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Filmbewertungen von SANY3000
Seit 27. August 2026 gibt es die Kultkomödie Kindergarten Cop aus dem Jahr 1990 in einem 4K-UHD- und Blu-ray-Mediabook von Plaion Pictures.
Nach Twins entwickelte Arnold Schwarzenegger darin sein Image noch weiter und zeigte sich als familientauglich-komödiantisc her Mainstreamstar abseits seiner legendären Actionblockbuster. Die Komödie unter der Regie von Ivan Reitman (Ghostbusters) setzt im weiteren Cast auf Namen wie Penelope Ann Miller, Pamela Reed und Linda Hunt.
Ein hartgesottener Polizist muss darin für einen Undercover-Einsatz als Erzieher im Kindergarten plötzlich eine Rolle übernehmen, die kaum weiter von seinem bisherigen Alltag entfernt sein könnte.
Doch kann der Film auch noch 36 Jahre nach seinem Erscheinen familienfreundlich unterhalten oder ist Kindergarten Cop aus heutiger Sicht nicht mehr als ein schlecht gealterter Witz? Wie gut sind außerdem das Mediabook und die 4K-Umsetzung des Films gelungen?
Story:
Der erfahrene Polizist John Kimble ist einem gefährlichen Drogendealer auf den Fersen. Um an entscheidende Informationen zu gelangen, führt ihn seine Ermittlung schließlich in eine Grundschule, wo er undercover nach der früheren Partnerin des Verdächtigen und deren Sohn suchen soll.
Durch eine unerwartete Wendung muss Kimble dabei selbst die Leitung einer Kindergartenklasse übernehmen. Der kompromisslose Ermittler trifft damit auf eine Aufgabe, für die ihn weder seine Dienstjahre noch seine harte Vorgehensweise vorbereitet haben. Zwischen chaotischem Kinderalltag, ungewohnten pädagogischen Herausforderungen und seinem eigentlichen Auftrag versucht Kimble, seine Tarnung aufrechtzuerhalten und gleichzeitig seinem Ziel näherzukommen.
Kritik:
Das zuvor etablierte Image von Hollywoods Allzweck-Actionmaschine aus der Steiermark wird hier jedenfalls herrlich gebrochen. Während die ersten rund 15 Minuten eher einem klassischen Actionthriller gleichen, entwickelt sich der Film vor allem danach zu einer kurzweiligen Komödie. Diese bekommt erst ab der zweiten Hälfte und in ihrem Showdown dank der unheilvollen Darstellungen von Richard Tyson und Carroll Baker als Sohn-Mutter-Gespann Cullen und Eleanor Crisp wieder deutlich ernstere Töne, wenn es schließlich auch um Themen wie Kindesentführung geht. Auch die Thematik der körperlichen Kindesmisshandlung wird im Kindergarten Cop eindringlich aufgegriffen. Dennoch behält der Film seine unterhaltsamen Facetten durchgehend bei. In seiner Inszenierung besitzt er hierbei oftmals auch cartoonesk-überspitzte Momente, die Arnold Schwarzenegger im Kontrast zu den Kindern mit leichtem Overacting ausspielt. Die Überforderung, die Schwarzenegger am Anfang mit den Kindern hatte, zeigte sich dabei auch am Set, da Arnie erst ein paar Monate zuvor zum ersten Mal Vater geworden war. Doch er fand schließlich auch hinter den Kulissen einen Draht zu ihnen.
Zum komödiantisch überzeichneten Gesamtbild trug außerdem auch die von Linda Hunt verkörperte Direktorin Frau Schlowski bei. Ansonsten entsteht viel Komik in der unbedarften Darstellung der Kinder, die mit einigen irrwitzigen One-Linern unbewusst pikante Details ihrer Eltern abfeuern. Tatsächlich ließ man die Kinder für diese Szenen teilweise improvisieren, weshalb manche der Aussagen tatsächlich der Wahrheit entsprachen.
Neben actionreichen und fesselnden Momenten im Showdown funktioniert auch die erzählte Liebesgeschichte zwischen John Kimble und Rachel Crisp. Wenn vor allem Rachel durch ihre Verliebtheit eine etwas kindliche Dynamik ausstrahlt, fügt sich dies wunderbar stimmig ins Setting des Kindergartens ein. Auch Pamela Reed, die in den späteren 90ern noch als Alison Langley in Bean – Der ultimative Katastrophenfilm überzeugen konnte, kann komödiantisch neben Schwarzenegger glänzen. Sie bildet neben den Kindern einen wirkungsvollen Kontrast, um den eigentlich weichen Kern des beruflich hartgesottenen Polizisten Kimble freizulegen. Stärken, die den Film noch heute zeitlos machen und von einer unbeschwerten Energie getragen werden. Vor allem aber ist es auch die wunderbare Botschaft, dass Kimble am Ende nur er selbst sein muss, damit die Kinder ihn ernst nehmen. Kinder schließlich wie kleine Erwachsene zu behandeln, die auch schon Verantwortung im kleinen Rahmen übernehmen können, ist zudem eine pädagogische Botschaft, die auch außerhalb der fiktionalen Grenzen Bestand hat.
Innerhalb der deutschen Synchronfassung sind wiederum mit Thomas Danneberg auf Schwarzenegger und Tilly Lauenstein auf Linda Hunt zwei sehr markante und zugleich so gewohnte Stimmen zu hören, die beide leider nicht mehr unter uns verweilen, hier aber für ihre großartige Synchronarbeit nicht unerwähnt bleiben sollten.
Das Mediabook:
Das Mediabook von Plaion Pictures kommt schließlich mit einer glänzenden Beschichtung daher und bildet auf seinem Cover das Kinoplakat ab. Auf der Rückseite finden sich alle relevanten Infos von der Handlungsbeschreibung über die Extras bis zu den technischen Daten festaufgedruckt vor. Eine stilistisch auch auf den Discs und im Buchteil fortgeführte Idee sind dabei die kindlich gemalten Verzierungen. Im Innenteil befinden sich schließlich vor dem Buchteil die 4K-Disc und dahinter die Blu-ray. Unterhalb beider Discs ist jeweils ein Motiv aus dem Film zu sehen. Die beiden Motive sind qualitativ etwas softer gehalten.
Das Bild:
Qualitativ zeigt sich die 4K-Umsetzung weitgehend hochwertig, wobei der Film in den ersten 15 deutlich ernsteren Minuten ein etwas grobkörnigeres Bild aufweist. Danach nimmt sich das Filmkorn meist dezent zurück und zeigt sich sichtbar feiner. Dabei kann die 4K-Disc auch mit einigen farbenfrohen Szenen strahlen, während die Schärfe mit einer teils guten und manchmal auch etwas schwächeren Detaildurchzeichnung besticht. Letzteres dürfte aber am nicht immer ganz optimalen Schärfepegel des Ausgangsmaterials liegen.
Der Ton:
Die neu bearbeitete 5.1-Tonspur überzeugt wiederum mit klar verständlichen Stimmen. Hierbei können vor allem auch die musikalische Abmischung und schwungvollen Momente punkten, die ausreichend druckvoll erklingen. Die ebenfalls aufgespielte 2.0-Tonspur enthält wiederum die ebenso brauchbare ursprüngliche Dolby-Stereo-Grundlage. Deshalb kann diese Umsetzung gegenüber der Pandastorm-Blu-ray deutliche qualitative und tonale Verbesserungen bieten.
Die Extras und das Booklet von Tobias Hohmann:
Ebenso gibt es diesmal Extras auf der Disc zu vermelden, wobei diese dennoch sehr überschaubar und teils von sehr dürftiger Qualität sind. Neben zwei Audiokommentaren von insgesamt drei Filmhistorikern ohne deutsche Untertitel gibt es immerhin noch TV-Spots, ein Promo-Reel, Trailer, einen Behind-the-Scenes-Clip, eine alternative Schnittfassung einer Szene sowie eine Bildergalerie. Die vertieften Produktionshintergründe und Nachwirkungen liefert jedoch erst Tobias Hohmann im Buchteil. Aufgelockert wird dieser Text durch ausreichend Bildmaterial, wobei hier auch Zeichnungen zu sehen sind, die passenderweise von Kindern ausgemalt wurden.
Fazit: Kindergarten Cop hat somit nichts von seiner einstigen komödiantischen Energie verloren und verbindet auch heute noch sehr authentisch ernste, pädagogische, spannende und actionreiche Elemente miteinander. Deshalb verwundert es kaum, dass Arnie den Film bis heute zu seinen persönlichen Lieblingsfilmen als Schauspieler zählt. Für den 2022 verstorbenen Ivan Reitman war der Film einer seiner wichtigsten Publikumserfolge neben Ghostbusters und verbindet Komik und Action mit Herz. Daneben werden auch das Mediabook, Hohmanns Buchteil und die Discumsetzung diesem Klassiker gerecht. So kann der Film mit kindlicher Freude auch von neuen Generationen entdeckt werden.
Nach Twins entwickelte Arnold Schwarzenegger darin sein Image noch weiter und zeigte sich als familientauglich-komödiantisc her Mainstreamstar abseits seiner legendären Actionblockbuster. Die Komödie unter der Regie von Ivan Reitman (Ghostbusters) setzt im weiteren Cast auf Namen wie Penelope Ann Miller, Pamela Reed und Linda Hunt.
Ein hartgesottener Polizist muss darin für einen Undercover-Einsatz als Erzieher im Kindergarten plötzlich eine Rolle übernehmen, die kaum weiter von seinem bisherigen Alltag entfernt sein könnte.
Doch kann der Film auch noch 36 Jahre nach seinem Erscheinen familienfreundlich unterhalten oder ist Kindergarten Cop aus heutiger Sicht nicht mehr als ein schlecht gealterter Witz? Wie gut sind außerdem das Mediabook und die 4K-Umsetzung des Films gelungen?
Story:
Der erfahrene Polizist John Kimble ist einem gefährlichen Drogendealer auf den Fersen. Um an entscheidende Informationen zu gelangen, führt ihn seine Ermittlung schließlich in eine Grundschule, wo er undercover nach der früheren Partnerin des Verdächtigen und deren Sohn suchen soll.
Durch eine unerwartete Wendung muss Kimble dabei selbst die Leitung einer Kindergartenklasse übernehmen. Der kompromisslose Ermittler trifft damit auf eine Aufgabe, für die ihn weder seine Dienstjahre noch seine harte Vorgehensweise vorbereitet haben. Zwischen chaotischem Kinderalltag, ungewohnten pädagogischen Herausforderungen und seinem eigentlichen Auftrag versucht Kimble, seine Tarnung aufrechtzuerhalten und gleichzeitig seinem Ziel näherzukommen.
Kritik:
Das zuvor etablierte Image von Hollywoods Allzweck-Actionmaschine aus der Steiermark wird hier jedenfalls herrlich gebrochen. Während die ersten rund 15 Minuten eher einem klassischen Actionthriller gleichen, entwickelt sich der Film vor allem danach zu einer kurzweiligen Komödie. Diese bekommt erst ab der zweiten Hälfte und in ihrem Showdown dank der unheilvollen Darstellungen von Richard Tyson und Carroll Baker als Sohn-Mutter-Gespann Cullen und Eleanor Crisp wieder deutlich ernstere Töne, wenn es schließlich auch um Themen wie Kindesentführung geht. Auch die Thematik der körperlichen Kindesmisshandlung wird im Kindergarten Cop eindringlich aufgegriffen. Dennoch behält der Film seine unterhaltsamen Facetten durchgehend bei. In seiner Inszenierung besitzt er hierbei oftmals auch cartoonesk-überspitzte Momente, die Arnold Schwarzenegger im Kontrast zu den Kindern mit leichtem Overacting ausspielt. Die Überforderung, die Schwarzenegger am Anfang mit den Kindern hatte, zeigte sich dabei auch am Set, da Arnie erst ein paar Monate zuvor zum ersten Mal Vater geworden war. Doch er fand schließlich auch hinter den Kulissen einen Draht zu ihnen.
Zum komödiantisch überzeichneten Gesamtbild trug außerdem auch die von Linda Hunt verkörperte Direktorin Frau Schlowski bei. Ansonsten entsteht viel Komik in der unbedarften Darstellung der Kinder, die mit einigen irrwitzigen One-Linern unbewusst pikante Details ihrer Eltern abfeuern. Tatsächlich ließ man die Kinder für diese Szenen teilweise improvisieren, weshalb manche der Aussagen tatsächlich der Wahrheit entsprachen.
Neben actionreichen und fesselnden Momenten im Showdown funktioniert auch die erzählte Liebesgeschichte zwischen John Kimble und Rachel Crisp. Wenn vor allem Rachel durch ihre Verliebtheit eine etwas kindliche Dynamik ausstrahlt, fügt sich dies wunderbar stimmig ins Setting des Kindergartens ein. Auch Pamela Reed, die in den späteren 90ern noch als Alison Langley in Bean – Der ultimative Katastrophenfilm überzeugen konnte, kann komödiantisch neben Schwarzenegger glänzen. Sie bildet neben den Kindern einen wirkungsvollen Kontrast, um den eigentlich weichen Kern des beruflich hartgesottenen Polizisten Kimble freizulegen. Stärken, die den Film noch heute zeitlos machen und von einer unbeschwerten Energie getragen werden. Vor allem aber ist es auch die wunderbare Botschaft, dass Kimble am Ende nur er selbst sein muss, damit die Kinder ihn ernst nehmen. Kinder schließlich wie kleine Erwachsene zu behandeln, die auch schon Verantwortung im kleinen Rahmen übernehmen können, ist zudem eine pädagogische Botschaft, die auch außerhalb der fiktionalen Grenzen Bestand hat.
Innerhalb der deutschen Synchronfassung sind wiederum mit Thomas Danneberg auf Schwarzenegger und Tilly Lauenstein auf Linda Hunt zwei sehr markante und zugleich so gewohnte Stimmen zu hören, die beide leider nicht mehr unter uns verweilen, hier aber für ihre großartige Synchronarbeit nicht unerwähnt bleiben sollten.
Das Mediabook:
Das Mediabook von Plaion Pictures kommt schließlich mit einer glänzenden Beschichtung daher und bildet auf seinem Cover das Kinoplakat ab. Auf der Rückseite finden sich alle relevanten Infos von der Handlungsbeschreibung über die Extras bis zu den technischen Daten festaufgedruckt vor. Eine stilistisch auch auf den Discs und im Buchteil fortgeführte Idee sind dabei die kindlich gemalten Verzierungen. Im Innenteil befinden sich schließlich vor dem Buchteil die 4K-Disc und dahinter die Blu-ray. Unterhalb beider Discs ist jeweils ein Motiv aus dem Film zu sehen. Die beiden Motive sind qualitativ etwas softer gehalten.
Das Bild:
Qualitativ zeigt sich die 4K-Umsetzung weitgehend hochwertig, wobei der Film in den ersten 15 deutlich ernsteren Minuten ein etwas grobkörnigeres Bild aufweist. Danach nimmt sich das Filmkorn meist dezent zurück und zeigt sich sichtbar feiner. Dabei kann die 4K-Disc auch mit einigen farbenfrohen Szenen strahlen, während die Schärfe mit einer teils guten und manchmal auch etwas schwächeren Detaildurchzeichnung besticht. Letzteres dürfte aber am nicht immer ganz optimalen Schärfepegel des Ausgangsmaterials liegen.
Der Ton:
Die neu bearbeitete 5.1-Tonspur überzeugt wiederum mit klar verständlichen Stimmen. Hierbei können vor allem auch die musikalische Abmischung und schwungvollen Momente punkten, die ausreichend druckvoll erklingen. Die ebenfalls aufgespielte 2.0-Tonspur enthält wiederum die ebenso brauchbare ursprüngliche Dolby-Stereo-Grundlage. Deshalb kann diese Umsetzung gegenüber der Pandastorm-Blu-ray deutliche qualitative und tonale Verbesserungen bieten.
Die Extras und das Booklet von Tobias Hohmann:
Ebenso gibt es diesmal Extras auf der Disc zu vermelden, wobei diese dennoch sehr überschaubar und teils von sehr dürftiger Qualität sind. Neben zwei Audiokommentaren von insgesamt drei Filmhistorikern ohne deutsche Untertitel gibt es immerhin noch TV-Spots, ein Promo-Reel, Trailer, einen Behind-the-Scenes-Clip, eine alternative Schnittfassung einer Szene sowie eine Bildergalerie. Die vertieften Produktionshintergründe und Nachwirkungen liefert jedoch erst Tobias Hohmann im Buchteil. Aufgelockert wird dieser Text durch ausreichend Bildmaterial, wobei hier auch Zeichnungen zu sehen sind, die passenderweise von Kindern ausgemalt wurden.
Fazit: Kindergarten Cop hat somit nichts von seiner einstigen komödiantischen Energie verloren und verbindet auch heute noch sehr authentisch ernste, pädagogische, spannende und actionreiche Elemente miteinander. Deshalb verwundert es kaum, dass Arnie den Film bis heute zu seinen persönlichen Lieblingsfilmen als Schauspieler zählt. Für den 2022 verstorbenen Ivan Reitman war der Film einer seiner wichtigsten Publikumserfolge neben Ghostbusters und verbindet Komik und Action mit Herz. Daneben werden auch das Mediabook, Hohmanns Buchteil und die Discumsetzung diesem Klassiker gerecht. So kann der Film mit kindlicher Freude auch von neuen Generationen entdeckt werden.
mit 5
mit 4
mit 5
mit 2
bewertet am 29.08.26 um 18:41
Am 26. Februar 2026 feierte der 1989 veröffentlichte, australische Hochsee-Thriller Todesstille seine ungekürzte Blu-ray Premiere bei Plaion Pictures im Mediabook. Unter der Regie von Phillip Noyce (Die Stunde der Patrioten, Sliver oder Salt) wird der Film von einem nur kleinen Ensemble um Nicole Kidman, Sam Neill und Billy Zane getragen. Doch kann Todesstille seine Spannung noch heute über Wasser halten oder geht der Film als Kind seiner Zeit kreischend unter. Ob ausserdem die Blu-ray-Mediabook-Premiere des Films überzeugt und das begleitende Booklet von Tobias Hohmann interessante Hintergründe rund um den heute eher unterrepräsentierten Film liefert, möchte ich in meiner Kritik näher beleuchten.
Story:
Nach einem tragischen Schicksalsschlag wollen Rae und John Ingram bei einer längeren Fahrt mit ihrem Segelboot im Pazifik Abstand gewinnen und wieder zueinanderfinden. Die zunächst anvisierte Abgeschiedenheit des offenen Meeres soll ihnen fernab von schmerzlichen Erinnerungen helfen, zur Ruhe zu kommen.
Mitten auf dem Ozean begegnen sie jedoch einem grossen Schiff, das scheinbar verlassen im Wasser liegt. Kurz darauf nähert sich in einem kleinen Beiboot ein verstörter junger Mann namens Hughie. Er berichtet, dass seine Begleiter an Bord des anderen Schiffes an einer schweren Vergiftung gestorben seien. John, der dem Mann mit Misstrauen entgegnet, beschliesst daraufhin, selbst zum fremden Schiff hinüberzufahren, um nachzusehen, was dort geschehen ist, während Rae mit dem Geretteten auf der Segelyacht zurückbleibt.
Aus der anfänglich noch harmlosen Situation entwickelt sich bald eine bedrohliche Lage und die Abgeschiedenheit auf dem weiten Meer macht jede Entscheidung riskant. Ohne Kontakt zur Aussenwelt spitzt sich die Situation immer weiter zu – und aus der erhofften Auszeit wird ein Kampf, der an die existenzielle Substanz geht.
Kritik:
Todesstill e gelingt es mit seinem Dreier-Ensemble eine immer dichter zuschnürende Atmosphäre der Angst zu kreieren, die zwischen ihrem Kammerspiel mit actionreichen Momenten durchflutet wird. Dabei schwingt schon in den ersten Momenten nach Ankunft des Fremden eine unangenehme Idylle mit, die das Geschehen fortan auf immer drastischere Weise mitbestimmen wird.
Für Billy Zane ist diese frühe Figur eine Paraderolle, die er mit abgeklärter Grazie und undurchschaubarer Intrige ausfüllt. Die wenigen, allerdings aus einem Lügenkonstrukt stammenden Infos über Hughie sorgen darüber hinaus für anhaltend-verdichtete Spannung. Aufgrund ähnlicher Konventionen anderer psychologischer Kammerspiele ist so manche Kursänderung aber auch vorhersehbar. Ebenso sind die vereinzelten Effekte aus heutiger Sicht nur noch zweckdienlich. Dennoch kann das überzeugende Schauspiel aller Beteiligten diese Schwächen mildern und das Segel hochhalten.
So ist vor allem die anfänglich sehr sensibel agierende Nicole Kidman ein dramaturgischer Zugewinn, da ihre Figur dank mitreissender Raffinesse das Ruder herumreissen kann. Sam Neill gewährt seine verlässlichen Stärken in vielen turbulenteren Szenen, überzeugt aber auch in leisen, anrührenden Momenten mit Kidman. Letztlich war der Film für seinen gesamten Cast, dem Regisseur, aber auch weiteren Beteiligten ein entscheidendes Karriere-Sprungbrett.
Filmi sch ist die Kameraarbeit von Dean Semler gerne mitten im Geschehen und überträgt die Turbulenz auf hoher See auch in einem teils unruhigen Bild. Dem Schnitt von Richard Francis-Bruce gelingt ein abwechslungsreicher Wechsel zwischen intimen Kammerspielmomenten und grossangelegten Bildern auf hoher See. Der Soundtrack von Graeme Revell wird ausserdem mal szenenunterstützend, aber auch antreibend mit subtilen und auch energischen Klängen untermalt.
Das Mediabook:
Plaion Pictures hat zum Film ein Mediabook mit einem stimmungsvollen, gelb-orange-stichigen Motiv herausgebracht. Die darauf abgebildete Yacht wird leicht glänzend hervorgehoben. Während die Rückseite alle notwendigen Infos wie die Handlungsbeschreibung, eine Pressestimme sowie den Discinhalt festbedruckt aufführt, ruht innen zunächst die Blu-ray und hinter dem Booklet die DVD. Farblich ist der Hintergrund der Discs dem Ambiente der Titelfront untergeordnet worden.
Das Bild:
Qualitativ machen sich auf der Blu-ray im Intro mehrere Schmutzpartikel bemerkbar, die im weiteren Verlauf des Films allerdings deutlich zurückgehen. In dunklen Szenen besitzt Todesstille eine präsente Körnigkeit, die in helleren Momenten einen etwas glatteren, aber dennoch meist rauen Look behält, der in Nahaufnahmen ausreichend Details bereithält. Allerdings deuten manche Weitwinkeleinstellungen mit unscharfen Bildbereichen, sichtbare Nachschärfungen sowie die anfänglichen Schmutzpartikel darauf hin, dass ein älteres Master verwendet wurde. Tatsächlich wurde der Film in den USA bereits 2009 auf Blu-ray ausgewertet.
Der Ton, die spärlichen Extras und das lesenswerte Booklet von Tobias Hohmann:
Der Ton erfüllt seinen Zweck und die Dialoge erklingen verständlich und ohne altersbedingte Störgeräusche. Die Extras enttäuschen leider, denn abgesehen von einem deutschen und englischen Trailer, einer Bildergalerie sowie einer promolastigen, kurzen Besprechung des Films von Regisseur Francis Galluppi herrscht hier Todesstille. Das Booklet von Tobias Hohmann wartet dafür mit einer überaus lesenswerten Einordnung auf, die den Einfluss des australischen Kinos, spannende Produktionshintergründe mit einer komplexen Rechtsgeschichte, die bis zu Orson Welles zurückreicht, aber auch Infos zu den Beteiligten und ihren Karrieren vereint. Dabei ist der Text ausreichend und qualitativ-brauchbar bebildert worden.
Fazit: Todesstille bietet fesselnde Kammerspiel-Unterhaltung, die von einem motivierten und überzeugenden Ensemble getragen wird. Die Karrieren von Cast und Crew erfuhren dabei einen relevanten Karriereschub. Herausgekommen ist einer der wichtigsten Thriller der australischen Filmgeschichte, der dank Plaion Pictures nun seinen zweiten Frühling zelebrieren darf. Ärgerlich ist nur, dass die technische Umsetzung der Discs und die spärlichen Extras eine eher flüchtige Katalogveröffentlichung vermuten lassen. Dennoch sollte man dankbar sein, dass Todesstille hierzulande endlich ungekürzt in HD ausgewertet wurde.
Diese Kritik erschien am 5. März 2026 auch bei Whatthefilm:
https://whatth efilm.ch/todesstille-ueberlebe nskampf-auf-hoher-see-kritik-m ediabook-plaion-pictures-revie w/
Story:
Nach einem tragischen Schicksalsschlag wollen Rae und John Ingram bei einer längeren Fahrt mit ihrem Segelboot im Pazifik Abstand gewinnen und wieder zueinanderfinden. Die zunächst anvisierte Abgeschiedenheit des offenen Meeres soll ihnen fernab von schmerzlichen Erinnerungen helfen, zur Ruhe zu kommen.
Mitten auf dem Ozean begegnen sie jedoch einem grossen Schiff, das scheinbar verlassen im Wasser liegt. Kurz darauf nähert sich in einem kleinen Beiboot ein verstörter junger Mann namens Hughie. Er berichtet, dass seine Begleiter an Bord des anderen Schiffes an einer schweren Vergiftung gestorben seien. John, der dem Mann mit Misstrauen entgegnet, beschliesst daraufhin, selbst zum fremden Schiff hinüberzufahren, um nachzusehen, was dort geschehen ist, während Rae mit dem Geretteten auf der Segelyacht zurückbleibt.
Aus der anfänglich noch harmlosen Situation entwickelt sich bald eine bedrohliche Lage und die Abgeschiedenheit auf dem weiten Meer macht jede Entscheidung riskant. Ohne Kontakt zur Aussenwelt spitzt sich die Situation immer weiter zu – und aus der erhofften Auszeit wird ein Kampf, der an die existenzielle Substanz geht.
Kritik:
Todesstill e gelingt es mit seinem Dreier-Ensemble eine immer dichter zuschnürende Atmosphäre der Angst zu kreieren, die zwischen ihrem Kammerspiel mit actionreichen Momenten durchflutet wird. Dabei schwingt schon in den ersten Momenten nach Ankunft des Fremden eine unangenehme Idylle mit, die das Geschehen fortan auf immer drastischere Weise mitbestimmen wird.
Für Billy Zane ist diese frühe Figur eine Paraderolle, die er mit abgeklärter Grazie und undurchschaubarer Intrige ausfüllt. Die wenigen, allerdings aus einem Lügenkonstrukt stammenden Infos über Hughie sorgen darüber hinaus für anhaltend-verdichtete Spannung. Aufgrund ähnlicher Konventionen anderer psychologischer Kammerspiele ist so manche Kursänderung aber auch vorhersehbar. Ebenso sind die vereinzelten Effekte aus heutiger Sicht nur noch zweckdienlich. Dennoch kann das überzeugende Schauspiel aller Beteiligten diese Schwächen mildern und das Segel hochhalten.
So ist vor allem die anfänglich sehr sensibel agierende Nicole Kidman ein dramaturgischer Zugewinn, da ihre Figur dank mitreissender Raffinesse das Ruder herumreissen kann. Sam Neill gewährt seine verlässlichen Stärken in vielen turbulenteren Szenen, überzeugt aber auch in leisen, anrührenden Momenten mit Kidman. Letztlich war der Film für seinen gesamten Cast, dem Regisseur, aber auch weiteren Beteiligten ein entscheidendes Karriere-Sprungbrett.
Filmi sch ist die Kameraarbeit von Dean Semler gerne mitten im Geschehen und überträgt die Turbulenz auf hoher See auch in einem teils unruhigen Bild. Dem Schnitt von Richard Francis-Bruce gelingt ein abwechslungsreicher Wechsel zwischen intimen Kammerspielmomenten und grossangelegten Bildern auf hoher See. Der Soundtrack von Graeme Revell wird ausserdem mal szenenunterstützend, aber auch antreibend mit subtilen und auch energischen Klängen untermalt.
Das Mediabook:
Plaion Pictures hat zum Film ein Mediabook mit einem stimmungsvollen, gelb-orange-stichigen Motiv herausgebracht. Die darauf abgebildete Yacht wird leicht glänzend hervorgehoben. Während die Rückseite alle notwendigen Infos wie die Handlungsbeschreibung, eine Pressestimme sowie den Discinhalt festbedruckt aufführt, ruht innen zunächst die Blu-ray und hinter dem Booklet die DVD. Farblich ist der Hintergrund der Discs dem Ambiente der Titelfront untergeordnet worden.
