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Das möchte ich sehen, wie du es als Regi besser machen möchtest, derart viele Charaktere tiefgehend darzustellen und ihnen auch noch Raum für Entwicklung zu lassen. Avengers ist das Paradebeispiel, wie man genau das in Perfektion erreichen kann, verbunden mit Action, Witz und Charme, ohne dass es eben zu einem 08/15-Puppenspiel verkommt.
Für mich ist Avengers halt genau das: Ein 08/15-Actionfilm. Ich fand die Charaktere allesamt völlig flach und sie haben in Whedons Film fast alle Konturen aus den Einzelfilmen eingebüßt. Eigentlich haben sich alle Figuren nur gegenseitig mir (für mich persönlich) unkomischen und teilweise völlig deplatzierten One-Linern bombardiert. Charakterentwicklung fehlte völlig und das Drehbuch war voller Logiklücken. Hinzu kam das sehr unausgewogene Pacing, da die erste Dreiviertelstunde kaum etwas passierte - los ging es eigentlich erst bei Lokis Gefangenahme - dann aber wiederum viel zu gehetzt.
Die vorher in den Einzelfilmen extra reingequetschten Charaktere Black Widow und Hawkeye blieben dann bei Avengers weiter auf der Strecke und waren der Handlung ebenfalls nicht dienlich.
Hinzu kam die austauschbare Action, die für mich keine erinnerungswürdigen Augenblicke hatte. Damit will ich mich nicht als "Avengers-Hasser" outen, aber für mich war der Film nicht mehr als ein durchschnittlicher Blockbuster und weit entfernt vom Niveau der vorherigen Einzelfilme. Ich zumindest war nach den Ansehen rundum enttäuscht Und ich wollte den Film wirklich mögen und hatte mich sehr aufs Ansehen gefreut. Aber es kam einfach eine Szene, ein dummer Spruch nach dem anderen, so dass mir der Film stellenweise einfach "zu blöd" war.
Dieses Gefühl des "absoluten Kopfschüttelns" hatte ich bei Iron Man 2 z.B. nie. Der war mir anfangs wie gesagt nur zu vollgestopft und wirkte auf mich wie eine Art Avengers 0.5. Beim zweiten Mal ansehen hat sich das aber relativiert und seitdem finde ich ihn in etwa genau so gut wie Iron Man 1.
Sollte Teil 3 nun wirklich etwas ernster werden, fände ich das zum einen für die Iron-Man-Reihe gut, da es mal eine Veränderung reinbringt und es wäre eben zusätzlich ein Kontrast zum sehr albernen "cheesy" Avengers.
P.S.: Das genaue Gegenteil von Avengers wäre für mich z.B. X-Men: First Class. Gut, die jungen Mutanten waren da stellenweise auch recht blaß, aber Professor X und Magneto waren extrem gut inszenierte Charaktere mit echter Entwicklung im Verlauf des Films. Zudem hat man dort gerade dieses Aneinandereihen von "flotten Sprüchen" (was eigentlich mit diesem gewissen Trashfaktor typisch für die Comicfilme der 1990er war) gemieden und mehr Wert auf die glaubhafte Beziehung zwischen Charles und Erik gelegt.