Blog von John Woo

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"John Woo's" Reviews - Kingdom

 

 

 

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Season 1

 

Kingdom ist durchgängig erzählt und handelt vom Ex-Fighhter Alvey Kulina ( Frank Grillo ), der mittlerweile das MMA Gym "Navy St." betreibt, gemeinsam mit seiner jüngeren Freundin Lisa Prince ( gespielt von Kiele Sanchez, die mit Grillo bereits in The Purge: Anarchy zu sehen war ), die den Laden und auch einige der Fighter dort managed. Alvey's Söhne Nate und der ältere Jay sind beides hochtalentierte Fighter, doch Nate fehlt es noch etwas an Willen und Durchsetzungsvermögen und Jay verbringt seinen Tag lieber mit Drogen, Frauen und macht quasi Dauerparty. Eines Tages steht mit Ryan Wheeler ein alter Bekannter vor dem Gym, der nicht nur damals unter Alvey trainiert hat und dann zur Konkurrenz von Greg Jackson nach Albuquerque New Mexico wechselte, sondern zudem auch noch mit Alvey's jetziger Freundin Lisa verlobt war, bis er für einen Fehler einige Zeit hinter Gittern wanderte.

Der MMA Sport steht oberflächlich im Mittelpunkt und letztlich dreht sich natürlich vieles darum, hauptsächlich aber werden die Hintergründe, sowie die Beziehungen und Probleme der verschiedenen Figuren abseits des Sports, unter - und auch miteinander thematisiert. Die Charaktere sind gut geschrieben und vor allem der durch die Bank tolle Cast erweckt jene auf tolle Weise zum Leben und gibt ihnen reichlich Profil, Ecken und Kanten.

Die Mischung ist sehr ausgewogen. Anfangs werden natürlich erst einmal die entsprechenden Hauptfiguren etabliert, ehe das Ganze so richtig Fahrt aufnimmt.

Mit Actionstar Frank Grillo hat man einen recht bekannten Hauptdarsteller, doch der ganz klare Showstealer ist Jonathan Tucker, der Grillo's Seriensohn Jay verkörpert und eine wahre Glanzleistung hinlegt. Schnell mausert er sich zum interessantesten Charakter der Serie mit seiner komplett durchgeknallten, wie sympathischen Art, für den jedoch die Familie an erster Stelle kommt. So hat er es sich beispielsweise zur Aufgabe gemacht, seine Mutter Christine, die die Familie früh verlassen hat, drogensüchtig ist und als Prostituierte arbeitet, aus ihrem Elend herauszuholen. 

Trainingsszenen und Fights gibt es natürlich auch zu sehen und diese sind meist gut und realistisch inszeniert mit ordentlicher Choreo, wenn auch hin und wieder mit etwas hektischerem Schnitt. Was mich beeindruckt ist, dass die Darsteller selbst eine wirklich überzeugende Performance was MMA-Techniken und das Training angeht, abliefern und authentisch wirken ohne gedoubelt werden zu müssen.

Kingdom weiß von Anfang an durch interessante Figuren-Konstellationen zu fesseln und selbst die Nebencharaktere und deren Subplots sind interessant und kommen nicht wie unnötiges Füllmaterial rüber.

Für MMA-Fans ist die Serie natürlich besonders zu empfehlen, da man hier zudem immer wieder Cameos von bekannten MMA Persönlichkeiten und aktiven, sowie ehemaligen UFC Fightern ( u.a. Kenny Florian, Chris Leben oder Joe Stevenson ) zu sehen bekommt.

Guter Serienauftakt!

8 / 10

 

Season 2

 

Die zweite Staffel Kingdom ist mit 20 Folgen gleich doppelt so lang wie Season 1 und setzt die Geschichte um Alvey Kulina's Navy St. MMA Gym und quasi nahtlos fort.

Die Staffel verzeichnet mit der hübschen, talentierten aber unerfahrenen Kämpferin Alicia einen Neuzugang, der frischen Wind rein bringt und auch für ein wenig Würze in der ganzen Personenkonstellation du deren Beziehungen sorgt.

Die Charaktere werden hier gut weiterentwickelt und im Mittelpunkt steht die aufkommende Rivalität der beiden besten Navy St. Fighter - natürlich Ryan und Jay, die sich beide eine Siegesserie befinden und nun den unvermeidlichen Kampf gegeneinander antreten wollen um zu ermitteln, wer der Bessere ist. Dass dies natürlich auch innerhalb des Gyms kleinere Probleme mit sich bringt, ist dabei normal. Alvey nimmt sich vor, nur Ryan zu coachen und entscheidet sich somit gegen seinen Sohn Jay, der wiederum Nate in seiner Ecke stehen hat.

Bedingt durch die intensive Vorbereitung gibt es hier viele gute Trainingsszenen und der Fight, der genau zur Staffelhalbzeit stattfindet, ist erst recht ein Highlight mit tollen Techniken und guter Kameraarbeit.

Schon vorher war das Verhältnis zwischen Ryan und Jay etwas angespannt und dies ändert sich auch nach dem Fight nicht, denn das Motto lautet: Nach dem Fight ist vor dem Fight und so gibt es natürlich eine Rückrunde der beiden. Das schöne dabei ist jedoch immer wieder, dass die beiden zueinander halten, wenn es drauf ankommt.

Die Entwicklung zum Schluss ist sehr dramatisch und beschert der Staffel ein heftiges Ende.

Im Vergleich zur bereits guten ersten Staffel, konnte sich Season 2 noch etwas steigern und weist trotz einer Lauflänge von 20 Folgen keine Längen auf.

8,5 / 10

 

Season 3

 

Die 3. Staffel macht einen kleinen Zeitsprung und präsemtiert einige Neuerungen gegenüber der zweiten Staffel. Alicia ist nicht mehr dabei, was ja mit ihrem Deal mit Greg Jackson zum Ende der 2. Season schon angekündigt wurde.

Jay ist nun clean, geht einem geregelten Job als Immobilienmakler nach, ist plötzlich sogar verheiratet und hat eine kleine Tochter - also quasi eine 180Grad-Wendung, zumindest vorerst.

Lisa ist, wie bereits bekannt nun wieder fest als Managerin im Gym und Alvey soll nun tatsächlich wieder in den Ring steigen und bei einem von Garo organisierten Legends-Fight gegen UFC Hall of Famer Matt Hughes antreten, mit dem er noch eine alte Rechnung offen hat. Christina lebt nun bei ihrem ehemaligen "Arbeitgeber" und arbeitet nun in anderer Funktion für ihn.

Es geht spannend weiter in dieser 3. und leider auch letzten Staffel. Nach wie vor ist die Geschichte um Jay und dessen neues Leben, in das er jedoch so gar nicht reinzupassen scheint und sich sichtlich auch nicht wohl fühlt, am interessantesten, ebenso ist natürlich der neue Coach Dominick Ramos ein hoher Spannungsfaktor und ein undurchsichtiger, wie interessanter Charakter zugleich.

Vergleichsweise gibt es etwas weniger Training und vor allem Fights zu sehen aber die vorhandenen Szenen sind wieder gewohnt gut inszeniert.

Zum Ende gibt es unerwartet einen brachialen Einschnitt mit einer Sache, die man so ganz und gar nicht erwartet hätte. Dies verändert zum Schluss noch deutlich den Grundton und beschert der Serie damit allerdings auch ein richtiges, zudem auch trauriges Ende ohne Cliffhanger und dergleichen.

Insgesamt ein guter und würdiger Abschluss mit der ein oder anderen Sache, die vielleicht so nicht hätte sein müssen, was die Entwicklung angeht aber definitiv wieder sehr interessant.

8 / 10

 

 

Gruß

"John Woo"

"John Woo's" Reviews - #41

 

The Outsider ( Martin Zandvliet / 2018 )

cinra.net

 

Der auf Netflix erschienene "The Outsider" ist im Nachkriegs-Japan angesiedelt, genauer in Osaka um 1954 und handelt vom Amerikaner Nick Lowell, den wir anfangs als Gefangenen in einem japanischen Gefängnis sehen. Was er verbrochen hat, bleibt geheim. Von eigentlichem Interesse ist der Grundstein den man hier für die Handlung des Films legt, denn Nick rettet seinen Mitinsassen Kiyoshi, den man versucht hat zu erhängen, kurz vor dem Erstickungstod. Kiyoshi, der wie viele andere Insassen der Yakuza angehört, bietet Nick daraufhin einen Deal an. Nick hilft ihm, aus dem Knast zu kommen, dafür holen er und sein Clan ihn wiederum aus dem Knast und so geschieht es. Sogleich darf sich Nick auch bei einem ersten Job verdingen, bei dem seine Herkunft wie gerufen scheint, denn die Familie hat Probleme mit einem amerikanischen Firmeninhaber. Als dieser sich auch bei Nick unbelehrbar zeigt, schlägt dieser unvermittelt mit einer Schreibmaschine auf den Mann ein, womit er definitiv Eindruck schindet.

So arbeitet sich der Gaijin, der titelgebende Außenseiter innerhalb der Yakuza-Familie nach oben und hat dabei das ein oder andere Hindernis zu bewältigen.

Eigentlich stand anfangs mal Japans Kultregisseur Takashi Miike, der sich mit der Thematik bestens auskennt und auch schon einige Male in seinen Filmen damit befasst hat, zur Debatte, letztlich wurde es jedoch der mir bis dahin unbekannte Däne Martin Zandvliet.

Vorab, Zandvliet hat hier einen guten und interessanten Genre-Beitrag abgeliefert. Die Story geht nicht sonderlich in die Tiefe was die Charaktere angeht, muss sie aber auch gar nicht, denn so bleiben Figuren wie Hauptcharakter Nick relativ geheimnisvoll. Man weiß als Zuschauer genug und es muss nicht alles bis ins kleinste Detail erklärt werden oder jeder Figur eine ausführlicher Hintergrund spendiert werden, auch wenn ich verstehen kann, dass so mancher eben diesen Umstand evtl. als Manko auslegt wird, da man vielleicht nicht direkt eine Bindung zu dem Charakter aufbauen kann.

Jared Leto spielt den Outsider gut, hätte hier und da vielleicht stellenweise etwas mehr aus sich herausgehen können, denn er bleibt trotz recht guten Spiels manchmal etwas blass oder anders ausgedrückt, etwas zurückhaltend, dabei ist der Mann keineswegs ein schlechter Schauspieler, im Gegenteil. Vielleicht ist aber gerade auch diese kühle Art, die er an sich hat, das was die Rolle ausmacht. Eine kleine Liebschaft mit ausgerechnet Kiyoshi's hübscher Schwester bringt ein wenig Menschlichkeit in ihm zum Vorschein, genauso wie eben jene anfängliche Rettungsaktion als er Kiyoshi half. Andererseits zeigt er während der alltäglichen Arbeit als angehender Yakuza, die oft genug eine harte Gangart erfordert, auch eine kompromisslose Abgebrühtheit. Durch eine bestimmte Szene, in der Nick zufällig auf einen alten Bekannten trifft, erfährt man zumindest, dass er mal ein recht hoch dekorierter Soldat war und nun als Deserteur gesucht wird. Wie sich diese Szene oder das Treffen entwickelt, ist wiederum beispielhaft für Nick's Charakter und auch dessen weitere Entwicklung innerhalb seiner neuen Familie. Natürlich bekommt er als Gaijin auch Gegenwind aus den eigenen Reihen, denn einige betrachten den Outsider natürlich mit großer Skepsis, schließlich würde er die japanische Denkweise gar nicht verstehen etc. Dies sorgt für weiteren Zündstoff in der Story.

Langweilig wird es zu keiner Zeit, auch wenn The Outsider mit seinen 2 Stunden Laufzeit nicht wirklich kurz daherkommt und zudem auch ein ziemlich ruhiges Erzähltempo an den Tag legt. Action bezieht sich hier eher auf kleine Gewaltausbrüche, die jedoch sehr hart in Szene gesetzt sind. Kills werden konsequent sehr blutig und in aller Brutalität gezeigt, ebenso das rituelle Abtrennen der eigenen Finger wird komplett gezeigt und an der Stelle mit guter CGI umgesetzt worden. Bei den sonstigen Szenen hat man viel handgemachte Effekte verwendet, was zur hochwertigen Optik beiträgt. Überhaupt präsentiert sich der Film in sehr edlen, stylischen und tollen Bildern mit kühler und meist dunklerer Farbgebung, wodurch eine klasse Atmosphäre entsteht. Das 50er-Jahre Japan wirkt dabei sehr authentisch und trägt nochmal seinen ganz eigenen Anteil zur Stimmung bei.

