Filmbewertungen von BossMarco

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Das Scheitern eines Blockbusters – nicht eines Films:

Eigentlich müsste ich diesen Film hassen. Denn Die Piratenbraut war einer der Hauptgründe für den Niedergang von Carolco Pictures, jener legendären Produktionsfirma von Mario Kassar und Andrew G. Vajna, die Filme wie Rambo, Terminator 2, Red Heat, Universal Soldier oder Angel Heart möglich gemacht hat. Carolco liebte ich – sie stand für großes, kompromissloses Kino. Umso bitterer ist es, dass ausgerechnet dieser Film mit zum finanziellen Absturz des Studios beitrug.

Und doch: Der Film selbst ist nicht das Problem.

Die Piratenbraut war als Blockbuster der 90er gedacht – und hatte auf dem Papier alles, was ein Piratenfilm braucht: große Sets, Abenteuer, Humor, Romantik, Action und ein enormes Budget. Reines Popcorn-Kino, eine klassische Achterbahnfahrt. Dass er zu einem der größten Flops der Filmgeschichte wurde, lässt sich rückblickend erstaunlich einfach erklären: Es lag nicht am Film, sondern an der Vermarktung.

In den 90ern wurde oft nicht der Film verkauft, sondern die Stars. Und genau hier lag der größte Fehler. Regisseur Renny Harlin setzte auf seine damalige Ehefrau Geena Davis – eine gute Schauspielerin, ohne Frage, aber kein echter Publikumsmagnet mehr und zu diesem Zeitpunkt nicht mehr wirklich zeitgemäß. Dazu Matthew Modine, ein starker Darsteller, der jedoch in den Köpfen des Publikums vor allem der „Private Joker“ aus Full Metal Jacket blieb. Beides zusammen ergab schlicht keine Zugpferde, die Massen ins Kino locken konnten.

Es gab Alternativen: Michael Douglas zeigte Interesse am Projekt. Doch seine Rolle war eher als Nebenfigur angelegt – und das wollte er nicht. Mit einem Douglas in einer prominenteren Rolle wäre der Film mit großer Wahrscheinlichkeit erfolgreicher gewesen. Natürlich gibt es Ausnahmen wie Jurassic Park, wo zwar bekannte Schauspieler mitspielten, die eigentlichen Stars aber die Dinosaurier waren. Diesen „Effekt“ hatte Die Piratenbraut nicht.

Auch der deutsche Titel war ein Mitgrund für das Scheitern hierzulande. Die Piratenbraut klingt altmodisch, fast nach kitschigem Abenteuer oder billigem Trash, und versprach kaum modernes Popcorn-Kino. Ein Titel, der dem Film mehr schadete als half.

Inhaltlich hingegen finde ich einen Aspekt besonders gelungen: Die Hauptfigur ist eine Piratin – kein Pirat. Das funktioniert überraschend gut. Wer sich mit echter Piraterie beschäftigt hat, weiß, dass es durchaus berüchtigte Piratinnen gab – etwa Anne Bonny oder Mary Read, die alles andere als harmlos waren. Dieser Perspektivwechsel verleiht dem Film eine eigene Note.

Fazit:

Atmosphäri sch fühlt sich Die Piratenbraut an wie ein Jungstraum, eine lebendig gewordene Fantasie aus dem Kinderzimmer: alle Piratenklischees, aber nicht im staubigen Schwarz-Weiß der 30er-Jahre, sondern eingebettet in eine moderne, bunte 90er-Jahre-Ästhetik. Der Film will Spaß machen – und genau das tut er auch. Er ist laut, verspielt, überbordend und manchmal zu viel, aber selten langweilig.
Nein, Die Piratenbraut ist kein persönlicher Favorit meiner 90er-Jahre-Filme. Doch jenseits seines legendären Flop-Status ist er durch und durch sehenswert – ein gescheiterter Blockbuster, der weniger an sich selbst zerbrach als an falschen Entscheidungen drumherum. Und genau deshalb verdient er heute vielleicht mehr Fairness, als er damals bekommen hat 
Story
mit 3
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 5
Extras
mit 5
bewertet am 28.12.25 um 13:01
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Eine Tracht Prügel aus den 80ern tut mir immer wieder mal gut:

Road House hat längst seine feste Fangemeinde – eine, die den Film fast schon vergöttert. Und das kommt nicht von ungefähr. Patrick Swayze war in den 80ern einfach ein Phänomen. Er war nicht nur der Traum vieler Frauen, sondern weit mehr als nur Johnny aus Dirty Dancing. Er war der Typ vom Bravo-Cover, der Star, für den Teenager schwärmten und für den Frauen jeden Alters in die Läden strömten, um die VHS von Dirty Dancing zu kaufen. Man ging ins Kino, weil Patrick Swayze auf dem Plakat stand – selbst wenn der Film am Ende Dirty Tiger hieß .

Dann kam Road House. Ein Film, der sich klar an Fans des harten Action-Kinos richtet und gleichzeitig einen ungewöhnlichen Blick auf die raue Barkultur wirft. Keine hippen Cocktails, keine stylischen Barkeeper – sondern Fäuste, Schweiß und Gewalt. Im Kern ist Road House ein kompromissloser Actionfilm, irgendwo zwischen Stallone und Van Damme angesiedelt. Doch mit Swayze hatte er etwas Besonderes: einen Star, der zu dieser Zeit sogar eine größere Nummer war als viele klassische Actionhelden, weil sein Publikum aus allen Ecken kam.

Objektiv betrachtet ist Road House kein guter Film. Dafür verfehlt er am Ende einfach zu viel. Die Handlung wirkt gegen Schluss wie ein zusammengeflicktes Werk, und Patrick Swayze prügelt sich mit einer Coolness durch den Film, die stellenweise schon fast over the top ist. Aber genau darin liegt auch der Reiz. Der Film ist dreckig, schlicht, cool und lebt komplett in seinem eigenen Kosmos – inklusive trashiger, heute schon kultiger Dialoge.

Was erstaunlich gut funktioniert: die Kämpfe. Patrick Swayze ist kein Martial-Arts-Fighter, sondern Tänzer. Und trotzdem – oder gerade deshalb – nimmt man ihm die Action ab. Seine Bewegungen sind akrobatisch, fließend und wirken natürlicher als bei manchem durchtrainierten Muskelprotz. Er ist einer der wenigen Schauspieler, die eigentlich nicht kämpfen können, bei denen die Fights aber dennoch glaubwürdig wirken.

Ein echtes Highlight ist zudem die Musik von Jeff Healey, der nicht nur den Soundtrack prägt, sondern auch selbst als Musiker im Film auftritt. Seine Songs geben Road House eine ganz eigene Atmosphäre, die perfekt zum staubigen, rauen Ton des Films passt.

Fazit:

Trotz all seiner Schwächen gefällt mir Road House bis heute. Nicht, weil er perfekt ist – sondern gerade, weil er es nicht ist. Man kann über ihn lachen, man kann ihn feiern, man kann sich an seinem Chaos erfreuen. Vieles ist unsauber, vieles überzeichnet, vieles einfach „verpinselt“. Aber genau das macht ihn zu dem Kultfilm, der er heute ist. 
Story
mit 3
Bildqualität
mit 3
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 3
bewertet am 27.12.25 um 12:42
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Red One – Alarmstufe Weihnachten will ganz klar ein moderner Weihnachts-Blockbuster sein: groß, laut, prominent besetzt, mit internationalem Appeal. Doch genau hier beginnt das Problem. Ich frage mich ernsthaft, wer in Hollywood heute eigentlich noch Drehbücher schreibt – und vor allem, wer diese Dialoge durchwinkt. Seit Jahren wirkt es, als kämen fast nur noch uninspirierte Filme aus der Fabrik, und Red One reiht sich nahtlos ein. Alles fühlt sich kalkuliert an, glattgebügelt, risikolos.