Das Bild:
Qualitativ machen sich auf der Blu-ray im Intro mehrere Schmutzpartikel bemerkbar, die im weiteren Verlauf des Films allerdings deutlich zurückgehen. In dunklen Szenen besitzt Todesstille eine präsente Körnigkeit, die in helleren Momenten einen etwas glatteren, aber dennoch meist rauen Look behält, der in Nahaufnahmen ausreichend Details bereithält. Allerdings deuten manche Weitwinkeleinstellungen mit unscharfen Bildbereichen, sichtbare Nachschärfungen sowie die anfänglichen Schmutzpartikel darauf hin, dass ein älteres Master verwendet wurde. Tatsächlich wurde der Film in den USA bereits 2009 auf Blu-ray ausgewertet.
Der Ton, die spärlichen Extras und das lesenswerte Booklet von Tobias Hohmann:
Der Ton erfüllt seinen Zweck und die Dialoge erklingen verständlich und ohne altersbedingte Störgeräusche. Die Extras enttäuschen leider, denn abgesehen von einem deutschen und englischen Trailer, einer Bildergalerie sowie einer promolastigen, kurzen Besprechung des Films von Regisseur Francis Galluppi herrscht hier Todesstille. Das Booklet von Tobias Hohmann wartet dafür mit einer überaus lesenswerten Einordnung auf, die den Einfluss des australischen Kinos, spannende Produktionshintergründe mit einer komplexen Rechtsgeschichte, die bis zu Orson Welles zurückreicht, aber auch Infos zu den Beteiligten und ihren Karrieren vereint. Dabei ist der Text ausreichend und qualitativ-brauchbar bebildert worden.
Fazit: Todesstille bietet fesselnde Kammerspiel-Unterhaltung, die von einem motivierten und überzeugenden Ensemble getragen wird. Die Karrieren von Cast und Crew erfuhren dabei einen relevanten Karriereschub. Herausgekommen ist einer der wichtigsten Thriller der australischen Filmgeschichte, der dank Plaion Pictures nun seinen zweiten Frühling zelebrieren darf. Ärgerlich ist nur, dass die technische Umsetzung der Discs und die spärlichen Extras eine eher flüchtige Katalogveröffentlichung vermuten lassen. Dennoch sollte man dankbar sein, dass Todesstille hierzulande endlich ungekürzt in HD ausgewertet wurde.
Diese Kritik erschien am 5. März 2026 auch bei Whatthefilm:
https://whatth efilm.ch/todesstille-ueberlebe nskampf-auf-hoher-see-kritik-m ediabook-plaion-pictures-revie w/
mit 5
mit 3
mit 4
mit 1
bewertet am 03.05.26 um 18:08
Im Oktober sowie November hat Turbine den drei Didi Filmen "Didi der Doppelgänger", "Didi und die Rache der Enterbten" sowie "Didi auf vollen Touren" ein 4K-Upgrade spendiert und ihnen in diesem Zuge erstmalig ein Mediabook gewidmet.
Die drei Filme kann man dabei als absolute Kultkomödien der deutschen Filmgeschichte bezeichnen, die mit actionreichen Schauwerten, waghalsig inszenierten Stunts, slapstickreichen Momenten und längst in den Sprachschatz übergegangenen Zitaten zu gefallen wissen. Die Didi-Figur wurde dabei auf Wunsch von Dieter Hallervorden selbst noch etwas facettenreicher ausgebaut, was dem dramaturgischen Spannungsfeld in jeglicher Hinsicht gut zu Gesicht steht. Doch am Ende regiert, – wie auch in vielen anderen Didi-Produktionen – das vom Slapstick geadelte Chaos, das sich hier in Verwechslungen, rachgierigen Enterbten oder dem Transport hochexplosiver Giftmüllfässer entfaltet.
Zu den Mediabooks:
Visuell bestechen die Mediabooks mit Spotlack-Veredelung in gewohnt hochwertiger Turbine-Qualität. Die Artworks des in diesem Jahr verstorbenen Renato Casaro erstrahlen auf diese Weise nochmal in neuem Glanz.
Der jeweils 24-seitige Buchteil von Tobias Hohmann liefert darüber hinaus alles Wissenswerte rund um die Produktionsgeschichte mitsamt Zitaten und aufschlussgebenden Interviews beteiligter Filmschaffender. Die Texte sind dabei allesamt aus dem großen Dieter-Hallervorden-Buch von 2012 in angepasster Form verwendet worden. Das Buch stellt ein umfangreiches, aufwendig recherchiertes sowie liebevoll verfasstes und gestaltetes Lexikon rund um den Hallervorden-Kosmos dar.
Zur Bildqualität:
Wer Turbine kennt, wird auch wissen, dass für die qualitative Umsetzung keine alten Master kosmetisch aufgefrischt wurden, sondern eine brandneue Restaurierung in 4K HDR mit Dolby Vision vom originalen 35-mm-Kameranegativ Einsatz fand. Das führt bei allen drei Filmen zu einer deutlichen Verbesserung der ohnehin schon sehr guten Blu-ray Umsetzungen. Das Filmkorn wird nun noch authentischer, die Kontraste ausgewogener und die Farben intensiver reproduziert. Dabei beschleicht einen das Gefühl, hier keinesfalls mehr Details zu brauchen, womit sich diese Veröffentlichungen für mich mühelos an die aktuelle Spitze der 4K-Restaurierungen deutscher Filmklassiker platzieren.
Zur Tonqualität:
Tonal bleiben die Dialoge durchgehend verständlich, halten sich altersbedingt jedoch eher im Frontbereich auf. Die ikonischen Soundtracks sorgen hingegen für dynamische Klangerlebnisse.
Zu den Extras:
Die Extras entsprechen schließlich den vorangegangenen Blu-ray Auswertungen, die bereits reich bestückt waren.
Fazit: Die Kultfilme treffen dank ihres Hauslabels Turbine somit auf die gewohnt wohlveredelte Produktqualität, die optisch wie inhaltlich für mich keine Wünsche offenlässt. Demnach geht es mit diesen Veröffentlichungen nicht mit doppelter Geschwindigkeit, sondern mit Vollgas ins komödiantisch-rächende Chaos!
Die drei Filme kann man dabei als absolute Kultkomödien der deutschen Filmgeschichte bezeichnen, die mit actionreichen Schauwerten, waghalsig inszenierten Stunts, slapstickreichen Momenten und längst in den Sprachschatz übergegangenen Zitaten zu gefallen wissen. Die Didi-Figur wurde dabei auf Wunsch von Dieter Hallervorden selbst noch etwas facettenreicher ausgebaut, was dem dramaturgischen Spannungsfeld in jeglicher Hinsicht gut zu Gesicht steht. Doch am Ende regiert, – wie auch in vielen anderen Didi-Produktionen – das vom Slapstick geadelte Chaos, das sich hier in Verwechslungen, rachgierigen Enterbten oder dem Transport hochexplosiver Giftmüllfässer entfaltet.
Zu den Mediabooks:
Visuell bestechen die Mediabooks mit Spotlack-Veredelung in gewohnt hochwertiger Turbine-Qualität. Die Artworks des in diesem Jahr verstorbenen Renato Casaro erstrahlen auf diese Weise nochmal in neuem Glanz.
Der jeweils 24-seitige Buchteil von Tobias Hohmann liefert darüber hinaus alles Wissenswerte rund um die Produktionsgeschichte mitsamt Zitaten und aufschlussgebenden Interviews beteiligter Filmschaffender. Die Texte sind dabei allesamt aus dem großen Dieter-Hallervorden-Buch von 2012 in angepasster Form verwendet worden. Das Buch stellt ein umfangreiches, aufwendig recherchiertes sowie liebevoll verfasstes und gestaltetes Lexikon rund um den Hallervorden-Kosmos dar.
Zur Bildqualität:
Wer Turbine kennt, wird auch wissen, dass für die qualitative Umsetzung keine alten Master kosmetisch aufgefrischt wurden, sondern eine brandneue Restaurierung in 4K HDR mit Dolby Vision vom originalen 35-mm-Kameranegativ Einsatz fand. Das führt bei allen drei Filmen zu einer deutlichen Verbesserung der ohnehin schon sehr guten Blu-ray Umsetzungen. Das Filmkorn wird nun noch authentischer, die Kontraste ausgewogener und die Farben intensiver reproduziert. Dabei beschleicht einen das Gefühl, hier keinesfalls mehr Details zu brauchen, womit sich diese Veröffentlichungen für mich mühelos an die aktuelle Spitze der 4K-Restaurierungen deutscher Filmklassiker platzieren.
Zur Tonqualität:
Tonal bleiben die Dialoge durchgehend verständlich, halten sich altersbedingt jedoch eher im Frontbereich auf. Die ikonischen Soundtracks sorgen hingegen für dynamische Klangerlebnisse.
Zu den Extras:
Die Extras entsprechen schließlich den vorangegangenen Blu-ray Auswertungen, die bereits reich bestückt waren.
Fazit: Die Kultfilme treffen dank ihres Hauslabels Turbine somit auf die gewohnt wohlveredelte Produktqualität, die optisch wie inhaltlich für mich keine Wünsche offenlässt. Demnach geht es mit diesen Veröffentlichungen nicht mit doppelter Geschwindigkeit, sondern mit Vollgas ins komödiantisch-rächende Chaos!
mit 4
mit 5
mit 4
mit 4
bewertet am 24.12.25 um 16:10
Eine Woche früher als ursprünglich geplant ist am 11. Dezember 2025, das Helge Schneider-Spielfilmpaket im Jahr seines 70. Geburtstages von Turbine Medien erschienen. Darauf gibt es erstmalig alle Langfilme von Helge Schneider auf Blu-ray Disc mit zusätzlichen Beigaben in einer rappelvollen Box zu entdecken.
Seine Filme Texas – Doc Snyder hält die Welt in Atem (1993), 00 Schneider – Jagd auf Nihil Baxter (1994), Praxis Doktor Hasenbein (1997) sowie Jazzclub – Der frühe Vogel fängt den Wurm (2004) feiern damit auf Basis von brandneuen und von Helge freigegebenen Turbine-Restaurierungen von den originalen Filmnegativen ihre HD-Premiere in einer auf 3.000 Exemplaren limitierten Edition. Zuvor hat Turbine bereits 2016 mit Helge Schneider - The Paket ein aus 11 DVDs bestehendes Video-Sammelsurium mit seinen Konzerten herausgebracht.
Helges Filme sind alle von der bewussten Abkehr der Publikumserwartungen mit dadaistischen Anklängen gekennzeichnet. Seine Filme folgen immer wieder ihrer absurd-komischen Handlungslinie und werden dabei zusätzlich mit Metaebenen und improvisationsreichen Szenen durchbrochen. So sind auch Momente, die andere Produktionen klar als Outtakes herausnehmen würden, Teil von Helges, anarchischen Kosmos und einer bewusst-spielerischen Unterwanderung des filmischen Mediums! Quasi irrwitzige Parallelwelten, in der die Zeit stillzustehen scheint.
Ich selbst betrachte die Filme als schönes Sahnehäubchen von Helges Gesamtschaffen. Sein Hauptmedium bleibt nämlich die Bühne, da seine schnellen, improvisationsreichen Darbietungen dort am besten wirken. In seinen Filmen wird das Medium, wie zuvor erwähnt, bewusst ausgereizt. Manche empfinden dies als Geduldsprobe mit obskuren Szenen, andere wiederum als Meisterstück komödiantischer Improvisationskunst. Ich sehe mich da näher an der zweitgenannten Gruppe und kann mich über Helges Filme meist herrlich losgelöst amüsieren, sodass sie immer mal wieder in meinem Player landen. Mit ihrer oft kreativen Inhaltslosigkeit sind sie für mich jedenfalls sehr geeignet, um gedanklich im besten Sinne abschalten zu können.
Zur Bild- und Tonqualität sowie Extras:
Qualitativ stechen innerhalb der Turbine Edition vor allem die ersten beiden Filme am stärksten hervor und besitzen sehr starke Schärfewerte, knackige Kontraste und eine teils farbenfrohe Bilddarstellung. Bereits ab dem zweiten Film wird das Filmkorn jedoch stärker und tritt in den darauffolgenden Werken immer präsenter in den Vordergrund. Dies ist ein bewusstes Stilmittel, um einen nostalgischen Effekt zu erzeugen. Helge hat die meisten Regiearbeiten auf 35 mm Film gedreht, lediglich 00 Schneider – Im Wendekreis der Eidechse (2013) ist digital gedreht worden und erhielt künstliches Filmkorn in der Postproduktion. Das zunehmende Korn bewirkt, dass die älteren Filme visuell am klarsten wirken, während die jüngeren Werke bewusst älter aussehen. Dennoch sind sie alle den DVD Veröffentlichungen deutlich überlegen.
Tonal wurden die Streifen aus meiner Sicht kräftig, dynamisch und ohne störende Tonübersteuerungen abgemischt.
Darüber hinaus gibt es zahlreiche Extras, die aus den Archiven zusammengetragen und aufbereitet wurden.
Fazit: Das Helge Schneider Spielfilmpaket ist damit der filmische Bruder des zuvor veröffentlichten Video-Sammelsuriums geworden. Ein Paket, dass die Filme von der qualitativ wahrscheinlich bestmöglichsten Seite mit zahlreichen Extras zeigt.
Seine Filme Texas – Doc Snyder hält die Welt in Atem (1993), 00 Schneider – Jagd auf Nihil Baxter (1994), Praxis Doktor Hasenbein (1997) sowie Jazzclub – Der frühe Vogel fängt den Wurm (2004) feiern damit auf Basis von brandneuen und von Helge freigegebenen Turbine-Restaurierungen von den originalen Filmnegativen ihre HD-Premiere in einer auf 3.000 Exemplaren limitierten Edition. Zuvor hat Turbine bereits 2016 mit Helge Schneider - The Paket ein aus 11 DVDs bestehendes Video-Sammelsurium mit seinen Konzerten herausgebracht.
Helges Filme sind alle von der bewussten Abkehr der Publikumserwartungen mit dadaistischen Anklängen gekennzeichnet. Seine Filme folgen immer wieder ihrer absurd-komischen Handlungslinie und werden dabei zusätzlich mit Metaebenen und improvisationsreichen Szenen durchbrochen. So sind auch Momente, die andere Produktionen klar als Outtakes herausnehmen würden, Teil von Helges, anarchischen Kosmos und einer bewusst-spielerischen Unterwanderung des filmischen Mediums! Quasi irrwitzige Parallelwelten, in der die Zeit stillzustehen scheint.
Ich selbst betrachte die Filme als schönes Sahnehäubchen von Helges Gesamtschaffen. Sein Hauptmedium bleibt nämlich die Bühne, da seine schnellen, improvisationsreichen Darbietungen dort am besten wirken. In seinen Filmen wird das Medium, wie zuvor erwähnt, bewusst ausgereizt. Manche empfinden dies als Geduldsprobe mit obskuren Szenen, andere wiederum als Meisterstück komödiantischer Improvisationskunst. Ich sehe mich da näher an der zweitgenannten Gruppe und kann mich über Helges Filme meist herrlich losgelöst amüsieren, sodass sie immer mal wieder in meinem Player landen. Mit ihrer oft kreativen Inhaltslosigkeit sind sie für mich jedenfalls sehr geeignet, um gedanklich im besten Sinne abschalten zu können.
Zur Bild- und Tonqualität sowie Extras:
Qualitativ stechen innerhalb der Turbine Edition vor allem die ersten beiden Filme am stärksten hervor und besitzen sehr starke Schärfewerte, knackige Kontraste und eine teils farbenfrohe Bilddarstellung. Bereits ab dem zweiten Film wird das Filmkorn jedoch stärker und tritt in den darauffolgenden Werken immer präsenter in den Vordergrund. Dies ist ein bewusstes Stilmittel, um einen nostalgischen Effekt zu erzeugen. Helge hat die meisten Regiearbeiten auf 35 mm Film gedreht, lediglich 00 Schneider – Im Wendekreis der Eidechse (2013) ist digital gedreht worden und erhielt künstliches Filmkorn in der Postproduktion. Das zunehmende Korn bewirkt, dass die älteren Filme visuell am klarsten wirken, während die jüngeren Werke bewusst älter aussehen. Dennoch sind sie alle den DVD Veröffentlichungen deutlich überlegen.
Tonal wurden die Streifen aus meiner Sicht kräftig, dynamisch und ohne störende Tonübersteuerungen abgemischt.
Darüber hinaus gibt es zahlreiche Extras, die aus den Archiven zusammengetragen und aufbereitet wurden.
Fazit: Das Helge Schneider Spielfilmpaket ist damit der filmische Bruder des zuvor veröffentlichten Video-Sammelsuriums geworden. Ein Paket, dass die Filme von der qualitativ wahrscheinlich bestmöglichsten Seite mit zahlreichen Extras zeigt.
mit 4
mit 4
mit 4
mit 4
bewertet am 24.12.25 um 16:06
Endlich hat das Schweigen ein Ende, denn ein grosser Filmklassiker ist seit dem 6. November 2025 dank Capelight Pictures als 4K-UHD in zwei Mediabooks und einem Steelbook erschienen. Die Rede ist von Jonathan Demmes Das Schweigen der Lämmer, der 1992 als bislang letzter Film in allen fünf Hauptkategorien mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. In den Hauptrollen ist der Thriller mit Jodie Foster und Sir Anthony Hopkins besetzt, während die Riege u. a. noch um Scott Glenn, Ted Levine, Brooke Smith, Anthony Heald, Diane Baker und Kasi Lemmons ergänzt wird. Was diesen Klassiker heutzutage noch auszeichnet und ob er in seiner neuen 4K-Veröffentlichung endlich eine würdige Behandlung erhält, die ihm aufgrund seiner filmgeschichtlichen Relevanz zusteht, möchte ich euch in meiner Kritik verraten!
Story:
Der jungen FBI-Anwärterin Clarice Starling wird während ihrer Ausbildung die Ehre zuteil, an einem besonders komplizierten Fall mitzuwirken. Sie wird beauftragt, das Profil eines gefährlichen Serienmörders zu erstellen, der bereits mehrere junge Frauen ermordete und anschliessend bestialisch häutete. Nachdem die Ermittlungen unter der Führung von Jack Crawford nicht mehr weiterkommen, beschliessen sie, den inhaftierten Serienmörder Hannibal Lecter, der mit Vorliebe die Innereien seiner Opfer verköstigt, bei der Aufklärung des Falls um Hilfe zu bitten.
Als Psychopath zwar hochgefährlich, kann er sich jedoch als erfahrener Psychiater in die Gedankenwelt des Täters hineinversetzen und sein Vorhaben einschätzen – ein relevanter Vorteil gegenüber der Polizei. Clarice Starling soll aus ihm nun also wichtige Hinweise zu Buffalo Bill in Erfahrung bringen. Doch zwischen den beiden entflammt ein psychologisch-emotionales Duell, denn Dr. Lecter gibt seine Informationen nicht ganz uneigennützig preis, sondern verfechtet das Prinzip Quid pro Quo. Clarice steht damit nicht nur vor einem fast unlösbaren Fall, sondern muss auch innere Stärke beweisen, um sich den Respekt von Dr. Lecter zu erarbeiten. Doch es ist nicht allein Clarices zunehmende innere Stärke, sondern auch eine paradoxe Schicksalsgemeinschaft zwischen ihr und Dr. Lecter, die zu einer komplexen Form von gegenseitiger Anerkennung führt.
Kritik:
Dieser Meilenstein der Filmgeschichte bietet eine grandiose Symbiose aus Kamera, Schnitt, Musik, Dialog und eindringlichem Schauspiel. Anthony Hopkins’ kurze Screentime wird effizient eingesetzt, und seine unheilvolle Aura dominiert die Atmosphäre des gesamten Films. Dank Jonathan Demmes feinfühligem Blick für Aussenseiterfiguren wird er jedoch zu keinem Zeitpunkt als reine, mordende Bestie entwürdigt, sondern erreicht vor allem dank seines überhöflich-gesitteten Verhaltens eine umso furchteinflössendere Aussenwirkung. Zudem liefert Ted Levine mit seiner abgründig-sexualisierten, von radikaler Körperfeindschaft geprägten Rolle eine schauspielerische Punktlandung. Jodie Foster überzeugt mit einer tief emotionalen Darstellung. Hinter der oft belächelten Abgeklärtheit ihrer Figur gelingt es ihr ausserordentlich eindringlich, die seelischen Narben ihrer Vergangenheit immer stärker zum Vorschein zu bringen.
Sie besitzt einerseits die eingeschüchterten Seiten eines traumatisierten Kindes, nutzt diese verletzlichen Züge jedoch als Antrieb für ihren kompromisslosen Karriereweg zur selbstbewussten FBI-Agentin. Demme porträtiert sie einerseits feinfühlig, andererseits als Objekt der Begierde und Feindbild in einer männlich dominierten Arbeitswelt. Dies betont Das Schweigen der Lämmer immer wieder in stillen, fast unangenehm zuspitzenden Momenten des Beobachtens. Der wiederholt direkte Blick der Figuren in die Kamera transportiert dieses Gefühl auch unmittelbar auf das Publikum. Mit der Zeit gewinnt Clarice an Selbststärke, um sich im FBI immer besser behaupten zu können. Drastisch bleibt die Erkenntnis des Films, dass sie erst ihr Leben riskieren muss, um in ihrem Berufsfeld vollständig anerkannt zu werden.
Stilistisch setzt Demme auf einen ruhigen Schnitt, der die Atmosphäre stimmungsvoll durchträgt. Die wenigen gewaltvollen Momente werden nie zum Selbstzweck eingesetzt, sondern ergeben sich aus zuvor angedeuteten Eskalationen, die innerhalb der jeweiligen Szene den dramaturgischen Höhepunkt markieren. Dabei sind sie bewusst zurückhaltend inszeniert und wirken dadurch umso eindringlicher, ohne den psychologischen Kern des Films aus dem Fokus zu nehmen. Musikalisch überzeugt vor allem Howard Shores grossartig arrangierter Soundtrack, der mit schaurigen, dramatischen Klangfarben eine dichte Atmosphäre aufbaut und sich orchestral voll entfaltet. Somit eines der weiteren Elemente, die noch heute massgeblich zur intensiven Wirkungskraft von Das Schweigen der Lämmer beitragen.
Zu den Capelight Veröffentlichungen:
Capeli ght Pictures veröffentlichte zwei Mediabook-Covervarianten, ein Steelbook sowie eine DVD im Zuge des kürzlichen 4K-Releases. Das von mir gewählte Cover A hat dabei das Motiv des klassischen Kinoplakats, während auf der Rückseite Clarice in Aktion abgebildet ist. Cover B nutzt ein alternatives Motiv mit dem halbabgebildeten Profil von Clarice und Hannibal. Dort ist auf der Rückseite Clarice im Vordergrund und Hannibal im unscharfen Hintergrund platziert. Die Entscheidung, auf diese traditionell bekannten Motive zurückzugreifen, erweist sich für mich als stimmige Wahl. Das visuell ebenfalls ansprechende Steelbook zeigt sich wiederum mit dem legendären alleinigen Totenkopfschwärmer im Vordergrund, dem man zusammen mit dem Filmtitel und der Einrahmung eine leichte Prägung spendiert hat. Auf der Steel-Rückseite ist eine leicht glänzende, Schwarz-Weiss-Fotografie der beiden Hauptdarsteller zu sehen.
Das Innenleben des Steelbooks wird unter den drei Discs mit den bekannten und bereits fürs Mediabook verwerteten Titelmotiven ausgestattet. Dabei wird Hannibal diesmal vollständig und nicht angeschnitten dargestellt. Sowohl das Steelbook als auch das Mediabook enthalten jeweils eine Blu-ray, eine Bonus-Blu-ray sowie die 4K-Blu-ray des Films. Interessanterweise hat man sich beim Mediabook dafür entschieden, das aktuellste 4K-Format hinter dem Booklet-Teil aufzubewahren. Der wertig verarbeitete Buchteil wartet mit drei aus dem Englischen übersetzten Essays auf – Gesehen und Ungesehen: Überwachung in Das Schweigen der Lämmer von Alexandra West, Die Haut, in der ich lebe von Sam Moore sowie Die Gewalt der Lämmer von Josh Nelson –, die den Film aus unterschiedlichen Blickwinkeln tiefgründig beleuchten. Die Textpassagen werden dabei durch zahlreiche, einheitlich grobkörnige Abbildungen ergänzt, deren Qualität je nach Motiv zwischen mittelklassig und hochwertiger variiert.
Die Bildqualität:
Qualitativ ist kein allzu grosser 4K-Boom zu erwarten, – doch dafür war der Film auch nie ausgelegt. Das grobkörnige 4K-Master erreicht selten visuelle Spitzenwerte und zeigt neben dem durchgehend präsenten Filmkorn auch wiederholt weichere Nahaufnahmen, weshalb Das Schweigen der Lämmer nie messerscharf wirkt. Das ist aber vor allem eine stilistische Entscheidung, denn Kameramann Tak Fujimoto drehte auf 35-mm-Film, setzte weichere Objektive und Filter ein und arbeitete mit reduzierter Beleuchtung, was massgeblich zur ungemein atmosphärischen Wirkung des Films beiträgt.
Capelight verwendet das 2021er MGM-4K-Master, das bereits für die Kino-Lorber-UHD zum Einsatz kam. Deren fehlerhafte Farbwiedergabe in den ersten rund 20 Minuten wurde später von Arrow Video korrigiert und findet sich in dieser Edition zum Glück ebenfalls in bereinigter Form wieder. Lediglich vereinzelte Schmutzpartikel sind hier sichtbar geblieben. Alles in allem ist die 4K-Umsetzung dennoch überaus gelungen und der 2009er Blu-ray haushoch überlegen. Der Film wird nun endlich so authentisch präsentiert, wie er aussehen sollte.
Die Tonqualität:
Die deutschen Tonspuren zeigen sich abgesehen von der etwas ausgeleierten Filmmusik dynamisch, kraftvoll, aber dennoch weitgehend frontlastig und dialogorientiert. Endlich wird der Ton zudem in der korrigierten Tonhöhe wiedergegeben. Zuvor war diese Umsetzung zwar noch auf der DVD korrekt, doch im Zuge der Blu-ray-Veröffentlichung 2009 erwischte man die falsche Tonhöhe, wodurch Dialoge sowie sämtliche Klangeffekte zu tief waren.
Das Bonusmaterial:
Das umfangreiche Bonusmaterial überzeugt durchgehend und umfasst unter anderem eine rund 60-minütige Dokumentation aus der DVD-Special-Edition von 2001. Ergänzt wird dieses durch Inhalte aus den Jahren 2002 und 2005, die überwiegend in solider SD-Qualität vorliegen. Darüber hinaus sind Beiträge aus den frühen 1990er-Jahren enthalten, die qualitativ sichtbar abfallen, jedoch aus historischer Perspektive sehr gehaltvoll sind. Exklusiv in HD liegen ein Feature aus dem Jahr 2008 sowie zwei Dokumentationen aus dem Arrow-Fundus (2021) vor, die für die Bonusausstattung des 2024-Releases übernommen wurden.
Fazit: Das Schweigen der Lämmer bleibt ein Meisterwerk der Filmgeschichte und ein Paradebeispiel für einen atmosphärisch-kraftvollen Psychothriller mit überragenden Hauptdarstellern. Eine hierzulande ordentliche 4K-Auswertung in Mediabooks und einem Steelbook war längst überfällig. Zwar wurden Heimkinofans zuvor bereits mit zahlreichen Special-Auflagen zum Film bombardiert, doch sind diese angesichts der lieblosen Blu-ray-Umsetzung mit falscher Tonhöhe aus Sammlersicht kaum noch von Wert. Diese Umsetzung dürfte aktuell auch qualitativ die weltweit stimmigste Veröffentlichung darstellen. Mit dem eleganten Steelbook, den hochwertig verarbeiteten Mediabooks samt gehaltvollem Buchteil sowie einer zusätzlichen Bonusdisc kann man ausserdem überaus zufrieden sein. Somit dürfte nicht nur das Schweigen, sondern auch die meisten kritischen Stimmen ein Ende finden. Für Fans des Films ein klarer Pflichtkauf.
