Filmbewertungen von BossMarco

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James Belushi macht Laune als Direktor. Er zeigt es den bösen Buben und setzt sich mit harten Bandagen durch. Da ich ein großer Fan von Louis Gossett Jr. bin, ist der Film Pflichtprogramm für mich. Natürlich muss man den Film mit Humor sehen, sonst funktioniert er nicht.

Es gab ja schon eine Menge Filme über Schulen mit Problemschülern, z. B. „Dangerous Minds“ oder „187“. Also schon alles gesehen, aber nicht auf diese Art. Der Direktor ist selber chaotisch und hat reichlich private Probleme, und er setzt von Anfang an auch auf Gewalt. Seine Methoden sind zwar nachvollziehbar – wer möchte schon dieses Gesindel in seinem Klassenzimmer haben? Daher funktioniert der Film und kommt auch lustig rüber (wenn auch nur unfreiwillig).

Aber Samuel L. Jacksons Charakter ist in „187“ realistischer dargestellt, und er greift erst zu Gewalt gegen seine Schüler, als er keinen Ausweg mehr findet.

Aber nichtsdestotrotz ist „The Principal“ unterhaltsam. Und mit Rae Dawn Chong („Phantom Kommando“) ist noch etwas fürs Auge dabei. 
Story
mit 3
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 3
Extras
mit 3
bewertet am 23.09.26 um 00:04
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Retro-Schund oder doch moderner Martial-Arts-Film im Gewand eines Retro-Klopfers?

Lion Fist ist der zweite Martial-Arts-Klopper von YouTuber und Filmproduzent Sean David, der seine Liebe zum Genre unzählige Male in seinen Videos an seine deutschsprachigen Zuschauer weitergegeben und erklärt hat. Und er bewies mit The Last Kumite, dass man mit den nötigen Mitteln auch als Fan einen ordentlichen Film auf die Beine stellen kann. The Last Kumite war zumindest ein Film von Fans für Fans – im Stil eines Oldschool-Actioners, der das Niveau hatte, Fans des Genres zu begeistern.
Auf seinen zweiten Film Lion Fist war ich gespannt, aber ich wusste auch, dass es nicht so einfach werden würde, The Last Kumite zu übertrumpfen. Das geniale Cast, die düstere, farblose Atmosphäre, das Kumite-Thema sowie Matthias Hues als Bösewicht machten The Last Kumite zu einem guten bis sehr guten Genrefilm, der den Vibe der 80er- und 90er-Kampffilme gut rüberbrachte.
Bei Lion Fist ist es etwas anders. Meiner Meinung nach ist der Film nicht unbedingt viel schlechter als The Last Kumite, aber er hat durchaus seine Schwächen. Da haben wir, wie bei The Last Kumite, Matthias Landwehr als Hauptdarsteller. Den könnte man echt als neuen aktuellen Actionstar wie Scott Adkins aufbauen. Seine Performance als Kämpfer ist wirklich super und ein gewisses Charisma hat er ebenfalls.
In Lion Fist ist er nicht das Problem, sondern sogar eine der Stärken des Films. Der Film fängt allerdings sehr zäh an. Obwohl es schon Fights gibt, sind diese nicht so berauschend. Der Einstieg in den Plot dient eigentlich nur dazu, irgendwann ein Kampftunier zu sehen, das viel zu spät kommt. Dazwischen gibt es leider viel Leerlauf.
Matthias Landwehr spielt einen Ex-Häftling, der wieder den Weg ins Leben finden möchte. Er hat einen schlecht bezahlten Job und seine Ex-Freundin möchte 50.000 Dollar von ihm für die Behandlung ihres kranken Sohnes.
Dann freundet er sich mit einer Chinesin an, die bei ihrem Vater lebt – einem mürrischen, aber weisen Mann, der später zum Trainer von Joe (Landwehr) wird. Seine Ex-Frau lebt mit dem Drogendealer Butch (Brice Akuesson) zusammen, der später ebenfalls am Turnier teilnimmt und zum Endgegner von Joe wird.
Joe und seine neue Freundin wollen den Drogenring sprengen. Dabei bekommen sie Hilfe von zwei Polizisten, gespielt von Kurt McKinney und Jeff Daniels, sowie von einem sogenannten Freund aus dem Knast namens Smoke, der von Keith Cooke verkörpert wird.
Der Hauptfokus des Films liegt aber auf dem Geld für Joes Sohn und dem Turnier, bei dem der Sieger 100.000 Dollar bekommt.
Was mich allerdings störte, war die lange Phase zwischen Joe und seiner anfänglichen Love-Interest und die daraus folgende Romanze, die sogar die Trainingseinheiten in den Schatten stellt. Das war mir zu viel Romeo und Julia. Es treibt die Geschichte nicht voran, sondern bremst sie leider enorm ab. Ein Todesurteil für einen Actionfilm.
Doch dann kommt doch noch das Turnier – und das war wirklich gut. Die Kämpfe sind super und realistisch choreografiert. Etwas zu kurz sind die einzelnen Kämpfe von der Dauer her und leider gibt es kein Blut, aber ansonsten ist das Ganze genial umgesetzt.

Fazit:

Lion Fist ist ein unterhaltsamer, guter Martial-Arts-Film mit einem tollen Soundtrack von Paul Hertzog und Stan Bush. Dieser ist eindringlich und der Gänsehaut-Effekt ist sehr groß. Matthias Landwehr ist die perfekte Besetzung. Eine menschliche Darstellung von ihm, ohne dass sein Publikum nur auf ihn herabschaut und denkt, er sei der typische Genre-Übermensch.
Leider kommen die beiden Polizisten viel zu kurz. Mit McKinney und Daniels hätte es viel mehr Potenzial gegeben. Ihre Figuren hätten mehr ausgeschmückt werden sollen. Ich hätte die Love-Story gekürzt und den beiden mehr Screentime gegeben. Auch Keith Cooke hätte man mehr Fights geben müssen. Bei seinem Talent müsste einfach mehr kommen, vor allem für die Fans, die wissen, was er immer noch draufhat.
Das Highlight ist aber Brice Akuesson. Wenn der nicht der neue Action-Shootingstar wird, dann fehlen mir die Worte. Ein Riesen-Vieh, optisch etwas vom Brutalsten, was ich gesehen habe.
Also vom Cast her wieder ein Top-Martial-Arts-Film.
Ich persönlich fand The Last Kumite zwar um einiges besser, aber nur im direkten Vergleich. Lion Fist hat auch seine persönliche Note, die zum großen Teil positiv ist.
Außerdem ist der Film nicht nur Retro- und Nostalgie-Klopper, sondern auch ein moderner Martial-Arts-Film. Genau dieser Mix hat mir gefallen und macht ihn sogar in dieser Kombination besser als die Creed-Filme, die das Moderne für mich nicht gut rüberbrachten und bei denen der Nostalgiefaktor oft unnötig mit modernen Elementen verbunden wurde.
Von der Kameraführung hat mir Lion Fist im Großen und Ganzen gefallen. Teilweise waren bei den Fights die Kameras etwas zu nah dran. Der Film wurde zum Teil viel besser geschnitten als die Hollywood-B-Movies der letzten Jahre mit den alten Action-Haudegen.
Lion Fist stellt klar, dass man moderne Elemente gut in einen Retro-Film packen kann und sich alte sowie neue Fans damit wohlfühlen können. 
Story
mit 3
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 3
Extras
mit 3
bewertet am 20.09.26 um 18:06
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The Descendants – Ein Film zum Mitfühlen oder Mitlachen?

Der Film stand im Vorfeld bei mir nicht gerade in einem guten Licht. Das lag vor allem an zwei Dingen: Zum einen bin ich kein großer Fan von Regisseur Alexander Payne, dessen Stil ich einfach nicht so richtig verstehe. Zum anderen ist da Schauspielstar George Clooney, der zwar durchaus witzig und charmant sein kann, für mich aber nicht gerade zu den besten Schauspielern gehört.
Doch ich muss zugeben: Der Film hat mich positiv überrascht. Nicht unbedingt, weil er für mich ein herausragender Film ist, sondern weil ich selten einen Film gesehen habe, bei dem meine Emotionen so durcheinandergebracht wurden. Eine ernste und traurige Lebenssituation wird gerade aufgebaut – und plötzlich macht der Film einen harten Turn und haut einem Humor direkt ins Gesicht. Genau aus dieser Mischung zieht der Film seine Stärke.
Schon der Anfang funktioniert sehr gut. Man sieht Hawaii, und Hawaii verbinden viele Menschen zunächst mit einem ganz bestimmten Bild: paradiesische Strände, glückliche Menschen und eine strahlende Sonne. Dass die einheimische Bevölkerung durch wohlhabende Zuwanderer teilweise verdrängt wird und dadurch Menschen in Armut oder sogar Obdachlosigkeit geraten, wird in solchen Bildern gerne ausgeblendet. Auch The Descendants streift dieses Thema nur kurz, bevor wieder die schönen Klischeebilder von Hawaii zu sehen sind. Trotzdem fand ich diesen Einstieg interessant, weil der Film zumindest versucht, hinter die touristische Fassade zu blicken.
Im Mittelpunkt steht Matt King, ein Anwalt und Familienvater mit zwei Töchtern. Seine ältere Tochter lebt in einem Internat. Seine Frau wurde nach einem Jetski-Unfall schwer verletzt und liegt im Koma. Nach einiger Zeit wird klar, dass es für sie keine Hoffnung mehr gibt. Matt muss sich langsam damit auseinandersetzen, von seiner Frau Abschied zu nehmen.
Das Problem: Matt war nie der Familienvater, der besonders viel Zeit mit seinen Töchtern verbracht hat. Sein Beruf stand immer im Vordergrund. Nun muss er plötzlich Verantwortung übernehmen und lernen, mit seinen Töchtern umzugehen. Genau daraus entstehen einige der besten Situationskomiken des Films.
Gleichzeitig wird das Drama immer intensiver – und damit auch der Humor. Das klingt zunächst nach einer schwierigen Kombination, aber das Timing zwischen Ernst und Witz ist wirklich gelungen. Der Film schafft es immer wieder, mich in eine emotionale Situation hineinzuziehen und dann mit einem unerwarteten Gag komplett aus dieser Stimmung herauszureißen.
Matt King hat allerdings noch weitere Sorgen. Gemeinsam mit seinen Verwandten muss er über den Verkauf eines großen Landbesitzes auf Hawaii entscheiden. Auch innerhalb der Familie führt das zu Konflikten und unterschiedlichen Vorstellungen darüber, was mit dem Land passieren soll.
Besonders gut gefallen haben mir aber die zwischenmenschlichen Momente. Der Film hat ein gutes Gespür für realistische, vom Leben gegriffene Gespräche. Gerade die Unterhaltungen zwischen Matt und seinen Töchtern funktionieren hervorragend. Auch wenn Matt im Krankenhaus mit seiner im Koma liegenden Frau spricht, wirken diese Szenen nicht einfach nur künstlich dramatisch. Sie sind emotional, manchmal tragisch, manchmal ehrlich und teilweise sogar überraschend humorvoll.

