Batman ist seit 8 Jahren von der Bildfläche verschwunden und gilt als Mörder des Staatsanwaltes Harvey Dent. Seine wahre Identität Bruce Wayne ist durch die Einsätze als Batman körperlich verschlissen und lebt völlig zurückgezogen; außerhalb des Rampenlichts, mit Butler Alfred. Durch den Diebstahl der Perlenkette seiner Mutter durch eine ziemlich handfeste und gelenkige "Haushaltshilfe" gerät nun ein Stein ins Rollen, der nicht nur die Gesellschaft der Schatten, angeführt durch den physisch schier unüberwindbaren Bane wieder auf die Bühne bringt, sondern in eine Gefahr für ganz Gotham mündet..
Da ist er nun: der bisherige Abschluss der Batman-Trilogie. Um mein Fazit in Teilen vorweg zu nehmen: der Abschluss ist nicht nur krönend, sondern genial und dem Vorgänger "The Dark Knight" nicht nur würdig, sondern mindestens ebenbürtig. Mit Tom Hardy (dem "unverbrauchten, unbekannteren Gesicht", dem wahren Kenner schon bekannt aus "Band of Brothers", "Layer Cake", "Inception", Dame, König, As, Spion" aber vor allem natürlich aus "Bronson" und "Warrior") als Bane wurde Batman ein Gegenspieler gegenüber gestellt, der durch seine unglaubliche physische Präsenz vieles von dem wettmacht, was er durch die Maske bedingt mimisch nicht zeigen kann. Für mich war die Stimme überhaupt nicht schlecht; die gewählte, gezierte Ausdrucksweise mit der ungewöhnlichen Sprachmelodie harmonierte so unpassend passend, dass sie sich perfekt mit der Rohheit des Charakters zusammen fügte. Die Frage, ob seinerzeit die Darstellung des "Jokers" durch Heath Ledger ohne seinen Tod auch zu einem vergleichbaren Hype geführt hätte, stelle ich mal anheim. Im Film geben übrigens genau zwei Personen bekannt, wer Batman wirklich ist, weiß Gott nicht jeder. Die Tragik der Trennung von Wayne und Alfred müsste eigentlich jeder mit ein bißchen Herz nachvollziehen können, und wer die Symbolik der Flucht aus dem Verlies ohne Wächter nicht erkennt (unter anderem lässt da "Batman begins" grüßen), der sollte anspruchslosere Filme ansehen. Dass die Häftlinge in dem Knast was essen ist doch klar; das muss man doch nicht extra gezeigt bekommen. Und ja: selbst ein ehedem weltbekannter Playboy, der seit 8 Jahren von der Bildfläche verschwunden ist dürfte auf einem anderen Kontinent unentdeckt bleiben. Die Story des Films ist nicht nur; von dem genialen Score wiederum nachhaltig gefördert; ungemein spannend, sondern auch emotional berührend und gewürzt mit ordentlich Sozialkritik. Der Twist zum Ende hin scheint für einige offensichtlich gewesen zu sein, mich hat er ordentlich überrascht.
Technisch wurde leider nur zum Teil die Qualität des Vorgängers erreicht. Beim Bild können die IMAX-Szenen restlos begeistern. Hier tritt keinerlei Bildfehler auf, und die Qualitäten müssen nicht noch betont werden: alles ohne Mangel. Die "Normal"-Szenen sind in manchen Einstellungen minimal weichgezeichnet, und in einigen Stellen passt der Schwarzwert nicht zum gewählten Kontrast, so dass einige Details verloren gehen. Das allerdings ist Meckern auf hohem Niveau, denn der Transfer ist, zumindest auf Diagonalen bis 50 Zoll; sehr gut und verdient die volle Punktzahl. Der stete Balkenwechsel fiel mir nur zu Beginn auf, nachdem ich so richtig ins Geschehen gesogen wurde bemerkte ich ihn gar nicht mehr.
Tonal sieht die Sache ein wenig anders aus: obschon die deutsche Dolby Digital-Tonspur mit voluminösem Bass, ordentlich Dynamik und angenehmer Surroundkulisse durchaus punkten kann, wurde hier im Vergleich zu anderen neuen DD 5.1-Soundtracks schlicht und ergreifend schlecht abgemischt. Die Dialoge weisen unterschiedliche Lautstärken auf, so dass man in einigen Einstellungen, vor allem mit Action, schon etwas genauer hinhören muss. Der Bass wirkt ab und an etwas aufgebläht, aber das lässt sich relativ leicht regeln. Eine Dolby-Tonspur verteufele ich nicht per se, hier aber ist sie nur zum Teil gelungen. Dennoch reicht es mit Ach und Krach für vier Punkte, bei einer 10er-Abstufung hätte ich wohl 7 gegeben.
An Extras gibt es augenscheinlich eine ganze Menge auf der Veröffentlichung, angesehen habe ich sie mir nicht und schließe mich dem Durchschnitt an (by the way: 5,3; wie geht´n das!?). Meine BD hat kein Wendecover (was mir aber auch völlig wumpe ist).
Mein persönliches Fazit: wiederum ein Meilenstein des Genre-Kinos, vorgelegt von einem der wohl besten Regisseure unserer Zeit, von dem man sicherlich noch viel erwarten darf. Ich freu mich drauf. Hier einen oder zwei Punkte für den Film zu geben ist eher peinlich-lächerlich, ziemlich grotesk und definitiv nicht objektiv. Der Film MUSS, natürlich mit den beiden Vorgängern, in jeder Sammlung stehen.
bewertet am 01.12.12 um 12:48