Zitat:
Zitat von feivel;6020451
Buhuuu...first world problems..oder sollte man sagen nerd-world problems.
Nur weil Star Trek drauf steht, dürfen sich die Macher der Serie doch kreativ austoben..
Auch wenn hier viele Leute, inklusive mir, das neue Design der Klingonen kritisieren, heißt das nicht, dass wir alle uns eine TNG 3 wünschen (VOY = TNG 2 ;) ), und dass wir jede kreative Auseinandersetzung mit dem vorhandenem Materail scheuen. Vielelicht solltest Du Dir dazu bspw. auch noch mal meine
sehr ausführliche Stellungnahme dazu durchlesen, dann siehst Du das es quatsch ist.
Es gibt halt nur einfach (neben den vielen guten Neuerungen) auch Dinge die fallen schlechter auf als andere. Und das komplett überarbeitete Klingonendesign - inklusive der Schiffe - ist nunmal so ein Thema; was nicht bedeutet, dass man Klingonen nicht auch überarbeiten darf - ich habe in dem oben verlinkten Post von mir ja auch einige Designentwürfe rausgesucht, die ich wirklich toll fand; es gibt so viele Designs von neuen, modernen Klingonen, die mir wirklich gut gefallen hätten. Wofür man sich dann letztendlich entschieden hatte, das sagt mir nunmal irgendwie garnicht zu.
Es ist eben immer eine Gradwanderung zwischen "man erkennt das alte noch wieder" und "man hat es überzogen". Neuinterpretation heißt ja, dass man etwas neu
interpretiert. Zum Interpretieren muss das Original irgendwo noch vorhanden, noch erkennbar sein. Sonst hat man eben Überinterpretiert, bzw. etwas komplett
anders erfunden.
Ein roter Hulk ist und bleibt der Hulk, erkennbar an seinen Charaktereigenschaften - es werden andere Facetten herausgearbeitet, es wird vielleicht sogar eine komplett andere Ausgangslage geschaffen (neue Zeitlinie, Paralleluniversen, was weiß ich), aber wenn zu diesen neuen Inhalten noch genügend alte, liebgewonnene Dinge erhalten geblieben sind, wird jeder sagen können: "Hey, das ist ein Hulk - vielleicht nicht mein Lieblingshulk, aber ein Hulk".
Und im großen und ganzen kann man das auch von Star Trek sagen: "Hey, das ist tatsächlich eine neue Star Trek Serie" - einigen mag sie weniger gefallen als anderen, aber viele Trekkies mit denen ich gesprochen habe, sind insgesamt positiv gestimmt, was die Serie insgesamt angeht - eine sinnvolle, interessante, und spannende Neuinterpretation. Die Klingonen werden aber von uns Trekkis, die ja zum Teil seit den 60er Jahren diese Serien verfolgen, bei denen die Klingonen überdies regelmäßig neu interpretiert wurden, mittlerweile garnicht mehr wieder erkannt. Und das stößt halt vielen Sauer auf. Der eine sagt sich "na gut, nicht so schlimm, auch wenn ich es mir anders gewünscht hätte und es doof finde, wie es ist", für andere wiederum sind die Klingonen vielleicht eine so wichtige Instanz bei Star Trek, dass es sie einfach fuchsig macht, dass sie so sehr "verschandelt" wurden.
Wie ich schrieb; ich hätte sehr sehr gerne die Klingonen in ihrer Hochzeit gesehen - das fehlt mir an ST in den anderen Serien total; dazu müssen die Klingonen auch neu interpretiert werden, müssen moderner wirklen, durchsetzungsfähiger, streitsüchtiger, etc.
All das sehe ich bisher bei DIS noch nicht. Stattdessen sehe ich eine Rasse, die - wenn da nicht steht "Guck mal das hier sind Klingonen" ich garnicht als Klingonen erkenne, sondern wo ich denken würde, hier handelt es sich um eine neue Rasse die wir in Star Trek bisher noch nie gesehen haben (wie z.B. bei Saru ja auch wirklich der Fall, den ich bspw. grandios finde, und wo ich sehr gespannt bin, zu sehen, wie sich das mit ihm und Burnham weiterentwickelt). Wenn Bruce Banner, immer wenn er sauer wird, sich plötzlich in eine Frau von normaler Statur mit Bikini und Cape verwandelt und ihre Gegner mit Liebe und Zuneigung besiegt - dann würde man auch dort sagen "Das erkenne ich als Hulk nicht wieder" - um es mal in dieser Metahper übertrieben darzustellen ;) Ist bei den Klingonen jetzt sicherlich nicht ganz so schlimm, aber in die Richtung geht es nunmal für eine Vielzahl eingesessener Trekkies.
Soll Schlussendlich als Fazit heißen: Ja bitte! Neuinterpretationen, Weiterentwicklungen, gerne! Meine größte Kritik an VOY ist, dass es für mich nach DS9 ein Rückschritt war, ein TNG 2, wie ich oben schon schrieb. Und selbst TNG ist ja nur ein moderneres TOS. Wobei TNG eine sehr gute, sehr genlungene Neuinterpretation war, VOY aber wirklich absolut garnichts neues gebracht hatte (und das eben auch noch nach DS9, was seinerseits wiederum grandiose neue Facetten des ST-Universums aufgezeigt hat). Deswegen steht bei mir DS9 an erster Stelle, obwohl ich mit TNG (und ein bisschen TOS; zumindest den Filmen) groß geworden bin.
Aber: Bei DIS gibt es eben bei den Klingonen leider zu viel des guten. Das darf man doch als mehrjähriger (in meinem Fall fast 20 Jahre) Star Trek Fan doch auch ankreiden dürfen? Letztendlich ändern kann man es eh nicht mehr (außer es geschicht jetzt irgend ein Unfall, der das Aussehen der Klingonen erklärt und sie wandeln sich dann wieder zurück - glaube ich aber nicht - das käme durchaus sehr komisch und würd zu einer modernen Serie einfach nicht mehr passen) - das Kind ist in den Brunnen gefallen und wir werden damit leben müssen. Ich zumindest, denn die Serie ist trotzdem gut, mich hat sie schon angefixt, und sicherlich werde ich in einigen Jahren mich auch an die Klingonen gewöhnt haben, sodass ich nicht jedesmal denke "Oh jeh", wenn wieder was klingonisches gezeigt wird.
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