Leto's Co-Stars, allen voran Tadanobu Asano, machen einen klasse Job. Gerade er ist in seiner großen Nebenrolle mindestens gleichauf mit Leto, auch wenn seine Figur nicht so viel hergibt.

The Outsider erzählt wahrlich keine komplexe oder tiefgründige Geschichte, ist aber ein mehr als interessantes Portrait eines geheimnisvollen Mannes, der sich in einer fremden Kultur zu behaupten aber gleichermaßen unterzuordnen weiß. Man bedient sich einiger Genrekonventionen, bietet dem Zuschauer einen tollen Einblick in das Leben und den Alltag eines Yakuza-Clans und nicht zuletzt aufgrund der starken Inszenierung und dem ruhigen Schnitt auch Parallelen zu diversen Genreklassikern.

Für mich als absoluter Genrefan und jemand, der speziell Yakuzafilme liebt, ist The Outsider ein klasse Film geworden und absolut empfehlenswert.

8,5 / 10

 

 

The Odd Couple ( Lau Kar Wing / 1979 )

whatismymovie.com

 

Lau Kar Wing's "The Odd Couple" aus dem Jahr 1979 ist einer der großen Easternklassiker, der hierzulande allerdings mangels Veröffentlichung vielleicht etwas weniger oder eher nur unter Hardcorefans bekannt sein dürfte.

Im Film sehen wir Lau Kar Wing ( der gleichzeitig auch Regie führte ), sowie Sammo Hung als absolute Meister in ihrem jeweiligen Stil. Sammo kämpft mit dem Schwert und Lau mit dem Speer. Ihre freundliche aber dennoch sportliche Rivalität tragen die beiden Meister in regelmäßigen Kämpfen aus, doch bisher konnte sich keiner der beiden hervortun und gingen die zahlreichen Fights unentschieden aus.

Die beiden überlegen sich etwas neues und zwar nimmt jeder von ihnen einen Schüler auf und trainiert diesen in seiner Kunst. Anschließend sollen die beiden Schüler dann gegeneinander kämpfen und den Gewinner dadurch ermitteln. Die Jahre vergehen und eines Tages ist der Tag X gekommen, doch das Finale hält noch ein nettes Gimmick bereit in Form von Leung Kar Yan, der als Badguy auftaucht und Rache an den beiden Meistern nehmen will, da sie ihn vor zig Jahren besiegt haben.

Der Film zeichnet sich vor allem durch seine hervorragenden Waffenfights aus, denn wie schon das Intro zeigt, werden die hier gezeigten Kämpfe bis auf minimale Ausnahmen mit traditionell chinesischen Waffen ausgetragen.

Mit Sammo Hung und Lau Kar Wing, die jeweils auch noch Doppelrollen spielen sind zwei der besten Genrestars vertreten. Gemeinsam arbeiteten sie auch die grandiosen Fights aus mit dem angestammten Stuntteam Hung's. Herausgekommen ist ein grandioser Genremeilenstein. Fights gibt es zu Hauf, allesamt superb choreographiert und mit einem wahnsinns Speed vorgetragen. Sammo Hung und Lau Kar Wing zeigen tolle Akrobatik, schenken sich nichts und liefern sich ein tolles Duell, sei es nun als Meister oder eben als jüngere Version, denn beide sind jeweils in Doppelrollen zu sehen, denn sie spielen gleichzeitig auch die Schüler des jeweils anderen. So unterweist der ältere Sammo den jungen Lau Kar Wing in seiner Kunst und umgekehrt.

Die im Mittelteil ausgedehnte Trainingsphase der beiden jungen Schüler, die zunächst keine Kampfkunst beherrschen, gehört ebenfalls zu den Highlights.

Da der Film als Kung Fu Komödie konzipiert ist, gibt es auch einiges an Gags und Slapstick zu sehen. In meinen Augen ist der Humor oftmals klasse und on pointDer , wenn Sammo z. Bsp. das Haus des jungen Lau Kar Wing anzündet, um ihn als Schüler zu gewinnen. Da bleibt kein Auge mehr trocken.

Lediglich etwas drüber wird es in den Szenen mit Dauerblödel und Genre-Clown Dean Shek, denn diese sind, wie man es aus vielen anderen Filmen mit ihm kennt, eher von unnötigen Albernheiten geprägt.

Mit u.a. Lee Hoi San, Mars und Billy Chan sind noch einige weitere bekannte Gesichter in kurzen Auftritten zu sehen, die das Ganze noch abrunden.

The Odd Couple ist ein absoluter Easternkracher, der sich nur ein paar ausufernde Comedyeinlagen als Schwäche ankreiden lassen muss.

9 / 10

 

 

Mismatched Couples ( Yuen Woo Ping / 1985 )

letterboxd

 

Mismatched Couples erschien 1985 unter der Regie von Yuen Woo Ping und war die zweite Zusammenarbeit von ihm und dem von ihm entdeckten Donnie Yen. 1 Jahr zuvor erschien Donnie's Debütfilm Drunken Tai Chi, wo er seine hervorragenden Martial Arts Künste erstmalig unter Beweis stellen konnte. Mismatched Couples dagegen ist alles andere als ein Martial Arts Film sondern thematisiert...Breakdance! ( Ja genau, richtig gelesen !). Zwar gibt es auch etwas minimale FIghtaction, dazu aber später mehr.

Der Film handelt von Eddie ( Donnie Yen ), der ein leidenschaftlicher Breakdancer ist und den lieben langen Tag eigentlich auch nichts anderes im Sinn hat. Durch Zufall trifft er auf den arbeitslosen Mini( gespielt von Meister Yuen Woo Ping selbst, der hier in einem der eher seltenen Male in einer großen Nebenrolle vor der Kamera zu sehen ist ), mit dem er sich anfreundet und ihn prompt zu sich mitnimmt und ihn versucht im Restaurant seiner Schwester einen Job zu verschaffen.

Mismatched Couples lebt hauptsächlich nur von den Comedy- und natürlich Breakdance-Szenen, sowie der kleinen Rivalität zwischen Eddie und dem Breakdancer Kenny. Alles was aber dazwischen so passiert ist relativ belanglos und meist auch recht langweilig. Eine wirkliche Story gibt es auch nicht, denn im Grunde sieht man lediglich wie Eddie und Mini sich durch den lieben langen Tag von einer Situation in die nächste begeben, manchmal lustig manchmal weniger. Hauptsächlich kommt dann erst etwas Würze in die Sache sobald Dick Wei's verrückte Figur des Invincible Fighters ins Spiel gebracht wird, eine passend zum Film, recht verrückte Rolle, des ansonsten fast ausschließlich auf knallharte Badguys abonnierten Hong Kong Stars. Ich freue mich immer, wenn ich Wei in einem Film sehe, liefert er immer sehr geile Fights, eben meist auf Seiten der Bösen ab und hier sieht man ihn mal etwas anders, ziemlich durchgeknallt aber er sorgt für gute Lacher. Letztlich ist er hier der Hauptantagonist und sorgt auch gemeinsam mit Donnie Yen für die einzig richtige Kampfszene im Finale des Films.

Man muss generell auf diesen Slapstick-Humor stehen, denn sonst wird man nichts mit dem Film anfangen können. Wer Action erwartet, ist an der falschen Adresse. Klar, Namen wie Yuen Woo Ping als Regisseur und Donnie Yen als Hauptdarsteller lassen direkt einen Kung Fu Kracher erwarten aber an dieser Stelle sei nochmal erwähnt, das ist der Film ganz und gar nicht. Der Film ist es ein Sichtung aber alleine schon deshalb Wert um Donnie Yen mal in einer völlig untypischen Rolle und als Breakdancer zu sehen, denn der Mann zeigt auch in diesem Bereich ordentliche Skills. Seine Moves sehen ziemlich gut aus und können sich sehen lassen.

Highlights sind die Eröffnungssequenz und das Dancebattle auf der Bühne gegen Kenny Perez. Das kleine I-Tüpfelchen ist dann das Finale gegen Dick Wei.

6,5 / 10

 

 

Gruß

"John Woo"

"John Woo's" Reviews - Lethal Weapon REIHE

 

Lethal Weapon ( Richard Donner / 1987 )

http://scratchpad.wikia.com/wiki/Opening_to_Lethal_Weapon_1987_Theater

 

Detective Roger Murtaugh, ein Polizist, etwas älteren Semesters soll den vermeintlichen Selbstmord einer jungen Frau aufklären, die unter Drogeneinfluss von einem Balkon gestürzt ist.

Der jüngere und ziemlich durchgeknallte Draufgänger Martin Riggs wird ihm als neuer Partner zugeteilt. Zunächst kommen die beiden nicht wirklich mit- und aufeinander klar, erweisen sich jedoch relativ schnell als überaus effektives Duo. Bald finden sie heraus, dass weitaus mehr hinter dem Tod des Mädchens steckt, als Murtaugh erfährt, dass sie die Tochter eines alten Kumpels von ihm war.

Regisseur Richard Donner legte 1987 nach einem Drehbuch von Shane Black den ersten Teil der legendären Lethal Weapon Reihe auf und damit den Beginn einer der wohl besten Buddy-Cop Actioncomedies der Filmgeschichte.

Mel Gibson und Danny Glover harmonieren klasse in den Hauptrollen als Martin Riggs und Roger Murtaugh und liefern definitiv eine der besten Leistungen ihrer Karriere ab. Besonders Riggs ( M. Gibson ) als verrückter Draufgänger-Cop, der privat alles andere als ein geregeltes Leben führt, nachdem ihn der schreckliche Unfalltod seiner Ehefrau völlig aus der Bahn geworfen hat, wird recht komplex von Gibson dargestellt. Man kauft ihm den trauernden und gebrochenen Mann ab und gleichzeitig sind da immer wieder diese verrückten Szenen, die für jede Menge Lacher sorgen. Auch was die Action angeht, ist Gibson in Topform und zeigt tolle Szenen, wovon es ohnehin aber reichlich im Film gibt, auch wenn es in diesem Erstling noch verhältnismäßig ruhiger von statten geht, als in den Nachfolgern. Der Grundton ist auch noch ein wenig ernster gehalten, trotz der vielen spaßigen Szenen. Der Film ist durch und durch ein guter Actionfilm mit einer sehr gelungenen Mischung.

Anfangs sind sich die beiden Cops noch nicht so gut gesonnen, was nicht zuletzt auch an Riggs' draufgängerischer Art und dem daraus resultierenden Ruf, der ihm voraus eilt, liegt.

Murtaugh ( D. Glover ) ist komplett anders, etwas älter als Riggs, lebt mit einer Bilderbuchfamilie in einem schönen Haus usw und daher eher der Ruhepol der beiden, bzw. versucht dies zumindest, was mit einem durchgeknallten Riggs an seiner Seite natürlich von Anfang an nicht funktioniert.

Die Mischung dieser beiden Charaktere, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, funktioniert dagegen hervorragend und ist natürlich der Hauptmotor des Films.

Die Story selbst ist recht spannend gestaltet und bietet gut dosierte Action, so dass keine Längen aufkommen.

Gary Busey aber Mals als Badguy, bzw. hier rechte Hand vom Hauptbösewicht, gibt wie gewohnt einen guten Fiesling und sorgt mit Mel Gibson für ein schlagkräftiges Finale.

Die Lethal Weapon Filme sind zweifelsohne Kult und schon dieser Erstling bietet Action, Thrill, sowie Comedy in gelungener Mischung und ist ein toller Auftakt der legendären Reihe.

8,5 / 10

 

Lethal Weapon 2 ( Richard Donner / 1989 )

https://www.movieposter.com/poster/A70-4156/Lethal_Weapon_2.html

 

Das Sequel erschien nur 2 Jahre später im Jahr 1989, wieder unter Donner's Regie und mit Mel Gibson, sowie Danny Glover in ihren bekannten Rollen.

Das ungleiche Duo harmoniert wieder hervorragend miteinander und ist nach dem Kennenlernen in Teil 1 nun auch gut eingespielt. Riggs agiert wieder herrlich durchgeknallt, während Murtaugh noch halbwegs als Gegenpol fungiert. Dieses Mal wird das Ganze persönlich für Riggs und es wird die Brücke zu seiner Vergangenheit geschlagen, was eine besondere Note in die Story einbringt. Gemeinsam nehmen sie es in diesem Teil mit hochrangigen südafrikanischen und zudem noch rassistischen Diplomaten auf, die ihren Status ausnutzen um mit Drogen zu handeln und Geld zu waschen. Das Ganze wird im Verlauf jedoch persönlich für Riggs, als er pikante Details herausbekommt.

