1995 brachte der Regisseur Joe Johnston (Captain America: The First Avenger, Jurassic Park 3) den Film „Jumanji“, der auf dem gleichnamigen Kinderbuch vom Autor Chris Van Allsburg aus dem Jahr 1981 basiert, weltweit in die Kinos. Heraus kam dabei ein abwechslungreicher Mix aus Fantasy, Action und wohl dosiertem Humor. Bei einem Budget von 50 Millionen Dollar und einem weltweiten Einspielergebnis von 262 Millionen Dollar kann man zu Recht von einem Kinoerfolg sprechen.
Die Schauspieler wurden gut gewählt, allen voran natürlich Robin Williams (Der Club der toten Dichter, Mrs. Doubtfire), der sich wieder einmal in Höchstform präsentiert. Auch die damals erst 13 jährige Kirsten Dunst (Spiderman Trilogie, Melancholia) spielt ihre Rolle glaubhaft. Mit der Ausnahme von Jonathan Hyde (Titanic, Die Mumie), zu sehen in einer Doppelrolle, spielen die restlichen Akteure zwar zweckdienlich, aber dennoch ordentlich ihre mitunter recht lustigen Rollen. Einer, der unter anderem dafür verantwortlich ist, dass der Humor im Film nicht zu kurz kommt, ist Police Officer Carl Bentley, gespielt von David Alan Grier. Zuzusehen wie sein Polizeiauto im Laufe des Film immer mehr in Mitleidenschaft gezogen wird, bereitet einem schon ein lachendes sowie auch ein weinendes Auge.
Was man dem Film damals wie auch heute noch negativ ankreiden kann ist, dass er sich aufgrund der Fokussierung der damaligen recht neuen und überzeugenden CGI Spezialeffekte für eine tiefere Charakterzeichnung wenig Zeit nimmt. Zwar kommt in den 104 Filmminuten keine Langeweile auf, aber ein bisschen mehr Vorgeschichte von einigen Rollen hätte dem Film bestimmt nicht geschadet. Immerhin ist deshalb das Pacing hervorragend.
Die zuvor angesprochenen CGI Effekte, die in George Lucas´ Industrial Light und Magic Schmiede entstanden sind, waren damals State-of-the-Art und gehörten zum Besten, was man nach „Terminator 2“ an visuellen Effekten zu sehen bekommen hat. Bis auf einige wenige Momente, wie zum Beispiel die Darstellung der Affen, können die Spezialeffekte auch heute noch überzeugen.
Abenteuer- und Fantasy Fans kommen bei „Jumanji“ definitiv auf ihre Kosten. Als Familienfilm würde ich „Jumanji“ nur bedingt sehen, da selbst Robin Williams damals erwähnte, den Film seiner 6 jährigen Tochter (noch) nicht zeigen zu wollen. Daher auch die FSK Freigabe: ab 12.
Die Handlung, die Darsteller und selbst die Effekte überzeugen auch über 30 Jahre nach Erscheinen des Films den Cineasten von heute und so ist und bleibt „Jumanji“ aus dem Jahr 1995 für mich immer noch der beste Teil der Reihe.
„Jumanji“ erschien auch auf der UHD im Ansichtverhältnis 1,85:1. Die durchschnittliche Bitrate ist zwischen 50 und 70 Mbit/S im gehobenen Bereich anzusiedeln - was man der Qualität auch ansieht. Filmkorn ist jederzeit präsent und verleiht dem Film diesen natürlich Look, der mit realistischer Farbgebung und toller Schärfe zu überzeugen weiß. Der Schwarzwert als auch der Kontrast sind perfekt aufeinander abgestimmt und verschlucken auch in dunkleren Szenen so gut wie keine Details. Apropos Detail, denn diese lassen sich fast jederzeit bestens ausfindig machen. Egal ob die Struktur der Kleidung, Hautporen, Laubblätter auf Bäumen oder auf Straßen – man kann sich fast gar nicht satt sehen.
Insgesamt wirkt das Bild sehr plastisch und stimmig und man merkt dem Film das Alter (bis auf einige weichere CGI Effekte) in keinster Weise an. Er wirkt fast wie „frisch“ gedreht, da er nun noch mehr Strahlkraft erhielt. Dank HDR sind auch die Farben natürlich warm und auch sehr satt. Spitzlichter auf chromatischen Oberflächen oder Lampen strahlen ebenfalls schön heraus. Mit aktuellen Hochglanz-Filmen kann „Jumanji“ natürlich nicht ganz mithalten, verfehlt aber auch nur knapp eine Höchstwertung.
Zusammen mit der englischen und der spanischen Tonspur, erschien auf der UHD nun auch die deutsche Fassung in DTS-HD MA 5.1. Gegenüber den vorigen Editionen von Jumanji hat man nun einen entscheidenden Mehrwert, da diese nur über Deutsch Dolby Digital 5.1 verfügen.
Die deutschen Dialoge sind stets gut zu verstehen, nur die englische Originalfassung klingt da etwas klarer und direkter.
Erwähnenswert ist auch, dass der Subwoofer einiges zu tun bekommt, denn ab und an driftet dieser sogar in den Tiefbassbereich herab. Die Frequenzübergänge werden dabei sehr sauber dargestellt. (gut zu hören in der Löwenszene bei Minute 28:45).
Mit James Horner (Titanic, Avatar, Braveheart) konnte damals einer der angesehensten Filmkomponisten engagiert werden. Der Score, der auch die Surroundkanäle mit einbezieht, passt jederzeit perfekt zum Geschehen und trägt auch für die Atmosphäre des Films reichlich bei.
Ein paar direktionale Surroundeffekte mehr und eine etwas höhere Tonbewertung wäre die Folge gewesen.
bewertet am 01.06.26 um 10:43