanden vor allem in den 60ern und 70ern Werke von naiven Charme, die in ihrer Unbekümmertheit einer ernsten und besorgten Welt, voll von Politikern, Erziehungsberechtigten, klerikalen Mahnern und anderen Spaßverderderbern, einen Gegenentwurf von Leichtigkeit und Unvernunft entgegenzusetzen vermochten. Und das tut gut!

Insgesamt muß ich sagen, daß es bei diesem Film, der zwar genau in meine Bresche schlägt, dennoch etwas an Monsterpräsenz mangelt. So geht es hier erst ab der 55 min. etwas mehr "zur Sache". Bis dahin muß man sich wohl oder übel ausschließlich mit der dürftigen Pseudohandlung begnügen. Meines Erachtens sollte die Handlung einfach nur den schlichten Rahmen für das Puppentheater bieten, nimmt aber hier zuviel Raum für sich selbst in Anspruch.
Die Monsterwrestlingämpfe sind dann aber wieder, wie bereits erwähnt, auf gewohnt/gewünscht niedrigem Niveau.

Das Bild ist sehr gut restauriert. Abzug gibts nur wegen der zeitweiligen Unschärfe des Ausgangmaterials.
Der Ton ist dts-HD Master und sehr klar. Zum Glück wurde die erst kürzlich vorgenommene deutsche Vertonung im Stile der 60er gehalten und rundet damit das Sixties Gefühl authentisch ab. Hier waren keine Technikfreaks, sondern Filmliebhaber am Werk!
Als Extra gibts noch ein hörenswerten Audiokommentar von Jörg Buttgereit und B. Traber, den beiden Godzillaprofessoren.

Bitte mehr davon in dieser Qualität!!! 
Story
mit 4
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 2
bewertet am 11.01.19 um 23:36
/image/movie/frankensteins-kampf-gegen-die-teufelsmonster_klein.jpg
Es wird ernst für den Schrecken des Spätkambriums.

Mit Hedora hat sich die Menschheit seinen schlimmsten Albtraum selbst geschaffen. Aus dem Industrieschlamm der Meere, dem verseuchten Wasser der Industriestaaten und aus der verpesteten Luft der Megacitys ist ein Monster entwachsen, daß das Schicksal der Menschheit besiegeln kann. Selbst die Monsterpower Godzillas kann gegen dieses Überungeheuer nichts ausrichten.

Die Katastrophenmeldungen vor Japans Küsten mehren sich: Nach und nach werden Supertanker Opfer eines geheimnisvollen Seeungeheuers. Ölfrachter werden von dem mysteriösem Monster wie Nüsse geknackt, um sich den leckeren Rohstoff einzuverleiben. Schnell wird klar, daß es sich bei Hedorah um ein durch Umweltverschmutzung genmutiertes Unwesen handelt. Hat es im Wasser noch eine unförmige, amorphe Gestalt, wechselt es sein Erscheiningsbild, als es zum Landgang ansetzt. Mit giftigen Schornsteinabgasen vollgesogen, nimmt es die Form einer Kreuzung zwischen Eule und Tintenfisch an, die im Teer gebadet zu haben scheint.
Das ist jedoch nur ein Zwischenschritt zu seinem dritten Stadium. In seiner letzten Mutationsphase wird Hedora zu einem UFO mit Laserkanone und Dampfantrieb. Zu allem Ungemach kann der Godfather of Metamorphose auch nach Belieben zwischen seinen Erscheinungsformen wählen und macht es so dem Militär fast unmöglich, eine Gegenstrategie zu entwickeln.

Klar, daß Godzilla bei seiner ersten Begegnung mit dem Weltenverderber erst mal so ratlos glotzt wie ein Erstklässer in seine Mathefibel. Aus reiner Hilflosigkeit versucht er zunächst, Hedorah mit wild rudernden Armen zu beeindrucken. Als Antwort erhält aber stattdessen erst mal eine Lektion präsentiert: Hedorah kann nämlich eine stark ätzende Gülle aus all seinen Poren schießen, die Godzilla zu verätzen droht.
Was also tun, gegen dieses Laserblitze und Schwefelsäure schießendes Superwesen? Im direkten Zweikampf ist Godzilla hoffnungslos unterlegen, da Hedorahs Innereien nur aus Schlamm bestehen und sich somit dem Zugriff der Monsterklauen auf schleimige Art entziehen.

Zwischenzeitlich wurde der Wissenschaftler Dr. Yato von Hedorah angegriffen. Schwer verletzt überlebt der Forscher und beginnt das Phänomen des Monsters zu untersuchen. Fasziniert von dieser Lebensform, aber auch entsetzt über die biologische Überlegenheit des Mutanten, verläßt Dr.Yato beinahe der Lebensmut.
Erst ein neunmalkluger Kommentar seines pfiffigen Sprößlings bringt die rettende Lösung: Die einzige Möglichkeit, der Plage Herr zu werden besteht in der Dehydriereung des Schlammwesens!
Also wird vor den Toren der Stadt ein riesiger Toaströster gebaut, der Hedorah grillen soll. Godzillas Aufgabe besteht nun darin, ihn auf das Feld zwischen die beiden Megaelektroden zu bugsieren. Als es soweit ist, gibt es leider einen Stromausfall und Godzilla muß selber Hand anlegen. Mit seinem Superenergieatem kärchert Godzilla seine Widersacher in die Falle und aktiviert mit seinem Gebläse auch noch die Elektronenfalle. Der Plan scheint aufzugehen und Hedorah, nun in Form der Eule beginnt zu schrumpfen. Sich seines Triumphes sicher, greift Godzilla tief in die Eingeweide Hedorahs und reißt ihm seine (ja, guck ich denn richtig?) seine Eier aus dem Leib und entzieht ihnen die Feuchtigkeit, auf daß sich die DNA dieser gefährlicher Brut auf nimmerdar fortpflanzt.
Doch zu früh gefreut! Aus der schlaffen Haut des scheinbar hingerichteten Fieslings entfleucht der UFO Hedorah mit tiefem Gebrüll und tödlichem Laserfeuer.
Nun hat Godzilla aber die Faxen endgültig dicke: Mit seinem Feueratem stößt er sich gleich eine Rakete nach dem Rückstoßprinzip von der Erde ab und fliegt rückwerts gewand Hedorah hinterher. In einem epischen Finale in der ätzende Monsterkacke und tödliches Lasergewitter die Leinwand zum bersten bringen, gelingt es Godzilla schließlich, das zuckende Monster zurück in die Falle zu prügeln, wo es letztendlich zu Tode geröstet wird. Wutentbrannt reißt Godzilla dem toten Hedorah zum Schluß noch die Innereien aus dem verdörrtem Leib, auf daß die diabolischen Gene in alle Winde zerstreut und nie wieder zusammenfinden werden.

Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster nimmt eine Sonderstellung im Godzillauniversum ein. Mit den psychedelischen Sequenzen einer Flower Power Band und der Umweltthematik wurde versucht, das Franchise dem Hippiepublikum schmackhaft zu machen. Die Öko Botschaft entsprach dem Zeitgeist und man versuchte dem im Niedergang befindlichen japanischen Suitmotion Genre neues Leben einzuhauchen. Somit vermittelt Godzilla nach dem Erstling wieder eine aktuelle politische Botschaft. Freilich zündet sie nicht, wenn sie von soviel hahnebüchenen Unfug ummantelt ist, wie es in einem japanischen Monsterfilm nun einmal traditionell der Fall ist. Im Gegenteil: Die Lächerlichkeit des Genres färbt auf die Botschaft ab und nimmt ihr somit jegliche Seriösität. Dem Chef der TOHO Studios, Tomoyuki Tanaka, war jedenfalls von der Umsetzung dermaßen entsetzt, daß der Regisseur Yishimitsu Banno in Ungnade fiel, seine Karriere vorerst trocken gelegt wurde und ihn damit quasi das gleiche Schicksal ereilte wie Hedorah.

Dennoch ist diese Variante höchst unterhaltsam und der Versuch einer Frischzellenkur hat die Reihe bereichert. Die Monsterfights sind klasse und die Handlung lädt wie immer zum Schmunzeln ein. Ob die zeitgenößische Aufarbeitung die Traditionalisten unter den Fans verstört hat, ist schwer zu sagen. Fakt ist, daß dem 1971 gedrehten Film noch vier weitere Ableger folgten, bevor 1975 die 15 teilige Showa-Staffel beerdigt wurde...

Das Bild ist aller Ehren wert, die Extras sind traditionall erdenklich mager.
Trotzdem ein Dank an Anolis und mögen weitere Monsterfilme aus dem Land der aufgehenden Sonne den Weg ins Abendland finden... 
Story
mit 5
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 3
Extras
mit 1
bewertet am 11.01.19 um 23:18
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Das ist das Höchste!!! ...ist auf das Klappcover gestanzt. Und faßt stimmts!

Ausserirdische Kakerlaken haben Menschengestalt angenommen und hausen in einer riesigen Godzillastatue inmitten eines Freizeitparkes. Dort haben sie sich eine Kommandozentrale eingerichtet, von der aus sie die Welt kolonialisieren wollen. Um die Menschheit auszurotten, bedienen sie sich der zerstörerischen Kräfte der beiden Weltraummonster Gigan und Ghidorah. Gewieft, als Edelsteine getarnt gleiten sie durchs Universum und werden von den Ausserirdischen auf die Erde gelockt. Dort nehmen sie ihre wahre Gestalt an und legen sogleich, sozusagen als Aufwärmübung, unversehens Tokio in in Schutt und Asche.

Die Space-Kakerlaken haben jedoch nicht mit dem Mangazeichner Gengo Kotaka und seinen Freunden gerechnet. Mithilfe eines geheimen Signales vermögen sie Godzilla und seinen guten Kumpel, den Riesenigel Anguirus zu Hilfe zu rufen. In dem Vergnügungspark kommt es schließlich zu einem Zusammentreffen der Titanen und eine epische Schlacht um das Schicksal der Menschheit beginnt...

Wiedereinmal ist es den Verantwortlichen der Toho Studios gelungen, eine Rahmenhandlung zu konstruieren, die jeder guten Sitte widerspricht. Soviel zur Handlung. Es sei noch vermerkt, daß die Originalfilme in Deutschland manchesmal um ein paar Scenen gekürtzt wurden, um den Zuschauer nicht mit den Belanglosigkeiten der Pseudohandlung zu irritieren.

Kommen wir also zu des Pudels Kern, dem Hauptkampf. Hier sei gleich vorab vermerkt, daß der ironische Unterton der Monstergefechte gegenüber anderen Verfilmungen deutlich in den Hintergrund getreten ist. Bis auf eine Scene, in der Godzilla seine Füße tanzen läßt wie einst Muhamed Ali, um anschließend eine krachende links/rechts/links Kombination abzufeuern, ist mir eigentlich keine humoristische Anekdote in Erinnerung geblieben. Im Gegenteil: Frankensteins Höllenbrut gilt als der ernsteste Vertreter der Original Godzilla Reihe und in der Tat, sind die Kämpfe sehr düster in Scene gesetzt und vergleichsweise ernst geraten. Das läßt sich auch daran ablesen, das der gute Riesenlurch gleich zweimal so schwer getroffen wird, daß er sich böse Fleischwunden zuzieht und Blutzoll zu zahlen hat.
Insgesamt verlaufen die Kämpfe aber ziemlich chaotisch ab und eine eigentliche Choreographie ist nicht zu erkennen. Das läßt sich wohl auch in erster Linie auf die Tatsache zurückführen, daß dieser Ableger als der billigste der Reihe gilt und viele Scenen aus vorherigen Verfilmungen verwurstet.

Nicht desto trotz werden auch hier wieder hohe Schauwerte geboten. Das liegt vor allem an Gigan, der mit seinen chirugischen Beißwerkzeugen als das Schweizer Taschenmesser unter den Monstern gehandelt wird und der sein am Bauch befindlichen Reißverschluß zu einer totbringenden Kettensäge mutieren lassen kann. Soviel unnützes und wackelndes Plastikgedöns sorgt natürlich für eine Mordsgaudi!
Sein Buddy Ghidorah hingegen hat außer seinen 3 sanft im Wind schwingenden Häuptern nicht viel zu bieten und weist als dreifacher Wackeldackel eher dekorative Eigenschaften auf.
Die fragwürdigste Rolle aber nimmt der Riesenmecki aus dem Pleistozän, Godzillas Kumpel Anguirus ein. Wie eine kläffende Töle rennt er ständig kreuz und quer durch die Arena ohne aber irgendwie effektiv ins Geschehen einzugreifen und mit Wirkungstreffern zu punkten.
So wird dem Zuschauer dann am Ende eine wilde Keilerei ohne Hand und Fuß geboten, bei dem den Monstern zwar gehörige Quitsch- und Zischlaute entfahren, aber im Grunde keiner so genau die Regieanweisungen verstanden zu haben scheint.
Im Endkampf springt Anguirus in einem Akt der Verzweiflung Ghidorah dann doch mit seinem Stachelpels an seinen Wams und der Spuk ist auf einmal so schnell vorbei, wie er begonnen hat.? Ghidora und Gigan scheinen von der Attacke eingeschnappt zu sein und lassen sich so eine Frechheit nicht bieten. Man hat ja schließlich seinen Stolz!
Von einer auf die andere Sekunde gedenken die beiden Buddys, die Kampfhandlungen einstweilen einzustellen und auf ihren sanften Schwingen in die dunklen Weiten des Universums, aus denen sie entsprungen sind, zu entgleiten - Ewig auf der Suche nach unerhörten neuen interkalaktischen Abenteuern.

Alles in Allem gibts hier also ordentlich Monsterkeile, auch wenn sie ungewohnt düster und ernst präsentiert wird. Die Gummimonster liefern ein ordentliches Ballet ab und erquicken damit jedes noch jung gebliebenes Herz. Und wen interessiert bei soviel Wohltat denn schon der Regisseur und sein Unvermögen, das Geschehen angemeßen zu dirigieren?

Das Bild ist sehr ordentlich restauriert, die Extras sind mit dem Trailer als einzigem Bonus aber zu mager ausgefallen. 
Story
mit 4
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 3
Extras
mit 1
bewertet am 11.01.19 um 22:59
/image/movie/frankenstein-und-die-ungeheuer-aus-dem-meer_klein.jpg
Kleiner Beitrag zu dem immer noch ständig expandierenden Gojira Universum.

Eine handvoll verwegener Schiffbrüchiger landet auf einer abgelegenen Insel. Dort experimentiert in einer supergeheimen Forschungsstation die ortsansäßige Kriminalorganisation "Roter Bambus" mit tod- und verderbbringenden Chemikalien. Nebenbei versklaven diese verachtenswerten Subsubjekte auch noch die auf der Insel ansäßigen Eingeborenen. In Frieden und Harmonie mit der Natur lebend, reduziert sich die kulturelle Aktivitäten der Nativs darauf, tagein tagaus eine stoisch und friedlich vor sich hin vegetierende Riesenmotte anzubeten.

In den Wogen des peitschenden Ozeanes, lauert die Riesenkrabbe Ebirah und macht eine Flucht unmöglich. Gleichzeitig dämmert in den Eingeweiden der Insel, tief im Felsgedärm des Eilandes, eine Riesenechse namens Godzilla im Wachkoma lustig vor sich hin.
Ein zwischenzeitlicher Befreiungsversuch der Eingeborenen durch die Schiffbrüchigen scheitert an ihrem kläglichem Dilletantismus.
Mittels eines Gewitters und ein paar Kabeln vom Werkstoffhof jedoch kann Godzilla ins Reich der Lebenden bugsiert werden. Unmittelbar nach erfolgreicher Reanimation erhebt sich das Urzeitviech und es bricht ein Tornado der Zerstörung über die Insel herein, wie es die Welt noch nicht erlebt hat. Dabei verarbeitet Godzilla Ebirah zu Krabbensalat und die Forschungsstation fällt der ungezügelten Zerstörungswut seiner Quadratlatschen zum Opfer. Der rote Bambus indess wird auf der Flucht von Ebirahs zuckenden Resten vernichtet und die Riesenmotte Mothra bequemt sich von der Insel, um die überlebenden Bootsflüchtlinge in sicherere Gefilde zu hieven.