Dwayne “The Rock” Johnson bewegt sich dabei erneut in einer Filmografie, die stark an Hulk Hogan erinnert: irgendwo zwischen dumpfem Humor und billiger Unterhaltung. Mal harmlos spaßig wie Welcome to the Jungle, mal völlig drüber wie Die Zahnfee. Bei diesen Filmen konnte man immerhin noch lachen – manchmal mit ihm, manchmal über ihn. Red One hingegen schafft nicht einmal das. Die Dialoge sind erstaunlich langweilig, der Humor ist so brav und steril, dass man ihn kaum noch Humor nennen möchte. Heute wird nichts mehr riskiert, keine Kante gezeigt, kein Tabu berührt. Sympathie? Fehlanzeige. Charme? Nicht vorhanden.

Am Ende wirkt Red One weniger wie ein Kinofilm und mehr wie eine austauschbare Streaming-Produktion, die schnell heruntergedreht wurde und auf Klickzahlen hofft. Kunst scheint dabei völlig egal zu sein – man braucht ja nicht einmal mehr ein ikonisches Kinoplakat oder ein prägnantes DVD-Cover. Es geht nur noch um Reichweite, nicht um Erinnerung. Genau dieses Gefühl bleibt zurück: ein Weihnachts-Blockbuster ohne Seele, der so schnell wieder vergessen ist, wie er auf dem Bildschirm erscheint. 
Story
mit 1
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 3
bewertet am 26.12.25 um 23:33
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Kult oder Schund?:

Ich und Tim Burton werden wohl keine Freunde mehr. So sehr ich auch versuche, seinen Stil zu verstehen – er funktioniert für mich einfach nicht. Mit wenigen Ausnahmen wie Batman Returns und Ed Wood, die ich wirklich schätzen kann, hat er mich als Regisseur nie vollends überzeugt. Beetlejuice ist dafür ein gutes Beispiel.

Der Film lebt ganz klar von seinen Effekten – und ja, die sind durchaus gelungen. Gerade die Stop-Motion-Sequenzen, die man dem begrenzten Budget deutlich anmerkt, haben ihren eigenen Charme. Als Fan dieser Technik kann ich dem Film hier auch ehrlichen Respekt zollen. Visuell ist Beetlejuice kreativ, verspielt und handwerklich interessant.

Das unangefochtene Highlight ist allerdings Michael Keaton. Er trägt den Film mit Energie, Wahnsinn und einer Präsenz, die sofort hängen bleibt. Umso erstaunlicher – und fast schon enttäuschend – ist es, dass er als Titel- und vermeintliche Hauptfigur gerade einmal 15 bis 20 Minuten Screen-Time hat. Alles, was mit Beetlejuice selbst zu tun hat, funktioniert. Der Rest? Leider größtenteils Schund.

Ganz so gnadenlos will ich aber nicht sein: Es gibt kleinere Highlights. Meine Lieblingsszene ist eindeutig die Hochzeit zwischen Beetlejuice und Lydia, gespielt von Winona Ryder. Diese Szene bringt Burtons grotesken Humor, das Düster-Märchenhafte und die schrägen Ideen endlich auf den Punkt – da passt plötzlich alles zusammen.

Problematisch ist für mich die eigentliche Hauptgeschichte, denn die wahren Hauptdarsteller sind Geena Davis und Alec Baldwin. Die beiden harmonieren nur bedingt miteinander, und vor allem Baldwin sehe ich hier komplett fehlbesetzt. Für diese Rolle hätte ich ihn nie und nimmer genommen; seine Präsenz wirkt für mich eher störend als tragend.

Fazit:

Beetleju ice ein Film mit interessanten Ideen, starken Effekten und einem grandiosen Michael Keaton – aber auch mit zu viel Leerlauf, falschen Besetzungsentscheidungen und einem Tim-Burton-Stil, der bei mir einfach nicht zündet. Ein Kultfilm für viele, für mich eher eine verpasste Chance. 
Story
mit 2
Bildqualität
mit 3
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 3
bewertet am 25.12.25 um 10:12
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Review teil:1

Warum dieser Film jedes Jahr wieder funktioniert:

Der Film steht natürlich im Schatten anderer großer Santa-Claus-Klassiker wie Das Wunder von Manhattan. Dennoch hat Santa Clause – Eine schöne Bescherung seinen ganz eigenen Platz im Weihnachtskino erobert und sich über die Jahre zu einem zeitlosen Weihnachtsklassiker entwickelt.

Tim Allen war eines der prägenden Gesichter der 90er-Jahre. Seine Sitcom Hör mal, wer da hämmert machte ihn schon damals zur Legende, und es war nur logisch, dass Hollywood ihn auch auf der großen Leinwand sehen wollte. Während das bei vielen TV-Stars – man denke später etwa an Kevin James – nur bedingt funktionierte, hatte Allen tatsächlich mehr als nur einen Kinoerfolg vorzuweisen.

In Santa Clause verkörpert er den typischen amerikanischen Daddy: einen geschiedenen Single-Vater, der kein besonders gutes Verhältnis zu seiner Ex-Frau hat. Deren neuer Lover ist der perfekte Vorzeige-Stiefvater – geschniegelt, verständnisvoll, pädagogisch korrekt. Doch so sehr er auch bemüht ist, ein echter Ersatz für den Sohn wird er nie. Ausgerechnet dieser vermeintlich unbeliebte Vater wächst im Laufe des Films über sich hinaus und wird am Ende zum „Hero Daddy“.

Diese Entwicklung ist simpel, aber effektiv erzählt – eingebettet in eine klassische Weihnachtsgeschichte mit Humor, Herz und einer klaren Botschaft. Santa Clause verpackt große Themen wie Verantwortung, Familie und Glauben an das Wunderbare in einer leichten Komödie, die nie belehrend wirkt.

Fazit:

Der Film ist einfach erzählt, durchgehend sympathisch und genau deshalb so wirkungsvoll. Er ist kein großes Drama, kein cineastisches Meisterwerk – sondern der perfekte Sonntagsfilm. Einer, der die Weihnachtszeit im Homecinema ein kleines Stück wärmer, gemütlicher und festlicher macht.

Teil:2 - 5/10 Punkte
Teil:3 4.5/10 Punkte 
Story
mit 3
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 3
bewertet am 22.12.25 um 21:57
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Der beste Film von Pedro Almodóvar:

Pedro Almodóvar war bisher nie mein Regisseur, obwohl ich seine markanten Merkmale durchaus mag – besonders die Art, wie er mit Farben spielt: grell, leuchtend, fast wie ein eigener Charakter in seinen Filmen. Dennoch waren seine Werke für mich bisher sehr schwankend. Die Haut, in der ich wohne und Leid und Herrlichkeit sind sicherlich keine schlechten Filme, während ich mit Volver und Das Gesetz der Begierde kaum etwas anfangen konnte.

Parallele Mütter hingegen hat mich bisher am meisten begeistert. Trotz der Tatsache, dass die Figuren innerhalb kurzer Zeit eine immense emotionale Reise durchmachen, schafft der Film es, tiefgehende Einblicke in ihre Psyche zu geben. Der Schmerz der Vergangenheit und der Gegenwart, der sich über Generationen hinwegzieht, wird eindrucksvoll spürbar.

