Zahlreiche weltweite Einsätze der Avengers haben auch ihre Schattenseiten, denn bei den zerstörerischen Kämpfen sind viele unschuldige Menschen ums Leben gekommen, wie auch wieder bei einem aktuellen Fall geschehen. Die vereinten Nationen fordern die Unterstellung der Avengers und eine Reglementierung ihrer Einsätze, um sie wie eine Art Regierungsstreitmacht befehligen zu können. Tony Stark befürwortet dies, da er denkt, dass man die Truppe sonst irgendwann dazu zwingen wird, während Steve Rogers dagegen ist und darin eine Gefährdung ihrer Selbstbestimmung sieht. Somit kommt es zum Streit und geteilten Lagern, was unweigerlich zum gewaltsamen Konflikt führt.
The First Avenger: Civil War läutet die 3. Phase des MCU ein und setzt nach den Ereignissen aus The Avengers: Age of Ultron an. Regie führten die Russo Brüder, die auch schon den zweiten Teil inszenierten.
Steve Rogers alias Captain America darf nun zum dritten Mal in einem Solofilm auftreten, wobei dies eher schon ein 3. Avengers-Film ist, wenn man sich anschaut, wer sich alles hier zum Civil War eingefunden hat. Im 2. Teil waren ja schon einige andere Avengers vertreten aber hier sind es dann doch nochmal einige Helden mehr und von dem bekannten Team fehlen nur noch der Hulk und Thor.
Schon in den beiden Vorgängern war ich sehr von der Qualität der Martial Arts Szenen angetan, was aber bei den Stuntleuten und Choreographen, die man hier verpflichtet hat ( u.a. 87 Eleven Action Design ) kein Wunder ist. So arbeiteten u.a. Daniel Bernhardt, Lateef Crowder, Sam Hargrave und James Young als Fight Choreographen und Stuntspezialisten an dem Film. Schon die Eröffnungsszene ist richtig brachial und bietet wieder sehr schöne Martial Arts Action, wobei mir hier nur die Kamera an einigen Stellen etwas zu dicht am Geschehen war, was sich bei späteren Szenen aber bessert. Frank Grillo als Crossbones kehrt für diese Sequenz nochmal zurück und legt einen brachialen, wenn auch kurzen Auftritt hin. Black Widow geht hier ordentlich ab und zeigt ein paar richtig schöne Combos inkl. schnöner Bodenkampfmoves aber auch die anderen stehen dem in nichts nach. Black Panther vor allem, der nun auch seinen Einzug in das MCU hielt und toll umgesetzt wurde. Die Choreographen schneiderten ihm einen tollen Kampfstil auf den Leib, der sichtlich viele Taekwondo Kicks als auch Elemente aus den chinesischen Kampfkünsten, vornehmlich dem Tigerstil enthält, was schön an der offenen Krallenhaltung und -Schlägen zu erkennen war. Top-Einstand und sein Solofilm kann gar nicht schnell genug kommen, wie ich finde.
Ich hatte damals den ersten Trailer bei Release geschaut und mir den Kinobesuch gespart und lieber auf den BD-Release gewartet. Folglich ist einige Zeit ins Land gegangen und so gab es dann doch die ein oder andere Überraschung, die ich so nicht mehr auf dem Schirm hatte. Der Auftritt von Ant-Man beispielsweise, welcher nachher auch ordentlich mitmischen darf und wieder klasse Szenen hat. Wie für viele aber, war auch für mich Spidey's Auftritt eines der Highlights, auf die ich mich schon im Vorfeld gefreut habe, denn bisher war es rechtemäßig ja ein hin und her zwischen den Studios, doch man konnte sich glücklicherweise einigen und den Spinnenmann "ausleihen" für einen ausgedehnten Auftritt. Spidey selbst erfuhr erneut einen Reboot inkl. Verjüngungskur, denn nach Tobey Maguire und Andrew Garfield (der mir übrigens gut in der Rolle gefiel aber die geplante Trilogie leider nicht vollenden konnte, da nach 2 Filmen Schluss für ihn war ) darf nun der 20 -jährige Tom Holland in das Spinnenkostüm schlüpfen und seinen ersten, wenn auch kurzen Auftritt hinlegen, bevor er 2017 in seinem eigenen Solofilm, Spiderman: Homecoming auf Verbrecherjagd gehen darf.
In Civil War hat er sich jedenfalls schon bewährt und tolle Actionszenen gezeigt, ebenso hat mir Hollands Darstellung des sehr jungen Peter Parker gefallen. Das Kostüm sah gut aus, besonders die beweglichen Augen, die man eigentlich aus den Cartoons kennt ( bin ja bekanntlich kein Comicleser ) wurden endlich mal in Live-Action umgesetzt.
Der Flughafenfight ist das große Actionhighlight bzw. Spektakel des Films ( wobei mir persönlich die Anfangsszene etwas besser gefallen hat ), in dem nun das Aufeinandertreffen der gespaltenen Lager an Superhelden stattfindet mit reichlich Krawall, wo jeder zeigen kann, was er so drauf hat. Jeder der Helden hat seine tollen Momente und genug Screentime, die Minuten wurden gut verteilt und man hat bei keinem das Gefühl, dass er zu kurz kommt.
Die CGI waren bis auf 2-3 Szenen auf gewohnt sehr hohem Niveau und sahen toll aus.
Ohne die Comicvorlage zu kennen, hat man meines Erachtens die Grundlage des Zerwürfnisses recht plausibel rübergebracht und dafür natürlich auch vergangene Ereignisse herangezogen, welche einige Parallelen zum Konflikt Batman vs. Superman aufweisen. Zwar sah ich nicht unbedingt den Grund, zwischen Tony und dem Cap., so zu eskalieren, wie es geschehen ist ( wohlgemerkt bis zu einem gewissen Moment bzw. einer Schlüsselszene ) aber immerhin hat es für jede Menge Unterhaltung gesorgt.
Civil War reiht sich gut ein in die Trilogie und ist, wie erwartet, ein richtig guter Comicactioner geworden, wenn auch nicht ganz so gut, wie Cap 2.
9 / 10
Das Bild ist durchgehend sehr scharf, so dass man fast immer Details wie einzelne Haare und Hautporen erkennen kann. Filmkorn oder Grieseln gibt es nicht. Die Farben sind kräftig und satt, Schwarzwert und Kontrast sind top. Es gibt nichts auszusetzen.
Der Ton ist gut abgemischt, bietet viele Details im Raumklang und bringt besonders in den vielen Actionszenen schön satten und wuchtigen Bass rüber.
Extras sind ein Making Of, Outtakes, Vorschau auf Doctor Strange, Extended- und Deleted Scenes, sowie ein Audiokommentar der Regisseure und Drehbuchschreiber.
Fazit: Kaufempfehlung!
bewertet am 10.10.16 um 08:46