Fazit

The Descendants findet erstaunlich schnell den richtigen Ton. Als Zuschauer muss man dem eigentlichen Plot gar nicht unbedingt besonders viel abgewinnen können. Es sind vielmehr die kleinen menschlichen Situationen, die den Film tragen.
Dazu gehört vor allem Matt King als Figur. Er ist ein Mann, der jahrelang für seinen Job gelebt hat und seine Familie eher an zweiter Stelle gesehen hat. Nun muss er plötzlich von einem Tag auf den anderen den Familienvater spielen. Er versucht, ein disziplinierter und verantwortungsvoller Vater zu sein, muss aber gleichzeitig erst lernen, wie das überhaupt funktioniert. Dabei scheitert er immer wieder – hat aber trotzdem das Herz am richtigen Fleck.
Auch mit dem Schicksal seiner Frau versucht Matt so professionell wie möglich umzugehen. Doch dann erfährt er eine bitterböse Überraschung über sie. Plötzlich steht er vor einer ganz neuen Herausforderung. Die Frage ist, ob er damit weiterhin so lässig und cool umgehen kann.
Schaut euch den Film an – dann werdet ihr es sehen.
Auch die Kulissen haben mir gefallen. Hawaii wird hier vielseitiger dargestellt als in vielen anderen Mainstream-Filmen. Natürlich bekommt man weiterhin die traumhaften Landschaften zu sehen, aber der Film zeigt auch eine andere Seite der Insel.
Meiner Meinung nach ist The Descendants vor allem eines: unterhaltsam. Ich hatte einiges zu lachen und wusste in der nächsten Sekunde nicht, ob ich gerade lachen oder doch weinen sollte. Und genau dieses Wechselbad der Gefühle macht den Film für mich interessant.
Ein Film zum Mitfühlen oder Mitlachen? Am Ende irgendwie beides. 
Story
mit 3
Bildqualität
mit 5
Tonqualität
mit 3
Extras
mit 3
bewertet am 17.09.26 um 11:21
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The Expendables 4 kam viel zu spät. Der Film wurde kurz nach dem dritten Teil angekündigt und das Franchise war trotz des schwächeren dritten Teils noch heiß. Danach gab es jährlich nur noch Gerüchte um den vierten Teil. Auf eine vierte Fortsetzung hat aber kaum jemand gewartet. Doch dann kam er doch noch – und das ohne nennenswerte neue Zugänge.

Der Markt hätte mit Kurt Russell, Steven Seagal, Hulk Hogan, Lou Ferrigno, Michael Jai White, Jackie Chan, Michael Dudikoff oder Cynthia Rothrock noch einige nennenswerte Altstars gehabt. Doch man nahm mit 50 Cent einen Rapper neu dazu, der nicht wirklich mit Actionfilmen in Verbindung gebracht werden kann. Auch April O’Neil alias Megan Fox ist nicht wirklich eine Bereicherung, geschweige denn Andy Garcia. Die Hoffnung bei den Neuzugängen waren noch Tony Jaa und Iko Uwais, aber wie man diese eingesetzt hat, lässt zu wünschen übrig. Man hat zwei der besten Fighter im Film und lässt sie gegeneinander antreten, aber sie nicht gegeneinander kämpfen? Eine Fehlentscheidung, die den Film noch weiter herunterzog.

Die alten Expendables sind auf sich allein gestellt und müssen das retten, was noch zu retten ist. Die Action wurde größtenteils mit CGI gemacht. Da sie nicht mehr organisch wirkt, kommt auch die Brutalität gar nicht mehr zur Geltung. Es ließ mich einfach kalt. Auch dass der Film sehr viele Actionszenen hat und nie zur Ruhe kommt, konnte mich nicht sättigen. Ein weiterer negativer Punkt des Films sind die hanebüchenen Dialoge.

Der Film kam mir vor wie eine nach dem Millennium entstandene Action-Produktion im Stil von Image-Films wie zum Beispiel „Direct Contact“. Die Vorgänger hatten auch immer einen fähigen Regisseur, was man aber mit Scott Waugh erreichen wollte, bin ich mir nicht sicher.

Für mich war dies eine erzwungene und unnötige Fortsetzung, die einfach mit zahlreichen Actionszenen irgendwie daherschlendert, ohne ein Highlight zu erzeugen, und sich mit minimaler Unterhaltung zufriedengibt. 
Story
mit 2
Bildqualität
mit 5
Tonqualität
mit 5
Extras
mit 3
bewertet am 15.09.26 um 13:14
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Das Rat Pack – eine zahme Meute oder eine ernst zu nehmende Rattenbande?

Ocean’s 11 ist eine Gaunerkomödie mit dem bekannten Rat Pack. Zuerst muss ich mal meine Liebe zu diesen Ratten schreiben. Ich muss zugeben, dass mich früher ihre Musik kaltließ und ich vor allem wegen Im Highway ist die Hölle los Sympathien zu Sammy Davis Jr. und Dean Martin hatte. Bin halt ein Kind der 80er.
Da Swing auch nicht so den Stellenwert bei uns hatte und eher andere Musiklegenden bei uns relevanter waren als Frankie, hatte ich nie den Eindruck gehabt, als hätte ich etwas verpasst. Doch im Nachhinein, als ich älter wurde und meinen Horizont in der Kunst erweitern konnte, stellte ich schnell fest: An den Ratten kommst du in der Popkultur nicht vorbei, weil diese das Entertainment an ein paar Abenden revolutionierten. Coole Sprüche, leicht lässige Talks und Gesang – das nahm sich auch Europa später als Vorbild.
Und sie hatten alle eine große Karriere hinter sich und sind zeitlos und in der Popkultur so verankert, dass man sie einfach heute noch kennt. Gut, die Jugend von heute mit TikTok und Co. kennt eh nichts mehr, aber es gibt zum Glück auch Ausnahmen, möchte ich mal schwer hoffen, die noch Kunst verfolgen. Aber ich behaupte mal, die normalen Menschen da draußen müssten zumindest Frankie ein Begriff sein.
Und sie waren auch bekannt durch ihre gemeinsamen Filme. Einer davon ist dieser hier, nämlich Ocean’s 11. Aber was taugt der Film noch? Oder wurde er nur noch von dem Remake überschattet?
Was ich von Anfang an sagen muss: In Sachen Mode hat der alte gewonnen. Er repräsentiert die Zeit einfach perfekt. Jeder im Anzug. Ob jeder mit einem teuren Anzug herumlief, ist fraglich, aber es war ein Anzug und auch der Humor noch sehr lustig. Als das Remake rauskam, war der Humor schon pervers und von Fäkalhumor in Hollywood geprägt, obwohl das Remake noch nicht auf den Trend aufsprang. Die Mode im Remake war eher für Reiche in der Gesellschaft. In der echten Welt dazumal war sie multikulturell, was mir persönlich eben nicht so gefällt.
Also, im Generationenkampf gewinnt bei mir voll und ganz der alte Film.
Der Film nimmt sich anfangs sehr viel Zeit, die Figuren vorzustellen, für so eine Art Film schon fast zu lange, meines Geschmackes. Obwohl die flotten Sprüche Spaß machen. Da wäre weniger mehr gewesen.
Auch wenn der Plot dünn ist und nicht viel von sich gibt – eine Bande, die gleichzeitig in Las Vegas mehrere Casinos ausrauben möchte, finde ich jetzt nicht spannend –, aber die Figuren machen die Handlung wieder wett. Es sind keine erstklassigen Schauspielleistungen, aber jede Figur hat Charisma und Charme. Auch die Nebenfiguren wie Duke, gespielt von César Romero, oder Roger Corn(e)al, der von dem genialen Henry Silva verkörpert wurde, fand ich gut in diesem Film. Jede Figur strahlt etwas anderes aus, somit findet jeder etwas, was ihm passend erscheint.