Fazit:

Almodóvar zeigt nicht nur, wie sich das politische Klima in Spanien verändert hat, sondern auch, wie Menschen sich verändern – ihre Ängste, ihre Entscheidungen, ihr Umgang mit Gesellschaft und Vergangenheit. Parallele Mütter ist ein intensiver Film über Verlust, Mutterschaft, Verantwortung und die selbstbestimmte Gestaltung des eigenen Lebens – ein Werk, das lange nachklingt. 
Story
mit 4
Bildqualität
mit 5
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 3
bewertet am 21.12.25 um 14:13
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Warum ein Stuntfilm ohne echte Gefahr leer bleibt:

The Fall Guy stammt von Regisseur David Leitch – einem Filmemacher, mit dem ich persönlich nie warm geworden bin. Seine Filme sind überhaupt nicht mein Ding. Meistens verzichtet er fast komplett auf einen richtigen Score und kleistert stattdessen alles mit alten Popsongs zu. Dazu kommt eine Kameraarbeit, die ich als extrem unangenehm empfinde. Bei seinen Filmen habe ich oft das Gefühl, ich schaue mir eine überlange Snickers-Riegel-Werbung an: grell, geschniegelt, hektisch.

Umso interessanter fand ich diesmal die Thematik. The Fall Guy dreht sich um das Thema Stuntmen, und genau da liegt eigentlich ein enormes Potenzial. David Leitch war selbst Stuntman, unter anderem das Stuntdouble von Brad Pitt und Jean-Claude Van Damme. Das merkt man auch an kleinen Anspielungen – etwa daran, dass der Hund im Film Jean-Claude heißt. Solche Details sind charmant und zeigen, dass Leitch weiß, wovon er erzählt.

Und genau deshalb ist die Enttäuschung umso größer. Stuntmen sind das Rückgrat jedes Actionfilms. Ohne sie würde nichts funktionieren. Sie sorgen dafür, dass Action glaubwürdig wirkt und dass Stars gut aussehen. Entsprechend gespannt war ich auf diese Action-Komödie, die dem Beruf endlich mal Raum geben will. Und ja: Es gibt Momente, die tatsächlich lehrreich sind und Respekt für diese Arbeit vermitteln.

Leider übernimmt sehr schnell der Blödsinn, der nicht einmal wirklich witzig ist. Der Humor wirkt oft aufgesetzt und laut, statt pointiert. Noch unverständlicher wird es, wenn Leitch – selbst aus der Stuntwelt kommend – massiv auf CGI setzt. Sogar Explosionen sind sichtbar animiert. Dass ein Film über Stuntarbeit künstlicher wirkt als nötig, ist für mich kaum nachvollziehbar.

Auch beim Hauptdarsteller hätte ich mir eine andere Wahl gewünscht. Jemanden, dem man physische Stunts wirklich abnimmt. Ein Beispiel wäre Logan Paul – unabhängig davon, wie man zu ihm steht, er kommt aus der Sports-Entertainment-Welt und beherrscht riskante Stunts auf höchstem Niveau. Das hätte dem Film eine ganz andere Erdung gegeben.
Emily Blunt hingegen passt sehr gut. Ich sehe sie generell gerne, und sie bringt Präsenz und Charme in ihre Rolle.

Wie so viele aktuelle Blockbuster lebt The Fall Guy stark von der Vergangenheit – nicht zeitlich, sondern kulturell. Alte Songs, bekannte Pop-Referenzen, vertraute Versatzstücke. Es wird fast ausschließlich mit Dingen geworben, die wir längst kennen. Irgendwie bleibt am Ende nichts Neues, über das man wirklich reden möchte.

Fazit:

The Fall Guy hatte sehr viel Potenzial, vor allem durch sein Thema. Doch der Film nutzt es nicht. Er will nichts vertiefen, nichts wirklich erklären. Stattdessen entscheidet er sich für harmlose Sonntagnachmittag-Unterhaltung . Nett, bunt, laut – aber letztlich belanglos. Und das ist schade, denn gerade dieser Film hätte mehr sein können als nur ein weiterer glattpolierter Popcorn-Blockbuster. 
Story
mit 2
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 3
bewertet am 19.12.25 um 22:01
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Wenn selbst der Teufel nicht reicht:

End of Days war Noldis großes Comeback nach seiner Herzoperation – und ich weiß noch ganz genau, wie gespannt ich damals auf diesen Film war. Ein neuer Schwarzenegger im Kino, düster beworben, apokalyptisch aufgeladen, Millennium-Stimmung pur. Und ich weiß ebenso genau, wie enttäuscht ich war, als der Abspann lief. Aber warum eigentlich?

Der Film sprang voll auf den absurden Millennium-Trend auf, der Ende der 90er überall in der Luft lag. Weltuntergang, Prophezeiungen, Teufel, Apokalypse – alles musste rein. Und nachdem der King of Action zuvor schon alles weggefegt hatte, was ihm filmisch vor die Flinte kam – Aliens, Cyborgs, größenwahnsinnige Menschen – blieb eigentlich nur noch eine Steigerung übrig: der Teufel persönlich.

Der Einstieg ist dabei gar nicht schlecht. End of Days beginnt überraschend spannend, fast wie ein düsterer Mix aus The Omen und Action-Thriller. Die Atmosphäre ist finster, die Bedrohung greifbar, New York wirkt schmutzig, hoffnungslos, kurz vor dem Kollaps. Regisseur Peter Hyams, der mit Timecop und Sudden Death zuvor starke Genrebeiträge abgeliefert hatte, wusste eigentlich, wie man Tempo und Spannung inszeniert – und genau daran lag es hier nicht.

Auch an Spannung mangelt es dem Film nicht wirklich. Szenenweise funktioniert das alles sogar erstaunlich gut. Das eigentliche Problem sitzt woanders: Arnold Schwarzenegger ist eine Fehlbesetzung.

So hart das klingt – er passt schlicht nicht in diese Rolle. Schwarzenegger wirkt steif, fremd in diesem religiös-okkulten Szenario, nicht wirklich bei der Sache. Die innere Zerrissenheit, der gebrochene Mann, der gegen das ultimative Böse antritt – das nimmt man ihm nur bedingt ab. In den Actionszenen hingegen ist er wieder ganz der Alte: physisch präsent, souverän, glaubwürdig. Aber zwischen den Explosionen fehlt ihm hier das richtige Gespür für die Figur.

Ganz anders Gabriel Byrne als Teufel. Er ist lässig, cool, charismatisch – fast schon zu cool. Sein Satan ist kein Monster, sondern eine verführerische, zynische Präsenz, die dem Film mehr Profil gibt, als es das Drehbuch eigentlich hergibt.

Denn der Plot selbst ist leider Dünnpfiff. Zu viel Fantasy, zu überdreht, zu wenig Bodenhaftung. Die Apokalypse wird eher behauptet als wirklich gefühlt, und am Ende bleibt mehr Bombast als Substanz.

