Phantom im Paradies (Limited Mediabook Edition) (Cover B) Blu-ray

Original Filmtitel: Phantom of the Paradise (1974)

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Disc-Informationen
Kinofassung (dt. & US Version identisch), Uncut, 3 Discs, BD (1x), DVD (2x), enthält DVD Fassung, enthält Bonus-Disc, 16:9 Vollbild, HD Sound (deutsch), HD Sound (englisch), Extras in HD (teilweise), Media Book
Herausgeber:
Vertrieb:
Schauspieler:
Regisseur:
Produktion:
Kategorie:
Verpackung:
Altersfreigabe:
Sprachen:
Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono)
Englisch DTS-HD MA 4.0
Untertitel:
Deutsch
Region:
B
Disc Kapazität:
BD-25 GB
Bildformat(e):
1920x1080p (1.85:1) @23,976 Hz
Video-Codec:
Spieldauer:
92 Minuten
Veröffentlichung:
05.04.2018
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Blu-ray Bewertungen

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bewertet am 19.05.2019 um 16:57
#1
Was passiert, wenn man das Gehirn eines begabten Regisseures in einen hochkonzentriertem Extrakt aus THC, schriller Musik und deutscher Hochliteratur des ausgehenden 18ten Jahrhundert einlegt und die audiovisuellen Reize des limbischen Systems durch die überreizten Synapsen zu einer drogeninduzierten Phantasmagorie destilliert werden?
Im Falle von Brian de Palma hat es uns das "Phantom im Paradies" beschert.
Ein Werk, in dem der Wahnsinn durch alle Ritzen pfeifft.


Der Musicus Winslow werkelt an seinem Opus Magnum: Der Vertonung von Goethes Faust in Form einer Kantate. Veröffentlichen will er sie auf dem "Death" Plattenlabel des mysteriösen Produzenten Swan. Und er scheint Glück gehabt zu haben, denn schon bald will der Mogul seinen neuen Musiktempel, das barock oppulent ausgestattete "Paradies", eröffnen. Des Schmands des 50er und 60er Sounds überdrüssig, wittert er in der Faustkantate genau die herbeigesehnte fulminante Eröffungssensation, die seinem neuen Etablissement den legendärer Ruf verschaffen soll, den er sich ersehnt.
Swan bietet Winslow daraufhin einen Vertrag auf Lebenszeit an. Von finanziellen Nöten geplagt, geht Winslow notgedrungenauf den windigen Deal ein, besiegelt ihn mit seinem Blut...und kommt dabei seinem literarischen Vorbild Faust wohl näher, als er es sich in seinen kühnsten Vorstellungen hätte träumen lassen.

Winslows unschuldige Künstlerseele prallt schließlich unbarmherzig mit der Realität des Showbiz zusammen, als sich Swan einen Monat nach Ablieferung des fertigen Manuskriptes immer noch nicht, wie ehrenhalber vereinbart, bei ihm gemeldet hat.
Frustiert begibt sich Winslow zur Aufklärung des Sachverhaltes zum Anwesen Swans und erlangt tatsächlich Einlaß.
Hier betritt er eine wahnwitzige Welt von Eitelkeit, Größenwahn, Egomanie und exzentrischen Verhaltensabnormitäten. Gleichzeitig trifft er hier aber auch auf die Sängerin Phoenix, die seinem Werk die perfekte Stimme verleiht...und wie extra für seine sensible Künstlerseele geschaffen worden zu sein scheint.

Winslows Eindringen in die Welt der Großen und Mächtigen ist jedoch nur von kurzer Dauer und er muß seinen Wagemut bitter bezahlen. Kaum eingelassen, wird er nämlich wie ein lästiger Fremdkörper wieder vor die Tür befördert, wo er umgehend im Wohlstansmüll landet. Dort hetzt man ihm korrupte Polizisten auf den Leib, die ihm eine Monatsdosis Heroin unterjubeln, welches ihn für lange Zeit hinter Gitter bringen sollen.
Von der ohnmächtigen Wut eines Mohren, der seine Schuldigkeit getan hat und nun entsorgt wurde angestachelt, gelingt ihm aber schnell die Flucht aus Sing Sing und er macht sich auf den Weg in Swans Produktionshallen um Vendetta zu üben. Sein Rachefeldzug wird jedoch jäh unterbrochen, als er sich in der Fabrik des Produzenten auf ungeschickte Weise in einer Schallplattenpresse verheddert und sein Gesicht entstellt wird.
Winslow erschleicht sich daraufhin im Verborgenen Zutritt zur Garderobe des Paradies und bedient sich aus dem reichen Kostümfundus seines Peinigers, um damit seine geschändete Visage zu verbergen. Mit Maske und Cape ausgestattet, schleicht sich das Phantom des Paradies nun durch die Gänge und Schächte des Musentempels, um sich am Schuldigen seines elendigen Daseins zu rächen.
Als Winslow erfährt, daß die schöne Nymphe Phoenix, seine Seelenverwandte, eine Hauptrolle in seiner Faustkantate ergattern konnte und sie als Dank für ihren zu erwartenden Ruhm Swan unterwürfig ihren Körper zur freien Verfügung stellt, kennt Winslows Rache schließlich keine Grenze mehr. Je näher die Premiere rückt, desto ungezügelter wütet die Vernichtungswut in seinen Engeweiden.
Die Show hat bereits begonnen, das Theater ist voll, die Zuschauer sind in verzückter Extase, als der ideale Zeitpunkt zur Vergeltung gekommen zu sein scheint...