Fazit:

Ocean? ??s 11 ist ein lockerer, cooler Film, in dem der Humor meistens gut zündet. Die Chemie der Ratten ist natürlich perfekt und sorgt vor allem dafür, dass der Film heute noch im Gespräch ist. Obwohl die Ratten eher zahm und charmant sind als echte Räuber, aber das macht das Ganze auch aus.
Ein Genrefilm, der zwar oberflächlich daherkommt – und das in allen Bereichen. Auch der Überfall selbst ist eher unspektakulär. Da war einfach zu wenig Schwung drin, zu einfach gestrickt und zu kurz gehalten, dass ich mich als Zuschauer gar nicht hineinsteigern konnte. Es macht Puff und das Ganze war wieder zu Ende.
Obwohl die längere Vorbereitungsszene am Tisch kurz vor dem Coup noch spannend war, hätte ich jetzt vom Akt selbst mehr erwartet. Das zieht den Film ein bisschen runter, aber insgesamt war das Ganze recht unterhaltsam und somit über dem Durchschnitt. 
Story
mit 3
Bildqualität
mit 3
Tonqualität
mit 2
Extras
mit 3
bewertet am 11.09.26 um 00:59
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Und das

Grosses Kino oder nur Minimalismus?:

In Harm’s Way ist durchaus ein Blockbuster, obwohl es das Wort 1965 gar nicht gegeben hat, aber es hat durchaus Elemente drin, die danach in den modernen Blockbustern zu sehen sind. Bei Pearl-Harbor-Filmen bin ich eigentlich sehr vorsichtig, weil die meisten Verfilmungen einfach zu langweilig sind. Tora! Tora! Tora! ist ein Meisterwerk, keine Frage, und Midway fand ich auch sehr gut. Ich würde den Film aber auch als gut bezeichnen und als einen der besten Vertreter seines Bereiches.
Regisseur Otto Preminger gelingt ein kraftvolles Paket mit sehr guter Unterhaltung. Dennoch hat der Film so seine Schwächen. Eine davon ist, dass es sehr viele Figuren gibt und keine wirklich interessant ist oder Tiefgang hat. Ja, jeder hat sein Schicksal, aber die fühlen sich eher erzwungen an.
Auch die Leistungen der Schauspieler sind jetzt nicht gerade gut. Nicht mal die Stars wie John Wayne und Kirk Douglas spielen nennenswert. Gut, ihre Figuren machen Spass und sorgen hin und wieder für coole Momente, aber das Ganze ist schon sehr stereotypmässig. Die Vater-Sohn-Geschichte zwischen Wayne und seinem Sohn hätte man emotionaler anstatt nur cool inszenieren können. Somit hätte man auch einen Generationenkonflikt innerhalb der Army zeigen können, aber das Ganze verläuft ganz nach Hollywood-Standards.
Der Film hat eine Laufzeit von 160 Minuten, und da kann ich auch positiv erwähnen: Der Film wird nie langweilig. Es läuft immer etwas, und wenn der Duke im Bild ist, hat man zumindest immer gute, lustige Dialoge.
Der Film zeigt das Geschehen aus der Sicht der USA, daher ist es verzeihlich, den Hurra-Patriotismus zu zeigen. Und ausserdem ist John Wayne dabei – da wird die US-Propaganda auf Hochtouren gestellt. Schadet dem Film aber nicht und wirkt auch nicht so nervig, weil der Fokus dann bei den Figuren liegt.

Fazit:

Ein Film, den ich nicht zum letzten Mal gesehen habe, denn dafür hat er mir zu viel Spass gemacht. Und ein Film von 1965, der so gut gemacht ist, ist bewundernswert und habe ich bis dato nur ganz selten gesehen, wenn überhaupt. Ich würde behaupten, der war schon damals eine Referenz.
Die Kriegs-Action-Szenen wirken so realistisch, und man spürt die Wucht des Kanonenhagels. Auch die Flugszenen sind mit grossem Aufwand gedreht worden. Das wirkte echt, und man fühlte sich wie dabei.
Auch das S/W Bild war sehr schön. Man merkte ihm das hohe Budget für damalige Verhältnisse an. Die Kameraführung war hervorragend und begleitete das Geschehen wie aus einem Guss, und die Schnitte sind auch super gelungen.
Ich spreche hier von einem hochwertigen Film, der nicht nur Kriegsfilm-Fans gefallen könnte und der trotz Schwächen eine weitere Sicht irgendwann wert ist. Ich dachte zuerst, der Film gibt gross an und dann 160 Minuten Minimalismus vom Feinsten, aber ich wurde eines Besseren belehrt und bin froh, dem Film eine Chance gegeben zu haben. 
Story
mit 4
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 3
Extras
mit 2
bewertet am 10.09.26 um 01:17
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Wie schon auf dem DVD-Cover sorgen die Close-ups auf Stathams Gesicht für gemischte Gefühle:

Ich muss zuerst sagen, dass Shelter von Ric Roman Waugh kein Totalausfall ist, obwohl ich den Film in diesem Review eher disse – und das auch aus guten Gründen. Denn man hätte hier ein authentisches Action-Drama machen können, aber ich denke, man wollte einen Film, der diese Richtung zwar zeigt, sich dann aber doch nur auf einen Film für Statham-Fans entscheidet.
Was mich aber von Anfang an störte, ist der ganze Farbton des Films. Wer jetzt die Leuchtturmszenen für atmosphärisch hält und das Ganze mit schönen Landschaftsbildern der Umgebung untermalt sieht, der täuscht sich enorm. Ich weiß, es ist kein Theo Angelopoulos am Werk gewesen – solche Vergleiche ziehe ich dann schon nicht –, aber das Ganze wirkte vor allem mit diesem Farbton künstlich und trägt keine Atmosphäre auf.
Gut, ein Film, der fast dreißig Minuten auf einem Leuchtturm spielt, könnte ein Bubentraum sein. Aber ich hätte das ganze Drehbuch gelesen und dann erst die Rolle als Hauptdarsteller angenommen.
Jason Statham ist zu Beginn nicht gewohnt cool, sondern mürrisch. Da können jetzt Fans von ihm eine Schauspielentwicklung entdeckt haben. Aber ist es auch so? Meiner Meinung nach nicht. Da hilft auch keine ständige Nahaufnahme auf sein Gesicht. Da es auch keine emotionale Wirkung hat und es auch keine Bindung zum Zuschauer daher gibt, finde ich diese Close-ups einfach nur nervig.
Der Film hat aber auch eine ganz tolle Seite. Die ersten Szenen mit Jason Statham und dem Mädchen Bodhi Rae Breathnach – die finde ich Weltklasse. Man merkt, wie gut sie als Schauspielerin ist. Zuerst hatte ich gemeint, sie hat sich im Film verirrt , doch sie harmoniert perfekt mit Statham zusammen. Auch wenn er schauspielerisch massiv gegen sie unterlegen ist, wirken diese Szenen zum Teil authentisch oder zumindest trocken, aber herzig.
Der Film baut aber schnell ab, und das vor allem dann, wenn er das Bremspedal löst und aufs Gaspedal drückt. Auch wenn die Actionszenen in dieser englischen Produktion authentischer und schöner wirken als die meisten aktuellen Hollywood-Blockbuster, kamen sie zum falschen Zeitpunkt. Ja, ich weiß, ein Film mit Statham muss irgendwann zum Actionfilm werden, aber eben nicht durch einen sinnlosen, erzwungenen Wechsel.
Ich bin der Meinung, dass die erste Hälfte des Films schon nicht allzu gelungen ist, aber sie hätte wenigstens noch gute Ansätze, sodass ich noch gespannt war auf den weiteren Verlauf des Films. Die zweite Hälfte des Films fand ich, bis auf ein paar nette Actionszenen, eher schlecht.

Fazit:

Wenn Jason Statham auf dem DVD-Cover steht, dann bekommt man auch die Marke Statham mit all den Stärken und Schwächen. Der ehemalige englische Turmspringer war für mich noch nie eine sichere Bank für gute Filme. Da finde ich zum Beispiel einen Scott Adkins um einiges besser.
Und ich prophezeie, dass aus Bodhi Rae Breathnach mal eine wirklich gute Schauspielerin wird – oder sogar der nächste Hollywood-Star? Wer weiß, wer weiß.
Da der Film kurzweilig ist und hin und wieder unterhalten kann, würde ich ihn nicht als totalen Fehlgriff abschreiben. Da aber kaum Emotionen und Atmosphäre aufkommen, kann ich ihn auch nicht unbedingt empfehlen. 
Story
mit 2
Bildqualität
mit 3
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 3
bewertet am 09.09.26 um 01:38
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300 Miles to Graceland ist ein cooler Film mit guten Charakteren. Kurt Russell und Kevin Costner passen einfach zusammen und machen diesen Film besser, als er in Wirklichkeit ist. Die anderen Darsteller wie z. B. Courteney Cox, Tracy „Ice-T“ Marrow und Christian Slater können sich auch sehen lassen.

Der Film liefert gute Actionszenen und die Dialoge sind auch witzig. Der Film selber hat nicht viel zu bieten, alles schon mal gesehen, also nichts Neues. Und Elvis-Banditen sind auch nicht jedermanns Sache. Der Film war natürlich ein Flop und er lief, soweit ich mich noch erinnern kann, ungefähr zur gleichen Zeit wie der erfolgreiche Ocean’s Eleven im Kino, der ein ähnliches Szenario hatte, einfach ohne Elvis-Verkleidungen.

