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Zitat von Schlumpfmaster;5763996
Mir leuchtet es zumindest ein, dass die geistigen Führer des damaligen Judentums in Galiläa in Jesus durchaus eine Gefahr für etablierte Strukturen und auch deren Glaubensausrichtung dargestellt hatte, schließlich war er ja eigentlich ebenfalls ein Rabbi(?!?), dass Pilatus derjenige war, der die politische Macht Roms zu der Zeit ausführte ist natürlich klar und einen Aufrührer zu beseitigen war sicherlich auch in seinem Interesse, einfach um den Frieden zu wahren und somit auch seine eigene Machtpositiion zu erhalten.
Das trifft es sicher vom Prinzip ganz gut. Aber man darf dabei eben nicht übersehen, dass es zu der Zeit ja ohne Ende dieser Propheten gab. Das wird lustigerweise ausgerechnet in Life of Brian ziemlich authentisch dargestellt ;)
Jesus war also zumindest in der Hinsicht eigentlich keine sonderlich herausragende Figur. Und Jesus war selbst Jude, auch das ist klar. Er hat keine Kirche gegründet oder so, sondern wollte das Judentum reformieren.
Die Frage die sich stellt ist eben, warum gerade er derjenige war, der als Exempel gedient hat. Möglicherweise hatte er die größte Anhängerschaft oder trat am offensivsten auf. Wer weiß das schon.
Aber wenn Pilatus seinen Ermessensspielraum so genutzt hat, wie er es der Überlieferung nach tat, dann wohl am ehesten um ein Exempel zu statuieren um den inneren Frieden zu wahren. Ich denke weniger, dass er Angst um seine Machtposition hätte haben müssen, warum auch? Er hatte halt kein Interesse an Aufruhr.
Nur warum hätte er auf Rabbis hören sollen? Das ergibt doch relativ wenig Sinn. Die Römer hatten für den jüdischen Glauben und seine kultischen Handlungen nicht viel übrig. Und sich von den Glaubensvertretern einer besetzten Provinz ein Urteil einsagen zu lassen, ist völlig unrömisch. Er hatte in seiner Provinz das volle Imperium.
Von daher darf man davon ausgehen, dass das mit den Händen in Unschuld waschen und so eher eine Erfindung einiger Evangelisten ist, die hier natürlich auch die Differenz zum Judentum schaffen und herausarbeiten wollten. Das war aber ja gar nicht in Jesus Interesse, der vermutlich nie im, Sinn hatte eine Religion zu stiften.
Man darf bei den Büchern der Bibel ja auch nicht vergessen, dass es unzählige weitere Schriften und auch weitere Evangelien gibt, die jedoch nicht in den Bibelkanon aufgenommen wurden. Und da der Kanon vom päpstlichen Konzil ausgewählt wurde, welches wiederum wenig Interesse hatte das Judentum an sich in ein gutes Licht zu stellen, kann man hier schon ein bisschen Tendenziosität annehmen...
Aber Du hast natürlich Recht, wissen tun wir's nicht so genau, ist ja schon lange her.
Nur eines scheint mir doch relativ klar. Es sind dort Grausamkeiten und Folterszenen enthalten die nirgends dokumentiert sind, nicht mal in einem der Evangelien. Gibson hat seinerzeit sinngemäß gesagt, er hätte die Drastik erhöhen wollen, um herauszuarbeiten, wie groß und schwer die Last war, die Jesus auf sich nahm.
Andererseits stellt man natürlich auch die, die die Handlungen ausführen in ein noch schlechteres Licht. Und wenn Gibson gedacht hat, dass (z.B.) die Rothschild-Bank und Harvey Weinstein mit Freude künftige Filme finanzieren, ist er zumindest mal nicht besonders clever...