Im beigefügten Booklet wird immer wieder auf die sozialkritischen Aspekte des Filmes verwiesen und damit sicherlich auch ein nicht zu unterschätzender Aspekt angesprochen. Auch die Abrechnung mit dem Musikbuisiness, die stellvertretend auch die Filmindustrie mit einbezieht, wird dort immer wieder besonders thematisiert.
Obwohl die unkritische Vergnügungssucht des Publikums und die menschenverachtenden Tendenzen eines nur auf Profitmaximierung schielendes Showbiz grotesk parodiert und persifliert werden, greift das Booklet meines Achtens hier zu kurz.
Es erfasst nämlich die wesentlichen Elemente des Filmes, sein eigentliches Wesen, die rauschhafte Verrücktheit und den entfesselten Wahnsinn seiner Protagonisten nur unzureichend. Stattdessen beschränkt es sich zu sehr auf die intellektuelle, filmakademische und soziologische Metaebene. Seine Essenz ist jedoch sein Mikrokosmos, in dem sich Extrovertiertheit und Exaltiertheit in einer diabolischen Abwärtsspirale Richtung Armageddon die Klinke in die Hand geben.
Fängt der Film noch gemächlich mit der Einführung der Protagonisten an und lullt den Zuschauer mit einer miefigen Fünfzigerjahre Gesangsdarbietung der Juicy Fruits ein, wird er allmählich aus seiner Komfortscene in die schwul-schwülstige, barock überladene Kunstwelt von de Palmas halluzinatorisch verschwommener Musicalfantasie entführt. Dabei werden die Kulissen fortwährend bizarrer, die Menschen überdrehter, die Drogen stärker, die Psychosen intensiver und die Musik oppulenter, bis die Steigerung der Dosis an Sinneseindrücken nicht mehr zu steigern ist und in einem fiebrig übersteigerten Crescendo in sich zusammenbricht, um die hinter jeder schönen lächendeln Fassade befindliche innere Leere zu offenbaren.
Der Zerfall der Struktur der Darbietung geht dabei parallel Hand in Hand mit der Auflösung von Winslows Persönlichkeit.
Seine allmähliche Metamorphose von einem edlen Vertreter der geistigen Hochkultur in ein jämmerliches, winselndes und krächzendes Etwas, läßt sich auch an seinem Erscheinungsbild ablesen. Zu Beginn noch ein schüchterner Schönling, zermalmen die Mechanismen des unmenschlichen Showbiz Winslows antikes Antlitz zusehends und verwandeln es nach und nach in eine insektoide Fratze. Das es dabei das abstoßende Erscheinungsbild der niedersten Lebensformen annimmt, ist dabei sicherlich auch symbolisch zu deuten. Wer mit der Medienindustrie flirtet, verkauft seinen menschlichen Kern dem Teufel und mutiert zwangsläufig zu dem seelischen Monster, das Winslow hier archetypisch repräsentiert. Das Äußere symbolisiert hier das Innere, der Genotyp zerfließt im Phenotyp, wobei Paralellen zu dem Sci-Fi Horrorklassiker "Die Fliege" (1958) unverkennbar sind.

Die intensiven Farben, die erdrückenden Kulissen und die übertiebenen Maskeraden dieses in einer Aura des Glamrock wabernden Kultfilmes, machten es jedem Besucher der Midnight Movie Ära leicht, sich in diesem Film einzustimmen, waberten doch in den 70ern nach Mitternacht die Marihuanaschwaden durch die Kinosääle diesseits und jenseits des East Rivers. Aber auch ohne sich den Grasgöttern auszuliefern, kann man sich der suggestiven Wirkung der Bilder und der paranoiden Kleinkunstwelt nicht aussetzen, ohne zumindest etwas in einen entrückten Zustand zu geraten.
Oft wurde Phantom im Paradies zusammen mit der Rocky Horror Picture Show gezeigt. Thematisch paßt das sehr gut zusammen, auch wenn man dem Pendant die wohl bessere Filmmusik zugestehen muß. Der freie anarchische Geist der Siebziger weht allerdings mit gleicher Windstärke durch beide Produktionen und der Geschmack eines etwas improvisierten dilettantischen Theaterlooks haftet ebenfalls diesen skurillen Exoten an. Auch ist die euphorisierende Wirkung auf den Zuschauer in etwa dieselbe.
Warum das Phantom im Vergleich zu Rocky so ins Hintertreffen geraten ist, erschließt sich mir nicht, da auch das Phantom mit seiner wahnhaft absurden Intensität den Zuschauer immer noch in seinen Bann zu ziehen vermag. Und seine Spuren ziehen sich, wenn auch versteckt, noch bis in die Gegenwart. Beispielsweise mein ich in "Meet the Feebles" und im übertakelten "Im Himmel ist die Hölle los", die Fußabdrücke de Palmas wahnsinnigen Ausfluges in die Welt der Spleenies auszumachen.

Bleibt noch anzumerken, daß das Bild wohl alle frei verfügbaren Filter durchlaufen hat, die die digitalen Archäologen ihr Eigen nennen. Herausgekommen ist ein Bild, dem zwar das letzte Pixel Exaktheit fehlt, dessen Unschärfe und Farbenpracht der Sicht auf die Welt einer gekränkten Künstlerpsyche aber wohl recht Nahe kommen mag und damit genau den Look besitzt, der den ausufernden, toxisch entfesselten Touch des Filmes unterstützt.

Naturgemäß fehlt dem Ton der Wumms, dem Swing der Musik tut dies aber keinem Abbruch.
Story mit 5
Bildqualität mit 4
Tonqualität mit 4
Extras mit 4
Player:
Denon DBT-3313UD
Darstellung:
Epson EH-TW9200
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