Erzählt wird die letzte Ausfahrt des Walfängers "USS Essex" und seiner Besatzung, in ferne Walfang-Regionen.
Die Story beinhaltet seemännische Abenteuer, menschliche Rivalitäten, und auch ein wenig Mystik in Form des bekannten riesigen weißen Wales den wir als "Moby Dick" kennen.
Ron Howard (Apollo 13, A Beautiful Mind) schaffte zwar kein Meisterwerk von einem Abenteuerfilm.
Aber wie er zwei Stunden Spielzeit luftig leicht auf gefühlte 90min runterbringt, ist dennoch eines Lobes wert.
Die Form der Einführung in die Geschichte ist erfrischend.
Ebenso das sich Howard Zeit nimmt, den Seher nicht dabei allein zu lassen um sich eine Meinung zum Grund der Rivalität zwischen Captain Pollard (Benjamin Walker) und seinem Ersten Offizier Owen Chase (Chris Hemsworth) zu bilden.
Schon an Land wird deutlich gemacht das auch gesellschaftliche Spannungen unausweichlich zur Rivalität zwischen Teilen der Besatzung führen müssen und auch werden.
Damit ist Howard eine gute und für den Film auch ausreichende Charaktereinführung gelungen, die er im Verlauf des Films dann lediglich weiter vertieft.
Es gelingt ihm, seinen Film nicht auf eine Handlung allein zu begrenzen. Trotzdem der Schauplatz, die "USS Essex" nuneinmal begrenzt ist, kann er die verschiedenen Unterthemen die die Geschichte behandelt, dennoch trennen und sorgt damit für einen leichtgängigen und lockeren Plot.
Eine Abenteuerverfilmung wie sie kaum besser sein kann. Nicht geschichtsüberladen, aber nicht zu platt und Effekte heischend.
Wer die Bilder des Films mag, wird in den Extras bestätigt.
Die "Essex" wie auch die Walfangboote wurden real nachempfunden. Für den Dreh stand ein riesiges Wasserbecken für Schiff und Boote zur Verfügung. Sturmszenen wurden nicht komplett animiert, was dem Film sehr förderlich ist.
Das letzte Drittel des Films wurde real an der Küste der Kanarischen Inseln gedreht.
Das sorgt für realistische Spielzeuge bei den Darstellern, wie auch einen natürlichen Background im Bild.
Schauspielerisch ist das Ensemble der Darsteller für einen Film diesen Genres auf einem guten Niveau.
Hemsworth wird seiner Rolle sehr gerecht. Benjamin Walker(Abraham Lincoln: Vampirjäger), der auf dem ersten Blick wie ein jüngerer Bruder von Eric Bana ausschaut, wirkt farblos. Seinem Charakter kann er nicht genügend Dramatik einflößen. So wirkt er nicht als eine ernstzunehmende Bedrohung für Mensch und Material. Hemsworth als Erster Offizier hat es sehr leicht, seine Fehlentscheidungen auszubügeln.
Toll von Howard ist die Bandbreite der Charaktere. Neben Hemsworth/Walker gibt es keinen erkennbaren Nebencast. Vielmehr ist die gesamte Besatzung als Nebencast aufgestellt worden.
Charaktergrößen wie Cillian Murphy (Sunshine,Inception) tragen sehr gut zum stimmigen Gesamtbild der schauspielerischen Leistungen bei.
Ebenfalls positiv zu erwähnen ist, dass der Film sich zwar auch auf seine Effekte stützt. Diese aber von Ron Howard nicht unnatürlich überbordend gezeichnet werden. So vermeidet es Howard, sich in minutenlanges und theatralisches Mensch-Wal Gemetzel zu verlieren.
Er lässt gekonnt in vielen super gewählten Kameraperspektiven die Bilder selbst auf den Seher wirken, was häufig "WOW"-Momente hervorruft.
Und klar, kommt auch Howard bei einem solchen Stoff heute nicht ohne Animationen aus. Einige Szenen wirken wie Studioaufnahmen aus den 60er Jahren. In ihnen merkt man die nachträgliche Implementierung des Hintergrundes an. Aber sie sind selten.
Die Wale sind insofern gut animiert worden, dass sich kaum ein Seher daran stören dürfte.
Dabei kommt der Film ohne heftige und schnelle Kameraschwenks aus. Immer hat man Zeit, alle Details verfolgen zu können.
Zur Blu-ray:
Diese punktet mit einem genre-typischen Filmkorn, welches aber nicht störend in den Vordergrund tritt. Besonders in den dunkleren Szenen unter Deck unterstreicht es das rauhe Klima an Bord sehr gut. Auch die Sturmszenen erscheinen dadurch weniger glatt gebügelt und daher realistischer.
Tolle satte Farben und ein hoher Kontrastumfang sorgen für viel Spaß an den Szenenbildern. Die Schärfe sitzt stets auf dem Punkt.
Dialoge liegen klar und verständlich auf dem Center. Auch wenn sie durch viele weitere Effektgeräusche überlagernd sind. Die Lautstärke zwischen Effektgeräuschen und den Dialogen ist dabei sehr schön austariert.
Wuchtig und mit Tiefgang wurden die Wasserszenen vertont. Ebenso das Knarren der Spanten und Segelstangen an Bord. Da hat die gesamte Surround-Aufstellung etwas von. Ein tolles Mittendrin-Gefühl erwartet den Seher.
Fazit:
Tolle Abenteuerverfilmung ganz im Erzähl-Stil eines 60er Jahre Streifens, aber mit verbesserter Technik. Zweifelsfrei weiterzuempfehlen.
Hier sind noch die ausschweifenden Extras zu empfehlen. In den ersten 5-6 Produktionsvideos werden sehr ausführlich der Dreh der Sturm- und Bordszenen nähergebracht.
bewertet am 10.04.16 um 11:31