Season 1:
Der in Albuqurque, New Mexiko wohnende Chemielehrer Walter White lebt ein recht normales, bescheidenes Leben, jobbt nebenbei in einer örtlichen Autowaschanlage um den Unterhalt für seine Familie, die schwangere Ehefrau Skyler und Sohn Walter Jr, zu gewährleisten, als er eines Tages die verheerende Diagnose Lungenkrebs erhält. Seine Welt bricht zusammen, doch dies will Walter nicht akzeptieren und nimmt die Zügel selbst in die Hand. Als begnadeter Chemiker tut er sich mit seinem ehemaligen Schüler Jesse Pinkman zusammen, welcher auf die schiefe Bahn geraten ist und mit Drogen dealt. Gemeinsam beginnen sie, Crystal Meth herzustellen und zu verkaufen. Ihre Ware hat den besten Reinheitsgrad und schlägt auf dem Markt ein, wie eine Bombe, was schnell die örtlichen Großdealer auf den Plan ruft.
Bryan Cranston kannte ich bis dato hauptsächlich als durchgeknallten Vater "Hal" aus Malcolm mittendrin oder als ebenso durchgeknallten Tim Sacksky aus King of Queens. In Gareth Edwards Godzilla hat man ihn in einer ernsten Rolle gesehen, welche leider etwas kürzer ausfiel. Breaking Bad stand schon lange auf meiner Watchlist und endlich bin ich nun dazu gekommen, mit dieser Serie zu starten. Nun frage ich mich, wie ich so lange warten konnte, denn schon die 7 Folgen der kurzen, ersten Staffel sind grandios.
Die durchgängig erzählte Story hat einen von der ersten Folge an in ihrem Bann und wird immer spannender, so dass man überhaupt nicht mehr aufhören kann zu gucken.
Bryan Cranston spielt die Rolle des Walter White wirklich hervorragend und zeigt enorm viele Facetten seines Könnens.
Die Charaktere sind klasse geschrieben und ebenso gut besetzt. Dean Norris als Schwager Hank, der beim DEA arbeitet, Ehefrau Skyler oder der behinderte Sohn Walter; Jr., gespielt von RJ Mitte. Aaron Paul als Partner in Crime, Jesse Pinkman liefert ebenfalls eine klasse Performance ab. Die Charaktere sind, ebenso wie die Story, genial ausgearbeitet, teils ein wenig verrückt bis hin zu komplett durchgeknallt aber sympathisch.
Der Spagat zwischen traurigem Drama ( White's Krebserkrankung, dessen Darstellung dieser, der ersten Symptome und Nebenwirkungen der Chemo etc. ), Crimethriller und verrückten Momenten zum kaputtlachen wird hier eindrucksvoll geschafft und man bekommt einen tollen Genremix geboten, der sich so gar nicht wirklich in eine Schublade stecken lässt. In einem Moment noch lacht man über eine verrückte Szene, im nächsten Moment treibt einem die traurige Geschichte um Walters Erkrankung fast die Tränen in die Augen. Gerade dies reißt einen absolut mit und lässt einen mit leiden. Cranston spielt dies so verdammt glaubhaft, dass es kein Wunder ist, dass er mehrere Emmys als bester Darsteller abgeräumt hat. Völlig verdient!
Volle Punktzahl für einen absolut genialen Auftakt!
10 / 10
Das Bild ist insgesamt gut und hat eine ordentliche Schärfe. Filmkorn ist immer mal wieder zu sehen. Farben sind satt. Kontrast und Schwarzwert sind gut.
Der Ton ist gut abgemischt. Surround und Bass sind ordentlich.
Extras sind einige vorhanden. Neben Making Of, deleted Scenes und Audiokommentaren gibt es noch einige weitere Features.
Season 2:
Die zweite Staffel setzt genau da an, wo die erste endete.
Walter White's Doppelleben wird genial von Bryan Cranston dargestellt, der eine schauspielerische Glanzleistung abliefert und seine Rolle sehr schön vertieft. Man merkt langsam, wie Walter White vermerht zu Heisenberg wird. Ebenso toll spielt auch der restliche Cast. Die Story entwickelt sich hervorragend weiter und wird immer spannender. Bestehende und neu hinzukommende Charaktere sind sehr interessant in die Geschichte eingeflochten. Jede einzelne Folge ist interessant ohne einen einzigen Durchhänger oder Längen, man wird extrem gefesselt, so dass man am liebsten weiter guckt ohne Pause.
Danny Trejo hat hier übrigens eine kleine Gastrolle.
Staffel 2 hält mühelos das Top-Niveau der Ersten und setzt sogar einen drauf in Punkto Qualität. Das Ende hält einen heftigen Cliffhanger bereit.
10 / 10
Das Bild ist in etwa auf dem Niveau der ersten Staffel, mit leichten Verbesserungen. Insgesamt 4 Punkte.
Der Ton ist gut abgemischt und klar. Surround und Bass auf gutem Niveau.
Extras sind u.a. deleted Scenes, Gag Reel und einige weitere Featurettes.
Season 3:
Season 3 macht wieder genau da weiter, wo die 2. endete.
Alles wofür Walter ursprünglich begonnen hat, Meth zu kochen, scheint den Bach runter zu gehen, als seine Frau Skyler von seiner geheimen Arbeit erfährt. Die Ehe ist in Gefahr und er denkt ans aufhören, doch dies gestaltet sich gar nicht so einfach mit dem mächtigen Drogenboss Gustavo Fring im Hintergrund, der natürlich seine Ware weiterhin haben will.
Neue Charaktere werden eingeführt und die Spannung steigt stetig weiter an, gerade auch um den parallel gegen "Heisenberg" ermittelnden Schwager Hank. Das Doppelleben von Walter nimmt hier immer heftigere Züge an, so dass man hier immer mehr mit fiebert.
