[15 Dublonen] Review: Hänsel und Gretel: Hexenjäger (Steelbook, Müller-exklusive)

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10. Mai 2015


Wie bereits bei "World War Z" erlaubte sich auch bei Hänsel und Gretel: Hexenjäger der deutsche Vertrieb einen Schabernack mit den Steelbook-Sammlern: gleich drei Blechdosen erschienen gleichzeitig auf dem Markt, wobei eine Amazon-exklusive, die zweite MediaMarkt-exklusive und die dritte Müller-exklusive angeboten wurde. Da ich keine 3D-BluRay benötigte fiel die Wahl auf das Müller-Exemplar, ein Besuch in meinem Markt vor Ort überzeugte mich, da diese Fassung auch noch eine schöne Prägung zu bieten hatte, und so wanderte diese Version in den Einkaufswagen.
Was auf den ersten Blick wie ein B-Movie wirkt, könnte auf den zweiten Blick einen kleinen Geheimtipp beinhalten. Kann das grimmsche Geschwisterpärchen überzeugen? Das ergründet der folgende Review.


Der Film ist in drei unterschiedlichen Steelbooks erschienen: Müller-exklusive (2D-BluRay, Fotos siehe Ende des Beitrags), Media-Markt-exklusive (2D/3D-BluRay, mit Lenticular-Magnet-Cover) ...
 
... und Amazon-exklusive (2D/3D-BluRay).

Auch in der 2D- und 3D-Amaray ist der Film erhältlich, letztere entweder als 2D/3D-BluRay...

... oder als 3D-only-BluRay.



Story:
Die Erzählung von "Hänsel und Gretel: Hexenjäger" basiert auf dem bekannten Märchen der Gebrüder Grimm. So wird diese Geschichte auch zu Filmbeginn kurz wiedergegeben, denn wo das Märchen mit dem Verbrennen der Hexe endet, da fängt der Film erst an. Das Geschwisterpaar begibt sich in den folgenden Jahren auf eine Jagd nach allen bösen Hexen, die sie stilecht über den Jordan schicken. Eine auffällige Kindesentführung ruft Hänsel und Gretel auf den Plan, und so ermitteln sie im Umfeld des mittelalterlichen Städtchens Augsburg.
Der Film ist frech, durch und durch. Er überführt verschiedene Schießprügel der Gegenwart in totschickem Steampunk-Design ins Mittelalter, hinzu kommt eine stylische, wenig zeitgemäß wirkende Sprache der Protagonisten. Dass sich Hänsel, aufgrund der Süßigkeiten-Mästerei der Hexe, regelmäßig Insulin spritzen muss wirkt hingegen sehr absurd, da es zwar gezeigt wird, auch später im Film als wichtiges Plotelement platziert ist, aber nie genauer erörtert wird (wo bekommt er zum Beispiel das Insulin her?). Die Erzählung ist sehr actionlastig, aber grundsolide ausgeführt. Mal wirkt sie derbe, mal lustig, mal überaschend ernst. Die Darsteller agieren überzeugend, die Welt ist liebevoll gestaltet. Edward der Troll wirkt in jeder Szene souverän, was eindeutig daran liegt, dass der Charakter eben NICHT als CGI-Kreatur erschaffen wurde, sondern als animatronische Puppe direkt am Set war. Der Gore-Faktor ist erstaunlich hoch, aber immer mit einem Augenzwinkern umgesetzt (was auch die Altersfreigabe ab 16 rechtfertigt anstatt einem höheren Rating). Der visuelle Stil weiss zu gefallen, vor allem die vielen unterschiedlichen Hexen, mal sexy, mal abstoßend, mal hässlich, dann wieder auf verstörende Weise schön oder geheimnisvoll realisiert.
Der Film bietet gute Unterhaltung mit einer wirklich überzeugenden Unterstory, die einige erstaunliche Momente zu bieten hat. Ein herausragender Film ist "Hänsel und Gretel: Hexenjäger" zwar nicht, aber ein sehr guter.
Punkte: 4/5