Leider verplempert dieser Kaiju Eiga zuviel Zeit mit unnützer Handlung, belanglosen Dialogen und langweiligen Charakteren. Auch schimmert der infantile Humor der späteren Godzillafilme nur selten durch. Was bleibt ist ein höhepunktloser Streifen, der den Zuschauer nur durch den (sehr späten) Auftritt Godzillas bei der Stange hält. Diese Scenen haben es aber dann in sich: Godzillas Attacken sind lächerlich wie immer und die Kämpfe lassen Nichts von ihrer bewährten Peinlichkeit vermissen: Angefangen von der Slapstickeinlage, bei der Godzilla und Ebirah mit Pappmacheefelsen Ping Pong spielen, bis zum selten dämlichen Blick des Gummimonsters. Seine verdatterten Glubschaugen vermitteln den erstaunten Eindruck eines Finanzbeamten, der gerade im Begriff ist, sich Gewahr zu werden, statt seiner Schilddrüsentablette ein hochpotentes Halluzinogen konsumiert zu haben. Das sorgt für erheiterndes Amüsement beim Publikum. Ansonsten ist der Rest des Filmes wie gesagt ein ermüdendes Warten auf die Audienz des unumstrittenen Megastares der Toho Studios.
Bleibt noch zu Erwähnen, daß sich Mothras Marionettenspieler erst 3 Minuten vor Feierabend in die Studios bequemt hat und Mothra, der Genrelegende somit nur zu einem unwürdigen Kurzauftritt verhilft.

Fazit:
Das Bild ist sehr ordentlich reatauriert, die Extras sind mit dem Trailer jedoch beschämend mager. Der Film selbst ist im Grunde überflüßig, versucht zu Ungunsten des gepflegten Schwachsinnes verzweifelt mit einer gewieften Abenteuergeschichte zu imponieren und erhält seine Berechtigung ausschließlich durch die späten Auftritte der Filmikonen, die dem geneigten Fan jedoch wie immer die Freudentränen in die Augen treiben. 
Story
mit 2
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 3
Extras
mit 1
bewertet am 11.01.19 um 22:44
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Seelenlose Fortsetzung des Disneyhits von 2006.

Die (Renn-) Tage Lightning McQueens sind gezählt. Eine neue Generation High-Tech PS-Monster um den windschnittigen Designerboliden Jackson Storm erobert die Rennstrecken dieser Welt. In Fahrlaboren hochgezüchtet und an sterilen Simulatoren auf maximale Leistung getrimmt, hat die analoge Fahrkultur keine Chance mehr.
Da kommt der heißblütige Edelfan McLightnings, der Mäzen Sterling, gerade recht: In der Hoffnung noch ein letztes mal mit der Legende abzusahnen, kauft der Großindustrielle McLightnings antiquierten Rennstall auf und errichtet ein hochtechnologisiertes Trainingszentrum, in dem der Publikumsliebling für die modernen Anforderungen Fit gemacht werden soll.
Hier gerät der rote Flitzer unter die Fittiche der, eher theoretisch bewandten, Trainerin Cruz Ramires. Jedoch endet schon die allererste Trainingseinheit in einem Desaster: McLighting wird Opfer seiner eigenen Ungeduld und schrottet den sündhaft teuren Fahrsimulator. Sterling, der schon mit der Produktion von der McLightning Zahnbürste bis zum Waschmittel in Vorleistung gegangen ist, rät dem Flitzer, sich nun ganz auf die Vermarktung der Konsumartikel zu konzentrieren.
McLightnings Ehrgeiz beginnt nun jedoch erst so richtig zu lodern. Nach einigem energischen Flehen und Betteln, gewährt Sterling ihm eine letzte Chance: Sollte er das legendäre Piston Cup Rennen in Florida gewinnen, darf er über das Ende seiner Karriere selber bestimmen....

So kehren McLightning und Cruz dem Hightechstall den Rücken und beginnen sich mit Hochdruck auf das Rennen vorzubereiten. In guter alter Oldschoolmanier besinnt sich McLightning wieder seiner alten Tugenden, die da vor allen heißen: Ein echter Renner muß Staub schlucken, nach Öl stinken und den Asphalt mit Gummi verschandeln. Schnell stelt sich heraus, daß Cruz außer ihrem theoretischen, auf Zahlen und Meßwerten beruhendem akademischen Wissen, von der eigentlichen Seele des Sportes, der draufgängerischen Rennfahrermentalität, zunächst keinen blassen Schimmer hat. Mit Unterstützung seiner Freunde beginnt McLightning nun sein unkonventionelles Training und es stellt sich bald heraus, daß in Cruz verborgene Talente schlummern...

Was sich wie eine interessante Geschichte anhört, entpuppt sich schnell als ziemliches Desaster. Nicht nur, daß die Botschaft, daß ehrliche schmutzige Arbeit den kalten hochgezüchteten, auf maximale Effizienz getrimmten modernen Arbeitsmethoden vorzuziehen ist, ziemlich platt ausgemalt wurde, auch die Kunde, das Freunde und der Authentizitismus der Natur mehr zu bieten haben als der reine Kommerz und ein bloß auf Effizienz und Erfolg ausgerichtetes Leben, ist mehr als banal. Unnütz zu erwähnen, daß die Ermutigung, immer an seine eigene Bestimmung zu Glauben, und daß Gönnen edler als Neiden ist, für das Kinderherz zwar erbaulich ist, hier aber dem Zuschauer ebenfalls zu offensichtllich und billig unter die Nase gerieben wird.
Wo der erste Teil noch mit Charme und Humor gepunktet hat, fehlt im dritten Teil leider die Idee und der Witz. 2006 waren McLightnings Freunde noch schrullige Landeier mit Herz und Seele, nun werden sie zu stereotypen, albernen Möchtegernspaßvögeln mit hoher Nervquote degradiert. Auch von der Vielschichtigkeit und der hohen Detailverliebtheit in den vielen ironischen Seitenhieben ist nichts mehr geblieben. Wo der erste Teil noch auf mehreren Ebenen funktionierte und von Anfang bis Ende eine gehörige Portion Herzblut bei der Entwicklung der Geschichte und der Charakterzeichnung erkennen ließ, sind nun nur noch aufgekratzte Plappervögel und eine im Grunde einfältige Story geblieben, bei der man sofort das Gefühl hat, sie schon tausend mal gesehen zu haben.

Wahrscheinlich hat man sich nach der Kritik am überdrehten zweiten Teil, der eigentlich mehr ein Agenten- und Actionfilm war, wieder mehr an den Tugenden des Originales orientiert und krampfhaft versucht, einen Film mit einer "Message" zu konstruieren. Was im ersten Teil aber beiläufig und natürlich, mit Betonung auf die zwischen"menschlichen" Nuancen inszeniert wurde, wird hier dem Zuschauer so penetrant aufs Auge gedrückt wie eine ruinöse Riesterrente.

Was normalerweise keine große Besprechung wert gewesen wäre, handelt es sich hier doch "bloß" um einen Disney Kinderanimefilm, stößt doch bitter auf, da sich der Erstling mit seinem freiheitsschwangerem Spirit wohltuend von der Masse der "computeranimierten Filme für die ganze Familie" abgehoben hat. Anstatt das Franchise kongenial weiterzuentwickeln, wird es in Cars 3 bei vollem Bewußtsein vor die Wand gefahren, um die Kuh wenigstens noch ein letztes mal zu melken.
Originalität wird durch Klischee und Gefühl durch Berechnung ersetzt. Damit operiert der Film im Grunde genommen mit genau der Geisteshaltung, die im Film eigentlich gegeißelt wird. Und wer einmal die Regale mit den Cars Merchandising Artikeln in unseren Warenhäusern genauer in Beschlag genommen hat, kommt ohnehin nicht umhin, die gesamte fromme Botschaft des Filmes als eine riesengroße Heuchelei zu entlarven. 
Story
mit 2
Bildqualität
mit 5
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 4
bewertet am 08.01.19 um 18:42
/image/movie/meg-2018-3d-limited-steelbook-edition-blu-ray-3d---blu-ray-4_klein.jpg
Klischee: Nachdem der U-Boot Experte und Hosentaschennemo Jonas Taylor (J. Stratham) bei einer Rettungsaktion eine handvoll Kumpanen in das Wasser (HAR HAR) gesprengt hat und der Geisteskrankheit bezichtigt wurde, fristet er im paradiesischen Thailand ein kümmerliches Aussteigerdasein als zynischer Alkoholiker.
Nach einer erneuten Havarie eines Forschungs U-Bootes, an dessen Bord sich zufälliger Weise auch seine Ex-Fraufreundingeliebte? befindet, kann Hr. Taylor überredet werden, seine Buddel Bier gegen ein multimillionenschweres Rettungsgefährt einzutauschen, um sich auf erneute Rettungsmission zu begeben.

In bester Jules Verne Tradition besteht in einer Senke des chinesischen Meeres der Boden nicht aus Stein oder Sand, nein, sondern aus einer Schicht gerforenen Gases, unter der sich noch eine zu explorierende Paralellwelt befindet. In diese unentdeckten nautischen Gefilde ist Jones Ex mit ihrer Crew vorgedrungen, um auf schrecklichere Kreaturen als Sponge Bob und seine feucht fröhlichen Gesellen zu stoßen. Neben allerlei Tiefseemonsterfischen und Tintenfischglibberkram lauert hinter der netten Koralle von Nebenan nämlich auch auch noch übelgelauntes prähistorisches Raubtiergedöns. Unter anderem auch Mr. MEGadolon, der größte Hai, den die Natur je ausgespuckt hat.

Nachdem die Rettungsmission geglückt ist, entfleucht der MEG (oder sind es vielleicht sogar zwei? Das wird hier nicht verraten! Kicher) aus der Öffnung in der Gasschleimschicht, durch die die U-Boote in das verbotene Biotop eingedrungen sind...

Was nun folgt ist das übliche Tiefseemonstergeplansche: Fisch ist sauer und hungrig und frißt und attackiert alles, was nicht schnell genug bei drei auf dem Trockendock ist. Natürlich ist dies alles der unabdingbaren Eskalationslogik folgend wieder eine halbe Schuhgröße dicker aufgetragen, als in Pirhanas 3D, Deep Blue Sea und Konsorten. Aber auch wenn es sich vordergründig um Variationen bereits konsumierten handelt, ist die neue Version höchst unterhaltsam und der Creature-Movie Fan kommt voll auf seine Kosten. Die Gigantomanie und der Adrenalinausschuß wird bis an die biologisch vertretbaren Grenzen geschraubt. Die Bedrohung ist allgegenwärtig und die Jagdscenen in dem Element, in dem sich der Mensch nur albtraumhaft quälend langsam fortbewegen kann, werden bis an die Grenzen der Parodie ausgereizt, bzw in der finalen Moby Dick Reminizens auch überschritten.

Natürlich darf auch die Prise Gefühl für das weibliche Publikum nicht fehlen. Und so tritt neben Johnsons Ex auch eine asiatische Schönheit, nennen wir sie einfachhalber Fr. Li, mit ihrer kleinen drolligen Göre ins Rampenlicht. Der glückliche kann nun also zwischen Mrs. America und Mrs. China als Garnierung für seine launischen Bierabende wählen. Insgesamt ist die Handlung aber eher gradlinieg gehalten und die zwischenmenschlichen Momente reduzieren sich auf die Funktion als Atempause oder kürzlich eingenommenen Kaltgetränken Lebewohl zu sagen.

So ist MEG unterm Strich gelungenes Kintopp auf durschnittlichem No-Brainer Niveau, der in der dritten Dimension enorm an Durchschlagkraft gewinnt.
Von dem Urzeitreservat des Tiefseeschreckens und seinen schrulligen Bewohnern hätte ich allerdings gerne noch etwas mehr gesehen. Es ist leider ein Manko zeitgenößischer Produktionen, daß die Handlung immer im 2/4 Takt vorangetrieben werden muß und dem Zuschauer somit kaum noch Zeit zum Genießen und Schwelgen gegönnt wird. Auch sind die Unterwasserscenen naturbedingt etwas unscharf und dunkel, so daß sich das Auge um die letzten Details und das letzte Quäntchen Tiefenwirkung betrogen fühlt.

Aber wer weiß, vielleicht spielt der nächste MEG ja wieder an Land. Sharknado hat bereits die Marschrichtung des Genres vorgegeben... 
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mit 3
bewertet am 25.12.18 um 11:39
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Üblicher Dwayne Jhonson Over the Top Actionkracher.

Zum Glück verzichtet Regisseur Rawson M. Thurber auf unnötige Handlungskonstrukte und schenkt dem Vater-Mutter-Sohn-Tochter Geflecht nicht mehr Beachtung, als für eine Alibihandlung minimalst nötig ist. Überflüßiges Beziehungsgelaber und aufgesetztes, familiäres Kitschgesülze, werden auf ein Minimum gedrosselt, um die vorhandene Zeit ganz dem Star und seinem zerstörerischem Handwerk zu widmen. Wer es vermag, einen Wald von "Auweias" zu ignorieren, erblickt dahinter ein adrenalingetränktes Feuerwerk an vorgetäuschten Studiostunts, bei dem der Funfaktor alle anderen etwaigen cineastischen Disziplinen auf die Ränge verweist.

Ex-Cop Johnsen wird mit der Expertise des Sicherheitssystems des höchsten Wolkenkratzers der Welt beauftragt. (Das heißt, er guckt sich nach 12 Jahren Berufsabstinenz auf einem Laptop ein paar Grafiken an, die zeigen, wo die Feuerlöscher stecken. Auweia!) Nicht ahnend, daß er dabei nur der Köder für eine Vereinigung terroristischer Terroristen ist, gibt er grünes Licht für die Eröffnung des Skyscrapers "The Pearl". Mit einem I Pad, auf dem sich das Gesamte Sicherheitssystem des Gebäudes befindet und das per Gesichtserkennung unisolo auf Johnsons Glatze geeicht ist (Auweia), begibt sich der Securitychef anschließend in die Kommandozentrale, die sich handlungsgünstig 2km außerhalb des Gebäudes liegt (Auweia).

Kurz nach Johnsens OK dringt ein Überfallkommando in das Hochhaus ein und zündet es in der 96 Etage an. Man will den Eigentümer des niegelnagelneuen Supergebäudes in die Enge treiben und ihm ein USB Stick mit belastenden Daten abjagen.
Pech nur für die Bösewichte, daß bei dem generalstabsmäßig geplanten Ausräucherkommando noch Dwaynes Family an Bord der Superbutze verweilt. Als guter amerikanischer Familienvater muß Johnson nun natürlich seine Herzallerliebsten aus dem brennenden Turm retten. Blöde nur, daß Paps sich gerade außerhalb des Gebäudes aufhält.
Die Einzige Möglichkeit ins Gebäude zu gelangen, führt über einen Kran auf dem sich im Bau befindlichen Nachbarhochhaus. Also hangelt sich Dwayne kurzentschloßen läßig 400m in die Höhe und springt von dort in das brennende "The Pearl". Damit ist der Takt, auf welchem Level sich die nächsten 70min bewegen, vorgegeben: Unrealistische Maximalaction am Anschlag, garniert mit infernalischen Feuerwalzen und schwindelerregenden Perspektiven, die einem in 3D den Atem stocken lassen. In einer Mischung aus Die Hard, Flammendes Inferno und einer Prise The Walk, prügelt, schießt und hangelt sich Johnsen Stockwerk um Stockwerk und Leiche um Leiche, mal im Haus, mal an seiner Fassade entlang, in die Höhe, immer stramm seinen Liebsten entgegen. Nachdem diese Mission erwartungsgemäß in letzter Sekunde erfüllt werden kann, wird zum Abschluß noch der Scheff des Hauses in Sicherheit gebracht, der UBS Stick dingfest gemacht und der Oberschurke seinem gerechten Schicksal zugeführt. Glückstränen, Blaulicht, kleine und große Gefühle, Blicke die Manches sagen aber Nichts bedeuten, Ende.

Alles in Allem liefert Skyscraper den gewohnten, komplett hirnlosen Actionoverkill ab, der von einer D. Johnson Produktion erwartet wird. Falls jemand auf die Idee kommen sollte, Johnsen als legitimen Nachfolger der Actionikone Schwarzenegger zu handeln, dem sei gesagt: Vergiss es!. Zwar verfügen die Beiden über ähnlich interessante schauspielerische Kernkompetenzen, jedoch strahlt Arnie mit seiner Exzentrik deutlich mehr Charisma aus, als amerikanische Muskelprotz. Aber sei's drum. Der Star sind eh die Effekte und denen weiß auch Johnson trefflich mit seiner Physis halbwegs glaubwürdig entgegenzutreten.

Der Höhenkitzel kommt selbstverständlich erst in 3D voll zur Geltung. Schade nur, daß entweder nur die Nahaufnahmen oder die Hochhausfluchten scharf zu stellen sind, so daß man man ab und wann im laufenden Betrieb die Schärfe immer wieder nachjustieren muß. Das ist leider das Kreuz fast aller 3D Bluray Veröffentlichungen und steht einem entspannten stereoskopischen Genuss diametral entgegen! 
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bewertet am 24.12.18 um 16:34
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Jetzt wirds kritisch.