Teil 2 legt gleich ohne Umschweife mit einer fulminanten Verfolgungsjagd quer durch die Stadt los und zeigt wo es die nächsten knapp 2 Stunden lang geht. Die Action ist bereits hier klasse und von einer Qualität, wie sie in so manchem Film nicht mal als Showdown zu sehen bekommt und so geht es in guter Häufigkeit auch weiter in den nächsten knapp 2 Stunden.

Der Actionanteil wurde gegenüber dem Erstling erhöht. Ordentliche Shootouts, Explosionen und Verfolgungsjagden wechseln sich ab und sorgen für Top Unterhaltung mit wirklich gutem Härtegrad. Die gute Stuntarbeit soll nicht unerwähnt bleiben und auch Hut ab an Mel Gibson, der einige der Stunts sichtlich selbst ausgeführt hat.

Neben der Action, gibt es vor allem auch wieder sehr gute, lustige Momente und die Atmosphäre scheint hier generell etwas heiterer und aufgelockerter, da auch Riggs Zustand durch die Freundschaft zu seinem neuen Partner sich gebessert hat. Im Gedächtnis bleiben dabei vor allem Szenen, wie die Toiletten-Bombe in Murtaugh's Haus.

Neu dabei ist Joe Pesci, der in einer Nebenrolle als wichtiger Zeuge für zusätzliche Dynamik und gelungenen Wortwitz sorgt.

Als Badguy hat man kein so bekanntes Gesicht, wie Gary Busey aufgestellt, jedoch machen die Antagonisten einen guten Job. Darstellerisch geht aber natürlich nichts über Gibson und Glover, die wieder mal 1A abliefern und sich blind verstehen. Durch die persönliche Note kommt das Ganze auf ein anderes Level und man fiebert mehr mit. Zudem wird so der Bogen zum Erstling, bzw. zu Riggs Vergangenheit geschlagen.

Nicht nur storytechnisch sondern in allen Belangen ist Lethal Weapon 2 eine sehr gute Steigerung zum Vorgänger und ein wahres Fest für den geneigten Actionfan!

9 / 10

 

Lethal Weapon 3 ( Richard Donner / 1992 )

pinterest

Im 3. Teil werden Riggs und Murtaugh durch einen aus dem Ruder gelaufenen Einsatz bestraft und zu Streifencops degradiert. Bald aber geraten sie mitten in einen Bankraub und müssen bei den weiteren Ermittlungen feststellen, dass die verwendete Munition illegal war und aus der Asservatenkammer des LAPD stammen muss. Gemeinsam mit Detective Cole, die zugleich als Aufpasserin fungiert, ermitteln sie, wer in den eigenen Reihen ein falsches Spiel spielt.

Nach 3 Jahren Pause ging es 1992 für Riggs und Murtaugh in die 3. Runde. Erneut nam Richard Donner auf dem Regiestuhl platz, während Mel Gibson und Danny Glover in ihren gewohnten Rollen zurückkehren. Ebenfalls mit dabei sind der im 2. Teil hinzugestossene Joe Pesci und Neuzugang Rene Russo.

Gibson und Glover harmonieren im 3. Teil besser denn je. Schon zu Beginn folgen grandiose One Liner aufeinander, dass man sich kaum vor lachen halten kann. Die Bombenentschärfung, die nicht so ganz nach Plan läuft, sorgt für einen spektakulären Einstand. Kurz darauf gibt eine klasse Verfolgungsjagd zu sehen. Nach dem ersten Drittel aber beginnt der Film zu schwächeln, sobald Murtaugh für eine gewisse Zeit abwesend ist und man Riggs mit Lorna Cole ( Rene Russo ) in den Fokus rückt und das ist leider der Schwachpunkt des Films.

Russo macht ihre Sache zwar recht ordentlich aber ist für meinen Geschmack einfach zu sehr präsent, was Storyausrichtung betrifft. Man will in Lethal Weapon einfach Riggs und Murtaugh sehen und nicht Riggs und Cole. Vielleicht wäre das ganze auch nicht so sehr ins Gewicht gefallen, hätte man Murtaugh nicht für einige Zeit vom Feld genommen.

Die Szene in der Cole und Riggs sich gegenseitig die Narben zeigen und deren jeweilige Entstehungsgeschichten erzählen, ist immerhin ganz amüsant und hat mir gut gefallen. Ansonsten aber gefiel mir die Ausrichtung nicht wirklich, da sie wie gesagt zu sehr im Fokus steht und zu viel in den Actionszenen mitmischt. Immerhin schlägt sie sich ordentlich darin, auch wenn sie bei einigen Sachen sichtlich gedoubelt wurde.

Man merkt auch, dass die Qualität wieder stark ansteigt, sobald Riggs und Murtaugh wieder gemeinsam zu sehen sind.

Action gibt es insgesamt etwas weniger, dafür aber auch einige Highlights, wie die eingangs stattfindende Bombenentschärfung, die beiden Verfolgungsjagden und den Showdown, der eine nette Schießerei in einer Neubausiedlung bietet. Der Humor ist nach wie vor top, zumindest was Gibson und Glover betrifft. Im Mittelteil gibt es aufgrund der genannten Faktoren ein paar Längen

Die Szenen mit Riggs und Murtaugh sind wirklich top aber im Verlauf geht dies, wie gesagt ein wenig durch Russo's großen Part unter und genau da finde ich eben, hat man Potenzial verschenkt. Klar, man hat etwas neues probiert und eine Frau ins Rennen / Geschehen geworfen aber funktioniert hat es weniger gut.

Innerhalb der Reihe ist Lethal Weapon der bisher schwächste Teil aber es bleiben immer noch knapp 7 / 10 Punkten.

 

Lethal Weapon 4 ( Richard Donner / 1998 )

http://www.moviepostershop.com/lethal-weapon-4-movie-poster-1998

 

Im 4. und bis dato letzten Teil der Lethal Weapon Reihe nehmen es die beiden Cops Riggs und Murtaugh mit einem chinesischen Menschenhändlerring und den Triaden auf.

Nach 6 Jahren Pause gingen Riggs und Murtaugh auf ihren 4. Einsatz. Ebenso wie Mel Gibson und Danny Glover wieder ihre gewohnten Rollen verkörperten, nahm auch Richard Donner zum 4. Mal auf dem Regiestuhl platz.

Joe Pesci und Rene Russo ( dieses Mal zum Glück schwanger und zum Glück mit eher kleinem Part ) sind ebenfalls zurück.

Als Badguy darf niemand geringeres als Jet Li hier sein US-Debüt geben und auch wenn er leider recht wenig Screentime hat und seine Auftritte an einer Hand abzuzählen sind, hinterlässt er ordentlich Eindruck, denn er rockt jede Szene in der er vertreten ist und liefert natürlich ein klasse Finale ab. Die Martial Arts Szenen sind zwar kein Vergleich mit asiatischen Produktionen aber trotzdem gelungen, besonders das Finale macht Laune.

Der Weg für Li's internationalen Durchbruch als nächster China-Export war geebnet ( übrigens zur gleichen Zeit wie bei Jackie Chan, dessen US-Hit "Rush Hour" ebenfalls 1988 erschien ), denn es folgten Filme wie Romeo must Die, Danny the Dog, Cradle 2 the Grave oder The One. Auch Hong Kong Stars wie Eddy Ko und Conan Lee ( als Jet Li's Bruder ) sind in kleinen Rollen vertreten.

Letzterer ist übrigens in einem seiner letzten Filme zu sehen, da er seine anfangs wirklich vielversprechende Filmkarriere kurze Zeit später beendete. Exemplarisch dafür war auch, dass er nicht Mal eine kurze Kampfszene absolviert, geschweige denn sonst irgendeinen Eindruck hinterlässt.

Fast schon obligatorisch, geht der Film direkt actionreich zur Sache und auch hier muss man wieder erwähnen, dass so manch anderer Actioner so eine Szene vielleicht im Showdown zeigen würde. Bei der Lethal Weapon Reihe ist man solch hohe Qualität bereits gewohnt und da gibt es mitunter auch in den ersten Filmminuten mal die volle Breitseite.

Die Chemie von Riggs und Murtaugh ist herrlich und fast besser denn je. Joe Pesci sorgt in seinen wenigen Auftritten für einige Lacher. Neuzugang Chris Rock als Cop und obendrein Murtaugh's Schwiegersohn in spe kommt ebenfalls gut rüber und überschreitet noch nicht die Grenze zum Nervigen.

Rene Russo' s Rolle gefiel mir hier weit besser als im 3. Teil, wo sie in meinen Augen einer der Schwachpunkte war. Das lag zum Großteil aber auch daran, dass man ihren Part zurückgefahren hat und wieder die gewohnte Dosis Riggs und Murtaugh bot, welche herrlichen Wortwitz und tolle Situationskomik garantiert.

Lethal Weapon 4 ist nach dem leicht schwächelnden, 3. Teil wieder ein sehr guter Buddy Actioner, wie man ihn eben von dieser Reihe erwartet und sehen will.

8 / 10

 

 

Gruß

"John Woo"

"John Woo's" Reviews - #39

 

The First Shot ( David Lam / 1993 )

https://www.vudu.com/content/movies/details/First-Shot/3738

 


The First Shot von Regisseur David Lam erschien 1993 und ist mit u.a. Ti Lung, Simon Yam, Waise Lee und Maggie Cheung hochkarätig in den Hauptrollen besetzt. Nebenrollen und Gastauftritte gibt es u.a. von Lee Hoi Sang und Frankie Chin.

Korruption ist ein großes Thema beim HKPD. Police Sergeant Wong Yat Chung ( Ti Lung ) allerdings hält nichts davon und ist ein aufrichtiger Cop.

Bei einem Einsatz wird er hinterrücks von seinem Partner Sam ( Simon Yam ) angeschossen, überlebt diesen Angriff jedoch und kämpft sich zurück. Für die Staatsanwaltschaft ermittelt Wong mit einem eigens ausgebildeten Team aus Rekruten nun gegen den Gangsterboss Lui ( Waise Lee ).

Für seine Ermittlungen spürt er seinen alten Partner Sam auf und zwingt ihn, ihm bei seinen Ermittlungen zu helfen.

Wie gesagt, ist hier ein toller Cast aus bekannten HK Top-Stars in Haupt- sowie Nebenrollen zu sehen, jedoch zieht sich die Geschichte oft und könnte spannender erzählt werden. Einige Humoreinlagen sind völlig unpassend, z. Bsp. der komplette Part im Schwulenclub, der ziemlich sinnlos und obendrein auch null witzig ist. Auch Waise Lee, der als Gangsterboss eine ansonsten sehr gute Performance abliefert, agiert öfter mal leicht überzeichnet.

Die vorhandene Action hingegen ist ganz gut inszeniert und besteht mehr aus durchaus blutigen Shootouts, denn aus Martial Arts. Als Fight Choreographen waren zwar mit Yuen Tak und Tony Leung Siu Hung gleich zwei Mann verantwortlich, hatten allerdings leider nicht allzu viel zu tun. Die Kampfszenen sind recht kurz aber auf ordentlichem Niveau. Der Trainingsfight in der Polizeischule gehört noch zu den besseren Momenten und im Finale gibt es dann mit einem klasse 1 vs. 1 Fight ein nettes Highlight. Im letzten Viertel nimmt der Film zur Freude des Zuschauers deutlich an Fahrt auf und wird im Vergleich um einiges rasanter.

Der Showdown von Ti Lung und Waise Lee auf der Yacht bildet den Höhepunkt.

Alles in allem bleiben noch ganz ordentliche 6,5 / 10.

 

 

Versus ( Ryuhei Kitamura / 2000 )

https://cinematemple.wordpress.com/2016/08/15/ryuhei-kitamuras-versus/

 

Martial Arts Star Tak Sakaguchi feierte im Jahr 2000 mit Ryuhei Kitamura's Kultfilm Versus sein Debüt. Eine wirkliche Story ist nicht vorhanden aber das gleicht der Film durch sehr gute- und viel Action aus. Die Grundprämisse lautet klar: Style over Substance. Lediglich ein kurzer Einleitungstext offenbart dem Zuschauer zumindest ein Grundgerüst als Aufhänger.

Auf der Erde gibt es 666 Portale, die unsere Welt mit der anderen Seite verbinden und den Menschen verborgen sind. Die Handlung spielt sich bei Portal Nr. 444 in einem Waldgebiet ab.