Diese Kritik ist auch bei Whatthefilm erschienen:
https://whatthe film.ch/das-schweigen-der-laem mer-neu-in-4k-mediabooks-und-s teelbook-von-capelight-picture s-review-kritik/
Story:
Der jungen FBI-Anwärterin Clarice Starling wird während ihrer Ausbildung die Ehre zuteil, an einem besonders komplizierten Fall mitzuwirken. Sie wird beauftragt, das Profil eines gefährlichen Serienmörders zu erstellen, der bereits mehrere junge Frauen ermordete und anschliessend bestialisch häutete. Nachdem die Ermittlungen unter der Führung von Jack Crawford nicht mehr weiterkommen, beschliessen sie, den inhaftierten Serienmörder Hannibal Lecter, der mit Vorliebe die Innereien seiner Opfer verköstigt, bei der Aufklärung des Falls um Hilfe zu bitten.
Als Psychopath zwar hochgefährlich, kann er sich jedoch als erfahrener Psychiater in die Gedankenwelt des Täters hineinversetzen und sein Vorhaben einschätzen – ein relevanter Vorteil gegenüber der Polizei. Clarice Starling soll aus ihm nun also wichtige Hinweise zu Buffalo Bill in Erfahrung bringen. Doch zwischen den beiden entflammt ein psychologisch-emotionales Duell, denn Dr. Lecter gibt seine Informationen nicht ganz uneigennützig preis, sondern verfechtet das Prinzip Quid pro Quo. Clarice steht damit nicht nur vor einem fast unlösbaren Fall, sondern muss auch innere Stärke beweisen, um sich den Respekt von Dr. Lecter zu erarbeiten. Doch es ist nicht allein Clarices zunehmende innere Stärke, sondern auch eine paradoxe Schicksalsgemeinschaft zwischen ihr und Dr. Lecter, die zu einer komplexen Form von gegenseitiger Anerkennung führt.
Kritik:
Dieser Meilenstein der Filmgeschichte bietet eine grandiose Symbiose aus Kamera, Schnitt, Musik, Dialog und eindringlichem Schauspiel. Anthony Hopkins’ kurze Screentime wird effizient eingesetzt, und seine unheilvolle Aura dominiert die Atmosphäre des gesamten Films. Dank Jonathan Demmes feinfühligem Blick für Aussenseiterfiguren wird er jedoch zu keinem Zeitpunkt als reine, mordende Bestie entwürdigt, sondern erreicht vor allem dank seines überhöflich-gesitteten Verhaltens eine umso furchteinflössendere Aussenwirkung. Zudem liefert Ted Levine mit seiner abgründig-sexualisierten, von radikaler Körperfeindschaft geprägten Rolle eine schauspielerische Punktlandung. Jodie Foster überzeugt mit einer tief emotionalen Darstellung. Hinter der oft belächelten Abgeklärtheit ihrer Figur gelingt es ihr ausserordentlich eindringlich, die seelischen Narben ihrer Vergangenheit immer stärker zum Vorschein zu bringen.
Sie besitzt einerseits die eingeschüchterten Seiten eines traumatisierten Kindes, nutzt diese verletzlichen Züge jedoch als Antrieb für ihren kompromisslosen Karriereweg zur selbstbewussten FBI-Agentin. Demme porträtiert sie einerseits feinfühlig, andererseits als Objekt der Begierde und Feindbild in einer männlich dominierten Arbeitswelt. Dies betont Das Schweigen der Lämmer immer wieder in stillen, fast unangenehm zuspitzenden Momenten des Beobachtens. Der wiederholt direkte Blick der Figuren in die Kamera transportiert dieses Gefühl auch unmittelbar auf das Publikum. Mit der Zeit gewinnt Clarice an Selbststärke, um sich im FBI immer besser behaupten zu können. Drastisch bleibt die Erkenntnis des Films, dass sie erst ihr Leben riskieren muss, um in ihrem Berufsfeld vollständig anerkannt zu werden.
Stilistisch setzt Demme auf einen ruhigen Schnitt, der die Atmosphäre stimmungsvoll durchträgt. Die wenigen gewaltvollen Momente werden nie zum Selbstzweck eingesetzt, sondern ergeben sich aus zuvor angedeuteten Eskalationen, die innerhalb der jeweiligen Szene den dramaturgischen Höhepunkt markieren. Dabei sind sie bewusst zurückhaltend inszeniert und wirken dadurch umso eindringlicher, ohne den psychologischen Kern des Films aus dem Fokus zu nehmen. Musikalisch überzeugt vor allem Howard Shores grossartig arrangierter Soundtrack, der mit schaurigen, dramatischen Klangfarben eine dichte Atmosphäre aufbaut und sich orchestral voll entfaltet. Somit eines der weiteren Elemente, die noch heute massgeblich zur intensiven Wirkungskraft von Das Schweigen der Lämmer beitragen.
Zu den Capelight Veröffentlichungen:
Capeli ght Pictures veröffentlichte zwei Mediabook-Covervarianten, ein Steelbook sowie eine DVD im Zuge des kürzlichen 4K-Releases. Das von mir gewählte Cover A hat dabei das Motiv des klassischen Kinoplakats, während auf der Rückseite Clarice in Aktion abgebildet ist. Cover B nutzt ein alternatives Motiv mit dem halbabgebildeten Profil von Clarice und Hannibal. Dort ist auf der Rückseite Clarice im Vordergrund und Hannibal im unscharfen Hintergrund platziert. Die Entscheidung, auf diese traditionell bekannten Motive zurückzugreifen, erweist sich für mich als stimmige Wahl. Das visuell ebenfalls ansprechende Steelbook zeigt sich wiederum mit dem legendären alleinigen Totenkopfschwärmer im Vordergrund, dem man zusammen mit dem Filmtitel und der Einrahmung eine leichte Prägung spendiert hat. Auf der Steel-Rückseite ist eine leicht glänzende, Schwarz-Weiss-Fotografie der beiden Hauptdarsteller zu sehen.
Das Innenleben des Steelbooks wird unter den drei Discs mit den bekannten und bereits fürs Mediabook verwerteten Titelmotiven ausgestattet. Dabei wird Hannibal diesmal vollständig und nicht angeschnitten dargestellt. Sowohl das Steelbook als auch das Mediabook enthalten jeweils eine Blu-ray, eine Bonus-Blu-ray sowie die 4K-Blu-ray des Films. Interessanterweise hat man sich beim Mediabook dafür entschieden, das aktuellste 4K-Format hinter dem Booklet-Teil aufzubewahren. Der wertig verarbeitete Buchteil wartet mit drei aus dem Englischen übersetzten Essays auf – Gesehen und Ungesehen: Überwachung in Das Schweigen der Lämmer von Alexandra West, Die Haut, in der ich lebe von Sam Moore sowie Die Gewalt der Lämmer von Josh Nelson –, die den Film aus unterschiedlichen Blickwinkeln tiefgründig beleuchten. Die Textpassagen werden dabei durch zahlreiche, einheitlich grobkörnige Abbildungen ergänzt, deren Qualität je nach Motiv zwischen mittelklassig und hochwertiger variiert.
Die Bildqualität:
Qualitativ ist kein allzu grosser 4K-Boom zu erwarten, – doch dafür war der Film auch nie ausgelegt. Das grobkörnige 4K-Master erreicht selten visuelle Spitzenwerte und zeigt neben dem durchgehend präsenten Filmkorn auch wiederholt weichere Nahaufnahmen, weshalb Das Schweigen der Lämmer nie messerscharf wirkt. Das ist aber vor allem eine stilistische Entscheidung, denn Kameramann Tak Fujimoto drehte auf 35-mm-Film, setzte weichere Objektive und Filter ein und arbeitete mit reduzierter Beleuchtung, was massgeblich zur ungemein atmosphärischen Wirkung des Films beiträgt.
Capelight verwendet das 2021er MGM-4K-Master, das bereits für die Kino-Lorber-UHD zum Einsatz kam. Deren fehlerhafte Farbwiedergabe in den ersten rund 20 Minuten wurde später von Arrow Video korrigiert und findet sich in dieser Edition zum Glück ebenfalls in bereinigter Form wieder. Lediglich vereinzelte Schmutzpartikel sind hier sichtbar geblieben. Alles in allem ist die 4K-Umsetzung dennoch überaus gelungen und der 2009er Blu-ray haushoch überlegen. Der Film wird nun endlich so authentisch präsentiert, wie er aussehen sollte.
Die Tonqualität:
Die deutschen Tonspuren zeigen sich abgesehen von der etwas ausgeleierten Filmmusik dynamisch, kraftvoll, aber dennoch weitgehend frontlastig und dialogorientiert. Endlich wird der Ton zudem in der korrigierten Tonhöhe wiedergegeben. Zuvor war diese Umsetzung zwar noch auf der DVD korrekt, doch im Zuge der Blu-ray-Veröffentlichung 2009 erwischte man die falsche Tonhöhe, wodurch Dialoge sowie sämtliche Klangeffekte zu tief waren.
Das Bonusmaterial:
Das umfangreiche Bonusmaterial überzeugt durchgehend und umfasst unter anderem eine rund 60-minütige Dokumentation aus der DVD-Special-Edition von 2001. Ergänzt wird dieses durch Inhalte aus den Jahren 2002 und 2005, die überwiegend in solider SD-Qualität vorliegen. Darüber hinaus sind Beiträge aus den frühen 1990er-Jahren enthalten, die qualitativ sichtbar abfallen, jedoch aus historischer Perspektive sehr gehaltvoll sind. Exklusiv in HD liegen ein Feature aus dem Jahr 2008 sowie zwei Dokumentationen aus dem Arrow-Fundus (2021) vor, die für die Bonusausstattung des 2024-Releases übernommen wurden.
Fazit: Das Schweigen der Lämmer bleibt ein Meisterwerk der Filmgeschichte und ein Paradebeispiel für einen atmosphärisch-kraftvollen Psychothriller mit überragenden Hauptdarstellern. Eine hierzulande ordentliche 4K-Auswertung in Mediabooks und einem Steelbook war längst überfällig. Zwar wurden Heimkinofans zuvor bereits mit zahlreichen Special-Auflagen zum Film bombardiert, doch sind diese angesichts der lieblosen Blu-ray-Umsetzung mit falscher Tonhöhe aus Sammlersicht kaum noch von Wert. Diese Umsetzung dürfte aktuell auch qualitativ die weltweit stimmigste Veröffentlichung darstellen. Mit dem eleganten Steelbook, den hochwertig verarbeiteten Mediabooks samt gehaltvollem Buchteil sowie einer zusätzlichen Bonusdisc kann man ausserdem überaus zufrieden sein. Somit dürfte nicht nur das Schweigen, sondern auch die meisten kritischen Stimmen ein Ende finden. Für Fans des Films ein klarer Pflichtkauf.
Diese Kritik ist auch bei Whatthefilm erschienen:
https://whatthe film.ch/das-schweigen-der-laem mer-neu-in-4k-mediabooks-und-s teelbook-von-capelight-picture s-review-kritik/
mit 5
mit 4
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bewertet am 24.12.25 um 15:58
Chucky - Die Mörderpuppe 4K (Limited Mediabook Edition) (Cover A) (4K UHD + Blu-ray + Bonus Blu-ray)
Am 23. Oktober brachte capelight pictures erstmalig hierzulande Tom Hollands Horrorklassiker Chucky die Mörderpuppe in zwei 4K-Mediabooks sowie einem Steelbook heraus. Am 9. November vor 37 Jahren startete der Horrorfilm in den US-Kinos.
Besetzt wurde der Kultfilm u.a. mit Catherine Hicks, Chris Sarandon, Alex Vincent, Brad Dourif, Dinah Manouf und Tommy Swerdlow.
In Chucky – Die Mörderpuppe wird die Seele eines Serienkillers in eine scheinbar harmlose Puppe übertragen, die daraufhin ein Kind und seine Familie terrorisiert. Doch funktioniert der Film rund um diese mordende Spielzeugfigur auch mit den heutigen Sehgewohnheiten noch – und wie schlagen sich die 4K-Version sowie das Mediabook?
Chucky die Mörderpuppe kann dank seines atmosphärisch-intensiven Spannungsaufbaus und einem leicht-schwarzhumorigen Einschlag aus meiner Sicht auch heute noch mitreißend unterhalten. Jener Humor wurde dabei in den zahlreichen Fortsetzungen aber noch weitaus kompromissloser zum Einsatz gebracht. Zwar macht die 4K-Fassung umso mehr die verschieden-eingesetzten Puppen sowie den Wechsel zwischen animatronischer Technik und Zwischensequenzen mit Ed Gale im Puppenkostüm deutlich, doch fällt dies nicht allzu oft störend auf. Es trägt vor allem zum Charme des handgemachten Klassikers mit vereinzeltem Trashfaktor bei. Aufgewertet wird der Film noch mit der mystischen Klangkulisse von Komponist Joe Renzetti.
Capelight Pictures brachte den Film zu seiner deutschen 4K-Premiere in zwei Mediabooks, einem Steelbook sowie einer DVD heraus.
Meine Wahl fiel auf Mediabook Cover A mit Chucky. Ärgerlich ist hier rein optisch allerdings die Tatsache, dass Credits unterhalb des Filmtitels abgebildet sind. Ästhetisch sieht dieser bei entsprechender Entfernung ohnehin nicht lesbare und auch nicht zentrierte, sondern linksbündige Zusatz in der Gesamtansicht nämlich nicht gerade aus. Die Rückseite wird dafür noch mit einem schaurig-schönen weiteren Motiv von Chucky ergänzt.
Im Mediabook erwartet den Konsumenten die 4K-Scheibe, Bonusdisc sowie hinter dem Buchteil die Blu-ray des Films. Inhaltlich bietet das Booklet unter dem Titel Chucky betritt die Szene eine Besprechung von Marc Toullec, die aus dem Französischen von Pauline Hähner übersetzt wurde. Neben weitgehend hochwertigen Fotografien bietet der Text u.a. eine lesenswerte Einordnung des Films im Horrorkosmos sowie ausführliche Produktionshintergründe.
Q ualitativ zeigt die 4K-Version in bestimmten Szenen immer wieder einen deutlich sichtbaren Unterschied zur ebenfalls beiliegenden Blu-ray. Der höhere Detailgrad sorgt immer wieder für schärfere Szenen, eine intensivere Lichtgebung und kräftigere Farben. Man hat sich zum Glück gegen ein glattgefiltertes Bild entschieden, was dem Film einen körnigen, aber angenehm-ungeschönten Look verleiht. Das mittelstarke Filmkorn ist dabei durchgehend und vor allem in düsteren Szenen stärker präsent.
Der Ton erfüllt darüber hinaus überraschend gut seinen Zweck. Zwar ist er meist frontlastig, aber durch eine gelungene Abmischung in beiden Tonspuren nie blechern.
Bei den Extras hat man sich erneut für die zusätzliche Bonus-Blu-ray aus dem bereits zuvor bekannten 2022er Release entschieden. Dem Konsumenten erwarten hier zahlreiche Einblicke in die Entstehungs- und Produktionsgeschichte des Films, die mittels Interviews von unterschiedlichen Beteiligten und damit verschiedensten Sicht- und Blickwinkeln geteilt werden. Dabei gibt es auch Making-Of Eindrücke, die direkt vom Set aufgenommen wurden. Die Bildqualität schwankt dabei zwischen aktueller HD-Produktion, hochskalierter SD-Auflösung und noch annehmbarer VHS-Qualität.
Fazit: Auch heute noch bereitet dieser Kultfilm mörderischen Spaß und darf seit Oktober auch in 4K bestechen. Zwar nicht so messerscharf wie aktuelle Produktionen, aber dank des körnigen Looks umso authentischer. Der gute Ton und die ausführliche Bonusausstattung dürften den Release darüber hinaus zusätzlich aufwerten. Optisch ist das Mediabook aufgrund der Credits allerdings kein Blickfang geworden. Dafür weiß der Inhalt des Booklets mit vielen Hintergründen zu überzeugen. Und nun: Willst du diese Discs abspielen – bis zum Schluss?
Besetzt wurde der Kultfilm u.a. mit Catherine Hicks, Chris Sarandon, Alex Vincent, Brad Dourif, Dinah Manouf und Tommy Swerdlow.
In Chucky – Die Mörderpuppe wird die Seele eines Serienkillers in eine scheinbar harmlose Puppe übertragen, die daraufhin ein Kind und seine Familie terrorisiert. Doch funktioniert der Film rund um diese mordende Spielzeugfigur auch mit den heutigen Sehgewohnheiten noch – und wie schlagen sich die 4K-Version sowie das Mediabook?
Chucky die Mörderpuppe kann dank seines atmosphärisch-intensiven Spannungsaufbaus und einem leicht-schwarzhumorigen Einschlag aus meiner Sicht auch heute noch mitreißend unterhalten. Jener Humor wurde dabei in den zahlreichen Fortsetzungen aber noch weitaus kompromissloser zum Einsatz gebracht. Zwar macht die 4K-Fassung umso mehr die verschieden-eingesetzten Puppen sowie den Wechsel zwischen animatronischer Technik und Zwischensequenzen mit Ed Gale im Puppenkostüm deutlich, doch fällt dies nicht allzu oft störend auf. Es trägt vor allem zum Charme des handgemachten Klassikers mit vereinzeltem Trashfaktor bei. Aufgewertet wird der Film noch mit der mystischen Klangkulisse von Komponist Joe Renzetti.
Capelight Pictures brachte den Film zu seiner deutschen 4K-Premiere in zwei Mediabooks, einem Steelbook sowie einer DVD heraus.
Meine Wahl fiel auf Mediabook Cover A mit Chucky. Ärgerlich ist hier rein optisch allerdings die Tatsache, dass Credits unterhalb des Filmtitels abgebildet sind. Ästhetisch sieht dieser bei entsprechender Entfernung ohnehin nicht lesbare und auch nicht zentrierte, sondern linksbündige Zusatz in der Gesamtansicht nämlich nicht gerade aus. Die Rückseite wird dafür noch mit einem schaurig-schönen weiteren Motiv von Chucky ergänzt.
Im Mediabook erwartet den Konsumenten die 4K-Scheibe, Bonusdisc sowie hinter dem Buchteil die Blu-ray des Films. Inhaltlich bietet das Booklet unter dem Titel Chucky betritt die Szene eine Besprechung von Marc Toullec, die aus dem Französischen von Pauline Hähner übersetzt wurde. Neben weitgehend hochwertigen Fotografien bietet der Text u.a. eine lesenswerte Einordnung des Films im Horrorkosmos sowie ausführliche Produktionshintergründe.
Q ualitativ zeigt die 4K-Version in bestimmten Szenen immer wieder einen deutlich sichtbaren Unterschied zur ebenfalls beiliegenden Blu-ray. Der höhere Detailgrad sorgt immer wieder für schärfere Szenen, eine intensivere Lichtgebung und kräftigere Farben. Man hat sich zum Glück gegen ein glattgefiltertes Bild entschieden, was dem Film einen körnigen, aber angenehm-ungeschönten Look verleiht. Das mittelstarke Filmkorn ist dabei durchgehend und vor allem in düsteren Szenen stärker präsent.
Der Ton erfüllt darüber hinaus überraschend gut seinen Zweck. Zwar ist er meist frontlastig, aber durch eine gelungene Abmischung in beiden Tonspuren nie blechern.
Bei den Extras hat man sich erneut für die zusätzliche Bonus-Blu-ray aus dem bereits zuvor bekannten 2022er Release entschieden. Dem Konsumenten erwarten hier zahlreiche Einblicke in die Entstehungs- und Produktionsgeschichte des Films, die mittels Interviews von unterschiedlichen Beteiligten und damit verschiedensten Sicht- und Blickwinkeln geteilt werden. Dabei gibt es auch Making-Of Eindrücke, die direkt vom Set aufgenommen wurden. Die Bildqualität schwankt dabei zwischen aktueller HD-Produktion, hochskalierter SD-Auflösung und noch annehmbarer VHS-Qualität.
Fazit: Auch heute noch bereitet dieser Kultfilm mörderischen Spaß und darf seit Oktober auch in 4K bestechen. Zwar nicht so messerscharf wie aktuelle Produktionen, aber dank des körnigen Looks umso authentischer. Der gute Ton und die ausführliche Bonusausstattung dürften den Release darüber hinaus zusätzlich aufwerten. Optisch ist das Mediabook aufgrund der Credits allerdings kein Blickfang geworden. Dafür weiß der Inhalt des Booklets mit vielen Hintergründen zu überzeugen. Und nun: Willst du diese Discs abspielen – bis zum Schluss?
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bewertet am 09.11.25 um 18:23
Heute möchte ich über den Westernfilm Rust sprechen, der am 29. August 2025 fürs Heimkino veröffentlicht wurde.
Inszeniert wurde der Film von Joel Souza, während Alec Baldwin und Patrick Scott McDermott die Hauptrollen übernommen haben. In weiteren Rollen sind außerdem Josh Hopkins, Travis Fimmel und Abraham Benrubi zu sehen.
Breite Aufmerksamkeit erlangte die Produktion jedoch nicht durch ihren Inhalt, sondern durch einen tragischen Vorfall am Set 2021: Alec Baldwin löste nämlich bei den Dreharbeiten einen Schuss mit einem Revolver aus, der mit scharfer Munition geladen war und die Kamerafrau Halyna Hutchins tödlich und Regisseur Joel Souza leicht verletzte. Bereits im Vorfeld waren Vorwürfe über schlechte Arbeitsbedingungen und mangelnde Sicherheitsvorkehrungen innerhalb des Teams laut geworden.
Dabei hatte Halyna etwa 50 % der Kameraarbeit abgeschlossen, bevor Bianca Cline es abschloss.
Doch wie ist der Film letztlich geworden, der nun als Vermächtnis von Halyna Hutchins angesehen werden kann?
Rust erzählt die Geschichte des Gesetzlosen Harland Rust, der seinen 13-jährigen Enkel Lucas vor dem Galgen rettet, nachdem dieser versehentlich einen Mann getötet hat. Dabei müssen die beiden auf ihrer abenteuerlichen Reise nicht nur dem US Marshal Wood Helm, sondern auch dem Kopfgeldjäger Fenton entkommen, der ihnen immer dichter auf die Fersen kommt.
Grundsätzlich bin ich ja kein Freund des Western-Genres, aber dennoch erkunde ich immer mal wieder Filme außerhalb meiner Komfortzone, um mich davon positiv überraschen zu lassen. In diesem Fall spielte natürlich eine tragische Komponente hinein, denn ohne die intensive Berichterstattung über den Unfall wäre ich wohl nie mit diesem Film in Berührung gekommen.
Letztlich konnte mich Rust in vielen Aspekten überzeugen, da es ein atmosphärisch stimmiger Film geworden ist. Dieser wird mit einigen imposanten Bildern von Halyna getragen, die das Herzstück des Films bilden. Dabei ist Rust vor allem zwischen seinen beiden Hauptfiguren Harland Rust und Lucas Hollister spannend inszeniert. Hierbei gelingt es Rust nicht nur als reiner Western, mit Fenton als bedrohlichen Antagonisten, zu überzeugen, sondern sich ebenso als Abenteuerdrama zwischen seinen anfänglich ungleichen Hauptcharakteren emotional zu entwickeln. Hier ist es anfänglich Patrick Scott McDermott, der den Zuschauer als 13-jähriger Lucas direkt zu Beginn in sein schweres, aber tapfer geführtes Leben hineinzieht. Alec Baldwin schafft es schließlich, zwischen seiner eiskalten Miene als Harland Rust immer wieder zwischenmenschliche Sympathien aufblitzen zu lassen, die am Ende beinahe väterliche Züge annehmen.
So mitreißend die Haupthandlung inszeniert wurde, gerät der Film mit seinen 140 Minuten Laufzeit allerdings etwas zu lang. Dabei vergaloppiert er sich in Nebensträngen, die den dynamischen Erzählfluss ausbremsen. Dies war wohl dem Bestreben geschuldet, möglichst viel von Halynas abgedrehtem Material zu verwenden. 100 Minuten und ein stärkerer Fokus auf Harland Rust und Lucas hätten dennoch problemlos ausgereicht, um dem Film durchgehend mehr Spirit zu verleihen.
Die 4K-Übersetzung kann als solide bezeichnet werden. Referenzwerte erreicht sie vor allem nicht, da man sich meist dazu entschieden hat, den Film ohne künstliches Licht zu drehen, worunter die Schärfe immer wieder etwas leidet und allerfeinste Details nicht immer abgebildet werden können. In dunklen Szenen gesellt sich zudem ein leichtes digitales Rauschen dazu, dass allerdings kaum als störend bezeichnet werden kann. Der Ton wird sauber und klar wiedergegeben. Extras sind trotz der Angabe als Limited Edition nicht enthalten. Dies ist allerdings aufgrund des Vorfalls nachvollziehbar. Fraglich bleibt daher nur der Grund für eine solche Vermarktung, da auch keine Limitierung bei dieser klassischen Keep-Case Aufmachung vorzufinden ist.
Fazit: Rust ist somit ein atmosphärisch spannender Western geworden, der sowohl von imposanten Bildern, aber auch seinen Hauptfiguren lebt. Nur eine etwas zu lange Laufzeit sowie ein schwächelnder Fokus stehen den sonstigen Stärken immer wieder im Weg. Die 4K-Umsetzung zeigt sich darüber hinaus als zufriedenstellend.
Neben einer Widmung an Halyna Hutchins sowie ein eindringliches Zitat lohnt es sich übrigens auch nach dem Abspann noch dranzubleiben, denn in einem kurzen Featurette wird nochmal kurz auf die Umstände der Produktion eingegangen. Hier wird abschließend auch geschrieben, dass alle Erlöse der Produktion Halynas Angehörigen zugutekommen. Regisseur Joel Souza, der sich später wünschte, diesen Film nie geschrieben zu haben, kehrte auch nur mit der Zielrichtung ans Set zurück, um Halynas Familie finanziell zu unterstützen. Somit wird der Film auf würdevolle Weise umrahmt und am Ende auch dem Wunsch ihrer Familie nachgekommen, ihn fertigzustellen, um Halynas Werk zu ehren und die Welt noch ein letztes Mal durch ihren visuellen Blick zu erleben. Halyna hinterließ einen Mann und einen damals neunjährigen Sohn.
Inszeniert wurde der Film von Joel Souza, während Alec Baldwin und Patrick Scott McDermott die Hauptrollen übernommen haben. In weiteren Rollen sind außerdem Josh Hopkins, Travis Fimmel und Abraham Benrubi zu sehen.
Breite Aufmerksamkeit erlangte die Produktion jedoch nicht durch ihren Inhalt, sondern durch einen tragischen Vorfall am Set 2021: Alec Baldwin löste nämlich bei den Dreharbeiten einen Schuss mit einem Revolver aus, der mit scharfer Munition geladen war und die Kamerafrau Halyna Hutchins tödlich und Regisseur Joel Souza leicht verletzte. Bereits im Vorfeld waren Vorwürfe über schlechte Arbeitsbedingungen und mangelnde Sicherheitsvorkehrungen innerhalb des Teams laut geworden.
Dabei hatte Halyna etwa 50 % der Kameraarbeit abgeschlossen, bevor Bianca Cline es abschloss.
Doch wie ist der Film letztlich geworden, der nun als Vermächtnis von Halyna Hutchins angesehen werden kann?
Rust erzählt die Geschichte des Gesetzlosen Harland Rust, der seinen 13-jährigen Enkel Lucas vor dem Galgen rettet, nachdem dieser versehentlich einen Mann getötet hat. Dabei müssen die beiden auf ihrer abenteuerlichen Reise nicht nur dem US Marshal Wood Helm, sondern auch dem Kopfgeldjäger Fenton entkommen, der ihnen immer dichter auf die Fersen kommt.
Grundsätzlich bin ich ja kein Freund des Western-Genres, aber dennoch erkunde ich immer mal wieder Filme außerhalb meiner Komfortzone, um mich davon positiv überraschen zu lassen. In diesem Fall spielte natürlich eine tragische Komponente hinein, denn ohne die intensive Berichterstattung über den Unfall wäre ich wohl nie mit diesem Film in Berührung gekommen.