Um dem Transformersuniversum noch irgendeine Daseinsberechtigung zu verleihen, wird das Franchise nun zu allem Überdruß auch noch historisch/mythologisch aufgeladen: Schon im finsteren Mittelalter wurde ein britischer Clan mit der Behütung eines Transformer Artefaktes beauftragt.
Jetztzeit: Die gute Transformers kämpfen nun mit den Bösen um den Besitz dieses Superakkus. Mehr braucht man über die Handlung nicht zu wissen, sie spielt eh keine Rolle! Das am Ende wieder einmal Stonehedge als Realitätslink für van Däniken Spinner herhalten muß, na sei's drum.

Zur Ausführung: Während die erste Hälfte bis zweidrittel mit unruhigem Handkameragefuchtel und zu geringer Distanz zu dem Gezeigten noch für durchgehend nervende und aggressiv stimmende Momente sorgen, kehrt gegen Ende glücklicherweise mehr Ruhe und Gelassenheit in die Bildführung ein. Der Film wechselt nun seinen Focus von den Schauspielern auf die Schlacht der Transformers.
Und ab da wird's episch: gigantische Fights unter Wasser und in der Luft sorgen für spektakuläre und atemberaubende Scenen, die trotz der inflationären Produktion von CGI getränkten Blockbustern immer noch für staunendes wohlgefallen sorgen. Damit erhält Transformers - The last knight seine Daseinsberechtigung!

Das dieser Transformers Ableger der Einzige des Jahres 2017 war, der in real 3D gefilmt wurde, merkt man ihm in jeder Faser an. Die Plastizität und luftige Räumlichkeit der Realscenen erzeugen eine Tiefenwirkung, die durch nachträgliche Konvertierung nicht zu erreichen ist! 
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bewertet am 21.12.18 um 17:00
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Schlecht, schlechter, am schlechtesten...Sindbab.
Leid , leider, am leidesten....war der Trashgott Luigi Cozzi (Star Crash, Hercules) nur periphäer an der Produktion beteiligt.

Obwohl Cozzi das Drehbuch geschrieben hatte und mit der Regie beauftragt wurde, wurde ihm das Zepter nach jahrelangem Warten aus der Hand genommen.
Cozzi, seit seiner Kindheit von der Kinomagie eines Ray Harryhausen in Beschlag genommen, plante ein ähnlich buntes Fantasyspektakel wie das seines großen amerikanischen Vorbildes. Bunte Spezialeffekte sollten die Suche Sindbads nach den kristallisierten Tränen einer Prinzessin spektakulär in Scene setzen.

Statt Cozzi wurde jedoch mit Enzo G. Castellari ein zwar recht solides Exemplar Regisseur engagiert, dieser war jedoch mit dem Mangel behaftet, die Welt ausschließlich durch die Augen eines Actionaffinen Erwachsenen zu betrachten. Statt das Auge des Zuschauers mit einem Fest an farbenfrohen und billigen Tricks zu schmeicheln, setzte Castellari mehr auf handfeste Keilereien mit schmierigen Halloweenpuppen.
Da Sindbad ursprünglich auch als Vierteiler fürs Fernsehen ausgeschlachtet werden sollte, drehte Castellari zuerst ein maßlos in die Länge gezogenes 6 Stunden Epos.
Dieses Schicksal blieb Sindbad letztendlich jedoch verwehrt, da es außer einer (abgewandelten) hahnebüchenen Geschichte, nix weiter als stundenlange ermüdende Keilereien gab. So wurde Cozzi am Ende doch wieder ins Boot geholt, um zu retten, was zu retten ist. Sindbad wurde schließlich umgeschnitten, heftig gekürzt und um eine Rahmenhandlung und einen Erzähler erweitert, da sonst niemand mehr durchgeblickt hätte. Einige Scenen wurden nachgedreht und ein paar schaurige Spezialeffekte auf üblichem 50er Jahre Niveau hinzugefügt.
So hält denn die wirre und dünne Handlung, das Versprechen, daß ein echter Cozzi verspricht. Die dilletantischen und lächerlichen Spezialeffekte, eigentlich das Salz in der Suppe, sind aber leider, wie gesagt, nur sehr spärlich gesäht.

Dennoch verströmt der Film eindeutig den unverwechselbaren Spirit des italienischen Ausnahmeregisseures, der von unbefangener Naivität und reiner Freude am Erzählen und Schaffen geprägt ist.
Man mag über seine Filme lachen, Cozzi hat sich jedoch etwas bewahrt, was in keiner spröden cineastischen Fakultät gelehrt werden kann: Er vermag die Welt noch mit unschuldigen Kinderaugen zu sehen!

Gerade diese Unbedarftheit, die Leichtigkeit der Erzählung, der Verzicht auf intellektuelle Zensur und die ungetrübte Freude über das Staunen über das Wunderbare sind es, die sich auf den Zuschauer übertragen und ihm 90 unbeschwerte Minuten bescheren. Somit verfügt auch Sindbad über mehr Charme, als so manch aktueller überproduzierter Superheldenblockbuster mit seiner Pseudodramatik und seelenlosem CGI Overkill. Cozzi drehte seine Filme eben, in dem er seinem leichten Herzen und nicht dem verklompizierendem Vertand folgte. Eine Tugend, für die die Trashfilmgemeinde ihm auf immer und ewig dankbar sein wird... 
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mit 2
bewertet am 21.12.18 um 16:50
/image/movie/Die-Abenteuer-des-Herkules-DE_klein.jpg
Eiderdaus, was war das wieder für eine Freude!
Cozzi hat seine Mission wieder mehr als einmal überfüllt!

Mein Nacken ist noch Heute vom ungläubigen Kopfschütteln schwer gezerrt. Was war das wieder ein Füllhorn an Quatsch und Unsinn, den sich der italienische Meisterregisseur da ausgedacht und mein Atlasgelenk an den Rande des Systemversagens gebracht hat.
Zum dritten mal hat Cozzi ein Feuerwerk an tumber Plumbheit und Diletantismus abgefeuert, welches hart an der Grenze zum Tatbestand der unfreiwilligen Zuschauererbelustigung manövriert.

Zeus sind 7 Blitze gestohlen und in dämonischen Wesen versteckt worden, die allesamt in düsteren und verwunschenen Orten hausen und zu allem Unglück auch noch mythologisch massiv aufgeladen sind. Hercules wird mit der schicksalsträchtigen Mission beauftragt, den Elektroschrott wiederzufinden und diesem seinem Göttervater zurückbringen. Eine böse Xanthippe jedoch erweckt Hercules Erzrivalen Minos zum Leben und will dies einer spontanen Laune folgend, dringendlich verhindern. Werden die Blitze nicht gefunden, wird die Welt in nicht enden wollendes Chaos und Zerstörung gestürzt. Der Mond fliegt schon bereits auf die Erde zu und droht mit Ungemach.
Kann Herkules die Welt noch rechtzeitig retten? Die Zeit rennt unerbittlich davon und den Monstern in ihren Latexanzügen wird es langsam ungemütlich...

Wieder einmal verzichtet Cozzi auf eine ausgefeilte Dramaturgie und läßt seinen kindlich naiven Vorstellungen über die Zauberwelt der Götter ihren freien Lauf. Spannung und Logik sind in seinen Hemisphären Glückssache. Man mag dies gehoben als antiambivalentes Geschichtenerzählen deklarieren. Im Grund genommen ist dies aber nichts weiter als dreifach gequirlte Scheiße.

Zum zweitenmal jagt Cozzi nun sein Muskelpaket und leicht bekleidete Heldinnen im Sauseschritt durch das mythologische Griechenland, um 1.000 Gefahren zu begegnen und 10.000 Hindernissen auszuweichen. Und wieder einmal muß der Hüne schwer auf der Hut sein: die Götter sind hinterhältig und spielen nicht immer fair. Und so gerät unser Held immer tiefer in einen Strudel aus Magie und dunklen Mächten.
In einer Welt, in der die Spezialeffekte mit der Handlung darum wetteifern, was wohl die größeren Zwerchfellerschütterungen auslöst, gehört vor allen Dingen den zwar hübschen aber stocksteifen Textaufsagerinnen ein großes Lob gespendet: Sie schaffen es, bei all dem verzapften, Hirnzellen zersetzenden Bockmist noch ernst zu bleiben!
Ist der Film die ersten 85min aber einfach nur amüsant/trashig wird es im Grande Finale jedoch richtig gruselig (SPOILER), als Herkules gegen seinen Widersacher auf dem Olymp um die Weltherrschaft ringt: Als Minos sich mit Lichtenergie auflädt, stärkt Zeus seinen Sprößling ebenfalls mit dieser unheilvollen Naturkraft.
Schlimm genug, daß die beiden nun in den Zeichentrickmodus wechseln, nein, sie verwandeln nun zu allem Überdruß nun auch noch ihre Gestalten: Minos wird zum Dinosaurier und Herkules verwandelt sich in einen Gorilla. Das ist so schlecht und so billig getrixt, daß ich bis Gestern überhaupt nicht wußte, daß so etwas dummes überhaupt erlaubt ist. Das beste daran ist, daß King Kong und Godzilla dabei gerademal aus einer handvoll kirmesbunter Striche bestehen, die in einem unseligen Reisen umeinander tanzen. Ach Kinders, das ist so übel, das müßt ihr einfach gesehen haben...

Tröstlich dabei ist die Tatsache, daß sich Cozzi seiner Verbrechen wohl voll bewußt gewesen ist.
In seinen Interviews äußert er sich wiederholt erstaunt über die Tatsache, warum die Zuschauer bei soviel Schwachsinn nicht einfach das Kino verlassen haben. Ja, wirklich, am liebsten möchte man weinen! Aber genau das ist ja der Reiz seiner Filme: Man mag gar nicht glauben was ma da sieht. Und dieses ungläubige Staunen über diesen kunterbunten sinnentleeren Reigen und die Bewunderung für den Mut des Regisseures, seinen Kunden so einen Nonses allen Ernstes unterzujubeln, sind es, die trotz einfachster Mittel höchstes, kindlich sinnentfreites Sehvergnügen hervorzurufen vermögen. 
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mit 5
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mit 2
bewertet am 21.12.18 um 12:11
/image/movie/hercules-1983-limited-mediabook-edition-DE_klein.jpg
Grottige Spezialeffekte und an Peinlichkeit nicht zu übertreffende Spezialeffekte treiben dem Trashfilmfan Ozeane von Freudentränen in die Augen. Mit Hercules setzt Regisseur Luigi Cozzi ungeniert seinen Feldzug gegen die guten Sitten der bildenen Künste fort, den er Jahre zuvor mit dem inzwischen legendären Star Crash begonnen hatte.

Ich versuche erst garnicht, die Handlung zu beschreiben, da sie schamlos den Gesetzen des denkenden menschlichen Verstandes zuwiderläuft und ehrlich gesagt, hat sie mich auch nach 20min schon gar nicht mehr interessiert. Spätestens da wußte ich nämlich wo der Haas langläuft, habe mich einfach nur dem Genuß des Augenblickes ergeben und wehrlos diesem Meisterwerk des Dilettantismus hingegeben.
Gebannt verfolgte ich die kunterbunten Sci-Fi Spezialeffekte, die vermutlich nicht mal die Neandertaler aus ihrer warmen Höhle gelockt hätten. Sie reduzieren sich auf kitschige Lichteffekte, wie man sie aus jeder Dorfdisco kennt, Stop-Motion Einlagen, die ein paar zusammengelötete Konservendosen und Schrauben aus Vatis Werkzeugkiste zu einem fragwürdigen Leben erwecken und billige Pappmacheekulissen, die dazu dienen Hercules' vermeintlich infernalische Kräfte zu untermauern.

Es ist uns nicht überliefert, daß Lou Ferrigno ein Absolvent der New Yorker school of Method Acting wäre. Um sein verborgenes Talent aber nicht zu sehr der Lächerlichkeit preiszugeben, hat man sich daher eines genialen cineastischen Kniffes bedient: Man engagierte Nebendarsteller, die ihren Körper noch weniger unter Kontrolle haben als Lou!
Im harmonischen Vierklang dieser Kinosünden wird der geneigte Zuschauer von einem Wonnebad ins nächste gejagt.

Der Verlauf dieses Heldenepos ist dabei so hahnebüchen, daß die Götter im Olymp von Zeit zu Zeit die Lücken im Drehbuch selber kommentieren müßen, um dem Geschehen einen ungefähren Drall zu geben. Der schamlose Raubbau an der von mir in der Kindheit so geliebten griechischem Mythologie sorgt dabei bei dem ausgewachsenen B-Movie Fan für einen Extraschub Adrenalin. Wenn die Autoren mal wieder den roten Faden bei diesem antiken Potpouri verloren haben, greifen auch schon mal die Götter und Titanen höchsterprsönlich direkt von ihrer Ehrentribüne im Weltraum heraus in das Geschehen ein, um den Zuschauer nicht in völlige Konfusion zu stürzen.
Hilft das auch nicht weiter, muß Hercules' Sidekick, die schöne Circe, Zauberkräfte aus dem Arm schütteln, um den Plot voranzutreiben.

Noch Heute, einen Tag nach der Besichtigung, kann ich gar nicht fassen, was mir da Gestern wunderbares widerfahren ist und ich grüble noch immer, was wohl das Highlight dieses filmischen Unglückes gewesen ist. Wahrscheinlich war es Hercules Kampf mit dem Bären, den er nach dem Sieg einfach in den Weltraum geschleudert hat (MUß man gesehen haben). Oder der Pferdestall, der geflutet wird, nachdem er zwei Steine in den Fluß geworfen hat. Oder als Hercules Circe ihr Amulett wiederbesorgt und sein (schlecht auf das Celluloid projezierter) Unterarm zu Feuer und Eis wird. Oder...ach es ist einfach unmöglich, sich aus dem Füllhorn der Peinlichkeiten den größten Schwachsinn rauszupicken. Hercules strotzt vor monumentalen Schnitzern und kann deshalb getrost als der Ben Hur des B-Movies gekrönt werden. Er sollte als ein Gesamtgroßkunstwerk des schlechten Geschmackes betrachtet und entsprechend gewürdigt werden. Eine griechische Tragödie klassischen Ausmaßes eben!!!

Das Mediabook ist der historischen Bedeutung dieses Werkes angemeßen. Koch Media...Ich bin bereit für Teil 2!!! 
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bewertet am 16.11.18 um 12:53
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Herausstechendes Werk aus dem OUvre des Ausnahmeschauspielers Anthony Quinn, daß maßgeblich zu seiner Reputation als Filmlegende beigetragen hat, auch wenn der Film für sich genommen eigentlich nur Mittelmaß ist.

Der britische Schriftsteller Basil hat auf Kreta Grund und Boden geerbt. Auf dem Weg zu seinem Besitz trifft er im Fährhafen den Gelegenheitsarbeiter Alexis Sorbas. Dieser drängt sich Basil auf der Suche nach Arbeit auf, da er bei dem schick gekleideten Ehrenmann etwas Brot und Geld wittert.
Basil geht nach einigem Zögern auf das Angebot ein, da er sich von dem Einheimischen einige Vorteile im Umgang mit Land und Leuten erhofft.
Vornehmlich will Basil auf der Insel Bergbau betreiben. Da kommen ihm die Eigenschaften des Bärenstarken Sorbas, der zudem noch über Kenntnisse als Minenarbeiter verfügt, gerade Recht. Um das Geschäft profitabler zu machen, beschließen die Beiden bald, eine Seilbahn zu dem nahegelegenen Hügel zu bauen, um von dort unkompliziert an das benötigte Stützholz zu kommen.

Sorbas kümmert sich zudem gleich nach der Ankunft auf der Insel um eine reiche, alternde Dorfbewohnerin französischer Abstammung, die sehnsüchtig schmachtend in ihrer glorreichen Vergangenheit lebt, in der sie vermeintlich von drei Generälen umschwärmt wurde.
Basil indess verliebt sich in eine schöne Witwe, der er nach anfänglichen, schüchternen Annährungsversuchen, den Hof macht.
Soviel zur Geschichte, die an sich nichts besonderes ist. Im Gegenteil, sie ist beliebig, bis an die Grenze zur Belanglosigkeit. Teilweise sogar richtig blöd, wenn z.b.(SPOILER) Basil emotional unbeteiligt zur Kenntniss nimmt, daß der Dorfmob seine Freundin steinigt, weil sie sich nicht für einen Eingeborenen entschieden hat und anschließend den Mob wieder für sich arbeiten läßt. Auch ist die alternde Freundin Sorbas mit ihrer fragwürdigen Vergangenheit, zu sehr übertrieben und klischeehaft gezeichnet, als das der Zuschauer mitfiebern würde.

Woher nährt sich denn der legendäre Ruf dieses Filmes, wenn nicht aus der Geschichte selber? Das hat zwei Gründe: Erstens ist der Film hervoragend gefilmt und der Kameramann hat einige expressionistische Einstellungen der Insel und seiner verschrobenen Einwohner für die eingefangen, die Ewigkeitswert besitzen.