Zwei entflohene Häftlinge, treffen sich am Rande des Waldes mit einer Gruppe Yakuza, doch die Situation eskaliert und einer der Häftlinge erschießt einen der Gangster. Wenig später steht dieser wieder von den Toten auf und die beteiligten wissen, dass hier irgendetwas nicht mit rechten Dingen zu geht.

Besagter Wald dient hier auch ausnahmslos als Location und bietet den Protagonisten reichlich Raum und Freiheit, sich nach allen Regeln der Kunst gegenseitig zu zerstören.

Fights vermischen sich gekonnt mit jeder Menge Schießereien und zwischendurch werden auch mal Katanas geschwungen.

Die Action ist sehr hart und blutig in Szene gesetzt, mit schönen, handgemachten Effekten, was Einschüsse, Kunstblut etc. angeht. Man bekommt auch einiges an Gore zu sehen, was Fans der härteren Gangart sicherlich freuen wird.

Einige der Kämpfe sind zwischendurch etwas schnell geschnitten, dafür gibt es aber auch wiederum schöne Totalen und die Übersicht geht zum Glück nie verloren. Fightchoreograph Yuji Shimomura sorgt für schnelle und knackige Kämpfe, setzt die Darsteller um Tak. Letzterer macht eine sehr gute Figur in seinem Debüt und strahlt eine lockere Coolness aus. So hat er nicht nur während der Actionszenen eine gute Präsenz aber gerade dort merkt man, ist der Mann absolut in seinem Metier.

Positiv zu werten ist auch, dass sich der Film seiner Schwächen bewusst ist und sich entsprechend nicht zu ernst nimmt. Klar, es geht hart und blutig zur Sache aber gleichermaßen ist auch ein gewisser Humoriger Einschlag durch diverse skurille Figuren vorhanden und es gibt auch immer wieder mal einen lockeren Spruch.

Der Score ist sehr vielseitig und geht von traditionellen japanischen Klängen bis zu Rock-/ Poplastigen Stücken, was eine ausgewogene Mischung ergibt, die immer gut zu den jeweiligen Szenen passt.

Durch einen hohen Actionanteil, gepaart aus ungefähr ebenso vielen Shootouts wie Kämpfen, legt Versus im Großen und Ganzen ein ordentliches Tempo an den Tag, dennoch hätte man das Ganze noch etwas mehr straffen können, was die Laufzeit betrifft. Wie gesagt, gibt es vereinzelte Mankos in der Inszenierung, wie den manchmal zu schnellen Schnitt. So ist auch der Schwertkampf im Finale im ersten Akt ein reinstes Schnittgewitter, in welchem man nichts mehr erkennen kann, was zum Glück aber nur dieser eine kurze Abschnitt ist. Zum Glück ändert sich dies dann wieder schnell jedoch fragt man sich warum man es hier so gemacht hat, wenn die sonstigen Fights zuvor meist viel besser gefilmt sind.

Insgesamt ist Versus ein für Genrefans absolut sehenswerter wie abgedrehter Fun Splatter-Martial Arts Film.

Knapp 8 / 10

 

 

Confessions ( Tetsuya Nakashima / 2010 )

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Confessions von Regisseur Tetsuya Nakashima ist ein etwas anderer Rachethriller, der die üblichen Genrekonventionen umgeht, seine Geschichte intelligent aufbaut und schon zu Beginn ein spannendes Szenario schafft. Der erste Akt, in dem Lehrerin Yoko Moriguchi den Schülern nach und nach die Sachlage offenbart ist mit Abstand der stärkste. Anschließend entfaltet sich die darauf aufbauende Story, die zugehörigen und entsprechenden Hintergründe um die beteiligten Personen, als auch die Konsequenzen mit denen sie leben und fertig werden müssen sehr langsam aber wirkungsvoll.

So ist der Verlauf ganz anders als man anfangs meinen könnte, denn wer die Täter sind, wird sehr früh aufgelöst und das ist per se schon der nächste Schocker nach der eigentlichen Tatsache, dass eben ein kleines Mädchen getötet wurde. Noch schockierender ist das eigentliche Motiv und wie es dazu kam. Im eigentlichen steckt viel mehr hinter dem Mord und der bzw. die Täter werden ausführlich beleuchtet. Nach und nach offenbaren sich neue Wahrheiten und der Zuschauer bekommt Stück für Stück einzelne Puzzleteile serviert. Je weiter die Geschichte voranschreitet desto faszinierender entfaltet sich der Film, auch wenn es im Mittelteil hin und wieder mal Längen gibt, in denen die Story nicht so recht vorankommen will.

Der Cast macht eine gute bis sehr gute Figur und sämtliche Darsteller überzeugen in ihren Rollen. Generell ungewöhnlich aber typisch für Regisseur Nakashima ist der fast nonstop präsente Score, welcher stets für die passende Atmosphäre sorgt, manchmal heiter und meist melancholisch. Oftmals entsteht dabei ein guter Kontrast zu den Bildern. Ich kannte vorher sein 2014er Werk "The World of Kanako", wo mir dies schon aufgefallen ist und hier ist es der gleiche Fall, also anscheinend ein beliebtes Stilmittel des Regisseurs.

Die Optik ist ebenfalls sehr kreativ. Mit meist dunklen Tönen und sehr kühlem entsättigten Bild wird eine entsprechend der Story, kalte Atmosphäre geschaffen. Slow-Mo's kommen häufig zum Einsatz und sorgen in Zusammenspiel mit oben genannten Stilmitteln für eine außergewöhnliche, tolle Bildsprache, die einem im Gedächtnis bleibt.

Auch wenn es wie gesagt, ab und an mal einen zähen Moment gibt, ist die schlussendliche Entfaltung, der Vollzug der eigentlichen Rache, bei der sich der Kreis schließt wieder sehr wirkungsvoll und kompromisslos.

7,5 / 10

 

 

Gruß

"John Woo"

"John Woo's" Reviews - #38

 

Once a Thief ( John Woo / 1991 )

http://www.rottentomatoes.com

 

Ein Jahr bevor John Woo mit dem ultimativen Heroic Bloodshed Klassiker "Hard Boiled" seinen Abgang aus Hong Kong nach Hollywood zelebrierte, vereinte er seine beiden Stars Chow Yun Fat und Leslie Cheung, mit denen er die Actionklassiker A Better Tomorrow 1 und 2 drehte, erneut für den Heist-Film Once a Thief ( 1991 ).

Der Film dreht sich um die drei Kunstdiebe Jim, Joe und Cherie, die ihr Handwerk von klein auf erlernt haben und sich nun auf wertvolle Gemälde etc. spezialisiert haben. Eigentlich wollen sie sich allmählich aus dem Business zurückziehen, Joe und Cherie eine Familie gründen doch ein letzter Coup lockt und wird alles für das Trio verändern.

Chow Yun Fat ist natürlich gewohnt charismatisch und auch Co-Stars Leslie Cheung und Cherie Chung spielen ordentlich.

Kenneth Tsang liefert sehr gut ab als Bösewicht und zeigt einmal mehr, dass er wie geschaffen für derartige Rollen ist.

Teils in Frankreich und teils in Hong Kong gedreht, wechseln sich die Schauplätze gut ab.

Manchmal ist der Humor etwas fehl am Platz. Chow und Leslie Cheung haben zwar eine gute Chemie vor der Kamera und sind ein eingespieltes Team, was man ihnen auch anmerkt, nur sind manche Sachen zu sehr over the top.

Als die beiden mit einem frisch gestohlenen Gemälde beispielsweise Gläser mit Rotwein benutzen um die im Raum befindlichen Laserschranken von einer Parodie, als von einem Heistfilm und selbst für eine Komödie sind solche Szenen schon etwas zu albern. Leider kommt so etwas des Öfteren vor, wodurch dann auch eigentlich dramatische Momente nie eine gute Wirkung erzielen können.

Actionmäßig hält sich Woo mit dem Härtegrad weitgehend zurück. Bloodshed im eigentlichen Sinne gibt es nicht, die Shootouts sind trotzdem ordentlich choreographiert, fallen, gemessen an Woo's Standard, jedoch leider etwas ab.

Kurz nach dem Diebstahl des Gemäldes gibt es eine dicke Verfolgungsjagd inkl. Shootout am Hafen, reichlich Blechschaden, schönen Stunts und einer dicken Explosion, was wiederum eines der Highlights des Films darstellt. Auch der Tresorraub ist gut inszeniert mit toller Action und einigen tollen Momenten von Chow und Cheung.

Am besten ist allerdings das Finale in der Villa mit klasse Shootout, wo man ganz klar den guten alten John Woo Style sieht! Leider ist der Humor auch hier immer wieder ein Störfaktor. Hätte man hier und da auf subtile Humoreinlagen gesetzt und ihn in entsprechenden Szenen ganz weggelassen, hätte der Film im gesamten viel besser funktioniert. Leider ist es in dem Bereich meistens Chow Yun Fat der mit der Lustigkeit übertreibt. So auch in einer der wenigen Martial Arts Einlagen im Finale.

Alles in allem ein Film, der viel besser hätte sein können. Regisseur, Cast, Drehbuch - alles war auf dem Papier top und Omce a Thief ist auch kein schlechter Film nur erwartet man halt doch mehr als das, was hier geboten wird. Etwas mehr Fokus auf die dramatischen Parts und weniger alberne Comedy hätten schon Wunder bewirkt.

6,5 / 10

 

 

 

Memories of Murder ( Bong Joon-ho / 2003 )

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Memories of Murder aus dem Jahr 2003 war der zweite Film von Regisseur Bong Joon-Ho ( The Host, Snow Piercer ) und erzählt von wahren Begebenheiten als eine Reihe von Morden ein Dorf in Südkorea erschütterten. Immer nach dem gleichen Muster, denn die Opfer waren junge Frauen, hatten rote Kleidung an und jeder Mord geschah in einer verregneten Nacht. So ermitteln die Polizisten Park Doo-man, Seo Tae-yoon und Cho Yong-koo in dem Fall und in dem autistischen Sohn eines der Dorfbewohners meinen sie, schnell den Täter gefunden zu haben, doch auch wenn es natürlich der einfachste Weg wäre, ihm einfach die Tat zu last zu legen und ihn zu verurteilen, erweist er sich ausgerechnet als wichtigster Zeuge, um den wahren Mörder zu finden.

Die Atmosphäre dieser Mischung aus Crime-Thriller und Drama ist klasse und selbst die humorigen Einlagen fügen sich meist gut in die ansonsten ernste Stimmung ein. In vereinzelten Szenen ist man allerdings ein wenig davor zu sehr in den Klamauk abzudriften, bekommt glücklicherweise aber schnell die Kurve. Der Cast um Song Kang Ho und Kim Sang-kyung macht dabei einen guten Job.

Memories of Murder lebt hauptsächlich vom guten Spiel seines Casts und den unkonventionellen, wie amüsanten aber gleichermaßen manchmal auch erschreckenden Ermittlungsmethoden, die die Polizisten hier an den Tag legen. Die Spannung kann nicht durchgehend gehalten werden aber grundsätzlich weiß Bong Joon-ho, hier sein Publikum an der Nase herumzuführen und mit raten zu lassen. Letztlich endet der Film mit einem Ergebnis, welches sicherlich eher unerwartet und nicht wirklich konventionell für das Genre ist aber das ist der Film als Ganzes ja auch nicht., daher ist der Ausgang auf seine Weise doch passend.

Zur Last legen kann man Memories of Murder sicherlich, dass er etwas zu lang geraten ist, bzw. dass hin und wieder dadurch Phasen entstehen, in der die Story auf der Stelle tritt und sich zieht.

Insgesamt ist der Film ein interessantes Werk, zum ganz großen Wurf fehlte ihm jedoch der letzte Schliff.

6,5 / 10

 

 

Portrait of a Gangster ( Han Jae-rim / 2007 )

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Regisseur Han Jae-Rim präsentiert mit "The Show must go on", der hierzulande als "Portrait of a Gangster" veröffentlicht wurde im Jahr 2007 seine zweite Regiearbeit.

Mit Song Kang-Ho ist der Film in der Hauptrolle auch schon mal bestens besetzt.

Portrait of a Gangster ist in meinen Augen ein bewusst irreführender Titel, weil der Film schlicht kein Gangsterfilm ist. Man wollte wohl, wie so oft aus Marketinggründen suggerieren, der Zuschauer bekäme hier einen harten Gangsterfilm mit Action satt geboten, doch dem ist ganz und gar nicht so. Die Hauptfigur ist lediglich zufällig Gangster.