Letztlich konnte mich Rust in vielen Aspekten überzeugen, da es ein atmosphärisch stimmiger Film geworden ist. Dieser wird mit einigen imposanten Bildern von Halyna getragen, die das Herzstück des Films bilden. Dabei ist Rust vor allem zwischen seinen beiden Hauptfiguren Harland Rust und Lucas Hollister spannend inszeniert. Hierbei gelingt es Rust nicht nur als reiner Western, mit Fenton als bedrohlichen Antagonisten, zu überzeugen, sondern sich ebenso als Abenteuerdrama zwischen seinen anfänglich ungleichen Hauptcharakteren emotional zu entwickeln. Hier ist es anfänglich Patrick Scott McDermott, der den Zuschauer als 13-jähriger Lucas direkt zu Beginn in sein schweres, aber tapfer geführtes Leben hineinzieht. Alec Baldwin schafft es schließlich, zwischen seiner eiskalten Miene als Harland Rust immer wieder zwischenmenschliche Sympathien aufblitzen zu lassen, die am Ende beinahe väterliche Züge annehmen.
So mitreißend die Haupthandlung inszeniert wurde, gerät der Film mit seinen 140 Minuten Laufzeit allerdings etwas zu lang. Dabei vergaloppiert er sich in Nebensträngen, die den dynamischen Erzählfluss ausbremsen. Dies war wohl dem Bestreben geschuldet, möglichst viel von Halynas abgedrehtem Material zu verwenden. 100 Minuten und ein stärkerer Fokus auf Harland Rust und Lucas hätten dennoch problemlos ausgereicht, um dem Film durchgehend mehr Spirit zu verleihen.
Die 4K-Übersetzung kann als solide bezeichnet werden. Referenzwerte erreicht sie vor allem nicht, da man sich meist dazu entschieden hat, den Film ohne künstliches Licht zu drehen, worunter die Schärfe immer wieder etwas leidet und allerfeinste Details nicht immer abgebildet werden können. In dunklen Szenen gesellt sich zudem ein leichtes digitales Rauschen dazu, dass allerdings kaum als störend bezeichnet werden kann. Der Ton wird sauber und klar wiedergegeben. Extras sind trotz der Angabe als Limited Edition nicht enthalten. Dies ist allerdings aufgrund des Vorfalls nachvollziehbar. Fraglich bleibt daher nur der Grund für eine solche Vermarktung, da auch keine Limitierung bei dieser klassischen Keep-Case Aufmachung vorzufinden ist.
Fazit: Rust ist somit ein atmosphärisch spannender Western geworden, der sowohl von imposanten Bildern, aber auch seinen Hauptfiguren lebt. Nur eine etwas zu lange Laufzeit sowie ein schwächelnder Fokus stehen den sonstigen Stärken immer wieder im Weg. Die 4K-Umsetzung zeigt sich darüber hinaus als zufriedenstellend.
Neben einer Widmung an Halyna Hutchins sowie ein eindringliches Zitat lohnt es sich übrigens auch nach dem Abspann noch dranzubleiben, denn in einem kurzen Featurette wird nochmal kurz auf die Umstände der Produktion eingegangen. Hier wird abschließend auch geschrieben, dass alle Erlöse der Produktion Halynas Angehörigen zugutekommen. Regisseur Joel Souza, der sich später wünschte, diesen Film nie geschrieben zu haben, kehrte auch nur mit der Zielrichtung ans Set zurück, um Halynas Familie finanziell zu unterstützen. Somit wird der Film auf würdevolle Weise umrahmt und am Ende auch dem Wunsch ihrer Familie nachgekommen, ihn fertigzustellen, um Halynas Werk zu ehren und die Welt noch ein letztes Mal durch ihren visuellen Blick zu erleben. Halyna hinterließ einen Mann und einen damals neunjährigen Sohn.
mit 4
mit 4
mit 4
mit 0
bewertet am 15.09.25 um 15:47
Am 15. Mai lief der Spionagefilm Black Bag – Doppeltes Spiel von Steven Soderbergh in den deutschen Kinos an. Seit 14. August ist er nun auch für den physischen Heimkino-Enthusiasten verfügbar. In den Hauptrollen wurde der Film mit Cate Blanchett und Michael Fassbender besetzt, während Marisa Abela, Tom Burke, Naomie Harris, Pierce Brosnan oder Gustaf Skarsgård unter den Nebendarstellern mitgemischt haben. Black Bag erzählt die Geschichte eines verheirateten Agentenpaares, dessen Loyalität einer harten Reifeprüfung unterzogen wird. Ob sich der Film nahtlos in die Reihe herausragender Werke von Steven Soderbergh einfügt oder sich in Mittelmässigkeit zwischen thematisch besseren Filmen verliert, verrate ich euch in meiner nachfolgenden Kritik.
Der Spionagefilm handelt ferner vom britischen Geheimdienstoffizier George Woodhouse, der innerhalb seiner Organisation den Auftrag erhält, einen Maulwurf zu enttarnen. Hintergrund ist die streng vertrauliche Software Severus, dessen Code geleakt wurde. Mit ihr lässt sich nämlich eine Kernschmelze in einem Atomreaktor auslösen. Dabei kommt unter den Verdächtigen auch seine Frau Kathryn als mögliche Täterin in Frage. Dies bringt George in ernsthafte Gewissenskonflikte, weshalb er seine Frau schliesslich miteinweiht. Er organisiert nun eine Dinner-Party, zu der auch alle anderen Verdächtigen eingeladen wurden. Während des Essens verabreicht er ihnen eine Wahrheitsdroge in der Hoffnung, Hinweise auf die Herkunft der Anschuldigungen gegen Kathryn zu erhalten. Die Gäste plaudern allerdings nur pikante Beziehungsdetails aus. Die Situation eskaliert schliesslich, als äussere Umstände zu einer drastischen Katastrophe führen. Am Ende bleibt die alles entscheidende Frage: Gilt Georges Loyalität seiner Frau – oder dem Land, dem er sich einst verpflichtet hat?
Leider gelingt es Black Bag aus meiner Sicht nicht durchgehend, seinen durchaus interessanten Plot über die Laufzeit hinweg spannend aufzubereiten. Der Film besitzt zwar durchweg einen Fokus, der sich fernab unnötiger Nebengeschichten mit den wesentlichen Handlungspunkten beschäftigt, doch so manche Szenen ufern auch in gähnende Langatmigkeit aus. Dennoch kann Black Bag durch bissig gewählte Dialoge immer wieder einen Teil seiner Spannung zurückbefördern, doch fehlt es der Geschichte einfach an actionreicher Abwechslung als Gegenpol.
Visuell kommt Black Bag hingegen stylisch daher. Stephen Soderbergh entscheidet sich für eine softe Bildgebung, bei der das Tageslicht zur Überstrahlung eingesetzt wird, was zu einem verschleierten Look führt. Dabei arbeiten die Szenen meist mit einer reduzierten Ausleuchtung der Gesichter, was teilweise zu einer kontrastreichen Lichtsetzung führt. Eine durchaus stilbewusste Entscheidung, welche die geheimnisvollen Figuren stimmig unterstützt, aber auf einer ästhetischen Ebene auch gewöhnungsbedürftig bleibt. Vor allem aber verhindert es in diesem Fall ein detailreicheres Bild für die Umsetzung der 4K-Scheibe. Die Kamera nutzt darüber hinaus eine sehr emotionsdistanzierte Bildsprache, die sich über die Szenen hinweg sehr langsam an ihre Figuren herannähert. Dies erzeugt zusammen mit einer äusserst dezenten Schnittweise für eine atmosphärisch-unheilvolle Grundstimmung in vereinzelten Momenten.
Schauspielerisch wird der Film für mich nur teilweise von Cate Blanchett und Michael Fassbender getragen. Ihre kühl inszenierte, aber authentische Darstellung bietet vor allem Marisa Abela die Bühne, um in ihrem kraftvollen Spiel umso stärker zu glänzen. In ihren Szenen entfacht sie eine besonders emotionale Intensität. In so manch ausgedehnten Momenten hätte ihre Figur mit etwas mehr Screentime der dahinplätschernden Handlung zudem zusätzliche Spannung verleihen können. Auch ihrer Charakterentwicklung wäre mehr Entfaltungsraum zugutegekommen. Naomie Harris überzeugt ebenfalls mit emotionaler Stärke und vermag es, einzelne Szenen zu dominieren. Pierce Brosnan agiert in seinen wenigen Auftritten wiederum mit einer abgeklärten Souveränität, die Ruhe und Präsenz ins Spiel bringt.
Qualitativ kann die 4K-Umsetzung also wie bereits erwähnt, aufgrund der stilistischen Entscheidungen von Soderbergh keine Topwerte einfahren. Vor allem in Hinblick auf die Schärfe. Der Ton ist für einen größtenteils dialogorientierten Film hingegen absolut zufriedenstellend. Die Extras bieten darüber hinaus interessante, wenn auch nicht allzu ausschweifende Eindrücke vom Set.
Black Bag – Doppeltes Spiel verpufft in einer mittelmässigen Inszenierung, der es über weite Strecken an fesselnder Spannung fehlt. Dafür wird der Film zumindest visuell stilsicher getragen. Neben einem wirkungsvollen Hauptdarstellerduo kann im direkten Kontrast ausserdem Marisa Abela ausdrucksstark brillieren. Der Film hätte die Handlung letztlich facettenreicher ins doppelte Spiel bringen können. Die 4K-Umsetzung ist außerdem die wahrscheinlich beste Möglichkeit, um den Film nach den visuellen Vorstellungen Regisseurs zu schauen.
Diese Kritik ist ohne Blu-ray Bewertung auch bei Whatthefilm erschienen:
https://whatthe film.ch/black-bag-doppeltes-sp iel-thriller-mit-cate-blanchet t-und-michael-fassbender-kriti k-story/
Der Spionagefilm handelt ferner vom britischen Geheimdienstoffizier George Woodhouse, der innerhalb seiner Organisation den Auftrag erhält, einen Maulwurf zu enttarnen. Hintergrund ist die streng vertrauliche Software Severus, dessen Code geleakt wurde. Mit ihr lässt sich nämlich eine Kernschmelze in einem Atomreaktor auslösen. Dabei kommt unter den Verdächtigen auch seine Frau Kathryn als mögliche Täterin in Frage. Dies bringt George in ernsthafte Gewissenskonflikte, weshalb er seine Frau schliesslich miteinweiht. Er organisiert nun eine Dinner-Party, zu der auch alle anderen Verdächtigen eingeladen wurden. Während des Essens verabreicht er ihnen eine Wahrheitsdroge in der Hoffnung, Hinweise auf die Herkunft der Anschuldigungen gegen Kathryn zu erhalten. Die Gäste plaudern allerdings nur pikante Beziehungsdetails aus. Die Situation eskaliert schliesslich, als äussere Umstände zu einer drastischen Katastrophe führen. Am Ende bleibt die alles entscheidende Frage: Gilt Georges Loyalität seiner Frau – oder dem Land, dem er sich einst verpflichtet hat?
Leider gelingt es Black Bag aus meiner Sicht nicht durchgehend, seinen durchaus interessanten Plot über die Laufzeit hinweg spannend aufzubereiten. Der Film besitzt zwar durchweg einen Fokus, der sich fernab unnötiger Nebengeschichten mit den wesentlichen Handlungspunkten beschäftigt, doch so manche Szenen ufern auch in gähnende Langatmigkeit aus. Dennoch kann Black Bag durch bissig gewählte Dialoge immer wieder einen Teil seiner Spannung zurückbefördern, doch fehlt es der Geschichte einfach an actionreicher Abwechslung als Gegenpol.
Visuell kommt Black Bag hingegen stylisch daher. Stephen Soderbergh entscheidet sich für eine softe Bildgebung, bei der das Tageslicht zur Überstrahlung eingesetzt wird, was zu einem verschleierten Look führt. Dabei arbeiten die Szenen meist mit einer reduzierten Ausleuchtung der Gesichter, was teilweise zu einer kontrastreichen Lichtsetzung führt. Eine durchaus stilbewusste Entscheidung, welche die geheimnisvollen Figuren stimmig unterstützt, aber auf einer ästhetischen Ebene auch gewöhnungsbedürftig bleibt. Vor allem aber verhindert es in diesem Fall ein detailreicheres Bild für die Umsetzung der 4K-Scheibe. Die Kamera nutzt darüber hinaus eine sehr emotionsdistanzierte Bildsprache, die sich über die Szenen hinweg sehr langsam an ihre Figuren herannähert. Dies erzeugt zusammen mit einer äusserst dezenten Schnittweise für eine atmosphärisch-unheilvolle Grundstimmung in vereinzelten Momenten.
Schauspielerisch wird der Film für mich nur teilweise von Cate Blanchett und Michael Fassbender getragen. Ihre kühl inszenierte, aber authentische Darstellung bietet vor allem Marisa Abela die Bühne, um in ihrem kraftvollen Spiel umso stärker zu glänzen. In ihren Szenen entfacht sie eine besonders emotionale Intensität. In so manch ausgedehnten Momenten hätte ihre Figur mit etwas mehr Screentime der dahinplätschernden Handlung zudem zusätzliche Spannung verleihen können. Auch ihrer Charakterentwicklung wäre mehr Entfaltungsraum zugutegekommen. Naomie Harris überzeugt ebenfalls mit emotionaler Stärke und vermag es, einzelne Szenen zu dominieren. Pierce Brosnan agiert in seinen wenigen Auftritten wiederum mit einer abgeklärten Souveränität, die Ruhe und Präsenz ins Spiel bringt.
Qualitativ kann die 4K-Umsetzung also wie bereits erwähnt, aufgrund der stilistischen Entscheidungen von Soderbergh keine Topwerte einfahren. Vor allem in Hinblick auf die Schärfe. Der Ton ist für einen größtenteils dialogorientierten Film hingegen absolut zufriedenstellend. Die Extras bieten darüber hinaus interessante, wenn auch nicht allzu ausschweifende Eindrücke vom Set.
Black Bag – Doppeltes Spiel verpufft in einer mittelmässigen Inszenierung, der es über weite Strecken an fesselnder Spannung fehlt. Dafür wird der Film zumindest visuell stilsicher getragen. Neben einem wirkungsvollen Hauptdarstellerduo kann im direkten Kontrast ausserdem Marisa Abela ausdrucksstark brillieren. Der Film hätte die Handlung letztlich facettenreicher ins doppelte Spiel bringen können. Die 4K-Umsetzung ist außerdem die wahrscheinlich beste Möglichkeit, um den Film nach den visuellen Vorstellungen Regisseurs zu schauen.
Diese Kritik ist ohne Blu-ray Bewertung auch bei Whatthefilm erschienen:
https://whatthe film.ch/black-bag-doppeltes-sp iel-thriller-mit-cate-blanchet t-und-michael-fassbender-kriti k-story/
mit 3
mit 3
mit 4
mit 3
bewertet am 23.08.25 um 16:39
Am 29. Mai lief der US-amerikanische schwarzhumorige Slasher-Film Clown in a Cornfield in den deutschen Kinos an. Seit 21. August ist er nun auf Blu-ray, DVD und diversen Streaminganbietern kostenpflichtig zu beziehen. Der Film entstand unter der Regie von Eli Craig, der bereits mit der vielfach-gefeierten Backwood-Komödie Tucker and Dale vs Evil (2010) auf die Zuschauer einmetzelte. 2017 folgte schliesslich mit der hierzulande nicht so bekannten Horrorkomödie Little Evil sein zweiter Langfilm, der ebenfalls bei der Mehrheit gut ankam. In den Hauptrollen sehen wir Katie Douglas, Aaron Abrams, Carson MacCormac, Kevin Durand und Will Sasso. Gelingt es Craig mit Clown in a Cornfield erneut den schwarzhumorigen Nerv des Publikums zu treffen, oder kann seine Slasher-Komödie den übersättigten Horrorclown-Filmen kein neues Leben mehr einhauchen?
Quinn Maybrook zieht mit ihrem Vater nach Kettle Springs, einer US-Kleinstadt, die nach dem Brand der Mais-Sirup-Fabrik gespalten ist. Während die Erwachsenen die alten Werte durchsetzen, sehnen sich die Jugendlichen danach, schnell wieder zu verschwinden. Während einer Feier im Maisfeld erscheint schliesslich das ehemalige Maskottchen Frendo, ein Clown, der alles andere als gute Absichten hat. Er beginnt, die Jugendlichen auf brutalste Weise zu jagen. Doch Quinn entdeckt, dass hinter der Maske mehr steckt als ein einfacher Mörder – sie wird mit einem systemischen Problem konfrontiert. Doch kann sie das mörderische Vorhaben stoppen?
Clown in a Cornfield hat zwar nicht die parodistische Schärfe von Tucker and Dale vs Evil, aber besitzt auch eine ausreichende Schippe Humor, um das Slashergenre mit dem aktuellen Zeitgeist zu persiflieren. Dies funktioniert vor allem dank des Meta-Humors, da die Jugendlichen dabei gezeigt werden wie sie kleine Horrorfilmszenen für Social Media inszenieren. Wie bei Tucker and Dale vs Evil spielt Craig mit den kontrastvollen Gegensätzen auf schwarzhumorige Weise. Ist es bei seinem Regiedebüt noch das Gefahrlose gewesen, das durch Missverständnisse als das Böse gebrandmarkt wird, nutzt er hier das Grauen, um es erstmal durch die Teenager als Verharmlosung deuten zu lassen, da sie es als filmischen Prank vermuten. Der Humor entsteht dabei durch die Sprüche oder Reaktionen der Teenager.
Dennoch bleibt der Film nicht von typischen Genreklischees verschont, was ihn über weite Strecken vorhersehbar macht. Allerdings bedient sich Craig nicht unterwürfig daran, sondern nutzt die Konventionen als Inspiration, um in manchen Momenten davon abzuweichen und neue Fussnoten zu setzen.
Die erste Filmhälfte widmet sich vor allem der Charakterentwicklung. Der Film behandelt die angeschlagene Vater-Tochter-Beziehung und Quinns Eingliederung in eine neue Clique auf einfühlsame, aber nicht übermässig tiefgründige Weise. Vereinzelte Morde erinnern jedoch immer wieder daran, dass wir es hierbei mit einem Slasherfilm zu tun haben. Im späteren Verlauf sorgt der Film für intensive Spannungsmomente und schreckt auch nicht vor einem ordentlichen Härtepegel zurück. Dennoch sorgt die Aussparung von konkreten Details sowie eine schnelle, Schnittweise und vorsorglich gewählte Kameraeinstellungen dafür, dass der Film nicht zum reinen Splatterzircus wird.
Schauspielerisch sorgt vor allem Katie Douglas für eine erfrischende Abwechslung, da sie ihre Rolle mit leidenschaftlicher Hingabe und authentischer Lässigkeit verkörpert. Ebenfalls sind Carson MacCormac und Vincent Muller in ihrer Spielweise sehr überzeugend. Die weiteren Rollen der Teenager wurden hingegen auf stereotype Charaktereigenschaften reduziert, da sie ohnehin der Genredramaturgie zum Opfer fallen. Dank des gefälligen Meta-Humors sind sie jedoch weniger nervtötend als in vielen anderen Filmen des Genres. Aaron Abrams als Vater und Dr. Glenn Maybrook ist hingegen zu Beginn etwas einseitiger ausgelegt, darf sich aber zum Showdown charakterlich weiterentwickeln.
Visuell präsentiert sich die Blu-ray immer wieder mit softeren Bildabschnitten, womit der Film nicht an Referenztiteln heranreicht. Manchmal sind auch nur Teilbereiche unschärfer fokussiert, aber das dürfte eine stilistische Entscheidung gewesen sein. Ansonsten gibt es auch genügend Momente die ein gutes Blu-ray Feeling erzeugen. Für ein Produktionsbudget von gerade mal $1 Million außerdem absolut zufriedenstellend. Der Ton wird ohne störende Auffälligkeiten wiedergegeben. Auf Extras wurde allerdings verzichtet.
Fazit: Clown in a Cornfield ist ein mittelmäßig-amüsanter Slasherfilm, der in der zweiten Filmhälfte seine Spannungskurve anhebt. Dabei verlässt Regisseur Eli Craig manchmal den gewöhnlichen Weg, um ein paar frische Ideen unterzubringen. Schauspielerisch bieten vor allem die Hauptdarsteller glaubwürdige Leistungen. Alles in allem für Genrefans, die nun keinen aussergewöhnlichen Tiefgang erwarten, ein kurzweiliges Slashervergnügen, das seine parodistische Färbung nicht zum reinen Selbstzweck verkommen lässt. Ebenfalls mittelmäßig ist die Umsetzung der Blu-ray. Es bleibt somit spannend abzuwarten wie sich die kommende 4k-Umsetzung innerhalb der Nameless-Mediabooks schlagen wird.
Diese Kritik ist ohne Blu-ray Bewertung auch bei Whatthefilm erschienen:
https://whatthe film.ch/clown-in-a-cornfield-h orrorfilm-von-eli-craig-kritik -review-story/
Quinn Maybrook zieht mit ihrem Vater nach Kettle Springs, einer US-Kleinstadt, die nach dem Brand der Mais-Sirup-Fabrik gespalten ist. Während die Erwachsenen die alten Werte durchsetzen, sehnen sich die Jugendlichen danach, schnell wieder zu verschwinden. Während einer Feier im Maisfeld erscheint schliesslich das ehemalige Maskottchen Frendo, ein Clown, der alles andere als gute Absichten hat. Er beginnt, die Jugendlichen auf brutalste Weise zu jagen. Doch Quinn entdeckt, dass hinter der Maske mehr steckt als ein einfacher Mörder – sie wird mit einem systemischen Problem konfrontiert. Doch kann sie das mörderische Vorhaben stoppen?
Clown in a Cornfield hat zwar nicht die parodistische Schärfe von Tucker and Dale vs Evil, aber besitzt auch eine ausreichende Schippe Humor, um das Slashergenre mit dem aktuellen Zeitgeist zu persiflieren. Dies funktioniert vor allem dank des Meta-Humors, da die Jugendlichen dabei gezeigt werden wie sie kleine Horrorfilmszenen für Social Media inszenieren. Wie bei Tucker and Dale vs Evil spielt Craig mit den kontrastvollen Gegensätzen auf schwarzhumorige Weise. Ist es bei seinem Regiedebüt noch das Gefahrlose gewesen, das durch Missverständnisse als das Böse gebrandmarkt wird, nutzt er hier das Grauen, um es erstmal durch die Teenager als Verharmlosung deuten zu lassen, da sie es als filmischen Prank vermuten. Der Humor entsteht dabei durch die Sprüche oder Reaktionen der Teenager.
Dennoch bleibt der Film nicht von typischen Genreklischees verschont, was ihn über weite Strecken vorhersehbar macht. Allerdings bedient sich Craig nicht unterwürfig daran, sondern nutzt die Konventionen als Inspiration, um in manchen Momenten davon abzuweichen und neue Fussnoten zu setzen.
Die erste Filmhälfte widmet sich vor allem der Charakterentwicklung. Der Film behandelt die angeschlagene Vater-Tochter-Beziehung und Quinns Eingliederung in eine neue Clique auf einfühlsame, aber nicht übermässig tiefgründige Weise. Vereinzelte Morde erinnern jedoch immer wieder daran, dass wir es hierbei mit einem Slasherfilm zu tun haben. Im späteren Verlauf sorgt der Film für intensive Spannungsmomente und schreckt auch nicht vor einem ordentlichen Härtepegel zurück. Dennoch sorgt die Aussparung von konkreten Details sowie eine schnelle, Schnittweise und vorsorglich gewählte Kameraeinstellungen dafür, dass der Film nicht zum reinen Splatterzircus wird.
Schauspielerisch sorgt vor allem Katie Douglas für eine erfrischende Abwechslung, da sie ihre Rolle mit leidenschaftlicher Hingabe und authentischer Lässigkeit verkörpert. Ebenfalls sind Carson MacCormac und Vincent Muller in ihrer Spielweise sehr überzeugend. Die weiteren Rollen der Teenager wurden hingegen auf stereotype Charaktereigenschaften reduziert, da sie ohnehin der Genredramaturgie zum Opfer fallen. Dank des gefälligen Meta-Humors sind sie jedoch weniger nervtötend als in vielen anderen Filmen des Genres. Aaron Abrams als Vater und Dr. Glenn Maybrook ist hingegen zu Beginn etwas einseitiger ausgelegt, darf sich aber zum Showdown charakterlich weiterentwickeln.
Visuell präsentiert sich die Blu-ray immer wieder mit softeren Bildabschnitten, womit der Film nicht an Referenztiteln heranreicht. Manchmal sind auch nur Teilbereiche unschärfer fokussiert, aber das dürfte eine stilistische Entscheidung gewesen sein. Ansonsten gibt es auch genügend Momente die ein gutes Blu-ray Feeling erzeugen. Für ein Produktionsbudget von gerade mal $1 Million außerdem absolut zufriedenstellend. Der Ton wird ohne störende Auffälligkeiten wiedergegeben. Auf Extras wurde allerdings verzichtet.
Fazit: Clown in a Cornfield ist ein mittelmäßig-amüsanter Slasherfilm, der in der zweiten Filmhälfte seine Spannungskurve anhebt. Dabei verlässt Regisseur Eli Craig manchmal den gewöhnlichen Weg, um ein paar frische Ideen unterzubringen. Schauspielerisch bieten vor allem die Hauptdarsteller glaubwürdige Leistungen. Alles in allem für Genrefans, die nun keinen aussergewöhnlichen Tiefgang erwarten, ein kurzweiliges Slashervergnügen, das seine parodistische Färbung nicht zum reinen Selbstzweck verkommen lässt. Ebenfalls mittelmäßig ist die Umsetzung der Blu-ray. Es bleibt somit spannend abzuwarten wie sich die kommende 4k-Umsetzung innerhalb der Nameless-Mediabooks schlagen wird.
Diese Kritik ist ohne Blu-ray Bewertung auch bei Whatthefilm erschienen:
https://whatthe film.ch/clown-in-a-cornfield-h orrorfilm-von-eli-craig-kritik -review-story/
mit 3
mit 3
mit 4
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bewertet am 23.08.25 um 16:16
Am 4. Juli 2025 brachte Wicked Vision die 1993 erstveröffentlichte Krimikomödie Fatal Instinct, die in Deutschland vor allem unter dem Titel Crazy Instinct oder alternativ als Allein unter Idioten bekannt ist, in drei Mediabook-Varianten als europäische Blu-ray Premiere heraus. Die Komödie von Carl Reiner ist u.a. mit Armand Assante, Sean Young, Sherilyn Fenn, Kate Nelligan und Christopher McDonald besetzt worden. Darin werden Kriminalfilme, aber auch Erotikthriller gehörig aufs Korn genommen. Ob der Film nun aus heutiger Sicht noch die Lachmuskeln bedienen kann oder zurecht etwas in Vergessenheit geraten ist, möchte ich euch in meiner Kritik verraten.
Erzählt wird die Geschichte des ungeschickten Polizisten und Strafverteidigers Ned Ravine, der sich seine eigenen Mandanten schafft, indem er sie als Polizist verhaftet. Seine Ehefrau Lana betrügt ihn allerdings und hat vor, ihn ermorden zu lassen. Mit Lola Cain gelangt Ravine schliesslich an eine neue Mandantin, die ihn versucht zu verführen. Doch sie ist nicht die Einzige, die um die Gunst von Ravine buhlt. Auch seine Sekretärin Laura Lincolnberry ist in ihn vernarrt. Doch Ravine scheint dies lange nicht zur Kenntnis zu nehmen.
So viel zum Hauptgerüst dieser Komödie. In erster Linie stehen hier aber die oftmals zotig-flachen Witze sowie die Parodien auf Filme wie Basic Instinct, Eine verhängnisvolle Affäre oder Kap der Angst im Vordergrund. Angelehnt an die Leslie Nielsen Klassiker Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug oder Die Nackte Kanone dient die Handlung somit dem hauptsächlichen Zweck, die mal mehr oder weniger originellen Gags miteinander zu verbinden. Dabei kommt Fatal Instinct allerdings nie an diese Klassiker heran, hat aus meiner Sicht humoristisch aber dennoch einen besseren Lauf als die im Folgejahr veröffentlichte Komödie Das Schweigen der Hammel, die ihre ziellosen Kalauer noch weit ungeschickter verteilt.
Somit ist Fatal Instinct für einen komödiantischen Abend unter Freunden durchaus geeignet und kann mit der richtigen Herangehensweise innerhalb ihrer manchmal sogar kreativen und slapstickreichen Albernheiten Laune bereiten. So findet man auch gefühlt alle Stufen von Platt- sowie Derbheiten hervor und lässt auch die Metaebene nicht ausser Acht, was später allerdings Filme wie die Scary Movie Reihe und ihre zahllosen Ableger zur Erschöpfung ausgereizt haben.