Fazit:

End of Days ist kein Totalausfall, aber gemessen an Schwarzeneggers Filmografie eindeutig einer seiner schwächeren Filme. Ein ambitionierter Ansatz, eine starke Grundstimmung, ein cooler Antagonist – und trotzdem das Gefühl, dass hier etwas grundsätzlich nicht zusammenpasst. Vielleicht war der Teufel am Ende einfach nicht der richtige Gegner für Arnold Schwarzenegger. 
Story
mit 2
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 5
Extras
mit 4
bewertet am 18.12.25 um 11:53
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Geena Davis und Samuel L. Jackson in einem unterhaltsamen Action-Thriller, der mit guten Actionszenen und einer Portion Humor ausgestattet ist.
Der Film hat zwar keine großen Highlights, aber schlussendlich weiß er, wie er sein Publikum unterhalten kann. 
Story
mit 3
Bildqualität
mit 3
Tonqualität
mit 3
Extras
mit 3
bewertet am 16.12.25 um 22:22
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Eigentlich ist The Fan ein typischer Tony-Scott-Film – mit all seinen Stärken, aber auch Schwächen. Der Film wurde als Sportthriller vermarktet, der die Geschichte eines Baseballspielers und seines obsessiven Fans erzählt. In Europa, wo Baseball keine große Rolle spielt, blieben die Kinosessel entsprechend leer. Tatsächlich ist der Film aber viel mehr ein Psycho-Thriller, der seine Spannung gut aufbaut.

Das Ende wirkt zwar etwas trüb, doch bis dahin liefert der Film eine packende und unterhaltsame Erfahrung. Robert De Niro spielt seine Rolle gewohnt souverän, wenn auch etwas routiniert, sodass der Zuschauer nicht wirklich überrascht wird. Wesley Snipes ist die perfekte Besetzung, und auch John Leguizamo funktioniert neben ihm sehr gut.

Tony Scott neigt hier wie so oft zu Übertreibungen, und das finale Drittel des Films wirkt beinahe verpatzt. Trotzdem bleibt The Fan Popcorn-Kino, das nie langweilig wird. Der Unterhaltungswert ist hoch, auch wenn das starke Niveau der ersten Hälfte gegen Ende nicht ganz gehalten werden kann. Hätte der Film die Spannung bis zum Schluss durchgezogen, hätte er von mir fast volle Punktzahl bekommen 
Story
mit 3
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 2
bewertet am 15.12.25 um 10:01
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Steve Wangs kleines Action-Wunder:

Steve Wangs Drive ist einer dieser Filme, bei denen man schon nach wenigen Minuten merkt: Das ist kein glattgebügeltes Hollywood-Produkt, sondern ein Werk, in dem echte Leidenschaft steckt. Besonders die Kampfszenen verraten sofort ihre Herkunft – hier steckt eindeutig Hongkong-Know-how dahinter. Die Fights sind dynamisch, kreativ, voller Energie.

Mark Dacascos ist dabei das Herzstück des Films. Als Martial Artist ist er ohnehin eine Klasse für sich, aber in Drive wirkt er fast befreit – seine akribisch ausgeführten Techniken, das präzise Timing und die Geschwindigkeit lassen ihn regelrecht glänzen. Dacascos war nie „nur ein Fighter“; hier zeigt er erneut, wie viel Charisma und Körperintelligenz er besitzt.

Und dann ist da Kadeem Hardison. Seit White Men Can’t Jump liebt man ihn – oder man findet ihn anstrengend. Drive nutzt genau dieses polarisierende Element und macht daraus eine Art Buddy-Movie, das bewusst auf Humor setzt. Nicht jeder Gag sitzt, manches wirkt etwas bemüht, aber das Zusammenspiel der beiden funktioniert überraschend gut. Hardison bringt Leichtigkeit rein, ohne die Action auszubremsen.

Die Handlung? Ja, man kann ihr durchaus vorwerfen, dass sie in erster Linie existiert, um alle paar Minuten eine neue Actionszene zu rechtfertigen. Aber ehrlich gesagt: Genau das wollen viele Fans. Und Drive versteht, wie man Action richtig taktet. Statt monotonem Dauerfeuer gibt es klare Peaks, kreative Variationen und Setpieces, die sich steigern.

Mit 112 Minuten ist der Film für dieses Genre recht lang, und ja – an einigen Stellen merkt man das. Kleine Hänger, Szenen die etwas straffer hätten sein können. Trotzdem bleibt der Film insgesamt erstaunlich unterhaltsam, weil er immer wieder mit Charme, Tempo und überraschend gutem Handwerk punktet.

Besonders beeindruckend ist aber etwas anderes: Drive ist der Beweis, dass ein Film keine 50 Millionen Dollar braucht, um groß zu wirken. Mit einem Budget von rund vier Millionen entstand hier ein Actionfilm, der deutlich teurer aussieht – weil er mit Liebe, Kreativität und echter Handarbeit gemacht wurde. Genau deshalb fühlt sich der Film so hochwertig und leidenschaftlich an.

Fazit:

Drive ist ein kleiner, unterschätzter Action-Juwel der 90er: humorvoll, rasant, mit herausragenden Fights und zwei Darstellern, die perfekt harmonieren. Wer Action liebt, bekommt hier ein Fest serviert – handgemacht, verspielt und überraschend wertig. 
Story
mit 4
Bildqualität
mit 3
Tonqualität
mit 3
Extras
mit 3
bewertet am 09.12.25 um 00:19
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Die Geister die ich alle Jahre rief:

Die Geister, die ich rief… ist für mich der perfekte Weihnachtsfilm – humorvoll, bissig, warmherzig und getragen von einem Bill Murray, der die Rolle spielt, als wäre sie maßgeschneidert für ihn. Und eigentlich ist sie das auch. Seine Darstellung des zynischen TV-Bosses Frank Cross erinnert nicht nur vom Tonfall, sondern auch vom Charakterbogen her stark an seine ikonische Figur aus Groundhog Day: ein Mann, der erst durch übernatürliche Eingriffe gezwungen wird, sich selbst zu reflektieren und sein Herz wiederzufinden. Murray bewegt sich hier genau in dieser Mischung aus Arroganz, schneidender Ironie und letztlich ehrlicher Verletzlichkeit – und das macht den Film so unwiderstehlich.

Die Inszenierung bleibt über die gesamte Laufzeit unterhaltsam. Der Film hat Tempo, eine unverschämt satirische Ader und trifft den Ton zwischen schwarzem Humor und Weihnachtsstimmung nahezu perfekt. Auch wenn das Ende etwas lang gezogen wirkt, verliert der Film nie seinen Charme. Die Emotionen sitzen, die Botschaft kommt an, und Murray trägt das Finale mit so viel Energie, dass man ihm den sentimentaleren Einschlag gerne verzeiht.

Fazit:

: Die Geister, die ich rief… ist ein Klassiker, der Jahr für Jahr funktioniert. Witzig, schrill, weihnachtlich – und dank Bill Murray ein Erlebnis, das man sich zur Adventszeit kaum entgehen lassen kann. 
Story
mit 4
Bildqualität
mit 3
Tonqualität
mit 3
Extras
mit 3
bewertet am 07.12.25 um 12:43
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Eine nackte Kanone ohne Zündung:

Es wäre wirklich an der Zeit, dass Hollywood endlich wieder eine neuartige Komödie wagt – eine, die das junge Publikum aus seiner Streaming-Trance reißt und ihm zeigt, dass Humor mehr sein kann als TikTok-Schnipsel und ironische Memes. Kritischer, leicht grenzwertiger Humor, der weh tut und trotzdem befreiend wirkt – genau das, was meine Generation am Original Nackte Kanone so geliebt hat. Der Film nahm damals die Trends seiner Zeit auf, er sprach dieselbe Sprache wie das Publikum und man konnte sich mit dem Geist der Gegenwart identifizieren.

Und dann kommt dieses Remake.
Die große Frage: Für wen ist das eigentlich gedacht?

Der Film spielt fast ausschließlich mit der Vergangenheit, badet in Nostalgie und liefert am Ende genau das, was unzählige Mainstream-Komödien der letzten Jahre bereits in die Kinos gespült haben. Irgendwann muss selbst der treueste Retro-Fan müde werden. Und genau diese Retro-Fans interessieren sich nicht für die modernen, internettypischen Slang-Ausdrücke, die das Remake im Minutentakt rausfeuert. Hier wirkt es, als wolle der Film sich billig an ein jüngeres Publikum verkaufen – aber ob das reicht?

