Zitat:
Zitat von Brathering
Mit anderen Worten... Damit Du nicht pfuschen musst ;) :p
Oder mit ganz anderen Worten, damit Du das machst was mal jemand
vor Dir als "richtig" deklariert hat.
Das gleiche Thema stört mich ja bei Filmen auch oftmals, wenn man
dann die Qualität eines Filmes oder eines Drehbuchs NUR an solchen
Ratgebern - und nichts anderes sind sie erstmal - festmacht.
Die Erklärung, wieso etwas in einem Film funktioniert kann damit
begründbar sein, muss es aber nicht.
Was Snyder angeht, merkt man ihm zudem in erster Linie noch nicht
mal sein Werbefilmerdasein an, sondern vielmehr sein Background als
Zeichner. Daher arbeitet er ja auch mit Vorliebe über optische
Motive und Symbole, betrachtet seinen Film zuvor ja auch in
Bilderbuchform - nämlich den Storyboards, die er in aller Regel
selbst erstellt.
Wenn es um das Schreiben von Figuren geht, hat Snyder
Nachholbedarf, da gehe ich sogar mit Vince konform.
Jedoch wäre es meines Erachtens auch zu einfach ihn nur darauf zu
reduzieren.
Was ich BvS ankreide ist dass er eigentlich an der Zielgruppe
vorbei erschaffen wurde, Snyder hatte dabei eine Vorstellung,
Warner hat diese abgesegnet und dann am Ende festzustellen dass man
etwas anderes will, wobei ich mich dann schon frage - so sehr ich
den Film schätze - wie Warner das absegnen konhnte, denn die
Zielgruppe der Comicleser und Cartoonfans fern ab des Nerdtums
erachsener Spinner, Träumer und Freaks sind nunmal Kinder und für
eben diese wurde der Film nicht gemacht, da ändert das
herunterschneiden auf PG1 dann auch nichts mehr, da der ganze Ton
des Films viel zu düster und ernst daherkommt.
Aus rein kreativer Sicht empfinde ich BvS daher auch als gut,
Umsetzung vor dem Ultimate Cut, jedoch verbesserungswürdig, um es
mal sachte auszudrücken, wobei ich Pacing und Schnitt hier ja auch
von Beginn an als Hauptproblem adressiert hatte.
Snyder betreibt übrigens generell recht gerne die Dekonstruktion
von Figuren. Das mag dann auch mit den Schreiber-Bibeln womöglich
nicht konform gehen usw...muss man auch nicht mögen, kann man aber.
Solche Dinge liegen dann eben auch oftmals an persönlichen
Vorlieben des Zuschauers.
Mich würde nach den ziemlich positiven Bewertungen des Director´s
Cuts interessieren, wie es tatsächlich, ohne Schönigungen der
Angelegenheit den Endschnitt zu verantworten hatte.
Zitat:
Zitat von VincentVinyl
Ich sehe BvS genau umgekehrt als voll im Trend "style over
substance", aber das Thema hatten wir ja quasi schon im Thread.
Substanz erkenne ich keinerlei im Film - weder inhaltlich noch in
der Art der Erzählstruktur. Selbst handwerklich finde ich den Film
recht schlecht geschnitten und auch nicht sehr ästhetisch gefilmt.
Aber vieles davon ist Geschmackssche: Snyders visueller Stil ist
generell nicht mein Ding, so dass mein Urteil da auch etwas
befangen ist.
Was Handwerk und Kunst angeht, gibt es natürlich gerade im Bereich
Musik auch viele Songwriter, die z. B. handwerklich bestenfalls
durchschnittlich sind, aber trotzdem tolle Songs geschrieben haben
- Kurt Cobain z. B. war alles andere als ein toller Gitarrist (rein
technisch gesehen) aber hatte halt ein Händchen für Melodien.
Allerdings gibt es auch Künstler, die sind mir z. B. am liebsten,
die beides drauf haben: Handwerklich klasse und super Songwriter.
Für mich sind das dann die wahren Talente - z. B. Jeff Buckley oder
Steve Wilson.
Wobei man, wie Schlumpfmaster schon angedeutet hat, kreatives
Schreiben und Musik auch nicht 1:1 vergleichen kann, da etwa der
Schaffensprozess bei einem Roman doch in der Regel deutlich länger
dauert und weniger Fremdeinfluss dazu kommt. Beispielsweise hängt
bei einem Song nicht nur viel von der Melodie an sich ab, sondern
auch davon wie sie arrangiert wird. Und da spielen oft die
Produzenten eine ganz immense Rolle.
Mit einer Vorliebe was Musiker angeht gehe ich mal wieder
konform.
Dennoch erlbst man es auch gerne mal einen tollen emotionalen Song
zu hören, der einfacher nicht gestrickt sein könnte.
Arrangements sind dabei natürlich auch sehr wirchtig und in einem
Bandkontext ist dann Musiktheorie wieder von enormen Vorteil, weil
man schneller ermitteln kann was zur Grundlage passt, ohne es erst
ermitteln zu müssen.
Beim kreativen Schreiben, musss man eben von Beginn an eigentlich
erstmal herausarbeiten, worum es gehen soll, was für eine
Geschichte beabsichtige ich zu erzählen. Und dann kommt eben die
Konzeptions- und Planungsphase: Welche Figuren benötige ich, um das
zu erzählen, wie will ich den Spannungsbogen aufbauen, welche
Aussage will ich mit dem Werk treffen, Anfang, Mittetleil, Ende
festlegen und nicht einfach der Nase nach losschreiben usw....its
ein wie ich finde sehr anspruchsvolles Thema und enorm
vielschichtig, vor allem, wenn man es gut machen will. :)