Demoniac aka Exorcism ist ein Sexploitation Streifen aus der Schmiede von Genre Spezialist Jess Franco.
Die Hauptrolle Anne übernimmt Francos Muse Lina Romay, die bereits in der Eröffnungsszene ihre körperlichen Reize präsentiert. Sie ist an ein Holzgestell gefesselt und wird von Martine ausgepeitscht, gespielt von der Erotikdarstellerin Catherine Lafferière. Für ein reiches Publikum inszenieren sie eine gestellte schwarze Messe, einschließlich eines Blutopfers mit einem falschen Dolch. Die Mädchen zeigen alles, was ihr für die 70er Jahre typischer Bär nicht versteckt.
Am nächsten Tag erwartet sie bereits ein weiterer Auftrag für ein reiches Publikum, vermittelt durch den Verleger eines SM Magazins. Zufällig schnappt der Autor Mathis, ein abgefallener und verrückter Priester - gespielt von Jess Franco persönlich - das Gespräch auf, folgt Anne zu ihrer Wohnung und mietet sich in die Wohnung gegenüber ein. Er bildet sich ein, er müsse das Böse verstehen und erleben, um es zu besiegen. Er beobachtet sie bei ihrem unzüchtigen Treiben und verschafft sich Luft, indem er eine Prostituierte tötet und ihr das Herz herausschneidet, um sie vom Teufel zu befreien, sie zu exzorzieren.
Er folgt Anne zu ihrer nächsten gestellten schwarzen Messe und hält das dunkle Ritual für echt. Darauf beginnt er, die reichen Teilnehmer ebenfalls tödlich zu exzorzieren und das Herz herauszuschneiden, um später die schöne Anne zu entführen und zu quälen oder aus seiner Warte, sie vom Satan zu befreien.
Der Sexploitation Film ist für sein kleines Budget von Low Budget Profi Franco gut inszeniert, ist für meinen Geschmack jedoch etwas zu überladen mit Softsexszenen, auch wenn sie zumindest nicht deplatziert wirken. Teilweise haben die Szenen durchaus eine erotische Wirkung, wenn man keine Abneigung gegen Fetischpraktiken hegt. Die Bluteffekte sind für die Budgetverhältnisse solide gemacht. Zudem stört mich ein wenig der für mein Empfinden etwas zu blasphemische Mörder, wobei aber auch geklärt wird, dass er eigentlich aus einer Irrenanstalt entlaufen ist und polizeilich gesucht wird. Zuletzt hatte der Regisseur auf jeden Fall sichtlich Freude daran, an seiner nackten Muse herumzufingern.
Die Bildqualität ist wechselhaft und ich habe das Gefühl, die enthaltene Fassung wurde aus unterschiedlichem Quellmaterial zusammengefügt. Stellenweise lässt sich in der Schärfe ein echter High Definition Transfer erkennen, häufig ist das Bild aber eher mittelmäßig scharf und mehr auf DVD Niveau. Die Farbsättigung zeigt ebenfalls gewissene Alterungsschwächen, welche sich aber im Rahmen halten. Das Bild zeigt gelegentlich senkrechte Laufstreifen und selten ein paar Bildpunkte. Das Filmkorn ist präsent, aber eigentlich nicht störend, auch wenn das Bild durch die Körnung leicht flackerhaft wirkt. Zudem ist der Bildstand ein wenig unstet. Der Gesamteindruck ist nicht überragend, aber der Transfer wirkt auch nicht schlampig oder schlecht, sondern einfach nur nicht perfekt erhalten.
Der deutsche Ton klingt zum größten Teil wirklich ziemlich klar und ist jederzeit gut zu verstehen. Erfreulicherweise ist die deutsche Synchronisation vollständig.
Das Mediabook ist mit insgesamt 4 Discs exzellent ausgestattet und bietet neben der Blu-ray und DVD zur französischen Kinofassung zusätzlich auf DVD den Director's Cut sowie die kanadische und die US Fassung. Hinzu kommt reichlich Bonusmaterial und ein ausführliches Booklet.
Das Mediabook in dieser Cover Variante ist auf 666 Exemplare limitiert und im Innenteil nummeriert. Ich besitze die Nummer 220.
Demoniac ist gerade in seinem Genre ein gut erzählter und gut gemachter Sexploitation Film mit einer schlüssigen Handlung und einem fiesen Killer. Die Handlung streckt sich durch die voyeuristischen Sexszenen ein wenig, so dass über die Laufzeit eigentlich zu wenig passiert, um den Zuschauer über den sexuellen Voyeurismus hinaus bei Laune zu halten. Der Film bietet durchaus solide Erotik, für wirklich erotische Unterhaltung gibt es dann aber doch deutlich bessere Alternativen. Für mich persönlich war das Gesamtpaket für eine höhere Benotung etwas zu wenig. Andere mögen den Film besser bewerten und dafür hätte ich durchaus Verständnis, denn schlecht gemacht ist der Film auf keinen Fall.
bewertet am 13.02.15 um 18:39