Fazit:

Gute Unterhaltung dank Kurt Russell und Kevin Costner. Die beiden sind echt gut zusammen. 
Story
mit 3
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 3
Extras
mit 3
bewertet am 03.09.26 um 23:36
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Zu viele Trauben verderben den Wein:

Mit Sideways konnte ich eigentlich nicht viel anfangen. Er war mir zu Hollywood, für ein Drama zu laut, zu schnell erzählt und zu zahm in seiner Botschaft. Und für mich persönlich das größte Problem bei solchen Hollywood-Dramen: Mir sind einfach die Figuren egal, weil sie eher uninteressant in der Charakterstudie sind.
Die zweite Sichtung gefiel mir etwas besser. Ich konnte mich etwas besser in die Figuren hineinversetzen. Wahrscheinlich bin ich einfach älter geworden, und ihr wisst, was mit einer guten alten Weinflasche im Alter passiert. ;-)
Obwohl ich nie eine Midlife-Crisis durchmachte, verstehe ich Miles Raymond (Paul Giamatti) und Jack Cole (Thomas Haden Church). Miles ist eher der Nachdenkliche, der aber sichtlich unter der Trennung leidet und das Ganze nicht wirklich verarbeiten kann. Und Jack, der zwar heiratet, aber seinen egoistischen, narzisstischen Lifestyle nicht loslassen kann. Seine Sexsucht spült er auch bei ein paar Flaschen Wein nicht weg.
Man könnte meinen, der Film ist ein Weinverkostungs-Roadtrip. Irgendwie wird der Wein als Symbol der alten, depressiven Haudegen dargestellt. Ein Wein wird im Alter immer besser, aber die Menschen müssen das erkennen. Doch die Vergangenheit, die jahrelange Reifephase von der Traube bis zum Wein, hat ihre Spuren hinterlassen, die man eben nicht nur mit einem Wochenendtrip weg bekommt.

Fazit:

Ich finde den Film von Alexander Payne nach wie vor zu oberflächlich. Die oben genannten Schwächen bleiben bestehen. Dennoch hat der Film seine unterhaltsamen Momente zwischen Drama und Komödie.
Für mich als Nicht-Weintrinker war es zu viel Wein meines Geschmacks, und wie sagt man so schön: Zu viele Trauben verderben den Wein. Aber auch sinngemäß ist es so: Zu viele übertriebene Emotionen, sodass der Zuschauer sofort weiß: Die haben Probleme, die haben eine Depression. Somit wird das Publikum nicht gefordert und ist nur Passagier in einem Nachtflug, bei dem der Weg blind zu finden ist.
Paul Giamatti spielt mal richtig gut, vor allem nahm ich ihm die Rolle ab. Er ist zwar auch in anderen Rollen nicht schlecht, aber meistens eben nur Paul Giamatti mit seinen bekannten Merkmalen.
Thomas Haden Church ist und bleibt mehr oder weniger unter dem Radar – oder es liegt an mir, dass ich ihn nie so wirklich wahrgenommen habe, obwohl er ja gar kein so schlechter Schauspieler wäre.
Nichtsdestotrotz ist Sideways ein Film, den man sich mal anschauen kann und bei dem leider danach viel zu wenig hängen bleibt.
Der Geschmack des Weines bleibt nicht ohne bitteren Abgang. 
Story
mit 3
Bildqualität
mit 5
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 3
bewertet am 30.08.26 um 19:56
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Hier wird nur noch Fan-Service geliefert:

Tödliche Mission ist der sechste Bond mit Roger Moore, der vor allem durch seinen charmanten Humor bekannt ist. Seine Bond-Filme stehen ein bisschen alleine da. Auch wenn seine alten Merkmale und Bond-Klischees vorhanden sind, wird bei ihm der Trash-Faktor von Film zu Film größer und die Marke wird beinahe zum Klamauk. Ehrlich gesagt ist er schon bei diesem Bond zu alt für die Rolle des britischen Agenten 007. Mit Charme und Humor kann man eben keine Welt retten und in den Actionszenen funktioniert Moore gar nicht. Er ist zu steif, zu unbeweglich, und dann kommen die Actionszenen und man merkt, dass es ein Stuntman ist, der sich ganz anders bewegt. Es ist lächerlich, sich das anzuschauen, wenn Moore auf den Skiern wie der Teufel fährt, sogar die Bobpiste hinunter. Da kann ich nur sagen: War das jetzt nur für die Hardcore-Fans der Reihe gedacht? Oder wollte man bewusst so lächerlich übertreiben?
Alles Szenen, die man aus vorherigen Bonds schon besser gesehen hatte, und auch dort musste man sie mit einem Augenzwinkern betrachten. Der Bond ist jetzt nicht nur schlecht, auch wenn praktisch nur Fans befriedigt werden.
Die Bond-Filme waren immer im neuesten Trend, was die Mode betrifft, und verkauften sich wie ein Influencer das Produkt: Anzüge, Autos und sonstige Dinge wie Uhren und so weiter. Hier fallen mir keine Trends auf. Bei Tödliche Mission hatte ich eher das Gefühl, dass der Film sich als Bond bzw. als Marke selbst verteidigt.

Fazit

Der Anfang des Films überschneidet sich mit dem Bond-Universum. Der Film fängt am Grab von James Bonds Frau an, die er im Geheimdienst Ihrer Majestät geheiratet hatte und die kurz darauf gestorben ist. Danach wird er von Blofeld verfolgt, der ihm eine Falle im Helikopter stellt. Kurz darauf stirbt Blofeld und ist erst wieder in den Reboot-Bond-Filmen mit Daniel Craig zu sehen.

Für mich ist das einer der besten Bond-Vorspänne der gesamten Reihe.
Auch positiv zu erwähnen sind die Kulissen: vom Sommer mit heißen Temperaturen, Badehosen und Fieber bis zum Winter mit Schnee, Kälte, Eiskunstlaufen und Verfolgungsjagden mit Skiern und Snowcats. Da liefert dieser Bond-Film so einiges.
Alles andere würde ich sagen, ist nichts Spezielles. Die Handlung ist eher lahm, sogar für Bond-Verhältnisse, und auch die anderen Figuren bleiben mehr oder weniger blass.
Die Eiskunstläuferin sollte ja ein naives Kind im erwachsenen Körper einer Frau darstellen, das von der korrupten Sportagentur und der Trainerin instrumentalisiert wurde. Doch das kommt gar nicht gut rüber, vor allem weil sie James Bond noch disst. So hatte man als Zuschauer den Eindruck, sie dürfe so nicht sein und es sei ihr Fehler, wie sie ist.
Aber insgesamt lebt der Film von seinem Gentleman-Playboy-Charme von Moore und banalen, trashigen Momenten, die versuchen, den Zuschauer zu unterhalten. Meiner Meinung nach funktioniert das nur bedingt. 
Story
mit 3
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 4
bewertet am 25.08.26 um 00:25
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Ein Gossenmärchen oder Gossenpoesie?

Wolfsmilch ist ein Film, den ich lange vor mir herschob. Ich dachte immer, der müsste gut sein, schon weil beide Hauptdarsteller für den Oscar nominiert worden sind. Das heißt natürlich nichts und ist sogar ein Risiko, nur deswegen den Film anzuschauen oder nur deswegen hohe Erwartungen zu haben.
Der Film beginnt stark und ich stellte schon in den ersten Minuten wieder fest, wie genial Jack Nicholson ist. Manchmal vergesse ich das nämlich, weil man zu oft von ihm verwöhnt worden ist. Beste Beispiele sind seine Leistungen in Einer flog über das Kuckucksnest und Shining sowie auch Chinatown oder seine kleine, wichtige Nebenrolle in Easy Rider.
Der Film beginnt auf einem Friedhof, wo er neben Tom Waits in diesen Szenen brilliert. Schnell wird klar, dass es nicht nur eine Ghetto-Story der 30er wird, sondern sich um ein persönliches Drama um Francis (Nicholson) handelt, der durch einen tödlichen Schicksalsschlag seines Sohnes, für den er im betrunkenen Zustand verantwortlich war, auf der Straße landete. Die politische Situation war um diese Zeit sowieso schlecht, die Wirtschaftskrise war in aller Munde. Viel Armut, obwohl das eben die Ausrede der Kapitalisten ist, wenn es eine Wirtschaftskrise gibt: dass das immer der Grund für Armut und Bildungslücken sei, obwohl es immer sehr viel Armut in den USA gibt, auch wenn die Wirtschaft super funktioniert.
Doch leider behandelt der Film zu wenig das politische Thema, sondern es geht meistens nur um die Figuren. Es geht um Selbstzweifel, Reue und verlorene Lebenszeit. Auch Depressionen und Halluzinationen verfolgen Francis.
Und ja, da gab es noch Helen, gespielt von Meryl Streep, eine ehemalige Musikerin, die ebenfalls obdachlos ist und dem Alkohol verfallen ist. Doch ihre Figur fand ich unnötig. Ich bin der Meinung, der Film war um einiges besser, als sie noch nicht da war. Meiner Meinung nach hätte der ganze Film auf dem Friedhof spielen können, auf dem Francis gelegentlich arbeitet und Löcher schaufelt. Da war die innere Aussage der Figur am besten und ich konnte sie nachvollziehen.
Als Helen ins Spiel kam, ging die Macht der Geschichte etwas verloren und sie lenkt teilweise vom Thema ab. Ihre Probleme waren für mich ein Problem im Film zu viel. Man hätte Francis die ganze Aufmerksamkeit schenken müssen. Obwohl Meryl Streep eine gute Schauspielerin ist, keine Frage, an ihr liegt es nicht, sondern am Drehbuch.
Auch der Film, der eigentlich nicht viel erzählt, ging dann in eine andere Richtung und Francis wagt sich wieder an sein altes Leben, das er vor 22 Jahren gelebt hat, Schritt für Schritt heran. Das deutete sich ja schon von Anfang an ein bisschen an, als Francis mit Rudy (Tom Waits) im Bus von der Friedhofsarbeit nach Hause fährt und er vom alten Leben ein bisschen erzählt. Vor allem als der Bus an seinem alten Haus vorbeifährt, merkte ich als Zuschauer, dass es Francis egal ist, was die Vergangenheit mit sich brachte.
Letztendlich plätscherte der Film für mich zu sehr vor sich hin. Langweilig ist der Film nur gerade so, dass man nicht einschläft. Er hält noch einigermaßen wach.