Die junge Generation schaut Memes, Short-Videos und YouTube – aber selten einen Spielfilm in voller Länge. Serien oder Filme werden noch konsumiert, aber oft ohne Fokus, nebenbei, auf Netflix, wenn man sie fragt. Das ist das eigentliche Trauerspiel: Dass Kino und Popkultur-Bewusstsein nicht neu belebt, sondern weiter ausgehöhlt werden. Die ältere Generation wird wahrscheinlich weiterhin lieber das Original anschauen, und die ganz junge Generation kennt das Remake entweder gar nicht – oder hat es schon wieder vergessen.

Darsteller: Nostalgie trifft Déjà-vu

Leslie Nielsen ist und bleibt das Gesicht der „Nackten Kanone“. Klar weiß ich inzwischen, dass er früher ernste Rollen spielte, aber in meinem Kopf ist er fest verankert als Frank Drebin – ein unnachahmliches Gesicht, eine unkopierbare Energie.

Liam Neeson hingegen ist ein Star, den man in praktisch jedem Genre schon gesehen hat. Bei der Besetzung dachte ich eher: Bitte nicht der auch noch – und hoffentlich ist keine Tochter im Spiel, sonst muss er sie wieder retten. Natürlich kann er witzig sein, manche Szenen funktionieren auch. Aber genau dieser Überraschungsmoment, den Nielsen damals hatte, fehlt komplett. Neeson ist zu vertraut, zu etabliert – und dadurch zu berechenbar.

Pamela Anderson bringt den puren 90er-Nostalgiefaktor mit. Ein Star ihrer Zeit, der bis heute ikonisch geblieben ist. Ihr Auftritt liefert genau das, was man von ihr erwartet: Charme, Selbstironie und ein Augenzwinkern Richtung Vergangenheit. Und ja – Nostalgie kann alt werden, aber immer noch erstaunlich gut aussehen.

Ton und Stil: Ein Remake, das niemand verlangte – aber trotzdem da ist

Am Ende ist Die nackte Kanone – Das Remake ein Film, den wahrscheinlich niemand wirklich gefordert hat, der aber trotzdem abgeliefert wurde. Der Tonfall ist größtenteils identisch mit dem Original – ein Problem, weil Nostalgie ohne Innovation schnell zur Routine wird.

Es bleibt ein Remake, das zu sehr im Alten schwelgt, um neu zu sein, und zu sehr nach modernem Slang greift, um authentisch zu wirken. Zwischen den Generationen bleibt es irgendwie hängen – ein Film ohne klar definierte Zielgruppe.

Unterm Strich:

Ein Remake, das man überraschend bekommen hat, aber kaum jemand wirklich gebraucht hätte. Ein Film, der beweist, dass Nostalgie allein nicht reicht – und dass Mut zur echten Neuerfindung in Hollywood derzeit schmerzhaft fehlt. 
Story
mit 2
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 3
bewertet am 02.12.25 um 13:44
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Die Dinos haben jetzt auch den letzten Zahn verloren:

„Jurassic World: Die Wiedergeburt“ wirkt wie ein Film, der gar keiner sein möchte. Von Anfang an hatte ich das Gefühl, man wollte hier überhaupt keinen Film drehen – es musste einfach die Marke weiterlaufen. Ein Inhalt? Fehlanzeige. Alles wirkt wie ein liebloses Pflichtprogramm, das mehr an Merchandise als an Filmkunst denkt.

Der Kontrast zum ersten Jurassic Park könnte kaum größer sein. Das Original war ein Blockbuster, der Maßstäbe setzte – und das nicht nur wegen seines enormen Kinoerfolgs, sondern wegen der Modelle, der revolutionären ersten CGI-Effekte und dieser unglaublichen, greifbaren Spannung. Das war Popcornkino für die ganze Familie auf höchstem Niveau.

In „Die Wiedergeburt“ sieht man dagegen nur animiertes Zeug und Trash. Alles wirkt künstlich, überladen und gleichzeitig seltsam leer. Die Dialoge sind langweilig und austauschbar, von echter Unterhaltung keine Spur. Das Popcorn in den Händen ist am Ende der Höhepunkt des Abends – der Film selbst bietet nichts außer dem legendären Logo auf dem Cover, das alle Vorgänger auch schon hatten.

Nicht die Serie war stark – das Original war stark. Doch von dieser Kunst ist hier nichts mehr übrig. „Die Wiedergeburt“ lässt alles vermissen, was einst Faszination, Emotion und filmische Qualität ausgemacht hat.

Fazit:

Am Ende bleibt ein Werk, das aussieht wie ein Produkt, sich anfühlt wie ein Produkt – und als solches auch schnell wieder vergessen sein wird. Eine Wiedergeburt? Eher der Beweis, dass auch Dinosaurier irgendwann ihren letzten Zahn verlieren. 
Story
mit 1
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 5
Extras
mit 3
bewertet am 30.11.25 um 00:35
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Gaspar Noés schonungslos ehrliches Hohelied auf das Altern und den leisen Zerfall des Alltags:

Ich würde nie behaupten, dass Gaspar Noés Filme nicht anstrengend seien. Im Gegenteil: Sie machen eigentlich keinen Spaß im klassischen Sinne. Seine Werke sind visuell genial, aber narrativ zerstörerisch — Filme, die man kaum verdaut bekommt und die an den Nerven zerren. Wenn ich nur an Irreversibel, Climax oder Enter the Void denke: alles großartige Filme, aber mehr als einmal möchte man diese Erfahrungen nicht durchleben. Außer ich, vielleicht — denn ich schätze Noés Kunst, seine radikale Ehrlichkeit, seine filmische Rücksichtslosigkeit. Und selbst Entgleisungen wie Love kommen bei ihm nur ganz selten vor.

Mit Vortex liefert Noé etwas völlig anderes und doch hundertprozentig Noé: einen zutiefst realistischen, fast dokumentarisch wirkenden Film über das Altern, den Verfall und die fragile Architektur des Alltags. Vortex zeigt das wahre Leben, ohne Filter und ohne stilistische Spielereien, die seine früheren Werke bestimmt haben. Altwerden ist ein natürlicher Prozess — und mit ihm kommen Krankheiten, Ängste, finanzielle Sorgen und unausweichliche Trennungen, die nicht immer physisch sein müssen.

Im Zentrum steht ein Ehepaar, das in seinen letzten gemeinsamen Tagen begleitet wird. Der Mann ist geistig noch erstaunlich klar, kämpft aber mit gesundheitlichen Problemen. Er versucht, seine Routine aufrechtzuerhalten, als könne er den Zerfall damit aufhalten. Die Frau hingegen ist an Demenz erkrankt und gleitet Stück für Stück aus ihrem eigenen Leben. Sie distanziert sich ungewollt von ihrem Alltag, von ihrem Zuhause und sogar von ihrem Ehemann — ein leiser, schmerzhafter Abschied, der kaum Worte braucht.

Der Sohn, ein drogenabhängiger Vater, versucht zu helfen, scheitert aber an seiner eigenen Lebensrealität. Trotzdem merkt man, dass sein Herz am richtigen Fleck sitzt. Doch im Alter geht es auch um Finanzen, um den Raum, den man sich leisten kann, und um die Frage, ob ein Heim überhaupt möglich oder praktikabel ist. Das Ehepaar wirkt wie klassische Mittelschicht: viel erlebt, wenig gespart, emotional an die Wohnung gebunden, in der ihr ganzes Leben steckt. Der Gedanke, diese Räume zu verlassen, scheint fast unmenschlich.