Der Hauptgrund ist aber natütrlich Anthonny Quinn höchstpersönlich.
Während Basil den biedernden Kopfmensch, den intellektuellen Literaten repräsentiert, steht Alexis Sorbas für das genaue Gegenteil. Der Film ist eine Ode an die Lebenslust, an die Gefühle, das wilde ungezähmte, das spontane und natürliche Leben. Und tatsächlich, Quinn verkörpert die unbändige pure Vitalität wie kaum ein zweiter. Auch im wahren Leben war er die Inkarnation der Sinnesgenüße, war kein Zauderer, sondern ein Anpacker, der immer in die Vollen ging und sein Umfeld mitreißen konnte.
Quinns Präsenz bringt die Leinwand zu beben und der Funke springt auch auf den Zuschauer über. Gerade im Vergleich zu dem verstockten Kopfmensch sticht Sorbas Wesensart deutlich in den Vordergrund. Sorbas Überlegenheit der Unmittelbarkeit des Lebens, zeigt sich in allen Aspekten seines Handelns, wo nur ein bejahendes Fortschreiten zielführend ist und ein sich verkriechen im eigenen Schneckenhaus, bzw. Kopf, zwar Sicherheit verspricht, aber dem dahinsiechenden Lebensentwurfes eines Scheintoden gleicht.

Auch wenn die Botschaft sehr simpel und natürlich fernab jeder Realität ist, was jedem mit auch nur einem Pfund Lebenserfahrung im Hintern klar ist, ist das Abfeiern der Lebenslust mitreißend und macht Lust aufs nachahmen. Der Film avancierte in Griechenland schnell zum Kultfilm, da man in Alexis Sorbas Charakters die Verkörperung der hellenischen Seele sah. Ob die Vergötzung des Einfachen und Verdammung des Rationalen schließlich auch zur Eurokrise geführt hat, ist aber bloß reine Spekulation. 
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bewertet am 11.11.18 um 15:24
/image/movie/Justice-League-2017-3D-Limited-Steelbook-Edition-Blu-ray-3D-und-Blu-ray-und-Digital-HD-DE_klein.jpg
Obwohl der Film sicherlich einige tausende Dollar an Produktionskosten verschlungen haben wird, haftet ihm der Nimbus eines B-Movies, bzw. Edeltrashmachwerkes an. Die Effekte wirken nicht konsequent zu Ende gedacht und der Look ist comichaft schlicht gehalten. Das wird oft kritisiert, hat für mich aber andererseits auch den gewißen naiven Charme, der an alte Ray Harryhausen erinnert.

Die Handlung ist blöd wie immer: Auf der Erde befinden sich 3 magische Würfel. Ein außerirdischer Superschurke will die reine Energie enthaltenen Artefakte an sich bringen, um die Erde in eine garstige Vorhölle zu verwandeln.
Die Superhelden scheinen gegen gegen den gottgleichen Bösewicht Steppenwolf am Ende ihrer Möglichkeiten. Aber dank einer lächerlichen Idee wird Superman mit Hilfe eines magischen Mutterwürfels reanimiert. Spätestens bei der lustlosen Umsetzung dieser Schlüßelscene verläßt den Zuschauer das Interesse an Justice League und läßt ihn ungebremst in die Kreisklasse der Superheldenverfilmungen abtauchen. Die Chance, den Zuschauer an den Film zu fesseln, wird spätestens hier vertan.
Am Ende gibts die obligatorische Keilerei und die Superhelden obsiegen. Welt gerettet. Fertig.
Lästig, wie so oft seit Matrix 3, ist das Gewinnsel von Präämonen, die im Geleit des Schurken wie ein Schwarm Schmeißfliegen unseren Helden um die Nase surren.
Da möchte man als Zuschauer am liebsten mit der Riesenfliegenpatsche Amoklaufen.
Klar muß der Regisseur irgendwie die Leinwand füllen, Masse ersetzt aber bekanntlich keine Klasse.

Wer das Superhelden Pendant der Avengers gesehen hat, ist bereits dem höherwertigen Original begegnet. Die Handlungen mit dem Artefakte sammelnden Weltraumschurken ähneln sich zu sehr, als daß man nicht von Ideenraub sprechen könnte. Wo die Avengers aber einen Actionoverkill zelebrieren und mit Bombast zu überzeugen zu versuchen, wirkt die Justice League mit seiner gedrosselten Produktion schon beinahe antiquiert.

Das eine gute Idee über Effektgewitter obsiegt, hat DC schon mit Wonder Woman erfolgreich unter Beweis gestellt. Aber an genau diesen Lichtblicken mangelt es Justice League, so daß man das schon fast als angenehm zu katogerisierende Downsize der Materialschlacht als nicht akzeptables Experiment bezeichnen muß... 
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bewertet am 04.11.18 um 22:44
/image/movie/Asphaltrennen-Limited-Mediabook-Edition-DE_klein.jpg
Der amerikanische Roadmovie aus dem Jahr 1970 gilt als absoluter Klassiker und Kultfilm der desillusionierten Posthippie Generation. Dennoch: die Ikone des amerikanischen Independentkinos ist alles andere als eingänglich. Ehrlich gesagt, ist eher das glatte Gegenteil der Fall. Asphaltrennennen ist provokant, verstörend, ein Affront gegen die guten Sitten der Erzählkunst, lethargisch und, ja, auf Grund seiner kultivierten Belanglosigkeit auch langweilig. Er ist weit davon entfernt, sich dem Geschmack des Publikum anzubiedern, sondern eignet sich vielmehr als Wetzstein für intellektuelle Cineastenphantasien.

Wegen dem gewollten Bruch mit der in Jahrzehnten perfektionierten Logik des Unterhaltungskinos, ist Asphaltrennen genaugenommen ein Antiroadmovie, wenn nicht gar der Prototyp des Antifilm an sich.
Zeichnet sich der klassische Roadmovie durch einen unbändigen Freiheitsdrang und einer seelischen und landschaftlichen Weite aus, sind hier die Protagonisten in ihren statischen Verhaltensmustern limitiert und erzeugen mit ihren psychischen, beinahe autistischen Begrenzungen eher Mitleid, als daß sie die Fackel der Freiheit in die Welt tragen könnten.

Zwei junge Erwachsene (Singer Songwriter James Taylor und Beach Boy Dennis Wolson in ihren einzigen Filmrollen), treiben durch die Provinz der USA, um sich mit ihrem Chevrolet One-Fifty in illegalen Autorennen ihr Lebensunterhalt zu verdienen. Während ihres Trips durch den Südwesten treffen sie auf den exzentrischen Aussteiger GTO (benannt nach seinem Pontiac), mit dem sie ein Wettrennen nach Washington vereinbaren. Während GTO auf dem Weg zum Ziel zu Lasten seiner Siegeschance ständig skurrile Tramper in sein Auto schaufelt, unterbrechen der "Driver" und der "Mechanic" die Herausforderung durch Wettrennen mit den Dorfproleten am Rande der Landstraße.
An der Widersprüchlichkeit zwischen der Wette (dem Rennen) und dem tatsächlichen, diesem Ziel reziprok widersprechenden Verhalten der Figuren, läßt sich exzemplarisch herauslesen, was den verstörenden Reiz und die destruktive Besondersheit dieses Filmes ausmacht. Asphaltrennen spielt mit den Erwartungen der Zuschauer und mit den hergebrachten Motiven der Filmkultur. Wo ein Wettrennen an sich der Startschuß und Garant für einen spannenden Plot ist, führt Regisseur Monte Hellmann alle Errungenschaften dieser Kunstform ad absurdum. Statt donnerndes Highspeedgewitter bekommt der Zuschauer zwei schlafwandelnde Protagonisten serviert, die sich fast desinteressiert durch ihr Leben lavieren. Nichts ist konkret, alles ist in der Schwebe. Gelebt wird für den Moment und eine tiefenpsychologische, hippieideal getränkte Unterfütterung ihres Lifestyles ist hier Fehlanzeige.
Die beiden setzen kein Infernal für die Freiheit, sondern erfüllen stattdessen, fast spießig-pflichtbewußt, einfach die Aufgabe, die das Leben ihnen so zugewiesen hat. Hier ist das Straßenrennen austauschbar mit einem Bürojob.
Man könnte dem Geschehen fast die konfuzianische Philosophie der Schicksalsergebenheit zu Grunde legen. Diese Irrationalität wirkt auf den westlichen, zweckorietiert denkenden Menschen verstörend.

Aber es hört ja bei dem Rennen nicht auf: Der ganze Film ist ein einziger Affront gegen die liebgewonnenen Sehgewohnheiten. Der Schnitt wirkt dilletantisch und stümperhaft, einzelne Scenen wirken deplaziert, vielversprechende Handlungsstränge verenden unspektakulär im Nichts, selbst die Beziehung zu einer mitfahrenden Tramperin, sonst herzzerreißender Höhepunkt, ist frei von emotionalen, intimen Momenten und verliert sich durch die Antiheldenhaften, Ottonarmalverbraucher typischen Verhaltensblockaden, im belanglosen Geplänkel. Die Schauspieler, inkl. die Statisten, sind allesamt Amateure oder (manchmal heimlich gefilmte) Einheimische, die immer genau das nicht machen, was ein dressierter Mime nach guter alter Drehbuchmanier in den jeweiligen Situationen tun würde. Dadurch wird jegliches Flair einer Hollywoodproduktion zerstört und ein dokumentarischer Touch erzeugt.

Ebenso wie das unspektakuläre Gebaren der Akteure, ist die Geschichte in allen ihren einzelnen Aspekten unkonventionell, da sie auf alle gewohnten Spannungsmuster verzichtet und die Handlungsstränge stattdessen im erzählerischen Niemandsland mäandern. So irritierend der Film für den Zuschauer ist und so wenig er die Unterhatungssynapsen stimuliert, so sehr beißt sich der Film dennoch im Kopf fest. Denn: all die Vopas und Beleidigungen der Erwartungshaltungen können natürlich kein Zufall sein. Also was soll der ganze Spuk denn nun bedeuten?
Ganz einfach: Regisseur Hellmann dreht den Spieß der akademischen Filmtheorie einfach auf den Kopf!
Die Freiheit, das zentrale Motiv der Roadmovies ergibt sich hier eben nicht durch das Gezeigte, sondern wird durch die unkonventionelle Art der Inszenierung zelebriert! So begrenzt die Personen in ihren Verhaltensmustern sind, so wenig der Erzählstil dem Verstand behagt, desto mehr inszenatorische Freiheiten nimmt sich der Regisseur im Zerstören der Publikumserwartungen heraus. Dieser Drang, alles hinter sich zu lassen, auf die Konventionen zu pfeiffen und in die große Weite zu reisen; all diese Komponenten liegen jenseits der Ebene des visuell Dargestellten. Der große Spaß des Reisens der Roadmovieheroen wird hier durch die anarchische Inszenierung in Hellmanns großen Spaß an der Parodie und des Spottes des klassischen Hollywoodkinos verkehrt.
Wer nicht in der Lage oder Willens ist, hinter die Fassade des sensorisch erfaßbaren zu schauen, wird nur ein kleines, stümperhaft zusammengeschustertes und höhepunktloses Zelluloidzaubers zu Gesicht zu kommen.
Wer sich aber von der auf Unterhaltung fixierten Funktionsweise seines Stammhirnes emanzipieren kann, der wird mit einer ganz spezielle Odysee im Geiste des französischen Autorenkinos ala Jean-Luc Godards Elf Uhr Nachts belohnt.

Das sollte man wissen. Sonst sieht man die Leinwand vor lauter Fragezeichen nicht.
Oder man schläft eben ein.

Asphaltrennen ist kein großer, wuchtiger Film, sondern ein Werk für den stillen Genießer, der die feinen Nuancen zu schätzen und die ironischen Untertöne zu lesen weiß. Selten hat sich das New Hollywood Kino Amerikas der späten sechziger und frühen siebziger dem europäischen Autorenkino der Nouvelle Vague so angenähert wie hier. Und deßhalb ist das kleine, düster-schmutzig schimmernde Juwel, aus dem Kanon der Filmgeschichte nicht mehr wegzudenken... 
Story
mit 3
Bildqualität
mit 3
Tonqualität
mit 3
Extras
mit 3
bewertet am 03.11.18 um 11:28
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Statt makaberer Horror nur gespenstisches Zähnegeklapper.

Wo Stephen King in seiner literarischen Vorlage mit seiner morbider Schauergeschichte um 7 heranwachsende Kids und einem durchgedrehten Clown mit subtilem Grauen die Spannungsschraube bis an die Schmerzgrenze schraubte und für so manch eingenäßtes Bettlaken sorgte, setzt Regisseur Andres Muschietti vermehrt auf Gebißakrobatik.
Natürlich kann ein Film beim Vergleich mit der eigenen Fantasie fast nur verlieren, die Neuverfilmung setzt aber statt auf beklemmende Athmosphäre zu sehr auf visuelle Effekte und wohlbekannte Schockelemente. Durch das Raubbauen im Fundus an zeitgenößischer Spuk- und Geistermovies, heimelt sich Es zu sehr dem Mainstreamkonsens an und entfernt sich zu weit von der unverwechselbaren Stimmung des Romanes.
Mag der Clown mit seiner Kauleiste noch so klappern wie der Klabautermann auf Fuselentzug; die Effekthascherei wirkt allzu anbiedernd und mutlos.
Auch wenn die Produzenten sicherlich auch die Ansprüche und abgestumpften Sehgewohnheiten der jugendlichen Konsumenten im Auge haben mußten, die mit knirschenden Spukschloßdielen und flackernden Kerzenlichtern nicht mehr in Todesangst zu versetzen sind: Aus Kings Clown eine Popkulturikone ala Freddy Krüger kreieren zu wollen mag aus pekuniärer Sicht nachvollziehbar erscheinen, sorgt sicherlich auch für einige schaurigen Showeinlagen, lenkt aber letztendlich von der klaustrophobischen Bedrücktheit der Vorlage ab.

Inwieweit der Film dem Buch treu bleibt, kann ich nicht mehr mit Gewißheit sagen. Es ist zu lange her, als daß ich mich an Details des Schauerepos erinnern könnte. Etwas künstlerische Freiheit ist bei der Umsetzung von einem Medium in ein Anderes ja unter Umständen auch sehr hilfreich, wenn nicht unabdingbar.
Ich bin mir aber ziemlich sicher, daß Stephen King nicht so auf dem dentalem Wildwuchs des Clowns rumgeritten ist, wie Maschietti, der hier einen regelrechten Fetisch zu entwickeln scheint.
Das ist zwar alles recht ordentlich anzuschauen, ebenso wie die gymnastischen Verrenkungen des Berufsbespaßers, leider wurde aber, wie bereits vermerkt, die Einbettung in ein überzeugendes Spannungskorsett versäumt.

Wo Es hingegen Punkten kann, ist die Beleuchtung des Seelenlebens der heranwachsenden Kiddies. Im Buch macht dieser Aspekt mindestens die Hälfte des Lesevergnügens aus. Stephen King ist nicht nur ein Meister des Über- und Unnatürlichen, sondern auch ein exzellenter psychischer Feinzeichner, insbesondere der Kinderseele. Es ist faszinierend, sich beim Lesen einiger seiner Bücher wieder in die eigene Gefühlswelt dieser Lebensphase zurückversetzt zu fühlen und verschüttet geglaubten Seelenregungen zu begegnen. Das kennt man eigentlich nur aus den Erzählungen von Hermann Hesse, Hans Carossa, Gottfried Keller und anderen Helden der Romantik.
Auch wenn es der Film nicht schafft, so tief in der Seele zu graben, wie es das Buch vermag, so bohrt er doch unter der Oberfläche der Wahrnehmung und offenbart damit ein außergewöhnliches erzählerisches Können. Sicherlich ist dies nicht der Fokus des Filmes und ein sensationslüsternes Publikum wird dadurch eher verstört als begeistert. Doch zieht Es durch seine gewiße Sensibilität genau hieraus seine Berechtigung und huldigt damit dem Genie seines Erschaffers und seiner großen Fangemeinde.
Ohne diese "Stand by me" Elemente wäre Es wohl kaum mehr als eine weitere zeitgenößisch aufgepimpte Variante des Monsterfilmes und würde alsbald im endlosen Meer des Creaturehorrors untergehen. So aber hinterläßt er einen Fußabdruck, der mehr ist als bloßes Schaulaufen einer breakdancenden Haifischfresse... 
Story
mit 3
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 3
bewertet am 27.10.18 um 13:04
/image/movie/Spider-City-Stadt-der-Spinnen-3D-Blu-ray-3D_klein.jpg
Ich habe den Film für 5,- Euro auf dem Flohmarkt geschoßen.....und Voila, allein damit wurden die Produktionskosten schon wieder eingespielt.

