Avatar: Fire and Ash hat für mich erneut bestätigt, dass ich grundsätzlich kein grosser Fan der Reihe bin, sie aber als reines Eventkino durchaus schätzen kann. Die Avatar-Filme funktionieren für mich vor allem dann, wenn man sie im Kino sieht und sich vom audiovisuellen Spektakel mitreissen lässt. Gleichzeitig bleibt es für mich ein faszinierendes Phänomen, dass diese Filme zu den erfolgreichsten aller Zeiten gehören, popkulturell aber erstaunlich wenig Spuren hinterlassen. Das bestärkt meinen Eindruck, dass viele Menschen Avatar hauptsächlich wegen des Spektakels schauen, was völlig legitim ist. Auch bei Teil 3 ist die visuelle Seite wieder ein absolutes Highlight. Die Bilder, Effekte und die Detailverliebtheit bewegen sich auf einem extrem hohen Niveau und man sieht das enorme Budget wirklich in jeder einzelnen Szene. Pandora wirkt erneut lebendig, greifbar und technisch beeindruckend wie kaum eine andere Filmwelt. Bei der Erstsichtung im Kino war ein grosser Kritikpunkt von mir die Nutzung von HFR. Der ständige Wechsel zwischen 24 und 48 Bildern pro Sekunde, sehr oft sogar innerhalb derselben Szene, hatte mich immer wieder aus der Immersion gerissen. Hier hätte James Cameron entweder deutlich konsequenter oder schlicht zurückhaltender mit dieser Technik umgehen sollen. Glücklicherweise besteht dieses Problem im Heimkino nicht mehr, da hier ganz normal auf 24 Bilder pro Sekunde gesetzt wird, dafür fehlt aber natürlich der Mehrwert von 3D. Was mich jedoch wirklich enttäuscht hat, ist die Story, die sich für mich wie eine Mogelpackung anfühlt. Der Titel Fire and Ash suggeriert, dass ein Grossteil der Handlung in einem neuen Gebiet angesiedelt ist, was sich letztlich als falsche Erwartung herausgestellt hat. Stattdessen spielt der Film erneut grösstenteils beim Wasserfolk, inklusive eines fast identischen Finales wie in Teil 2. So spektakulär diese Sequenzen auch inszeniert sind, sie lassen leider spürbar kreative Frische vermissen. Die Handlung selbst ist simpel, vorhersehbar und ähnelt im groben Aufbau stark dem Vorgänger, wodurch sich die Geschichte zunehmend im Kreis dreht. Umso erstaunlicher ist es, dass sich der Film für diese dünne Story über drei Stunden Zeit nimmt, denn diese Laufzeit ist in keiner Weise gerechtfertigt. Auch das neue Feuer- und Asche-Volk bleibt am Ende eher oberflächlich gezeichnet. Positiv hervorheben möchte ich jedoch Varang, die Anführerin dieses Volkes, die für mich eine der interessantesten Figuren des Films war. Insgesamt ist Avatar: Fire and Ash für mich kein Reinfall, da er visuell ein echtes Brett ist. Inhaltlich und erzählerisch hatte ich mir jedoch deutlich mehr erhofft und die starken Parallelen zu The Way of Water sind schlicht nicht zu übersehen.
bewertet am 26.06.26 um 13:07