Filmbewertungen von kleinhirn

/image/movie/fruehstueck-bei-tiffany-neu_klein.jpg
Die Mutter der romantischen Komödie - unterhält heute nur noch bedingt.

Holly Golightly (Hepburn), ein naßforscher 19 jähriger Backfisch, trollt sich auf chaotisch unkonventionelle Art durch das New York der frühen sechziger Jahre, immer auf der Suche nach dem Millionär ihres Lebens, der ihr eine sorgenfreie Existenz ermöglicht.
Als eines Tages der wenig erfolgreiche aber gutaussehende Schriftsteller Paul Varjak ( George Peppard) die Wohnung unter ihr bezieht, entwickelt sich schnell eine Freundschaft zwischen den beiden, aus der mehr zu werden droht. So gemacht füreinander, daß etwaige amouröse Altlasten keine ernstzunehemenden Hürden auf dem Weg zum Happy End sein werden. Das ist sofort klar. Dennoch zeigt Holly in der zweiten Hälfte so etwas wie psychische Komplexität hinter ihren süßen Schnute. Paul muß am Ende sogar etwas in ihrer Seele klempnern, um ihre Abreise nach Südamerika zu verhindern und ihr Herz von sich zu überzeugen.

Trotz dieses kleinen Ausfluges in dramatischere Gefilde, bleibt Frühstück bei Tiffany vor allem eins: seicht.
So sehr sich die Hepburn auch beschwingt und voller Elan durch den Film spielt, so sehr sie auch Esprit und Lebenslust versprüht, so wenig hat sie der heutigen Generation zu vermitteln. Die vielzitierte Party z.b., in der überschäumende Lebenslust und entfesselte Emotionen demonstriert werden sollen, erinnert aus heutiger Sicht eher einem Staatsbesuch mit Sektempfang. Auch auf einer durchschnittlichen Konfirmationsfeier dürfte mehr der Watz abgehen.

Was früher also das Maß aller Dinge in Punkto romantische Komödie gewesen ist, bewegt sich aus distanzierter Betrachtung als ein filmhistorisches Denkmal an der Grenze zur Langeweile. Nicht nur, daß der Film nicht witzig ist, nein, er gleitet mit dem völlig deplazierten chinesischen Tölpel in der Rolle des genervten Obermieters in den Bereich des unerträglich dümmlichen Slapsticks ab.
Da es wie gesagt auch kaum dramaturgisch wertvolle Entwicklungen gibt, zehrt der Film vor allem von dem unbekümmerten Charme Hepburns. Dieser verströmt aus heutiger Sicht zwar immer noch den Flair unbeschwerter Jugend, ist aber insgesamt einfach zu nett und zu brav, um jetzigen Generationen noch zu imponieren.

Was geblieben ist, ist eine Blaupause und das Schnittmuster für zukünftige Generationen von romantischen Komödien und ein stilprägender Film, dessen Look und Kostüme die Mode der Sixties entscheidend mitbeeinflußten. 
Story
mit 3
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 3
Extras
mit 4
bewertet am 17.12.12 um 13:23
/image/movie/Peter-Jacksons-Forgotten-Silver_klein.jpg
Frühwerk von Peter Jackson über den fiktiven neuseeländischen Filmregisseur Collin McKenzie.

Jackson erhält beim Spielen auf Nachbars Grundstück von einer älteren Dame den Hinweis, im Schuppen hinterm Haus müßte sich eine Kiste mit alten Filmrollen ihres 1888 geboren und in den 30ern verschollenen Vaters Collin McKenzie befinden. Er solle doch mal nachschauen, ob sich damit etwas anfangen ließe.

Ausgestattet mit einer Menge cineastischem Filmwissen erkennt Jackson sofort, daß er es nicht einfach nur mit einem weiteren Hobbyfilmer zu tun hat. Nein, McKenzies Filme waren ihrer Zeit nicht nur immer einen Schritt voraus und enthalten Aufnahmen, auf Grund derer die Filmgeschichte und sogar die der luftfahrt umgeschrieben werden muß.
Abgesehen davon, daß sich ein Neuseeländer schon 9 Monate vor den Gebrüdern Wright mit einem Fluggerät in die Lüfte erhoben hat, erfährt der Zuschauer auch, daß McKenzie im Laufe seines kurzen Schaffens quasi im Alleingang den Dokumentarfilm, den Slapstick, den Tonfilm, den Farbfilm, den Monumentalfilm, den Propagandafilm und die Versteckte Kamera erfunden hat, sowie für eine Reihe technischer Innovationen auf dem Kamerabausektor verantwortlich war.

Mit seinem nüchternen Reportagestil weist der Film ein dokumentarisch-seriösen Stil auf, der es dem unwissenden Zuschauer nicht immer einfach macht, Forgotten Silver auf den ersten Blick als Parodie zu entlarven. Natürlich ist die gesamte Geschichte höchst unwahrscheinlich, aber sie könnte sich theoretisch eben doch genauso zugetragen haben, zumahl sich immer wieder ausgewiesene Experten wie real lebende Filmkritiker und Produzenten zu McKenzie äußern.
Denn immer wenn Jackson auf die Kacke haut, zieht er sofort wieder die Handbremse und berichtet von darauffolgenden Schicksalsschlägen McKenzies. Dies läßt seine Biographie glaubwürdig erscheinen und weist ihm die Rolle des verkannten und tragischen Genies zu.

Mit wieviel Gespür für Authentizität Peter Jacksen bei Forgotten Silver vorgegangen ist, läßt sich am ehesten an den im Making Off bezeugten Zuschauerreaktion ableiten. Vom normalen Zuschauer bis hin zum Filmgelehrten waren zutiefst erschüttert, als Sie Wochen nach der Ausstrahlung des Films im Neuseeländischen Fernsehen erfuhren, daß es sich nur um eine Fiktion handelte. Auf den Sender praßelte eine Flut von Beschwerden ein, die kein gutes Wort an Jackson ließen und sogar mit Handgreiflichkeiten gegenüber dem Sender drohten. Da werden unwillkürlich Erinnerungen an Orson Wells Radiosendung "War of the Worlds" wach.
Zu sehr schmeichelte Forgotten Silver die Neuseeländische Volksseele und blähte sie weit bis über die Grenzen Mittelerdes auf, und zu schön wäre es, wenn ein Landsmann vom Ende der Welt wirklich die Filmkultur im Alleingang erschaffen hätte. Um so schmerzhafter mußte sich natürlich der Prozess des Einschrumpfens der Nationalseele auf Normalmaß anfühlen, als der Schwindel aufflog.

So schwer es aus aufgeklärter Distanz auch fallen mag, Scenen eines "Versteckte Kamera" Slapstickkönigs, der erst in einen Brunnen pinkelt um dann anschließend ein am Brunnenrand turtelndes Liebespärchen hineinzuschupsen, ernstzunehmen, so sehr zeugt dieser Film vor allem von Jacksons Liebe zum Medium Film und seiner Geschichte.

Daher ist der Film auch in erster Linie eine Demonstration des Filmschaffens selber, in der Jackson durch die authentischen Dialoge und Charaktere, fundiertem Fachwissen, einer riesigen Portion Humor, sowie einer perfekten innharänten Dramaturgie und dem Einsatz des jeweils treffenden technischen Verfremdungsmittels, sein außergewöhnliches filmisches Genie kontinuierlich unter Beweis stellt.

Hut ab vor dem Meister!!! 
Story
mit 5
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 3
bewertet am 16.12.12 um 12:50
/image/movie/Planet-51_klein.jpg
Mit viel Liebe zum Detail animierter Sci-fi Streifen, der nicht eindeutig Farbe bekennt, welche Zielgruppe er denn genau amüsieren möchte.

Spricht der Humor mit seinen zahnlosen Nettigkeiten eher das jüngere bis ganz kleine Publikum an, verweisen die viel Parodien auf Allienklassiker ganz klar dem erfahrenen Sci-Fi Fan die Referenz. Genau diese Klassiker sollten die jüngeren Kiddies aber noch unbekannt sein, so daß sie einen großen Anteil des Films nicht verstehen werden.
Umgekehrt verhält es sich für den Erwachsenen. Zwar in der Lage, die vielen historischen Seitenhiebe auf die 50er Jahre, sowie die spielerische Verfemdung vieler Sci-Fi Klassiker zu würdigen, fühlt er sich auf dem humoristischen Gebiet deutlich unterfordert.
So ist aus dem anderswo bewährten Versuch, es Groß und Klein gleich recht zu machen, leider ein Streifen geworden, der weder für die einen noch die anderen so richtig fluppt.

Was bleibt ist ein kurzweiliger Spaß in detailverliebtem Retro Design, mit vielen guten Ansätzen, aber einer etwas trüben Erzählung, der der Biß von Mars Attacks gut zu Gesicht gestanden hätte. 
Story
mit 3
Bildqualität
mit 5
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 3
bewertet am 12.12.12 um 13:25
/image/movie/Ben-Hur-Ultimate-Collectors-Edition_klein.jpg
ACHTUNG SPOILER!!!

Ben Hur ist in jedem Belange ein "Großer" Film.
Damit sind nicht nur die monumentalen Kulissen gemeint, sondern die Dramaturgie als Gesamtes. Übergroß und durch Gottes Hand geprägt, präsentiert sich der Lebenslauf des wohlhabenden jüdischen Händlers Ben Hur.
Nach Jahren der Trennung trifft Ben Hur seinen alten Freund Messalla wieder. Dieser wurde inzwischen in vielen Schlachten für das römische Heer zum Feldherren ausgebildet und soll jetzt einen wichtigen Posten in Hur's Heimatstadt Jerusalem übernehmen. Nach anfänglicher Wiedersehensfreude, werden schnell unüberwindbare Risse in der alten Freundschaft sichtbar. Messalla hat den Auftrag, widerständlerische Juden, die sich gegen die römische Belagerung auflehnen, festzunehmen. Ben Hur fühlt sich traditionell aber mehr seinen Landsleuten und Glaubensbrüdern verpflichtet und verweigert deßhalb Messala die Preisgabe der Namen der im Untergrund operierenden Opportunisten.
Messalla, an der eigenen politischen Karriere mehr interessiert als an alter Freundschaft, nutzt die erst beste sich bietene Gelegenheit, um Ben Hur auf die Galeeren zu und seine Familie in den Kerker zu verdammen.
Nach Jahren der Qual gelingt es Ben Hur bei einer Seeschlacht, den Kommandanten seiner Flotte vor dem Ertrinken zu erretten. Als Dank dafür nimmt dieser Ben Hur bei sich zu Hause auf, läßt ihn zum begnadeten Rennwagenlenker ausbilden und erkennt ihn schließlich, überwältigt von väterlichen Gefühlen, als seinen Sohn an.
Mit dieser politischen Macht im Rücken, traut sich Ben Hur nun zurück nach Jerusalem, um mit seinem einstigen Freund und jetzigen Rivalen Messalla, abzurechnen.
Die Gelegenheit dafür bietet sich schneller als erhofft. In einem Wagenrennen treten Messalla und Ben Hur, der von einem arabischen Scheich angeheuert wurde, gegeneinander an. In einem dramatischen Finale findet Messalla den Tod auf der Rennbahn.
Jetzt hat Ben Hur Gelegenheit, sich um seine Schwester und Mutter zu kümmern, deren ungewisses Schicksal ihn noch plagt. Nach ihrer Freilassung hatten sich die Angehörigen jedoch das Gerücht in die Welt setzen lassen Tod zu sein, da sie beide an Lepra erkrankt waren und im Gedächtniss ihres Sohnes unversehrt in Erinnerung bleiben wollten. Von dem im Sterben liegenden Messala erfuhr Ben Hur jedoch, daß sie noch am Leben sind. Gegen ihren Willen entführt er sie sodann aus dem Tal der Aussätzigen und nimmt sie mit nach Downtown Jerusalem. Dort werden sie Zeuge der Kreuzigung Christi. Nach dessen Tod zieht ein göttlich abgesegnetes Unwetter auf, deßen mystische Blitze die Lepra aus den siechenden Kadavern der Kranken peitscht, woraufhin sich alle wieder gesund und putzmunter nach Hause trollen. Unter vielen Tränen und einem dreifach eingesprungenen Hallelulja endet dann der Film.

