Brian Yuznas Regiedebüt "Society", ist wohl zugleich auch einer seiner abgedrehtesten Filme seiner Laufbahn. Kurz nach Release in Deutschland schaffte es der Film prompt auf dem Index zu landen, wo er dann 23 Jahre verharrte. 2013 stellte Capelight Pictures dann einen Antrag auf Listenstreichung und war erfolgreich damit. In der folgenden Neuprüfung kam der Streifen dann sogar mit einer FSK16 Freigabe davon. Der Film an sich greift zwei grundsätzliche Konflikte auf. Zum einen den zwischen reich und arm, zum anderen den zwischen Eltern und ihren Kindern. Dabei wird das alles alles durch eine seltsam sureale Art und Weise dargestellt. Diese Konflikte ziehen sich durch die ersten 2 Drittel des Films und bilden so das Grundgerüst um Spannung aufzubauen um es in dem großartig, splatterigen Finale auf den Höhepunkt zu treiben. Das Finale versinnbildlicht quasi, das die Armen von den Reichen "verschluckt" werden und das sollte man bei diesem Film wörtlich nehmen! Das Finale wurde im übrigen von "Screaming Mad George" gestaltet, der allen Genrefans eh ein Begriff sein sollte. Wie dem auch sei, mit "Society" schuf Yuzna eine herrlich abgedrehte Funsplatter-Satire die, wenn man sich die Aussage des Films zu Gemüte führt, gar nicht so realitätsfern ist, wie es den Anschein hat. Auf Seiten der Darsteller haben Yuzna und sein Team ebenfalls Händchen bewiesen und einen guten, wenn auch grösstenteils unbekannten Cast zusammengetrommelt. Einzig Billy Warlock sollte vielen Leuten ein Begriff sein, da dieser später in der sehr erfolgreichen Serie "Baywatch" mitwirken durfte. Auf jeden Fall sind die Darstellerleistungen solide und teils gewollt Überzogen.
Story: Billy ist ein normaler Teenager. Er spielt Basketball und hängt mit seinen Freunden ab. Seine Eltern hingegen sind gern in der High Society unterwegs und ständig auf Partys mit Gleichgesinnten. Als Billy von einem Bekannten ein Tonband bekommt, auf dem seine Familie in "merkwürdigen Aktivitäten" zu hören ist, fängt Billy an dem sauberen Image zu zweifeln. Nach dem unglücklichen Tod eines Freundes, beginnt er herum zu schnüffeln und verstrickt sich in immer merkwürdigere Geschichten und kommt nach und nach dem Geheimnis der Society auf die Spur. Es kommt soweit das er selbst in Lebensgefahr gerät und schliesslich auf einer der berüchtigten High Society Partys landet...
Bild: Liegt im Format 1,78:1 und im AVC Codec vor. Im Grunde kann man mit dem Transfer zufrieden sein. Grundsätzlich hätte die Schärfe etwas besser sein können, kommt aber in einigen Close Ups dennoch gut zur Geltung. Ansonsten fallen die erstaunlich frisch wirkenden Farben sofort auf. Kontrast ist soweit OK. Beim restaurieren des Bildes wurde auch gut gearbeitet. Bis auf wenige Ausnahmen wurden Staubpartikel und Bildfehler ausgemerzt. Ein wenig Rauschen ist hingegen aber ständig zu sehen, fällt aber nicht so sehr ins Gewicht.
Ton: Der PCM Stereoton klingt an sich OK, kann aber keineswegs auf ganzer Linie überzeugen. Im Grunde sind Dialoge, Musik und Geräusche gut angepasst und driftet nur durch gelegentliche Kratzer in die Mittelmäßigkeit ab. Allerdings klingen manche Dialoge etwas komisch. Vorallem wenn das Gesprochene vom Blickwinkel aus, von hinten oder den Seiten kommt, klingt es etwas dumpf und blechern. Kommt nicht sehr oft vor, wirkt aber störend. Ansonsten kann man in Anbetracht des Alters zufrieden sein.
Extras: Das Bonusmaterial beschränkt sich auf einen Audiokommentar mit Regisseur Brian Yuzna. Dieser ist allerdings nur in englisch und auch nicht untertitelt. Desweiteren gibts noch den Original Kinotrailer und diverse Trailer zu anderen Capelight Titeln. Wie vom Label gewohnt, ist auch ein Wendecover vorhanden um den hässlichen FSK Flatschen zu verbergen.
bewertet am 16.01.15 um 20:47