Die drei Mediabooks selbst sind auf je 222 Stück limitiert worden und werden shopexklusiv vertrieben. Dabei enthält Cover A den Alternativtitel, Cover B den Originaltitel und Cover C den deutschen Titel. Meine Wahl fiel hierbei auf Cover C. Das glänzende Artwork ist sehr hochwertig bedruckt worden und wartet im Innenleben mit einer Blu-ray Disc und DVD auf. Unter der Blu-ray wird dabei nochmal das Titelbild als Anspielung auf Basic Instinct mit Sean Young im roten Kleid ohne Textanteil aufgegriffen sowie unter der DVD eine Version mit Young im gelben Kleid präsentiert.
Das 24-seitige Booklet besteht aus einem lesenswerten Essay von Christoph N. Kellerbach, dass sowohl auf den Einfluss, die Entstehungs-, und Produktionsgeschichte, aber auch den Gründen des letztlichen Misserfolgs an den Kinokassen eingeht. Obwohl sich der Text gut lesen lässt, haben sich dennoch ein paar wenige grammatikalische Fehler eingeschlichen. Unterstützt wird das Booklet von einigen farbigen Szenenbildern aus dem Film, die in unterschiedlicher Grösse den Text optisch aufwerten.
Die Bildqualität der Blu-ray gestaltet sich schliesslich als zufriedenstellend. Der Film weist einen angenehmen Schärfewert auf, ist aber stilistisch etwas softer angelegt, um einen visuellen Bezug zum parodierten Genre herzustellen. Hin und wieder sind ausserdem kleine Schmutzpartikel zu sehen, was auf kein komplett neues Master schliessen lässt.
Audiotechnisch betrachtet, bietet der Film ebenfalls eine gute Qualität, und es sind keinerlei altersbedingten Mängel festzustellen. Löblich ist hierbei vor allem, dass der deutsche und englische Ton mit allen Original Musik-Tracks in restaurierter Form neben der englischen 2018er Variante mit neuer Musik an Bord ist. Darüber hinaus bietet der Audiokommentar von Regisseur Carl Reiner und Drehbuchautor Davd O’Malley an zusätzlichen Unterhaltungswert mit Funfacts rund um die Produktionsgeschichte des Films.
Ebenfalls befinden sich noch komplette Szenen, die wahlweise mit einem Audiokommentar angesehen werden können auf der Disc. Diese liegen allerdings in einer eher dürftigen Qualität vor. Den Abschluss bilden noch ein Trailer sowie eine Bildergalerie. Der Inhalt der DVD ist identisch.
Fazit: Fatal Instinct gesellt sich unter den Filmparodien im guten Mittelfeld. Die Originalität der Leslie Nielsen-Komödien wird dabei nicht ganz erreicht, aber für einen kurzweiligen Filmabend unter Gleichgesinnten bietet die Komödie jede Menge amüsante Einfälle und Entdeckungen, die auch zum mehrmaligen Ansehen einladen. Das Mediabook ist trotz ein paar Schönheitsfehler innerhalb des Booklets mit sehr interessanten Hintergründen rund um den Film und seiner Veröffentlichungsgeschichte versehen. Die Blu-ray weiss darüber hinaus qualitativ zufriedenzustellen. Somit wird dieser komödiantisch-verlockende Geheimtipp für eine mögliche Neuentdeckung reizvoll präsentiert.
Diese Besprechung ist auch bei Whatthefilm erschienen:
https://whatthe film.ch/fatal-instinct-ein-ver rueckter-instinkt-unter-allein gelassenen-idioten-kritik-medi abooks-wicked-vision/
Erzählt wird die Geschichte des ungeschickten Polizisten und Strafverteidigers Ned Ravine, der sich seine eigenen Mandanten schafft, indem er sie als Polizist verhaftet. Seine Ehefrau Lana betrügt ihn allerdings und hat vor, ihn ermorden zu lassen. Mit Lola Cain gelangt Ravine schliesslich an eine neue Mandantin, die ihn versucht zu verführen. Doch sie ist nicht die Einzige, die um die Gunst von Ravine buhlt. Auch seine Sekretärin Laura Lincolnberry ist in ihn vernarrt. Doch Ravine scheint dies lange nicht zur Kenntnis zu nehmen.
So viel zum Hauptgerüst dieser Komödie. In erster Linie stehen hier aber die oftmals zotig-flachen Witze sowie die Parodien auf Filme wie Basic Instinct, Eine verhängnisvolle Affäre oder Kap der Angst im Vordergrund. Angelehnt an die Leslie Nielsen Klassiker Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug oder Die Nackte Kanone dient die Handlung somit dem hauptsächlichen Zweck, die mal mehr oder weniger originellen Gags miteinander zu verbinden. Dabei kommt Fatal Instinct allerdings nie an diese Klassiker heran, hat aus meiner Sicht humoristisch aber dennoch einen besseren Lauf als die im Folgejahr veröffentlichte Komödie Das Schweigen der Hammel, die ihre ziellosen Kalauer noch weit ungeschickter verteilt.
Somit ist Fatal Instinct für einen komödiantischen Abend unter Freunden durchaus geeignet und kann mit der richtigen Herangehensweise innerhalb ihrer manchmal sogar kreativen und slapstickreichen Albernheiten Laune bereiten. So findet man auch gefühlt alle Stufen von Platt- sowie Derbheiten hervor und lässt auch die Metaebene nicht ausser Acht, was später allerdings Filme wie die Scary Movie Reihe und ihre zahllosen Ableger zur Erschöpfung ausgereizt haben.
Die drei Mediabooks selbst sind auf je 222 Stück limitiert worden und werden shopexklusiv vertrieben. Dabei enthält Cover A den Alternativtitel, Cover B den Originaltitel und Cover C den deutschen Titel. Meine Wahl fiel hierbei auf Cover C. Das glänzende Artwork ist sehr hochwertig bedruckt worden und wartet im Innenleben mit einer Blu-ray Disc und DVD auf. Unter der Blu-ray wird dabei nochmal das Titelbild als Anspielung auf Basic Instinct mit Sean Young im roten Kleid ohne Textanteil aufgegriffen sowie unter der DVD eine Version mit Young im gelben Kleid präsentiert.
Das 24-seitige Booklet besteht aus einem lesenswerten Essay von Christoph N. Kellerbach, dass sowohl auf den Einfluss, die Entstehungs-, und Produktionsgeschichte, aber auch den Gründen des letztlichen Misserfolgs an den Kinokassen eingeht. Obwohl sich der Text gut lesen lässt, haben sich dennoch ein paar wenige grammatikalische Fehler eingeschlichen. Unterstützt wird das Booklet von einigen farbigen Szenenbildern aus dem Film, die in unterschiedlicher Grösse den Text optisch aufwerten.
Die Bildqualität der Blu-ray gestaltet sich schliesslich als zufriedenstellend. Der Film weist einen angenehmen Schärfewert auf, ist aber stilistisch etwas softer angelegt, um einen visuellen Bezug zum parodierten Genre herzustellen. Hin und wieder sind ausserdem kleine Schmutzpartikel zu sehen, was auf kein komplett neues Master schliessen lässt.
Audiotechnisch betrachtet, bietet der Film ebenfalls eine gute Qualität, und es sind keinerlei altersbedingten Mängel festzustellen. Löblich ist hierbei vor allem, dass der deutsche und englische Ton mit allen Original Musik-Tracks in restaurierter Form neben der englischen 2018er Variante mit neuer Musik an Bord ist. Darüber hinaus bietet der Audiokommentar von Regisseur Carl Reiner und Drehbuchautor Davd O’Malley an zusätzlichen Unterhaltungswert mit Funfacts rund um die Produktionsgeschichte des Films.
Ebenfalls befinden sich noch komplette Szenen, die wahlweise mit einem Audiokommentar angesehen werden können auf der Disc. Diese liegen allerdings in einer eher dürftigen Qualität vor. Den Abschluss bilden noch ein Trailer sowie eine Bildergalerie. Der Inhalt der DVD ist identisch.
Fazit: Fatal Instinct gesellt sich unter den Filmparodien im guten Mittelfeld. Die Originalität der Leslie Nielsen-Komödien wird dabei nicht ganz erreicht, aber für einen kurzweiligen Filmabend unter Gleichgesinnten bietet die Komödie jede Menge amüsante Einfälle und Entdeckungen, die auch zum mehrmaligen Ansehen einladen. Das Mediabook ist trotz ein paar Schönheitsfehler innerhalb des Booklets mit sehr interessanten Hintergründen rund um den Film und seiner Veröffentlichungsgeschichte versehen. Die Blu-ray weiss darüber hinaus qualitativ zufriedenzustellen. Somit wird dieser komödiantisch-verlockende Geheimtipp für eine mögliche Neuentdeckung reizvoll präsentiert.
Diese Besprechung ist auch bei Whatthefilm erschienen:
https://whatthe film.ch/fatal-instinct-ein-ver rueckter-instinkt-unter-allein gelassenen-idioten-kritik-medi abooks-wicked-vision/
mit 3
mit 3
mit 3
mit 3
bewertet am 27.07.25 um 15:14
In diesem Jahr feiert der von Greg McLean inszenierte australische Horrorfilm Wolf Creek seinen 20. Geburtstag. Bereits Ende letzten Jahres hatte der Film dank Turbine Medien seine 4K-Weltpremiere. Kürzlich ist nun ein weiteres Mediabook mit einem alternativen Cover erschienen. In Wolf Creek wird ein mehrwöchig angepeilter Ausflug ins Outback für die Freunde Liz, Kristy und Ben zu einem abgrundtief grausamen Verhängnis. Ob der Horrorfilm auch gut 20 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung noch überzeugen kann und die dazugehörige Mediabook Umsetzung zu gefallen weiss, möchte ich euch in meiner Kritik verraten.
Der von wahren Begebenheiten inspirierte, aber letztlich fiktional verschmolzene Film erzählt die Geschichte der Freunde Liz, Kristy und Ben, die im australischen Outback einen mehrwöchigen Ausflug unternehmen. Dort möchten sie vor allem den Meteoritenkrater Wolf Creek mitsamt der dortigen Landschaft besichtigen. Nach einem unschönen Zwischenstopp an einer Kneipe wollen die Freunde vor Ort des Wolf Creek Craters weiter ins nördliche Darwin reisen, doch ihr Auto lässt sich nicht mehr starten. Zwischenzeitlich gefangen im weit und breit menschenleeren australischen Outback kommt ihnen jedoch in der Nacht ein Mann namens Mick mit einem Abschleppwagen zur vermeintlichen Hilfe.
Aufgrund einer defekten Zündspule bietet er ihnen an, sie mit seinem Wagen in sein Camp zu transportieren, um ihnen dort unentgeltlich Ersatzteile einzubauen. Dieser Ort liegt allerdings entgegen der Wunschroute der Backpacker. Doch da sie keine andere zeitnahe Lösung sehen, entschliessen sie sich, diesen Deal anzunehmen. Nach einer gefühlsmässig langen Fahrt erreichen sie schliesslich ein von der Zivilisation völlig abgeschirmtes Bergwerk mitsamt Schrottplatz. Dort lernen sie an einem gemeinsamen Lagerfeuer Mick etwas näher kennen, der von seiner früheren Tätigkeit als Jäger erzählt. Doch einen Tag später sehen sich die Freunde getrennt voneinander einer lebensbedrohlichen Lage ausgesetzt. Ein grausames Katz-und-Maus-Spiel nimmt fortan seinen blutigen Lauf.
Mit Wolf Creek hat Greg McLean einen düsteren Horrorfilm geschaffen, der dem australischen Genrefilm nach einer langen Durststrecke wieder neues Leben einhauchte. Dabei überzeugt der Film vor allem dank seiner langsam intensivierenden, Unheil bringenden Atmosphäre. Die Figuren werden schliesslich mit aller Sorgfalt eingeführt, so dass die erste Hälfte eher einem seichten Roadmovie gleicht, bis der Film stufenweise von diesem Genre ausbricht, mit vereinzelten Thriller Elementen erweitert wird und sich in der zweiten Hälfte zum Horrorfilm entwickelt. Spätestens mit dem stimmig eingeführten Genrewechsel wird das Wetter wie auch der Film düster und unvorhersehbar. Hierbei bricht Wolf Creek mit den gängigen Konventionen des Genres und setzt dabei abwechslungsreiche Akzente, die den Horrorfilm zu einer fesselnd-gelungenen Zerreissprobe für den Zuschauer machen.
Dabei geht vor allem John Jarratt in seiner Rolle als Mick Taylor vollends auf. Seine Figur, welche die sympathische Fassade von Crocodile Dundee mit der abenteuerlichen Risikobereitschaft von Steve Irwin in eine abgrundtief böse Fassette befördert und mit der sarkastischen Schlagkraft eines Freddy Kruegers kombiniert, sorgt für maximales Unbehagen. Vor allem dann, wenn sein hämisches Lachen in bedrohliche Szenarien hineinklingt und zu einem raschen Wechsel führt, der sich aus meiner Sicht nur noch im Superlativ des grausamsten Vergehens an Menschen umschreiben lässt. Der damals vor allem in Australien etablierte Darsteller und bis dahin vor allem auf sympathische Typen abonnierte John Jarratt überzeugte somit auf ganzer Linie mit einer gänzlich anderen Facette. Er selbst war hierbei auch der Meinung, dass in der Rolle von Mick keinerlei Eigenschaften seiner Privatperson zu finden sind. Somit die wahrscheinlich beste Schauspielleistung seiner bisherigen Karriere.
Bei den Opfern Liz, Kristy, und Ben, die von Cassandra Magrath, Kestie Morassi und Nathan Phillips verkörpert werden, wird die Umkehr gängiger Horrorfilmklischees am deutlichsten sichtbar. Schauspielerisch agieren sie allesamt in Anbetracht des Genres überdurchschnittlich gut und sorgen bereits zuvor für authentische und zuschauerbindende Momente.
Ein ebenfalls grosser Garant für den Erfolg des Films war der 2007 leider viel zu früh verstorbene Kameramann Will Gibson, der sowohl die beeindruckenden meilenweiten Landschaften in all ihrer Pracht sowie die klaustrophobische Dichte ggü. der Opfer eindringlich einzufangen wusste. In Verbindung mit einem teils dokumentarischen Stil, der sich dank einer oftmals sehr lebendig eingesetzten Kameraführung auszeichnet, wird Wolf Creek schliesslich zu einem fast schon real anmutenden Erlebnis. Also eine herausragende Arbeit, die zu einem meisterhaften Kontrast zwischen grossaufgefahrenen und glanzvollen Shots des Outbacks sowie einem rauen Stil aus dokumentarischen Einflüssen verschmilzt.
Die Gewaltdarstellung ist darüber hinaus nicht an der vollumfänglichen Abbildung grausamer Einzelheiten interessiert und deutet einige Gewalteinwirkungen zum Vorteil der atmosphärischen Intensivierung nur an. Die Filmmusik sorgt darüber hinaus für ein wirkungsvoll-dramatisches, aber nie aufdringlich-manipulierendes Gesamtkonzept, dass die Gefühlslage der Figuren grandios begleitet.
Zum Mediabook:
Turbine Medien veröffentlichte bereits am 12. Dezember 2024 vier Mediabook-Covervarianten mit einem Buchteil von Tobias Hohmann. Etliche Jahre zuvor war der Film schon vom Verleiher Studiocanal im Vertrieb von 84‘ Entertainment als Blu-ray Mediabook ausgewertet worden. Der Kaufanreiz der Turbine Mediabooks liegt somit bei der Gestaltung der Sondereditionen, der 4K-Umsetzung und dem neuen Buchteil von Tobias Hohmann, die sich aus meiner Sicht absolut auszahlen. Das nun zusätzlich veröffentlichte Mediabook mit einer Limitierungszahl von 777 Stück weiss mit einer gezeichneten, sehr stimmig-getroffenen Titelfront und einem kurzen englischen Satz auf einer thematisch weiterführenden Rückseite zu überzeugen. Dem Mediabook liegt zudem ein dünn-gehaltenes Blatt mit einer Handlungs- bzw. Inhaltsbeschreibung bei.
Ein Blick ins Mediabook:
Nach dem Öffnen findet sich auf der linken Seite die UHD-Scheibe, während sich anschliessend der Buchteil von Tobias Hohmann befindet, der den Stil des düster gehaltenen Innenlebens bestimmt. Darin beschäftigt sich Hohmann sowohl mit der Entstehungs- bzw. Hintergrundgeschichte des Films, der Biografie des Regisseurs, aber auch seinen Einfluss auf den australischen Horrorfilm, der dank Wolf Creek eine bedeutende weltweite Renaissance erfuhr. Demnach eine lesenswerte Einordnung, die den Stellenwert des Films innerhalb der australischen Filmgeschichte thematisiert. Dabei greift er einerseits Inhalte des fast einstündigen Making-Ofs von der Disc auf, aber kann auch noch mit weiteren Hintergrundinfos einen überaus gefälligen Mehrwert bieten. Der Text des Booklets ist dabei im geschriebenen Stil eines Drehbuches gehalten und wird mit grösstenteils hochwertig bedruckten Bildern aufgewertet. Auf der letzten Seite wird zudem eine Kritik von Helmut Krausser präsentiert. Abschliessend ist ausserdem noch die Blu-ray untergebracht.
Umsetzung der 4k-UHD-Disc:
Die Entscheidung, den Film dank Kameramann Will Gibson nicht auf Mini-DV, sondern in High Definition zu drehen, kommt dem Werk auch in seiner 4K-Fassung zugute. Vielleicht hätte es ansonsten nicht mal Sinn ergeben, den Film auf Blu-ray auszuwerten. Gedreht wurde hierbei mit einer Sony HDW-F900, die allerdings lediglich in 1920 x 1080 Pixeln aufzeichnet. Demnach dürfen bei einer 4K-Umsetzung erstmal berechtigte Zweifel bzgl. der Sinnhaftigkeit aufkommen. Diese sind aber vollkommen unbegründet, denn Turbine Medien hat mithilfe eines HDR-Gradings eine Umsetzung abgeliefert, die auch Regisseur Greg McLean in einem Vorwort lobend zur Kenntnis genommen hat.
Der Film kann trotz der Tatsache, dass er kostengünstig gedreht wurde, mit einem oftmals intensiven Gold-Orange-Look qualitativ überzeugen. Darüber hinaus werden feinste Details wie Hautunreinheiten oder Stoffstrukturen sauber abgebildet. Das leichte digitale Rauschen sorgt ausserdem für einen rauen, filmischen Look, der sich stimmig in die Szenerie einfügt. Die rund 20 Jahre sieht man dem Film somit keineswegs an. Er kann in vereinzelten Abschnitten in welchen die weiten Landschaften des Outbacks abgebildet werden, sogar mit Produktionen aus den letzten Jahren mithalten.
Tonqualität:
Tonal bietet der Film vor allem im neu-angefertigten Dolby-Atmos-Mix dynamisch-druckvolle Klangerlebnisse. Daneben sind noch zwei weitere DTS-HD-Master Tonspuren enthalten, die ebenfalls ihren Zweck erfüllen.
Bonusmaterial:
Das Bonusmaterial ist ansonsten bereits von den früheren Blu-ray Veröffentlichungen von Studiocanal bekannt. So gibt es ein rund 50-minütiges Making-of mit allerhand Hintergrundinfos zur Entstehung, ein gut achtminütiges Interview mit Hauptdarsteller John Jarratt, dass sich allerdings in manchen Aspekten zum Making-of wiederholt, eine unveröffentlichte Szene sowie ein Audiokommentar mit dem Regisseur Greg McLean, Co-Produzent Matt Hearn aber auch den Darstellern Cassandra Magrath und Kestie Morassi. Alles zum Glück auch deutsch untertitelt.
Fazit:
Wolf Creek hat den australischen Horrorfilm nochmal neu befeuert und kann auch gut 20 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung dank seiner Atmosphäre, unkonventionellen Entscheidungen und den grossartigen Hauptdarstellern überzeugen. Die Gewaltdarstellung ist hierbei auf stimmige Weise der fesselnden Atmosphäre untergeordnet. Das Mediabook ist darüber hinaus sowohl optisch, inhaltlich als auch technisch eine lohnenswerte und dem Film entsprechend würdige Veröffentlichung, die vor allem dank des qualitätsbewussten Einsatzes von Turbine Medien und dem überaus informativen Buchteil von Tobias Hohmann überzeugen kann.
Diese Besprechung ist auch bei Whatthefilm erschienen:
https://whatthe film.ch/wolf-creek-die-fesseln de-renaissance-des-australisch en-horrorfilms-kritik-handlung -review/
Der von wahren Begebenheiten inspirierte, aber letztlich fiktional verschmolzene Film erzählt die Geschichte der Freunde Liz, Kristy und Ben, die im australischen Outback einen mehrwöchigen Ausflug unternehmen. Dort möchten sie vor allem den Meteoritenkrater Wolf Creek mitsamt der dortigen Landschaft besichtigen. Nach einem unschönen Zwischenstopp an einer Kneipe wollen die Freunde vor Ort des Wolf Creek Craters weiter ins nördliche Darwin reisen, doch ihr Auto lässt sich nicht mehr starten. Zwischenzeitlich gefangen im weit und breit menschenleeren australischen Outback kommt ihnen jedoch in der Nacht ein Mann namens Mick mit einem Abschleppwagen zur vermeintlichen Hilfe.
Aufgrund einer defekten Zündspule bietet er ihnen an, sie mit seinem Wagen in sein Camp zu transportieren, um ihnen dort unentgeltlich Ersatzteile einzubauen. Dieser Ort liegt allerdings entgegen der Wunschroute der Backpacker. Doch da sie keine andere zeitnahe Lösung sehen, entschliessen sie sich, diesen Deal anzunehmen. Nach einer gefühlsmässig langen Fahrt erreichen sie schliesslich ein von der Zivilisation völlig abgeschirmtes Bergwerk mitsamt Schrottplatz. Dort lernen sie an einem gemeinsamen Lagerfeuer Mick etwas näher kennen, der von seiner früheren Tätigkeit als Jäger erzählt. Doch einen Tag später sehen sich die Freunde getrennt voneinander einer lebensbedrohlichen Lage ausgesetzt. Ein grausames Katz-und-Maus-Spiel nimmt fortan seinen blutigen Lauf.
Mit Wolf Creek hat Greg McLean einen düsteren Horrorfilm geschaffen, der dem australischen Genrefilm nach einer langen Durststrecke wieder neues Leben einhauchte. Dabei überzeugt der Film vor allem dank seiner langsam intensivierenden, Unheil bringenden Atmosphäre. Die Figuren werden schliesslich mit aller Sorgfalt eingeführt, so dass die erste Hälfte eher einem seichten Roadmovie gleicht, bis der Film stufenweise von diesem Genre ausbricht, mit vereinzelten Thriller Elementen erweitert wird und sich in der zweiten Hälfte zum Horrorfilm entwickelt. Spätestens mit dem stimmig eingeführten Genrewechsel wird das Wetter wie auch der Film düster und unvorhersehbar. Hierbei bricht Wolf Creek mit den gängigen Konventionen des Genres und setzt dabei abwechslungsreiche Akzente, die den Horrorfilm zu einer fesselnd-gelungenen Zerreissprobe für den Zuschauer machen.
Dabei geht vor allem John Jarratt in seiner Rolle als Mick Taylor vollends auf. Seine Figur, welche die sympathische Fassade von Crocodile Dundee mit der abenteuerlichen Risikobereitschaft von Steve Irwin in eine abgrundtief böse Fassette befördert und mit der sarkastischen Schlagkraft eines Freddy Kruegers kombiniert, sorgt für maximales Unbehagen. Vor allem dann, wenn sein hämisches Lachen in bedrohliche Szenarien hineinklingt und zu einem raschen Wechsel führt, der sich aus meiner Sicht nur noch im Superlativ des grausamsten Vergehens an Menschen umschreiben lässt. Der damals vor allem in Australien etablierte Darsteller und bis dahin vor allem auf sympathische Typen abonnierte John Jarratt überzeugte somit auf ganzer Linie mit einer gänzlich anderen Facette. Er selbst war hierbei auch der Meinung, dass in der Rolle von Mick keinerlei Eigenschaften seiner Privatperson zu finden sind. Somit die wahrscheinlich beste Schauspielleistung seiner bisherigen Karriere.
Bei den Opfern Liz, Kristy, und Ben, die von Cassandra Magrath, Kestie Morassi und Nathan Phillips verkörpert werden, wird die Umkehr gängiger Horrorfilmklischees am deutlichsten sichtbar. Schauspielerisch agieren sie allesamt in Anbetracht des Genres überdurchschnittlich gut und sorgen bereits zuvor für authentische und zuschauerbindende Momente.
Ein ebenfalls grosser Garant für den Erfolg des Films war der 2007 leider viel zu früh verstorbene Kameramann Will Gibson, der sowohl die beeindruckenden meilenweiten Landschaften in all ihrer Pracht sowie die klaustrophobische Dichte ggü. der Opfer eindringlich einzufangen wusste. In Verbindung mit einem teils dokumentarischen Stil, der sich dank einer oftmals sehr lebendig eingesetzten Kameraführung auszeichnet, wird Wolf Creek schliesslich zu einem fast schon real anmutenden Erlebnis. Also eine herausragende Arbeit, die zu einem meisterhaften Kontrast zwischen grossaufgefahrenen und glanzvollen Shots des Outbacks sowie einem rauen Stil aus dokumentarischen Einflüssen verschmilzt.
Die Gewaltdarstellung ist darüber hinaus nicht an der vollumfänglichen Abbildung grausamer Einzelheiten interessiert und deutet einige Gewalteinwirkungen zum Vorteil der atmosphärischen Intensivierung nur an. Die Filmmusik sorgt darüber hinaus für ein wirkungsvoll-dramatisches, aber nie aufdringlich-manipulierendes Gesamtkonzept, dass die Gefühlslage der Figuren grandios begleitet.
Zum Mediabook:
Turbine Medien veröffentlichte bereits am 12. Dezember 2024 vier Mediabook-Covervarianten mit einem Buchteil von Tobias Hohmann. Etliche Jahre zuvor war der Film schon vom Verleiher Studiocanal im Vertrieb von 84‘ Entertainment als Blu-ray Mediabook ausgewertet worden. Der Kaufanreiz der Turbine Mediabooks liegt somit bei der Gestaltung der Sondereditionen, der 4K-Umsetzung und dem neuen Buchteil von Tobias Hohmann, die sich aus meiner Sicht absolut auszahlen. Das nun zusätzlich veröffentlichte Mediabook mit einer Limitierungszahl von 777 Stück weiss mit einer gezeichneten, sehr stimmig-getroffenen Titelfront und einem kurzen englischen Satz auf einer thematisch weiterführenden Rückseite zu überzeugen. Dem Mediabook liegt zudem ein dünn-gehaltenes Blatt mit einer Handlungs- bzw. Inhaltsbeschreibung bei.
Ein Blick ins Mediabook:
Nach dem Öffnen findet sich auf der linken Seite die UHD-Scheibe, während sich anschliessend der Buchteil von Tobias Hohmann befindet, der den Stil des düster gehaltenen Innenlebens bestimmt. Darin beschäftigt sich Hohmann sowohl mit der Entstehungs- bzw. Hintergrundgeschichte des Films, der Biografie des Regisseurs, aber auch seinen Einfluss auf den australischen Horrorfilm, der dank Wolf Creek eine bedeutende weltweite Renaissance erfuhr. Demnach eine lesenswerte Einordnung, die den Stellenwert des Films innerhalb der australischen Filmgeschichte thematisiert. Dabei greift er einerseits Inhalte des fast einstündigen Making-Ofs von der Disc auf, aber kann auch noch mit weiteren Hintergrundinfos einen überaus gefälligen Mehrwert bieten. Der Text des Booklets ist dabei im geschriebenen Stil eines Drehbuches gehalten und wird mit grösstenteils hochwertig bedruckten Bildern aufgewertet. Auf der letzten Seite wird zudem eine Kritik von Helmut Krausser präsentiert. Abschliessend ist ausserdem noch die Blu-ray untergebracht.