Übergroß ist also auch die Handlung. So Übergroß, daß sich Vergleiche zu mythischen Heldensagen wie die Odyssee unwillkürlich aufdrängen.
Auch hier verschlägt es den Helden in exotische Orte, haben die Götter beim Wirken der Menschen ihre Hände im Spiel und sind die Protagonisten nicht Hinz und Kunz, sondern haben allesamt exponierte Stellungen in der Gesellschaft. Aber nicht nur die Handlung spielt an der äußeren Peripherie des sozialen Gefüges, sondern auch Ben Hurs Innenleben gleicht mit seinen idealisierten ethischen Werten, denen er seine egoistischen Interessen jederzeit unterordnet, mehr einem archetypischen Heros, als einem echten Wesen aus Fleisch und Blut. Auch körperlich übertrifft Ben Hur mit seiner Athletik jeden anderen seiner Mitmenschen und verdeutlicht so seine Sonderstellung unter den Erdenbürgern.

Das Ben Hur dabei nicht zum Ammenmärchen verkommt, sondern über fast die gesamte Länge zu überzeugen zu vermag, ist in erster Linie dem herausragendem Schauspielerensemble zu verdanken, das seine Rollen allesamt mit dem jeweiligen Ernst, der jeweiligen Tragik oder auch der dazugehörenden Portion Humor ausfüllen. Die Dialoge wirken dabei glaubhaft und nicht so statisch wie abgelesene Theatertexte wie z.b. bei Die 10 Gebote, und tragen mit ihrer wie beiläufig vorgetragenen Art zur Authentizität der Inszenierung bei. Durch den ethisch und moralisch hohen substanziellen Gehalt, fügt sich das Gesagte nahtlos in die jeweilige Dramatik der Situation ein.

Aber auch die visuelle Umsetzung hält den Vergleich mit dem Niveau des Drehbuches und der Schauspielkunst stand. Abgesehen von den monumentalen Kulissen der Tempel und Städte, überzeugt vor allem der Bau der Pferderennarena, die noch Heute als größte jemals errichtete Kulisse zählt, und nachträglich in die Liste der zehn Weltwunder der Antike aufgenommen werden müßte.
Zu guter letzt darf die Kameraarbeit nicht unerwähnt bleiben. Mit einer Flut von ästhetischen Bildkompositionen taucht sie die Welt Ben Hur's in ein Meer von Farben und Schönheit. Dabei kommt dem Film zu Gute, daß es der Kameramann nicht nur verstanden hat, die überbordene Farbenpracht wie etwa bei dem arabischen Scheich, in ein günstiges Licht zu tauchen, sondern mit seinen zum Teil expressionistisch düsteren Bildern wie z.b. an Bord der Galeere oder im Kerker von Jerusalem, einen schmutzig, realen Look zu kreiren, der dem gesamten Werk mehr Tiefe und Ernsthaftigkeit verleiht, als es sonnendurchflutete Hochglanzbilder, wie z.b. in Cleopatra, in der Lage sind zu transportieren.

Dennoch gibt es auch bei Ben Hur naturbedingt stärkere und schwächere Momente. Am negativsten fällt hierbei das Abflauen des Spannungsbogens nach dem Wagenrennen ins Gewicht. Nach dem Höhepunkt des Filmes fällt die Erzählung stark ab und wendet sich ab von der Action, hin zur rührseligen Emotionalität, die bisweilen ins Kitschige abdriftet.
So wird der Zuschauer nach 3 Std. Zeuge, wie sich Ben Hurs Liebe den Weg in die Welt bahnt und alte aufgestaute Emotionen gegenüber seiner Jugendliebe hochkochen. Gleichzeitig muß er erst den vermeindlichen Tod seiner Mutter und Schwester, dann die Tatsache ihrer Lepraerkrankung verdauen. Soviel Emotionalität und Tragik wird zwar die weiblichen Antennen auf äußerste Empfindlichkeit stellen, bietet aber dem männlichen Zuschauer einfach zu wenig Pack an. So ermüdet der Film zu einer Stelle, wo er sich bemühen sollte, den Zuschauer mit einer Extraportion Exotic oder Action, vor dem wegdämpfenden Interesse zu bewahren. Da vom Wagenrennen bis zur Kreuzigung Jesu ca. eine 1/2 Stunde lang nicht einmal optische Leckerbissen zu erblicken sind, reichen sich hier Öde und Tristesse die Hand und stellen den Zuschauer am Ende noch einmal auf eine Geduldsprobe.
Gäbe es dieses Manko nicht, so wäre Ben Hur wohl auf alle Zeit, in allen dramatischen Belangen der perfekte Lehrfilm für alle zukünftigen Generationen Filmschaffender.

So ist er aber nur ein überragendes Stück Filmgeschichte. 
Story
mit 5
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 5
bewertet am 12.12.12 um 11:44
/image/movie/die-zehn-gebote-1956-neu_klein.jpeg
Monumentalschinken, der im Lauf der Jahre einiges von seinem nostalgischen Flair eingebüßt hat.

Zwar brillieren auf restauriertem HD die Kostüme in nie gekanntem Technicolorglanz, überzeugen die Schauspielkünste von Yul Brunner, Edward G. Robinson und Co. nach wie vor auf ganzer Breite und nicht zuletzt beeindrucken auch die Kulissen mit ihren monumentalen Bauten noch Heute.
Was jedoch die Gesamtinszenierung betrifft, muß man sagen, daß sie insgesamt etwas zu hölzern geraten ist. Zu bauklotzartig und wie zusammengeheftete Merkzettel reihen sich die einzelnen Scenen aneinander, so daß der Erzählfluß dadurch Steif wirkt. Hier hätte etwas mehr Beiläufigkeit dem Erzählstil gut getan um ihm mehr natürliche Kontinuität zu verleihen.

Hat man sich in der Vergangenheit noch durch Moses frisieren seines Wander- in einen Wunderstab dankbar beeindrucken und vor Ehrfurcht erstarren lassen, so besitzt heute selbst der Zauberstab von Harry P. deutlich mehr PS und läßt der damaligen Tricktechnik nur noch Raum für respektzollende Mitleidsbekundungen. So rapide ändern sich die Sehgewohnheiten.
Da aber die Effekte dem damaligen Stand der Technik entsprachen und handwerklich solide ausgeführt wurden, darf man hier aber eigentlich auch nichts Reklamieren. Im Gegenteil verbreitet diese unbedarfte Einfachheit auch Spaß und verleiht diesem Streifen ihren vielzitierten Charme.

Das trotz der Oppulenz der Ausstattung die 10 Gebote am Ende nur bedingt unterhalten, liegt in erster Linie an den oft gestelzt wirkenden, bedeutungsschwangeren, überdramatisierten Dialogen, die den schauspielerischen Qualitäten der Akteure nicht immer zu folgen im Stande sind und mit Moses schwülstigen Bibelzitaten die auf geistige Verklärung schließen lassen, bisweilen sogar peinlich berühren.
Christlichen Fundamentalisten und reaktionären Religionslehrern dürfte dies gerade recht sein, Leuten mit Hang zu einer intellektuellen Ästhetik jedoch sauer aufstoßen. 
Story
mit 4
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 3
Extras
mit 1
bewertet am 10.12.12 um 13:29
/image/movie/the-dark-knight-rises-2-disc-edition-neu_klein.jpg
Beeindruckendes Werk, daß jedoch an einer Überfrachtung durch unterschiedliche Themenkomplexe leidet, die den Film zeitweise zu erdrücken drohen.

Bei The dark Knight Rises handelt es sich um ein Konglomerat verschiedener Handlungsstränge, die zwar geschickt miteinander verwoben sind und auf Grund der 164min Spieldauer auch ausreichend Aufmerksamkeit erhalten, den Film jedoch in eine fast unüberschaubare Breite ziehen. Durch diese Verzettelung, dem Versuch Nolans geschuldet, jeden einzelnem Charakter durch Komplexität Leben einzuhauchen und weg von einem reinen Statistenstatus, hin zu einer eigenen Persönlichkeit zu entwickeln, deren Handlungsmuster sich aus ihren persönlichen (eigentlich immer tragischen) Vergangenheiten herleiten läßt, zerfasert sich der rote Faden bisweilen auf kaum mehr wahrnehmbare Größe.

So geht es neben der Rettung Arkhams und dem Kampf zwischen Wayne und Bate, dessen Beweggründe für seinen Vernichtungsfeldzug mir bei irgendeinem Handlungssprung irgendwann einfach entfallen sind, auch um die Geschichte seines Buttlers, seines Geschäftsführers, der des Polizeikommissars, des polizeilichen Jungspundes und potentiellen Batmannachfolgers, um Catwoman, einen Söldner, eine Atombombe und natürlich um ganz viel Psychologie und Traumaarbeit, in der ein Brunnen diesmal im Mittelpunkt steht.
Batman muß sich dort innerlich demaskieren und seinen Ängsten, die er mit seinem Batkostüm zu verbergen vermochte, stellen, um dem Leben wieder mit Freude entgegen treten zu können. Und auch Banes psychopathisches Verhalten läßt sich nur aus liebloser Mißhandlung im besagten Folterbrunnen in Kindheitstagen und enttäuschter Liebe herleiten.

Das Bane später seine Terrorisierung Arkhams immer wieder mit philosophischen und ethischen Parolen untermauert, die die Reinigung der Stadt von moralischem Zerfall und Lüge zur Folge haben soll, sowie die Unterstellung, die Ursache für die Verrohung der Gesellschaft sei in Batman auszumachen, geben seinem Wahn eine pseudologische Gestalt und erschweren dadurch das Erkennen seiner eigentlichen Motivation.
Ich bin mir aber sicher, daß sich bei erneuter Betrachtung, bei entsprechender Fokussierung, der ein oder andere Schleier lüften wird.
Vielleicht war Bane ja auch bloß einfach wütend und frustiert, sein Leben lang mit so einer albernen Zahnspange herumzulaufen. Grad in der Pupertät kann sowas ja ernsthafte Schäden hinterlassen.

Trotz dieses Füllhorns von Nebenhandlungen und der Vielschichtigkeit der Protagonisten und des womöglich noch vorhandenen politischen und gesellschaftskritischen Unterbaues, sind dem Regisseur Nolan die Fäden nicht aus der Hand geglitten. Irgendwie passen die Handlungsstränge doch zusammen. Zwar nicht stringent, wie die Perlen auf ihrer Schnur, so aber doch stimmungsmäßig und intuitiv. Das führt letztendlich dazu, daß der Plott, trotz seiner breiten Streuung sich nicht in den Goßen und U-Bahnschächten Arkhams zerflettert, sondern auf Grund der komplexen Verflechtung der einzelnen Schicksale untereinander dazu beiträgt, die Stimmung zu verdichten.

Und letztendlich soll man ja sowieso froh sein, wenn sich jemand mit aller Macht und allem Intellekt, der geistigen Kapitulation Hollywoods entgegenstemmt. 
Story
mit 4
Bildqualität
mit 5
Tonqualität
mit 3
Extras
mit 3
bewertet am 06.12.12 um 10:33
/image/movie/red-riding-hood---unter-dem-wolfsmond-neu_klein.jpg
Nett bis grandios anzusehende Märchenerzählung mit Lovestory, die kleine Mädchenherzen zum Schaudern und Dahinschmelzen bringt, weiteres Publikum aber höchstens zum gefälligen Abnicken nötigt.
Für 12jährige zu gruselig, für 13jährige schon wieder kalter Kaffee. Also im Grunde genommen eigentlich nur als Startschuß für die Hormonproduktion des späteren Trieblebens der eben erst der Kindheit entschlüpften Weibchen ernsthaft zu gebrauchen. Zum Spaß aber auch für jeden junggebliebenen Märchenonkel. 
Story
mit 3
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 3
bewertet am 05.12.12 um 17:47
/image/movie/the-raven---prophet-des-teufels-neu_klein.jpg
Solides Schauspielerkino in toller Atmosphäre. Jedoch recht unterkühlt und daher nur mäßig spannend und bedingt unterhaltsam.

