Infernal Affairs ( 2002 ) :
Triadenboss Sam schickt einige seiner jungen Anwärter als Spitzel zur Polizeischule, damit er den Cops ständig einige Schritte voraus sein kann. Die Cops jedoch tun genau dasselbe, indem sie einen Cop Undercover bei dessen Gang einschleusen. So handelt die Story von eben zwei solcher auf vermeintlich gegnerischen Seiten stehenden Spitzeln, einer ein Gangster in Uniform, der andere ein Cop unter Gangstern.
Infernal Affairs vom Regie-Duo Andrew Lau und Alan Mak erschien 2002, welcher der erste von insgesamt 3 Teilen ist und als Vorlage für Martin Scorsese's The Departed diente, der nur 4 Jahre später in die Kinos kam.
Mit Andy Lau und Tony Leung in den Hauptrollen, sowie Eric Tsang und Anthony Wong sind hier einige DER Topdarsteller des Hong Kong Films vertreten.
Jungstars Shawn Yue und Edison Chen sind in Minirollen als die jeweils jungen Versionen der beiden Hauptfiguren zu sehen, die in einigen wenigen Rückblenden gezeigt werden.
Infernal Affairs enthält sehr wenig Action, eigentlich kaum, sondern präsentiert sich als Thriller-Drama- Mix, wovon der Film auch lebt, ebenso wie von seinen sehr guten Darstellern, die den Figuren Profil verleihen. Die Story ist an sich nicht sonderlich komplex aber ein gutes Drehbuch und die Inszenierung des Stoffes heben den Film definitiv hervor. Es herrscht durchgehend ein gutes Spannungslevel und man nutzt den Plot geschickt aus, um jenes auch hoch zu halten.
Das innerliche Hadern, die teilw. Zerrissenheit der Charaktere lässt den Zuschauer immer wieder mal im Dunklen darüber, wie sie sich nun entscheiden und wofür sie letztlich stehen - denn die Grenzen verschwimmen hier sehr gekonnt. Auch diese Gewisse Verbindung der beiden zueinander sorgt zusätzlich für Spannung, schließlich teilen sie ein sehr ähnliches Schicksal, welches jedoch völlig unterschiedliche Ausgänge für sie bereit hält.
Tolles Thriller-Drama mit gut aufspielendem Cast in interessantem Setting.
9 / 10
Das Bild ist ok, hat öfter mal Filmkorn und ist etwas weich geraten. Die Farbgebung ist kühl gehalten.
Der Ton ist insgesamt ordentlich mit einem ausgewogenen Soundmix.
Story: 9 / 10
Bild: 3
Ton: 4
Extras: 3
Infernal Affairs 2 ( 2003 ):
Nur ein Jahr nach dem erfolgreichen Infernal Affairs brachten die Regisseure Andrew Lau und Alan Mak den zweiten Teil in die Kinos, welcher nun die Vorgeschichte erzählt, da wie man weiß, einer der beiden Hauptcharaktere aus Teil 1 nicht mehr unter uns weilt. Man entschloss sich also, die jungen Jahre von Lau Kin Ming und Chan Wing Yan zu beleuchten und somit Edison Chen und Shawn Yue auflaufen zu lassen, welche bereits im Erstling als junge Versionen der beiden Hauptfiguren in einigen Rückblenden zu sehen waren. Andy Lau und Tony Leung sind nicht mit von der Partie, dafür sind u.a. aber Anthony Wong und Eric Tsang wieder in ihren gewohnten Rollen zu sehen, nicht nur das, sie rücken hier weitgehend in den Fokus der Handlung.
War der Erstling bereits als Drama / Thriller konzipiert und enthielt nur wenig Action, geht dieses Prequel ähnliche Wege, fährt den ohnehin schon raren Actionanteil noch etwas weiter herunter und ist sehr, sehr ruhig inszeniert. So gibt es viele Dialoge unter den verschiedenen Charakteren, welche sich stellenweise aber gekünstelt in die Länge gezogen anfühlen und die Handlung nicht immer gleichmäßig voran bringen. Die anfängliche Spannung fährt dementsprechend zur Mitte hin erst mal deutlich herunter, wodurch bei den üppigen 2 Std. Laufzeit die ein oder andere Länge entsteht.