Fazit

Es hätte ein politischer Angriff auf den Kapitalismus sein müssen. Da haben wir eine Wirtschaftskrise, Obdachlosigkeit und Aktivisten, die die Obdachlosen nicht wollen. Doch der Film erzählt lediglich die Geschichte von Francis, die zwar interessant aufgebaut wird, aber durch viele Ablenkungen auch immer langweiliger wird.
Die Kulissen der 30er in Albany (New York) wirken für mich etwas zu gestellt. Ich fühlte mich nie in einem Slum, sondern eher auf einer Theaterbühne, und die Kleider der Darsteller sahen aus wie aus einer Mottenkiste von Tante Gertrud.
Ich lobe die Leistungen von Jack Nicholson, Tom Waits und teilweise auch die von Meryl Streep. Schlussendlich fand ich den Film nicht schlecht, leider sind nur die ersten 15 Minuten des Films genial.
Für mich ist Wolfsmilch kein Gossenmärchen. Dafür hatte der Film zu wenig Entertainment. Für Gossenpoesie hätte ich mir mehr Authentizität gewünscht. Dennoch bleibt es Poesie. 
Story
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Extras
mit 3
bewertet am 23.08.26 um 14:16
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Starker Thriller und der vergessene Thriller der 90er:

Der Thriller ist von Jonathan Kaplan aus dem Jahr 1992 und gehört zu den Stalker-Filmen, die in den 90ern eine kleine Fangemeinde hatten. Da gab es einen mit Tori Spelling, aber ich weiss nicht mehr, wie der Film heisst. Ich kann mich noch an The Crush erinnern mit Alicia Silverstone. Auch Fatale Begierde machte die Stalker-Runde. Ich meinte damals immer, das seien TV-Produktionen und keine Kinofilme, aber der Unterhaltungswert war immer gross.

Bei Fatale Begierde finde ich vor allem gut, dass man von Kurt Russell und Ray Liotta genau das bekommt, was man von ihnen verlangt. Sie spielen ihre typische Rolle. Nach dieser Rezeptur braucht man keine Zutaten mehr – ja, vielleicht noch Madeleine Stowe, die ich immer sehr gerne sehe.

Aber ansonsten bleibt der Film voll auf der Linie. Logisch bekommt man praktisch nur Stereotypen und Klischees, teilweise schon fast cartoonmässig. Aber eben: Ein Sonntagsmorgen-Cartoon kann einfach Spass machen – kurzweilige Hä-und-Hurra-Unterhaltung, die einem ein Lächeln auf die Lippen zaubert.

Diesmal ist Ray Liotta der Stalker, also der Coyote, der Kurt Russell wegen seiner hübschen Frau das Leben schwer macht. Aber keine Sorge: Der Road Runner gewinnt immer.

„Miep-Miep“

F azit:

Logisch hat der Film seine Schwächen. Die Figuren haben null Tiefe und handeln irgendwie nur durch Drehbuchinstinkt – naiv und gezielt ins Schwarze. Die Dialoge zwischen Kurt Russell und Ray Liotta machen zwar riesigen Spass, aber ich muss schon zugeben, dass sie dämlich und teilweise auch sinnlos sind. Dazu kommt noch, dass die Handlungen der Figuren nicht realistisch nachvollziehbar sind, sondern nur der Unterhaltung dienen.

Trotz all dieser Schwächen hat der Film etwas. Es ist nicht die Spannung, denn das Ganze ist vorhersehbar. Es sind die zwei Schauspieler, die sich stark duellieren, und die dichte Atmosphäre, die den Charme der 90er perfekt rüberbringt. 
Story
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bewertet am 19.08.26 um 01:32
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Der Adler im Tiefflug

Regisseur Sidney J. Furie ist bekannt für seinen Trash, und „Iron Eagle“ ist sogar sein bester Film. Sein bekanntestes Werk ist allerdings „Superman IV“. Der zweite Teil der Düsenjet-Reihe versucht, den Vibe des ersten Teils zu übernehmen, ging aber prächtig in die Hose.
Der Grund ist nicht mal, dass diese Fortsetzung unnötig ist, sondern dass man nur Louis Gossett Jr. als Chappy beibehalten hat – und das noch in der Hauptrolle und mit einem anderen Synchronsprecher. Der erste Teil war so etwas wie „Karate Kid“ oder „Karate Tiger“ in den Lüften: Teenager mit einer Jetjagd und einer hirnverbrannten Handlung. Dennoch war das Ganze noch sehr unterhaltsam und hatte sehr gute Actionszenen. Popmusik und die Coolness eines Walkmans und einer Vokuhila-Frisur prägten den Film.
Chappy war eher eine wichtige Nebenfigur, während die Teenager, vor allem Doug Masters (Jason Gedrick), im Vordergrund standen. Der zweite Teil ist nur noch der Versuch, etwas auszuprobieren, was nicht funktioniert. Jason Gedricks Figur stirbt am Anfang, und ein neuer Bursche übernimmt. Doch er steht eher im Hintergrund und konnte nicht überzeugen. Jetzt fehlt schon mal das Wichtigste: die Hauptfigur des ersten Films, die man für diese Reihe nicht ersetzen kann.
Louis Gossett Jr. übernimmt wieder, doch nicht mehr mit derselben Energie wie im ersten Film. In manchen Szenen ist er zwar stark als Schauspieler, vielfach wirkt er aber auch lustlos. Der Film hat überhaupt nicht mehr den Charme, den der erste Teil hatte. Das Budget wurde für diese Fortsetzung extrem gekürzt, und das merkt man durchgehend. Auch die Luftaufnahmen mit den Jets haben nicht die nötige Wirkung.
Kaum zu glauben, dass es noch zwei weitere Fortsetzungen davon gibt, die ich mir aber nie anschauen werde.

Fazit:

„Iron Eagle II“ ist ein lahmer Jet-Film ohne spektakuläre Flugszenen. Die Handlung dient nur dazu, um irgendwann in die Luft zu gehen, und dann passiert doch nicht viel. Das USA-Sowjet-Konfliktthema ist ein Bestandteil dieses Films, wird jedoch nur oberflächlich und naiv behandelt.
Der erste Teil wurde bis heute nie ganz vergessen, und man könnte meinen, es existiert auch nur ein „Iron Eagle“, obwohl Oscar-Preisträger Louis Gossett Jr. an Bord ist, der immerhin noch dabei ist. 
Story
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bewertet am 18.08.26 um 01:04
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„L.A. Story“ zieht jedes Los-Angeles-Klischee durch den Kakao. Ich betrachte es so: „L.A. Story“ hat das Herz am richtigen Fleck und versucht, mit seinem Charme noch mehr zu glänzen.

Steve Martin ist ein sehr sympathischer Schauspieler, der genau um diese Zeit gute Komödien gedreht hat. Die Schwäche des Films ist, dass er nicht immer meinem Humor entspricht. Zu viel Klamauk und Übertreibungen.

Aber auch wenn der Film mal über das Ziel hinausschießt, konnte mich diese Komödie ziemlich gut unterhalten. 
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bewertet am 10.08.26 um 23:40
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Wenn das Altwerden zum letzten Akt der Wahrheit wird:

Am goldenen See ist ein genialer Film aus den frühen 80er-Jahren mit Henry Fonda und Katharine Hepburn, die bei den Dreharbeiten beide Mitte 70 Jahre alt waren – Hollywood-Größen, die ihren letzten Weg gemeinsam gingen. Als der Film ins Kino kam, war Henry Fonda schon gestorben. Katharine Hepburn, die zwar noch sehr lange lebte, war dies ihre letzte wirklich große Produktion.
Ja, aber daraus wird noch nicht automatisch ein guter Film, nur weil man zwei Legenden vor der Kamera hat. Für viele war außerdem der Reiz, dass Fondas Tochter Jane gemeinsam mit ihrem Vater im Film spielte.
Der Film ist vor allem deshalb gut, weil sich der Plot den Schauspielern anpasste. Alles wirkt wie aus einem Guss. Henry Fonda und Katharine Hepburn spielen ihre Rollen nicht – sie leben sie.
Es geht im Film ums Altwerden und darum, wie sich der letzte Akt des Lebens entwickelt. Henry Fondas Figur ist senil und sagt geradeheraus, was sie denkt, ohne Rücksicht darauf, dass ihre Worte andere verletzen könnten. Katharine Hepburns Figur ist die starke Ehefrau, die immer noch zu ihrem Mann hält und ihn unterstützt, wo sie kann. Sie sieht immer noch das Gute in Norman (Fonda), denn die Wahrheit ist: Er war als Vater und Ehemann schon immer so. Im Alter wurde er lediglich extremer und seniler.
Chelsea (Jane Fonda), die Tochter, hat hingegen große Mühe mit der Situation und mit ihrem Vater. Man könnte meinen, sie hätten sich ihr ganzes Leben lang gehasst und als ihr Vater älter wurde, sei die stille Wut zwischen ihnen noch emotionaler geworden. Doch der wahre Wunsch der Tochter war es immer nur, von ihrem Vater geliebt zu werden und sich von ihm angenommen zu fühlen.
Der Film macht einiges richtig. Er erzählt die Geschichte des Altwerdens durch die subjektive Wahrnehmung der beiden Protagonisten – schon fast wie eine Satire auf das eigene spätere Ich, das sich eigentlich nicht verändert hat, sondern lediglich verstärkt wurde.
Der Humor ist genial und hat stellenweise fast etwas Sitcomartiges. Nicht selten erinnerte mich Norman an Arthur Spooner aus King of Queens, der zwar einen völlig anderen Lebenslauf hatte, aber genauso ehrlich zu sich selbst war. Sein Charakter war sein ganzes Leben lang derselbe – nur wurden seine charakteristischen Eigenschaften im Alter für die anderen zur größeren Last. Trotzdem wurde er letztendlich von seiner Tochter geliebt.