Das Härteste an Vortex ist die Realität, die sich auf engstem Raum entfaltet: Ein Paar, das zusammenlebt, aber innerlich längst auseinanderdriftet — nicht aus fehlender Liebe, sondern weil das Leben ihnen eine andere Richtung aufzwingt. Noé bringt das perfekt auf den Punkt, schonungslos ehrlich, ungekünstelt, aber auch nie reißerisch. Es ist vielleicht sein ruhigster Film, aber zugleich sein erbarmungslosester.

Und trotz all der Schwere kann Vortex unterhalten — nicht im klassischen Sinn, sondern in seiner Fähigkeit, uns zu fesseln, weil das, was wir sehen, so wahr ist. Ein Film, der einem nicht den Boden unter den Füßen wegzieht wie seine früheren Werke, sondern einem einen Spiegel hinhält.

Gaspar Noé zeigt hier, dass Horror nicht immer laut sein muss. Manchmal ist der größte Schrecken das ganz normale Leben. 
Story
mit 5
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 4
bewertet am 26.11.25 um 15:14
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Wenn Prügel zur Pointe wird:

Man könnte es sich leicht machen und einfach sagen, dass Außer Rand und Band all die typischen Stärken und Schwächen eines Terence-Hill-und-Bud-Spencer-F ilms vereint. Doch damit wäre weder Fans noch Kritikern des legendären Prügel-Duos geholfen. Tatsächlich besitzt der Film ein überraschend stabiles Fundament – und genau darauf baut er seinen ganz eigenen Charme auf.

Die Handlung startet klassisch: Das Duo sucht Arbeit, bekommt überall Absagen und reagiert darauf, wie man es von ihnen kennt – mit einem kräftigen Schlag ins Gesicht des Falschen. Ebenso herrlich wie gewohnt: die obligatorisch zerlegten Autos. Als der Hunger drückt, soll eigentlich ein kleiner Raub helfen, doch am Ende landen die beiden ausgerechnet in einem Polizeibüro und werden prompt als Ordnungshüter angeworben.

Was folgt, ist eine wunderbar absurde Polizeiausbildung, bei der schnell klar wird, dass die beiden für den Job vollkommen ungeeignet sind – oder vielleicht genau die Richtigen. Gleichberechtigung, Moral und Gerechtigkeit spielen eine Rolle, aber gelöst wird am Ende alles mit den Fäusten. Eben so, wie Fans es lieben.

Fazit:

Außer Rand und Band bleibt ein klassischer Hill-und-Spencer-Film: eine Buddy-Story im sonnigen Miami, voller lockerer Sprüche, genialer Synchro und dieser einzigartigen Mischung aus Slapstick, Herz und Hau-drauf-Humor. Für viele zählt er zu den besseren Werken des Duos – und auch wenn er für mich persönlich nicht ganz in die Top 5 kommt, macht er von Anfang bis Ende riesigen Spaß. 
Story
mit 3
Bildqualität
mit 3
Tonqualität
mit 2
Extras
mit 1
bewertet am 26.11.25 um 12:11
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Kingpin: Der „unterschätzte“ „Kultfilm“ der Farrelly-Brüder

Kingpin hatte es von Anfang an schwer. Nach dem Mega-Erfolg von Dumm und Dümmer standen die Farrelly-Brüder unter enormem Druck: denselben Humor wiederholen? Oder etwas Neues wagen? Hollywood entschied sich wie so oft für den bequemsten Weg – einfach mehr vom Gleichen, nur lauter, extremer und immer ein Stück unerträglicher. Was in Dumm und Dümmer noch frisch und anarchisch wirkte, wurde von Film zu Film überzeichnet. Me, Myself & Irene trieb diese Überdrehtheit bereits an die Grenze, und Dumm und Dümmehr (Fortsetzung)schlug schließlich so hemmungslos über die Stränge, dass man nach zehn Minuten eigentlich schon wieder ausschalten wollte.

Bei den Farrellys hatte ich selten das Gefühl, in einer echten Welt zu sein. Kleidung, Frisuren, Verhalten – alles wirkt wie aus einem Paralleluniversum, das fast ausschließlich aus Perversion, Absurdität und völliger moralischer Orientierungslosigkeit besteht. Realismus: Fehlanzeige. Aber manchmal entsteht genau daraus ein ganz eigener, seltsam faszinierender Charme.

In diesem Kosmos spielt Kingpin – ein Bowlingfilm über einen abgewrackten Loser, der Jahre nach seinem Absturz ein Comeback versucht. Und wer konnte Mitte der 90er einen solchen Pechvogel besser spielen als Woody Harrelson? Bereits in Weiße Jungs bringen’s nicht und Money Train verkörperte er Figuren, die zwischen Scheitern und Sympathie balancieren. Als Roy Munson passt er perfekt in dieses Universum aus Schweiß, Zigarettenqualm und billigen Bowlinghallen.

Randy Quaid, frisch aus Independence Day, wo er sich gerade noch heroisch geopfert hatte, entscheidet sich hier für das komplette Gegenteil: Er bricht aus seinem strengen, beinahe klösterlichen Amish-Leben aus, um Roy zu retten und mit ihm durch Amerika zu tingeln. Eine der herrlichsten Fehlbesetzungen – und gerade deshalb funktioniert sie. Die Gags sind oft trüb und schmutzig, aber immer wieder erwischt man sich beim Grinsen. Irgendwo zwischen der Kuhszene, Bill Murrays verfilzter Frisur und Roys künstlicher Hand liegt ein Humor, der zwar stumpf ist, aber erstaunlich gut sitzt.

Kingpin erreicht nicht die Klasse und das Timing von Dumm und Dümmer. Aber im direkten Vergleich mit allem, was die Farrellys später ablieferten, wirkt er wie ein kleines Wunder: ein Film, der noch Herz hat – und nicht nur Provokation.

Fazit:

Für mich ist er klar:
der letzte wirklich gute Film der Farrelly-Brüder, bevor ihr Humor endgültig in die Selbstparodie kippte. 
Story
mit 3
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 3
bewertet am 23.11.25 um 14:04
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Kein Action-Helden mit einer großen Wumme, dafür eine gefräßige Hexe:

Als Kind habe ich den Film „Hänsel und Gretel“ immer vorspulen müssen – für mich begann die spannende Handlung erst am Hexenhaus. Ab diesem Moment zieht die Cannon-Produktion einen regelrecht in ihren Bann. Klar, die Vorstellung eines Ninjas oder testosterongeladenen Helden passt hier überhaupt nicht – bei Cannon denkt man ja meist genau an solche Actionfilme – aber gerade das macht diese Kinderverfilmung so besonders.

Cloris Leachman als Hexe ist großartig: Sie bringt Grauen, schwarzen Humor und eine Art zeitlose Magie in den Film, die ihn auch für Erwachsene interessant macht. Neulich habe ich mir den gesamten Film wieder angesehen, und er hat nichts von seinem Charme verloren. Für Kinder ist die Verfilmung nach wie vor ein echter Treffer.