Umsetzung der 4k-UHD-Disc:
Die Entscheidung, den Film dank Kameramann Will Gibson nicht auf Mini-DV, sondern in High Definition zu drehen, kommt dem Werk auch in seiner 4K-Fassung zugute. Vielleicht hätte es ansonsten nicht mal Sinn ergeben, den Film auf Blu-ray auszuwerten. Gedreht wurde hierbei mit einer Sony HDW-F900, die allerdings lediglich in 1920 x 1080 Pixeln aufzeichnet. Demnach dürfen bei einer 4K-Umsetzung erstmal berechtigte Zweifel bzgl. der Sinnhaftigkeit aufkommen. Diese sind aber vollkommen unbegründet, denn Turbine Medien hat mithilfe eines HDR-Gradings eine Umsetzung abgeliefert, die auch Regisseur Greg McLean in einem Vorwort lobend zur Kenntnis genommen hat.
Der Film kann trotz der Tatsache, dass er kostengünstig gedreht wurde, mit einem oftmals intensiven Gold-Orange-Look qualitativ überzeugen. Darüber hinaus werden feinste Details wie Hautunreinheiten oder Stoffstrukturen sauber abgebildet. Das leichte digitale Rauschen sorgt ausserdem für einen rauen, filmischen Look, der sich stimmig in die Szenerie einfügt. Die rund 20 Jahre sieht man dem Film somit keineswegs an. Er kann in vereinzelten Abschnitten in welchen die weiten Landschaften des Outbacks abgebildet werden, sogar mit Produktionen aus den letzten Jahren mithalten.
Tonqualität:
Tonal bietet der Film vor allem im neu-angefertigten Dolby-Atmos-Mix dynamisch-druckvolle Klangerlebnisse. Daneben sind noch zwei weitere DTS-HD-Master Tonspuren enthalten, die ebenfalls ihren Zweck erfüllen.
Bonusmaterial:
Das Bonusmaterial ist ansonsten bereits von den früheren Blu-ray Veröffentlichungen von Studiocanal bekannt. So gibt es ein rund 50-minütiges Making-of mit allerhand Hintergrundinfos zur Entstehung, ein gut achtminütiges Interview mit Hauptdarsteller John Jarratt, dass sich allerdings in manchen Aspekten zum Making-of wiederholt, eine unveröffentlichte Szene sowie ein Audiokommentar mit dem Regisseur Greg McLean, Co-Produzent Matt Hearn aber auch den Darstellern Cassandra Magrath und Kestie Morassi. Alles zum Glück auch deutsch untertitelt.
Fazit:
Wolf Creek hat den australischen Horrorfilm nochmal neu befeuert und kann auch gut 20 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung dank seiner Atmosphäre, unkonventionellen Entscheidungen und den grossartigen Hauptdarstellern überzeugen. Die Gewaltdarstellung ist hierbei auf stimmige Weise der fesselnden Atmosphäre untergeordnet. Das Mediabook ist darüber hinaus sowohl optisch, inhaltlich als auch technisch eine lohnenswerte und dem Film entsprechend würdige Veröffentlichung, die vor allem dank des qualitätsbewussten Einsatzes von Turbine Medien und dem überaus informativen Buchteil von Tobias Hohmann überzeugen kann.
Diese Besprechung ist auch bei Whatthefilm erschienen:
https://whatthe film.ch/wolf-creek-die-fesseln de-renaissance-des-australisch en-horrorfilms-kritik-handlung -review/
mit 5
mit 5
mit 5
mit 4
bewertet am 21.06.25 um 15:44
Die 80er hatten so einige romantisierende Filme über Außerirdische im Gepäck. Ob nun herrlich-komödiantisch in Giraults Louis und seine außerirdischen Kohlköpfe (1981), tief ins Herz dringend in Spielbergs E.T. – Der Außerirdische (1982) oder effektreich in Petersens Enemy Mine – Geliebter Feind (1985). Irgendwo dazwischen, reiht sich auch John Carpenters Starman ein, der trotz des von ihm oftmals aufgegriffenen Science-Fiction-Genres aufgrund seiner Inszenierung eigentlich so gar nicht in die ansonsten weitgehend stimmige Filmografie des Regisseurs passen will.
In den Hauptrollen ist dieser Film vom anderen Stern mit Jeff Bridges und Karen Allen besetzt worden.
Erzählt wird die Geschichte von Starman, einem Außerirdischen, welcher einer Einladung auf die Erde folgt. Sein Eintritt gestaltet sich allerdings alles andere problemfrei, nachdem er von Kampfjets beschossen wird und schließlich auf der Erde notlanden muss. Er bittet darum, in 3 Tagen wieder mitgenommen zu werden und gelangt danach in das Haus von Jenny Hayden. Auf Grundlage von Filmen, Fotos und der DNA einer Haarsträhne nimmt Starman fortan das Aussehen von Jennys verstorbenen Ehemann Scott an.
Jenny hat anfänglich Angst von Starman und versucht zu flüchten, doch der Außerirdische durchkreuzt ihren Plan und möchte zum Barringer-Krater in Arizona gebracht werden, wo er wieder abgeholt werden soll. Aus der zu Beginn angespannten Lage entsteht aber schon bald eine tiefgreifende Beziehung und Starman lernt, Sprechen, essen und auch Auto fahren. Doch sein weiterhin andersartiges, aber gut gemeintes Verhalten kommt nicht überall gut an. Ob es Starman gelingt, wieder nachhause zu gelangen?
Starman ist, wie eingangs erwähnt, ein eher untypischer Carpenter Film, der weit weniger Wert auf eine durchgehend fesselnde Atmosphäre legt. Vielmehr wird hier die Beziehung zwischen Starman und Jenny Hayden betont, die zwischen vielen feinfühligen Momenten auch mit reichlich Witz ausgestattet ist.
Jeff Bridges gelingt es dabei vollumfänglich, seinen anfangs wortkargen, starren und naiven Charakter zu einem liebenswürdigen Zeitgenossen aufblühen zu lassen. Karen Allen ist darüber hinaus eine charismatisch-ratgebende Stütze, um das Zusammenspiel der Beiden zu befeuern.
Nun ist der Film kürzlich in einem wunderschönen, glatt-glänzenden Steelbook von Sony Pics at Home DE im Vertrieb von PLAION Pictures erschienen, das den Film erstmalig auch in 4k enthält.
Die qualitative Umsetzung kann hierbei absolut überzeugen. Lediglich ein stilistischer Schleier verhindert eine glasklare Bildschärfe. Ansonsten kann der Film mit einer guten Farbgebung punkten. Besondere Qualitäten offenbaren sich darüber hinaus bei actionreichen Szenen wie feuerreichen Explosionen. Hier zeigt sich die 4K-Disc von einer sehr farbintensiven Seite. Ebenso ist die Tonumsetzung gelungen.
Die Extras bestehen aus einem Audiokommentar, Deleted Scenes, zwei Making-of Eindrücke im Zeitraffer, ein aktuellere Making-of Doku, das Musikvideo zum Film, eine Fotogalerie sowie den Trailer. Insgesamt interessante Einblicke, aber dennoch kurzweilig gehaltene Einblicke in die Produktionsgeschichte zum Film, wobei die aktuellere Making-of-Doku mit ein paar Tonproblemen zu kämpfen hat.
Fazit: Starman ist gefühlvolles Science-Fiction-Kino, dass sich mit einem äußerst fruchtbaren Humor dank Jeff Bridges als liebenswürdiger Außerirdischer viele reizende Sympathien einholen kann. Darüber hinaus ist auch die weibliche Hauptfigur mit Karen Allen in diesem ebenso gelungen 4k-Steelbook glänzend besetzt worden.
In den Hauptrollen ist dieser Film vom anderen Stern mit Jeff Bridges und Karen Allen besetzt worden.
Erzählt wird die Geschichte von Starman, einem Außerirdischen, welcher einer Einladung auf die Erde folgt. Sein Eintritt gestaltet sich allerdings alles andere problemfrei, nachdem er von Kampfjets beschossen wird und schließlich auf der Erde notlanden muss. Er bittet darum, in 3 Tagen wieder mitgenommen zu werden und gelangt danach in das Haus von Jenny Hayden. Auf Grundlage von Filmen, Fotos und der DNA einer Haarsträhne nimmt Starman fortan das Aussehen von Jennys verstorbenen Ehemann Scott an.
Jenny hat anfänglich Angst von Starman und versucht zu flüchten, doch der Außerirdische durchkreuzt ihren Plan und möchte zum Barringer-Krater in Arizona gebracht werden, wo er wieder abgeholt werden soll. Aus der zu Beginn angespannten Lage entsteht aber schon bald eine tiefgreifende Beziehung und Starman lernt, Sprechen, essen und auch Auto fahren. Doch sein weiterhin andersartiges, aber gut gemeintes Verhalten kommt nicht überall gut an. Ob es Starman gelingt, wieder nachhause zu gelangen?
Starman ist, wie eingangs erwähnt, ein eher untypischer Carpenter Film, der weit weniger Wert auf eine durchgehend fesselnde Atmosphäre legt. Vielmehr wird hier die Beziehung zwischen Starman und Jenny Hayden betont, die zwischen vielen feinfühligen Momenten auch mit reichlich Witz ausgestattet ist.
Jeff Bridges gelingt es dabei vollumfänglich, seinen anfangs wortkargen, starren und naiven Charakter zu einem liebenswürdigen Zeitgenossen aufblühen zu lassen. Karen Allen ist darüber hinaus eine charismatisch-ratgebende Stütze, um das Zusammenspiel der Beiden zu befeuern.
Nun ist der Film kürzlich in einem wunderschönen, glatt-glänzenden Steelbook von Sony Pics at Home DE im Vertrieb von PLAION Pictures erschienen, das den Film erstmalig auch in 4k enthält.
Die qualitative Umsetzung kann hierbei absolut überzeugen. Lediglich ein stilistischer Schleier verhindert eine glasklare Bildschärfe. Ansonsten kann der Film mit einer guten Farbgebung punkten. Besondere Qualitäten offenbaren sich darüber hinaus bei actionreichen Szenen wie feuerreichen Explosionen. Hier zeigt sich die 4K-Disc von einer sehr farbintensiven Seite. Ebenso ist die Tonumsetzung gelungen.
Die Extras bestehen aus einem Audiokommentar, Deleted Scenes, zwei Making-of Eindrücke im Zeitraffer, ein aktuellere Making-of Doku, das Musikvideo zum Film, eine Fotogalerie sowie den Trailer. Insgesamt interessante Einblicke, aber dennoch kurzweilig gehaltene Einblicke in die Produktionsgeschichte zum Film, wobei die aktuellere Making-of-Doku mit ein paar Tonproblemen zu kämpfen hat.
Fazit: Starman ist gefühlvolles Science-Fiction-Kino, dass sich mit einem äußerst fruchtbaren Humor dank Jeff Bridges als liebenswürdiger Außerirdischer viele reizende Sympathien einholen kann. Darüber hinaus ist auch die weibliche Hauptfigur mit Karen Allen in diesem ebenso gelungen 4k-Steelbook glänzend besetzt worden.
mit 5
mit 4
mit 4
mit 4
bewertet am 13.06.25 um 18:24
Mit In einem Land vor unserer Zeit erscheint nun endlich der von George Lucas und Steven Spielberg produzierte Don Bluth Zeichentrickklassiker bei uns in Deutschland.
Ein Film, der tatsächlich das Siegel pädagogisch wertvoll verdient hätte und der auf kindgerechte Art und Weise den Umgang mit Verlusten in unserem engvertrauten Umfeld mit liebevoller Umsetzung der Charaktere verdeutlicht. So werden hier mal wieder die typischen auch menschlichen Erfahrungen auf die Tierwelt übertragen, um dies gerade für Kinder interessanter zu gestalten und diesen gleichzeitig wichtige soziale Werte zu vermitteln.
Zur Umsetzung der Blu-ray:
Das Bild ist tatsächlich nur als befriedigend einzustufen und leidet zum einen unter einer zeitweise verstärkten Filmkorn Struktur, bei der man oft das Gefühl hat, dass sich trotz hoher Bitrates eine Mischung aus Artefakten und Korn einschleicht. Außerdem kommen immer wieder Szenen zum Vorschein, die ein deutlich weicheres und verträumtes Bild darstellen und sich diese unscharfen Konturen oft wie ein Schleier an den Rändern der Figuren festsetzen. Ob dies nun eine stilmittelbedingte Entscheidung war oder das Resultat aus einem veralteten Transfer bleibt für mich fraglich. Fakt ist jedenfalls, es schaut nicht gerade einladend für eine Blu-ray Umsetzung aus.
Der Ton ist hingegen für das Alter einwandfrei und hört sich teils sogar besser an als so mancher Realfilm aus dieser Zeit.
Auf Bonusmaterial wurde leider komplett verzichtet.
Fazit: Wer die perfekte Qualität der Disney Zeichentrick Klassiker gewohnt ist, muss hier deutliche Abstriche verkraften, denn Universal ist nun mal kein Disney. Trotzdem hätte man diesem Film ein neueres Master auf 4K oder wenigstens 2K Basis gönnen können, es ist sogar möglich dass das gleiche Master auch bei der DVD Verwendung fand. Allerdings lag mir diese nicht zum Vergleich vor.
Alles in allem leider nur eine weitere Katalog Veröffentlichung von Universal, die technisch nur durchschnittliches Mittelmaß erreicht.
Ein Film, der tatsächlich das Siegel pädagogisch wertvoll verdient hätte und der auf kindgerechte Art und Weise den Umgang mit Verlusten in unserem engvertrauten Umfeld mit liebevoller Umsetzung der Charaktere verdeutlicht. So werden hier mal wieder die typischen auch menschlichen Erfahrungen auf die Tierwelt übertragen, um dies gerade für Kinder interessanter zu gestalten und diesen gleichzeitig wichtige soziale Werte zu vermitteln.
Zur Umsetzung der Blu-ray:
Das Bild ist tatsächlich nur als befriedigend einzustufen und leidet zum einen unter einer zeitweise verstärkten Filmkorn Struktur, bei der man oft das Gefühl hat, dass sich trotz hoher Bitrates eine Mischung aus Artefakten und Korn einschleicht. Außerdem kommen immer wieder Szenen zum Vorschein, die ein deutlich weicheres und verträumtes Bild darstellen und sich diese unscharfen Konturen oft wie ein Schleier an den Rändern der Figuren festsetzen. Ob dies nun eine stilmittelbedingte Entscheidung war oder das Resultat aus einem veralteten Transfer bleibt für mich fraglich. Fakt ist jedenfalls, es schaut nicht gerade einladend für eine Blu-ray Umsetzung aus.
Der Ton ist hingegen für das Alter einwandfrei und hört sich teils sogar besser an als so mancher Realfilm aus dieser Zeit.
Auf Bonusmaterial wurde leider komplett verzichtet.
Fazit: Wer die perfekte Qualität der Disney Zeichentrick Klassiker gewohnt ist, muss hier deutliche Abstriche verkraften, denn Universal ist nun mal kein Disney. Trotzdem hätte man diesem Film ein neueres Master auf 4K oder wenigstens 2K Basis gönnen können, es ist sogar möglich dass das gleiche Master auch bei der DVD Verwendung fand. Allerdings lag mir diese nicht zum Vergleich vor.
Alles in allem leider nur eine weitere Katalog Veröffentlichung von Universal, die technisch nur durchschnittliches Mittelmaß erreicht.
mit 5
mit 3
mit 4
mit 0
bewertet am 25.05.25 um 17:20
Am 27. März brachte Capelight Pictures das 1988 erstveröffentlichte Filmdrama Rain Man als deutsche Mediabook-Premiere heraus. Es handelt sich um eine vom Studio MGM durchgeführte 4K-Restauration, die von Regisseur Barry Levinson genehmigt wurde. In den Hauptrollen wurde der Filmklassiker mit Dustin Hoffman und Tom Cruise besetzt! Erzählt wird die ungleiche Geschichte zwischen dem Autohändler Charlie und dem inselbegabten Autisten Raymond Babbitt. Wie sich der Film aus heutiger Sicht schlägt und die Umsetzung des Mediabooks sowie der 4K-Restauration ausgefallen ist, möchte ich euch in meiner Kritik verraten.
Der von sich nur allzu überzeugte Autohändler Raymond Babbitt nähert sich einer beruflichen Krise, als er beim Import italienischer Sportwagen Probleme bekommt, da er seinen Kunden essenzielle Unzulänglichkeiten bzgl. der Umweltanforderungen verschweigt, um Zeit zu gewinnen. Als er sich nur wenig später mit seiner Freundin Susanna auf dem Weg in ein gemeinsames Wochenende aufmacht, erfährt er vom Tod seines Vaters. Distanziert von der Nachricht macht er sich dennoch auf den Weg zur Bestattung. Die Fahrt dorthin versucht Susanna zu nutzen, um mehr über Charlies Vergangenheit zu erfahren und sich tiefgründig mit ihm darüber auszutauschen, doch Charlie hält Susanna auf emotionalen Abstand. Dennoch erfährt sie den Grund, warum die Beziehung der Beiden in die Brüche ging. Dabei blitzt auch eine positive Erinnerung an eine von Charlie beschriebene Fantasiefigur namens Rain Man auf, die für ihn sang, wenn er emotionalen Beistand brauchte.
Wenig später bekommt Charlie bei der Eröffnung des Testaments vermittelt, dass er die preisgekrönten Rosenbüsche und den Buick anstelle eines Geldvermögens von über drei Mio. Dollar erbt. Das besagte Vermögen fliesst hingegen ins Wohnheim Wallbrook für geistig Behinderte. Charlie, der sich um sein Erbe betrogen sieht, fährt dorthin, um den dortigen Leiter Dr. Bruner zur Rede zu stellen. Allerdings lernt er dort auch den inselbegabten Autisten Raymond kennen, der sich als sein Bruder herausstellt und für das Erbe vorgesehen ist. Charlie nimmt Raymond nun kurzerhand auf seine Rückreise nach Kalifornien mit, damit er ihn anfänglich als Druckmittel einsetzen kann, um die Hälfte des Erbes einstreichen zu können. Doch die gemeinsame Reise ist alles andere als unproblematisch. Denn Raymond duldet aufgrund seiner Inselbegabung keinerlei Abweichung von seinem durchroutinierten Tagesablauf. Dennoch kommt Charlie Raymond näher und erkennt bald einen neuen Reichtum, der sein materialistisches Handeln in den Schatten stellt.
Mit Rain Man hat Regisseur Barry Levinson (Good Morning, Vietnam) einen grossen Genreklassiker geschaffen, der bis heute das kulturelle und gesellschaftliche Bild des Autismus prägt. Und vor allem zu einem nicht unwesentlichen Teil der Geschichte über die weitere Entwicklung und dem öffentlichen Ansehen des Autismus-Spektrums beigetragen hat. Dustin Hoffmans Charakter Raymond vereint dabei eine bunte Mixtur verschiedenster autistischer Eigenschaften, wobei die hauptsächliche Inspiration auf den Savant Kim Peek zurückzuführen ist, der nicht mal ein Autist war. Womit klar sein sollte, dass nicht alle Inselbegabungen mit Autismus einhergehen.
Die eindrückliche Stärke von Rain Man liegt jedenfalls in der fokussierten Zugkraft seiner beiden Hauptdarsteller. Wobei Dustin Hoffman vollends in seiner Rolle aufgeht und trotz seiner eingeschränkt verkörperten Rolle, die über die Laufzeit hinweg keinerlei grössere Weiterentwicklung hinlegen kann, verschiedene Farben des Autismus zutiefst glaubwürdig und feinfühlig verkörpert. Tom Cruise agiert hierbei auf absoluter Augenhöhe und konnte mit dieser Rolle auch erstmals als Charakterdarsteller brillieren, der in seiner Darstellung einen authentischen Reifeprozess vom unnahbaren Geschäftsmann zum liebenden Bruder hinlegt.
Ein weiterer Star des Films ist hingegen nur zu hören und absolvierte mit seiner Arbeit zum Film seinen Hollywood-Durchbruch. Die Rede ist von Hans Zimmer, der seinen Soundtrack mit orientalisch-verträumten und gleichermassen auch kraftvollen Klängen immer wieder über teils idyllische Landschaftseindrücke hin- und weggleiten lässt.
Zum Mediabook:
Das Mediabook von Capelight Pictures ist auf seiner Frontseite mit dem allseits bekannten Kinomotiv ausgestattet, während auf der Rückseite der Buick zu sehen ist. Nach dem Öffnen befindet sich links die UHD-Scheibe, während das anschliessend angebrachte Booklet den Hintergrund unter der Disc nahtlos fortsetzt. Danach folgt ein 24-seitiges Booklet, das mit einem Text von Victoria Lang sowohl interessante Fakten als auch analytische Schwerpunkte zum Film und seinem späteren Einfluss aufgreift. Aufgewertet wird das Booklet dabei immer wieder durch teils grossformatige, aber auch kleinere, zwischen den Texten untergebrachten Fotografien aus dem Film. Die Rückseite des Booklets ist ebenfalls wieder mit einem fliessend fortsetzenden Motiv ausgestattet, welches auch zur abschliessend untergebrachten Blu-ray führt. Die beiden Discs greifen darüber hinaus das Hintergrundbild des Mediabooks auf.
Zur 4K Umsetzung und dem Bonusmaterial:
Qualitativ kann Rain Man vom neuen 4K-Master mehr als profitieren und präsentiert sich mit einer durchgehend gelungenen Schärfe und einem natürlich erhaltenen Filmkorn, das nie störend ins Gewicht fällt. Vereinzelte unschärfere Szenen sind dabei höchstwahrscheinlich auf das bereits so fokussierte Ausgangsmaterial zurückzuführen. Auch der Ton kann mit vereinzelten altersbedingten Kompromissen durchaus zufriedenstellen. Die Extras auf beiden Discs bestehen schliesslich aus drei Audiokommentaren von Regisseur Barry Levinson, Drehbuchautor Barry Morrow sowie Drehbuchautor Ronald Bass. Weiterhin sind die sehr sehenswerten Dokus, Die Entstehung von Rain Man und Autismus verstehen enthalten, die einen etwas ausführlicheren Einblick in die Entstehung des Films und dem Autismus bieten. Etwas kürzer fallen hingegen ein Making-of-Beitrag, der zur damaligen Promotion des Films entstand, sowie eine entfallene Szene aus. Abgerundet wird das Bonusmaterial von Trailern zum Film.
Fazit: Abschliessend lässt sich sagen, dass Rain Man ein berührender Roadtrip ist, der für mehr Akzeptanz im Umgang mit Behinderungen appelliert und dank seiner beiden grossartigen Hauptdarsteller durchgehend funktioniert. Letztlich zudem ein Hollywooddrama, dass sein Vertrauen auf die kleinen Zwischentöne legt sowie den übersättigten Blockbuster-Bombast gänzlich beiseitelegt, um sich ganz und gar seinen beiden Hauptfiguren zu verschreiben und ihnen auf ihrer Reise begeisternd und mitfiebernd zu folgen. Das Mediabook weiss darüber hinaus sowohl optisch, inhaltlich, aber auch technisch zu gefallen.
Diese Besprechung ist auch bei Whatthefilm erschienen:
https://whatthe film.ch/rain-man-oder-ein-road trip-zu-neuem-reichtum-kritik- review-mediabook/
Der von sich nur allzu überzeugte Autohändler Raymond Babbitt nähert sich einer beruflichen Krise, als er beim Import italienischer Sportwagen Probleme bekommt, da er seinen Kunden essenzielle Unzulänglichkeiten bzgl. der Umweltanforderungen verschweigt, um Zeit zu gewinnen. Als er sich nur wenig später mit seiner Freundin Susanna auf dem Weg in ein gemeinsames Wochenende aufmacht, erfährt er vom Tod seines Vaters. Distanziert von der Nachricht macht er sich dennoch auf den Weg zur Bestattung. Die Fahrt dorthin versucht Susanna zu nutzen, um mehr über Charlies Vergangenheit zu erfahren und sich tiefgründig mit ihm darüber auszutauschen, doch Charlie hält Susanna auf emotionalen Abstand. Dennoch erfährt sie den Grund, warum die Beziehung der Beiden in die Brüche ging. Dabei blitzt auch eine positive Erinnerung an eine von Charlie beschriebene Fantasiefigur namens Rain Man auf, die für ihn sang, wenn er emotionalen Beistand brauchte.
Wenig später bekommt Charlie bei der Eröffnung des Testaments vermittelt, dass er die preisgekrönten Rosenbüsche und den Buick anstelle eines Geldvermögens von über drei Mio. Dollar erbt. Das besagte Vermögen fliesst hingegen ins Wohnheim Wallbrook für geistig Behinderte. Charlie, der sich um sein Erbe betrogen sieht, fährt dorthin, um den dortigen Leiter Dr. Bruner zur Rede zu stellen. Allerdings lernt er dort auch den inselbegabten Autisten Raymond kennen, der sich als sein Bruder herausstellt und für das Erbe vorgesehen ist. Charlie nimmt Raymond nun kurzerhand auf seine Rückreise nach Kalifornien mit, damit er ihn anfänglich als Druckmittel einsetzen kann, um die Hälfte des Erbes einstreichen zu können. Doch die gemeinsame Reise ist alles andere als unproblematisch. Denn Raymond duldet aufgrund seiner Inselbegabung keinerlei Abweichung von seinem durchroutinierten Tagesablauf. Dennoch kommt Charlie Raymond näher und erkennt bald einen neuen Reichtum, der sein materialistisches Handeln in den Schatten stellt.
Mit Rain Man hat Regisseur Barry Levinson (Good Morning, Vietnam) einen grossen Genreklassiker geschaffen, der bis heute das kulturelle und gesellschaftliche Bild des Autismus prägt. Und vor allem zu einem nicht unwesentlichen Teil der Geschichte über die weitere Entwicklung und dem öffentlichen Ansehen des Autismus-Spektrums beigetragen hat. Dustin Hoffmans Charakter Raymond vereint dabei eine bunte Mixtur verschiedenster autistischer Eigenschaften, wobei die hauptsächliche Inspiration auf den Savant Kim Peek zurückzuführen ist, der nicht mal ein Autist war. Womit klar sein sollte, dass nicht alle Inselbegabungen mit Autismus einhergehen.
Die eindrückliche Stärke von Rain Man liegt jedenfalls in der fokussierten Zugkraft seiner beiden Hauptdarsteller. Wobei Dustin Hoffman vollends in seiner Rolle aufgeht und trotz seiner eingeschränkt verkörperten Rolle, die über die Laufzeit hinweg keinerlei grössere Weiterentwicklung hinlegen kann, verschiedene Farben des Autismus zutiefst glaubwürdig und feinfühlig verkörpert. Tom Cruise agiert hierbei auf absoluter Augenhöhe und konnte mit dieser Rolle auch erstmals als Charakterdarsteller brillieren, der in seiner Darstellung einen authentischen Reifeprozess vom unnahbaren Geschäftsmann zum liebenden Bruder hinlegt.
Ein weiterer Star des Films ist hingegen nur zu hören und absolvierte mit seiner Arbeit zum Film seinen Hollywood-Durchbruch. Die Rede ist von Hans Zimmer, der seinen Soundtrack mit orientalisch-verträumten und gleichermassen auch kraftvollen Klängen immer wieder über teils idyllische Landschaftseindrücke hin- und weggleiten lässt.
Zum Mediabook:
Das Mediabook von Capelight Pictures ist auf seiner Frontseite mit dem allseits bekannten Kinomotiv ausgestattet, während auf der Rückseite der Buick zu sehen ist. Nach dem Öffnen befindet sich links die UHD-Scheibe, während das anschliessend angebrachte Booklet den Hintergrund unter der Disc nahtlos fortsetzt. Danach folgt ein 24-seitiges Booklet, das mit einem Text von Victoria Lang sowohl interessante Fakten als auch analytische Schwerpunkte zum Film und seinem späteren Einfluss aufgreift. Aufgewertet wird das Booklet dabei immer wieder durch teils grossformatige, aber auch kleinere, zwischen den Texten untergebrachten Fotografien aus dem Film. Die Rückseite des Booklets ist ebenfalls wieder mit einem fliessend fortsetzenden Motiv ausgestattet, welches auch zur abschliessend untergebrachten Blu-ray führt. Die beiden Discs greifen darüber hinaus das Hintergrundbild des Mediabooks auf.