Fazit:

Der Film ist einfach wunderschön – bitter und zugleich voller Herz. Katharine Hepburn und Henry Fonda waren nie besser als in diesen Rollen. Rollen, die sie nur deshalb so spielen konnten, weil ihr eigenes Leben und ihre Karrieren so verlaufen waren, wie sie verlaufen sind.
Der Film ist der sprichwörtliche Schlusspunkt. Die Klischees des Älterwerdens wurden mit einem Charme vor die Kamera gebracht, wie ich ihn noch nie gesehen habe. Und der Humor war großartig. Obwohl: Wäre man selbst Normans Launen ausgeliefert, würde man das vermutlich nicht witzig finden, sondern als den blanken Horror empfinden. 
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bewertet am 06.08.26 um 12:33
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Ein Martial-Arts-Bubentraum oder die verdrängten Albträume des guten Geschmacks

TC 2000 ist so eine Art Film, den ich als 10-jähriger Bursche selbst gedreht hätte. Man nehme einen unterirdischen Kellerraum als Kulisse, und das Drehbuch muss im Zwei-Minuten-Takt eine Klopperei bieten, dazu wenig Dialoge und eine Story, die nur am Rande erwünscht ist. Denn wenn ich nicht alle zwei Minuten meine Fights bekomme, drehe ich einfach trotzig nicht weiter.

Bei den Darstellern Billy Blanks, Matthias Hues und Bolo Yeung gilt: Kämpfen können sie – für alles andere sind sie zwar nicht unbedingt brauchbar. Und beim Budget denkt sich jeder: „Gib einfach 2.000 Dollar dazu, dann klappt das schon.“ Hauptsache, es wird ordentlich geprügelt.

Ja, als 10-jähriger Bursche hat mir dieser Film wegen der Fights gefallen, obwohl mir damals schon bewusst war, dass das billige Low-Budget-Ware ist, die dem Action-Kickbox-Trend der 80er- und 90er-Jahre nachlief. Also kein Blockbuster, sondern eher ein kleiner Genrefilm.

Natürlich macht es auch heute noch Spaß, Billy Blanks (The King of the Kickboxers), Bolo Yeung (Bloodsport), Jalal Merhi (Tiger Claws) oder Matthias Hues (The Last Kumite) beim Kämpfen zuzusehen. Heute ist mir allerdings auch das geringe Budget noch bewusster. Der Film hätte für seine Art einfach mehr Geld gebraucht. Deshalb kann ich auch verstehen, warum er so geworden ist, wie er ist. Die Schauspieler hatten sichtlich Bock darauf, sich zu prügeln, Kämpfe zu choreografieren und Spaß beim Dreh zu haben. Ich finde den Film auf seine rotzige Art immer noch unterhaltsam und sogar einen der besseren Filme mit Billy Blanks in der Hauptrolle.

Fazit:

Wenn ich alles herunterbreche und mich als Fan solcher Klopper oute, versteht man vielleicht besser, was ich meine und worauf ich bei diesem Film achte. Für mich ist TC 2000 aus der Sicht der Kampfszenen ein unterhaltsamer Film. Gleichzeitig ist mir bewusst, dass man bei diesem Budget keinen großen Wurf erwarten darf. Deshalb ist auch verständlich, warum der Film miese Dialoge, eine hanebüchene Story sowie amateurhafte Kameraarbeit und einen holprigen Schnitt hat.
Ein Endzeit-Klopper mit vielen Fights und wenig Story – aber irgendwie wie geschaffen für einen Fanboy wie mich. 
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bewertet am 30.07.26 um 16:35
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Action und Action und nochmals Action:

The Shadow’s Edge ist ein moderner Martial-Arts-Actionfilm, der versteht, wie Actionkino funktionieren könnte. Das moderne asiatische Actionkino ist zwar besser als das aktuelle Hollywood-Actionkino, trotzdem hat es insgesamt nachgelassen. The Shadow’s Edge überzeugt jedoch auf ganzer Linie.
Auch wenn ich mit den schnellen Kameraschnitten nichts anfangen kann, braucht hier niemand Angst zu haben: In den Kampfszenen gibt es keine hektischen Schnitte, ansonsten hätte ich den Film sofort ausgemacht. Die Fights sind wirklich gut choreografiert.
Der Plot hat mich zunächst an New Police Story erinnert, schlägt dann aber eine andere Richtung ein. Jackie Chan bewegt sich gekonnt zwischen Humor und Ernst, ist sich seines Alters jedoch bewusst und reduziert seine typischen Blödeleien beinahe auf null.
In den Kampfszenen ist es ähnlich wie bei Van Damme: Für ihr Alter sind beide noch sehr gut, aber die Zeit nagt am Körper. Nach unzähligen Verletzungen kämpfen sie deutlich reduzierter und verzichten weitgehend auf ihre frühere Akrobatik. Jackie ist sogar noch älter und hat sich durch die vielen Stunts, die er früher selbst ausgeführt hat, sehr wahrscheinlich Hüfte und Beine so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass keine High Kicks mehr möglich sind. Trotzdem kämpft Jackie viel im Film, allerdings eher defensiv und hauptsächlich mit den Händen. Das schadet dem Film jedoch nicht, weil die anderen Schauspieler sehr gute Fighter sind. Mit Zhang Zifeng hat man zudem eine talentierte Schauspielerin an Bord.
Die größte Schwäche des Films ist die Laufzeit von 142 Minuten. Die Geschichte hätte man problemlos in 90 Minuten erzählen können. Es gibt harte Martial-Arts-Action und eine Story, die man schon sehr oft gesehen hat. Bei Actionfilmen gibt es zwar Ausnahmen, bei denen eine lange Laufzeit für mich gerechtfertigt ist – zum Beispiel Terminator 2 und True Lies. Dort gab es Figurenentwicklungen, die für den Film sehr wichtig waren, sowie hochwertige und lange Actionszenen, die bis heute Referenz sind. Das ist bei diesem Film überhaupt nicht der Fall. Eine weitere Schwäche ist, dass der Film zu viele Dialogszenen hat, die sich wiederholen und die Handlung nicht wirklich vorantreiben.

Fazit:

Der Film gehört für mich sicherlich zu den besten Actionfilmen der letzten Jahre. An Diablo mit Scott Adkins kommt er allerdings nicht heran. Die Action kann sich sehen lassen, und Jackie Chan bemüht sich, sein Bestes zu geben, sodass er nicht nur in den Dialogszenen versinkt – denn genau dort liegen für mich seine größten Schwächen.
Wer Lust auf einen guten modernen Actionfilm hat, der ohne übertriebenes Nostalgie-Gehabe auskommt, sollte dem Film eine Chance geben. Ich denke, die meisten Zuschauer werden nicht enttäuscht sein. Wahrscheinlich werden sich aber ebenso viele fragen, warum der Film so lang sein muss und gefühlt einfach kein Ende findet. 
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bewertet am 23.07.26 um 01:09
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Kurz gesagt: der größte Horror, den man ertragen muss.

Der zweite Teil hat nichts mehr, was ich sehen wollte. Auch die Hardcore-Fans des ersten Teils können hier nicht zufrieden sein – ansonsten würden sie mir zu denken geben.

Der erste Teil hatte immerhin noch Botschaften, die ich zwar einfach nur überflüssig finde – Stichwort Woke- und Regenbogenflaggen-Trends, die die Welt in der Dauerschleife einfach nicht braucht. Hollywood schwingt hier zwar die Erziehungskeule, aber wenigstens gab es noch etwas, worüber man diskutieren konnte.

Der zweite Teil ist eben nur ein zweiter Teil, der deutlich schwächer ist als der erste. Er ist unnötig in die Länge gezogen, die Dialoge sind zum Vergessen und das Gejodel die ganze Zeit nervt. Auch die Lieder bleiben überhaupt nicht positiv im Gedächtnis.

Was man stattdessen bekommt, ist eine weichgespülte Feind-Freund-Geschichte und eine Mädchen-Schlägerei, wie man sie in der dritten Klasse auf dem Pausenhof gesehen hat – und selbst die war noch besser. Hier wurde die Geschichte einfach ohne Charme und Herz weitererzählt. Man dachte wohl, die knalligen Farben würden ausreichen, um das Publikum wachzuhalten, und ein paar düstere Szenen würden für etwas Abwechslung sorgen.

