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Zitat von Arieve;5943911
Kommt immer darauf an. Habe mit letztens beispielsweise auf einem Infoportal über Musik die Rezension zu einem Album durchgelesen. Das war ein absoluter Verriss, ein Genuss zu lesen zwar, aber ein absoluter Verriss des Albums. Die dargelegten Argumente dafür waren auch sehr schlüssig.
Es ist ja schön in einem Verriss überhaupt etwas über den Inhalt zu lesen. Ich finde, insbesondere bei Plattenkritiken fällt mir das auf, dass es immer geschmäcklerischer zugeht. Ich meine, klar, dem einen gefällt etwas, dem anderen weniger, das ist ja alles gut und schön.
Wenn aber ein Album von jemandem kritisiert wird, der einen Interpreten ohnehin schon hasst und in einer "Kritik" über mehrere Absätze hinaus es nicht mal schafft, auch nur ein Wort über die eigentliche Musik zu verlieren, sondern sich nur an der eigenen Eloquenz zu erfreuen, dann wird es schwierig.
Bei guten Kritiken natürlich auch...
Auf plattentests.de zum Beispiel trifft das mittlerweile auf so viele Rezensionen zu, dass ich die in der Regel nicht mal mehr öffne, sondern schon an der Überschrift erkenne, worauf es hinausläuft. Sind doch die Artikel selbst in der Regel auch nur Variationen der Überschrift.
Von daher, es gibt eigentlich nichts schöneres zu lesen als einen guten Verriss (Lobhudelein sind ja meist eher langweilig) aber es gibt nichts unnötigeres als einen schlechten Verriss. Außer der schlechten Lobhudelei vielleicht ;)
Zitat:
Trotzdem sagten sie mir, dass ich dieses Album genau aus diesen Gründen mit Sicherheit sehr lieben würde, weshalb ich es mir dann auch gekauft habe und auch sehr happy damit bin.
Auch wenn 100 Kritiker ein Produkt verreißen kann es mir und vielen anderen sehr gut gefallen, vielleicht ja sogar wegen der dargelegten Argumente...
Ja, so sehe ich das auch. Ein Grund mehr, die Kritiken nicht persönlich zu nehmen. Es ist halt nun mal so, manchmal trifft die Kritikermeinung die eigene und manchmal auch nicht. Und insbesondere bei Vorlieben für bestimmtes abseitiges Material lernt man das dann auch zu schätzen.
Und im Falle Prometheus kann ich zum Beispiel die 72% positiven Kritikermeinungen überhaupt nicht nachvollziehen, genauso wenig wie die 77% für Indiana Jones und den Kristallschädel. Oder die 71% für Jurassic World. Gut, da vielleicht noch ein bisschen weniger...
Und das finde ich für mich immer viel schwieriger einzuordnen. Die Attribute eines "gehypten" Films in "okay, mögen also die meisten, wird mir wahrscheinlich aber nicht gefallen" zu decodieren finde ich viel schwieriger als eben umgekehrt, dem Verriss die Merkmale zu entreißen, die mich den Film vermutlich mögen lassen.
Von daher: Es lebe der Verriss!