Schade ist, dass man den Fokus gar nicht wirklich auf die beiden eigentlichen Hauptcharaktere Ming und Yan richtet, sondern diese leider eher zu Nebenfiguren avancieren. Stattdessen rückt die Geschichte um Bruder Sam ( Eric Tsang ) und Wong Chi Sing ( Anthony Wong ), welche zu dieser Zeit noch befreundet waren, in den Vordergrund und steht in Zusammenhang mit dem eigentlichen Plot, dem Tod des Triadenbosses Kwun, wodurch ein Ungleichgewicht unter den Clans entsteht. Der Sohn Kwuns, Ngai Wing Hau ( Francis Ng ) tritt hier stark in den Vordergrund und übernimmt die Geschäfte seines Vaters, sinnt zudem nach Rache für dessen Ermordung. Francis Ng glänzt in der Rolle des Ngai, die in ihren Zügen auch stark an Al Pacino's Michael Corleone erinnert. Das Ganze findet seinen Höhepunkt in der Nacht als 1997 die Rückgabe Hong Kong's durch die Briten an China stattfindet.
Auch wenn man etwas mehr über Yan und Ming erfährt, bleiben die beiden vergleichsweise eher im Hintergrund. Ihre Geschichte hätte man deutlich stärker einbinden und noch mehr über ihren anfänglichen Werdegang erzählen können, wobei es aber auch nicht verkehrt ist, das Universum etwas auszuweiten und die anderen Charaktere, sowie deren Hintergründe zu beleuchten. Teil 2 ist in seiner Handlung etwas zu lang geraten. Anthony Wong und Eric Tsang agieren toll, werden aber von einem herausragenden Francis Ng ein wenig überschattet.
7,5 / 10
Das Bild ist wie beim Vorgänger auf solidem Niveau.
Der Ton ist gut abgemischt und insgesamt sehr ordentlich.
Story: 7,5 / 10
Bild: 3
Ton: 4
Extras: 2,5
Infernal Affairs 3 ( 2003 ):
Infernal Affairs 3 erschien gut 2 Monate nach Teil 2, also auch noch im Jahr 2003. Alan Mak und Andrew Lau haben hier aber keineswegs einen Schnellschuss abgeliefert, sondern bringen die Reihe gekonnt zu einem Ende, denn nachdem Teil 2 ausschließlich die jungen Jahre der beiden Maulwürfe Lau Kin Ming und Chan Wing Yan beleuchtete und Andy Lau als auch Tony Leung außen vor waren, ist Teil 3 sozusagen der wahre "direkte" Nachfolger, der die Story aus Teil 1 weiterführt.
Als Zuschauer erfährt man nun endlich wie sich die Geschichte nach dem Tod von Lau Kin Ming nach dem Tod von Yan weiterentwickelt. Teil 3 befasst sich ausführlich mit Ming's Charakter und geht dabei in die Tiefe, nimmt sich alle Zeit der Welt und ist nochmal eine ganze Ecke ruhiger inszeniert aber für Action war die Reihe eh nicht bekannt und stand auch ohnehin nicht verlangt dem Zuschauer schon ein wenig an Aufmerksamkeit ab, denn hier wird munter zwischen zwei Zeitebenen umhergesprungen, was auch das Auftauchen von Tony Leung und seiner Figur Yan wieder möglich macht. So wird zum einen die Zeit, ca. ein halbes Jahr vor dessen Tod und zum anderen etwa 1 Jahr danach thematisiert, wo man dann Ming "begleitet", der für sich versucht alles geschehene einzuordnen und letztlich gut werden will. Die Zeitsprünge werden immer mit kurzen Einblendungen abgegrenzt, was allerdings noch hinzukommt, sind Mings Visionen und Halluzinationen, die das Ganze ein wenig zum Verwirrspiel machen können, wenn man wie gesagt, nicht aufpasst.
Die Charakterentwicklung ist sehr gelungen und Andy Lau wieder klasse in der Rolle allerdings steht ihm sein hiesiger Co-Star Leon Lai als abgebrühter Cop und Neuling in nichts nach und liefert wirklich eine sehr gute Performance ab.
Die Richtung, die man mit diesem 3. Teil eingeschlagen hat, ist definitiv die richtige und fügt der im Erstling begonnenen Geschichte neue Facetten, mehr Details und ein sehr gelungenes Ende hinzu. Insgesamt eine tolle Weiterentwicklung und definitiv eine Fortsetzung mit Daseinsberechtigung.
8 / 10
Das Bild ist so weit ordentlich, hat aber wieder mit ein paar weicheren Szenen und Unschärfen zu kämpfen, sowie etwas Filmkorn. Die Farbgebung präsentiert sich im gewohnt kühlen Look.
Der Ton ist gut abgemischt, muss sich aufgrund der durchgehend ruhigen Inszenierung auch nicht groß beweisen.
Story: 8 / 10
Bild: 3
Ton: 4
Extras: 2
bewertet am 20.09.17 um 13:25