Dargestellt werden hier die letzten Lebenstage des 40jährig verstorbenen amerikanischen Schriftstellers und Erfinders der "dunklen" Literatur, Edgar Allan Poe.
Ein glühender Verehrer Poes beginnt, durch die Literatur des Phantasten angeregt, eine Reihe von perfiden Morden.
Durch ein geschicktes taktisches Manöver gelingt es ihm schließlich auch, die Geliebte und Verlobte Poes zu entführen.
Zerfressen von Bewunderung für den Schriftsteller, sowie angestachelt von dem Ehrgeiz, sich mit seinem Idol intellektuell zu meßen, schmeißt der Entführer Poe eine Spur nach der anderen vor die Füße, um ihm so die Chance zu geben, seine Freundin vor einem zeitlich festgelegten, qualvollen Tod zu retten.

Was sich hier nach einer Kombination aus Sieben und Sherlock Holmes anhört, entpuppt sich jedoch schnell als etwas dem Wesen nach grundverschiedenes. Auch wenn die Rahmenhandlung Vergleiche sicherlich zuläßt, geht es bei The Raven doch mehr um das Porträt eines seinerzeit verkannten Genies, sowie der Auseinandersetztung mit seiner Umwelt und dem Streben nach Anerkennung.
Obwohl Poe als Autor zu Lebzeiten einige Erfolge verbuchen konnte, blieb ihm als Mensch die verdiente breite öffentliche Akzeptanz stets verwährt.

So stehen auf Kosten einer nervenaufreibenden Schnitzeljagd auch mehr die Selbstbehauptungsversuche bei Poes Schwiegervater, der von der Liasson seiner Tochter nichts weiß, Poe aber per se als die Verkörperung allen menschlichen Übels betrachtet, und beim Zeitungsredakteur, von dessen Almosen Poe abhängig ist, sowie die scharfzüngigen Wortgefechte mit dem Polizeikommissar, im Zentrum des Geschehens.
So gesehen muß The Raven auch eher als ein Psychogramm, denn als ein moderner Hochspannungsthriller verstanden werden.

Demzufolge muß man schon in der richtigen Stimmung sein, um sich an den geschliffenen Dialogen und psychologischen Finessen zu ergötzen. Für ein Holterdipolter Abend ist es sicherlich die falsche Kost, für den kleinen Hunger auf gehobene Filmkunst für zwischendurch, aber genau die richtige Nahrung. 
Story
mit 4
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 3
Extras
mit 3
bewertet am 05.12.12 um 15:51
/image/movie/thelma-und-louise-neu_klein.jpg
Zweigeteiltes Filmfilmvergnügen, welches in der ersten Hälfte wegen ausführlicher Beleuchtung von ehelichen Weiberproblemen nur mäßig unterhält, in der zweiten Hälfte jedoch mächtig an Fahrt aufnimmt und durch die wunderbaren Panoramen des amerikanischen Westens, die durch stimmungsvolle Countrymusik eindrucksvoll untermalt werden, sowie der zunehmenden Anarchisierung der beiden Protaginistinnen, ein unwiederstehliches Aroma von Freiheit verströmt.

Zu Beginn ihrer Reise haben Thelma und Louise nur Ihren verkorksten Alltag im Kopf. Sie beschäftigen sich mit Ihren Männern, Ihrer Arbeit und dem Versuch, diesem deprimierenden Status Quo bei einem gemeinsamen Angelwochenende zu entkommen.
Erst als Louise Thelma, bei einem Vergnügungsstop in einer Tanzbar, vor einem besoffenen Trunkenbold, der Thelma vergewaltigen möchte, rettet und diesen erschießt, lassen die beiden die zivilisierte Lebensweise hinter sich und begeben sich auf den Weg ins Exil nach Mexiko.
Inzwischen von der Polizei gejagt und so genötigt, sich mit kleineren Diebereien den Weg in die Freiheit zu erkämpfen, werden sie mehr und mehr zu Outlaws wider Willen. In den Weiten des Westens, fernab den Zwängen der Zivilisation, stoßen sie jedoch schließlich auf ihren eigenen unkonditionierten Wesenskern, woraufhin sie alle Bindungen und Ängste fallen lassen und Ihre neu gefundene Freiheit bis über die letzte Grenze hinaus konsequent ausleben.

Besonders beeindruckt hier die äußere Visualisierung des inneren Freiheitsgrades der Protagonisten durch die geschickte Wahl der Kulissen. Beschäftigen sich die Frauen zu Beginn noch mit Ihren Alltagsproblemen, repräsentieren auch die kleinstädtischen Scenerien mt ihren Geschäften und Straßenkreuzungen nichts anderes als das gewohnte Leben.
Erst als sie durch den Mord die Grenzen der gemeinhin akzeptierten Werte und Gesetze durchbrochen haben, tritt auch die städtische, Zivilisation symbolisierende, Kultur immer mehr in den Hintergrund und weicht der offenen Weite der amerikanischen Prärie.
In dem Maße, in dem sich Thelma & Louise von Ihren gesellschaftlichen Prägungen entfernen und konditioierte Verhaltensmuster überwunden werden, weitet sich auch die Landschaft. In der Wüste sind schließlich alle Spuren der Zivilisation und der damit verbundenen Domestizierung des Menschen ausgelöscht, so daß der unkonditionierte, von den Fesseln der Kultur unbeinträchtigte Wesenskern, durch diese wunderschöne aber auch lebensfeindliche Landschaft, perfekt symbolisiert wird. Diese Freiheit einmal erfahren, erlaubt den Frauen kein zurück mehr in die Abgründe eines perönlichen Dramas.....

Ist der Anfang des Films noch etwas girlielike und von klischeehaften Charakteren gekennzeichnet, gewinnen die Darsteller im Verlauf des Films zunehmend an Glaubwürdigkeit und die Dialoge auf Grund der zunehmenden Tragik an Relevanz. Belanglose Albernheiten werden parallel mit der immer ernsteren Ausgangslage kontinuierlich durch bedeutsamere Wortwechsel abgelöst, so daß sich der Film von einem soliden 3Punkter mit zunehmender Spieldauer zum 5Punkter der gehobenen Kategorie mausert.

Ton ist OK und das Bild läßt den Zuschauer den Reiz der westamerikanischen Naturwunder Gehirnhautnah am eigenen Geist spüren... 
Story
mit 4
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 4
bewertet am 05.12.12 um 15:45
/image/movie/snow-white-and-the-huntsman-extended-edition-blu-ray-und-digital-copy-neu_klein.jpg
Die visuelle umsetzung hätte locker 4 Punkte verdient.
Da die Schauspieler aber bis auf Charlize Theron kläglich versagen, Chris Hemdsärmlig mehr post als agiert, die Dialoge peinlich bis unter die Schmerzgrenze sind, die Handlung dämlicher als das RTL Nachmittagsprogramm ist und ganze Passagen so frech aus Herr der Ringe kopiert wurden, daß sogar der chinesische Plagiatsminister vor Scham rot anlaufen würde, sieht sich die Jury genötigt, wieder volle 2 Punkte abzuziehen.
Das hat man halt davon, wenn man Werbefritzen, den Großmeistern der Oberflächigkeiten, dazu verdammt, Bilder mit Substanz zu füttern, die über eine rein visuelle Signalwirkung hinausweisen.

Immerhin erfährt der geneigte Zuschauer dann im making of, daß Kristen Stewart, die so vital agiert wie ein Stück Treibholz nach einer Ozeanüberquerung, beim Sprung ins Meer, Wasser in die Nase gelaufen ist. Das haut doch glatt dem Fass den Boden aus!!! Hat sich je eine Schauspielerin schon mal durch belanglose Aussagen deutlicher selbst disqualifiziert und gleichzeitig den geistigen Gehalt eines Filmes treffender verdeutlicht?
Als Lebende Leiche mag sie ja in Twilight noch durchgehen, als Schneewittchen agiert sie aber wie eine tote Lebende. Dieser beschränkten schauspielerischen Darbietung kann man im Verlauf des Films nur noch Mitleid abnötigen.

Die detailierte Chronologie des Grauens ist übrigens weiter unten bei mr. stone zu erfahren. Klasse!!! 
Story
mit 2
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 3
bewertet am 29.11.12 um 13:39
/image/movie/belle-de-jour---schoene-des-tages-limited-studiocanal-digibook-collection-neu_klein.jpg
Severine (Catherine Deneuve) lebt mit ihrem Mann Pierre (Jean Sorel) eine harmonische, aber sexuell enthaltsame Ehe. Nur in ihren nächtlichen Phantasien wird die frigide Frau von masochistischen Erniedrigungserfahrungen heimgesucht.
Als das Ehepaar von einem Freund die Adresse eines Pariser Bordells erfährt, wird Severines Interesse geweckt und sie nimmt Kontakt zu dem Freudenhaus auf. Die Triebenergie ihrer unterdrückten Neigung ist stärker als das Bedürfniss nach sozialer Reputation.
So beginnt sie heimlich für einige Stunden am Tag als Prostituierte zu arbeiten.
In der absoluten Demütigung durch ihre Kunden, wird der durch Erziehung und Bildung entstandende, hemmende Charakterpanzer, den sie sonst anders nicht zu überwinden zu vermag, durchbrochen. In der Zerstörung des sozialen Konventionen gehorchenden Ichs erfährt sie Befreiung und Katharsis und kann so am Ende eine körperlich befriedigende Beziehung zu ihrem Mann aufbauen. In einer letzten Scene sieht man, wie sie aus dem Fenster ihres Pariser Apartments schaut und auf eine Kutsche aus ihren Träumen guckt. Das Verdrängte ist nun Bestandteil ihres Lebens geworden.

Luis Bunuel drehte Belle de Jour 1966.
Der mit sexuellen Abnormitäten gespickte Film schockierte selbst das sonst auf seine Freizügigkeit so stolze Frankreich und brachte der schönsten französischen Schauspielerin seiner Zeit bitterböse Kritik ein. Das Werk im einzelnen zu analysieren sprengt sicherlich die Möglichkeiten des psychoanalytisch nicht voll ausgereiften Zuschauers. Diesen Part übernehmen dankenswerter Weise der Filmwissenschaftler Peter Evans im Audiokommentar, sowie ein Sextherapeut in den Extras, ausführlich. Dadurch erhält der Film eine Tiefe und Vielschichtigkeit, die weit von reiner voyeuristischer Oberflächlichkeit entfernt ist.
Bunuel, selbst psychonalytisch geschulter Intellektueller, der einmal betonte, daß sein größtes Vergnügen stets das durchbrechen religiöser Tabus sei, demonstriert hier deutlich auf seine Ausnahmestellung als Regisseur und verweist durch die permanente Provokation immer wieder auf seine surrealistischen Wurzeln, die doch das erobern neuen künstlerischen Terrains und die Befreiung hergebrachter Wahrnehmungsstrukturen zum Ziel hatten.

Abgesehen von dem komplexen psychologischen Mustern des Films, kann man ihn sich aber auch ganz "einfach" angucken. Die Schauspieler agieren alle auf einem gleich hohem Niveau und die Geschichte geht zügig voran, so daß keine Langeweile aufkommt.
Durch die immer wieder gesetzten "Schock"momente bleibt auch das interesse am weiteren Verlauf auf gleich hohem Niveau und am Ende kann man sogar wegen eines durchgeknallten Freiers von so etwas wie Spannung sprechen.
Die Gesamtinszenierung fügt sich nahtlos in den kühl-nüchternen Erzählstil der Nouvelle Vague ein, der durch seine Direktheit und Freigeistigkeit noch immer zu überzeugen vermag.

