Das ist er nun also, der Abschluss der Skywalker-Saga von Star Wars. Der von Regisseur Rian Johnson gedrehte Vorgänger "The Last Jedi" wurde von vielen stark kritisiert und hat in der Tat einige äußerst umstrittene Szenen zu bieten, wie eine im All schwebende Prinzessin Leia, die "niedlichen" Porgs-Tierchen u.v.m. Wenigstens konnte das optisch beeindruckende Finale m.E. noch für einiges entschädigen.
Regisseur J.J. Abrams hat versucht das Ruder rumzureißen und wie schon bei Teil VII "The Force Awakens" mehr ursprüngliches Star Wars Feeling zu vermitteln. Dass er so weit gehen würde dafür sogar den Imperator wieder aus dem Hut zu zaubern ist allerdings zumindest fragwürdig. Denn so wird nur allzu offensichtlich, dass die dritte Trilogie keinem roten Faden mehr folgt und eher einem Flickenteppich gleicht.
Wie Johnson konnte zudem auch Abrams nicht dem Impuls widerstehen den Jedis zusätzliche Fähigkeiten zu verpassen - in diesem Fall neuartige Heilungskräfte. Diese sind einfach da. Eine Erklärung woher diese Fähigkeiten kommen und warum sie erst jetzt eingesetzt werden gibt es auch hier nicht. Unweigerlich fragt man sich ob nicht z.B. Luke seinen Vater damit vom Sterben hätte bewahren können ?
Schließlich wirkt der letzte Teil etwas gehetzt, die Schnittfolge wurde teils stark erhöht, für eine Weiterentwicklung der Charaktere bleibt keine Zeit mehr.
Der finale Kampf hat mehrere Wendungen zu bieten, nach meinem Geschmack sogar etwas zu viele, so als konnte man sich nicht entscheiden wie der unweigerliche Sieg denn nun errungen werden soll.
Die riesige Menge an Sith kommt dabei überhaupt nicht zum Einsatz sondern wurde zu reinen Zuschauern degradiert - merkwürdig.
Insgesamt hat J.J. es leider nicht geschafft einen wirklich befriedigenden Abschluss zu schaffen.
Das soll aber nicht heißen, dass der Film schlecht ist. "The Rise of Skywalker" ist durchaus kurzweilig, unterhaltsam, teils actionreich und dramatisch geworden.
Es wimmelt auch nur so von Referenzen an die bisherigen Filme, alle Hauptcharaktere wie Prinzession Leia, Han Solo, Luke, Chewie, der alte Lando Calrissian habe nochmals ihre Auftritte, selbst die Porgs dürfen kurz auftauchen.
Ikonische Szenen wie z.B. das typische Jedi-Training gegen eine Kampfkugel, das Holo-Schachspiel mit dem Wookie oder die Bergung des X-Wing-Fighters aus dem Wasser durch Luke sind ebenso mit dabei.
Schließlich schlägt die allerletzte Sequenz mit Rey gekonnt den Kreis zum ersten Film (Teil IV) und vermittelt so auch wieder eine "neue Hoffnung".
Insgesamt vergebe ich aufgerundete 7/10 Punkte.
Technisch ist die Umsetzung Disney-typisch sehr hochwertig geraten - das gilt selbst für den Ton.
Bleiben wir aber zunächst beim Bild das sehr schön scharf, ruhig und kontrastreich mit wenn nötig satten Schwarzwerten aufwarten kann. Die Farben sind teils absichtlich entsättigt, teils kräftig aber nie übertrieben. Eine ganz leichte Körnigkeit verleiht dem Film wie schon den Vorgängern einen natürlicheren Look. Glatte 10/10 Punkte.
Von der 3D-Umsetzung wurde ich positiv überrascht, fällt diese auf Blu-Ray mal wieder besser aus als im Kino, und das obwohl ich den Film in IMAX-3D gesehen habe.
Die Plastizität ist über weite Strecken wirklich hervorragend gelungen und die Bildkomposition bietet immer wieder eine gute Staffelung.
Allein die Wellenberge auf dem Mond "Kef Bir" wirken in 3D deutlich gigantischer und bedrohlich aufragend, als es in 2D je möglich wäre.
Und immer wieder gibt es auf 3D optimierte Szenen mit besonders tiefen Blicken und auch Popouts, z.B. wenn Kylo Ren die Hand aus dem Bild heraus reicht oder ein Sternenzerstörer bzw. seine Kanone hervor ragt.
Erst wenn man sich im Vergleich die 2D-Version ansieht merkt man, wie viel stärker die Immersion in 3D ausfällt.
An die fast durchgehend kongeniale 3D-Qualität von "The Force Awakens" kann dieser Teil allerdings nicht heran reichen. Dazu ist die Schnittfolge hier und da zu hektisch geraten und so manche Szene, die sich gut für drastischere 3D-Perspektiven geeignet hätte, wurde ausgelassen.
So komme ich mit etwas Wohlwollen noch auf aufgerundete 9/10 Punkte.
Beim Ton bietet Disney wie zuletzt immer eine dt. Dolby Digital Plus 7.1 Tonspur mit nur 896 kbps. Allerdings handelt es sich zum Glück um eine der besseren Abmischungen, die dynamisch und sehr räumlich zur Geltung kommt. Selbst der Tieftonberich wird deutlich stärker betont als zuletzt. So fallen die Unterschiede zur etwas leiser produzierten, englischen DTS-HD-MA7.1-Tonspur relativ gering aus.
Der Originalton bietet wie meistens den noch etwas knackigeren Bass und noch etwas mehr Präzesion hier und da. Die Unterschiede sind aber wie gesagt gering, so dass ich in der Gesamtwertung ebenfalls auf aufgerundete 9/10 Punkte komme.
Beim Bonusmaterial lässt Disney sich nicht lumpen und bietet neben 3D- und 2D-Scheibe sogar noch eine dritte, extra Bonusdisk mit allein deutlich über 2 Stunden Hintergrundmaterial. Sehr löblich.
Das Steelbook ist prinzipiell hochwertig produziert, allein eine Prägung hätte das etwas maue Motiv deutlich aufwerten können.
Fazit: J.J. Abrams kann bei "Rise of Skywalker" mit oder gerade wegen seiner starken Neuausrichtung nicht verhindern, dass die dritte Trilogie nun insgesamt nach Flickenteppich aussieht. Einiges hätte man sicherlich noch besser ausarbeiten können, aber der Zeitdruck unter dem die gesamte Reihe entstanden ist hat das wohl vereitelt.
Dennoch ist ein unterhaltsamer Film dabei herausgekommen, dessen Unzulänglichkeiten man beim mehrfachen Sichten eher verzeiht.
Technisch ist die Blu-Ray sowohl beim Bild als auch beim Ton zum Glück sehr hochwertig geraten. Das gilt auch für die Stereoskopie: das Filmerlebnis der normalen 2D-Version wirkt auch im übertragenen Sinn "flach" im Vergleich zur deutlich immersiveren 3D-Version. So gilt auch hier wieder: wenn möglich, dann in 3D schauen.
bewertet am 02.05.20 um 17:35