COBRA
COBRA von John P. Cosmatos aus dem Jahre 1986 (Drehbuch Stallone) zeigt dem heutigen Publikum die wundersame Welt des 80er Jahre Action Kinos vermischt mit Motiven des Slasher Films. Stallone als Cobretti muss Brigitte Nielsen, die auf den schönen Namen Ingrid hört, vor dem fiesen Night Slasher, der eine ganze Armee Psychopathen anführt, beschützen. Der Bodycount ist enorm und daher wohl größtenteils unspektakulär. COBRA ist ein dunkler Film und trotz der Slasher Thematik nicht im Geringsten zeig freudig, weshalb ich diese 18er Freigabe nicht nachvollziehen kann.
Das Bild liegt im Format 1.85:1 vor und bewegt sich auf DVD Niveau und geht damit für diese antiken Schinken durchaus in Ordnung. In keiner Szene ist auch nur ein Anflug von räumlicher Tiefe auszumachen. Trotz der vielen Nachtaufnahmen ist alles zu erkennen, was zu erkennen sein soll. Geschaut habe ich auf einer 16:9 Rahmenleinwand.
Die Tonspur der Originalfassung liegt in 5.1 DTS HD Master Audio vor. Die Stimme von Stallone ist schon recht markant, bekam aber erst später diesen richtigen „Reibeisenfaktor“ aus der Brust heraus. Der Ton ist leider nicht nur enorm frontlastig, sondern auch dumpf und manchmal sehr blechern. Dieser Sound klebt in den Lautsprechern fest – schade, denn ein wenig mehr Luftigkeit hätte auch dem sehr interessanten Soundtrack äußerst gut getan.
Wer in Sachen 80er Jahre Filme Nachholbedarf hat oder wer sich eine Prise Nostalgie ziehen will, dem ist COBRA hiermit wärmstens empfohlen.
Als Bonusmaterial gibt es einen Audiokommentar von John P. Cosmatos, „Behind the Scenes“ und einen Trailer.
TANGO & CASH
TANGO & CASH stammt aus dem Jahr 1989 und wurde von Andre Albert Magnoli inszeniert. Leider hat dieser Film den Test der Zeit nicht überstanden, denn er kommt echt kitschig daher. Der Soundtrack ist wahrlich abtörnend. Kurt Russell spielt Stallone locker an die Wand. Jack Palance kommt leider viel zu kurz. Ich fand den Film allerdings zu seiner Zeit schon nicht berauschend.
Das Bild, das ich da auf meiner Cinemascope Leinwand gesehen habe, bringt nur eine durchschnittliche Präsentation dieser Action Komödie. Hin und wieder punktet das Bild mit schöner räumlicher Tiefe.
Der Ton der Originalfassung, die in 5.1 Dolby True HD vorliegt, ist frontlastig und kraftlos, was mir jedoch nichts ausgemacht hat, denn es war irgendwie passend. Bei der Synchronfassung (5.1 DD) müssen weitere akustische Abstriche hingenommen werden (noch dünner, noch kraftloser). Zudem leidet natürlich der Wortwitz unter der Synchro.
Warum der Streifen bei uns ab 18 jahren freigegeben ist, erschließt sich mir nicht. Für die Holländer gilt eine Freigabe ab 12 Jahren, was dem Inhalt des Films doch wohl eher entspricht.
Hier können zur Originalfassung laut Info auf der Box deutsche Untertitel zugeschaltet werden. Bei Warner gibt es jedoch nie deutsche Untertitel, sondern nur deutsche Untertitel für Hörgeschädigte. Falls jemand diese Art UT nicht kennt: auf die Dauer sind die UT für Hörgeschädigte anstrengend, weil es etliche Einblendungen gibt, die für nicht Hörgeschädigten irrelevant sind und gerade diese kommen in Großbuchstaben in Klammern z. B. (HANDY KLINGELT), (TÜR GEHT AUF UND WIEDER ZU oder (DONNER GROLLT). Da ich auf Leinwand schaue, sind die UT entsprechend riesig. Ich hoffe nach wie vor, dass bald von Oppo ein Update für die Verkleinerung von UT kommt (auch wenn ich die Untertitel nur bei wenigen Filmen brauche).
