Eins vorweg: als Nicht-Comic-Leser bewerte ich den Film als solchen neutral und ziehe ohne Vorwissen natürlich auch keine Vergleiche.
Batman v Superman ist nach Man of Steel der 2. Film innerhalb des noch jungen DCCU und lässt, wie der Titel verrät, die beiden wohl bekanntesten Superhelden gegeneinander antreten.
Der Film lässt sich sehr viel Zeit für sie Story und Charaktere, so dass man sich auch als Nicht-Comic Leser gut in diese Geschichte einfinden kann um die Gründe und Motivation der beiden Hauptprotagonisten nachvollziehen zu können, weshalb sie überhaupt gegeneinander kämpfen. Hat man sich im Vorfeld noch gefragt, warum ausgerechnet die 2 wohl berühmtesten Superhelden gegeneinander und nicht gegen das Böse kämpfen, wird dies im Film absolut nachvollziehbar und logisch dargestellt. Hierfür wird quasi nochmal das Finale von Man oft Steel zu Beginn aus der Sicht von Bruce Wayne gezeigt, der miterleben muss, wie zahlreiche Menschen durch den Kampf Superman gegen Zod sterben und dies ist der Beginn und Auslöser des wachsenden Hasses von Bruce Wayne auf Superman. Mittendrin ist dann ein Lex Luthor, der die Fehde künstlich weiter anheizt und gekonnt zur Eskalation bringt. Letzterer wird von Jesse Eisenberg gespielt, teils etwas überdreht aber insgesamt ganz ordentlich. Die Figur des Lex Luthor, auch wenn er maßgeblich für den entfachenden Konflikt der beiden Helden verantwortlich ist, kam mir eher als Randfigur vor und rückte erst zum Ende hin ein wenig mehr in den Fokus.
Die Atmosphäre ist schön düster und Humor als solchen, wie man ihn etwa aus den Marvel -Filmen kennt gibt es nicht. Alfred haut den einen oder anderen Spruch raus, so dass es kleine lockere Momente gibt aber das war es in dieser Hinsicht auch und das steht dem Film gut und ist auch ein schöner Kontrast zu den ansonsten recht humorlastigen Marvelfilmen.
Im Vorfeld konnte ich mir übrigens schlecht jemand anderen als Michael Caine in der Rolle des Alfred vorstellen aber Irons hat die Rolle gut gemeistert.
Ein wichtiger Punkt ist natürlich auch das Reboot des dunklen Ritters:
Wie viele war auch ich anfangs skeptisch aber auch neugierig als bekannt gegeben wurde, dass Ben Affleck der neue Batman sein würde. Regisseur Zac Snyder wollte, dass Afflecks Version des dunklen Ritters eine etwas gealterte, mehr oder weniger verlebte Variante sein - und zudem deutlich brachialer aussehen und in etwa die Statur eines Bodybuilders / UFC Heavyweights haben sollte. Respekt an Ben Affleck, wie er sich offensichtlich den Allerwertesten dafür aufgerissen hat!
Mir gefiel Christian Bale als Batman sehr gut aber ich muss sagen, dass mir Afflecks Version noch eine ganze Ecke besser gefällt. Für mich definitiv der beste Batman bisher, jetzt nur auf die Darstellung Afflecks und die Figur selbst bezogen, nicht auf den Film insgesamt.
Henry Caville als Superman gefiel mir schon in Man of Steel gut und er macht auch hier eine gute Figur. Kleines Highlight war natürlich Gal Gadot als Wonder Woman, die hier im Finale schon ordentlich mitmischen darf und die Rolle der Diana Prince rockt. Dass sie dabei obersexy anzuschauen ist, ist mehr als nur ein netter Bonus ;-).
Neben den titelgebenden Helden treten auch einige weitere DC Helden auf.
Man nutzt den Film also gekonnt um die nächsten Figuren vorzustellen und auch auf deren Solofilme vorzubereiten, von denen Wonder Woman dann als nächste an der Reihe ist. Gemeinsam werden sie als nächstes erst mal in Justice League zu sehen sein.
Überraschend war der Cameo von Jeffrey Dean Morgan und Lauren Cohan ( die sich Momentan ja als Maggie und Negan in The Walking Dead "gegenüber stehen" ) als Bruce Waynes Eltern, was mir als TWD-Fan gut gefallen hat.
Die Action verlagert sich mit kleinen Ausnahmen größtenteils auf das Ende, wo es aber dann richtig abgeht und sich das Warten definitiv lohnt. Den Fight Batman gegen Superman hätte man etwas brachialer gestalten können, da war durchaus noch Luft nach oben. Das klare Highlight des Films aber ist Batman's Lagerhausfight. Was für eine Wucht, da fiel mir buchstäblich die Kinnlade herunter und ich hab mir das Ganze direkt 3 Mal hintereinander angesehen! Das ist Batman und so haben Batman-Fights gefälligst immer auszusehen, den schönen Härtegrad inklusive!
Ryan Watson und Guillermo Grispo haben ganze Arbeit geleistet und eine klasse Fightchoreographie auf Batman zugeschnitten, den man vorher noch nie so schön hat kämpfen sehen. Die Fights der Nolan-Trilogie ( welche ich im übrigen klasse finde und als Gesamtwerke nach wie vor die besten Batmanfilme für mich sind ) sind dagegen schon fast Kindergarten.
Selbst das große Finale gegen Doomsday, was natürlich auch top war, als die beiden dann noch Unterstützung von Wonder Woman bekamen, konnte diese Szene nicht mehr toppen.
Für mich ein gelungenes 2. Kapitel im DCCU.
8 / 10
Ben Affleck als Batman bekommt von mir allerdings 10 / 10!
Das Bild hat eine sehr gute Schärfe und kräftige Farben. Details sind sehr gut zu erkennen. Vereinzelt gibt es Filmkorn und Unschärfen. Schwarzwert und Kontrast sind sehr gut.
Der Ton ist gut abgemischt und sehr kraftvoll. Raumklang ist schön detailliert wahrzunehmen und der Bass schön satt.
Neben den beiden Schnittfassungen des Filmes gibt es allerhand Extras und Features.
Fazit: Kaufempfehlung
bewertet am 08.08.16 um 11:23