Das Bild ist etwas unscharf und grieselig, der Ton ist OK, explodiert jedoch nicht im Ohr. So kann man im großen und ganzen von einer grundsoliden Restauration im guten Mittelmaß des Machbaren sprechen. 
Story
mit 4
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 3
Extras
mit 4
bewertet am 29.11.12 um 13:26
/image/movie/mission-impossible---phantom-protokoll-blu-ray---dvd---digital-copy-neu_klein.jpg
Zum vierten mal hechtet Tom Cruise um die Welt, um den Erdenbürgern ihr wohlverdientes Feierabendbier zu sichern.

Diesmal müßen er und seine Detektivbande irgendwelche russischen Atombombencodes aus den Händen irgendwelchen Gesindels bekommen, damit die Erde nicht in die postnukleare Nacht geschickt wird.
Dabei gilt es in alter Mission Impossible Manier darum, sich mithilfe wagemutiger Stunts und elektronischen Spielzeug aus den unmöglichsten, in noch unmöglichere Situation zu manövrieren, um schließlich unter Umgehung physikalischer Naturgesetze und Logikprozeße seinen eigenen Kopf aus der Schlinge und den des Gegners auf die Arbeitsplatte des Pathologen zu bugsieren.

Auch wenn M:I 4 wieder alls Zutaten des Franchises besitzt, so kann er doch nicht mit dem atemberaubenden 3. Teil mithalten. Im direkten Vergleich hat dieser weniger Tempo, dadurch naturbedingt mehr Leerlauf, den man vergeblich versucht durch mehr elektronischen Schnickschnack zu kaschieren. Wobei man sagen muß, daß der Bereich der Special Gadgets deutlich, bis ins alberne hinein, überreizt wurde.
Wenn immer genau im richtigen Moment ein Spezialgerät zur Manipulation von Hotelzimmernummern oder ein Linsenscanner, der alles richtig scannt, bis auf die Codenummern, zur Hand ist, fragt man sich unwillkürlich, warum sie denn nicht gleich einen Zauberstab benutzen. Harry Potter hatte in diesem Punkt eindeutig mehr Bezug zur Realität.
So was kann man einmal als Gag bringen, als Masche aber nervt es.

Ansonsten kann man sich vom Phantomkommando aber nach wie vor einigermaßen schmerzfrei berieseln lassen, vorrausgesetzt, man stört sich nicht an den durchschnittlichen, bisweilen ins affige abgleitenden, schauspielerischen Leistungen und Logikwurmlöchern. 
Story
mit 3
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 2
bewertet am 23.11.12 um 15:15
/image/movie/drive-2011-neu_klein.jpg
Eindringlicher Film dessen tranceartiger Erzählstil den Zuschauer unwillkürlich in seinen Bann zieht.

Driver (Ryan Gosling) ist ein emotionales Wrack. Mit gleichgültiger Routine spult er seinen Job als Stuntfahrer ab. Dabei kommt ihm seine reduzierte Gefühlswelt voll und ganz entgegen. Da er keine Angst zu besitzen scheint, kann er so jede Gefahrenlage kontrollieren.
Aber seine mangelnde Emotionalität fordert auch seinen Preis. Damit er überhaupt noch einen Kick verspüren kann, steuert er in seiner Freizeit, quasi zu seinem Vergnügen, Fluchtautos durch die Straßenschluchten L.A.'s und steht so mit einem Bein immer im Grab oder zumindest im Knast.

Im Angesicht des potentiell tragischen Endes seines Lebensstils, öffnen sich auf Grund der damit verbundenen Angstlosigkeit jedoch auch Handlungsmöglichkeiten, die eine befreiende Faszination ausüben und auf Menschen mit starker Bindung an körperliche Formen und geistigen Geboten verstörend wirken müßen. Durch die so von der Todesangst entbundene Person schimmert jedoch auch immer die Tiefe und Weite der Formlosigkeit des nichtphysischen Seins hindurch, was oft die hohe Anziehungskraft solcher Menschen erklärt.

Hierin gleicht Driver Mads Mikkelsen aus Refn's Walhalla Rising fast aufs Haar. Auch dort zog ein Charakter, der sich in einen Bereich seiner Existenz zurückgezogen hatte in der das Benutzen von Worten kaum noch Bedeutung hat, durch die Weltgeschichte.
Unterstützt wird die Entrückung Drivers von der Welt noch durch den tranceartigen Score, der seine Wahrnehmung der Welt schwebend wie ein Traum erscheinen läßt.

Erst als Driver seine schöne Nachbarin und ihren Sohn kennenlernt, keimt Liebe in ihm auf. Da jedoch ihr Mann in Kürze aus dem Gefängniss entlassen wird, scheint ihm auch hier kein Happy End vergönnt zu sein. Dennoch hat er nun etwas gefunden, für das es sich lohnt zu Leben. Und zu sterben...

Neben Ryan Gosling, der den Spagat zwischen traumwandlerischer Abwesenheit und voller Präsenz meisterhaft verkörpert, überzeugen vor allem Ron Perlmann als grobschlächtiger Gangsterboss, sowie Carey Mulligan als hübsche aber traurige Nachbarin. Auch ihr krimineller Gemahl ist so passend gewählt, daß sich der gewollte -wie kann so eine Tussy auf so einen Primi stehen- Effekt, unmittelbar einstellt und der Sinn nach Harmonie und Gerechtigkeit beim Zuschauer so zutiefst beleidigt wird.

Strukturell hebt sich Drive nicht sonderlich von der Masse der Heist- oder Gangsterfilmen ab, bietet aber wegen sein kühl und spartanisch komponierten Bildern den geeigneten Rahmen um der Seelenlage Drivers zur Entfaltung zu verhelfen.
Ansonsten sind noch die wenigen aber heftigen Gewaltscenen, die sich quasi aus dem Nichts auf die Netzhaut des Zuschauers brennen, erwähnenswert.
Darüber, welche Funktion die abstoßenden Scenen haben, bin ich mir aber nicht sicher. Geht es um den reinen Schauwert, um die Entladung angestauter Agressionen oder um die Abgestumpftheit der Protagonisten.
Die Ausübung rohester Gewalt, direkt nach dem einzigen körperlichen Kontakt zwischen Irene und Driver, kann auf das fatalistische Einwirken des Schicksals auf das Leben der Menschen hinweisen oder auch nur auf die mangelnde Empathie des Fahrers. Für Letzteres würde auch das herumirren mit blutverschmierten Klamotten in Menschenmengen sprechen, gleicht diese Gleichgültigkeit gegenüber den anderen doch der emotionalen Isolierung der Autisten oder aber der maßlosen Selbstüberschätzung der Narzißten. Andererseits könnte auch in diesem Fall wieder die Distanz zur Gesellschaft, eines um seinen todbringenden Lebenstils wissenden Einzelgängers, thematisiert sein.

Wie immer man aber diesen Film auch psychoanalysieren mag, was bleibt ist ein außergewöhnlich intensiver Film von hoher suggestiver Kraft, getragen von einem Steppenwolf, dessen Lebensstil die Vervollkommnung aller individualistischen Tendenzen ist. 
Story
mit 5
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 3
bewertet am 23.11.12 um 15:08
/image/movie/the-amazing-spider-man-neu_klein.jpg
War die erste Triologie noch für die breite Masse bestimmt, spricht The Amazing Spider Man ganz klar die Kiddies an
Mit seiner Smartphonepenetration und seinem hippen Skateboard ist dieser Hollywoodbeau ganz nah am Puls der Zeit junger Teenager. Die dazugehörige Lovestory ist für Kinderherzen wie gemacht, hat sie doch schon erprobterweise bei Titanic und Twilight das Taschengeld der Girlies nach L.A. fließen lassen.
Auch wenn die Liebesgeschichte ein fester und unverzichtbarer Bestandteil des Spider Man Beginns ist, ennttäuscht die Ausführung auf Grund zu konventioneller und sich dem Teeniegeschmack anbiedernder Inszenierung auf ganzer Linie. Wenn Spidi z.b. mal wieder richtig Haue bekommen hat, so sieht er nicht etwa lädiert aus, sondern wurde mittels BW Tarnschminke auf "Indianer auf Kriegspfad" mitleidserhaschend schöngeschminkt, um so beim weiblichen Publikum den Mutterhelferreflex auszulösen. Das ist plump und billig und da hört der Spaß auf.
Auf diesem Niveau werden im Rahmen gefälliger Nettigkeit die obligatorischen Neckereien und Schüchternheiten bis über die Grenze zur totalen Langeweile und Belanglosigkeit hinaus zelebriert. Da die Liebesgeschichte aber den Löwenteil des Films beansprucht, wäre hier mehr Rafinesse zu Gunsten des Unterhaltungswertes notwendig gewesen.

Die Spider Man Story selbst bietet auch keine neuen Erkenntnisse. Parker infiziert sich ähnlich dem Vorgänger bei einer Laborbesichtigung mit dem Spinnengift, das Ihm quasi über Nacht zum zum Freak macht. Sein Gegenspieler, vorher noch ein sympathischer Forscher, probiert ein ähnliches Serum an sich selbst aus, um sich zu heilen und mutiert zu einer riesigen Horrorkaulkuappe. Und weil Kaulquappen nun mal von Natur aus böse und hinterlistig sind, beschließt Sie, das Serum mit einem Supervaporisator über der Stadt zu verteilen, auf daß alle Menschen so schön und stark werden wie er. Supi Spider Man kann das natürlich in allerletzter Zehntelsekunde verhindern.

Gegen die Rahmenbedigungen der Handlung kann man kein Einspruch erheben, sind sie doch vorgegeben und bewegen sich widerspruchsfrei im Spidi Universum. Die Ausführung ist jedoch so hahnebüchen und voller Logiklöcher, daß das Anschauen sogar im Stand by Modus wehtut. Das im einzelnen aufzudröseln würde zu viel Zeit und Mühe kosten und sicher den einen oder anderen unangenehmen Flashback provozieren.
Fakt aber bleibt die Tatsache, daß The Amazing Spider Man Hollywoodkino der plattesten Art ist. Auch wenn man über die Bauernfängerei junger Teenieherzen hinwegsieht, überzeugt der Film auch in sonst keiner Disziplin. Er hat weder Hirn noch Mut geschweige denn einen Hauch von Innovationskraft.

So bleiben 24 Std später nur noch Entsetzen über den löcherigen Plott, die dümmlichen Charaktere und 2min gelungene Kamerafahrten zurück. 
Story
mit 2
Bildqualität
mit 5
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 1
bewertet am 17.11.12 um 10:42
/image/movie/john-carter-zwischen-zwei-welten-3d-blu-ray-3d-neu_klein.jpg
Die 250 Mio Dollar Produktionskosten hat Disney erwartungsgemäß perfekt in die Erschaffung digitaler Welten investiert. Man zieht immer wieder den Hut vor der unbändigen Kreativität der visuellen Gestaltung unbekannter Zivilisationen, die in ihrer Homogenität und Extravaganz noch nichts an Faszination eingebüßt haben. Die Wüstenstädte und Völker sind von einem Detailreichtum und innerer Stimmigkeit geprägt, die eine scheinbar reale Existenz glaubwürdig vorgaukeln. Lediglich die Öde Wüstenkulisse enttäuscht hier und da etwas, bietet sie doch nur optische Magerkost und bildet somit etwas wie den Gegenpol zur üppigen Vegetation wie in Avatar.