Fazit:

Überraschend anders als typische Cannon-Filme, liebevoll inszeniert und nach wie vor ein unterhaltsames Märchen für alle Altersgruppen. 
Story
mit 3
Bildqualität
mit 3
Tonqualität
mit 2
Extras
mit 3
bewertet am 05.11.25 um 00:42
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Nach einem zäher Anfang entpuppt sich der Film zu einem atmosphärischen Film. Der spannend und zum mitfiebern ist.
Das Knast verhalten am Anfang des Films erinnert stark an einem Comics. Im allgemeinen hat der Film Logik Fehler das einem dabei schlecht werden kann. Auch die Charakteren sind Stereotypen aber wenigstens gut gezeichnet,aber was anderes kann man von den Produzenten Menahem Golan und Yoram Globus nicht erwarten. “The Runaway Train“ bleibt schlussendlich ein typischer Cannon-Films. Die Dialogen sind Weltklasse und der Film weißt unfreiwilligen Humor auf. Der Film ist in vielen Sachen sogar Trashig ich verzeihe diesem Film das weil der Film macht einfach Spaß. John Voight rede zu Eric Roberts, das er ein normales Leben leben könne und Arbeiten gehen sollte finde einfach göttlich der ganze Dialog ist Weltklasse.
Eric Roberts war für seine Leistung hier Oscar nominiert zu recht auch. Am Anfang des Films im Gefängnis ist kurz Tiny Lister,Jr zusehen und auch Danny Trejo als Boxer.
Rebecca De Mornay spielt ebenfalls gut und hat eine sehr interessante Rolle.

“The Runaway Train“ ist für mich der beste Zug-Film der bisher gedreht wurde. Ein Klassiker der schon dazumal mit viel Lob überschüttet worden ist. 
Story
mit 3
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 3
bewertet am 02.11.25 um 23:53
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Ashes of Time Redux – Ein Film über Verlust, Erinnerung, Liebe und Einsamkeit::

Wenn ein Film meinen Filmgeschmack von der Kindheit bis heute widerspiegeln müsste – dann wäre es dieser. Ashes of Time Redux vereint alles, was mich geprägt hat: von den ersten Martial-Arts-Filmen meiner Kindheit bis hin zur Liebe für poetisches Arthouse-Kino. Ich bin mit dem Hongkong-Kino aufgewachsen, und bis heute kann es mich emotional tief berühren – kein Hollywood-Spektakel, keine Effekteorgie kommt an diese besondere Magie heran.

Ich mochte schon die Originalversion, aber die Redux-Version liebe ich. Sie ist nicht mehr ganz so roh und fiebrig wie das Original, dafür aber klarer, ruhiger und angenehmer zu schauen. Wong Kar-Wai hat den Film in eine Form gebracht, die sein inneres Wesen noch besser spürbar macht – melancholisch, träumerisch, menschlich.

Die Kämpfe sind hier keine reinen Actionmomente, sondern innere Ausdrucksformen der Figuren – Spiegel ihrer Gefühle, ihres Verlusts, ihrer Erinnerungen. Alles wirkt wie ein Traum oder Fieberzustand, in dem Realität und Emotion ineinanderfließen. Visuell ist das Ganze ein starkes Brett, so wie man es von Wong Kar-Wai erwartet: Licht, Farbe, Bewegung – reine Poesie.

Viele sprechen bei The Grandmaster von seiner großen Liebeserklärung an das Martial-Arts-Kino. Doch eigentlich begann diese Liebeserklärung schon hier. Ashes of Time zeigt, wie tief verwurzelt das Wuxia-Genre in Wong Kar-Wais Herz liegt – und wie er daraus Kunst macht.
Fazit:

In the Mood for Love war lange mein Lieblingsfilm von ihm. Doch Ashes of Time Redux hat ihn jetzt überholt. Diese Fassung ist für mich die perfekte Verschmelzung aus Kampfkunst und Gefühl, Vergangenheit und Traum, Schmerz und Schönheit.
Ein Film, der zeigt, aus welchem Kino ich komme – und was Kino für mich bedeutet. 
Story
mit 5
Bildqualität
mit 5
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 4
bewertet am 30.10.25 um 08:41
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Die Expendables 1–4 Box lohnt sich absolut – und das Beste: es gibt sie sogar in 4K! Der erste Teil ist ein echtes Genre-Meisterwerk, das das harte, kompromisslose Actionkino wieder in den Mainstream brachte. Der zweite Teil setzt gekonnt auf Figuren-Nostalgie, nimmt sich selbst aber nicht immer ganz ernst – was den Spaßfaktor erhöht. Im dritten Teil wollte man ein breiteres Publikum ansprechen, was den Film deutlich seichter machte – neue Fans wurden dadurch kaum gewonnen, während viele alte Fans enttäuscht reagierten. Der vierte Teil kam dann deutlich zu spät: solide Action, aber eben nur noch ein weiterer Eintrag in der Reihe. 
Story
mit 4
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 5
Extras
mit 4
bewertet am 26.10.25 um 13:15
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Ein F1-Blockbuster, der schon mit einem Motorschaden ins Rennen ging:

Wenn man versucht, einen Film über ein so spezielles Thema wie die Formel 1 für jedermann zu machen, ist das Resultat oft vorhersehbar – und leider genau so ist es hier gekommen.

Bereits Le Mans mit Steve McQueen hat gezeigt, dass man auch einen reinen Motorsportfilm ohne Kompromisse für die Massen drehen kann – ein Film für die echten Nerds, der gerade dadurch zum Klassiker wurde. Vielleicht war es gerade diese kompromisslose Authentizität, die ihn unsterblich machte.

Da ich selbst Formel 1 schaue, war ich durchaus gespannt auf F1 – Der Film. Als ich allerdings erfuhr, dass Brad Pitt ins Cockpit steigt, war mir schon klar, dass das Ganze in eine fragwürdige Richtung gehen würde. Pitt ist schlicht viel zu alt für die Rolle eines aktiven Rennfahrers – das ist, als würde Damon Hill oder Heinz-Harald Frentzen plötzlich wieder in der Startaufstellung stehen. Ein nettes Märchen, aber kein glaubwürdiges.
Den Mut, das Gaspedal wirklich durchzudrücken, suchte man hier vergeblich:

Das Geschehen auf der Piste ist zudem maßlos übertrieben und erinnert stellenweise an Renny Harlins Driven – ein Film, der schon damals eher eine Mischung aus Rennsimulation und Action-Klamauk war. Von authentischem Fahrverhalten oder echter Formel-1-Atmosphäre ist hier keine Spur. Das Ganze wirkt eher so, als hätte man ein PlayStation-Rennspiel verfilmt, bei dem die Physik-Engine auf „Arcade“ gestellt wurde.

Man merkt dem Film an, dass er weiß, dass er übertreibt – und versucht das mit einem leicht sarkastischen Unterton zu kaschieren. Aber die Rechnung geht nicht auf. Dass Jerry Bruckheimer als Produzent dahintersteht, überrascht dabei wenig. Er ist bekannt für überzogene, massentaugliche Blockbuster – und auch wenn Days of Thunder damals noch Charme hatte, fehlt F1 genau dieses Gefühl.

Der Film ist zu lang, zu laut und irgendwann schlicht ermüdend. Wo Days of Thunder noch Spaß machte und Tempo mit Emotion verband, wirkt F1 wie ein künstlich aufgeblasenes Spektakel ohne echtes Herz für den Sport.

Dabei hätte ein Formel-1-Film riesiges Potenzial, wenn man sich trauen würde, wirklich in die Welt der Rennställe, Strategien und Charaktere einzutauchen. Ein Brad Pitt hätte darin als Teamchef oder ehemalige Legende wunderbar funktioniert – als Symbolfigur, nicht als Rennfahrer.