Der Film ist jedoch kein Gangsterfilm, sondern im Grunde ein waschechtes Familiendrama mit einem Protagonisten( Song Kang -Ho ), dessen Familienleben alles andere als rund läuft ( Tochter hat sich mehr als entfremdet und verachtet den eigenen Vater und auch die Ehefrau ist unglücklich mit der Gesamtsituation ).

Längst will er dem kriminellen Leben entsagen, weil er selbst sieht, dass sein Privatleben dadurch auf dem Abstellgleis steht und obwohl er sich bemüht und es ihm eigentlich auch bewusst ist, bekommt er es dennoch nicht wirklich auf die Reihe. Immer wieder fällt er zurück in alte Muster und schafft es einfach nicht, sich von dem Job loszureißen. Zu verfahren scheint die ganze Situation.

JEs gibt natürlich entsprechend auch einige typische Gangster-Szenen und einen geringen Anteil an "Action" ( was ich hier mal bewusst in " " gesetzt habe ), wenn man so will. Ein klein wenig Gewalt und Blut aber, wie gesagt, nicht hauptsächlich.

In den dramatischen Szenen punkten der Film und Song Kang-Ho sowieso. Der Mann kann alles spielen. Auch einige, gut eingebaute lustige Szenen sind für sich gelungen. In Zusammenspiel will beides aber nicht hundertprozentig funktionieren. Die Fokussierung auf die verschiedenen Themenbereiche gelingt nicht so ganz und im großen und ganzen, sind manche Stellen deutlich zu lang gezogen, wodurch sich die Story auch öfter mal zieht.

Fans können ruhig einen Blick wagen aber der große Wurf ist es nicht geworden.

6 / 10

 

 

Gruß

"John Woo"

"John Woo's" Reviews - #37

 

Legend of the Liquid Sword ( Wong Jing / 1993 )

https://en.wikipedia.org/wiki/Legend_of_the_Liquid_Sword

 

Schwertkämpfer Chu ( Aaron Kwok ) wird von seinem Meister mit seinen 3 Schwestern losgesandt, den Kämpfer Flowerless ausfindig zu machen. Wie sich herausstellt ist Flowerless eine Frau ( Chingmy Yau ) und prompt verlieben sich Chu und sie ineinander. Kurz darauf tritt ein mächtiger Bösewicht auf den Plan, der nach Rache sinnt und unaufhaltsam scheint. Seine besonderheit ist, dass er seinen Feinden wie ein Vampir das Blut aussaugt. Gegen diesen übermächtigen Gegner kann nur noch die legendäre Technik des Liquid Sword helfen.

Legend of the Liquid Sword von Wong Jing ist ein Fantasy Wuxiafilm aus dem Jahr 1993 mit Aaron Kwok in der Hauptrolle des Kämpfers Chu. Die Story ist recht verrückt und fantasylastig, bietet somit in den Schwertkämpfen auch viel Wirework und Specialeffects, da die Kämpfer auch übernatürliche Fähigkeiten bzw. Techniken einsetzen.

Die Fights sind gut inszeniert, wurden allerdings eher schlecht verteilt. Am Anfang gibt es viel Action. Schon der Filmbeginn bietet einen Fight gegen Norman Chu auf einem Segelschiff und wenig später dann einen spektakulären Massenfight mit einigen tollen Kameraeinstellungen und guter Choreo. Ab da wird es erstmal sehr ruhig und zieht sich ein wenig aber ab der zweiten Hälfte zieht das Tempo wieder an, sobald der blutsaugende Bösewicht auf den Plan tritt.

Gordon Liu ist ebenfalls in einem Gastauftritt zu sehen und hat einen kurzen Fight.

Das Finale bietet nochmal ordentliche Action aber mit den übertrieben trashigen Humoreinlagen versaut man es hier ein wenig und schießt übers Ziel hinaus. Weniger wäre mehr gewesen, wie es so schön heißt.

Letztlich kann man sich den Film als Hong Kong Fan ruhig mal ansehen. Fans von Fantasy-Wuxiafilmen sollten ihren Spaß haben.

6 / 10

 

 

Ghost Punting ( Sammo Hung, Eric Tsang, Corey Yuen / 1992 )

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Ghost Punting erschien im Jahr 1992 als gemeinsame Regiearbeit von Sammo Hung, Eric Tsang und Corey Yuen und ist so zusagen der 6. Film der losen und nicht wirklich zusammenhängenden "Lucky Stars"-Reihe, die eher den bekannten Cast um hauptsächlich Sammo Hung, Eric Tsang, Richard Ng, Stanley Fung und Charlie Chin gemeinsam hat.

Mit einem Fokus auf Comedy inkl. geringem Actionanteil, bekommt es die Lucky Stars Crew hier mit Geistern zu tun.

Der Film beginnt mit einem Paar welches in Hong Kong auf einmal von einer Gruppe Gangster angegriffen wird. Dabei wird der Verlobte getötet und die Frau von ihrem, wie man erfährt, eigentlichen Ehemann mitgenommen, dann beginnt der eigentliche Part mit den Lucky Stars.

Sammo Hung hat leider wenig Screentime. Ist anfangs zunächst dabei und hat auch eine richtig schöne Kampfszene ( das Highlight des Films ) gegen ein paar Schläger, die auf Stress aus sind. Kurz darauf verschwindet er leider, taucht in der Mitte nochmal kurz auf und dann erst am Ende wieder. Mann darf sich zunächst die restlichen Lucky Stars rein ziehen, wie sie versuchen, hübschen Mädels nachzustellen, denn als sie in einem verlassenen Haus auf Geister stoßen, verständigen sie die Polizei, die prompt eine Einheit von 4 hübschen weiblichen Cops schickt. Deren obere Chefin wird von "Lethal Lady" Sibelle Hu gespielt, die aber nur leider in ein paar Szenen hinterm Schreibtisch zu sehen ist und ansonsten keine großartige Action zeigt, also weitaus weniger zu tun bekommt, als Sammo Hung.

Anfangs ist der Film noch recht lustig. Was als sidejoke in den anderen Filmen auch noch ganz lustig war, wird hier in manchen Momenten übertrieben und daher irgendwann stellenweise langweilig. Als es gelingt den Geist des getöteten Verlobten aus dem Haus zu befreien und mitzunehmen gibt es wieder einige lustigere Szenen, wie z. Bsp. als sie mit seiner Hilfe beim Kartenspiel betrügen. Danach geht es darum dem Geist zu helfen, Rache an seiner Verlobten und ihrem Mann zu nehmen, die ja beide für seinen Tod verantwortlich sind.

Für das gut 10 Minütigen Finale ist zum Glück auch Sammo Hung wieder am Start und da steigt die Qualität ernorm an. Die Action ist klasse. Tolle, harte Fights, choreographiert von ihm selbst in Zusammenarbeit mit Corey Yuen.

Hung liefert sich zwei tolle Fights und gerade der letztere gegen Chin Ho ist klasse.

Parallel gibt es einen ansehnlichen Girlfight, der sich ebenfalls mehr als sehen lassen kann.

Zum Schluss sitzt auch der Humor on point. Gerade der Fight von Eric Tsang und Chan Pak Cheung als Unterstützer bietet herrlicher Lacher.

Abschließend betrachtet unterscheiden sich Anfang und Ende, die beide ziemlich gut geraten sind schon ziemlich vom Rest, als würde man verschiedene Filme gucken. So unterschiedlich ist die Qualität. Der schwache Mittelteil zieht den Film in der Gesamtwertung leider runter. Hätte man das Niveau des Anfangs und des Showdowns den ganzen Film über gehabt, wären auch locker 8,5 oder gar 9 Punkte drin gewesen.

So bleiben knapp 7 / 10.

 

 

Organised Crime & Triad Bureau ( Kirk Wong / 1994 )

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Kirk Wong's 1994er Cops & Gangsterfilm "Organised Crime and Triad Bureau" beginnt recht actionreich mit einer guten Verfolgung.

Danny Lee alias Lee spielt mal wieder einen Cop der es hier auf den von Anthony Wong verkörperten Gangsterboss Tung abgesehen hat und schon lange Zeit hinter ihm her ist. Kürzlich verübte dieser einen Juwelenraub in Hong Kong und ist nicht aufzufinden. Er taucht auf der beschaulichen Insel Cheung Chau unter,

um sich anschließend nach Mainland China abzusetzen, doch Lee und sein Team spüren die Gruppe auf und machen die Insel per Großeinsatz dicht. Irgendwann jedoch und das kurz bevor Lee am Ziel ist, wird der Einsatz von ganz oben abgeblasen, was Lee natürlich vor einige Schwierigkeiten wirft, doch der toughe Cop lässt sich auch davon nicht aufhalten, Tung endlich zu schnappen.

Dieses gut erste Drittel, welches sich mit der Fahndung auf Cheung Chau befasst und die ausgiebige Suchaktion der Polizei zeigt, ist sehr spannend inszeniert.

Hier lernt man auch Tung und seine Freundin durch einige Rückblenden etwas näher kennen aber auch der besagte Juwelenraub wird hier Stück für Stück gezeigt.

Action gibt es insgesamt nicht viel. Die etwas harten Verhöre der Cops, die dabei in aller Regelmäßigkeit auch gerne mal Grenzen überschreiten, sind ganz nett anzusehen aber auch nichts besonderes. Die eingebaute Liebesgeschichte zwischen Tung und seiner Freundin ist dabei zuweilen etwas kitschig geraten, nimmt aber zum Glück nicht so viel Raum ein.

Zum Ende hin steigt aber der Actionanteil, als es bei einer Gerichtsverhandlung zur Eskalation kommt. Hier darf Co-Star Fan Siu Wong, der ansonsten eine eher kleine, fast unbedeutende Nebenrolle innehat und leider wenig zeigen kann, endlich mal 2-3 Moves auspacken. Die anschließende Flucht durch die Innenstadt Hong Kongs bietet gute Schauwerte und ordentliche Action. Die Schießerei ist schön inszeniert und es wird bis zum letzten Atemzug geballert, während Gangster und Cops sich eine Verfolgungsjagd zu Fuß durch Wan Chai liefern. Der Score vermittelt besonders in den Actionszenen die richtige Dramatik.

Abschließend können die letzten 20 Minuten den Film noch mal ordentlich aufwerten, so dass am Ende gute 7,5 / 10 Punkten stehen.

 

 

Gruß

"John Woo"

"John Woo's" Reviews - #36

 

The Killing Machine ( Noribumi Suzuki / 1975 )

http://jfilmpowwow.blogspot.de/2011/04/review-killing-machine.html

 

"The Killing Machine" basiert, ähnlich wie Sonny Chiba's Masutatsu Oyama Trilogie auf wahren Ereignissen bzw. einer realen Person, ist allerdings eine weitgehend fiktionalisierte Geschichte mit einigen biographischen Grundpfeilern als Eckpunkten. Der Film handelt von Doshin So, dem Begründer der Kampfkunst Shorinji Kempo, welche verschiedene chinesische und japanische Techniken miteinander zu einer eigenen Kampfkunst kombiniert. Der Japaner So lebte viele Jahre in China, erlebte dort den 2. Weltkrieg aktiv mit. Als er nach dem Krieg in seine Heimat zurück geht, entwickelt er sein jahrelang Erlerntes Wissen über die chinesische Kampfkunst weiter und gründet, wie gesagt, seinen eigenen Stil.

Charakterlich macht So dabei im Verlauf des Films eine gute Entwicklung durch, vom anfangs heißspornigen Jüngling zum besonnenen Meister, der sich stets für Schwache und Bedürftige einsetzt, von denen es gerade im Nachkriegsjapan unzählige gab. Unterdrückung und Leid waren allgegenwärtig.

Sonny Chiba ist klasse besetzt in der Rolle von Doshin So und hat eine gewohnt tolle Ausstrahlung. Auch Etsuko Shihomi darf sich in einer kleinen Nebenrolle die Ehre geben. Die Kampfszenen sind gut choreographiert und teils sehr graphisch inszeniert. Reichlich Blut, gebrochene Gliedmaßen / Knochen und die ein oder andere Szene ( abgetrenntes Glied eines Vergewaltigers, welches von einem Hund gefressen wird ) zeigen die Richtung auf und sorgen für einen entsprechenden Härtegrad. Nie aber wird die Gewalt um ihrer selbst willen zelebriert, sondern ist viel mehr Mittel zum Zweck, bereitet dem Actionfreund der harten Gangart allerdings natürlich auch Freude.

