Als unabhängig finanzierter Low-Budget Horror, der für einen Überraschungserfolg in den Kinos sorgte, hat "The strangers" von vornherein eine kleinen Sympathiebonus. Allerdings verspielt der Film diesen bereits wieder nach den ersten 30 Minuten, wenn nämlich absehbar wird, daß es sich hierbei nur um ein mäßig originelles Remake des französischen Psychothrillers "Them" handelt. Natürlich gibt es immer noch genug Gewalttaten, die die Macher des US Slashers, unter dem Banner der wahren Begebenheiten, als Inspiration heranziehen können, allerdings sind die Parallelen zwischen den beiden Filme zu auffällig um zufällig zu sein.
Davon abgesehen, ist der Film ein recht gelungener Nervenzerrer, der auf subtile Art Schrecken erzeugt, statt einfach nur Gliedmaßen abzutrennen. Der Psychoterror der drei Angreifer zehrt an den Nerven und wird über die Gesamtlaufzeit aufrecht erhalten. Trotz weniger Längen ist "The strangers" gelungen, nichtsdestotrotz ist das Original allein schon wegen seines weitaus kompromissloseren Endes vorzuziehen.
Die gute Grundschärfe, die in den gut ausgeleuchteten Szenen auszumachen ist, gerät schnell in Vergessenheit, sobald es dunkel wird. Den dunklen Szenen ( also 90 % des Films ) mangelt es an Durchzeichnung. Der Schwarzwert ist satt, selbiges gilt für die Farbdarstellung, wobei die Farbtöne einen leicht verzerrten Charakter aufweisen.
Der Film nutzt die Möglichkeiten des digitalen Surroundsounds konsequenterweise zur Erzeugung seiner klaustrphobischen Atmosphäre, indem hier immer wieder diverse direktionale Toneffekte eingestreut werden, die eine "Halloween" läutete eine neue Ära des Schreckens ein und ist ein nach wie vor ein unheimlicher und spannender Slasher, der ein Minimum an Story durch ein Maximum an Atmosphäre kompensiert und ohne Folter und eimerweise Blut zu erschrecken vermag. Abgerundet wird dieses Meisterwerk des Schreckens von der genial suggestiven Musik John Carpenters sowie dem Spielfilmdebut der einzig wahren Scream Queen Jamie Lee Curtis.
In Nahaufnahmen sieht das Bild der Blu Ray überaus scharf und detailliert aus. Totalen neigen zu einer etwas zu starken Weichzeichnungen, wohingegen dunkle Szenen viele Unschärfen und ein leichtes Rauschen offenbaren. Grundsätzlich ist das Bild schon gut, aber aber angesichts der Klassikerrestauration diverser Majors, enttäuscht die Blu Ray doch ein wenig. Was sich beim Ton fortsetzt. Der 5.1 Upmix verteilt den Carpenter Score gekonnt über alle Boxen und verfügt sogar über ein paar sehr schöne Surroundeffekte, jedoch klingen die Stimmen hierbei etwas zu dumpf. Hier hält die
Omnipräsenz der Angreifer suggeriert. Die Toneffekte sind das Herzstück des Soundtracks und werden passend wiedergegeben. Auch wenn es kracht, spielt die Tonspur mit einem satten Bassfundament mit. Da der Ton aber auch mit viel Stille arbeitet, ist die Surroundanlage nicht permanent gefordert, wenn jedoch die Notwendigkeit besteht, zeigt der Ton was er kann.
Den Specials und geschnittenen Szenen mangelt es ein Stück weit an Informationsgehalt, was umso ärgerlicher ist, als daß das Bonuspaket der Disc von vornherein nicht gerade üppig ausgefallen ist. Immerhin wird etwas geboten, etwas mehr Inhalt wäre aber dennoch wünschenswert gewesen.
bewertet am 20.07.13 um 09:40