Aber ernsthaft: Wer sich City Spiders kauft, erwartet kein Ben Hur, sondern ein B-Movie mit allen ihm üblichen Tücken, als da wären: Ein Drehbuch, bei dem plausible Handlungen mit juristischen Konsequenzen geahndet werden, Schauspieler die ihre Rollen auf dem Sozialamt angeboten bekommen haben und Spezialeffekte, die im wahrsten Sinne des Wortes sehr "Spezial" sind.
So bleiben einem Enttäuschungen erspart.

An diesem Maßstab gemessen, spielt City Spiders sicher in der unteren Liga der B-Movies mit, denn... kein Akteur schafft es, sich bis auf die Knochen zu blamieren, mit viel Phantasie und Feierabendbier ist eine Handlung rekonstruierbar und das Beastcreaturedesign ist zu monströs, um Lachsalven zu provozieren.

Den Kommentaren zufolge wurde der Film anscheinend in Real 3D gedreht. Ich äußere daran allerdings berechtigte Zweifel, denn die Tiefenwirkung ist durchaus überschaubar und die Objekte im Raum wirken zweidimensional. Perspektivische Verschiebungen bei Kameraschwenks scheinen ebenso eher für eine nachträgliche Konvertierung zu sprechen.
Sei's drum: Das Bild ist schön scharf und weitesgehendst frei von Doppelkonturen, was für ein entspanntes Filmvergnügen sorgt. Bei den New Yorker Panoramabildern und beim Veitztanz des Mutterungeheuers, keimt sogar kurzzeitig richtiges 3D Feeling auf.

Wer auf B-Movies steht, wird hier gut bedient, auch wenn sich der Trashfaktor in Grenzen hält. City Spiders ist nämlich keine Parodie wie Sharknado, denn dafür ist er zu ambitioniert produziert. Man ist hier sichtlich um Seriösität bemüht und so richtige Fremdschämmomente gibt es eigentlich keine.
Peinlich sind somit nur die Interviews der Extras, bei dem die Protagonisten über die psychologische Komplexität des Werkes referieren wird, als wäre gerade Citizen Cane eine Symbiose mit den Tragödien des Ayschilos und Sophokles eingegangen und als würde die Komplexität der Spezialeffekte die Transformers wie Klappstühle aussehen lassen.

Somit ist City Spiders ein kleiner harmloser Snack für zwischendurch, den man sich mal zum Durchschnaufen gönnen darf, bevor man das Marvel Universum wieder durch die gute Stube wüten läßt...

Und ACHTUNG: Nur die Version kaufen, bei der links unten auf dem Cover "Neue 3D Version" steht. Die erste 3D Version war anscheinend ein technisches Armageddon... 
Story
mit 3
Bildqualität
mit 3
Tonqualität
mit 3
Extras
mit 2
bewertet am 17.10.18 um 17:14
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Ich muß mir wohl Recht geben, wenn ich behaupte, daß da scheinbar jemand von immensem Groll geplagt war, weil er sich nicht im Besitz der King Kong gegen Godzilla Filmrechte wähnte. Dieserjenige beschloß wohl aus reinem Spaß am Trotz und Plagieren, auf eigene Faust als Ersatz für den Clash der Originalurzeitgiganten, zwei Monsterdummies aus der B-Liga aufeinander zu hetzen.
Als Kong Double muß ein Albino Silberrücken, der mehr Buddy als Affentier von Tierpfleger (und Ex-Tierschutz Rambo) Dwayne Johnson ist, den Arsch hinhalten. Das tagesaktuelle Klein Klein zwischen den beiden Alphas wird mit Mimik und Gesten besprochen, für kompliziertere Debatten und den gehobenen Ulk benutzt man die universelle Zeichensprache.

Für Godzilla muß eine hypertrophierte Turboversion eines See you later Alligators in die Bresche springen.
Mehr Drache als Riesenechse schnorchelt das Panzertier, von einer myteriösen Frequenz angelockt, nach Chicago. Gleiches Verhalten wiederum zeigt auch King Kong und ebenso ein furchteinflößendem Wolfungetüm, welches metzelnd und mordend eine Schneise von Tod und Verwüstung auf dem Weg in die Metropole hinter sich herzieht.

Dort angekommen, batteln sich die 3 Mutanten bis zum tödlichen Finish, bei dem am Ende schließlich zwei Riesenkadaver für ein Überangebot an billigem BBQ Fleisch in Chicago sorgen.

Warum aber zieht es die 3 Naturburschen überhaupt in die Großstadt? Die Antwort ist verblüffend einfach: Im Weltraum wurde mit einer geheimen, genverändernden Substanz experimentiert. Den Angriff einer mutierten Laborratte überlebt irgendwie niemand an Bord und die Behälter mit dem Gift regnen aus der Rettungskapsel auf die Erde hernieder. Eben einer in einen Wolfrudel, einer einem miesgelauntem Alligator vor die Schnauze und einer ins Affengehege. Noch Fragen?
Und natürlich, ihr habt's sicherlich schon geraten, haben die boshaften Geningenieure eine Mutation in das Gift eingebaut (eine biophonare Gensequenz !!!), welchem die mutierte Wesen nicht widerstehen können. Einmal in den Bann des Äthers geraten, verspüren die Biester den unkontrollierbaren Drang, aktiv gegen die Geräuschverschmutzung zu intervenieren, welche die fiesen Kapitalistenschweine und korrupten Schweinesauwissenschaftler aus Chicago aussenden, um ihre Kreaturen wieder zurück in Muttis Schoß zu lotsen. Dort eingefangen, will man sie wieder als Kampfwaffe höchstbietend bei E-Bay verhökern.
Oder so ähnlich.

Näher auf die Handlung einzugehen, beleidigt meine Ehre als seriöser Nichtsnutz. Nur noch soviel: Allen Schauspielern merkt man an, daß sie nicht viel mehr sind als Staffage und Statisten, die den Stars der Manege nicht die Show stehlen dürfen. So treten denn auch die Handlung und die Akteure niemals aus den Schatten Johnsons und seiner CGI Heroen heraus, sondern agieren stattdessen monotyp, statisch und zurückhaltend.
Eine ähnliche Rolle kommt auch dem Megawerwolf zu. Er fristet ein Mauerblümchendasein und seine Auftritte wirken trotz seiner grimmigen Präsenz allzu hastig abgedreht. Sie scheinen vor allen Dingen die Funktion zu erfüllen, den Zuschauer während der Pseudohandlung nicht in einen Dämmerschlaf versinken zu lassen und ihn bis zum Finale Furiosum wach zu halten. Hier wäre trotz seines knackigen Vernichtungsfeldzuges einiges mehr an Dramatik drin gewesen.

Wer am Creaturehorror Vergnügen hat, kommt allerdings spätestens am Ende doch auf seine Kosten. Der Showdown macht Spaß und in der Zerstörungsorgie wird an nichts gespart. Selbstverständlich setzt man auch hier nicht auf Spannung, geschweige denn auf raffinierte oder dramatische Handlungssegmente, sondern spielt routiniert mit den visuellen Vorzügen ausufernder Materialschlachten.

Natürl ich sind auch die Handlungen in den japanischen Godzillafilmen hahnebüchen. Was dort aber herrlich albern und augenzwinkernd umgesetzt wird und sich nahtlos in das triviale Gummimonsteruniversum einfügt, wird in Rampage dem Zuschauer zu bierernst aufgetischt. Auch wenn Rampage sich um Unlogik bemüht und damit versucht auf der Sharknadowelle zu reiten, so geht ihm doch der trashige Charme des Haiepos, bzw. der Nipponkröten ab. Entweder dreht man einen echten Actionkracher, oder aber man parodiert denselben. Das unentschloßene Lavieren zwischen Bad Taste und solider Actionkost muß man wohl der Mutlosigkeit der Produzenten zuschreiben, die es wohl allen Recht machen wollten, damit aber letztendlich niemanden so richtig glücklich gemacht haben. Beide Varianten können für sich allein genommen ihren Reiz haben und zufriedenstellend unterhalten. In diesem Falle aber verstören die (hoffentlich) gewollten Logikdefizite der Story und die blassen Schubladencharaktere den Zuschauer bis zum Grande Finale. Ein wenig mehr Eindeutigkeit im Tenor hätte für ein gelungenes Kintopvergnügen gesorgt. So aber läßt man sich, mal angeregt, mal gähnend durch den Blockbuster treiben, wie ein Trapper auf seinem Floß den Yukon herunter.
Heute, einen Tag nach dem Ronezvous mit Rampage, verblaßt die Erinnerung an ihn schon allmählich und er entgleitet langsam aber unaufhaltsam in die nebelige Dämmerung des Vergessens....

Kann man sich den Film ein zweites mal anschauen? Selbstverständlich. Aber ein Finger sollte immer auf Tuchfühlung mit der Vorspultaste bleiben...!

Das 3D ist recht ordentlich und bereichert den Film definitiv! 
Story
mit 2
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 3
bewertet am 14.10.18 um 18:35
/image/movie/solo-a-star-wars-story-2018-3d-limited-steelbook-edition-blu-ray-3d---blu-ray-1_klein.jpg
Die Frohlockung zuerst: Alden Ehrenreich, Han Solos Alter Ego, ist überraschender Weise nicht der große Griff ins Klo, wie der Trailer zunächst befürchten ließ.
Die Ernüchterung folgt jedoch sogleich auf dem Fuß: Ehrenreich kann die Fußstapfen, die Ford in die Filmgeschichte geschmiedet hat, nicht mal ansatzweise ausfüllen. Wo Ford mit seiner Ganovenverve noch authentisch und mitreißend war, ist Ehrenreich eben nur ein Imitat desselben. Verzichtet man jedoch auf den unfairen Vergleich, spielt er den jungen Han Solo ganz passabel und man sollte nicht das Kreuz über ihn brechen. Er bereitet seinem Schauspiellehrer keine Schande, und erfüllt bloß die Anforderungen des immer seichter werdenden Star Wars Universums.

Solo: A Star Wars Story nudelt die bekannten Themen der Serie routiniert rauf und runter und backt altbekannte Charaktere und Scenen neu auf: Ja, ich hab jetzt verstanden, daß sich in Weltraumkneipen zwielichtige Aliens tummeln. Genug davon!!! Gerade bei den Charakteren der Spin Offs aber läßt sich auch allmählich der Zerfall und die Zerfaserung des Franchises abzeichnen. Es waren ja neben den innovativen Spezialeffekten eben gerade die handvoll gutgelaunt aufspielenden Weltraumhassadeure, die den Kult um die Weltraumsaga begründeten. Diese sind nun aber entweder von ihrer eigenen Brut ins Jedinirvana geschleudert worden oder rotten kreuz und quer über die Galaxie verteilt vor sich hin.
Die charakterliche Ausdünnung ist wohl auch für den finanziellen Mißerfolg des Filmes verantwortlich, denn, ehrlich gesagt, wen interessiert es heute denn überhaupt noch, wann und wo eine Hosentaschenausgabe von Han Solo, ein Ersatz Chewbacca und Reserve Lando ihr erstes Rondevouz hatten?

Die Rahmenhandlung indess ist ebenso überraschend und innovativ wie ein neues Stones Album und läßt sich am ehesten mit einem ausgetretenem Patchworkteppich x-mal gesehener Versatzstücke vergleichen. Ungeniert berichten die beiden ursprünglichen Regisseure Phil Lord und Christopher Miller auch gerne, bei welchen literarischen Vorbildern sie 3 Jahre lang völlig ungeniert alles abgekupfert haben.
Trotz der bemitleidenswürdigen Ideenarmut ist die Weltraumoperette dennoch recht kurzweilig gelungen und vermag dem actionaffinen Zuschauer einige prickelnde Schauwerte zu bescheren. Diese sind allerdings CGI typisch technisch-kalt-überästhetisc h-perfekt geraten und entfalten nicht dieselbe nervenzerrende Wirkung wie eine gute alte handgemachte Stuntkunsteinlage. Besondere Erwähnung verdient hier vor allen Dingen die Heistscene im Schneeexpress und die Jagd durch den von Monstern verseuchten intergalaktischem Malmstrom, bei der temporär trotz Videospielästhetik sogar mal richtig Laune aufkommt.

Alles in allem entfaltet SOLO: A Star Wars Story den Zuschauer trotz einiger packender Momente aber nicht den Sog, der nötig gewesen wäre, den Zuschauer in das Geschehen hineinzuziehen und an die Handlung zu fesseln. Zu schablonenhaft ist eben die Handlung und zu uncharismatisch sind die Protagonisten.
40 Jahre nach dem Start des ersten Teiles schwebt eben noch immer die schwere Last der Originaltrilogie über den Fortsetzungen und lähmt mit seinem übergroßem, epochemachenden Kultstatus, eine von allem Altballast befreite Neuorientierung der Erzählung. So sehr es den Nerd freuen mag, mit den Helden seiner Kindheit erneut im Fighting Falcon durch die Galaxien zu kreuzen, so sehr unterdrückt auch das das Festhalten am Erbe Lucas die Möglichkeiten einer Weiterentwicklung der Geschichte.
Will man nicht im eigenen Mief ersticken, ist eine Emanzipation von den Altvorderen der Saga aber unumgänglich. Zwar kann die Kuh wohl noch etwas gemolken werden, im Grunde ist die Mär um Prinzessin Leia aber auserzählt und wird nur noch künstlich am Leben erhalten, um den harten Kern der Fangemeinde nicht zu verprellen. Will man in die Zukunft gehen, ist eine Frischzellenkur jedoch unerläßlich.

Was dem Film indess auf der handwerklichen Seite schweren Schaden zufügt, ist die Ambivalenz zwischen dem gewollt heiteren Grundtenor des Protagonisten und dem düsteren Look des Filmes, in dem fast ganze Sets in der Dunkelheit verschwinden. Es ist müßig, darüber zu spekulieren, ob der Regiesseurwechsel für den Spagat verantwortlich ist oder nicht. Fakt aber ist, daß die ursprüngliche Crew einen deutlich ernsteren Ableger im Auge hatte und Ron Howard schließlich für die leichte Muse angeheuert wurde. So oder so, welche Philosophie hier auch verfolgt wurde, die Symbiose funktioniert nur Ansatzweise. Einen eigenständigen, selbstbewußten Esprit sucht man hier vergebens. So wird man den Charme der alten Filme, trotz technischer Hochrüstung, wohl nie wieder erreichen.

Den größten Schnitzer erlaubt sich Disney bei der Bluray-Disc Veröffentlichung jedoch bei der technischen Umsetzung. Speziell die Bildqualität ist ein Ärgernis der gehobenen Kategorie. Sind die dunklen Scenen nur ein wenig verwaschen, kann man in der 3D Konvertierung schon von einer glatten Frechheit, bzw Betrug am Kunden sprechen. "Wenn ihr unseren Film schon nicht zu würdigen wißt (das Box Office war katastrophal), dann habt ihr undankbaren Proleten auch kein besseres Bild verdient", mögen sich die Produzenten bei der Veröffentlichung der Scheibe wohl hämisch mit gekreuzten Fingern hinterm Rücken zugeraunt haben.
Wie dem auch sei: Das 3D Bild strotzt nur so vor lauter stereoskopischen Doppelkonturen, so daß eine permanente, störende Tiefenschärfenachregelung während des Filmbetriebes unabläßlich ist, will man nach überstandener Tortur nicht mit einem Silberblick in die Federn gleiten.
Ich unterstelle Disney hier grobe Fahrläßigkeit, da sich auch Rogue One in der 3D Version schon auf Discounterniveau befunden hat.

Ready Player One setzt hier ganz andere Maßstäbe. Siehe dort! 
Story
mit 3
Bildqualität
mit 3
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 3
bewertet am 11.10.18 um 22:23
/image/movie/Point-Break-Geh-an-deine-Grenzen-3D-Blu-ray-3D-und-Blu-ray-DE_klein.jpg
Kathryn Bygelows adrenalingetränkte Verfilmung einer Gruppe Außenseiter, die im grenzüberschreitenden Lebensstil nach der ultimativen Freiheit sucht, braucht um seine Kultstatus nicht zu fürchten: Der Nachfolger kratzt nicht ansatzweise am Lack der 90er Jahre Ikone!