Die Story lässt einen gut mitfühlen und ein reger Anteil an gut inszenierter Action sorgt für Kurzweil und hohes Tempo. Auch wenn die Laufzeit doch sehr kurz geraten ist für eine solche Verfilmung, fühlt sich der Film doch nie wirklich überhastet an, als hätte man vieles ausgelassen oder dergleichen. Insgesamt ein guter Film, den sich Genrefans ansehen sollten.

8 / 10

 

 

Yakuza Deka ( Yukio Noda / 1970 )

https://illustractiongallery.com/martial-arts-bruceploitation/yakuza-cop--japanese-.html

 

Einige Jahre bevor Sonny Chiba im ersten Teil der berühmten Street Fighter Reihe zu sehen war, erschien Yakuza Deka ( 1970 ), in welchem Chiba den Cop Shiro Hayata verkörpert.

Hayata knüpft Kontakte zur Yakuza, als er und ein gewisser Tetsuji Asai bei einer Razzia in der Spielhalle scheinbar zufällig aufeinander treffen und gemeinsam fliehen.

Die beiden landen wenig später jedoch eine Nacht im Knast, wo herauskommt, dass Hayata selbst Cop ist. Er schafft es allerdings Tetsuji glauben zu machen er hat den Job vor Jahren des Geldes wegen schon an den Nagel gehangen und möchte sich der Yakuza anschließen.

In Wahrheit arbeitet er allerdings Undercover um Akutsu dingfest zu machen, welcher mit seinem Unternehmen Geldgeber der Yashiro-Familie ist, welche ihres Zeichens die größte Yakuzavereinigung Japans ist, angeführt von Sumitaro Yashiro.

Hayata gerät in seinem "neuen" Job zwischen die Fronten der Yashiro und Okura Familien, muss dabei aber dennoch den eigentlichen Auftrag im Fokus behalten.

Yakuza Deka beginnt klasse und sehr actionreich, fährt dann aber erst mal einen Gang runter. Langweilig wird es aber zu keiner Zeit, dafür ist das Ganze einfach stets unterhaltsam. Gerade Hayata und Tetsuji haben ne Klassen Chemie und kommen wie ein Buddy Duo rüber, was im späteren Verlauf leider außer acht gelassen wird. Tetsuji ist dann nur noch relativ wenig zu sehen und hier hätte man gut und gerne mehr drauf aufbauen können, da er ein charismatischer Charakter ist, übrigens gespielt von Tetsuro Tamba.

Im Verlauf gibt es dann mehr und mehr Action, die wirklich Laune macht. Der Kill von Boss Okura mit den 4 weiteren Spezialisten am Hayata's Seite sei als eines der Highlights genannt. Dieser führt die Killaufträge mit sichtlich Spaß bei der Sache aus, als ob er tatsächlich für die Yakuza arbeiten würde, man vergisst als Zuschauer fast, dass er eigentlich ein Cop ist.

Die Story und Action laufen mit einem großen Augenzwinkern ab, ohne albern zu sein, hat Yakuza Deka aber auch nie den Anspruch, ernst genommen zu werden.

Ein netter Running-Gag ist der Polizeikollege der öfter in irgendwelchen verrückten Verkleidungen auftaucht, z. Bsp. als chinesischer Strassenverkäuver oder als Mexikaner auf einem Pferd, wie im Finale zu sehen. Letzteres bietet wirklich furiose Action. Hier wird einiges aufgefahren. Autos, Helikopter, Stunts, Verfolgungen, Geballer und

viele Explosionen, verdammt viele Explosionen. Da führt jeder noch so kleine Blechschaden gefühlt zur direkten Detonation. Selbst Autos die nur aufs Dach kippen, explodieren direkt -herrlich.

Einzig Martial Arts kommen in diesem Film doch etwas kurz und die wenigen kurzen Kämpfe sind sehr simpel und nicht groß choreographiert.

Wer mit solchen Filmen ohne einen Anspruch an Realismus etwas anfangen kann, ist hier richtig und wird seinen Spaß haben.

8 / 10

 

Yakuza Deka: The Assassin ( Yukio Noda / 1970 )

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Im selben Jahr wie der Vorgänger erschien auch schon das Sequel zu Yakuza Deka mit dem Titelzusatz " The Assassin".

Sonny Chiba und Tetsuro Tamba, der im Erstling das zeitliche gesegnet hat, sind hier beide wieder vor der Kamera vereint. Während Chiba erneut in der Rolle des Hayata zu sehen ist, spielt Tamba natürlich eine gänzlich andere Rolle als in Teil 1. Die Story knüpft nicht groß an den Vorgänger, außer dass man hier die selbe Hauptfigur "Hayata" zu sehen bekommt.

Ishiguro von der Seiwa Gang wird bei einem Drogendeal von den Cops überrascht und flieht, doch als die Lage fast aussichtslos erscheint, taucht Hayata mit seinem Buggy auf und rettet Ishiguro vor der sicheren Verhaftung. Nun könnte man glauben Hayata gehörte als Fluchtwagenfahrer zum Plan aber weit gefehlt. Er war zufällig in der Gegend und hat laut eigener Aussage Ishiguro geholfen, weil er keine Cops mag, natürlich gehört sdes jedoch alles zu seinem Plan, sich bei der Seiwa Gang einzuschleusen. Wenig später im Club von Ishiguro's Boss werden sie von feindlichen Yakuza, wie sich kurze Zeit später herausstellt, der Natsui Gang, attackiert, wobei sich Hayata erneut als hilfreicher Rekrut für die Gang erweist und angeheuert wird. In Wahrheit jedoch ist es in seinem Interesse, die beiden Clans der Seiwa und Natsui auszuschalten.

Dieses Sequel führt die Geschichte des Cops Hayata nicht fort, sondern wiederholt im groben eigentlich die Handlung des Erstling, denn Hayata muss einfach wieder als Undercovercop ran und zwei Yakuza Clans platt machen. Dabei kommt es natürlich eher auf das "Wie" an und dies ist erneut gelungen. Der Film kommt einen Hauch weniger abgedreht daher als Teil 1 und so ist die Action auch etwas bodenständiger, enthält aber durchaus aus dem Vorgänger bekannte Elemente. Was Kämpfe angeht, gibt es hier etwas mehr zu sehen und auch ein wenig mehr choreographiert, waren die wenigen Fights im ersten Teil noch eher roh inszeniert. Diesgebzüglich hätte man aber durchaus das Potenzial besser nutzen können, denn zum Ende hin bahnt sich z. Bsp. ein Fight gegen 2 Killerinnen des Clans an, der leider relativ schnell abgehandelt wird.

Wie im Vorgänger, gibt es hier auch eine gewisse Portion Humor, so dass sich der Film auch nie zu ernst nimmt.

Insgesamt etwas schwächer als Teil 1 aber dennoch wieder unterhaltsame Kost aus den frühen Jahren Sonny Chibas.

7 / 10

 

Gruß

"John Woo"

"John Woo's" Reviews - #35

 

True Colours ( Kirk Wong / 1986 )

google.com

Gemeinsam mit seinem Kumpel Robert, gerät Ho Lung in eine Schlägerei und als sich die Polizei einmischt, verletzen sie einen der Cops tödlich. Ho taucht 5 Jahre lang im Ausland unter, während Robert seinen Glauben und damit zu Gott findet. Als Priester leitet er mittlerweile ein Jugendheim, als Ho, immer noch der DFr wieder auf der Matte steht, doch damit kehren auch die Probleme wieder zurück. Ho's große Liebe ist nämlich, wie er erfahren muss, gegen ihren Willen mit einem hochrangigen Gansgterboss verheiratet worden. Die beiden nähern sich wieder an, doch das schmeckt ihrem jetzigen Ehemann gar nicht, wodurch natürlich ordentlich Stunk entsteht.

True Colors aus dem Jahr 1986 war eine von Kirk Wong's ersten Regiearbeiten und bietet mit Ti Lung und Raymond Wong eine eher ungewöhnliche Haupdarstellerkombo, wobei man sagen muss, dass Wong eher eine große Nebenrolle hat und der Fokus hauptsächlich auf der Figur von Ti Lung liegt, der hier auch als einziger des Ensembles wirklich herausragt mit seinem gewohnt charismatisch-, sowie sympathischen Spiel.

Raymond Wong als Priester wirkt eher etwas komisch. In meinen Augen sollte er lieber bei seinen Produzententätigkeiten bleiben.

Newcomer Gary Lim spielt solide in seinem ersten Film, doch seine Karriere war anscheinend vorbei bevor sie begonnen hat. Außer diesem Film steht lediglich ein weiterer Filmauftritt aus dem selben Jahr in seiner Vita.

Die vorhandene Action ist solide inszeniert, auch was die Härte angeht. Das Ende bietet dahingehend die besten Szenen. Besondere Ausreißer oder Szenen, die im Gedächtnis bleiben, gibt es allerdings nicht und so ist auch der Film nach einmaliger Sichtung wieder recht schnell vergessen, denn die Story ist da recht simpel gehalten. Ohne Ti Lung würde True Colours auch noch deutlich schlechter abschneiden. So bleibt immerhin ein durchschnittlicher Film, den man zwar nicht unbedingt gesehen haben muss aber als Fan von Ti Lung doch mal eines Blickes würdigen kann.

6 / 10

 

 

Angel Enforcers ( Godfrey Ho / 1989 )

videobuster.de

Godfrey Ho's Angel Enforcers erschien im Jahr 1989, wurde hierzulande lediglich als Enforcers veröffentlicht und dreht sich um eine Eliteeinheit der Hong Konger Polzei, bestehend aus Frauen, die es hier mit Juwelendieben zu tun bekommt und als einer der beiden Gangster stirbt, schwört der Zweite bittere Rache.

Eröffnet wird der Film mit einer Actionszene im Yachthafen, was schon mal eine gute Einstimmung auf die noch kommenden 86 Minuten ist.

Wenig später bietet die ausgedehnte Flucht inklusive Schießerei durch ein Treppenhaus ein weiteres Highlight. Der Härtegrad ist generell ordentlich und bietet handgemachte Effekte und blutige Einschüsse um die Shootouts optisch aufzuwerten.

In den Shootouts fehlt ab und an etwas Dynamik und der Schnitt könnte besser sein, dennoch bekommt man solide Kost geboten.

Die von Philip Ko choreographierten Fights machen ebenfalls Laune. In der zweiten Hälfte zieht die Action an und das Tempo wird erhöht. Actionfans können sich auf ein paar beeindruckend harte Stunts freuen, wie beispielsweise der Sturz von einer Fußgängerbrücke auf einen fahrenden Truck.

Philip Ko und Dick Wei bilden das Badguy-Duo und sind dahingehend top besetzt. Ersterer hat zwar relativ wenig Screentime aber verabschiedet sich zumindest in einer guten Actionszene.

Co-Star Dick Wei ist sicherlich einer der besten Badguys des HK Films, man muss sich hier aber bis zum Finale gedulden um ihn auch in Action zu sehen. Selbiges ist zwar recht kurz aber dafür ordentlich. Gute Fights und im wahrsten Sinne explosive Action runden das Ganze etwas ab.

Hong Kong Gweilo Mark Houghton spielt, wie üblich, einen Handlanger der Bösen und darf das ein oder andere Mal seine Martial Arts Skills zum besten geben.

Die Mädels um Sharon Yeung Pan Pan und Pauline Wong liefern ab und machen auch in den Fights eine gute Figur auch wenn sämtliche Szenen mit Beteiligung von Ko, Wei oder Houghton besser sind und man schon einen Qualitätsunterschied bei den Fights merkt.

Der Score ist mit das Beste am Film und bietet die perfekte Sounduntermalung.

Insgesamt und aufgrund ordentlicher Action bekommt Angel Enforcers noch knappe 7 / 10.

 

Mafia.com ( Alan Lo / 2000 )

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Mafia.com erschien im Jahr 2000 unter der Regie von Alan Lo, der auch gleichzeitig die Story schrieb und produzierte. Etwas Gutes ist dabei jedenfalls nicht herausgekommen, eher im Gegenteil.

Das fertige Produkt ist eine recht unausgegorene Triadenkomödie und erzählt von 3 Landeiern, die sich in eine Triadengang mogeln, um in Hong Kong etwas aus sich zu machen. Letztlich erreichen sie es auch, nur werden sie von ihren eigentlichen Boss nach Strich un dFaden verarscht und bekommen letztendlich solche Probleme, dass sie zurück aufs Land fliehen müssen. Womit sie wieder da wären, wo sie eigentlich begonnen haben.