Das der Film dennoch nicht funktioniert, ist besonders bei solch soliden Grundvoraussetzungen, enttäuschend. Hauptverantwortlich für das Debakel ist allen voran der Regisseur Andrew Stanton, der seine Grundausbildung als Regisseur bei Disney's Pixar absolviert hat. Haben nette Harmlosigkeiten bei Findet Nemo und Wall-E noch durchaus ihren berechhtigten Charme, funktionieren Science Fiction Filme anders und haben ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten.
Am stärksten fällt hier die mangelnde Charakterliche Tiefe ins Gewicht. Anstatt den Protagonisten mehr Kanten und Ecken zu verleihen und sich die animierten Charaktere daran orientieren zu lassen, bleiben die die Hauptdarsteller Kitsch und die Prinzessin Wasweißich blaß wie ein Höhlenmolch. Mag man animierten Charakteren eine gewiße Einfältigkeit und Sterilität auf Grund ihrer künstlichen Generierung noch zugestehen, gleicht das antiseptische Erscheinungsbild der Hauptdarsteller einer Amputation menschlicher Wesensmermale. So geht dem Zuschauer recht bald jegliches Interesse an diesen zweidimensionalen Abziehbildern, die aus dem Ken und Barbie Universum entschlüpft zu sein scheinen, flöten.
Auch heben sich die animierten Wüstenvölker nicht durch ethnologische Besonderheiten oder geistige Differnzierung von den menschlichen Mitspielern ab, sondern sind mit dem wenig komplexen und belanglosem Ritualen ihres Stammesverhaltens auf dem kindlichen Niveau eine großen Schlumpffamilie.
So sehenswert die Ausarbeitung der Marsianischen Kulturen auch sein mögen, es wurde versäumt, die Kulissen mit Inhalt zu füllen. Zu seicht und belanglos, in bester Disneymanier, niemandem wehzutun und allen gefallen zu wollen, plätschert John Carter seelenlos und blutleer vor sich hin. Das übliche Gut Böse und Abenteurer verliebt sich in Prinzessinundumgekehrt Spiel kann nicht mit neuen Variationen oder humoristischen Seitenhieben punkten.
So wartet man geschlagene 133 min vergeblich auf Höhepunkte oder große Momente. Da selbst gute Lacher, markige oneliner oder geschweige denn ernste Momente mit denkwürdigen Dialogen Fehlanzeige sind, findet wohl kein der Kindheit entschlüpftes Wesen tiefergehende Befriedigung beim Betrachten des intergallaktischen Balzspiel des Erdenschönlings. Eine im Grunde dramatische Erzählung hätte aber dramatische, ernste Momente gebraucht um zu funktionieren.
Trotz der Tatsache, daß es auch hier wieder einmal mehr ums Aussehen als um Gehalt geht, ist John Carter dennoch für jeden Sci-Fi Fan auf jeden Fall einen Luscher wert, sei es nur, um seiner Alieninnvasionparanoia Anschub zu geben. Für einen kurzweiligen Zeitvertreib reicht dieser Ausflug ins Rote allemal, zumahl der Zuschauer dankenswerter Weise von Nervtötern wie Jar Jar Bings verschont bleibt.

Der 3D Effekt ist, trotz nachträglicher Konvertierung, durchaus gegeben und sorgt einigemale für spektakuläre Perspektiven. Nur einigemale, vor allem bei Reitscenen, wirken die Objekte wie reinkopiert und scheinen etwas an Bodenhaftung zu verlieren. 
Story
mit 3
Bildqualität
mit 5
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 2
bewertet am 16.11.12 um 10:11
/image/movie/mit-eisernen-faeusten-neu_klein.jpg
Einer der schwächsten Filme Burt Lancasters. Obwohl er wie gewohnt souverän auftritt, unterhält die Cowboy und Indianergeschichte nur äußerst gering.
Trapper Joe wird von Indianern im Tausch gegen den Sklaven Joseph die gesamte Fellernte des Jahres geklaut. Doch auch sie haben nicht viel Spaß damit. Beim erstbesten Besäufniss werden sie von der Bande des Skalpjägers Jim (Telly Savalas) in die ewigen Jagdgründe geschickt. Fortan versucht Trapper Joe, Jim und seiner Meute die Felle wieder abzuknüpfen. Schützenhilfe erfährt Joe von dem Sklaven Joseph, der aus reiner Schusseligkeit von Jim gefangen genommen wurde aber inzwischen bereitwillig bei der Truppe bleibt, da diese unterwegs nach Texas ist, wo alle Sklaven die Freiheit erwartet.

Ohne wirkliche Höhepunkte plätschert der Film 103min vor sich hin, ohne daß sich Spannung aufbaut. Die Rivalität zwischen Joe und Jim soll wohl bis aufs Blut gehen, prickelt aber zu keiner Zeit, da es ihr an Ernsthaftigkeit fehlt und die Geschichte immer wieder von Albernheiten und Dümmlichkeiten unterbrochen wird. Auch der wohl gewollte lockere Witz bricht sich immer wieder eine Bahn in die Geschehnisse, kann aber den Film auch nicht aus dem Schlamassel befreien, da sich die Humorpalette gerade einmal von großmutternett bis infantil ausdehnt.

Bleibt unterm Strich eine solide, kindgerechte Sonntagsvormittagunterhaltung, die keiner erwachsenen Anspruchshaltung gerecht wird und Fragen nach Sinn und Zweck solch eines humor- und spannungsressistenten Projektes laut werden läßt.

Bildundtonsindok, Extras nullkommanull. 
Story
mit 2
Bildqualität
mit 3
Tonqualität
mit 3
Extras
mit 1
bewertet am 13.11.12 um 13:28
/image/movie/zwischen-zwoelf-und-drei-neu_klein.jpg
Ganove Dorsey (Bronson) drückt sich auf Grund eines hellseherischen Traumes vor einem bevorstehendem Banküberfall. Er zieht es vor, sich bei der attraktiven Witwe Amanda einzunisten und ihr für die Dauer des Überfalls (von zwölf bis drei) Avancen zu machen. Nach anfänglichem Widerstand bricht bei der Lady das Eis und man verlebt ein paar romantische Stunden.
Als die Kunde vom mißlungenen Banküberfall ans Haus der Turteltäubchen dringt, fordert die Lady ihren Lover (Bronson) auf, seine Kumpels vorm Galgen zu bewahren. Wahre Männer tun so etwas.
Bronson, um seine Schäferstünstundchen gebracht, willigt nur ungern ein, möchte aber einen gute Eindruck hinterlassen. Könnte ja was Festes werden.
Kaum aus der Sichtweite, tauscht er jedoch schnell mit einem rastenden Wanderzahnarzt die Klamotten.
Der aufgebrachte Mob aus der Stadt, Dorsey bereits auf den Fersen, da ihn seine Kumpels unverzüglich verpetzt haben, bringt daraufhin den falschen um. Dorsey gilt fortan als Mausetod. Dafür wird er für den Wanderzahnarzt gehalten und wegen Kurpfuscherei für ein Jahr Gefängnis verurteilt.

In der Zwischenzeit bringt die Lady ihre Romanze zu Papier. Die Romanze wird ein Internationaler Bestseller.
Als Dorsey nach einem Jahr zurückkehrt (einfach nur falschen Bart angeklebt und Brille aufgesetzt), erkennt Sie ihn nicht mehr. Sie hatte ihn in ihrem Buch romantisch idealisiert und Traumprinzgleicher dargestellt, als er eigentlich ist. Seitdem lebt sie in phantastischer Verblendung und verklärter Erinnerung der schönsten Zeit Ihres Lebens.
Sie weigert sich, die Realität zu akzeptieren. Der Mann ihres Techtelmechtels sei z.b. bestimmt 1,90cm groß gewesen. Also locker mal 20 cm größer als Dorsey.
Als Dorsey jedoch unwiderlagbare Beweise für seine Existenz als Liebhaber liefert, muß sie feststellen, daß die Wirklichkeit der Phantasie nicht standhält.
Sich ihrer Einbildung, dem paradiesischen Zufluchtsortes ihres Inneren beraubt, trifft Amanda eine fatale Entscheidung.

Durch seine gut durchdachte Geschichte und seine gesellschaftskritische Ausrichtung hat der Film zwar durchaus seine literarische Berechtigung und man kann sich sicherlich nicht über mangelnde Ideenlosigkeit beschweren, dennoch unterhält "zwischen zwölf und drei" nur bedingt bis gar nicht. Auch wenn sich Bronson alle Mühe gibt, flott und nonchalant zu wirken, springt der Funke einfach nicht auf den Zuschauer über.
Der Film hat einfach zu wenig Esprit und Schwung, als daß er als ausgewiesene Westernkomödie funktionieren würde. Zwar gibt sich das Paar alle Mühe, keck und original zu wirken, kann bei all Ihren Bemühungen dem Zuschauer aber höchstens 2-3 mal ein müdes Schmunzeln entlocken. Auch erstickt das stickige Landhausambiente mit seinem schweren, altmodischen Ambiente jeden Ansatz von beschwingter Fröhlichkeit bereits im Keim. Da zudem auch die Spannung und Dramatik beschloßen haben dem Film fern zu bleiben, kratzt er 100min lang hart an der Grenze zur Langeweile herum.

So kann man sich denn am Ende, Abitur und Lust am Fabulieren vorausgesetzt, kluge Gedanken über Schein und Sein, über das was nicht sein darf, was nicht sein kann und über die Diskrepanz von Realität und Phantasie, sowie die Sehnsucht und der Notwendigkeit nach der selbigen, Gedanken machen, man kann es aber auch genausogut sein lassen und die lakonische Erzählweise ebenso wie die spannungsarme Story zum Teufel wünschen und den Film schnell wieder bei Ebay verhökern.

Bild und Ton gehen in Ordnung. 
Story
mit 2
Bildqualität
mit 3
Tonqualität
mit 3
Extras
mit 1
bewertet am 13.11.12 um 13:00
/image/movie/van-helsing-neu_klein.jpg
Bildgewaltige Umsetzung der Gruselklassiker aus Uropas Kindheitstagen.
Gleich zu Beginn erweist Regisseur Stephen Sommers mit einer aufgemotzten s/w Version des Finales von Frankensteins Braut den alten Meisterwerken seine Reminiszens, nur um gleich anschließend der Geschichte von Dr. Jekyll und Mr Hyde noch ein zeitgemäßes Update zu bescheren.
Nachdem Mr. Hyde fachgerecht von van Helsing zerlegt wurde, erfährt der Zuschauer etwas mehr über seinen Job. Er soll für den Vatikan die Drecksarbeit erledigen und das Böse aus der Welt in die Hölle schaufeln.
In den Katakomben des Vatikans, eine sehenswerte Parodie auf Q's Forschungslabor, wird van Helsing mit den neuesten "technischen" Errungenschaften ausgestattet, um so für seinen neuen Job bestens gerüstet zu sein. Zusammen mit dem Klosterbruder Carl soll er ins finstere Transyllvanien reisen, um den dort seit 400 Jahren dauernden Kampf zwischen Vampiren und und der Valerius Familie zu beenden, damit die Vorfahren von Anna und Velkan Valerius endlich aus dem Zwischenreich erlöst werden und in den Himmel auffahren können.
Zu Hilfe kommt ihnen dabei das Monster Frankenstein, das, entgegen der Vorlage des Universalfilms, überlebt hat. Behindert wird die Treibjagd immer wieder durch Werwölfe, deren Attacken hinter jeder Ecke lauern.

Van Helsing wird immer wieder der Vorwurf der Vergewaltigung der Horrormythen vorgeworfen. Völlig zu Recht.
Van Helsing nimmts nicht so genau mit den historischen Vorlagen. Aber ist das denn wirklich so schlimm? Ich denke auf keinen Fall. Warum soll man Figuren nicht weiterentwickeln? Warum soll man keine eigenen Visionen entwickeln? Und sieht der der Beginn des Films nicht genau so aus, wie ihn einst James Whale 1935 vielleicht selber inszeniert hätte, hätte er die technischen Möglichkeiten dazu gehabt?
Man weiß es natürlich nicht. Betrachtet man aber die Qualitätssteigerung des ersten Teils von 1931 und den zweiten Teil, sieht man, wie sehr auch damals der Regisseur Budget, Effekte und Kulissen bis an die Grenze des Machbaren ausreizte!
Und warum darf sich ein Charakter nicht weiterentwickeln, wie z.b. im Falle von James Bond?
Vorwürfe, die ich nicht verstehe, die aber die Engstirnigkeit des Cineastentums bestätigen. Gäbe es die alten Filme nicht, wäre van Helsing dann etwa auf einmal genial und hätte den Horrorinnovationsoscar am Ehrenband verdient?
Wie dem auch sei.