Während die 91er Verfilmung mit Patrick Swayze und Keanu Reeves noch immer Athmosphäre, Vitalität und Esprit versprüht und von einem glaubwürdigem Hauch Spiritualität umweht ist, versagt die Neuverfilmung in allen genannten Disziplinen auf voller Länge.
Statt fesselnden Dialogen, die ein Mindestmaß an Kenntnis der buddhistischen Lehre erkennen laßen und einen unbändigen Freiheitsdrang verströmen, wird nun versucht, mit den peinlichsten Plattitüden aus Luis Trenkers Memoiren zu punkten. Hier wird nicht mit fundamentalen philosophischen Betrachtungen operiert, sondern auf plumpe Allgemeinplätze der dümmlichsten Kategorie gesetzt, die nur in einem sauerstoffuntersättigten Xtremsportlergehirn jenseits der Todszone entstanden sein können und von den Schauspielern mit keinerlei Authentizität vorgetragen werden. Die hohlen Phrasen der Schauspielern scheinen ihnen fremdkörperartig wie Hasenköttel aus den Mund zu plumpsen.
Abgesehen von mangelnder philosophischer Substanz, spielt auch die Rahmenhandlung bestenfalls in der 6. Amateurliga. Das Katz und Mausspiel zwischen dem Ex-Motorradextremsportler Utah und dem Anführer der Abenteurerrasselbande, Bodhi, ist so spannungsarm aufs unerfreulichste miteinander verquickt, daß man sich ernsthaft Sorgen um die intellektuellen Defizite der Filmschaffenden machen muß. Selten wurde in einem Film so offensichtlich auf eine substanzielle Unterfütterung der Bilder verzichtet wie in diesem Fall. Unlogische Zeitsprünge sind hier ebenso herzlich Willkommen wie die stümperhaft inszenierte Dynamik zwischen Utah und seinem Vorgesetzten, die den mitdenkenden Zuschauer vor unüberwindbare intellektuelle Hürden stellt. Auf Paralellen zur Realität wurde hier scheinbar bewußt verzichtet!

Kommen wir nun aber zum eigentlichem Sinn und Zweck des ganzen Spektakels, den Actionscenen: Ob im Schnee, in der Luft, am Berg, auf dem Motorrad oder im und auf dem Wasser, hier haben sich wohl einige der besten Extremsportler der ganzen Welt versammelt, um sich im prächtigem 3D in die Elemente zu werfen. So kann man alle Actionscenen als geglückt betrachten, auch wenn viele davon dem regelmäßigem n-tv Zuschauer mittlerweile schon wie kalter Kaffe vorkommen müßen. Besonders heraus sticht hier dennoch die (aber extrem lächerliche) Freeclimbverfolgungsjagd an Venezuelas 1.000m hohen Angel Falls. Die ist in 3D wirklich atemberaubend und sehenswert. Allerdings wurde auch hier reichlich CGI verwendet, so daß sich der Nervenkitzel in Grenzen hält. Der finale Wellenritt ist denn wohl trotz einigen optischen Reizen auch eine reine Computergeburt.
Jemand der das Original nicht kennt, mag sich meinetwegen an den Actionclips erfreuen. Mich hat der Raubbau am Vorgänger und dessen psychologische Entkernung jedoch eher abgestoßen, denn unterhalten, zumahl im direkten Vergleich, das Original, Gefährliche Brandung, selbst heute noch etwas verströmt, worin es Point Break in allen Belangen mangelt: Charisma!

So aber hatten Ericson Core und seine Taurinbrauseabusus betreibenden lebensmüden Freunde wenigstens eine schöne gemeinsame Zeit. Ist doch auch was... 
Story
mit 2
Bildqualität
mit 5
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 2
bewertet am 10.10.18 um 11:46
/image/movie/Ready-Player-One-3D-Limited-Steelbook-Edition-3D-Blu-ray-3D-und-Blu-ray-und-Digital-DE_klein.jpg
Ready Player One ist an sich keine Geschichte, sondern eine Hommage an die Popkultur insgesamt und an die 80er insbesondere.
Wir schreiben das Jahr 2045. Die virtuellen Welt ist der einzige Weg einer dystopischen Zukunft zu entkommen. Der Erschaffer dieses Paralelluniversums, ein mit allen Klischees behafteter Bilderbuchnerd hat in seiner digitalen Welt drei Schlüßel versteckt, die dem Besitzer die Kontrolle über seinen bunte Phantasiereigen verleiht.
Eine handvoll Teenies liefern sich auf der Jagd nach dem Schatz ein bitteres Rennen mit einem skrupellosem Industriellen, der das Pixelparadies kommerziell ausschlachten und für mediale Manipulation ausnutzen will...

Ich möchte die Handlung garnicht groß vertiefen, da sie weder besonders raffiniert, mit intellektueller Substanz gesegnet, bzw. spannend ist. Soger ein spiritueller Überbau wird hier anscheinend als störend empfunden.
Sie folgt vielmehr dem üblichem Videospielmuster, in dem sich der Protagonist durch immer schwierigere Levels kämpfen muß, um im schweißtreibenden Sieg gegen einen Endgegner einen kurzen Moment der Erlösung genießen zu dürfen..

Der Mangel an Innovation wird allerdings durch ein Übermaß an visuellen Schauwerten wieder mehr als wettgemacht. Das Schaulaufen unzähliger Film- und Videospielikonen, die sich in bombastischen Materialschlachten titanische Kämpfe liefern, befinden sich auf technisch höchstem Niveau und erstrahlen in astraler 3D Bearbeitung, erzeugen somit also einen Unterhaltungswert, der kaum zu toppen ist.

Erzählerisch kann sich Ready Player One wie bereits gesagt nicht von der erzählerischen Blutarmut der Superheldenfilme distanzieren. Aber ehrlich: wer will sich beim Tänzchen von Godzillas Schergen, King Kong und Konsorten schon von platonischer Klugscheißerei und Pseudophilosophie und -gesellschaftskritik den wohlverdienten Videoabend vergallen lassen?

Das Deja Vu und kaleidoscopeartige, anarchische durcheinanderwirbeln und zusammenfügen des Hu is Hu der Popkultur entschädigt für die simple, kindgerechte Handlung auf aufgebohrtem drei ??? Niveau, ist somit ein Vergnügen der gehobenen Sorte und verlockt zum wiederholten eintauchen in das exzentrische Schlachtengetümmel ein.
Alle Referenzen an die Trivialikonen zu entschlüßeln, dauert sicherlich Äonen und liefert Stoff unzählige Magisterarbeiten der Herren Kulturwissenschaftler.
Für den Ottonormalschauer ist es aber einfach eine Reise in seine eigene cineastische Vergangenheit, bzw. eine Geburtstagsfeier mit seinem eigener Mediensammlung.

Und nochmals: Das 3D Bild gehört zur absoluten Referenz, dessen was ich bisher genießen durfte. Mit gelegentlichen Abstrichen ist das Bild durchgehend gleichzeitig im Vorder- sowie im Hintergrund knackescharf. Das ist eine absolute Rarität und erlaubt dem Auge entspannt durch die digitalen Weiten zu schweifen.
Wenn man sieht, was mit einer gewißen Akribie und Liebe zum Medium möglich ist, sollten solche optischen (3D) Beleidigungen wie SOLO: A Star Wars Story 3D eigentlich verschrottet, im Erdkern eingeschmolzen und von einem Sternenzerstörer in einem Gammastrahlenblitz in seine zuckende Minuskeln zerlegt werden. 
Story
mit 4
Bildqualität
mit 5
Tonqualität
mit 5
Extras
mit 0
bewertet am 04.10.18 um 20:54
/image/movie/Die-Barbaren-1987-Limited-Mediabook-Edition-DE_klein.jpg
Ein Film der nachhaltig begeistert!

Und ich kann mich immer noch nicht entscheiden, ob mich das Overacting des Pickelkönigs oder das Underacting der Paul Brüder mehr in seinen Bann geschlagen hat.
1987 habe ich den Film verpasst. Das lag wahrscheinlich daran, daß ich mich damals eher für gute Filme interessierte. Mein Faible für Trash entwickelte sich also im Lauf der Jahrzehnte eher retrospektiv. Aber das war auch gut so. Man muß schon bis zum erbrechen Filme konsumiert haben, um Sensoren dafür zu entwickeln, was ganz OK, was superb, was grottenschlecht und was geniale Grütze ist.
"Die Barbaren" ist geniale Grütze doppelgold hoch zwei!
Im Erscheinungsjahr wären die Vorzüge von "Die Barbaren" meinen unausgereiften Geschmacksfühlern wohl noch durch seine Lappen gerutscht. "Eine billige Kopie des ambitionierten Conan-der Barbar mit seinen epischen Anwandlungen", hätte ich wohl damals hochnäsig gerümpft.
Heute kann ich ihn unvoreingenommen mit dem geschulten Blick eines Videogeschädigten betrachten und muß sagen, ich amüsiere mich hier köstlicher, als bei manch einer überproduzierten 200 Millionen Dollar CGI Schlacht. Die Naivität der Geschichte und der kindliche Spaß, mit dem dieses filmähnliche Fantasymärchen vorgetragen wird, kann in keinem Quantencomputer der Welt künstlich generiert werden. Das ich mir bei soviel geballten Stuß sogar den Kopf aus dem Atlasgelenk beim verschähmten weggucken ausgerengt habe, adelt mich beinahe, denn: mit welch größerem Kompliment könnte ich den Film sonst überschütten?

Regisseur Ruggero Deodato (Nackt und zerfleischt) scheint dabei die endgültige Weltenformel für Edeltrash gefunden zu haben: Beim Drehbuchschreiben das Gehirn ausschalten, Schauspieler engagieren, die an der Aufnahmeprüfung zur Komparsenschule gescheitert sind, in den unpassendsten Momenten Titten und billige Splatterelemente platzieren und dann mal, ohne sich allzuviel komplizierte Gedanken über die Handlung zu machen, fröhlich mit einer Kamera unterm Arm zur Tat schreiten und den Dingen, die da kommen mögen, frisch und frei seinen Lauf lassen.
Das Element, das sich dabei durch den ganzen Film zieht und den Zuschauer in angenehme Verzückung versetzt, ist seine heitere Unbekümmertheit, mit der alle Beteiligten ihr beschähmendes Werk vollbringen. Ob Deodato dabei nicht in der Lage war, einen packenden Fantasyfilm zu drehen, sei dahingestellt. Fest steht jedenfalls, daß die Scenen sich so locker aneinanderreihen, wie die Sproßen einer Strickleiter, also nur vage etwas miteinander zu tun haben. So wird zwar etwas wie eine "Geschichte" vorangetrieben, Spannung, Thrill, Romantik oder Abenteuerstimmung werden hier aber großmeisterlich gekonnt umschifft. Kopfschüttelnd läßt man "Die Barbaren" so an sich vorüberziehen und bewundert mit ungläubig staunenden, weitaufgerissenen und verdatterten Glubschaugen den Mut der Filmgilde, dem Zuschauer diese Melange aus cineastischen Diletantismus und zweitklassiker Kirmesdeko zuzumuten.

Ich war ja immer der Meinung, die Qualität einer Geschichte läßt sich bereits an den erfundenen Namen ableiten. "Die Barbaren" bestätigen meine Hypothese punktgenau. Denn es ist der Stamm der "RAGNICKS", aus dem die Paulbrüder von dem Bösewicht "KADAR" aus ihrem sozialem Gefüge gerißen und in Gefangenschaft geknechtet werden. Die Ragnicks sind ein fahrendes Volk von Gauklern und Artisten und gleichen einer munteren Zirkustruppe, die vergessen hat, sich nach der Show abzuschminken.
Conan ähnlich ackern die beiden Zwillinge Kutchek und Gore bis zur Pubertät, bis ihre Muskeln pathologisch hypertrophiert sind und sie in der Arena aufeinandergehetzt werden. Man erkennt sich im Kampf wieder und geht fortan gemeinsam auf die Suche nach einem roten Rubin, der einst das Heiligtum der Ragnicks gewesen ist und dem Besitzer ewigwährenden Friede, Freude und natürlich auch Eierkuchen satt verspricht. Dabei muß ein Drachen getötet, der Bösewicht bekämpft, die Mutter der Kompanie befreit, der Körper eingeölt und eine Prinzessin gefunden werden. Der Storyverlauf folgt dabei selbstverständlich stringent und unnachgiebig den unerbittlichen Gesetzen des Zufalls.

Das Vergnügen, welches "Die Barbaren" vermittelt läßt sich aber nicht nur auf den holprigen Storyverlauf und den grottigen Dialogen, die ständig mit den "Schauspielern" um die schlechteste Darbietung wetteifern zurückführen, nein, sogar der Humor, der das Markenzeichen des Filmes sein sollte, ist funktioniert nicht mal ordentlich. Grunzwitze und ein mißlungener Running Gag müßen hier leider intelligenten Pointen weichen.
Der Film hat aber auch seine kleinen Vorzüge, die nicht verhelt werden sollen. Dazu zählen einmal die Kulissen, die zwar den Charme einer DDR Version von Indiana Jones verströmen, aber dennoch, kunterbunt grün, rot und blau ausgeleuchtet, eine annehmbare Athmosphäre erzeugen. Die Beleuchtung ist dabei selbstverständlich ebenso Bad Taste 80s wie die Filmmusik. Synthipophymnen in der Steinzeit. Das hat was. Dabei hämmert der Elektrobeat so unerbittlich, wie ein Alleinunterhalter, der eine müde Goldhochzeitschar nach dem fünften Gang Erdbeersahnetorte wieder auf die Tanzfläche treiben möchte.
Der einzige Könner seines Faches aber ist, und das meine ich ernst, der Kameramann. Gianlorenzo Battaglia überzeugt mit der einen oder anderen Kameraeinstellung, der man guten Gewissens das Ettikett Kunst verleihen kann. Er vermag es tatsächlich, aus den Pappkulissen, der misratenen Ausleuchtung und den Handlungsfragmenten mit seinem geschicktem Kameraspiel, eine visuelle Ästhetik zu konstruieren, die dem Auge angenehm schmeichelt.

Es ist diese Mischung aus ambitioniertem Handwerk auf der einen, und Totalversagen auf der intellektuellen Seite, der diese unterhaltsame Spannung erzeugt, der der Trashfilmfan verfallen ist.

Und mal ehrlich: Die Technomusik, die Lightshow in den Spektralfarben, Pappmacheeungeheuer mit grobmechanischen Eingeweiden, eingeölte Bodybuilder auf Anabolika, halbnackte Frauen und wilde Freaks, die sich aufführen wie eine entfesselte Urzeithorde: Sind das nicht auch die gleichen Zutaten, die das Burning Man Festival so populär gemacht haben....? So gesehen, war "Die Barbaren" seiner Zeit wohl bloß einfach 20 Jahre voraus...

Jetzt zu behaupten, Ruggero Deodato wäre ein visionärer Regisseur gewesen, geht mir dann allerdings doch ein paar Meilen zu weit...

Bild und Ton sind OK. Die Bluray startet allerdings nicht so ohne Weiteres...werde sie wohl umtauschen... 
Story
mit 4
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bewertet am 18.06.18 um 14:03
/image/movie/Heavens-Gate-1980-Limited-Mediabook-Edition-DE_klein.jpg
Einer der allerbesten Filme aller Zeiten in einer würdigen Veröffentlichung.
Nach dem Oscargewinn für "Die durch die Hölle gehen" erhielt Regisseur Michael Cimino grünes Licht für ein Westernepos, das alle bekannten Maßstäbe für Ästhetik und und Detailverliebtheit sprengte. Das ursprüngliche Etat von 7,5 Millionen wurde durch den immens betriebenen Aufwand an Kulissen und Ausstattung binnen kürzester Zeit auf 40 Millionen Dollar geschraubt. Nachdem die Studiobosse aber die ersten Testvorführungen gesichtet hatten, wußte man, daß mit dem Geld kein Schindluder getrieben, sondern einem imposanten Spätwestern von außerordentlicher Schönheit der Weg ins Leben geebnet wurde - und lehnte sich entspannt zurück.... Eine Geste allerdings, die man schon bald bitter bereuen sollte...

In elegischen, weitschweifigen und bis ins letzte Detail durchkomponierten Bildern wird ein dunkles Kapitel aus den verborgenen Winkeln des amerikanischen Gedächtnisses ans Licht der Leinwände gezerrt: Der Johnston County War. Europäische Siedler, die den beschwerlichen Weg aus ihrer alten Heimat in die neue Welt auf sich genommen haben, machten sich auf den mühsamen Weg in den gelobten Westen der noch jungen USA. Ausgemergelt und mittellos blieb ihnen auf dem Weg ins vermeintliche Glück oftmals nichts anderes übrig, als sich gelegentlich ein Stück Vieh aus dem unzähligen Bestand der Rinderbarone zu schlachten. Es ging dabei ja schließlich um nichts weniger als das nackte Überleben.
Die Herdenbesitzer haben sich indes zu einem Interessenverbund zusammengeschmiedet und beschloßen, skrupellos gegen die Viehdiebe vorzugehen: Eine verwegene Meute von 50 Kopfgeldjäger wird rekrutiert und jedem eine Abschußprämie garantiert, der einen Einwanderer aus einer "Todesliste" von 125 Namen eliminiert. Das sie bei dieser Menschenhatz die Rückendeckung des Gouverneurs von Montana und des amerikanischen Präsidenten hatten, wirft einen blutroten Schatten auf die verklärte Ethik der Gründungsväter der vereinigten Staaten.