Aus diesem simplen Plot hätte man allerhand besseres herausholen können als das! Kommen wir erst zur Haben-Seite.

Der Film ist mit einigen recht bekannten Gesichtern besetzt. So sind u.a. Danny Lee, Roy Cheung, Chan Wai Man und Shing Fui On mit von der Partie, allerdings meist leider nur in kleinen Cameos oder kleineren Nebenrollen. Somit ist es zwar nett, sie zu sehen, nur können sie eben nicht wirklich viel reißen, wenn so ziemlich alles andere nicht stimmt.

Hauptfigur wird gespielt vom mehr oder weniger bekannten Jackie Lui, der durch den Film führt und auch als Off-Erzähler fungiert Die Darsteller machen ihren Job soweit zwar solide aber das Drehbuch gibt schon nicht genügend her um irgendwie das Interesse des Zuschauers zu wecken. Für eine Komödie liefert der Film definitiv zu wenig Lustiges und als ernsten Film kann man ihn aufgrund der Inszenierung ohnehin nicht ansehen.

Was die Action angeht - bis auf ein paar Geplenkel und etwas mehr davon am Ende, was aber auch noch nicht mal die Bezeichnung Action verdient hat, gibt es nichts zu sehen. Wozu man da tatsächlich einen Fightchoreographen ( mit Ma Yuk Sing sogar ein fähiger Mann, der die Fights für u.a. Enter the Phoenix, The White Dragon und Storm Warriors ausgearbeitet hat ) beschäftigt hat, ist mir schleierhaft. Viel Arbeit kann er hier nicht gehabt haben.

Ein besseres Drehbuch, bessere Action ( zumindest 1-2 ordentliche Szenen ) wären schon Goldwert gewesen.

Auf darstellerischer Seite war eigentlich auch genügend Potenzial für einen ordentlichen Film vorhanden, hätte man wenigstens auch die Stars in wichtigere Rollen gepackt.

Genauso wie die 3 Jungs vom Lande scheitern, scheitert auch der Film als solcher. Das war so ziemlich vorne und hinten nichts.

2 / 10

 

Gruß

"John Woo"

"John Woo's" Reviews - #34

-Akira Kurosawa Samurai Collection #2-

 

Yojimbo ( 1961 )

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Die Anfangsszene zeigt einen umherziehenden Samurai ( Sanjuro ), der an einer Abzweigung spontan per Stockwurf entscheidet, welchen Weg er nimmt. So landet er kurz darauf in einem kleinen Dorf, in dem zwei rivalisierende Banden vorherrschen und um die Macht im Ort streiten. Dafür rekrutieren die Clans jeden verfügbaren Kämpfer. Sanjuro plant, die beiden Banden gegeneinander auszuspielen und nutzt den Umstand, dass beide Anführer um ihn werben und ihn für sich gewinnen wollen, nachdem er anfangs eine kurze Demonstration seiner Schwertkunst gegeben hat, geschickt zu seinen Gunsten.

Akira Kurosawa's Yojimbo erschien im Jahr 1961 und war Vorlage für Filme wie Sergio Leone's "Für eine Handvoll Dollar" aus dem Jahr 1964, in welchem Clint Eastwood die Hauptrolle des Fremden übernahm oder auch Walter Hill's "Last Man Standing" von 1996 mit Bruce Willis.

In Kurosawa'a Original spielt niemand geringeres als Toshiro Mifune die Hauptrolle des Ronin Sanjuro Kuwabatake. Die Story ist im Grunde recht simpel angelegt, lebt aber ebenso von seinem herausragend guten Hauptdarsteller Mifune, wie von der tollen Inszenierung Meister Kurosawas.

Toshiro Mifune ist einfach die Coolness in Person mit seiner hammer Ausstrahlung. Er nimmt die Leinwand oder in dem Fall den Bildschirm mit einer unglaublichen Präsenz ein, so dass alle anderen Darsteller, so gut sie auch sind, daneben fast schon untergehen. Ein Darsteller, dem man getrost bescheinigen kann, dass er seiner Zeit voraus war.

Kurosawas Bildersprache ist einfach klasse und weiß viel zu erzählen ohne dass man dafür großartig Dialoge benötigt. So funktioniert die Kamera selbst mit ihren tollen Einstellungen und Kamerafahrten als "Erzähler".

Oftmals komödiantisch angehaucht, was man nicht zuletzt immer wieder am leicht lockeren Score merkt, kommt "Yojimbo" recht locker und unbeschwert daher, ohne aber als Komödie durchzugehen. Die Mischung stimmt einfach und zeigt viele Facetten.

Action gibt es nicht allzu viel aber wenn, dann ist diese toll inszeniert. Besonders die Momente in denen Mifune sein Katana zückt, sind wahre Highlights.

Vom Plot her ist der Film im Prinzip recht simpel aber die tolle Inszenierung, Mifune's Präsenz und die Atmosphäre ergeben eine gute Mischung.

8 / 10

 

Sanjuro ( 1962 )

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Sanjuro erschien 1 Jahr nach Yojimbo und ist ein mehr oder weniger loses Sequel. Toshiro Mifune ist wieder im Zentrum des Geschehens. Seine Figur, die im Prinzip der selbe Charakter aus "Yojimbo " ist, heißt hier allerdings nicht Sanjuro Kuwabatake sondern Sanjuro Tsubaki. Auch die Story ist im Grundgedanken ähnlich angelegt, könnte aber auch einfach ein weitere Kapitel im Leben des Sanjuro sein, wie wir ihn in Yojimbo kennengelernt haben. So ist er per Zufall am richtigen Ort um einer Gruppe gutmütiger aber auch tölpelhafter Dorfbewohner zu helfen, als diese einem Hinterhalt zum Opfer fallen sollen.
So lauscht er deren Gespräch und analysiert direkt die Lage, in der sich die Herrschaften befinden. Er schildert seine unvoreingenommene Sicht der genannten Situation und deutet die Fakten. Was man als Zuschauer relativ schnell erahnt hat, als einer der Männer erwähnt, dass die besagte und angeblich wohlgesonnene Person sie alle versammelt an diesem Ort treffen wolle, wird ihnen auch direkt von Sanjuro vor Augen geführt, der den Plot ebenfalls durchschaut. Ein Blick nach draußen zeigt, dass eine Gruppe Männer ankommt und nicht gerade freundlich gesonnen wirkt.
Sanjuro schafft es durch eine Demonstration seiner Schwertkunst die Gruppe zu bändigen und zurückzutreiben.  Beeindruckt von dessen Fertigkeiten an der Waffe bietet Muroto, der Anführer der Truppe, Sanjuro einen Posten an und zieht mit seinen Männern von dannen.
In der Rolle des Muroto ist Tatsuya Nakadai zu sehen, der sich in Yojimbo bereits als Antagonist Unosuke mit dem dortigen Sanjuro anlegen durfte.

Der Film fängt stark an und schwächelt ein klein wenig im Mittelteil. Die Gruppe um Sanjuro hat es geschafft eine ältere Frau und ihre Tochter aus den Fängen von Muroto's Männern zu befreien und sich in einem angrenzenden Haus zu verstecken, wo sie nun verharren. Die Situation hat sich festgefahren, da die Männer nicht wirklich unentdeckt fliehen können, wodurch dann eine kleine Länge entsteht.
Mit einer interessanten Wendung nimmt das Ganze dann wieder Fahrt auf, als Sanjuro auf das Angebot Muroto's ( vermeintlich ) von ihrem ersten Aufeinandertreffen zurückkommt.

Die Geschichte ist etwas geradliniger gestrickt als in Yojimbo, auch gibt es gefühlt etwas mehr an Kämpfen und hier geht Mifune wieder klasse ab mit dem Katana.Generell merkt man erneut, dass Mifune in dieser Rolle aufgeht und sichtlich Spaß hatte, den Charakter zu verkörpern.

Als Sanjuro und Muroto sich final gegenüberstehen ist ein klasse Moment. Wie Kurosawa hier die Spannung aufbaut indem sich beide Gegner sekundenlang still gegenüberstehen und man weiß, dass jeden Moment der Sturm losbricht ist großes Kino. Die entscheidende und blutige Entladung dieser Spannung ist umso schöner anzusehen.

Auch wenn mir Yojimbo einen Tick besser gefallen hat, ist auch diese lose Fortsetzung "Sanjuro" ein mit kleineren Abstrichen sehr unterhaltsamer Chambara.

7,5 / 10
 

 

Gruß

"John Woo"

"John Woo's" Reviews - #33

-Akira Kurosawa Samurai Collection #1-

 

Seven Samurai ( 1954 )

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"Four Hundred Years ago, Japan was a Land of Civil wars, Bandits roamed the lawless country, terrorising farmers".

So lautet der Einleitungstext zu Akira Kurosawa's Klassiker "Seven Samurai"von 1954, begleitet von ruhigem aber bedrohlichen Score.

In der Eröffnungsszene sehen wir eine Gruppe eben jener Banditen, die auf ein kleines Dorf zusteuern um es auszurauben, als einer von ihnen bemerkt, dass sie dieses Dorf vor gar nicht so langer Zeit bereits um seine Vorräte erleichtert haben und es sich nicht lohnen würde. Man beschließt zu warten, bis die Anwohner wieder genügend Vorräte erwirtschaftet haben. Einer der Farmer hat dieses Gespräch belauscht und informiert die anderen Bewohner, welche sich prompt versammeln. Sie sind verzweifelt und klagen ihr Leid. Niemand weiß, was zu tun ist. Bereits jetzt leben sie am Existenzminimum und ein Kampf gegen die Banditen scheint aussichtslos, da keiner der Dorfbewohner kämpfen kann. Ihr Leben lang waren sie Farmer. Vom Kämpfen verstehen sie nichts. In ihrer Verzweiflung beschließen sie, den Dorfältesten Gisaku um Rat zu fragen. Nachdem ihm die aufgebrachte Meute die heikle Lage geschildert hat, lautet seine direkte Antwort: "Wir kämpfen!"

Die stößt natürlich erst mal auf Unverständnis, doch dann fügt er hinzu, dass sie Samurai anheuern sollen. Gisaku erzählt den Farmern eine Begebenheit, die ihm im Gedächtnis geblieben ist. Als sie alle noch Kinder waren, wurde deren Dorf bereits schon mal von Banditen geplündert und niedergebrannt. Auf der Flucht, so sagt Gisaku, sah er etwas Bemerkenswertes. Eines der anderen Dörfer blieb komplett unversehrt, denn sie hatten Samurai zum Schutze angeheuert. Von dem Plan überzeugt, machen sich die Bauern auf die Suche um die besagten Samurai anzuheuern, denn der Kampf steht unausweichlich bevor.Der Cast um u.a. Toshiro Mifune, Takashi Shimura, Chiaki Minoru und Kato Daisuke ist hervorragend und spielt klasse und die Harmonie untereinander ist toll. Die gut erste Stunde befasst sich gänzlich mit der Rekrutierung der Samurai, was sich ohne die nötigen finanziellen Mittel als durchaus schwieriges Unterfangen herausstellt. Samurai wollen für ihre Dienste natürlich bezahlt werden doch mit dem aufrechten Ronin Kambei an ihrer Seite kommt die Sache ins Rollen. Dieser fungiert hier als Oberhaupt und wird von Takashi Shimura gespielt, der ein starke und sehr charismatische Performance hinlegt.

Toshiro Mifune als Kikuchiyo allerdings nimmt in jeder Sekunde, die er zu sehen ist, den ganzen Film für sich ein und hat einfach eine gewaltige Präsenz. Er ist früh kurz zu sehen und stößt erst nach einer guten Stunde, als letzter der sieben Samurai zur Gruppe. Charismatisch wie eh und jeh, gibt er so ein wenig den verrückten der Gruppe, der mit viel Herz bei der Sache ist und wenn es drauf ankommt, enorme Fähigkeiten beweist. Er sticht er aus der Truppe heraus und anfangs weiß man gar nicht so recht, was es mit ihm aufsich hat. Hier und da etwas verrückt, folgt er den bis dahin 6 Samurai einfach und jene wissen ihn zunächst auch nicht so recht einzuordnen. Spätestens aber, als er derjenige ist, der es mit einer kleinen List schafft, die verängstigten Dorfbewohner bei der Ankunft in selbigem aus ihren Häusern zu locken, haben die Samurai erkannt, dass sie ihren 7. und damit letzten Mitstreiter gefunden haben. Ein kleiner Twist offenbahrt in einer bewegenden Szene zu späterer Zeit dann Kikuchiyo's Hintergrund und wahre Motivation den Farmern zu helfen.