Dem Film wird auch immer wieder hirnloses Effektegewitter und eine Geschichte auf dem Niveau gebratener Maiskörner vorgeworfen. Dies ist nur zum Teil gerechtfertigt. Sonderlich komplex sind die Charaktere sicherlich nicht und erlauben kein ausloten seelischer Tiefen. Auch steht ganz Richtig der visuelle Aspekt deutlich im Vordergrund.
Aber soll man auch das dem Film vorwerfen?
Wenn das Ergebnis, wie in diesem Falle so gelungen und unterhaltsam ist, denke ich, auf keinen Fall.
Zwar ist die Story nicht sonderlich spannend, dafür sorgen aber das ein oder andere getrickste Ungeziefer für gelungene Schreckmomente und man kann ihr auch nicht den Vorwurf machen, es an einer gewissen strukturellen Komplexität mangeln zu lassen. Auf der anderen Seite ist Carl sich für den einen oder anderen Schmunzler nicht zu schade und lockert so die Erzählung etwas auf.
Alledem zum Trotz ist der Vorwurf, van Helsing ist insgeamt etwas zu steril gehalten und hätte mehr Schmutz und Patina vertragen, durchaus gerechtfertigt. Zu einem wirklichen Horrorfilm passt eben einfach kein Hochglanz. Dennoch wirkt er nicht so antiseptisch, wie Sommers Mumienverfilmungen.
Störend fallen lediglich die schnellen Kameraschwenks, die mangelnde Ausleuchtung und die rasanten Bewegungen der Computermonster ins Gewicht. In vielen Scenen führt das dazu, daß man kaum was erkennt. Da hätte man sich die Mühe mit den Effekten sparen und genauso gut mit der Zwille eine Perücke durch das Studio schießen können. Da erkennt man genauso viel.

Letztlich sind es aber doch die visuellen Elemente, die das Eisen aus dem Feuer reißen!
Mag der eine oder andere die Kostüme albern finden und sich bei der Brut Draculas und seiner Bräute an flatternde Monchichis erinnert fühlen, machen mir die Brummer Spaß.
Und Spaß ist auch das all bestimmende Stichwort. Denn Van Helsing soll vor allem Spaß machen. Und wer den bei diesem Schaulaufen der Horrorprominenz und einer Ausstattungsästhetik auf allerhöchstem atmosphärischem Niveau nicht empfindet, soll sich meinetwegen halt mit dem italienischem Neorealismus der 40er Jahre beschäftigen.
So wunderschön altmodisch ist das Interrieur und so bombastisch die Schlößer, Burgen, Schluchten und Dörfer, daß ich jeden, der sich nicht von dieser Zauberlandschaft faszinieren lassen kann, bedauere. Aber wahrscheinlich entfaltet sich dieser Genuß auch nur auf Leinwand vollständig.

Leider ist das Bilb oft zu Dunkel. es hätte locker im Schnitt eine Blende heller ausfallen können. War da die DVD nicht besser???? 
Story
mit 4
Bildqualität
mit 3
Tonqualität
mit 3
Extras
mit 4
bewertet am 05.11.12 um 12:20
/image/movie/legende-1985-neu_klein.jpg
Wohl der beeindruckenste Fantasyfilm der prä CGI Ära. Die üppigen Kulissen des Märchenwaldes mit ihrer überbordenen Fülle an Flora und Fauna scheinen der Fantasie eines romantischen Träumers entsprungen zu sein. Unterstützt von stimmungsvoller Lichtgestaltung wird hier eine idealisierte Schönheit gezeigt, die ein Maximum an paradiesischer Atmosphäre schafft, welche sich stilsicher zwischen Märchen und Traum bewegt, dabei jedoch zu keinem Zeitpunkt ins Kitschige hinübergleitet.
Das Gefühl für die Ausstattung und die Arrangements der Naturkulissen kann man nur als perfekt bezeichnen und man hat sich auch nach 113 Min. noch lange nicht daran satt gesehen.

Bevölkert wird dieses Idyll, abgesehen von den üblichen Waldbewohnern, von einer Schar Zwerge und Gnomen. Die knautschigen Gesichter der Winzlinge erinnern selbst stark an verknotetes Wurzelwerk und fügen sich mit ihren faltigen und behaarten Häuptern nahtlos in die urige Vegetation ihrer Waldheimat ein. Hier haben die Maskenbildner ganze Arbeit geleistet. Die schrullig gestalten Masken der Gnome haben genau diesen ernsthaft märchenhaften Ausdruck, den es braucht, um sich von dem Look eines reinen Kinderfilmes abzusetzen, aber doch nicht zu böse zu wirken.

Ähnlich verhält es sich mit der Gegenwelt des oberirdischen Paradieses, der diabolischen Unterwelt. Hier ist der Gestaltungsspielraum naturbedingt etwas eingeschränkter, da Finsterniss und Verderben hier ihr zu Hause haben und sich Üppigkeit daher verbietet. Aber auch dort erscheinen im Schein der lodernden Fackeln, zwischen Leichen und Kerkern, Fabelwesen, die die Betrübnis und das Verderben dieses abstoßenden Ortes mit ihrer entstalteten Physiognomie passend personifizieren.
Besonders stechen hier der Kobold und Satan höchstpersönlich mit ihren überdimensionierten maskenbildnerischen Elementen ins Auge. Ist es bei einem die Nase und die Klauen, sind es beim anderen vor allem imposanten Stierhörner, die mit ihrem kreativen Mut beeindrucken und für so manches Design der Tolkienverfilmungen Pate gestanden haben dürften.
Die Kulissen sind an diesem düsteren Ort vornehmlich von Tod und Verwesung, steinener Kälte und quälender Hitze gekennzeichnet und setzt so die astrale Gut-Böse Polarität visuell ebenbürtig um.

Da eben der visuelle Aspekt so eindeutig dominiert, gerät die Handlung etwas in den Hintergrund. Doch auch sie ist aus dem zeitlosen Stoff gemacht, aus dem Legenden gefertigt sind:
Der Einsiedler Jack will seiner Flamme, Prinzessin Lily, daß erhabenste Schauspiel ihrer Welt bieten. Die Beobachtung der scheuesten und reinsten aller Wesen in freier Wildbahn, den Einhörnern.
Von Lilys Unschuld angezogern, nähern sich diese Fabeltiere dem jungen Paar so nahe, daß Lily sie sogar streicheln kann.
Vorher hatte jedoch der Teufel seine Schergen ausgesandt, um Lily als Köder für die Einhörner zu benutzen. Er muß die Einhörner töten, damit das Gute und das Licht aus der Welt verschwindet. Dann endlich kann Satan uneingeschränkt herrschen.
Nachdem den Handlangern bereits ein Horn der Tiere in die Hände gefallen ist, werden bei der Jagd auf das zweite und letzte Tier, Lily und das Einhorn gefangen genommen und und in das unterirdische Reich des Teufels verschleppt.
Nun ist es an der Reihe Jacks und der Wichtel, das Tier und seine Prinzessin zu befreien, bevor das Einhorn getötet wird und die unter dem bösen Zauber des Teufels stehende Liebe Jacks, den Fürsten der Finsternis freit.

Da "Legende" den Pfad der klassischen Märchenerzählung nie verläßt, erzeugt die Handlung auch nur mäßig Spannung. Zu klar verweisen die Strukturen auf den Ausgang des Films und zu sehr lehnt sich die Bildersprache an die Vorstellungswelt der Kinderphantasien an, als daß hier mit einem massiven Einfall des Bösen gerechnet werden kann.
Jedoch ist "Legende" weit von der Harmlosigkeit wie Disney's Schneewitchen entfernt und auch das Überleben bis zum Filmende ist keinesfalls für alle Protagonisten gewährleistet.

Auf Grund des visuellen Genußes und der atmosphärischen Dichte sind auch einige wenige Längen in der Mitte des Filmes gerne verziehen. So sind z.b. die Gesangseinlagen der Prinzessin Lily nicht jedermanns Sache. Auch wird hier und da ein Augenblick zu Lange in den von tanzenden Blütenpollen und Sonnenstrahlen durchtränkten Waldlichtungen verweilt und die Handlung kommt auf Kosten des reinen Schauwertes nur zögerlich in Fahrt.

Erstaunlich bei alledem ist vor allem, daß bei diesem Mix aus Musical, Phantasy, Märchen und Kulissenfilm etwas ganz neues, eigentlich undeffinierbares aber dennoch eigenständiges, herauskommt. Dazu trägt sicherlich auch das Spannungsverhältnis zwischen märchenhafter Bildsprache und modernen Dialogen bei.
Müßen sich andere Crossoverexperimente noch den Vorwurf "Nichts halbes und nichts Ganzes", "Wie gewollt und nicht gekonnt" oder Flickschusterei, gefallen lassen, entfaltet sich in diesem Fall etwas sehr spezielles.
Auch wenn vieles vielleicht irgendwo angelehnt ist, hat man zu keinem Zeitpunkt den Eindruck unter dem Einfluß einer Plagiates zu stehen. Beim Betrachten von "Legende" hat man stets den Eindruck, einem emanzipierten Werk gegenüberzustehen, der sich zwar bekannten Mitteln bedient, aber sie nur als Mittel zum Zweck verwendet, um über sie hinauszuweisen.

Ridley Scott ist es mit "Legende" gelungen, eine isolierte Welt astraler Schönheit und seraphiner Ästhetik mit den dunklen Bildern unseren Unterbewußtseins zu verknüpfen und in eine Geschichte von archetypischen Motiven zu verwandeln, dessen traumhafte Bilder auch Heute noch den Standard des ewig Schönen und Guten versinnbildlichen und an Perfektion bisher nicht überboten worden sind.

Natürlich ist der 20 Minuten längere Director's Cut zu empfehlen, der nur noch als Nullkopie vorhanden war. Das bedeutet laut Regisseur Ridley Scott mindere Bildqualität.
Zu sehen ist davon allerdings nur sehr wenig. Ab und an ist das Bild zwar etwas blass und körnig, insgesamt wird die Stippvisite im Paradies aber nicht mit Schwindelgefühlen und Blickkrämpfen bestraft. 
Story
mit 5
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 3
Extras
mit 1
bewertet am 03.11.12 um 09:07
/image/movie/Die-grosse-Illusion-StudioCanal-Collection_klein.jpg
Bisher der schwächste Film der Studiocanal Collection, der sich durch eine nervend hippe, von deutschen Soldaten gefangengenommene französische Offizierstruppe auszeichnet, die wahnsinnig töffte gut drauf ist.
Mag dem Franzmann noch die marinierte Hühnerbrust schwellen, wenn die Soldaten beim Eintreffen der Nachricht, daß eine französische Stadt zurückerobert wurde, alles stehen und liegen zu lassen um inbrünstig die Marseillaise zu gröhlen, so stößt soviel Nationalpathos heute eigentlich eher ab.
Zu unklar bleibt insgesamt die Intention des französischen Regisseurs Jean Renoir, was er mit diesem Film eigentlich bezwecken wollte. Nicht umsonst wählte er auch einen bewußt vieldeutigen Titel für den Film, um ihn einer eindeutigen Interpretation zu entziehen. Auch spricht die Vielzahl der Neuinterpretationen des 1936 erschienen Werkes im Lauf der Jahrzehnte nicht für eine klare Botschaft des Films, sondern eher für eine willkommene Gelegenheit der Filmexperten, ihr eigenes politisches Statement und ach so edle humanistische Gesinnung einer breiteren Öffentlichkeit unterzujubeln.