Das Bonusmaterial besteht aus einem Trailer.
DEMOLITION MAN
DEMOLITION MAN… die 80er Jahre sind vorbei! Dieser Film, der von Marco Brambilla inszeniert wurde, ist von 1993 und ein geschniegelter und gestriegelter Stallone als aufgetauter John Spartan, genannt Demolition Man, quasselt sich im Jahr 2032 mit Sandra Bullock an seiner Seite durch eine seichte Action Komödie in unerträglich sterilen Kulissen (was wohl auch so sein soll). Die Gags sind auch unerträglich (was sicher nicht so gewollt ist). Tja, was so ein paar Jahre ausmachen… vorbei mit dem Schmutz - leider auch bei der Action! Erstaunlich wie wenig demoliert wird bei einem Film mit diesem Titel. Wesley Snipes als Stallones Gegenspieler Simon Phoenix, der, sofort nach dem er aus dem Eis befreit wurde wieder zum Tagesgeschäft über geht, hat niemanden zum Quatschen und führt daher Selbstgespräche oder lacht bei seinen Aktionen dämlich vor sich hin. Overacting vom Feinsten! Trotz 115 Minuten Laufzeit ist dieser Quark erstaunlich kurzweilig. Sollte es mich im Nachhinein erstaunen, dass ich diesen Film zu seiner Zeit im Kino gesehen habe?
Das Bild im Format 2.4:1 machte auf meiner Cinemascope Leinwand einen sehr guten Eindruck. Bis auf einige wenige unscharfe und verschmierte Einstellungen kommt es sehr scharf daher, was die Sterilität dieses Streifens hervorragend unterstützt. Ab und zu punktet das Bild zusätzlich mit schöner räumlich Tiefe.
Der Ton der Originalfassung liegt 5.1 DTS HD Master Audio vor und kann mit dem tollen Bild leider nicht mithalten, denn der Sound ist leider zu frontlastig und löst sich nicht von den Lautsprechern.
Als Bonusmaterial gibt es einen Audiokommentar von Regisseur Brambilla und Produzent Joel Silver sowie einen Trailer.
THE SPECIALIST
THE SPECIALIST, von Luis Llosa im Jahre 1994 inszeniert, wartet mit der besten Besetzung von allen Filmen dieser Box auf. Stallone gibt hier den Ex-CIA Sprengstoffexperten Ray Quick, der Sharon Stone, die hier als May Munro in Erscheinung tritt, „hilft“, die Mörder ihrer Eltern durch seine speziellen Fähigkeiten im Umgang mit explosiven Mitteln zu beseitigen. Neben Stone als Sirene erleben wir James Woods, der einmal mehr hervorragend ein psychopathisches Arschloch mimen darf, dann dürfen wir uns an Rod Steiger als patriarchalischem Kopf einer Verbrecherbande erfreuen und hervorragend kommt auch Eric Roberts als dessen arroganter, ekelhafter Sohn rüber. Kein Wunder, dass Roberts von Stallone nochmals als fiese Type für THE EXPENDABLES angeheuert wurde.
Leider rettet die tolle Besetzung den Film nicht vor Mittelmäßigkeit. Dem Streifen fehlt die Spannung, der rote Faden, der Fluss… zu episodenartig sind die einzelnen Szenen inszeniert. Der Regisseur schafft es auch nicht, die Ausstrahlung der Stone ins rechte Licht zur rücken und die Präsenz von Stallone einzufangen. Die Bett- bzw. Duschszene mit Stallone/Stone ist nun wirklich grottenschlecht geworden. Viele Explosionen und viele gute Schauspieler machen eben nicht automatisch einen guten Film. Sehr schade! Falscher Regisseur… da hätte jemand wie Richard Donner rangemusst und der Film wäre ein Meisterwerk geworden (was mir klar wurde, nachdem ich ASSASSINS gesehen habe). Dieser Film ist in Holland übrigens ab 12 Jahren freigegeben.
Das Bild kommt im Format 1.85:1 und zeigte auf meiner 16:9 Rahmenleinwand nur eine durchschnittliche Präsentation. Ein immer wieder sehr weiches Bild ohne nennenswerte Momente mit räumlicher Tiefe.