Mit seinen fast dreineinhalb Stunden Laufzeit, ist Seven Samurai sicherlich der längste Film, den ich bisher gesehen habe. Kurosawa aber schafft es durch sein unvergleichlich hohes erzählerisches, wie auch zweifelsohne handwerkliches Können, nie auch nur einen Ansatz von Langeweile aufkommen zu lassen. Natürlich gibt es bei der Lauflänge gerade im Mittelteil auch ruhigere Passagen, so z. Bsp. nachdem die Sieben Samurai zusammen kommen, jedoch wirkt es nie in die Länge gezogen. Jeder Part erfüllt einen für die Story sinnvollen, erzählerischen Zweck. Sei es nun die Hauptstory betreffend oder beispielsweise um die einzelnen Charaktere genauer zu beleuchten und dadurch eine größere Bindung zum Zuschauer herzustellen.

Es wird dezenter aber stets gut getimter Humor eingebracht und es macht Spaß, den tollen Darstellern bei ihrer Arbeit zuzusehen. Action gibt es anfangs so gut wie nicht aber die 2 kurzen Momente, wie die Rettung des Kindes und der Kampf zweiter Samurai sind schon fast episch gefilmt. Die Kills, bzw. die umfallenden Opfer in Slow-Mo zu zeigen entfaltet eine ganz eigene, starke Wirkung.

Die letzte Stunde zeigt dann den Angriff der Banditen auf das Dorf. Vorkehrungen wurden getroffen und in immer wieder kleinen Wellen greifen die Banditen an. Gemeinsam mit den Farmern jedoch schaffen es die Samurai, die Angreifer Stück für Stück zu dezimieren.

Toshiro Mifune ist es, der in diesem letzten Drittel erst recht aufblüht und zum Showstealer wird mit seiner emotionalen Performance. Besonders stark wird dies durch die Szene deutlich, in der eine sterbende Frau ihm ihren kleinen Sohn in die Arme legt. Er weint, weil er sich selbst in diesem kleinen Jungen sieht, dem hier gerade dasselbe widerfahren ist, was er selbst als Kind durchleben musste.

Aber auch sonst hat er reihenweise klasse Momente, wie beispielsweise die Szene als er einem feindlichen Schützen mit einer List dessen Gewehr abnimmt. Die Kämpfe und Angriffe der Banditen sind toll gefilmt und opulent. Immer wieder gibt es kleine Verschnaufpausen, da sich die Belagerung über ein paar Tage hinzieht.

Als immer mehr Banditen ihr Leben gelassen haben, müsste man meinen dass sie logischerweise lieber von diesem Dorf ablassen und weiterziehen sollten aber irgendwann geht es anscheinend für sie nur noch um Rache und den Kampf an sich, anders wäre ihre Motivation wohl nicht zu erklären. Der Zuschauer freut sich jedenfalls über toll gefilmte Bilder.

Die Endszene ist sehr treffend und regt zum Nachdenken an, da sie aufzeigt, wer die wahren Verlierer des ganzen sind.

9 / 10

Throne of Blood ( 1957 )

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Die beiden befreundeten Generäle Washizu und Miki sind auf dem Weg zu ihrem Fürsten um vom Sieg über den Feind zu berichten. Auf dem Weg zum Schloss jedoch verirren sich die beiden auf ihren Pferden im dichten Wald, kommen immer wieder an derselben Stelle vorbei. Dann plötzlich erscheint ihnen ein Waldgeist, der den beiden Samurai eine Prophezeiung macht und die nahe Zukunft vorhersagt. Glauben können sie es nicht so recht, doch als die erste der Aussagen wahr wird, scheint das Schicksal unausweichlich. Bald steht nicht nur die Freundschaft sondern auch das eigene Leben auf dem Spiel.

William Shakespeare's Macbeth wurde unzählige Male verfilmt. Im Jahr 1957 brachte Japans Regiemeister Akira Kurosawa mit Throne of Blood ( Das Schloss im Spinnwebwald ) seine Version des Stoffes in die Kinos und verlegte die Geschichte ins feudale Japan.

Schnell weiß einen die Story zu fesseln. Was wie ein anfangs scheinbar normaler Samurai-Kriegsfilm beginnt ( man sieht den Fürsten mit seinem Beraterstab in der Festung sitzen und im Minutentakt kommen Kundschafter um ihm über den aktuellen Stand der Gefechte zu berichten ), entwickelt sich schnell in eine ganz andere Richtung. Fantasy, Drama, Mystery, Tragödie vermischen sich gekonnt zu einem sehr gelungenen Ganzen, eingebettet in ein Chambarasetting.

Man kann eigentlich nicht oft genug erwähnen, wie weit Kurosawa seiner Zeit voraus war, in der Art wie er seine Filme inszeniert hat und welche Techniken er zum Einsatz brachte. Auch in diesem Werk begeistert er mit hervorragender Optik, seiner Art die Umgebung und Location einzufangen und einfach nach verdammt viel aussehen zu lassen, obwohl sich der Film in relativ wenig verschiedenen Locations abspielt. Die Bilder üben schon eine eigene Faszination aus und werden durch schöne Kamerafahrten noch bereichert. Es herrscht eine unheimlich dichte Atmosphäre, die einen schnell in ihren Bann zieht. Die Art wie hier viel mit dem Nebel gearbeitet wird beispielsweise, ist klasse anzusehen und schafft in Zusammenspiel mit dem minimalistischen aber sehr Wirkungsvollen Score eine oft mysteriöse und bedrückende Stimmung.

Toshiro Mifune in der Hauptrolle, spielt quasi den "Macbeth-Charakter" Washizu und bringt dessen Entwicklung sehr gut rüber. Zunächst als aufrechter Samurai, wandelt sich sein Charakter immer mehr über zunächst Zweifel und Bedenken gen Übermut und zu guter Letzt Wahnsinn.

Das Finale auf der Empore, als die eigenen Männer Washizu angreifen und mit Pfeilen beschießen ist großes Kino und beeindruckend gefilmt aber nicht nur die Kamera sondern die Inszenierung der ganzen Szene bleiben im Gedächtnis, denn man erkennt in vielen Szenen die gut kaschierte Tricktechnik nicht, so dass es aussieht, als würden die Pfeile einfach in echt auf ihn abgefeuert.

Großes Kino, dessen Bilder eine enorme Wucht entfalten.

9,5 / 10

The Hidden Fortress ( 1958 )

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Akira Kurosawa's The Hidden Fortress handelt von den zwei armen Bauern Matashichi und Tahei, die, so absurd es klingen mag, eigentlich im Krieg ihr Glück suchten und sich der Akizuki-Armee anschlossen um gegen die feindlichen Yamana zu kämpfen. Sie dachten, sie könnten reich werden, wofür sie im Vorfeld ihr komplettes Hab und Gut verkauften und sich mit Waffen ausstatteten. Leider verloren die Akizuki den Krieg und genau hier setzt The Hidden Fortress an als die beiden Hauptfiguren gezeichnet, erschöpft und mit zerlumpten Klamotten durch die Steppe trotten. Das Gebiet wird nun weiträumig von den Yamana beherrscht und ist zu großen Teilen abgeriegelt.

Irgendwann finden sich die beiden Pechvögel in einem Flussbett wieder und stoßen zufällig auf in Holzstöcken verstecktes Gold. Prompt suchen sie weiter und wissen noch nicht, dass es sich um das versteckte Gold von Prinzessin Yuki Akizuki des besiegten Reiches handelt. Ein Fremder namens Rokurota Makabe ( Toshiro Mifune ) taucht aufund schließt sich ihnen bald an, besser gesagt, macht er sich selbst zu deren Anführer. Wie sich bald herausstellt, ist er ehemaliger General der Akizuki und Wächter der Prinzessin.

Diese ist derweil in einem Versteck, da Lord Yamana seine Truppen ausgesandt hat, um sie zu fangen. Etwas später stösst sie zu der kleinen Gruppe hinzu bzw. kommt durch eine kleine Wendung dazu und nun gilt es unentdeckt von den feindlichen Yamana-Truppen in neutrales Gebiet zu gelangen, was mit überall patrouillierenden Truppen der Yamana und mit den beiden recht tollpatschigen Gesellen kein einfaches Unterfangen ist.

George Lucas erwähnte in Interviews Akira Kurosawa und besonders "The Hidden Fortress" als eine der großen Inspirationen für sein eigenes, heute ikonisches Werk "Star Wars". Die Parallelen und Vorlagen sind unverkennbar. Wie in Hidden Fortress, erzählt auch Star Wars seine Geschichte aus der Sicht der beiden "untersten" Charaktere R2D2 und C-3PO ( die die Pendants zu Matashichi und Tahei sind ). Des weiteren ist die Rettung der Prinzessin Akizuki im Fokus der Handlung, ebenso wie es später bei einer gewissen Leia Organa übernommen wurde.

Chiaki Minoru und Kamatari Fujiwara in den beiden Hauptrollen sind zwei herrlich kauzige Gesellen und sorgen für den sehr gelungenen, subtilen Humoranteil des Films. Toshiro Mifune ist als bierernster und wortkarger Wachmann der Prinzessin ein guter Gegenpol zu den beiden aber auch er sorgt mit seiner kühlen und trockenen Art dennoch für ein paar humorvolle Momente.

Eines seiner grossen Highlights ist die Verfolgungsjagd zu Pferde als er mehrere feindliche Soldaten niederstreckt und dann direkt in einem feindlichen Lager landet. Der dortige Befehlshaber und er kennen sich, hegen großen Respekt für das Können des jeweils anderen. Dies wird verdeutlicht als der feindliche General zu Rokurota sagt, er hätte ihn gerne auf dem Schlachtfeld getroffen. Dennoch willigen beide zu einem Duell ein, Rokurota wird die Wahl der Waffe überlassen, welche auf die Lanze fällt. Was folgt ist ein wirklich tolles Duell der beiden. Keinesfalls eine schnittige und schnelle Kampfszene, wie sie erst ein knappes Jahrzehnt später langsam entstanden und den Eastern prägten. Es ist ein Herantasten und die Intensität wie auch Geschwindigkeit nehmen langsam zu. Dabei ist der Jampf sehr realistisch gehalten, bietet auch einige schön anzusehende Techniken. In Punkto Choreographie muss man sagen, wie bereits erwähnt, ist dies kein Fight, wie in späteren Eastern aber man sieht wiedermal sehr deutlich, dass Kurosawa in einfach so vielen Aspekten seiner Zeit voraus war. Grosses Kino, was hier abgeliefert wird! Der respektvolle Umgang der beiden Feinde miteinander gibt auch der eigentlich Bösen Partei des Films Profil und unterteilt nicht bloß in schwarz und weiß, was gerade auch beim Ende des Kampfes mit Rokurotas Sieg sehr deutlich wird. Er tötet seinen Feind nicht und verweist auf ein zweites Wiedersehen. Der besiegte im Gegenzug nimmt seine Niederlage hin und lässt Rokurota davon reiten. Dies soll allerdings nicht ihr letztes Treffen gewesen sein, denn ihre Wege kreuzen sich später erneut und spätestens hier entsteht eine Freundschaft der beiden sich im Wesen ähnlichen Kämpfer, die zunächst auf gegenseitigem Respekt begründet war.

Optisch präsentiert Hidden Fortress Kurosawa's gewohnte Bildgewalt, bietet schöne Landschaftsaufnahmen und viele ruhige Bilder, die ihre Wirkung sehr schön entfalten können. Der Score ist minimalistisch und sehr stimmig.

Zum Ende hin machen auch die beiden eigentlichen Hauptfiguren Tahei und Matashichi, die sich ständig stritten, wer denn nun ein Anrecht auf das Gold hätte, wer mehr als der andere bekommt usw. letztlich eine Wandlung zum positiven durch.

Die ständige Gier weicht hier der Einigkeit ob der Belohnung die sie von der Prinzessin für deren Mithilfe an ihrer Rettung erhalten. Hier hätte man den Film beenden können, doch Kurosawa baut noch einen netten Bonus ein, der die beiden auf humorvolle Weise doch wieder die alten Charakterzüge der beiden zum Vorschein bringt, was auch prompt bestraft wird.

Die Geschichte ist nicht immer spannend und hat die ein oder andere langatmige Passage, wo einem etwas das Tempo fehlt, dennoch tritt man hier nie auf der Stelle.

The Hidden Fortress ist ein sympathischer Film, technisch auf dem gewohnt hervorragenden Niveau Akira Kurosawa's umgesetzt.

7,5 / 10

 

Gruß

"John Woo"

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