Im ersten Weltkrieg wird ein Batzen französischer Offiziere von deutschen Soldaten in Gefangenschaft genommen. Obwohl sie weder schikaniert noch drangsaliert werden und sie im allgemeinen recht zuvorkommend behandelt werden, planen sie die Flucht aus ihrer Unterkunft.
Kurz bevor sie jedoch durch einen Tunnel entkommen können, werden sie nach Deutschland, in eine Burgfestung verlegt. Unter dem Kommando des deutschen Ofizieres Rauffenstein, der sich mit dem Gefangenen de Boldieu anfreundet, haben diese doch beide adelige Vorfahren mit einer großer Militärvergangenheit, werden die Franzosen nun vermeintlich ausbruchsicher einquartiert. Obwohl sie auch hier komfortabel behandelt werden, planen zwei von ihnen, Marechal und der Jude Rosenthal, die Flucht. Als es soweit kommt, gewinnt bei Rauffenstein die Pflicht zum Militärgehorsam die Hand über die freundschaftlichen Empfindungen zu de Bouldieu und er erschießt diesen. Marechal und Rosenthal jedoch gelingt die Flucht und sie machen sich gemeinsam auf den Weg zur Sicherheit versprechenden Schweizer Grenze...

Was also hat "Die große Illusion" außer einer mäßig spannenden Fluchtgeschichte zu bieten? Von Filmhistorikern werden immer wieder das Grundlagenbildende Drehbuch, von dem man als Zuschauer allerdings herzlich wenig sieht, sowie die Aspekte der Brüderlichkeit und Gleichheit der Menschen über nationale und kulturelle Grenzen hinweg betont. Letztendlich werden hier also die Parolen der französischen Revollution wieder aufgewärmt.
Da zwischen den Offizieren Deutschlands und Frankreichs so eine Art Gleichbehandlungsabkommen besteht und auch zwischen Christen und Juden Einvernehmlichkeit herrscht, wird hier im Grunde eine universelle Brüderschaft des Menschengeschlechtes propagiert, die nur durch die unterschiedliche Ideologien der Staatsapperate untergraben wird.
Trennungen gibt es letztendlich jedoch auch hier. Zwar liegen sie nicht in den unterschiedlichen Nationalitäten, dafür aber in unterschiedlichen sozialen Klassen verankert. Da ist zum ersten die Trennung von Offizieren und Mannschaftsdienstgraden. Offiziere halten sich eben für etwas besseres und behandeln sich mit gegenseitigen Respekt. Eine Krähe hackt der anderen eben kein Auge aus.
Dennoch hemmt die aristokratische Herkunft, auf Grund des gestelzten Benehmens, de Boeldieus, die Mitgefangenen, sich frei und ungezwungen zu benehmen. Sie kommen sich, obwohl sie de Boelius mögen, von ihm unwillkürlich herabgesetzt vor. Auch innerhalb der Gruppe gibt es also noch unüberwindbare, anerzogene Barrieren. Hier wird auf den zwischenmenschliche Klüfte schaffenden Aspekt der gesellschaftlichen Abstammung verwiesen.

Da ferner die unmenschlichen Aspekte der Kampfhandlungen nicht durch Gefechtsscenen näher beleuchtet werden, kann man bei "Die große Illussion" auch nicht im eigentlichen Sinne von einem Kriegsfilm sprechen.
Das die einzelnen Lebensläufe in ihrer Entwicklung durch den Krieg zwar Behinderungen erfahren, daß Krieg kein Zuckerschlecken ist und zu ernsthaften Verletzungen führen kann, wird hier zwar ebenso erwähnt, wie die der Gewissenskonflikt zwischen Pflichterfüllung und Freundschaft, also zwischen Obrigkeitshörigkeit und innerer Integrität. Da dies aber Selbstverständlichkeiten, bzw. Banalitäten sind, kann man diese Botschaften getrost als platt betitteln und sie reichen daher nicht aus, einen Film derart über den grünen Klee zu loben.
Worin begründet sich also denn der Kultstatus dieses Streifens?
Liegt es an dem Witz?
Nein! Auch wenn die große Illusion gerne als Komödie verkauft wird und die Offizierstruppe bis zum Anschlag gut gelaunt ist, vermag sie doch höchstens der Oma ein beschwingtes Lächeln zu entlocken, zum richtigen Lachreflex auslösenden Scherzchen, reichts dann aber letztendlich nicht ganz aus.
Vielleicht liegt es dann ja an seinen filmischen Mitteln? Aber auch hier: Fehlanzeige!
Zwar zeichnet sich das Werk durch hochgradig solide agierende Schauspieler und einigen gekonnt in Licht gesetzte Scenen, die durch effektvolle schwarz/weiß Kontraste zu imponieren wissen, aus, all dies rechtfertigt aber immer noch nicht den Status des Meilensteins der Filmgeschichte.

Meine Vermutung ist daher, daß sich "Die große Illusion" den Ruf als französisches Meisterwerk vor allen Dingen durch die Wirkung des Film auf die französische Nationalseele erarbeitet hat.
Die fidele Offizierstruppe gibt sich genau so, wie sich der Franzmann eben gerne sieht: Immer gut gelaunt und quickfidel, nie um einen kessen Spruch verlegen, die dicke Ziehgarre lässig im Mundwinkel, von Lebensfreude, Sang und Suff durchtränkt und von einem unbändigen Freiheitswillen geprägt. Auch die anderen beiden Revolutionsideale der Gleichheit und Brüderlichkeit werden gerne und selbstverständlich zelebriert. Zumindest wenn die Kamera läuft.
Wenn die französische Filmhistorikerin in den Extras mit fast tränenerstickter Stimme und bebender Brust berichtet, welchen Zauber die Offiziere auf das Filmpublikum ausüben, wenn sie innbrünstig allen Klamauk vergeßen um gemeinsam die Stimme zur Marseillaise zu erheben, wird dieser Verdacht bestätigt.
Genau hierin lieht aber auch das große Paradoxon und die Unstimmigkeit des Films. denn einerseits propangiert er die Gleichheit des Menschengeschlechtes und klagt den Krieg an, andererseits zelebriert er durch unverholen an den Tageslicht tretenden Nationalismus eben jenen Seperatismus und Eigendünkel, der die Grundlage jedes Konfliktes bietet. Mein Volk ist nicht Dein Volk und meine Ideale sind besser als Deine. Somit ist die auf Grund eines Militärerfolges in die stickige Theaterluft hineingeschmetterte Nationalhymne der Franzosen ethisch nicht viel höherwertiger einzustufen, als das wahnsinnige "Sieg Heil" gegrunze unserer Stammväter. Komisch das keiner der Filmgelehrten das erwähnt.

So ist denn "Die große Illusion" ein aus technischer Sicht guter und vielleicht auch stilprägender Film gewesen, aber ein Großer ist er bei weitem nicht.
Dafür erinnert er den Franzmann von Zeit zu Zeit gelegentlich daran, wer in Teufels Namen er eigentlich ist.

Der Rest guckt beschämt zur Seite. 
Story
mit 3
Bildqualität
mit 3
Tonqualität
mit 3
Extras
mit 4
bewertet am 02.11.12 um 10:43
/image/movie/cleopatra-1963-neu_klein.jpg
Auf 4Std und 11 Min verstümmelte Version des ursprünglich auf 6 Std angelegten 2Teilers um die ägyptische Königin Cleopatra und ihre Romanzen mit Cäsar und Antonio.

Cleopatra beeindruckt noch Heute wegen des schier unfaßbaren Aufwandes an Kulissen, Dekorationen, Gewändern und Filmsets, die alle Maßstäbe sprengten. In einer betörenden Farbenpracht taucht der Zuschauer tief in die Intrigen und Ränke der einst mächtigsten Frau der Welt ein.
Mit Cäsar zeugt Cleopatra ein Kind und möchte, daß dieses einmal das Weltreich beherschen werde, welches Cäser erobern wird. Als Cäsar aber gemeuchelt wird, zieht sie sich erst nach Alexandria zurück, nur um später mit dem vielversprechendsten Feldherren Roms, Marcus Antonius anzubändeln. Als dieser schließlich Cleopatra verfällt, scheint die Liebe perfekt. Das Schicksal jedoch holt Antonius nach Rom zurück, wo sich dieser umgehend aus politischen Gründen mit der Schwester des Kaisers Octavian vermählen muß. Darüber mehr als nur reichlich angesäuert, verknüpft Cleopatra die Rückkehr des noch immer unsterblich verliebten Römers zu ihr nach Alexandria mit einer Menge politischer Forderungen.
Durch ihre für Rom unannehmbaren Bedingungen stachelt sie jedoch den Senat Roms und ihren intriganten Kaiser Octavius gegen sich auf.
Der folgenden Seeschlacht können Cleopatra und Antonius zwar noch mit knapper Not entkommen, der überlegenen römischen Streitmacht, die jetzt die beiden verfolgt, haben sie jetzt jedoch nichts mehr entgegenzusetzen...

Insgesa mt betrachtet, kann man Cleopatra als ein über das gewohnte Maß hinaus ausgedehntes Macht- und Ränkespiel der ägyptischen Schönheit bezeichnen. Im Spannungsfeld von Liebe und Machtinstinkt bewegen sich ihre taktischen Manöver, mit denen sie ihr Machtstreben und ihre Liebesbedürftigkeit unter einen Hut zu kriegen versucht.

Zugutehalten muß man diesem Monumentalschinken, daß sich die zahllosen Dialoge nicht auf schmalzige Plattitüden reduzieren, sondern sich durchwegs durch literarisches Niveau auszeichnen. Es wird nicht ellenlang in altertümlichen Bildern und Rätseln schwadroniert, sondern die Streitgespräche zwischen Sophia Loreen und Richard Burton machen jedem modernen Ehekrach alle Ehre.

In der detaillierten und ausschweifenden Beleuchtung des Ränkespiels Cleopatras liegt aber auch die Schwäche des Films: Sie hat zu wenig erzählerische Höhepunkte. Es gibt sehr wenig Action und Spannungsgeladene Momente. Die Locations reduzieren sich hauptsächlich auf Alexandria und Rom und immer wieder Paläste, Paläste, Paläste. So schön diese auch ausgestattet sind, so wenig können sie über mangelnde Dramatik hinwegtäuschen. Statt dessen immer wieder reden, reden und nochmals reden. Wenn die Dialoge auch geschliffen sind und die Ausstattung nach 4 Std. immer noch die Augen blended, läßt sich mit zunehmender Laufzeit des Films doch die erzählerische Eintönigkeit nicht verbergen. Es passiert einfach zu wenig. Die Seeschlacht dauert nur wenge Minuten und wurde sogar noch stark gekürzt, da die Kampfscenen dilettantisch gewesen sein müßen.
Größere Gefechte oder einschneidende Schicksalswendungen, die, wie in Ben Hur, die das Leben der Protagonisten in völlig neue Bahnen lenken und die Geschichte auf epochale Dimensionen ausweiten, sind hier Fehlanzeige.
Nein. Es geht hier die ganze Zeit einzig und alleine nur um das Leben und Befinden der Edelzicke.
Natürlich haben Weltschmerz und Liebeskummer auf der Führungsebene einzelner Völker eine weitaus dramatischeren Einfluß auf das Leben der Bevölkerung und den Lauf der Geschichte als ein Beziehungskrach um die Fernbedienung bei Hinz und Kunz, so daß alle Handlungen Cleopatras und Antonius dramatischere Konsequenzen nach sich ziehen, als ein tieffliegendes Feierabendbier, aber diese Erhöhung ist intellektuell und kann eine mangelnde Komplexität nicht verschleiern.
Dies hat auch Produzent Darryl F. Zanuck beim Filmschnitt erkannt und soll daraufhin ausgesprochen haben:"Das ist kein großer Film, aber vielleicht wird es ja zumindest ein guter".
Eine amerikanische Zeitung titelte deshalb auch nach der Premiere in New York: A Giant Mouse. Also ein aufgeblasenes Nichts.

Aus diesem Grunde ist der Film auch nur für Leute mit einem Faible für ruhige Erzählungen mit ansprechenden literarischen Gehalt, sowie für Fanatiker des Ausstattungswahns antiker Großproduktionen zu empfehlen.