Fazit:

Es war wirklich eine Qual, diesen Film bis zum Ende anzuschauen. Das war beim ersten Teil jedenfalls noch nicht so. Die Leistungen der Schauspieler und Schauspielerinnen waren, wenn überhaupt, schlecht. Ich möchte jetzt nicht „unterirdisch schlecht“ sagen, denn einzelne Leistungen waren wenigstens nicht ganz so schlecht. Die Songs waren nervig, ebenso wie der gesamte Plot und die Kernaussage. 
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bewertet am 22.07.26 um 21:54
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Seine ehrlichste und glaubwürdigste Rolle:

Ich bin seit meiner Kindheit ein großer Fan von Jackie Chan. Sein Kung-Fu war anders als das der anderen Vertreter wie Bruce Lee oder James Tien. Zudem erinnerte mich sein Humor immer an Charlie Chaplin und die Bud Spencer & Terence Hill-Filme – nur noch besser, weil er den Hongkong-Klamauk auf einzigartige Weise präsentierte, ähnlich wie die Italiener mit Bud Spencer, Terence Hill und Adriano Celentano. Dazu kommt für mich das Wichtigste, was Jackie Chan ausmacht: seine Stunts, bei denen ich immer mitfieberte. Schon damals verstand ich, was Jackie Chan mit seinen Stunts leistete – das kann noch lange nicht jeder.

Als er Mitte der 90er-Jahre nach Hollywood kam, gab es zwar noch Jackie Chans Markenzeichen, doch seine Filme wurden von Film zu Film immer schlechter. Nur noch selten konnten mich seine Filme überzeugen, und meistens waren das wieder asiatische Produktionen.
In Ride On spielt Jackie einen klassischen Filmstuntman, der mit seinem Pferd schon einiges erreicht und überlebt hat. Im Grunde genommen ist Ride On ein Familiendrama mit Jackie Chans typischen Einflüssen. Es ist kein Klamauk mehr, aber das Drama wurde schon etwas übertrieben hochgekocht, damit man noch die Identität eines Jackie Chan-Films spürt. Hauptsache, alles ist etwas übertrieben.
Ich finde seine Figur im Film gewohnt sympathisch. Inzwischen kann er aber auch erwachsenere Rollen spielen, was in diesem Film sehr wichtig war und dem Film letztendlich auch zugutekommt.
Emotional war für mich als Fan das Einspielen der alten Stunts aus Jackies früheren Tagen. Da wusste ich sofort, dass der Film Jackie Chans Stuntarbeit ein Denkmal setzen möchte. Der Film kritisiert auch das moderne CGI-Kino, und ich nahm die Botschaft so auf, dass das heutige Kino kein richtiges Kino mehr ist, sondern nur noch aus Animationen besteht, in denen der Schauspieler und auch der Stuntman nicht mehr wichtig sind. Allerdings kritisiere ich an Ride On, dass der Film selbst an manchen Stellen CGI verwendet. Dadurch nehme ich diese Kritik des Films nicht mehr ganz so ernst.

Fazit:

Ride On ist für mich ein Film in die richtige Richtung, in der ich Jackie Chan sehen möchte. Er spielt sich wie immer ein Stück weit selbst. In manchen Szenen wirkt er wie ein richtig guter Schauspieler und zeigt, dass er besser ist, als viele vermuten. Er spielt seine Rolle mit Herz.
Ja, das Drama ist übertrieben, aber was erwartet man von einem Jackie-Chan-Film? Er bleibt sich treu, obwohl der Film eine andere Richtung einschlägt, als man es von ihm gewohnt ist. Letztendlich ist Ride On kein cineastisches Meisterwerk, aber einer der besseren Vertreter in Jackie Chans Filmografie der letzten Jahre. 
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bewertet am 20.07.26 um 23:18
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Der ruhige Sci-Fi-Blockbuster von Robert Zemeckis

Das Blockbuster-Kino der 90er war wild wie eine Achterbahnfahrt oder spannend wie die unzähligen Thriller, die damals ins Kino kamen. Ich weiß noch, als Contact herauskam, war mir der Film etwas zu ruhig und konnte gegen Filme wie Independence Day und Armageddon nicht mithalten, obwohl die Story von Contact schon viel besser und sinnvoller war als die der erwähnten Popcorn-Blockbuster.

Robert Zemeckis drehte hier einen Film gegen den Strom Hollywoods. Heutzutage schätze ich den Film sehr, weil er ehrlich in seiner Erzählweise ist und niemanden bekehren möchte. Geniale Dialoge und großartige Leistungen der Darsteller machen den Film besonders. Sogar Jodie Foster finde ich in dieser Rolle als Dr. Ellie Arroway am besten. Ihre Darstellung einer starken Frau, ihr Durchhaltevermögen und ihr Ziel, das sie von Kindheit an verfolgt, bis hin zu ihrer Verzweiflung, als ihr die Beweise fehlen, sind ihr förmlich ins Gesicht geschrieben – eine oscarreife Leistung, ganz klar.
Matthew McConaughey sehe ich eigentlich gar nicht so gerne, aber zumindest stört er in dieser Rolle nicht. Obwohl er dafür sorgt, dass der Film seine typische klischeehafte Liebesgeschichte bekommt. William Fichtner als blinder Dr. Kent Clark (der Name erinnert mich an jemanden) spielt einmal mehr sehr sympathisch.
Und Schauspieler, die ich immer gerne sehe, wie David Morse, Angela Bassett, James Woods, Tom Skerritt und Rob Lowe gehören ebenfalls zum ehrenwerten Cast dieses Films. Sogar John Hurt hat noch einen Auftritt. Dennoch hatte ich nie das Gefühl, dass die Schauspieler im Mittelpunkt stehen, sondern vielmehr der Plot und seine Figuren. Das macht einiges aus, denn dadurch nehme ich den Film deutlich ernster.
Die letzten 30 Minuten gehen unter die Haut. Ich möchte nicht spoilern, aber sie machen dieses Werk erst so besonders.

Fazit:

Der Film ist ein sehr guter Sci-Fi-Blockbuster, der es versteht, sein Publikum auch ohne großes Tempo zu unterhalten. Dialoge und Figurenentwicklung sind wichtiger als aufgesetzte Action oder überdramatisierte Situationen. Die Liebesgeschichte hätte zwar nicht unbedingt sein müssen, schadet dem Film aber auch nicht allzu sehr. Außerdem ist der Film gut gealtert und wirkt bis heute zeitlos. Robert Zemeckis hat hier wirklich großartige Arbeit geleistet. 
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bewertet am 18.07.26 um 19:46
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Funktioniert das Generationenporträt oder doch nur heiße Luft aus Hollywood?:

Wenn ich mir einen Film von Robert Zemeckis anschaue, habe ich im Vorfeld schon ein Bild vor Augen, wie der Film sein könnte. Nicht, dass ich etwas Großartiges erwarte, aber ich kenne seine Handschrift und weiß ungefähr, wie er mit dem Unterhaltungskino umgeht. Deshalb habe ich bei ihm meist schon eine Ahnung, wie sich der Film entwickelt. Bei Here ist das jedoch anders. Es ist ein Kammerspiel, das sich in einem Haus über verschiedene Generationen hinweg abspielt.
Der Film erschien 2024, ich dachte aber zunächst, er könnte während der Corona-Pandemie gedreht worden sein. Dann hätte mich dieser Eindruck getäuscht, denn dann wäre dieses Konzept wohl eher aus der Situation heraus entstanden. Wenn nicht, war es eine hervorragende Idee von Robert Zemeckis und Eric Roth, der ebenfalls am Drehbuch mitschrieb.
Die Kamera bleibt während des gesamten Films in einer einzigen Einstellung, und genau das verleiht dem Film eine besondere Atmosphäre und eine eigene Note.

Tom Hanks und Robin Wright spielen die Hauptrollen und überzeugen größtenteils in ihren Rollen. Tom Hanks gewinnt durch die Verjüngung einen Teil seines früheren Charmes zurück und wirkt nicht mehr so steif wie in manchen seiner aktuellen Rollen. Die Verjüngung wurde dabei nicht mit klassischem CGI umgesetzt – das hätte vermutlich schrecklich ausgesehen –, sondern mithilfe von KI-gestütztem Make-up. Hanks und Wright standen bereits für Forrest Gump gemeinsam vor der Kamera.
Ich erkannte auch einige Gemeinsamkeiten zwischen Richard und Margaret sowie Forrest und Jenny möchte aber nicht spoilern. Wer genau hinschaut, wird sie erkennen. Doch nicht nur Margaret und Richard sind interessante Figuren, sondern auch Pauline und John, ebenfalls ein Ehepaar, das in diesem Wohnzimmer ähnliche Erfahrungen durchmacht.

Fazit:

Here ist kein typischer Film von Robert Zemeckis. Ein Wohnzimmer, eine einzige Kameraeinstellung – das ist ungewöhnlich. Der Film zeigt verschiedene Generationen und macht deutlich, wie schnell die Zeit vergeht. Es ist ein Generationenporträt, das zeigt, dass Zeit das Wertvollste ist, was der Mensch besitzt, und gleichzeitig das Einzige, von dem er nie genug hat. Der Zeitgeist hingegen ist oft nur von ideologischen Gründen geprägt.
Außerdem stehen Tom Hanks und Robin Wright nach vielen Jahren wieder gemeinsam vor der Kamera – diesmal in einer anderen Generation, einer anderen Zeitspanne und mit einem anderen Zeitgeist. Es ist schön, die beiden wieder zusammen zu sehen.
Here war ein sehr interessantes Projekt von Robert Zemeckis, das für viele sicherlich gewöhnungsbedürftig sein wird. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Film schlecht ist. 
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bewertet am 15.07.26 um 23:37
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Realistischer Anti-Blockbuster

Der Tunnel ist ein südkoreanischer Katastrophenfilm mit Drama-Elementen. Lee Jeong-su ist Familienvater und auf dem Weg nach Hause. Zuerst muss er noch bei einer Tankstelle Halt machen und bekommt noch zwei Wasserflaschen dazu. Da weiß er noch nicht, wie wichtig diese Flaschen noch sein werden. Im nächsten Moment fährt er durch einen Tunnel, der in sich zusammenfällt. Eingeklemmt in seinem Auto, mit nur einem Handy, dessen Akku begrenzt ist, und eben seinen zwei Wasserflaschen, weiß er zunächst gar nicht, wie schlimm seine Lage wirklich ist.