Zur 4K Umsetzung und dem Bonusmaterial:
Qualitativ kann Rain Man vom neuen 4K-Master mehr als profitieren und präsentiert sich mit einer durchgehend gelungenen Schärfe und einem natürlich erhaltenen Filmkorn, das nie störend ins Gewicht fällt. Vereinzelte unschärfere Szenen sind dabei höchstwahrscheinlich auf das bereits so fokussierte Ausgangsmaterial zurückzuführen. Auch der Ton kann mit vereinzelten altersbedingten Kompromissen durchaus zufriedenstellen. Die Extras auf beiden Discs bestehen schliesslich aus drei Audiokommentaren von Regisseur Barry Levinson, Drehbuchautor Barry Morrow sowie Drehbuchautor Ronald Bass. Weiterhin sind die sehr sehenswerten Dokus, Die Entstehung von Rain Man und Autismus verstehen enthalten, die einen etwas ausführlicheren Einblick in die Entstehung des Films und dem Autismus bieten. Etwas kürzer fallen hingegen ein Making-of-Beitrag, der zur damaligen Promotion des Films entstand, sowie eine entfallene Szene aus. Abgerundet wird das Bonusmaterial von Trailern zum Film.
Fazit: Abschliessend lässt sich sagen, dass Rain Man ein berührender Roadtrip ist, der für mehr Akzeptanz im Umgang mit Behinderungen appelliert und dank seiner beiden grossartigen Hauptdarsteller durchgehend funktioniert. Letztlich zudem ein Hollywooddrama, dass sein Vertrauen auf die kleinen Zwischentöne legt sowie den übersättigten Blockbuster-Bombast gänzlich beiseitelegt, um sich ganz und gar seinen beiden Hauptfiguren zu verschreiben und ihnen auf ihrer Reise begeisternd und mitfiebernd zu folgen. Das Mediabook weiss darüber hinaus sowohl optisch, inhaltlich, aber auch technisch zu gefallen.
Diese Besprechung ist auch bei Whatthefilm erschienen:
https://whatthe film.ch/rain-man-oder-ein-road trip-zu-neuem-reichtum-kritik- review-mediabook/
mit 5
mit 4
mit 3
mit 4
bewertet am 02.04.25 um 21:52
In Heretic geht es um zwei noch unerfahrenen Missionarinnen, die von Mr. Reed vor eine gefährliche Aufgabe gestellt werden! Ob Hugh Grant, der früher vor allem in zahlreichen Rom Coms Schwiegermutters tollpatschigen Liebling verkörpern durfte, auch hier überzeugen kann, möchte ich euch gerne in meiner Kritik verraten.
Die beiden Missionarinnen Schwester Barnes (Sophie Thatcher) und Schwester Paxton (Chloe East), hausieren von Tür zu Tür, um die heilvolle Botschaft der «Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage» zu verkünden. Mit ihren Fahrrädern täglich unterwegs, beschert ihnen ihre Tätigkeit allerdings nur wenig Erfolg. Aufgrund des schlechten Wetters finden die beiden jungen Frauen bei Mr. Reed (Hugh Grant) Unterschlupf, der sie mit dem Vorwand, dass seine Frau gerade Kuchen backe in sein natürlich gelegenes Vorstadthaus lockt. Nach einer interessierten Unterhaltung über Gott und die Welt verlässt der Hobby-Modellbauer den Raum, um nach dem angeblichen Kuchen zu schauen. Allerdings setzt er nun einen selbstkonstruierten Mechanismus in Gang. Die beiden Frauen müssen somit schon bald erkennen, dass ihr Weg nach draussen ein mitunter tödliches Unterfangen werden könnte.
Der Film des Regieduos Scott Beck und Bryan Woods transportiert seine Spannung vor allem mithilfe seiner geschickt gewählten Dialoge, die einem verschachtelten, aber miteinander in Beziehung stehenden Labyrinth gleichen. Dabei zieht Heretic den Zuschauer immer weiter ins fanatisch inszenierte Dialogkonstrukt hinein und stellt so das Religionssystem in seinen Grundsätzen in Frage. Ebenso werden die Gefahren des religiösen Fanatismus aufgegriffen. Sophie Thatcher und Chloe East verkörpern die Rolle der Missionarinnen hierbei mit einer authentischen Nahbarkeit, die vor allem auf emotionaler Ebene funktioniert. Hugh Grant spielt den psychopathischen Fanatiker mit sowohl höflichen Charme, aber kristallisiert die abgrundtiefe Besessenheit seiner Figur ebenso mit einer punktuell-mimischen Überzeichnung heraus.
Heretic benutzt damit ganz bewusst Grants komödiantische Fähigkeiten, die auch über vereinzelte Oneliner vermittelt werden, aber hier auf bitterbösen Nährboden stoßen. Ein Kontrast, der dem religionskritischen Ansatz zu einer kontrovers inszenierten Diskussionsgrundlage verhilft. Hierbei gleicht die erste Hälfte einem atmosphärisch inszenierten Religionsunterricht mit teils schwarzhumorigen Untertönen. Im weiteren Verlauf nimmt Heretic dann mit jedem zusätzlichen Schritt in die Abgründe des häuslichen Labyrinths an Fahrt auf. Dabei scheut der Film auch nicht vor einer expliziteren Gewaltdarstellung zurück, um die besessene Gedankenwelt von Mr. Reed zu befeuern.
Die Lichtgebung des Films setzt innerhalb seiner vielen dunklen Momente auf eine gezielte Erleuchtung der Figuren und nutzt dabei auch Kerzenschein als Lichtquelle. Darüber hinaus überrascht die Kameraführung mit teils abwechslungsreichen Perspektiven, welche die klaustrophobische Gesamtatmosphäre unterstützen und diese nie zur stilistischen Eintönigkeit verkommen lassen.
Zur UHD-Umsetzung und dem Mediabook:
Die 4K-Umsetzung ist durchaus gelungen, aber lässt vor allem in dunkleren Abschnitten manchmal etwas den Schärfegrad für eine aktuelle Produktion vermissen.
Der Ton kann davon abgesehen aus meiner Sicht vollends überzeugen.
Bei den Extras wären neben der Interviews auch noch ein Making Of Featurette interessant gewesen.
Das Mediabook selbst kommt mit einem aus meiner Sicht gelungenen Artwork daher und ist und enthält ein Booklet, dass zugegebenermaßen seinen nicht allzu ausführlichen Text mit teils großformatigen Bildern auszugleichen versucht und mitsamt Zitaten aus dem Film fast eher Werbecharakter aufweist. Die Aufarbeitung über verschiedene religiöse Horrorfilme von denen Heretic sicherlich mitinspiriert wurde ist allerdings durchaus interessant, wenn gleich ich mir noch mehr Hintergrundinfos und Analysen zum Film selbst gewünscht hätte, der im Text aus meiner Sicht leider zu kurz behandelt wird.
Fazit: Damit ist Heretic in all seiner Fülle nichts für zartbesaitete Seelen. Alle anderen werden mit einer wendungsreichen Geschichte überrascht, die trotz vieler dialoglastiger Szenen zu fesseln weiß. Hugh Grant hat außerdem unter Beweis gestellt, dass ihm zwielichtige Figuren auch im Horrorgenre glaubwürdig gelingen. Die UHD-Umsetzung ist darüber hinaus gelungen, wenn gleich auch noch qualitativ Luft nach oben gewesen wäre. Die Extras sind für mich etwas zu spärlich ausgefallen und das Mediabook setzt seinen Fokus zu sehr auf den relgiösen Horrorfilm im Allgemeinen anstatt den Film tiefgründiger zu behandeln.
Diese Besprechung ist in einer etwas kürzeren Variante auch bei Whatthefilm erschienen:
https://whatthe film.ch/heretic-oder-eine-fana tische-reise-in-die-abgruende- des-glaubens-hugh-grant-kritik -review-handlung/
Die beiden Missionarinnen Schwester Barnes (Sophie Thatcher) und Schwester Paxton (Chloe East), hausieren von Tür zu Tür, um die heilvolle Botschaft der «Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage» zu verkünden. Mit ihren Fahrrädern täglich unterwegs, beschert ihnen ihre Tätigkeit allerdings nur wenig Erfolg. Aufgrund des schlechten Wetters finden die beiden jungen Frauen bei Mr. Reed (Hugh Grant) Unterschlupf, der sie mit dem Vorwand, dass seine Frau gerade Kuchen backe in sein natürlich gelegenes Vorstadthaus lockt. Nach einer interessierten Unterhaltung über Gott und die Welt verlässt der Hobby-Modellbauer den Raum, um nach dem angeblichen Kuchen zu schauen. Allerdings setzt er nun einen selbstkonstruierten Mechanismus in Gang. Die beiden Frauen müssen somit schon bald erkennen, dass ihr Weg nach draussen ein mitunter tödliches Unterfangen werden könnte.
Der Film des Regieduos Scott Beck und Bryan Woods transportiert seine Spannung vor allem mithilfe seiner geschickt gewählten Dialoge, die einem verschachtelten, aber miteinander in Beziehung stehenden Labyrinth gleichen. Dabei zieht Heretic den Zuschauer immer weiter ins fanatisch inszenierte Dialogkonstrukt hinein und stellt so das Religionssystem in seinen Grundsätzen in Frage. Ebenso werden die Gefahren des religiösen Fanatismus aufgegriffen. Sophie Thatcher und Chloe East verkörpern die Rolle der Missionarinnen hierbei mit einer authentischen Nahbarkeit, die vor allem auf emotionaler Ebene funktioniert. Hugh Grant spielt den psychopathischen Fanatiker mit sowohl höflichen Charme, aber kristallisiert die abgrundtiefe Besessenheit seiner Figur ebenso mit einer punktuell-mimischen Überzeichnung heraus.
Heretic benutzt damit ganz bewusst Grants komödiantische Fähigkeiten, die auch über vereinzelte Oneliner vermittelt werden, aber hier auf bitterbösen Nährboden stoßen. Ein Kontrast, der dem religionskritischen Ansatz zu einer kontrovers inszenierten Diskussionsgrundlage verhilft. Hierbei gleicht die erste Hälfte einem atmosphärisch inszenierten Religionsunterricht mit teils schwarzhumorigen Untertönen. Im weiteren Verlauf nimmt Heretic dann mit jedem zusätzlichen Schritt in die Abgründe des häuslichen Labyrinths an Fahrt auf. Dabei scheut der Film auch nicht vor einer expliziteren Gewaltdarstellung zurück, um die besessene Gedankenwelt von Mr. Reed zu befeuern.
Die Lichtgebung des Films setzt innerhalb seiner vielen dunklen Momente auf eine gezielte Erleuchtung der Figuren und nutzt dabei auch Kerzenschein als Lichtquelle. Darüber hinaus überrascht die Kameraführung mit teils abwechslungsreichen Perspektiven, welche die klaustrophobische Gesamtatmosphäre unterstützen und diese nie zur stilistischen Eintönigkeit verkommen lassen.
Zur UHD-Umsetzung und dem Mediabook:
Die 4K-Umsetzung ist durchaus gelungen, aber lässt vor allem in dunkleren Abschnitten manchmal etwas den Schärfegrad für eine aktuelle Produktion vermissen.
Der Ton kann davon abgesehen aus meiner Sicht vollends überzeugen.
Bei den Extras wären neben der Interviews auch noch ein Making Of Featurette interessant gewesen.
Das Mediabook selbst kommt mit einem aus meiner Sicht gelungenen Artwork daher und ist und enthält ein Booklet, dass zugegebenermaßen seinen nicht allzu ausführlichen Text mit teils großformatigen Bildern auszugleichen versucht und mitsamt Zitaten aus dem Film fast eher Werbecharakter aufweist. Die Aufarbeitung über verschiedene religiöse Horrorfilme von denen Heretic sicherlich mitinspiriert wurde ist allerdings durchaus interessant, wenn gleich ich mir noch mehr Hintergrundinfos und Analysen zum Film selbst gewünscht hätte, der im Text aus meiner Sicht leider zu kurz behandelt wird.
Fazit: Damit ist Heretic in all seiner Fülle nichts für zartbesaitete Seelen. Alle anderen werden mit einer wendungsreichen Geschichte überrascht, die trotz vieler dialoglastiger Szenen zu fesseln weiß. Hugh Grant hat außerdem unter Beweis gestellt, dass ihm zwielichtige Figuren auch im Horrorgenre glaubwürdig gelingen. Die UHD-Umsetzung ist darüber hinaus gelungen, wenn gleich auch noch qualitativ Luft nach oben gewesen wäre. Die Extras sind für mich etwas zu spärlich ausgefallen und das Mediabook setzt seinen Fokus zu sehr auf den relgiösen Horrorfilm im Allgemeinen anstatt den Film tiefgründiger zu behandeln.
Diese Besprechung ist in einer etwas kürzeren Variante auch bei Whatthefilm erschienen:
https://whatthe film.ch/heretic-oder-eine-fana tische-reise-in-die-abgruende- des-glaubens-hugh-grant-kritik -review-handlung/
mit 4
mit 4
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mit 3
bewertet am 30.03.25 um 19:06
Am 17. März 2025 feierte der 1980 veröffentlichte kanadische Horrorfilmklassiker The Changeling unter der Regie von Peter Medak erstmalig und mit leichter Verspätung seine deutsche Mediabook-Premiere bei Camera Obscura Filmdistribution. In den Hauptrollen wurde der Horrorfilm mit George C. Scott, Trish Van Devere und Melvyn Douglas besetzt. Der Film handelt von einem viktorianischen Herrenhaus, das von der Seele eines verstorbenen Kindes heimgesucht wird. Ob der Horrorfilm auch rund 45 Jahre nach Erscheinen noch fesseln kann oder zurecht ein Schattendasein hinter Klassikern wie Amityville Horror, Shining oder Poltergeist fristet, möchte ich euch in meiner Kritik verraten. Ebenso interessiert mich, ob die Umsetzung des Mediabooks und der Discs was taugen!
Als bei einem Autounfall des Komponisten John Russel Frau und Tochter ums Leben kommen, entschließt sich der Musiker von New York, aufs Land in ein abgelegenes viktorianisches Herrenhaus zu ziehen. Dort findet er allerdings nicht die erwünschte Ruhe, sondern mystische Vorgänge. So hört er Geräusche aus dem hauseigenen Wassertank, wird von schlimmen Visionen geplagt und findet eines Tages eine verborgene Kammer vor, in der ein Kind gelebt haben soll. Russell wird demnach von der toten Seele eines Kindes heimgesucht. Weitere Nachforschungen führen schließlich zu einer schockierenden Erkenntnis.
The Changeling, der in Deutschland unter dem Titel Das Grauen bekannt ist, kann vor allem dank seiner atmosphärischen Qualitäten punkten. Das titelgebende Grauen zeigt sich in Peter Medaks Haunted House-Horrorfilm auf sehr subtile Weise. Die Spannung intensiviert sich dabei stufenweise, bis der Film zu seinem schockierenden Höhepunkt gelangt. Dies führt zu Beginn, aber auch im Mittelteil zu vereinzelten, langatmigen Momenten, bis der Film in seinem Showdown vollständig entflammen darf. Dennoch kann der Horrorfilm dank einiger fesselnder Momente auch in diesen Abschnitten noch überzeugen.
Die Atmosphäre zeichnet sich u.a. durch eine gezielte und schaurige Soundkulisse und langen Kamerafahrten von John Coquillon aus, der dafür einen kanadischen Genie Award für die beste Kameraführung gewann. Ebenfalls schafft es Das Grauen, durch atmosphärische POV-Shots ein fast durchgehendes Unbehagen zu kreieren. Darüber hinaus kann die von Rick Wilkins komponierte Filmmusik stimmige Akzente setzen, welche die Szenen begleitend untermalen.
Schauspielerisc h überzeugt vor allem der in der Hauptrolle besetzte George C. Scott als John Russell. Seine Rolle gewährt ihn, einige überzeugende Gefühlsausbrüche, welche die Intensität des Grauens glaubwürdig untermauern. Daneben ist auch Melvyn Douglas als Senator Joe Carmichael eine emotionale Wucht, der The Changeling abschließend an Aufwind verleiht und damit den Showdown miteröffnet.
Zum Mediabook:
Camera Obscura veröffentlichte zum Film vier Mediabook Covervarianten, die mit einer unterschiedlichen Limitierungszahl versehen wurden. Während Cover A (999 Stk.) und B (666 Stk.) in einem bläulichen Farbton, auf der Titelfront gestaltet sind und damit auch das ebenfalls bläuliche Booklet stimmig eingebettet wird, ist Cover C (333 Stk.) und D (250 Stk.) in einem roten bzw. orangen Farbton gehalten. Meine Wahl fiel hier auf Cover D, das ich als Erstbesteller mit einem exklusiven Kühlschrankmagneten erhalten habe.
Während die Titelfront ein gezeichnetes und aus meiner Sicht optisch vorzüglich getroffenes sowie wertiges Artwork aufweist, hat man die Rückseite mit einer festbedruckten Handlungsbeschreibung, Angaben zur Produktion (Regie, Cast, Erscheinungsjahr) sowie technische Angaben zu den beiden Discs und den Inhalten angegeben. Weiterhin hat man die gut befüllte Rückseite mit einer etwas größeren Fotografie sowie vier kleineren Bildern aus dem Film bedruckt.
Zur 4K-Umsetzung:
Qualitativ kann sich die UHD-Scheibe durchaus sehen lassen, wobei der Film aufgrund seines durchgehend präsenten und szenenweise auch stärkeren Filmkorns für mich nicht zu den unbedingten Vorzeigetiteln zählt und vor allem dunkle Szenen ein oftmals stärkeres Grießeln hervorrufen. Dennoch gibt dieser körnige Look dem Horrorfilm ein stimmiges Ambiente. Auch die Schärfe kann nicht die eigentlichen Qualitäten des 4K-Mediums ausspielen, aber man sollte dennoch immer im Auge behalten, dass wir hier von einem Ausgangsmaterial schreiben, dass über 45 Jahre auf den Buckel hat.
Ebenso möchte ich lobend erwähnen, dass es eine gute Entscheidung gewesen ist, dass natürliche Filmkorn zu belassen und nicht mit etwaigen Filtern zu bekämpfen. Darüber hinaus hat man mit einem wertigen Fernseher auch die Möglichkeit, das Bild selbst glatt zu filtern. Ebenfalls positiv hervorzuheben ist das größtenteils saubere Bild, das nur mit gelegentlichen Schmutzpartikeln aufwartet. Die deutsche Tonspur ist für ihr Alter außerdem druckvoll und kann ohne altersbedingte Störgeräusche genoßen werden.
Zum Aufbau des Mediabooks und den Extras:
Im Mediabook ist nach dem Öffnen links die UHD-Scheibe untergebracht, während anschließend das durchgehend bläulich gehaltene Booklet mit einem sehr informativen Essay von Tobias Hohmann zu finden ist. Darin geht er auf viele Fakten wie die Ursprünge des Genres, der Vorproduktion, den Dreharbeiten, der Postproduktion und dem Einfluss des etwas in Vergessenheit geratenen Horrorklassikers ein. Das Booklet wird dabei von vereinzelten, bläulich angepassten Fotografien der Filmfiguren aufgewertet. Nach dem Booklet ist abschließend noch die Blu-ray Scheibe zu finden, die auch das gesamte Bonusmaterial enthält, worunter ein Audiokommentar des Regisseurs Peter Medak sowie Produzenten Joel B. Michaels, Interviews mit dem Regisseur, aber auch Arrangeur Kenn Wannberg, Art Director Reuben Freed, Mick Garis und Historiker Dr. Phil Goldstein, eine Locations-Tour sowie ein englischer Trailer und TV-Spot vorzufinden sind.
Fazit:
The Changeling ist innerhalb seines Genres ein angenehm-schauriger Vorzeigevertreter und kann vor allem dank seiner fesselnden Atmosphäre sowie den Hauptdarstellern brillieren. Es muss ja auch nicht immer das große Effektgewitter über die Handlung einprasseln, da eine effektiv eingesetzte und unheilsame Ruhe den anschließenden Sturm weitaus wirkungsvoller zum Donnern bringt! Das Mediabook kann außerdem optisch, inhaltlich, aber auch technisch mit altersbedingten Kompromissen überzeugen.
Diese Besprechung ist auch als Artikel bei Whatthefilm erschienen:
https://whatthe film.ch/the-changeling-horror- klassiker-im-hochwertigen-medi abook-veroeffentlicht-kritik-h andlung-review/
Als bei einem Autounfall des Komponisten John Russel Frau und Tochter ums Leben kommen, entschließt sich der Musiker von New York, aufs Land in ein abgelegenes viktorianisches Herrenhaus zu ziehen. Dort findet er allerdings nicht die erwünschte Ruhe, sondern mystische Vorgänge. So hört er Geräusche aus dem hauseigenen Wassertank, wird von schlimmen Visionen geplagt und findet eines Tages eine verborgene Kammer vor, in der ein Kind gelebt haben soll. Russell wird demnach von der toten Seele eines Kindes heimgesucht. Weitere Nachforschungen führen schließlich zu einer schockierenden Erkenntnis.
The Changeling, der in Deutschland unter dem Titel Das Grauen bekannt ist, kann vor allem dank seiner atmosphärischen Qualitäten punkten. Das titelgebende Grauen zeigt sich in Peter Medaks Haunted House-Horrorfilm auf sehr subtile Weise. Die Spannung intensiviert sich dabei stufenweise, bis der Film zu seinem schockierenden Höhepunkt gelangt. Dies führt zu Beginn, aber auch im Mittelteil zu vereinzelten, langatmigen Momenten, bis der Film in seinem Showdown vollständig entflammen darf. Dennoch kann der Horrorfilm dank einiger fesselnder Momente auch in diesen Abschnitten noch überzeugen.
Die Atmosphäre zeichnet sich u.a. durch eine gezielte und schaurige Soundkulisse und langen Kamerafahrten von John Coquillon aus, der dafür einen kanadischen Genie Award für die beste Kameraführung gewann. Ebenfalls schafft es Das Grauen, durch atmosphärische POV-Shots ein fast durchgehendes Unbehagen zu kreieren. Darüber hinaus kann die von Rick Wilkins komponierte Filmmusik stimmige Akzente setzen, welche die Szenen begleitend untermalen.
Schauspielerisc h überzeugt vor allem der in der Hauptrolle besetzte George C. Scott als John Russell. Seine Rolle gewährt ihn, einige überzeugende Gefühlsausbrüche, welche die Intensität des Grauens glaubwürdig untermauern. Daneben ist auch Melvyn Douglas als Senator Joe Carmichael eine emotionale Wucht, der The Changeling abschließend an Aufwind verleiht und damit den Showdown miteröffnet.
Zum Mediabook:
Camera Obscura veröffentlichte zum Film vier Mediabook Covervarianten, die mit einer unterschiedlichen Limitierungszahl versehen wurden. Während Cover A (999 Stk.) und B (666 Stk.) in einem bläulichen Farbton, auf der Titelfront gestaltet sind und damit auch das ebenfalls bläuliche Booklet stimmig eingebettet wird, ist Cover C (333 Stk.) und D (250 Stk.) in einem roten bzw. orangen Farbton gehalten. Meine Wahl fiel hier auf Cover D, das ich als Erstbesteller mit einem exklusiven Kühlschrankmagneten erhalten habe.
Während die Titelfront ein gezeichnetes und aus meiner Sicht optisch vorzüglich getroffenes sowie wertiges Artwork aufweist, hat man die Rückseite mit einer festbedruckten Handlungsbeschreibung, Angaben zur Produktion (Regie, Cast, Erscheinungsjahr) sowie technische Angaben zu den beiden Discs und den Inhalten angegeben. Weiterhin hat man die gut befüllte Rückseite mit einer etwas größeren Fotografie sowie vier kleineren Bildern aus dem Film bedruckt.
Zur 4K-Umsetzung:
Qualitativ kann sich die UHD-Scheibe durchaus sehen lassen, wobei der Film aufgrund seines durchgehend präsenten und szenenweise auch stärkeren Filmkorns für mich nicht zu den unbedingten Vorzeigetiteln zählt und vor allem dunkle Szenen ein oftmals stärkeres Grießeln hervorrufen. Dennoch gibt dieser körnige Look dem Horrorfilm ein stimmiges Ambiente. Auch die Schärfe kann nicht die eigentlichen Qualitäten des 4K-Mediums ausspielen, aber man sollte dennoch immer im Auge behalten, dass wir hier von einem Ausgangsmaterial schreiben, dass über 45 Jahre auf den Buckel hat.
Ebenso möchte ich lobend erwähnen, dass es eine gute Entscheidung gewesen ist, dass natürliche Filmkorn zu belassen und nicht mit etwaigen Filtern zu bekämpfen. Darüber hinaus hat man mit einem wertigen Fernseher auch die Möglichkeit, das Bild selbst glatt zu filtern. Ebenfalls positiv hervorzuheben ist das größtenteils saubere Bild, das nur mit gelegentlichen Schmutzpartikeln aufwartet. Die deutsche Tonspur ist für ihr Alter außerdem druckvoll und kann ohne altersbedingte Störgeräusche genoßen werden.
Zum Aufbau des Mediabooks und den Extras:
Im Mediabook ist nach dem Öffnen links die UHD-Scheibe untergebracht, während anschließend das durchgehend bläulich gehaltene Booklet mit einem sehr informativen Essay von Tobias Hohmann zu finden ist. Darin geht er auf viele Fakten wie die Ursprünge des Genres, der Vorproduktion, den Dreharbeiten, der Postproduktion und dem Einfluss des etwas in Vergessenheit geratenen Horrorklassikers ein. Das Booklet wird dabei von vereinzelten, bläulich angepassten Fotografien der Filmfiguren aufgewertet. Nach dem Booklet ist abschließend noch die Blu-ray Scheibe zu finden, die auch das gesamte Bonusmaterial enthält, worunter ein Audiokommentar des Regisseurs Peter Medak sowie Produzenten Joel B. Michaels, Interviews mit dem Regisseur, aber auch Arrangeur Kenn Wannberg, Art Director Reuben Freed, Mick Garis und Historiker Dr. Phil Goldstein, eine Locations-Tour sowie ein englischer Trailer und TV-Spot vorzufinden sind.
Fazit:
The Changeling ist innerhalb seines Genres ein angenehm-schauriger Vorzeigevertreter und kann vor allem dank seiner fesselnden Atmosphäre sowie den Hauptdarstellern brillieren. Es muss ja auch nicht immer das große Effektgewitter über die Handlung einprasseln, da eine effektiv eingesetzte und unheilsame Ruhe den anschließenden Sturm weitaus wirkungsvoller zum Donnern bringt! Das Mediabook kann außerdem optisch, inhaltlich, aber auch technisch mit altersbedingten Kompromissen überzeugen.
Diese Besprechung ist auch als Artikel bei Whatthefilm erschienen:
https://whatthe film.ch/the-changeling-horror- klassiker-im-hochwertigen-medi abook-veroeffentlicht-kritik-h andlung-review/
mit 4
mit 3
mit 3
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bewertet am 26.03.25 um 21:06
Am 11. Oktober 2024 fand die Heimkinopremiere von Peter Maffays finalen Konzert seiner „We Love Rock’n’Roll“-Abschiedsto ur vom 20. Juli statt.
Neben einer Vinyl, CD, DVD und Blu-ray-Variante erschien dieser einmalige Konzertabend aus der Red Bull Arena in Leipzig auch als Premium Version im Hardcover-Buch sowie einer optisch identischen Amazon Exclusive Edition, die noch in einer kleinen DVD-Papphülle das 1990er Konzert aus Leipzig enthält. Die letztgenannte Version fand nun auch Einzug in meine Sammlung und wurde bereits gestern gesichtet.
Das stabile Hardcover-Buch ist optisch im schwarzen Vintage Stil gehalten und enthält beim Aufschlagen der ersten Seite links drei CDs, die in zwei Teilen aufgeteilt das 2024er Konzert sowie auf einer weiteren CD das 1990er Konzert enthalten. Ebenso ist wie bereits erwähnt, lose beigelegt in einer einfachen DVD-Papphülle das Konzert von 1990 auf DVD zu finden.
Anschließend folgt der Buchteil, der sich vor allem als hochwertiger Bildband mit fotografischer Würdigung der Bandmitglieder zum letzten Konzert versteht. Mit gelegentlichen Texten, die aus Grußbotschaften von Peter Maffay, Johannes Oerding, Anastacia, einer Setlist, der Danksagung des Tour Teams, einer kurzen Gegenüberstellung der beiden Leipziger Konzerte, 1990 und 2024 als auch einer Inhaltsbeschreibung zu den Discs bestehen, wird die Edition zusätzlich aufgewertet. Nach einer liebevoll gewidmeten Zeile an Frau und Kinder sind abschließend noch zwei DVDs sowie eine Blu-ray zum 2024er Konzert mit untergebracht.