Es ist teilweise so spannend, dass man kaum wagt zu atmen. Einer dieser Momente wäre beispielsweise als Hank den Wohnwagen auf dem Schrottplatz findet. Diese Momente sind wahre Spannungshighlights, von denen Breaking Bad nicht gerade wenige zu bieten hat, denn auch die "normalen" Momente wissen einen absolut zu fesseln.
Die Staffel endet erneut mit einem heftigen Cliffhanger, der einen zum sofortigen weitersehen zwingt. Top-Unterhaltung auf sehr sehr hohem Niveau! Lediglich eine einzige Folge ( und das war in drei Staffeln die erste bisher ) hatte einen leichten Hänger und zwar als Walter und Jesse im Labor abhängen und es sich ein wenig zieht. Das war die erste ( wohlgemerkt minimale ) Schwäche, daher ein halber Punkt Abzug meinerseits.
9,5 / 10
Das Bild ist sehr detailreich mit guten Farbwerten, Kontrast und Schwarzwert. 4,5 Punkte
Der Ton ist auf gutem Niveau mit gutem Surround und Bass.
Extras sind sehr üppig mit u.a. 4 BTS-Dokus, Kommentaren und deleted Scenes.
Season 4:
Season 4 setzt wieder direkt an die Vorgängerstaffel an.
Die Charakterzeichnung nimmt atemberaubend gute Ausmaße an. Neben erneuter Glanzleistung von Bryan Cranston und Aaron Paul, der mir auch von Staffel zu Staffel immer besser gefällt, geht vor allem Giancarlo Esposito als Gustavo Fring herrlich ab. Diese ständig kontrollierte Fassade nach außen hin, berechnend bis ins kleinste Details, kühles aber dennoch immer adrett-freundliches Auftreten und doch weiß man genau was eigentlich für ein Mensch dahinter steckt. Sehr heftig auch, wie Walter White immer heftiger, skrupelloser und düsterer, quasi zum personifizierten Heisenberg wird und dies nicht mehr nur eine Geheimidentität zu sein scheint, was sich auch mehr und mehr auf sein direktes Umfeld, sprich in erster Linie Skyler aber auch Jesse auswirkt.
Es heißt Spannung pur an allen Fronten, so dass man es teils kaum aushält und jeder einzelne Handlungsstrang wird zunehmend interessanter. Die Story wird wieder klasse weiterentwickelt und hält an allen nur erdenklichen Fronten heftige Wendungen bereit, was das Zeug hält. Das man hier die grandiosen Vorgängerstaffeln noch toppen kann, hätte ich nicht gedacht.
Die Ereignisse überschlagen sich förmlich und münden in einem brachialen Staffelfinale, welches einfach nur der Kracher ist!
Hier platzt der sprichwörtliche Knoten, bzw. viel mehr explodiert die Bombe nun, deren Zündschnur die ganze Staffel über unaufhörlich brannte.
Eine Serie mit enormem Suchtpotenzial, wie es bisher kaum eine andere in dem Ausmaß vollbracht hat.
Die 4. Staffel ist erstmalig auch in sich abgeschlossen und hat so gesehen kein offenes Ende.
10 / 10
Das Bild ist frei von Filmkorn und hat tolle Details, sowie gute Farbwerte zu bieten. Kontrast und Schwarzwert sind auch sehr gut.
Der Ton ist gut abgemischt und klar verständlich. Bass und Raumklang sind auf ordentlichem Niveau.
Extras sind deleted und Extended Scenes, Dokus und ein paar weitere Featurettes. 3,5 Punkte
Season 5:
Nachdem die 4. Staffel die Story um Gustavo Fring und das Kartell zu einem Abschluss gebracht hat, heißt es nun, diese geniale Serie leider zu einem Ende zu bringen und die letzte Staffel holt nochmal alles heraus, was möglich war. Man hat nie das Gefühl, dass man die Serie in irgendeiner Form überhastet zum Ende bringen wollte, vielmehr wird sich nun diese Ganze Staffel Zeit genommen, um die Ereignisse der ersten 4 Staffeln, die ja bereits mehr oder weniger abgeschlossen waren, zu verarbeiten. Dafür gibt es in der finalen Staffel nun sogar 3 Folgen mehr als in den bisherigen, also ganze 16 Folgen.
Es geht wahrlich drunter und drüber und man wird Zeuge einer heftigen Eskalation auf allen Ebenen, denn das Kartenhaus scheint zusammenzufallen, die Fassade um Walters Doppelleben gewaltig zu bröckeln. Die Ehe liegt ohnehin schon in Scherben und das einzige was Walter geblieben ist, ist seine "geheime Tätigkeit", in der er seine wahre Berufung gefunden zu haben scheint.
Was hier aufgefahren wurde, ist der Wahnsinn - Drama pur, tolle Action und alles sehr mitreißend, so dass man einfach nur angespannt mit offener Kinnlade dasitzt und gebannt zuschaut. Schauspielerisch ist das dargebotene grandios, sowohl von Bryan Cranston als auch vom restlichen Cast. Die Story ist kompromisslos mit einigen sehr heftigen Schockern und bietet ein wirklich hervorragendes Ende dieser genialen Serie.
10 / 10
Das Bild hat eine gute Schärfe mit sichtbaren Details und guten Farben. Kontrast und Schwarzwert sind ordentlich.
Der Ton ist gut abgemischt, hat guten Raumklang und ordentlichen Bass.
Extras lassen hier keine Wünsche offen.
Gesamtfazit: Absolut grandiose Serie, die sofort süchtig macht!
bewertet am 07.03.17 um 10:57