Kim Dae-gyeong ist seine Hoffnung – ein Rettungsleiter, der über das Smartphone mit ihm in Kontakt steht. Kim Dae-gyeong wird jedoch gefordert, denn die Lage ist viel schlimmer, als zunächst gedacht. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt.

Der Tunnel ist ein Film, in dem man mit den Figuren mitleidet und ebenfalls hofft, dass alles gut ausgeht. Teilweise ließ bei mir die Hoffnung nach, weil die Rettung sehr lange dauert und viel Geduld braucht, um ihn zu befreien. Der Film geht eher in eine andere Richtung als Hollywood-Blockbuster wie zum Beispiel Daylight (den ich übrigens mag). Der Tunnel ist vielmehr ein Anti-Blockbuster, der sich viel Zeit nimmt, die Geschichte aufzubauen, und dabei möglichst realistisch sein möchte, ohne große Heldentaten. Er möchte allerdings auch nicht dokumentarisch wirken. Er möchte unterhalten, aber gleichzeitig authentisch sein.

Fazit:

Für das, was der Film sein möchte, ist er wirklich sehr gut gelungen. Er will nicht mehr darstellen, als er ist – ohne kitschige Nebenhandlungen oder andere unnötige Ablenkungen. Der Überlebenskampf von Lee Jeong-su ist wirklich berührend, und ich dachte mir ständig: Meine Güte, holt ihn endlich hier raus! Als Zuschauer hat man wirklich Angst um ihn. 
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bewertet am 08.07.26 um 23:25
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Ein sensationeller Abenteuerfilm mit Qualität. Ich muss zugeben, dass mir Meryl Streep in dieser Rolle als dominierte Mutter am besten gefällt. Sie wirkt zu keiner Minute überfordert mit ihrer Rolle und beweist, dass sie eine gute Schauspielerin ist, die einfach vieles spielen kann. Kevin Bacon ist als krimineller Stereotyp-Charakter ebenfalls sehr gut. Sein Komplize, John C. Reilly, punktet mit Sympathie, und man kann ihm fast nicht böse sein, dass er ein Krimineller ist. Der Ehemann von Streep wird von David Strathairn gespielt, der meiner Meinung nach eine sehr gute Leistung in dieser Rolle zeigt. Joseph Mazzello (Jurassic Park) spielt den Sohn, und auch er überzeugte mich. Benjamin Bratt ist hier als Ranger Johnny zu sehen.

Der Film erzeugt im Verlauf der Handlung immer mehr Spannung, und man fiebert mit den Charakteren mit. Dabei kann man die Musik von Jerry Goldsmith genießen.

Ebenfalls lobenswert ist, dass man nur wenige Stuntleute brauchte, weil die Schauspieler und Schauspielerinnen ihre Stunts hier fast immer selbst machten.

Empfehlenswert. 
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bewertet am 26.06.26 um 23:08
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Die Brücken der Emotionen

Bei mir liefen auch die Tränen, aber nicht wegen des Films, sondern weil ich beim Schauen dachte, was Hollywood einmal war. (Diesen Film habe ich übrigens jetzt zum ersten Mal gesehen.) Der Film stammt aus dem Jahr 1995 – ein unglaublich gutes Kinojahr.

Ja, ich vermisse die gute Zeit Hollywoods, während heute nur noch der größte Schund produziert wird.

In diesem Film spielen Clint Eastwood und Meryl Streep die Hauptrollen und strahlen eine Magie aus, die ich zuletzt 1993 bei Anthony Hopkins und Emma Thompson in „Was vom Tage übrig blieb“ gesehen habe. Jede Sekunde mit ihnen ist als Zuschauer ein Genuss.

Lange, intensive Gespräche an einer einzigen Location fühlen sich real und authentisch an. Clint Eastwood spielt auf Augenhöhe mit Meryl Streep, obwohl er einen ganz anderen Schauspielstil hat. Auch seine Rolle erlaubt ihm, der Frau auf Augenhöhe zu begegnen, was in Eastwood-Filmen selten vorkommt. „Million Dollar Baby“ wäre hier noch zu erwähnen. Oft spielt er den zurückhaltenden Macho oder den Tough Guy.

In „Die Brücken am Fluss“ spielt er dagegen einen Mann im fortgeschrittenen Alter, der sich der Realität bewusst ist und einer Frau seine Gefühle zeigt.

Meryl Streeps Rolle ist noch komplizierter. Sie hat einen Ehemann und Kinder, doch in den vier Tagen, in denen sie aus ihrem Alltag ausbricht, erkennt sie, dass ihr Leben eigentlich in eine andere Richtung hätte gehen können. Dennoch hält sie an dem fest, was sie bereits hat – mit fatalen emotionalen Folgen.

Ich genoss den Film jede Minute. Auch wenn ich das Ende etwas zu „over the top“ in seiner emotionalen Wirkung fand, konnte mich der Film bis zuletzt begeistern.

Fazit

„Die Brücken am Fluss“ ist ein Genre-Meisterwerk, ein großartiger Film mit und von Clint Eastwood, der hier eine seiner besten Leistungen seiner Karriere zeigt. Die Harmonie zwischen ihm und Meryl Streep ist so gut, wie ich sie nur selten gesehen habe.
Inszenierung, Atmosphäre, Dialoge und Kameraeinstellungen sind hervorragend. Der einzige kleine Kritikpunkt bleibt das Ende des Films: Die Emotionen wurden mir dort etwas zu übertrieben dargestellt.
Für Francesca Johnson waren es tatsächlich die Brücken der Emotionen. Sie hatte zwei mögliche Leben vor sich, doch eines davon lebte sie nur vier Tage lang, um anschließend den Rest ihres Lebens innere Unruhe zu verspüren und ihre mögliche Fehlentscheidung zu hinterfragen. Diesen Kampf führte sie bis zu ihrem Tod nur in ihrem Inneren mit sich selbst.

Grandioses Genre-Kino. 
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bewertet am 11.06.26 um 16:34
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Ein Humbug oder steckt doch mehr dahinter?

Blood & Sinners von Ryan Coogler ist ein Porträt mit allen Klischees der afroamerikanischen Geschichte über Generationen hinweg. Auch wenn das Setting und die Geschichte 1932 in Mississippi spielen, ist der Film moderner denn je. In der schwarzen afroamerikanischen Kultur ist Musik ein wichtiger Standpunkt, früher als Ausdruck der Kommunikation untereinander, später als eigene popkulturelle Kultur. Der Film zeigt, Musik hat sich von Generation zu Generation verändert, von Gospel zu R‘N‘B, von Blues zu Jazz, später dann von Funk zu Rap. Genau das widerspiegelt sich im Film. Der Film widerspiegelt auch die gesamte gesellschaftliche Entwicklung der Black Community, wenn auch überspitzt und aus der Sicht eines stolzen schwarzen Mannes. So wird der schwarze Mann im Film verkörpert, cool und fortschrittlich, man könnte meinen, dass er den Süden beherrscht und nie versklavt wurde. Er zeigt der Welt, wie stark die schwarze Rasse ist, das war eine Hommage an das schwarze lokale Black Cinema der 70er und an das New-Jack-Verhalten der 90er. Und der starke schwarze Mann, der in der Welt der Weißen alles erreichen kann, als hätte Huey Newton den Film geträumt und man gelangt an seine innere Psyche.

Auch das Black-Korea-Thema wurde aufgegriffen, so besaßen die Asiaten einen kleinen Einkaufsshop in Mississippi, obwohl das sehr nach Süd-Los-Angeles aussieht. Der weiße Mann ist im Hintergrund, er verfolgt den Schwarzen, aber wird nie Gewalt anwenden. Das übernimmt der sogenannte Wirt mit einer sogenannten Vektorenübertragung in Form der Vampire und das kann dann jeden treffen, ob schwarz oder weiß. Wer mit Hass infiziert ist, wird Gewalt anwenden und auch verbreiten. Michael B. Jordan spielt eine Doppelrolle, einen Zwilling, eine Hustler-Rolle, die schwarze Männer über Generationen prägte, und der Kampf der Arbeiterklasse beginnt. Der Klassenkampf ist nicht zwischen Arm und Reich, sondern mitten in der Arbeiterklasse. Jeder wertet sich selbst über jemanden, wenn er etwas bisschen mehr als der andere hat. Die Sprache untereinander ist explizit, ungefiltert, das Macho-Gehabe ist in jeder Sekunde zu spüren. Die schwarzen Frauen werden sexualisiert, begehrt und als Befriedigung gesehen.

Fazit:

Der Film ist wild und chaotisch und geht in die tiefste Seele der schwarzen Geschichte. So einen Film habe ich in solch einer Form noch nie gesehen. Trotz einiger Schwächen wie dem Plot oder manchen schlechten Leistungen der Schauspieler zolle ich dem Film Respekt. Auch Michael B. Jordan spielt nicht grandios aber cool und lässig wie immer, aber mehr nicht. Sein Oscar-Gewinn für die beste Hauptrolle war mehr Marketing.
Blood & Sinners kann ich empfehlen, obwohl er bestimmt nicht jedermanns Geschmack ist, sondern eher im Gegenteil, aber durch Michael B. Jordan ein Publikum haben wird. 
Story
mit 3
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 3
bewertet am 30.05.26 um 11:18

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