Ton:
Der englische O-Ton liegt in DolbyTrue HD 5.1 vor, der deutscheh Ton hat es nur in Dolby Digital 5.1 auf die Scheibe geschafft. Die englische Tonspur kann überzeugen, bietet sie doch einen krachenden Surround-Sound mit sehr guter Subwoofer-Unterstützung. Der deutsche Ton hingegen wirkt wenig überzeugend, kann zwar bei der Abmischung ein wenig mithalten, bietet aber lange nicht den Ompf der Original-Spur.
Der englische Ton landet bei fünf Punkten, der deutsche erhält immerhin noch vier Punkte.
Punkte: 4,5/5

Bild:
Das Bild ist durchgängig von sehr guter Qualität. Details sind sehr gut zu erkennen, die Farbauswahl und -balance wirkt sehr stimmig. Auch in dunklen Szenen, und davon gibt es nicht wenige, bleibt das Bild auf hohem Niveau.
Punkte: 4,5/5

Extras:
Drei Bonusfilmchen mit einer Gesamtlaufzeit von einer knappen halben Stunde liegen im Bonuskapitel vor. Das Material ist inhaltlich sehr interessant gelungen, und vermittelt auch sehr viele Informationen. Nach der halben Stunde wünscht sich der Bonus-Fan gerne mehr davon, oder noch einen Audiokommentar, oder einfach noch irgendwas. Aber mehr gibt's leider nicht... immerhin liegt das Material komplett in HD vor, sodass es zu 2.5 Punkten reicht.
Punkte: 2,5/5

Fazit:
"Hänsel und Gretel: Hexenjäger" versprüht ganz starken B-Movie-Charme, der von vielen Dingen in Richtung A-Movie gelupft wird. Da wären die Darsteller, der teilweise ernste Unterton der Geschichte, aber auch die sehr guten Trickeffekte (sowohl praktisch als auch CGI). Technisch ist die BluRay gut gelungen, wenn auch weiteres Bonusmaterial schön gewesen wäre.
An dieser Stelle sei noch vor den ganzen Trittbrettfahrern gewarnt, die kurz vor oder nach der Veröffentlichung von "Hänsel und Gretel: Hexenjäger" mit Filmen hervorkamen, die ebenfalls das Geschwisterpaar im Titel tragen, wie

  • "Das Hänsel und Gretel Massaker"


     
  • "Hänsel und Gretel"


     
  • "Hexenjagd - Die Hänsel & Gretel Story"


     
  • "Hänsel vs. Gretel"


     
  • "Hänsel und Gretel - Black Forest"


     
Achtung, Verwechslungsgefahr.

Die hier vorliegende BluRay-Version von "Hänsel und Gretel: Hexenjäger" im geprägten Steelbook wird - vorerst - in der Sammlung bleiben dürfen. So aus dem Bauch heraus hätte auch eine Videotheken-Ausleihe ausgereicht, aber solange noch ein wenig Platz in der Sammlung übrig ist, darf die Blechdose hierbleiben.

Kaufpreis:
20 Euro (neu) bei Müller ; mehr als 15 Euro… äh… Dublonen war mir diese schöne Metalldose mit Prägung allemal wert


Zusätzlicher Lesestoff: Kino-Review von Cine-Man; Review von Pumba;
Review von Charlys Tante; Review von Haldir123



Vorder- und Rückseite:

  

Innenansicht: 



 


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geschrieben am 11.05.2015 um 16:32
#2
Echt, Fortsetzung? Bin ich mal gespannt. PG-13 ist aber blöd, der hier hatte richtig Pfeffer, was ihn zu einem ordentlichen Film gemacht hat. Das Alles nun eingesoftet... naja, weiß nicht.
geschrieben am 11.05.2015 um 10:02
#1
Fand den Film solide, wobei lustig wie hier im O-Ton geflucht wird ohne Ende. Fortsetzung ist bekanntlich schon in Arbeit blöd nur dass Paramount den dann als PG 13 haben will, weil die fest der ansicht sind, das würde mehr Geld bringen

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