Fazit:

F1 – Der Film will allen gefallen – und erreicht dadurch am Ende niemanden so richtig. Ein Film für alle, der aber nicht für die Fans gemacht wurde. Und das ist schade, denn genau diese Fans hätten einen echten F1-Film verdient. 
Story
mit 2
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 5
Extras
mit 3
bewertet am 25.10.25 um 15:52
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Nebraska ist viel mehr als nur ein Geheimtipp:

Nebraska“ ist einer dieser seltenen Filme, die leise sprechen – und trotzdem alles sagen. Alexander Payne schafft hier ein Werk, das mit seiner Schwarz-Weiß-Ästhetik nicht nur Nostalgie weckt, sondern vor allem Ehrlichkeit ausstrahlt. Jeder Moment wirkt echt, jede Figur greifbar, als würde man selbst durch diese endlosen Felder des Mittleren Westens fahren.

Im Mittelpunkt steht Bruce Dern als Woody Grant – ein alter, sturer Mann, der glaubt, einen Millionengewinn abholen zu müssen. Auf den ersten Blick scheint das absurd, doch schnell wird klar: hinter seiner fixen Idee steckt Sehnsucht. Sehnsucht nach Bedeutung, nach Anerkennung, nach einem letzten Abenteuer. Und genau darin liegt die emotionale Kraft des Films.

Bruce Derns bisher beste Rolle:

Bruce Dern spielt Woody mit einer Mischung aus Verletzlichkeit, Starrsinn und stiller Würde, die einfach großartig ist. Ich mochte Dern schon immer – besonders wegen seiner herrlich verrückten Rolle als militärischer Freak in The ’Burbs (1989) –, aber in Nebraska zeigt er eine völlig andere, tiefere Seite. Hier ist er kein Exzentriker, sondern ein Mensch, der zwischen Realität und Erinnerung verloren geht.

Auch die restlichen Figuren sind wunderbar gezeichnet: der geduldige Sohn (Will Forte), der versucht, seinen Vater zu verstehen, die bissige, aber liebevoll ehrliche Mutter (June Squibb), und die Kleinstadtbewohner, die zwischen Mitgefühl und Neid schwanken. Payne versteht es, kleine Menschen in großen Bildern zu zeigen – ohne sie je bloßzustellen.

Die Atmosphäre ist ruhig, melancholisch und trotzdem voller Leben. Die trostlosen Landschaften, die stillen Gespräche in alten Bars oder verstaubten Wohnzimmern – alles wirkt wie ein poetischer Abgesang auf eine vergangene Zeit, aber nie kitschig.

Fazit:
Nebraska ist ein wunderschöner, stiller Film über Alter, Familie und die Sehnsucht nach Bedeutung. Bruce Dern liefert eine seiner besten Leistungen ab – sensibel, echt und menschlich. Für mich einer dieser Filme, die man nicht einfach schaut, sondern fühlt. 
Story
mit 4
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 3
Extras
mit 3
bewertet am 23.10.25 um 00:18
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Nero haut den Kosugi:

Wenn es einen Film gibt, der das Ninja-Klischee endgültig nach Hollywood gebracht hat, dann ist es Enter the Ninja von Cannon Films. Regisseur Menahem Golan schuf hier mit überschaubarem Budget ein Stück Actiongeschichte, das weit mehr Herzblut enthält, als man zunächst vermuten würde. Man merkt förmlich, wie sehr Golan seinen eigenen Film genoss – wahrscheinlich sogar mehr als sein Publikum beim ersten Ansehen.

Der Film ist natürlich nicht frei von Fehlern – ganz im Gegenteil. Doch genau das macht seinen Charme aus. Franco Nero als weißgekleideter Ninja ist so passend, als würde man Arnold Schwarzenegger ein Forrest Gump-Stirnband umbinden: herrlich deplatziert, aber irgendwie faszinierend. In den Actionszenen erinnert Nero eher an Terence Hill als an Bruce Lee, und seine sichtbare Unsicherheit im Umgang mit Nunchucks sorgt unfreiwillig für einige der besten Lacher des Films.

Kosugis erster legendärer Auftritt als Ninja:

Dafür liefert Sho Kosugi eine umso eindrucksvollere Performance. Er verkörpert die Ninja-Essenz mit einer Selbstverständlichkeit, als sei die Rolle eigens für ihn geschrieben – was sie letztlich auch war. Seine Präsenz und Präzision machen ihn zum wahren Star des Films und zur späteren Ikone des Ninja-Booms der 80er.

Trotz – oder vielleicht gerade wegen – seiner handwerklichen Schwächen bleibt Enter the Ninja ein unverwechselbares Stück Kino. Die detailverliebten Szenen, der enthusiastische Regiestil und Neros Charisma machen das Ganze zu einem charmanten, wenn auch holprigen Abenteuer.

Fazit:

Ein Meisterwerk wie American Fighter ist der Film sicher nicht – aber sehenswert ist er allemal. Denn Enter the Ninja zeigt, dass manchmal gerade die Ecken und Kanten einen Film unvergesslich machen. 
Story
mit 3
Bildqualität
mit 3
Tonqualität
mit 3
Extras
mit 2
bewertet am 21.10.25 um 15:46
/image/movie/king-richard-2021-neu_klein.jpg
King Richard ist ein sehr sympathischer Film, in dem es um einen Vater geht, der alles für seine Töchter tut, um aus ihnen Tennisprofis zu machen. Das Geniale an dem Film ist, dass ich mich im Boyz n the Hood-Universum fühlte – die 90er-John-Singleton-Atmosphär e sorgt für Nostalgie, obwohl der Film ja nicht von Singleton ist, der bereits verstorben ist. Jedenfalls dachte ich immer, wenn Richard auf die Gegenseite der Straße geht, dass bestimmt Doughboy (Ice Cube in Boyz n the Hood) auftauchen könnte.

Es fühlte sich auch an wie eine Neunzigerjahre-Produktion, was dem Film ebenfalls zugutekam. Was den Film außerdem ausmacht, ist Will Smith, der zwar nicht überragend spielt, aber wieder sympathisch wie früher agiert. Er spielt so, als wäre der Fresh Prince of Bel-Air erwachsen geworden und hätte jetzt eine Familie. Auch hier dachte ich immer, dass sein Cousin Carlton Banks mal auf Besuch kommen könnte.

Was hat Tennis mit Compton zu tun? Gar nichts! Compton war damals eher bekannt für die enorme Kriminalität der örtlichen Gangs oder durch Rapmusik – und wenn schon Sport, dann eher Basketball. Ich denke, wenn der echte Richard Williams diesen Film sieht, denkt er sicher, der Fresh Prince spielt seine Geschichte, in der er seine Mädels von Compton aus zu Tennisprofis macht.

Als authentisches Biopic funktioniert der Film natürlich nicht; es ist eher ein Will-Smith-Porträt, in dem er Richard Williams’ Geschichte teilweise verwendet – und eine Hommage an Venus und Serena Williams darstellt. Was biografisch fehlte, ist das Drama um eine Tochter von Richard, die von Gangs ermordet wurde. Meiner Meinung nach hätte dieses wichtige Detail dem Film jedoch geschadet, weil er ein ganz anderes Gefühl an sein Publikum vermitteln möchte.

Wer Tennis liebt und die Mentalität des Sports kennt und lebt, wird sich in diesem Film wiedererkennen – und eventuell Gänsehaut bekommen, auch wenn die Tennisszenen meiner Meinung nach nicht spitze sind. Nach jedem zweiten Schlag ein Schnitt – auf lange, spannende Ballwechsel wartet man hier vergebens. Aber dieses Detail ist mir auch bei anderen Tennisfilmen aufgefallen. 
Story
mit 4
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 3
bewertet am 20.10.25 um 15:30

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