Für jeden Filminteressenten zu empfehlen ist in jedem Falle die gut 2 stündige Dokumentation: Wie Cleopatra Hollywood veränderte. Die zahllosen Querellen am Set, die totale finazielle Entgleisung und der Gigantismus der Dreharbeiten, stellen in ihren Ausmaßen sogar den geglaubten Marktführer in Sachen Pleiten Pech und Pannen, Apocalypse Now in den Schatten.
Wer bisher immer geglaubt hat, beim Film werde einfach ein Drehbuch auf Zelluloid gebannt, wird hier eines besseren belehrt. Das Schicksal und das Leben einzelner Menschen und ganzer Firmen steht hier auf dem Spiel. Auch kommen wohl menschliche Eitelkeiten und Abgründe selten so ungefiltert ans Tageslicht, wie bei den Dreharbeiten eines Films: Lehrreich!!!

Das Bild: Auf TV nahezu perfekt. Auf Beamer ab und an leichte Schwächen. Insgesamt Top. 
Story
mit 4
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 4
bewertet am 28.10.12 um 14:06
/image/movie/iron-sky---wir-kommen-in-frieden-limited-steelbook-edition-neu_klein.jpg
Sehenswert auf Hollywoodgröße aufgeblähtes Stück Independentkino.
Unter dem Mantel ausgebuffter Spezialeffekte im Retrodesign verbergen sich eine schwachsinnig becknackt-geniale Grundidee, eine Menge guter Gags, treffende politische Parodien, eine handvoll gelungener Kalauer sowie nicht wenige humoristische Rohrkrepierer.

Auf Grund der Berg- und Talfahrt des Witzniveaus wird der Gesamteindruck nach hinten raus insgesamt leider etwas geschmälert. Trotz dieses Mankos aber überwiegt eindeutig die Freude für diesen Nazi-Anarchospaß, der auf Konventionen pfeift und eine Menge Laune verbreitet. 
Story
mit 4
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 2
bewertet am 28.10.12 um 12:22
/image/movie/Sein-oder-Nichtsein-1942-StudioCanal-Collection_klein.jpg
Ein Dank an Studiocanal, diesen Komödienklassiker aus den Tiefen des Filmarchieves gehieft zu haben. Ist "Sein oder nicht sein" für alle Filmhistoriker ein wohlbekannter Meilenstein des Kinos, ist er der breiten deutschen Öffentlichkeit wohl weniger bekannt.

Die Verwirrungen um die polnische Theatergruppe, in dem von Nazis besetzten Warschau ist zu komplex und virtuos, um sie ausgiebig zu erläutern. Im Groben geht es aber darum, einem deutschen Spion, der die Adressen von polnischen Dissidenten und Widerständlern besitzt, die Liste mit den Namen abzujagen. Da die Namen der Schauspieler mit auf der Liste sind, ist es in ihrem ureigensten Interesse die Liste zu vernichten, um einer Hinrichtung zu entkommen.

Zuerst versucht man es mit der stärksten Waffe, nämlich dem weiblichen Charme der bekannten Theaterschönheit Maria Thura. Als diese jedoch im Büro des Spions festsitzt, verkomplizieren sich die Dinge ungemein und die Theatergruppe muß selbst das Heft in die Hand nehmen um den eigenen Kopf zu retten. Da eine vor kurzem eine Parodie auf Adolf Hitler aus dem Theaterprogramm genommen wurde, die Uniformen aber noch in der Requisite lagern, fliegt der zündende Funke schnell: Man muß sich selbst als Nazis ausgeben und die Liste der Widerkämpfer aus der Höhle des Löwen klauen...

Abgesehen von turbulenten Beziehungsintrigen innerhalb der Theatertruppe und den kunstvoll ineinander geschachtelten Täuschungsmanövern der Theaternazis, punktet "Sein oder nicht sein" aber vor allem mit leichtfüßgiem Wortwitz und respektloser Demaskierung der Mechanismen des Naziregimes und Führerkultes. So werden blinder Gehorsam, Rassenideologie und Militärwahn schonungslos der Lächerlichkeit preisgegeben.

1942, als längst noch nicht alle Kriegsgräuel Hitlers im Bewußtsein der Öffentlichkeit waren, ließen sich wahrscheinlich Parodien auf das Hitlerregime noch unbeschwerter inszenieren. Die allgemeine Übereinstimmung, daß man "darüber" keine Witze macht, manifestierte sich erst später, wahrscheinlich zusammen mit der Veröffentlichung von Bildern aus den Konzentrationslagern. So aber konnte man sich zum Zeitpunkt der Uraufführung noch ungenierter und unbeschwerter an dem geistreichen Humor des Filmes erfreuen, als es in der unmittelbaren Nachkriegszeit möglich war.

Zu beschämend wird hier auf den geistigen und menschlichen Bankrott der Naziideologie hingewiesen und zu sehr wird die Verachtung frei denkender Menschen für den Gehorsamskult deutlich, als daß es der betroffenen deutschen Bevölkerung in den Jahrzehnten nach Beendigung des Krieges zugemutet werden konnte, da sie doch mit vergeßen, verdrängen, verleumden und Wiederaufbau beschäftigt war. in die noch nicht ganz verschloßenen Wunden durfte kein salz gestreut werden.

Die heutige Generation kann sich dafür aber aus zeitlicher Distanz und aus Gründen politischer Unbefangenheit umso mehr am sprühenden Witz und politisch unkorrekter Parodie auf eine Art und Weise erfreuen, die heutiger Fäkalhumor nicht mehr zu liefern in der Lage ist.

Das Bild: Auch auf Beamer durchaus zuträglich und vermittelt durch ein nicht zu steril restauriertes Bild, ein Heimkinoerlebnis der angenehm altmodischen Art. 
Story
mit 5
Bildqualität
mit 3
Tonqualität
mit 3
Extras
mit 3
bewertet am 28.10.12 um 11:55
/image/movie/planet-der-affen-prevolution-blu-ray---dvd---digital-copy-edition-neu_klein.jpg
Andy Serkins ist die Wandlung von Gollum zum Primaten durchweg gelungen.
Subtil und beinahe minutiös wird hier die Wandlung des hochbegabten Affen Caesars vom Versuchstier zum Leitwolf einer Affenmeute, die im Begriff ist, sich die Erde Untertan zu machen, geschildert.
Als Kind einer Schimpansin, der ein neuartiges Alzheimermedikament verabreicht wurde, verbringt Caesar die Kindheit und Jugend bem Versuchsleiter der Firma, die Caesar sonst eingeschläfert hätte.
Schnell entwickelt das Tier eine außerordentlich hohe Intelligenz. Aber damit nicht genug: es entwickelt auch Gefühle.
Als es den demenzkranken Vater des Forschers in einem Nachbarschaftstreit rächen möchte und dabei handgreiflich wird, ist es mit der Freiheit aber bald vorbei.
Caesar kommt ins Affenhaus.
Hier erringt er auf Grund seiner Intelligenz bald den Status des Alphamännchens und plant den Ausbruch aus diesem Gefängnis, um sich mit seinem neuen Stamm den Weg zurück in die Freiheit zu erkämpfen.

Hervorragend animiert sind die Gesten der Affen, deren Regungen direkt auf ihre Gefühlslage verweisen und so ein Schlüßel zum stetig komplexer werdenden Seelenleben der Primaten sind.
Auch die Entwicklungen im Affenhaus, die sich zunehemnd verändernde Gruppenstruktur und das glaubwürdig gestaltete Sozialverhalten der Tiere, fügen sich zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen, in dem die allmähliche Entwicklung der Tiere nachvollziehbar und durch zunehmende Eskalation der Situation in ihren Zwingern, mit Spannung gewürzt in Scene gesetzt wurde.

Größte Schwäche des Filmes ist allerdings der ins Auge springende Gegensatz, der sich aus der subtil und feinfühlig entspinnenden Entwicklungsgeschichte Caesars und dem Zugeständniss des Regisseurs an das actionverwöhnte Publikum ergiebt.
Die Action am Ende des Films bewegt sich zwar auf zeitgemäß hohem Niveau, bricht aber auf Grund ihres hohem Krawallfaktors, mit der zuvor angeschlagenem Erzählstil.
Quasi von einen Moment auf den nächsten wird aus den Bananengrütze schlürfenden Primaten eine Armee Guerrilekrieger, die mit allen Wassern der strategischen Kriegsführung und des Nahkampfes gewaschen zu sein scheinen.
So nachvollziehbar die Entwicklungen in den ersten 2/3 des Filmes sind, so sehr entfernt sich Rupert Wyatt im letzten Drittel zu Gunsten des Unterhaltungswertes von seiner bewegenden Entwicklungsgeschichte und zerstört so den Eindruck eines intelligenten Geschichtenerzählers. Zu apruppt wird der Zuschauer aus dem Daktarigefühl der 70er in das Hollywood des 21. Jahrhunderts katapultiert, als daß sich diese Wendung nicht negativ auf den Gesamteindruck auswirken würde.


Aber trotz dieses Bruches stellt "Planet der Affen" auf Grund der durchweg soliden und unterhaltsamen Inszenierung ein allgemeinverträgliches Prequel zu einem sonst nur Sci-Fi Spezis vorenthaltenen Subgenre dar. 
Story
mit 3
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 2
bewertet am 28.10.12 um 11:41
/image/movie/Sauna_klein.jpg
Horrormär ohne Hand und Fuß, die, zum Teil erfolgreich, versucht mit Atmosphäre, Mystik und Elementen des japanischen Geisterhorrors zu punkten.
Da die Hintergründe des Saunakultes aber ebenso im Dunkeln bleiben wie die ganze Geschichte des Moordorfes, hängen die einzelnen Gruselscenen frei im luftleeren Raum und sorgen so für mehr Fragezeichen als Gänsehaut. Nichts zu erklären, fördert demnach das Unbehagen durch das Unerkläliche keineswegs unausweichlich, wie z.b. im Falle der Filme David Lynchs, sondern sorgt in diesem Fall nur für zunehmendes Desinteresse.
Immer wieder von "Sünde" und Buße" zu schwafeln, um damit eine nicht vorhandene Metaphysische Handlungsebene und Bezüge zur Bibel sowie dem ominösen Bösen herzustellen, ist eben zu wenig, um den Zuschauer durchgehend mit Nervenkitzel zu versorgen.

Das die einzelnen Schreckmomente nicht durch einen roten Faden miteinander verwoben wurden, erzeugt leider nicht die evtl. beabsichtigte Stimmung einer okkulten und geheimnisvollen Mystik, sondern sorgt eher für Konfusion und hinterläßt den Eindruck einer halbgaren Idee, die in der willkürlich erscheinenden Schlußscene zwar mit dem größten Schockeffekt punkten kann, aber auf Grund der auch durch die freieste Assoziation nicht mit dem zuvor geschehenen in Einklang zu bringen ist und dadurch den erzählerischen Tiefpunkt darstellt. Auch wenn es hier wohl eher um das Gefühl der Unentrinnbarkeit des Schicksals und nicht um rationale Erklärungsmuster geht, kann man hierbei inszenatorisch von einem tiefen Griff ins Klo sprechen.

Da die Schauspieler aber allesamt ausgebildet zu sein scheinen und zumindest das abgelegene Moordorf, sowie die entsättigte Farbgebung der skandinavischen Einöde eine stimmungsvoll morbide Grundstimmung schaffen, gibts 3 Achtungspunkte. 
Story
mit 3
Bildqualität
mit 3
Tonqualität
mit 3
Extras
mit 2
bewertet am 28.10.12 um 11:21

Top Angebote

kleinhirn
GEPRÜFTES MITGLIED
FSK 18
Aktivität
Forenbeiträge0
Kommentare41
Blogbeiträge0
Clubposts0
Bewertungen509
avatar-img
Mein Avatar

Kontaktaufnahme

kleinhirn

Weitere Funktionen

Beste Bewertungen

kleinhirn hat die folgenden 4 Blu-rays am besten bewertet:

Filme suchen nach

Mit dem Blu-ray Filmfinder können Sie Blu-rays nach vielen unterschiedlichen Kriterien suchen.

Die Filmbewertungen von kleinhirn wurde 341x besucht.