Die Ammenmär des von edler Moral durchtränkten Westernhelden ala John Wayne, James Stewart oder Gregory Peck wird hier mittels historischer Fakten der Geschichtsverklitterung überführt.
Das Fundament der amerikanischen Gesellschafft beruht eben nicht auf Altruismus und nobler Gottesgefälligkeit, wie es die Gründungsmythen künden, sondern stand schon von Beginn an im Zeichen von Profitgier und dem Sozialdarwinismus im Geiste des Überleben des Stärkeren.
In der Tatsache, daß der selbstgefälligen amerikanischen Volkseele der Spiegel vorgehalten und am Lack der auf Lügen basierenden Legendenbildung durch die Hollywoodproduktionen gekratzt wurde, ist auch das finanzielle Fiasko zu erklären, welches Heavens Gate zu seiner Zeit, der beginnenden Reagen Ära mit seinem Neopatriotismus, beschieden war. Die Zeit des amerikanischen Selbsthasses der Postvietnamära war endgültig abgelaufen und man sehnte sich nach Neuem. Die Kritiker der ersten Vorstellungen zerrissen demnach den Film in der Luft. Ein antipatriotischer Film entsprach über Nacht nicht mehr dem Zeitgeist Amerikas. Selbst der Reporter der renomierten New York Times vermochte nicht die emotionale Schmach der Realität zu ertragen und die über Jahrzehnte eingebleute Grossmannsillusion, ein direkter Nachkomme hochheiliger Pilgerväter zu sein, angewiedert abzuschütteln. So äußerste er sich dementsprechend auch grob abfällig über das Werk. Ob folgende Kritiker danach nicht mehr Willens oder in der Lage waren, ihrer Koriphäre zu widersprechen und sich damit womöglich fachlich zu disqualifizieren, sei dahingestellt und bleibt Spekulation. Tasache aber ist, daß sie ins gleiche Horn bliesen. Die vernichtenden Kritiken entwickelten so eine sich selbstverstärkende Eigendynamik, die den Film schlußendlich in den Abgrund stürzte.
Aus heutiger Sicht unfaßbar, wurde Heavens Gate für 5 goldene Himbeeren nominiert. U.a. für den schlechtesten Schauspieler, den schlechtesten Film und die schlechteste Regie. In letztgenannter Kategorie wurde er beschämender Weise sogar prämiert. Man jaulte lieber mit den Wölfen, als dem eigenen Empfinden für wahre Größe zu folgen.

Aber Qualität läßt sich eben doch nicht totkriegen. Und so eroberte sich Heavens Gate im Laufe der Zeit seinen verdienten Platz im Filmolymp und gilt Heute unwidersprochen als absolutes Meisterwerk. Jahrzehnte später erhielt Cimino für Heavens Gate die goldene Ehrenpalme der Filmfestspiele von Cannes und erfuhr so die ihm gebührende Reputation. Das es jahrzehntelang als größter Flop der Filmgeschichte galt, der den Ruin des u.a. von Charlie Chaplin und Douglas Fairbanks gegründeten United Artist Studios zur Folge hatte und das glorreiche Kapitel des amerikanischen Autorenkinos endgültig zu Grabe trug, sind Heute allerdings nur noch Randnotizen und allenfalls für Filmhistoriker interessant.
Was Cimino bei kommerziellem Erfolg von Heavens Gate noch für imposante Werke geschaffen haben mag, ist Spekulation. Sein Talent hätte dem werten Freund hochkalorischer Filmkost bei entsprechend pekunärer Unterstützung aber sicher noch den einen oder anderen unsterblichen Klassiker beschert...

Die Handlung in aller Kürze
1890 in Montana. Der Anwalt James Averill (Kris Kristofferson) unterstützt die armen Farmer in ihrem Kampf gegen die Viehzüchterlobby. Einer von ihnen ist sein alter Freund Billy aus Studienzeiten. Gemeinsam feierten sie 1870 ihren Abschluß an der Eliteuniversität Harvard. Obwohl beide ihre elitären Wurzeln nicht ablegen können, kämpft Averill auf der Seite der "kleinen Leute", während Billy die Fesseln seines Standes nicht abschütteln kann und sich den Viehbaronen verbunden fühlt. Er ist zwar von ihrem skrupellosen Verhalten angewidert, vermag es aber nicht, sich von seiner Kaste zu distanzieren. Seinen Frust darüber ertränkt er im Alkohol. Und hier überschneiden sich die beiden Charaktere wieder. Denn auch der Anwalt ist dem Feuerwasser seit der guten alten Jugendzeit mehr als nur zugeneigt und hat seinen Flachmann Hochprozentiges ebenfalls immer gutgefüllt und griffbereit am Mann.

Einer der größten Kritikpunkte war immer das schwache Spiel der Hauptdarsteller, vor allem von Kristofferson. Aber hier gehen meiner Meinung nach die Kritiker völlig fehl und verknüpfen das Westerngenre zu reflexartig mit glänzenden schablonenhaften Hollywoodhelden, die mit einer übermenschlichen Moral und männlichen Kraft ausstaffiert sind, welche Natur und Feind zu bändigen vermag, um schlußendlich im aufnahmebereiten Schoß der tagesaktuellen Hollywoodschönheit zu landen.
Aber genau dieses Klischee sollen die Protagonisten hier eben nicht erfüllen. Im Gegenteil: Averill ist ein gebrochener Mensch, vom Leben gezeichnet, und sucht im Alkohol Trost und Erleichterung von der Schwere des Daseins. Im gewißen Sinne ist er damit ein Antiheld, ein schlichter Mensch, aus Fleisch und Blut gestrickt und mit Makeln behaftet.
Als er 1890 in dem Westernkaff Casper ankommt, ist von der Euphorie seiner zurückliegenden Harvardzeit nichts mehr zu spüren. Was in den 20 Jahren passiert ist, darüber erfährt der Zuschauer nichts. Gestik und Mimik sprechen aber eine eindeutige Sprache: Averill ist vom Leben desillusioniert und sein jugendlicher Elan hat die Kollision mit der Wirklichkeit nicht überlebt. Man darf also nicht den Fehler begehen, hier einen strahlenden Helden aus der klassischen Westernepoche zu erwarten. Denn auch hier trifft wieder eher das Gegenteil zu: Averill schleppt sich mühsam und zäh durch sein Leben, welches ihn zu einem wortkargen und introvertierten Menschen geschliffen hat.
Trost findet er nur in der Armen der Hure Ella, die ihr Bordell weit außerhalb der Siedlung, auf einem wunderschönen Fleckchen Erde errichtet hat. Da aber einige Einwanderer ihre Dienste im Tausch gegen gestohlenes Fleisch in Anspruch nehmen, steht auch ihr Name ganz oben auf der Todesliste.
Averills Nebenbuhler um die schöne Bordellbesitzerin ist der im Auftrag der Rinderbarone tötende Scharfschütze Nate Champion (Christopher Walken). Als dieser Ella einen Heiratsantrag macht, muß Averill den nächsten Schicksalschlag überstehen.
Am Boden zerstört und zu kraftlos um um Ella zu kämpfen, liefert sich Averill dem Alkohol aus. Während er verkatert im Bett liegt, beschließen die Einwanderer, die Sache selbst in die Hand zu nehmen und gehen zum Angriff auf die Rinderbarone und ihre Kopfgeldjäger über...Weiters soll aus Spoilergründen im Verborgenen bleiben
Nur noch soviel: Das Ende des Filmes, also die Scene in 1903, zählt für mich zu den stärksten Momenten des Filmes. Ohne das Kristofferson ein Wort spricht, offenbart sich das Drama Averills gesamten Lebens und man gewinnt den Eindruck, ihm bis auf den Grund seiner Seele schauen zu können. Das ist Filmkunst in Vollendung.

Für mich steht Heavens Gate deshalb auf einer Stufe mit den besten Filmen überhaupt. Er spielt damit in derselben Liga wie Leones Klassiker "Es war einmal in Amerika", "Spiel mir das Lied vom Tod", etc.
Die Bilder, die hier von dem Kameragenie Vilmos Zsigmond eingefangen wurden und maßgeblich den Status des Filmes begründen, sind von erhabener Schönheit und zeitloser Ästethik. In monumentalen Landschaftspanoramen schwelgend entführt Zsigmond den Zuschauer in eine dampfende, zischende und staubende märchenhafte Westernwelt, die mit überbordener Ausstattung gespickt und bevölkert von charismatischen Individualisten ist. Der Authentizitismus der Ausstattungsschlacht, gepart mit dem Dreck in den Straßen und den schmutzig schwieligen Gesichtern der Pioniere, geht mit der visuellen Ästhetik Zsigmonds eine in sich stimmige Symbiose ein, so daß sich der Stil Ciminos vielleicht am treffensten als poetischer Realismus bezeichnen läßt.
Ohne CGI, nur geprägt von handwerklicher Kunst und geschultem Auge, reihen sich Bilder an Bilder, die an Perfektion kaum zu überbieten sind und in denen sich der Zuschauer verlieren möchte.
So ist Heavens Gate denn auch ein Film für Genießer. Wer keine Muße mitbringt und sich nicht in den episch elegischen Bidern verlieren kann, hat in dem Film nichts verloren. Die Bilder sind sich oft selbst genug und die Handlung schleppt sich nur ähnlich zäh voran, wie das Leben Averills. Sie weicht sogar oft hinter den visuellen Schauwerten zurück. Wo Bilder aber zu Kunstwerken werden, gleicht dies einem Museumsbesuch alter Meister, den man bis zum letzten Atemzug auskosten möchte. So überkommt einen auch nach 217min ein Gefühl von Wehmut, die Welt überbordener Pracht wieder verlassen zu müßen.
Mit dem entsprechenden Gemüt und einer bestimmten seelischen Prädisposition ausgestattet, die notwendig ist, um den Film ganz in sich hineinsinken zu lassen, ist der vermeintliche Handlungsmangel für den Geniesser also eher ein Lustgewinn als eine Zumutung.
Und ich bedauere jeden, der auf Grund seiner emotionalen Strukturierung zu diesem gehobenen Genuss nicht in der Lage ist...

Das Bild ist der Größe des Werkes angemeßen restauriert. Cimino persönlich überwachte das Mastering und gab glückseelig frohjauchzend grünes Licht, ob des gelungenen Prozesses. Die Farben erstrahlen in ihrer matten Pracht und das Originalfilmkorn wurde bei der digitalen Überarbeitung nicht herausgeglättet. So kommt die Bluray dem Original wohl so nah wie nur möglich.
Der Ton ist sauber und gut verständlich, jedoch naturgemäß unspektakulär. Die Musik ist unauffällig minimalistisch, unterstreicht in den geeigneten Momenten aber punktgenau die Erhabenheit der Bilder.

Der Recut
Als abzusehen war, daß der Film kolossal an den Kinokassen floppte, entschied sich das Produzententeam hektisch, Heavens Gate um eine Std. verkürzt in die Kinos zu bringen.
Angeblich kostete der Recut (inkl. Kopien) nochmal 10 Mio Dollar und brach dem Studio somit endgültig das Genick.
Der Recut ist stringenter erzählt und man hoffte so, dem Actionverwöhnten Zuschauer weniger stille Momente zuzumuten. Aber vergebens. Die Reputation des Filmes war endgültig hinüber und der gewünschte Erfolg blieb aus.
Aber interessant ist die Version allemal. Zum einen, weil das Finale des Filmes eine neue Akzentuierung erfährt und zweitens, weil er Scenen beinhaltet, die im Director's Cut fehlen.
Es mag sein, daß die Scenen in der Originalkinoversion auch enthalten waren, erinnern kann ich mich aber nicht mehr (ich sah den Film Ende der 80'er erstmals im Fernsehen).
Zu erwähnen ist aber, das der Directors Cut um 2 min. gegenüber der ursprünglichen Kinoversion gekürzt war.
Wer einmal die Langversion gesehen hat, wird sich aber niemals mehr mit der gekürzten Fassung zufrieden geben. Die Erzählung ist zwar kompakter, das epigonenhafte, episch-weitschweifige flackert jedoch nur in kurzen Augenblicken durch. Das aber ist ja genau die Seele des Filmes, der diese Faszination ausübt und um die er letztendlich betrogen wurde.

Bleibt noch nachzutragen, daß auf der Berlinale eine nochmals um 20min längere Version aufgeführt wurde. Gebenedeit seien die Genießer dieser filmhistorischen Sternstunde... 
Story
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bewertet am 18.06.18 um 13:47
/image/movie/Aussergewoehnliche-Geschichten-Masterpieces-of-Cinema-Collection-Limited-Edition-DE_klein.jpg
Zwei Filmperlen und ein echtes Juwel belohnen denjenigen Cinearchäologen, der die Muße auf sich genommen hat, sich in den modrigen Archiven lange vergangener Jahrzehnte auf Schatzsuche zu begeben.

In den "Aussergewöhnlichen Geschichten" geben sich drei Ausnahmeregisseure und eine Handvoll Stars ein Stelldichein und setzen drei Geschichten des Gruselpoeten Edgar Allan Poe lose in die Sprache der bewegten Bilder um. Roger Vadim (Barbarella), Louis Malle (Fahrstuhl zum Schaffott) und Fellini La Strada) wählten dabei je eine Episode, die ihren persönlichen Vorlieben entsprach.

Metzgenerstein
Bei Vadim war dies natürlich, seinem Hang zum schönen Geschlecht folgend, eine leicht frivole Geschichte. So stehen in seiner Episode "Metzengerstein" die erotischen Ausschweifungen der 20jährigen Contessa Frederica im Zentrum seiner Abhandlung. Schon in frühesten Erwachsenenjahren erbt die schöne Contessa ein prächtiges Schloß. Fortan, charakterlich noch unausgereift und mit einer dunklen Ader zum Herrschen geschlagen, treibt sie allerlei böse Späße mit Angestellten und Untergebenen und lebt ihre sexuellen Obzessionen bis zur letzten Sinnesfreude aus.
Frederices ungezügeltes Gebaren erhält jäh eine unerwartete Wendung, als ihr der verschwiegende Baron Frederick von Metzengerstein (Peter Fonda) in einer Waldlichtung offenbar wird. Die beiden Geschlechter der Berlifitzing (Frederica) und Metzengerstein leben schon seit Jahrhunderten in tiefer Abneigung gegeneinander. Den Grund hierfür hat die Zeit längst vergessen gemacht. Magisch fühlt sich die Gräfin seit dem ersten Augenkontakt zu dem Schönling hingezogen und macht ihm Complimente und Avancen. Er wäre endlich mal eine echte Herausforderung und das I-Tüpfelchen in ihrer Sammlung erotischer Abenteuer. Von Metzgenerstein allerdings erwiedert ihr Werben nicht. Lieber möchte der sensible Feingeist dem Glück, das er mit seinen Tieren teilt, und dem Einklang mit der Natur und seiner Seele fröhnen, als dem herrschsüchtigen High-Society Flittchen als Dildo zu dienen.
Frederice ist von dieser Zurückweisung jedoch bis aufs Mark gekränkt, ist sie doch in einer Welt aus Befehl und Gehorsam aufgewachsen, und sinnt auf Rache.
Was läge da näher, als Wilhelm an seiner empfindlichsten Stelle, seinen Pferden zu treffen? Also entschließt das besessene Weib sich, den Pferdestall des Rivalen den Flammen zu opfern. Beim Versuch, des Stall zu löschen und seine geliebten Tiere zu retten, verliert allerdings auch Wilhelm sein eigenes Leben...In derselben Nacht taucht jedoch plötzlich ein riesiger schwarzer (im Buch feuerroter) Hengst aus der tiefen Stille des Waldes am Hofe der Contesse auf. Seltsamer Weise entflammt zeitgleich ein sich wild aufbäumendes Pferd auf einem edlen Wandteppich der Burgbewohnerin scheinbar wie von Geisterhand.
Auf unerklärliche Weise fühlt sich Frederica zu dem starken Tier hingezogen. Nach und nach verliert sie das Interesse an ihren extravaganten Ausschweifungen und geniesst ihr Leben auf dem Rücken des Pferdes in der weiten unberührten Natur ihrer Ländereien. Als eines Tages ein heftiges Gewitter einen nahegelegenen Wald in Feuer setzt, sieht man das Pferd mit der verängstigten Reiterin unaufhaltsam der Flammenhölle entgegengaloppieren...
Poe greift hier das alte Thema der Seelenwanderung auf und flechtet es in düstere Gruselgeschichte ein, die jedoch nicht weit über das Niveau einer Pfadfinderlagerfeuergruselgesc hichte hinausreicht. Vadim wandelt das literarische Vorbild, wo die Gräfin Frederica ursprünglich der Graf Frederick war, in eine erotisch-romantische Legende um, die nur mäßig Spannung erzeugt, aber die körperlichen Vorzüge seiner damaligen Frau Jane Fonda kameragerecht in Stellung bringt. So ist es denn auch die Bildsprache und die Freizügigkeit der Schauermär, die dieser Episode ihre Berechtigung verschaffen. Großes Kino ist dies allerdings nicht und die Metapher des auf dem wilden Hengst reitenden Frau ist nur allzu platt. Daher nicht mehr als 3 Punkte.

