Von Anfang stand die Neubelebung der Kultfilme "Ghostbusters" unter keinem guten Stern. Ob es der Tod von Harold Ramis war, das Rumgezicke von Bill Murray und das damit verbundene Hin und Her... jedenfalls führten diverse Probleme im Vorfeld dazu, dass man die Neuauflage neu besetzen und so das Beste aus dem Mist (sorry) herausholen musste.
Dann kamen die Trailer vor dem Kinostart. Es folgten Hass, Enttäuschung, Aufschreie... das vorprogrammierte Debakel wurde für viele Fans enttäuschende Realität.
"Ghostbusters (2016)", das Reboot oder wie man es auch immer nennen will, hatte von Anfang an nur wenig Chancen, erfolgreich zu sein. Sehr schade eigentlich. Und irgendwie auch traurig. ABER: soooo schlecht wie sein Ruf ist der Film nun wirklich nicht, jedoch auch nicht besonders originell.
Zur Story möchte ich nicht viel sagen, denn sie ist eigentlich auch schnell erzählt. Denn sie ist nicht wesentlich anders als die ersten beiden Filme aus den 80ern. Im Prinzip passt die Handlung zudem auf einem Blatt Papier.
Nun, dies könnte man auch den Originalen vorwerfen, wenn man schon ehrlich und nüchtern Kritik übt, aber die Originale hatten wesentlich charismatischere und kultigere Darsteller zu bieten, welche die gesamte Handlung auf ihren Schultern getragen und den Filmen so Kultcharakter verliehen haben. Und das ist auch gleichzeitig das Hauptproblem des Reboots.
Ok, wir haben Kristen Wiig und Melissa McCarthy als Auswahl, welche eigentlich im Comedy-Genre eine sichere Nummer sind, aber sie schaffen es nicht ansatzweise Bill Murray und Dan Aykroyd das Wasser zu reichen. Die beiden anderen Schauspielerinnen sind ok, halt dabei, aber hier fehlt es eindeutig an Profil.
Am coolsten und lustigsten kommt komischerweise nur Chris Hemsworth rüber, der als Dummbratze sich selber nicht ernst nimmt und dem man den Spaß an der Arbeit voll abkauft.
Man kann dem Cast an sich und auch insgesamt aber keinen Vorwurf machen, denn der Schwachpunkt liegt klar am uninspirierten und überzogen geschriebenen Drehbuch, auch die Regiearbeit ist nicht die Beste.
Es gibt zudem ein paar Spannungslöcher, so dass sich Ghostbusters (2016) 10-15 Minuten zu lang anfühlt. Und der Bösewicht, ja der ist... naja seht selber, aber selbst im 2. Ghostbusters war der Gegner der Geisterjäger wesentlich origineller und schauriger.
Ich weiß, es hört sich alles sehr negativ an und teils ist es ja auch Fakt, aber dennoch fand ich die Neuauflage irgendwie besser als ich anfangs befürchtet habe.
Ja, der Humor ist eher platt, albern und statt Comedy sehen wir hier eher Klamauk, aber irgendwie unterhaltsam ist die Neuauflage trotzdem. Die Spezial Effekte z. B. sind echt super gelungen, das gilt auch für das tolle Geisterdesign. Trotz ein paar langatmiger Szenen liefert Ghostbusters (2016) eine gewisse Leichtigkeit, die sich auf mich als Zuschauer überträgt. Ich kann's kaum erklären, aber immer wenn man am liebsten den Film ausmachen will wird er besser, vor allen Dingen im letzten Drittel.
Ich bin wirklich hin und her gerissen und tendiere eigentlich eher zu enormen Punktabzug, der Film hat es aber meiner Meinung nach so nicht verdient. Trotz aller Kritik und trotz der vielen Probleme, mit dem das Projekt zu kämpfen hatte, ist Ghostbusters (2016) ein solider Action-Klamauk, den man sich vielleicht sogar hin und wieder anschauen kann. Allerdings wird er es bei mir schwer haben, denn als Kind der 80er werde ich mir dann doch eher die Originale aus dem Regal holen.
STORY: 6/10
Das 3D-Bild hat eine tolle Tiefenstaffelung und die Effekte werden hier perfekt eingesetzt. Ebenso stimmen Farbvielfalt, Details und Schärfe.
Noch besser finde ich aber das 2D-Bild, welches ebenso plastisch wirkt und eine tolle Tiefenwirkung bietet. Die Schärfe kommt hier besser zur Geltung, ebenso ist der Schwarzwert kräftiger und detailreicher.
BILD (2D): 9,5/10
BILD (3D): 8,5/10
Den Ton fand ich wirklich sehr gut, wenn auch an der Referenz vorbei. Keine Box ist arbeitslos, die Stimmen sind klar und es gibt ausreichend Surroundeffekte. Der Bass-Einsatz ist druckvoll und stimmig.
Insgesamt könnte der Raumklang aber differenzierter und detailreicher sein, dem Klang insgesamt fehlt es in der letzten Konsequenz an Wucht.
TON: 8,5/10
Die Extras machen Laune und liegen komplett in HD vor. Leider ist der Umfang eher mau, fairerweise muss man aber erwähnen dass noch der ca. 15 Minuten längere Extended Cut vorhanden ist (den ich mir allerdings noch nicht angeschaut habe, was aber noch nachgeholt wird).
EXTRAS: 6/10
bewertet am 21.01.17 um 00:40