Der Tesseract, eine schier unerschöpfliche, von den Nazis seinerzeit genutzte okkulte oder auch paranormale Energiequelle war mit Captain America bei der Vernichtung von Red Skull verschwunden. Nachdem beide von Iron Man aka Tony Stark geborgen wurden, versuchen nun Wissenschaftler, das Artefakt zur alternativen Energiegewinnung zu nutzen. Doch Loki, Thors Bruder hat andere Pläne: gegen den Tesseract als Preis wird er durch die Chitauri unterstützt und will die Erde unterwerfen. Und so muss das auf Eis gelegte "Avengers"-Programm reaktivert werden, um den Planeten vor der Invasion zu schützen ...
Joss Whedon hatte seinerzeit mit "Serenity" bereits bewiesen, dass er nicht nur tolle Science Fiction-Actioner inszenieren kann, sondern diese mit augenzwinkerndem Witz zu würzen versteht. Und so war wohl kaum ein besserer Regisseur als er für die von Fans lang erwartete Verfilmung der Marvel-Comics zu finden, allenfalls noch John Favreau, den Regisseur von "Iron Man" oder Gore Verbinski hätte ich mir vorstellen können. "The Avengers" hat wirklich alles, was man von einem Action-Blockbuster erwartet: schillernde Persönlichkeiten, Dialoge, die manchmal schon fast an Screwball-Komödien erinnern, enorme Schauwerte mit teils atemberaubenden visuellen Effekten und nahezu pausenlose, aber nie unübersichtliche Action. Tatsächlich ist für mich persönlich "The Avengers" eine der besten Comic-Verfilmungen überhaupt und in einer Reihe mit "Iron Man".
Eine Tiefe wie "The Dark Knight", oder "Watchmen" indes erreicht der Film nie. Das macht aber nichts, denn der Zweck ist ein anderer: Unterhaltung auf höchstem, wenn auch anderem Niveau. "The Avengers" ist Blockbuster-Popcornkino at its Best.
Audiovisuell wird mit dieser Veröffentlichung feinstes Augen- und Ohrenfutter geboten, wobei bei der 3D-Fassung Abstriche gemacht werden müssen. Während wie von anderen Rezensenten beschrieben die 2D-Fassung ohne Fehl und Tadel ist, wirkt sich in der 3D-Fassung der phantastische Schwarzwert zuweilen negativ aus: so werden Strukturen in dunklen Flächen oftmals verschluckt. Durch die Regelung des Kontrastes träte eigentlich Besserung ein, dann allerdings leidet naturgemäss wiederum der Schwarzwert. Den Rest erledigt dann die Abdunkelung durch die Shutterbrillen. All das ist allerdings Jammern auf hohem Niveau, denn die 3D-Fassung liefert ein Bild, dass höchste Weihen verdient: keinerlei Ghosting, keine Doppelkonturen, alle Bildhintergründe sind stets perfekt scharf. Das Bild bietet bis auf ein Mal keine Pop Outs, sondern eine hervorragende Tiefenstaffelung. Diese Scheibe straft all diejenigen Lügen, die konvertiertes 3D per se ablehnen. An "Avatar" kommt diese Verfilmung aus den genannten Gründen nicht ganz heran, deshalb vier Punkte. Stünde eine Bewertungsmöglichkeit mit einer feineren Skalierung zur Verfügung, würde ich 4,5 geben.
Der Sound steht dem Bild qualitativ in nichts nach. Die verlustbehaftete DTS HD HR 7.1-Tonspur ist perfekt abgemischt und beliefert alle Surrounds permanent mit Signalen, so dass man auch in ruhigeren Szenen stets von Geräuschen umgeben ist. Die Dialoge sind auch im größten Gewühl immer verständlich; Stimmen und Geräusche sind genau ortbar und das ganze wird begleitet von einem enorm druckvollen, aber stets konturierten Bass, der immer ordentlich Bums hat und dennoch nie aufdringlich wirkt.
Die etwa 120 Minuten Extras reichen mir persönlich völlig, besonders gelungen finde ich die Pannen beim Dreh. Zusätzlich befindet sich noch der Film als 2D-Fassung in der Box. Das Steel finde ich in seiner Schlichtheit äußerst gelungen; es ist geprägt, hochglänzend und innen ebenfalls mit Bildern versehen.
Mein persönliches Fazit: "The Avengers" ist, vor allem in 3D, ein Oberknaller und zu Recht bereits im Vorfeld als eines der Blu-ray-Highlights des Jahres 2012 erwartet worden. Neben einem wirklich höchst unterhaltsamen, vergnüglichen Film erwartet den Filmfreund zudem ein audiovisuelles Vergnügen der Extraklasse. Ob "The Avengers" nun geschnitten ist, ist mir bei der angegebenen Schnittlänge von 2 Sekunden völlig gleichgültig, ebenfalls ist mir egal, ob ich nun Blut an einer Speerspitze zu sehen bekomme oder nicht. Dieses Schnittchen ist verschmerzbar; und Prinzipienreitern entgeht wirklich etwas, wenn sie wegen dieser Marginalie den Film auslassen. Ich hoffe, dass alle User im Besitz von 3D-Equipment mit dieser Bewertung ein wenig mehr anfangen können als mit Statements aus vorangegangenen Bewertungen.
bewertet am 07.09.12 um 19:38