Auch hier wurde die Originalfassung mit einer 5.1 DTS HD Master Tonspur ausgestattet, welche sich eigentlich nur auf Frontlautsprecher und den Center verteilt, dabei jedoch zumindest einigermaßen luftig klingt und den nervigen Soundtrack ansprechend rüberbringt. Deutsche UT für Hörgeschädigte können zugeschaltet werden.
Die deutsche Fassung liegt in DD 5.1 vor und klingt leider dumpf und sehr verhalten. Von diesem Wahnsinnsakzent mit dem Rod Steiger auftrumpft, bleibt in der deutschen Fassung leider nicht mal ein Hauch übrig. Insgesamt betrachtet sind dieser Ton und diese Synchro eine sehr sterile Angelegenheit.
Als Bonusmaterial wird lediglich ein Trailer geboten.
ASSASSINS
ASSASSINS von Richard Donner aus dem Jahr 1995 zeigt uns Stallone und Banderas als Auftragskiller, die von ihrem Auftraggeber gegeneinander ausgespielt werden sollen. Stallone ist die Ruhe selbst und überzeugt durchaus in seiner Rolle als in sich ruhender Profikiller. Richard Donner hat Stallones physische Präsenz und Ausstrahlung sehr gut in Szene gesetzt. Banderas ist der Heißsporn und sorgt für die Action in diesem mit ca. 133 Minuten Spieldauer doch etwas zu lange geratenen Abenteuer. Natürlich bekommt unser Sly auch wieder eine Frau an seine Seite: Julianne Moore ist die Auserwählte und sie hört auf den tollen Namen Electra. Der Film ist inszeniert wie ein Thriller aus den 70er Jahren. Geradezu herrlich altmodisch für Mitte der 90er! Bei uns ab 16 Jahren freigegeben, dürfen in Holland auch solche Kunstwerke schon von 12jährigen begutachtet werden.
Das Bild kommt im Format 1.85:1 und ist recht farblos, weil Grau- und Brauntöne überwiegen und mit nur geringen Anflügen von räumlicher Tiefer. Immer wieder wird es recht soft, manchmal kann sich das Auge an einem schönen Kinobild, das mit leichter Körnung erfüllt ist, erfreuen. Insgesamt betrachtet jedoch nur eine durchschnittliche Präsentation. Ich denke, dieser Film wäre besser im Cinemascope Format gedreht worden. Für diesen Film musste die 16:9 Rahmenleinwand an die Wand.
Der Ton der Originalfassung liegt 5.1 DTS HD Master Audio vor. UT für Hörgeschädigte können zugeschaltet werden. Die Akustik kommt luftig rüber und schafft es, sich von Lautsprechern zu lösen, bleibt jedoch frontlastig. Leider hat der Film bis auf wenige Ausnahmen lediglich die Dynamik einer knallenden Knallerbse, was zum größten Teil dem Umstand geschuldet ist, dass es eben nur wenig akustische Action gibt und bei den Schießereien, wo es dann richtig krachen könnte, ausschließlich Waffen mit Schalldämpfern zum Einsatz kommen und da macht es eben nur „Klick“ bei jedem Schuss. Einen Anflug von Raumklang erleidet die Tonspur nur bei der Szene mit Electra auf dem Friedhof und auch der Subwoofer hat einen längeren Einsatz.
Die deutsche Fassung hat es ebenfalls auf die Scheibe geschafft und liegt in DD 5.1 vor. Der Ton scheint hinter den Fronlautsprechern wegzukommen. Die Luftigkeit der Akustik ist bei dieser Tonspur nahezu dahin und von Banderas schönem Akzent hat man auch nichts. Zudem leidet die physische Präsenz von Stallone in den Szenen, in denen er Nachrichten von seinem Auftraggeber via Bildschirm empfängt und diese Nachrichten vom Synchronsprecher vorgelesen/übersetzt werden. Die Stärken dieser Szenen liegen in der Ruhe und Stallones Ausdruck, die in der deutschen Fassung einfach zunichte gemacht werden.
Als Bonusmaterial hat es lediglich ein Trailer auf die Scheibe geschafft.
bewertet am 04.02.13 um 07:17