William Wilson
Mit William Wilson nimmt die Bluray etwas Fahrt auf. Er beginnt mit einer Beichte, in der der Kadett William Wilson (Alain Delon) eine Predigt stürmt und sich angstschlotternd Gehör erzwingt. Hier erzählt er in kurzen Abrissen dem Priester die Geschichte seines Lebens.
William Wilson ist ein pathologischer Sadist. Seit seiner Schulzeit zieht er aus der Qual ihm ausgelieferter Mitmenschen kranke Gelüste. Seine sadistischen Aktionen werden jedoch immer kurz vor ihrem Höhepunkt von einer plötzlich auftretenden Person, die sich ebenfalls William Wilson nennt und ihm bis aufs Haar gleicht, unterbrochen. Im Kadettenalter betrügt er eine schöne Spielerin (Bridget Bardot) beim Pokern um ihren Gewinn und peitscht sie als Abgeltung ihres Schuldendienstes vor den Augen seiner Kameraden aus. Als Wilsons Lust sich steigert, taucht sein alter Ego wieder auf und verdirbt dem Psychopathen seinen Spass. Vor den Augen seiner Kameraden wird Willson als Falschspieler entlarvt, und als Konsequenz daraus unehrenhaft aus dem Kreis seiner Kameraden ausgeschlossen. Erzürnt von dieser Demütigung, entscheidet sich Wilson, seinen Doppelgänger aus der Welt zu schaffen, ahnend, daß er damit sein eigenes Schicksal besiegelt...
Regisseur Melle, der sich zum albtraumhaft-klaustrophobische n hingezogen fühlt, zieht hier in Punkto Spannung und Beklemmung schon deutlich die Schrauben an. Nicht zuletzt die eindringliche Kameraführung und die voyeuristische Unerbittlichkeit tragen zu dem unangenehmen Gefühl bei, die die Bilder erzeugen. Die Härte, die sich 1968 wohl an der Grenze des damals zumutbaren bewegte und nicht zuletzt die überzeugende schauspielerische Leistung Delons, der hier bereit war, sein positives Image zu konterkarieren, sind allemal 4 Punkte wert.
Psychologisch könnte man die die Geschichte als Abspaltung unerlaubter, sadistischer Triebe verstehen, die sozial als Böse gebrandmarkt und von der Guten Seite eingedämmt werden müßen, um gesellschaftlich nicht geächtet zu werden. Sinngemäß durfte das Dunkle ohne die kontrollierenden hellen Seelenattribute nicht überlebensfähig sein. So betrachtet erhält William Wilson auch eine theologisch-moralische Komponente.

Toby Dammit
Fellinis Toby Dammit bildet den Schluß- und Höhepunkt der Triologie und ist für sich genommen ein kleines verstörendes Meisterwerk.
Zeichnen sich die beiden ersten Beiträge noch durch unheimliche und übernatürliche Elemente aus und folgen dabei den Grundstrukturen frühromantischer Texte, geht Toby Dammit ganz eigene Wege und traut sich auf das Terrain des Experimentalfilmes vor. Fellinis Episode spielt in der Gegenwart und greift auf zeitgenößische Themen zurück. Toby Dammit ist ein in Ungnade gefallener amerikanischer Filmstar, der für seine Industrie nichts als Verschtung übrig hat. Zynismus und Alkoholsucht sind sein Markenzeichen geworden. Letzteres hat ihm in Hollywood nur Scherereien beschert und so begegnen wir Toby in einem italienischen Taxi, wo er mit seinen Produzenten die Bedingungen für seine neue Rolle in einem religiösen Western aushandelt. Die Produzenten befinden sich dabei auf ähnlich intellektuellen Höhenflügen wie die Protagonisten in Fellinis kontroversem Meisterstück 8 1/2. Der Spannungsbogen zwischen den auf der Metaebene philosophierenden Filmschaffenden und dem bissigen Spot des vom Alkohol zerfressenen Toby Dammit könnte größer kaum sein. Dammit weiß aus seinem dillirantem Seinszustand der Welt nur mit Spott und bissigem Sarkasmus zu begegnen. Alkoholbenebelt wie der Geist des Amerikaners ist auch die Inszenierung gestaltet. Die Bilder erzeugen eine rauschhaft entrückte, beinahe halluzinatorische Athmosphäre, in der die Welt als Inhaltslos und auf die bloße glitzernde Fassade reduziert, definiert wird. Dammit und die Bildsprache entfernen sich von der Ebene der reinen Venunft und flirten mit den Abgründen der Verrücktheit. Obwohl kaum gruselig, ist Fellinis Episode grausamer als seine beiden Vorgänger, da das Grauen des immerwährenden Wahnsinns als permanente Bedrohung über unseren Köpfen schwebt. Die Athmosphäre der betäubten Volltrunkenheit, in der die Welt nur noch fragmentarische Bedeutung besitzt, ist uns wohl allen bestens aus diversen adoleszenten Rauscherfahrungen in Erinnerung. Der Horror ergibt sich somit aus der unmittelbaren Nähe, des selbst erlebten Pseudowahnsinns zu dem Reich des entsetzlichen Kontrollverlustes. Er ist nur einen halben Schritt von unserer Ratio entfernt und unser ständiger Begleiter. Ein falscher Schritt und der Wahnsinn zerrt uns aus unserer sicher geglaubten Existenz.
Dammit hat die Ebene der Realität bereits verlassen. Körperlich noch im System präsent, fühlt er sich jedoch an die Welt (seinen Beruf) nicht mehr gebunden. Sein ganzes Ansinnen gilt nun einem Ferrari, in dem er sich einem letzten Rausch, aus dem es kein Entkommen mehr gibt, hingibt: Dem Rausch der Geschwindigkeit.
Der Rausch, dem süßen Engel, der Toby Erlösung verheißt, birgt jedoch den Teufel des Verfalles und der Vernichtung bereits in seinen Gefiedern.
In der letzten Scene ist dies grausam schön symbolisiert.

Fellinis Toby Dammit ist trotz seiner nur 45min nichts weniger als ein filmisches Meisterwerk, aufgeladen mit einer kaum zu überschaubaren Fülle von Metaphern und Symbolismus und einer vollrauschdurchtränkten Bildsprache, die den Zuschauer in den dumpf seeligen Zustand eines Narkotikers versetzt. Ein Film, der den Vergleich mit Jodorowskys frühen Meisterwerken nicht zu scheuen braucht, und, wer weiß, vielleicht hat die Idee des religiösen Westerns ja den Grundstein für El Topo gelegt...so oder so, für dieses seltene Juwel extravaganter Filmkunst wäre es ein unverzeihlicher Frevel, weniger als 5 Punkte zu geben. 
Story
mit 4
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mit 1
bewertet am 14.06.18 um 10:51
/image/movie/Phantom-im-Paradies-Limited-Mediabook-Edition-Cover-B-DE_klein.jpg
Welches Resultat erwartet uns, wenn man das Gehirn eines begabten Regisseures in einer Tunke aus hochkonzentriertem THC, schriller Musik und deutscher Hochliteratur des ausgehenden 18ten Jahrhundert einweicht, um es anschließend an eine Kamera zu koppeln? Richtig geraten!
Die audiovisuellen Reize werden durch die überreizten Synapsen zu einer drogeninduzierten Phantasmagorie destilliert, in der der Wahnsin durch alle Ritzen pfeift.
In seinem Falle hat Brian de Palma sie "Phantom im Paradies" genannt.

Der Musicus Winslow werkelt an seinem Opus Magnum: Der Vertonung von Goethes Faust in Form einer Kantate. Veröffentlichen will er sie auf dem "Death" Plattenlabel des mysteriösen Produzenten Swan. Und er scheint Glück gehabt zu haben, denn schon bald will Swan seinen neuen Musiktempel, das barock oppulent ausgestattete Paradies, eröffnen. Den Schmand des 50er und 60er Sounds überdrüssig, wittert er in der Faustkantate genau die herbeigesehnte fulminante Eröffungsattraktion, die seinem neuen Etablissement einem legendärer Ruf verschaffen soll.
Swan bietet Winslow daraufhin einen Vertrag auf Lebenszeit an. Von finanziellen Nöten geplagt, geht Winslow notgedrungenauf den Deal ein, besiegelt ihn mit seinem Blut...und kommt dabei seinem literarischen Vorbild Faust wohl näher, als er es in seinen kühnsten Vorstellungen hätte träumen können.

Winslows unschuldige Künstlerseele prallt schließlich unbarmherzig mit der Realität des Showbiz zusammen, als sich Swan einen Monat nach Ablieferung des fertigen Manuskriptes immer noch nicht, wie ehrenhalber ausgehandelt, bei ihm gemeldet hat.
Frustiert begibt sich Winslow zur Aufklärung des Sachverhaltes zum Anwesen Swans und erlangt tatsächlich Einlaß.
Hier betritt er eine wahnwitzige Welt von Eitelkeit, Größenwahn, Egomanie und exzentrischen Verhaltensabnormitäten. Gleichzeitig trifft er hier aber auch auf die Sängerin Phoenix, die seinem Werk die perfekte Stimme verleiht...und wie für ihn geschaffen zu sein scheint.

Winslow aber muß das Eindringen in die Welt der Großen und Mächtigen bitter bezahlen. Umgehend wird er wieder wie ein Fremdkörper wieder vor die Tür befördert, wo er im Wohlstansmüll landet. Dort hat man korrupte Polizisten auf ihn angesetzt, die ihm eine Monatsdosis Heroin unterjubeln, welches ihn für lange Zeit hinter Gitter bringen sollen.
Von ohnmächtiger Wut eines Mohren angestachelt, der seine Schuldigkeit getan hat und nun entsorgt wurde, gelingt ihm aber schnell die Flucht aus Sing Sing und er macht sich auf den Weg in Swans Produktionshallen. Sein Rachefeldzug wird jedoch jäh unterbrochen, als er sich in der Fabrik des Produzenten auf ungeschickte Weise in einer Schallplattenpresse verheddert und sein Gesicht entstellt wird.
Winslow erschleicht sich daraufhin im Verborgenen Zutritt zur Garderobe des Paradies und bedient sich aus dem reichen Kostümfundus seines Peinigers. Mit Maske und Cape ausgestattet, schleicht sich das Phantom des Paradies nun durch die Gänge und Schächte des Musentempels, um sich am Schuldigen seines elendigen Daseins zu rächen.
Als Winslow erfährt, daß die schöne Nymphe Phoenix, seine Seelenverwandte, eine Hauptrolle in seiner Faustkantate ergattern konnte und sie als Dank für ihren zu erwartenden Ruhm Swan unterwürfig ihren Körper zur freien Verfügung stellt, kennt Winslows Rache keine Grenze mehr. Je näher die Premiere rückt, desto stärker wuchert die Vernichtungswut in seinen Engeweiden.
Die Show hat bereits begonnen, das Theater ist voll, die Zuschauer sind in verzückter Extase, als der ideale Zeitpunkt zur Vergeltung gekommen zu sein scheint...

Im beigefügten Booklet wird immer wieder auf die sozialkritischen Aspekte des Filmes verwiesen und damit sicherlich auch ein nicht zu unterschätzender Aspekt angesprochen. Auch die Abrechnung mit dem Musikbuisiness, die stellvertretend auch die Filmindustrie mit einbezieht, wird dort immer wieder besonders thematisiert.
Obwohl die unkritische Vergnügungssucht des Publikums und die menschenverachtenden Tendenzen eines nur auf Profitmaximierung schielendes Showbiz grotesk parodiert und persifliert werden, greift das Booklet meines Achtens hier zu kurz.
Es erfasst nicht die wesentlichen Elemente des Filmes, sein eigentliches Wesen, nämlich die rauschhafte Verrücktheit und den entfesselten Wahnsinn seiner Protagonisten. Stattdessen beschränkt es sich zu sehr auf die intellektuelle, filmakademische und soziologische Metaebene. Seine Essenz ist jedoch sein Mikrokosmos, in dem sich Extrovertiertheit und Exaltiertheit in einer diabolischen Abwärtsspirale Richtung Hölle die Klinke in die Hand geben.
Fängt der Film noch gemächlich mit der Einführung der Protagonisten an und lullt den Zuschauer mit einer miefigen Fünfzigerjahre Gesangsdarbietung der Juicy Fruits ein, wird er allmählich aus seiner Komfortscene in die schwul-schwülstige, barock überladene Kunstwelt von de Palmas halluzinatorisch verschwommener Musicalfantasie entführt. Dabei werden die Kulissen fortwährend bizarrer, die Menschen überdrehter, die Drogen stärker, die Psychosen intensiver und die Musik oppulenter, bis die Steigerung der Dosis an Sinneseindrücken nicht mehr zu steigern ist und in einem fiebrig übersteigerten Crescendo in sich zusammenbricht. Und die hinter jeder schönen lächendeln Fassade befindliche Leere wird offenbart.
Der Zerfall der Struktur der Darbietung geht dabei parallel Hand in Hand mit der Auflösung von Winslows Persönlichkeit.
Seine allmähliche Metamorphose von einem edlen Vertreter der geistigen Hochkultur in ein jämmerliches, winselndes und krächzendes Etwas, läßt sich auch an seinem Erscheinungsbild ablesen. Zu Beginn noch ein schüchterner Schönling, zermalmen die Mechanismen des unmenschlichen Showbiz Winslows antikes Antlitz zusehends und verwandeln es nach und nach in eine insektoide Fratze. Das es dabei das abstoßende Erscheinungsbild der niedersten Lebensformen annimmt, ist dabei sicherlich auch symbolisch zu deuten. Wer mit der Medienindustrie flirtet, liefert seinen menschlichen Kern dem Teufel aus und mutiert zwangsläufig zum seelischen Monster. Außen ist hier Innen, im Phänotyp spiegelt sich der Genotyp wieder.
Anleihen zu dem Sci-Fi Horrorklassiker "Die Fliege" (1958)sind hier unverkennbar.

Die intensiven Farben, die erdrückenden Kulissen und die übertiebenen Maskeraden dieses im Geiste des Glamrock gehaltenen Kultfilmes, machten es jedem Besucher der Midnight Movie Ära leicht, sich in diesem Film einzustimmen, waberten doch in den 70ern nach Mitternacht die Marihuanaschwaden durch die Kinosääle diesseits und jenseits des East Rivers. Aber auch ohne sich den Grasgöttern auszuliefern, kann man sich der suggestiven Wirkung der Bilder und der paranormalen Kleinkunstwelt nicht aussetzen, ohne zumindest etwas in einen entrückten Zustand zu geraten.
Oft wurde Phantom im Paradies zusammen mit der Rocky Horror Picture Show gezeigt. Thematisch paßt das sehr gut zusammen, auch wenn man dem Pendant die wohl bessere Filmmusik zugestehen muß. Der freie anarchische Geist der siebziger weht allerdings mit gleicher Windstärke durch beide Produktionen und der Geschmack eines etwas improvisierten dilettantischen Theaterlooks haftet ebenfalls diesen beiden skurillen Exoten an. Auch ist die euphorisierende Wirkung auf den Zuschauer in etwa dieselbe.
Warum das Phantom im Vergleich zu Rocky so ins Hintertreffen geraten ist, erschließt sich mir nicht, da auch das Phantom mit seiner wahnhaft absurden Intensität immer noch den Zuschauer in seinen Bann ziehen kann. Und seine Spuren ziehen sich, wenn auch versteckt, bis in die Gegenwart. Beispielsweise mein ich in "Meet the Feebles" und im übertakelten "Im Himmel ist die Hölle los", die Fußabdrücke de Palmas Ausflug in die Welt der Spleenies auszumachen.

Bleibt noch anzumerken, daß das Bild wohl alle frei verfügbaren Filter durchlaufen hat, die die digitalen Archäologen ihr Eigen nennen. Herausgekommen ist ein Bild, dem zwar das letzte Pixel Exaktheit fehlt, dessen Unschärfe und Farbenpracht der Sicht auf die Welt einer gekränkten Künstlerpsyche aber wohl recht Nahe kommen mag und damit genau den Look besitzt, der den ausufernden, toxisch entfesselten Touch des Filmes unterstützt.
Naturgemäß fehlt dem Ton der Wumms, dem Swing der Musik tut dies aber keinem Abbruch. 
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