Das Konzert selbst liegt augenscheinlich komplett ungekürzt auf den Discs vor und erfüllt, allen voran auf der Blu-ray in Bild und Ton die technischen Voraussetzungen für ein aktuelles Live-Konzert auf einem hochauflösenden Medium. Schade ist allerdings, dass auf der Disc keinerlei Bonusmaterial wie Interviews von Peter Maffay und seinen Bandmitgliedern, ein Video-Tour-Tagebuch bzw. Making-of oder ein Audiokommentar enthalten ist.
Die DVD mit dem 1990er Konzert bietet ebenfalls eine für das Alter zufriedenstellende Umsetzung mit natürlich schwächeren Schärfewerten, aber einer überaus gelungenen Tonqualität.
Die CD des aktuellen Konzerts bietet darüber hinaus ein druckvolles Klangerlebnis, und auch das alte Konzert steht dem akustisch in fast nichts nach.
Fazit: Damit für alle Peter Maffay Fans, die dabei waren oder gerne dabei gewesen wären, eine lohnenswerte Anschaffung zum Abschluss seiner Livetournee-Ära.
Neben einer Vinyl, CD, DVD und Blu-ray-Variante erschien dieser einmalige Konzertabend aus der Red Bull Arena in Leipzig auch als Premium Version im Hardcover-Buch sowie einer optisch identischen Amazon Exclusive Edition, die noch in einer kleinen DVD-Papphülle das 1990er Konzert aus Leipzig enthält. Die letztgenannte Version fand nun auch Einzug in meine Sammlung und wurde bereits gestern gesichtet.
Das stabile Hardcover-Buch ist optisch im schwarzen Vintage Stil gehalten und enthält beim Aufschlagen der ersten Seite links drei CDs, die in zwei Teilen aufgeteilt das 2024er Konzert sowie auf einer weiteren CD das 1990er Konzert enthalten. Ebenso ist wie bereits erwähnt, lose beigelegt in einer einfachen DVD-Papphülle das Konzert von 1990 auf DVD zu finden.
Anschließend folgt der Buchteil, der sich vor allem als hochwertiger Bildband mit fotografischer Würdigung der Bandmitglieder zum letzten Konzert versteht. Mit gelegentlichen Texten, die aus Grußbotschaften von Peter Maffay, Johannes Oerding, Anastacia, einer Setlist, der Danksagung des Tour Teams, einer kurzen Gegenüberstellung der beiden Leipziger Konzerte, 1990 und 2024 als auch einer Inhaltsbeschreibung zu den Discs bestehen, wird die Edition zusätzlich aufgewertet. Nach einer liebevoll gewidmeten Zeile an Frau und Kinder sind abschließend noch zwei DVDs sowie eine Blu-ray zum 2024er Konzert mit untergebracht.
Das Konzert selbst liegt augenscheinlich komplett ungekürzt auf den Discs vor und erfüllt, allen voran auf der Blu-ray in Bild und Ton die technischen Voraussetzungen für ein aktuelles Live-Konzert auf einem hochauflösenden Medium. Schade ist allerdings, dass auf der Disc keinerlei Bonusmaterial wie Interviews von Peter Maffay und seinen Bandmitgliedern, ein Video-Tour-Tagebuch bzw. Making-of oder ein Audiokommentar enthalten ist.
Die DVD mit dem 1990er Konzert bietet ebenfalls eine für das Alter zufriedenstellende Umsetzung mit natürlich schwächeren Schärfewerten, aber einer überaus gelungenen Tonqualität.
Die CD des aktuellen Konzerts bietet darüber hinaus ein druckvolles Klangerlebnis, und auch das alte Konzert steht dem akustisch in fast nichts nach.
Fazit: Damit für alle Peter Maffay Fans, die dabei waren oder gerne dabei gewesen wären, eine lohnenswerte Anschaffung zum Abschluss seiner Livetournee-Ära.
mit 5
mit 5
mit 4
mit 2
bewertet am 16.10.24 um 17:55
Am 19. Oktober 2023 hat der bereits 2019 von Alexandre O. Philippe (78/52) erstveröffentlichte Dokumentarfilm Leap of Faith: Der Exorzist seine Blu-ray und DVD Premiere gefeiert. Ob die Doku dabei als Essayfilm neuen Spirit in den schon 50 Jahre alten Film bringt oder sich das täglich grüßende Murmeltier hier eingeschlichen hat, möchte ich euch in meiner nachfolgenden Kritik verraten.
Doch erstmal mehr über die Entstehungsgeschichte zur Doku.
Anekdotenreich berichtet Regisseur William Friedkin darin über die Entstehungsgeschichte seines Horrormeisterwerks Der Exorzist (1973), der in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert. Der am 7. August 2023 verstorbene Regisseur zählt vor allem zu einem der wichtigsten Vertreter des New Hollywood Kinos und gewann mit dem authentisch inszenierten Polizeifilm Brennpunkt Brooklyn einen Oscar. Mit seinem Horrorfilm Der Exorzist nach einem Roman und Drehbuch von William Peter Blatty gelang ihm schließlich ein weiterer Achtungserfolg und ein Film, der auch über das Genre hinaus zu einem der größten Klassiker der Filmgeschichte avancierte.
Dabei verkommt der Film nie zu einem Gruselkabinett und ist allen voran emotionsgeladenes Erzählkino mit einem effektiven Einsatz von heute noch schockierenden Effekten. Die zu Beginn liebevoll gezeichnete familiäre Atmosphäre zwischen Tochter und Mutter steht hier im schockierenden Kontrast zum unheilvollen Eindringen des absolut Bösen in die unschuldige kleine Regan. Die Frage nach dem Glauben und die Hoffnung auf Erlösung des Bösen ist jedenfalls auch heute noch ein brisantes Thema. Der Film begegnet diesen Fragen immer wieder mit gesellschaftskritischen Zwischentönen. Dadurch ist das Werk auch heute noch eine Ausgrabungsstätte für zahlreiche Interpretationen und Theorien und gilt trotz seines weltweit grossen Erfolgs als umstritten.
Wer zeichnet sich für diese Doku verantwortlich?
Hinter der Doku steckt der Schweizer Filmregisseur Alexandre O. Philippe, der sich vor allem in den letzten Jahren einen Namen mit seinen zahlreichen Filmdokumentationen machte. So hat er mit The People vs. George Lucas (2010) die fanatische Liebe zur Star Wars-Reihe komödiantisch aufgegriffen, mit Doc of the Dead (2014) den Zombiefilm dokumentarfisch thematisiert, mit 78/52 (2017) die Duschszene in Psycho aufgearbeitet oder mit Lynch/Oz den Einfluss des Filmklassikers Der Zauberer von Oz näher beleuchtet.
Für seinen Dokumentarfilm Leap of Faith: Der Exorzist besuchte er William Friedkin in seinem Wohnzimmer und ließ seiner Redekunst weitgehend freien Lauf. Dabei ist vor allem der freie Inszenierungsstil des Regisseurs eine der größten Stärken dieser Doku. William Friedkin bekommt hier gefühlt alle Zeit der Welt, um in sämtliche Richtungen rund um die Entstehung seines Films ausschweifen zu können. Dennoch sind seine zahlreichen Anekdoten nie langweilig oder gar irrelevant, sondern immer wieder das Fundament zur Inspiration für seinen größten Film.
So erzählt Friedkin welche Filme und Regisseure ihn inspiriert haben, berichtet lebhaft und detailliert über seine spezielle Arbeitsweise, die herausfordernden Bedingungen am Set und analysiert auch vereinzelte Szenen. Damit lädt dieser Dokumentarfilm natürlich dazu ein, sich den Film erneut anzusehen, da es Friedkin schafft trotz zahlreicher Hintergründe die eigentlich faszinierende Essenz nie zu entzaubern, da er die vollständige Entschlüsselung vor allem auch seinem Publikum überlässt. Nachdem William Friedkin selbst auch immer wieder Vergleiche, Symboliken oder Verweise mit einbaut, werden seine aufflammenden Worte zusätzlich mit stimmigen Bildern und Szenen untermalt. Das einfach gehaltene Setting ist somit die Basis einer tiefgreifenden Reise in die Entstehungsgeschichte dieses Films und seinen Glaubensfragen und bietet auch einen Zugang in die Weltanschauung und Gefühlswelt des Regie-Altmeisters.
Doch für wen ist dieses sowohl inhaltliche als auch visuell überzeugende Essay geeignet?
Allen voran natürlich für Fans des Regisseurs William Friedkin und seinem Film Der Exorzist. Selbst eingefleischte Fans erfahren hier sicherlich noch die ein oder andere neue Anekdote, die den Blick auf den gesamten Film verändern könnte. Allerdings ist diese Doku ebenso eine Liebesbotschaft an das Kino und damit auch allen Cineasten ans Herz gelegt, die sich gerne auf hintergründige Spurensuche großer Filme begeben wollen. Für Quereinsteiger ist es schließlich zumindest ratsam diesen filmischen Meilenstein vorab mind. einmal gesehen zu haben, denn ohne Spoiler kann eine solche Doku erst gar nicht richtig funktionieren. Und jeder, dem es zu mühselig ist Untertitel zu lesen, kann sich auf der Blu-ray und DVD auf ein deutsches Voice Over eingesprochen von Sven Brieger (Friedkin) und Benjamin Plath (Interviewer) freuen.
Wie sieht es aber ansonsten mit dieser Blu-ray Umsetzung aus?
Die Doku bietet jedenfalls ein hochwertig produziertes Bild, das neben dem speziell für die Doku gedrehten Interview natürlich aufgrund der Fülle an unterschiedlichen Quellen leichten qualitativen Schwankungen unterliegt. Dennoch muss man hier zugutehalten, dass man bei älteren Filmausschnitten auch immer auf die qualitativ bestmöglichsten restaurierten Vorlagen zurückgegriffen hat. Auch der Ton unterliegt in beiden Sprachfassungen keinen nennenswerten Schwächen und findet für die deutsche Variante durch optionale deutsche Untertitel gerade bei den englischen Filmausschnitten eine sinnvolle Ergänzung.
Bei den Extras hingegen fehlen die deutschen Untertitel und das fast 90 minütige Masterclass Interview des Regisseurs mit William Friedkin kann somit nur von allen, die auch die englische Sprache vollumfänglich verstehen, genossen werden. Zumindest konnte ich über alle möglichen Kanäle über meine beiden Blu-ray Player keine deutschen Untertitel vorfinden bzw. anzeigen lassen.
Fazit: Ansonsten ist Leap of Faith für mich aber ein würdiges letztes Vermächtnis an William Friedkin. Über seinen Tod hinaus hat er mit Der Exorzist ein Werk geschaffen, das mitsamt dieser Doku sicherlich auch die nächsten 5 Jahrzehnte und darüber hinaus nichts an seiner Brisanz und Brillanz verlieren wird. Alexandre O. Philippe ist in diesem Zusammenhang somit auch ein faszinierendes Portrait über die Denkweise und Gefühlswelt von William Friedkin gelungen. Die technische Seite der Blu-ray kann dabei auch vollends überzeugen, wenngleich die fehlen deutschen Untertitel in den Extras einen Wehmutstropfen der ansonsten gelungenen Veröffentlichung darstellen.
Doch erstmal mehr über die Entstehungsgeschichte zur Doku.
Anekdotenreich berichtet Regisseur William Friedkin darin über die Entstehungsgeschichte seines Horrormeisterwerks Der Exorzist (1973), der in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert. Der am 7. August 2023 verstorbene Regisseur zählt vor allem zu einem der wichtigsten Vertreter des New Hollywood Kinos und gewann mit dem authentisch inszenierten Polizeifilm Brennpunkt Brooklyn einen Oscar. Mit seinem Horrorfilm Der Exorzist nach einem Roman und Drehbuch von William Peter Blatty gelang ihm schließlich ein weiterer Achtungserfolg und ein Film, der auch über das Genre hinaus zu einem der größten Klassiker der Filmgeschichte avancierte.
Dabei verkommt der Film nie zu einem Gruselkabinett und ist allen voran emotionsgeladenes Erzählkino mit einem effektiven Einsatz von heute noch schockierenden Effekten. Die zu Beginn liebevoll gezeichnete familiäre Atmosphäre zwischen Tochter und Mutter steht hier im schockierenden Kontrast zum unheilvollen Eindringen des absolut Bösen in die unschuldige kleine Regan. Die Frage nach dem Glauben und die Hoffnung auf Erlösung des Bösen ist jedenfalls auch heute noch ein brisantes Thema. Der Film begegnet diesen Fragen immer wieder mit gesellschaftskritischen Zwischentönen. Dadurch ist das Werk auch heute noch eine Ausgrabungsstätte für zahlreiche Interpretationen und Theorien und gilt trotz seines weltweit grossen Erfolgs als umstritten.
Wer zeichnet sich für diese Doku verantwortlich?
Hinter der Doku steckt der Schweizer Filmregisseur Alexandre O. Philippe, der sich vor allem in den letzten Jahren einen Namen mit seinen zahlreichen Filmdokumentationen machte. So hat er mit The People vs. George Lucas (2010) die fanatische Liebe zur Star Wars-Reihe komödiantisch aufgegriffen, mit Doc of the Dead (2014) den Zombiefilm dokumentarfisch thematisiert, mit 78/52 (2017) die Duschszene in Psycho aufgearbeitet oder mit Lynch/Oz den Einfluss des Filmklassikers Der Zauberer von Oz näher beleuchtet.
Für seinen Dokumentarfilm Leap of Faith: Der Exorzist besuchte er William Friedkin in seinem Wohnzimmer und ließ seiner Redekunst weitgehend freien Lauf. Dabei ist vor allem der freie Inszenierungsstil des Regisseurs eine der größten Stärken dieser Doku. William Friedkin bekommt hier gefühlt alle Zeit der Welt, um in sämtliche Richtungen rund um die Entstehung seines Films ausschweifen zu können. Dennoch sind seine zahlreichen Anekdoten nie langweilig oder gar irrelevant, sondern immer wieder das Fundament zur Inspiration für seinen größten Film.
So erzählt Friedkin welche Filme und Regisseure ihn inspiriert haben, berichtet lebhaft und detailliert über seine spezielle Arbeitsweise, die herausfordernden Bedingungen am Set und analysiert auch vereinzelte Szenen. Damit lädt dieser Dokumentarfilm natürlich dazu ein, sich den Film erneut anzusehen, da es Friedkin schafft trotz zahlreicher Hintergründe die eigentlich faszinierende Essenz nie zu entzaubern, da er die vollständige Entschlüsselung vor allem auch seinem Publikum überlässt. Nachdem William Friedkin selbst auch immer wieder Vergleiche, Symboliken oder Verweise mit einbaut, werden seine aufflammenden Worte zusätzlich mit stimmigen Bildern und Szenen untermalt. Das einfach gehaltene Setting ist somit die Basis einer tiefgreifenden Reise in die Entstehungsgeschichte dieses Films und seinen Glaubensfragen und bietet auch einen Zugang in die Weltanschauung und Gefühlswelt des Regie-Altmeisters.
Doch für wen ist dieses sowohl inhaltliche als auch visuell überzeugende Essay geeignet?
Allen voran natürlich für Fans des Regisseurs William Friedkin und seinem Film Der Exorzist. Selbst eingefleischte Fans erfahren hier sicherlich noch die ein oder andere neue Anekdote, die den Blick auf den gesamten Film verändern könnte. Allerdings ist diese Doku ebenso eine Liebesbotschaft an das Kino und damit auch allen Cineasten ans Herz gelegt, die sich gerne auf hintergründige Spurensuche großer Filme begeben wollen. Für Quereinsteiger ist es schließlich zumindest ratsam diesen filmischen Meilenstein vorab mind. einmal gesehen zu haben, denn ohne Spoiler kann eine solche Doku erst gar nicht richtig funktionieren. Und jeder, dem es zu mühselig ist Untertitel zu lesen, kann sich auf der Blu-ray und DVD auf ein deutsches Voice Over eingesprochen von Sven Brieger (Friedkin) und Benjamin Plath (Interviewer) freuen.
Wie sieht es aber ansonsten mit dieser Blu-ray Umsetzung aus?
Die Doku bietet jedenfalls ein hochwertig produziertes Bild, das neben dem speziell für die Doku gedrehten Interview natürlich aufgrund der Fülle an unterschiedlichen Quellen leichten qualitativen Schwankungen unterliegt. Dennoch muss man hier zugutehalten, dass man bei älteren Filmausschnitten auch immer auf die qualitativ bestmöglichsten restaurierten Vorlagen zurückgegriffen hat. Auch der Ton unterliegt in beiden Sprachfassungen keinen nennenswerten Schwächen und findet für die deutsche Variante durch optionale deutsche Untertitel gerade bei den englischen Filmausschnitten eine sinnvolle Ergänzung.
Bei den Extras hingegen fehlen die deutschen Untertitel und das fast 90 minütige Masterclass Interview des Regisseurs mit William Friedkin kann somit nur von allen, die auch die englische Sprache vollumfänglich verstehen, genossen werden. Zumindest konnte ich über alle möglichen Kanäle über meine beiden Blu-ray Player keine deutschen Untertitel vorfinden bzw. anzeigen lassen.
Fazit: Ansonsten ist Leap of Faith für mich aber ein würdiges letztes Vermächtnis an William Friedkin. Über seinen Tod hinaus hat er mit Der Exorzist ein Werk geschaffen, das mitsamt dieser Doku sicherlich auch die nächsten 5 Jahrzehnte und darüber hinaus nichts an seiner Brisanz und Brillanz verlieren wird. Alexandre O. Philippe ist in diesem Zusammenhang somit auch ein faszinierendes Portrait über die Denkweise und Gefühlswelt von William Friedkin gelungen. Die technische Seite der Blu-ray kann dabei auch vollends überzeugen, wenngleich die fehlen deutschen Untertitel in den Extras einen Wehmutstropfen der ansonsten gelungenen Veröffentlichung darstellen.
mit 5
mit 5
mit 4
mit 3
bewertet am 05.11.23 um 11:39
Am 09.08. ist mein Mediabook zu Falling Down eingetroffen.
Die Edition kommt in qualitativ ansprechender Hochglanzoptik daher und wird mit Pappschuber für Aufschrift und Inhalt ergänzt. Die Rückseite des Mediabooks wurde dabei mit einem passenden Foto vervollständigt.
Im inneren des Mediabooks gibt es allerdings außer der Vorder- und Rückseite des Booklets, kein Innenmotiv, was zwar etwas ärgerlich ist, aber aufgrund der schwarz-dunkelroten Gesamtgestaltung nicht allzu negativ ins Gewicht fällt. Mit Bildern, die zu Beginn des Booklets allesamt einheitlich im dunkelroten Look präsentiert werden, gibt es ab Seite 7 dann eine lesenswerte 7-seitige Besprechung der Autoren Manuel Föhl (u.a. Redakteur bei bereitsgesehen.de + DEADLINE - DAS FILMMAGAZIN) sowie Daniel Wagner (u.a. Redakteur bei ZDFneo + film-rezensionen.de), die auf gelungene Weise aufzeigen, wie aktuell der 1993 veröffentlichte Kultfilm auch heute noch ist, und dabei gleichermaßen auch den politischen Kontext jener Zeit aufarbeiten.
Neben der "ganz normalen" Blu-ray ruht dann schließlich auch wieder die üblich verdächtige DVD im Mediabook.
Beim HD-Master, dass Plaion Pictures offiziell von Warner erhalten hat, habe ich allerdings schon damit gerechnet, dass man für die Blu-ray Premiere wohl nicht in den Genuss eines neu angefertigten Masters kommt. Demnach war ich auch nicht sonderlich überrascht, als ich nach den ersten Filmminuten feststellte, dass hier augenscheinlich ein älteres Master Verwendung fand. Was somit die Gesamtschärfe angeht, wäre sicherlich mit einem aktuelleren Master noch mehr herauszuholen gewesen. Zumindest wurde aber die Vorlage weitgehend von Schmutzpartikeln befreit. Dennoch bleibt der Wow-Effekt letztlich aus. Wer den Film daher bereits von den Kabel Eins TV Ausstrahlungen kennt, kann die Qualität somit vielleicht ungefähr einschätzen. Natürlich sollte man aber in diesem Zusammenhang auch immer den stilistisch bereits rau angelegten Look von Regisseur Joel Schummacher berücksichtigen.
Die Extras sind mit einem 10-minütigen Interview mit Michael Douglas sehr knapp geraten, bieten aber dennoch einen spannenden Einblick in die Hauptfigur. Einzig der etwas wild inszenierte Stil des Interviews fällt hier für mich etwas störend auf.
Fazit: Damit liegt der größte Kaufanreiz dieses Mediabooks vor allem in der Optik mitsamt Begleittext, was ihn letztlich für alle zur Empfehlung macht, die sich diesen Film schon lange auf Blu-ray wünschen.
Die Edition kommt in qualitativ ansprechender Hochglanzoptik daher und wird mit Pappschuber für Aufschrift und Inhalt ergänzt. Die Rückseite des Mediabooks wurde dabei mit einem passenden Foto vervollständigt.
Im inneren des Mediabooks gibt es allerdings außer der Vorder- und Rückseite des Booklets, kein Innenmotiv, was zwar etwas ärgerlich ist, aber aufgrund der schwarz-dunkelroten Gesamtgestaltung nicht allzu negativ ins Gewicht fällt. Mit Bildern, die zu Beginn des Booklets allesamt einheitlich im dunkelroten Look präsentiert werden, gibt es ab Seite 7 dann eine lesenswerte 7-seitige Besprechung der Autoren Manuel Föhl (u.a. Redakteur bei bereitsgesehen.de + DEADLINE - DAS FILMMAGAZIN) sowie Daniel Wagner (u.a. Redakteur bei ZDFneo + film-rezensionen.de), die auf gelungene Weise aufzeigen, wie aktuell der 1993 veröffentlichte Kultfilm auch heute noch ist, und dabei gleichermaßen auch den politischen Kontext jener Zeit aufarbeiten.
Neben der "ganz normalen" Blu-ray ruht dann schließlich auch wieder die üblich verdächtige DVD im Mediabook.
Beim HD-Master, dass Plaion Pictures offiziell von Warner erhalten hat, habe ich allerdings schon damit gerechnet, dass man für die Blu-ray Premiere wohl nicht in den Genuss eines neu angefertigten Masters kommt. Demnach war ich auch nicht sonderlich überrascht, als ich nach den ersten Filmminuten feststellte, dass hier augenscheinlich ein älteres Master Verwendung fand. Was somit die Gesamtschärfe angeht, wäre sicherlich mit einem aktuelleren Master noch mehr herauszuholen gewesen. Zumindest wurde aber die Vorlage weitgehend von Schmutzpartikeln befreit. Dennoch bleibt der Wow-Effekt letztlich aus. Wer den Film daher bereits von den Kabel Eins TV Ausstrahlungen kennt, kann die Qualität somit vielleicht ungefähr einschätzen. Natürlich sollte man aber in diesem Zusammenhang auch immer den stilistisch bereits rau angelegten Look von Regisseur Joel Schummacher berücksichtigen.
Die Extras sind mit einem 10-minütigen Interview mit Michael Douglas sehr knapp geraten, bieten aber dennoch einen spannenden Einblick in die Hauptfigur. Einzig der etwas wild inszenierte Stil des Interviews fällt hier für mich etwas störend auf.
Fazit: Damit liegt der größte Kaufanreiz dieses Mediabooks vor allem in der Optik mitsamt Begleittext, was ihn letztlich für alle zur Empfehlung macht, die sich diesen Film schon lange auf Blu-ray wünschen.
mit 5
mit 3
mit 3
mit 2
bewertet am 11.08.23 um 10:13
John Hyams inszeniert mit Alone – Du kannst nicht entkommen einen fesselnden Thriller, den es seit kurzem nun fürs Heimkino zu bestaunen gibt.
Der Film erzählt die Geschichte von Jessica, die nach einem Schicksalsschlag mit ihrem Volvo einen Neuanfang ins Ungewisse wagt.
Ihr Neuanfang führt sie auf eine Landstraße, wo sie einen langsamen Fahrer im SUV überholen möchte, dieser aber seinen Wagen plötzlich beschleunigt und das für Jessica fast zu einem Unfall führt. Als der Verrückte dann auch noch an allen möglichen Orten wieder auftaucht, beginnt für Jessica ein Alptraum, der auch ihr Kampf ums Überleben wird.
Dieser Film ist jedenfalls nichts für schwache Nerven, abschnittsweise actionreich, schreckt nicht vor dem Zeigen der einen oder anderen Brutalität ab und beeindruckt mich vor allem mit seinen einfachen Mitteln zur Spannungserzeugung. Es ist wohl auch die Urangst, die man von einem unheimlichen und unberechenbaren Fremden hat und an diesen Ängsten sich dieser Film spielerisch abarbeitet.
Mit ansteigenden Spannungsgrad, langsamen Schnitten und Szenenwechseln, sowie groß inszenierten Kamerafahrten aus der Vogelperspektive, schafft es der Film, dass ich als Zuschauer in diese Geschichte eintauchen kann. Eine Geschichte, die ich vor allem nie selbst erleben möchte, aber bei der ich mit Jessica in jeder Minute mitfühlen und mitfiebern kann und der Film einem fließend zum unausweichlichen Finale führt.
Vorhersehbar war der Thriller für mich kaum und die beiden Darsteller Jules Willcox und Marc Menchaca haben dieses Werk mit ihren glaubwürdigen Darstellungen zu einem eindrücklichen Filmerlebnis gemacht. Vor allem Marc Menchaca hinterlässt mit seinem zu Beginn undurchschaubaren und mit frechen Grinsen versehenen Schauspiel, berechtigterweise Unbehagen.
Es ist jedenfalls ein Film, der letztendlich auch die große Leinwand verdient hätte, aber nun auch ganz alleine in der Nacht, fesselnde und überdurchschnittliche Survival-Thriller-Kost bietet.
Das Bild ist durchgehend als hochwertig zu betrachten und der Ton bietet ebenfalls eine gelungene Soundkulisse.
Die Extras sind neben vereinzelten Einblicken in die Produktion vor allem auch dank der zusätzlichen Blu-ray zum schwedischen Originalfilm sehr sehenswert.
Fazit: Wer also nach einem sehenswerten Thriller sucht, der wird mit Alone – Du kannst nicht entkommen bestens bedient. Der Film weiß mit einer natürlich aufgebauten Grundspannung zu überzeugen und schafft es diese Spannung ohne unnötige Effekthascherei und künstliche Spannungserzeugung mittels Jump-Scares, aufrechtzuerhalten.
Der Film erzählt die Geschichte von Jessica, die nach einem Schicksalsschlag mit ihrem Volvo einen Neuanfang ins Ungewisse wagt.
Ihr Neuanfang führt sie auf eine Landstraße, wo sie einen langsamen Fahrer im SUV überholen möchte, dieser aber seinen Wagen plötzlich beschleunigt und das für Jessica fast zu einem Unfall führt. Als der Verrückte dann auch noch an allen möglichen Orten wieder auftaucht, beginnt für Jessica ein Alptraum, der auch ihr Kampf ums Überleben wird.
Dieser Film ist jedenfalls nichts für schwache Nerven, abschnittsweise actionreich, schreckt nicht vor dem Zeigen der einen oder anderen Brutalität ab und beeindruckt mich vor allem mit seinen einfachen Mitteln zur Spannungserzeugung. Es ist wohl auch die Urangst, die man von einem unheimlichen und unberechenbaren Fremden hat und an diesen Ängsten sich dieser Film spielerisch abarbeitet.
Mit ansteigenden Spannungsgrad, langsamen Schnitten und Szenenwechseln, sowie groß inszenierten Kamerafahrten aus der Vogelperspektive, schafft es der Film, dass ich als Zuschauer in diese Geschichte eintauchen kann. Eine Geschichte, die ich vor allem nie selbst erleben möchte, aber bei der ich mit Jessica in jeder Minute mitfühlen und mitfiebern kann und der Film einem fließend zum unausweichlichen Finale führt.
Vorhersehbar war der Thriller für mich kaum und die beiden Darsteller Jules Willcox und Marc Menchaca haben dieses Werk mit ihren glaubwürdigen Darstellungen zu einem eindrücklichen Filmerlebnis gemacht. Vor allem Marc Menchaca hinterlässt mit seinem zu Beginn undurchschaubaren und mit frechen Grinsen versehenen Schauspiel, berechtigterweise Unbehagen.
Es ist jedenfalls ein Film, der letztendlich auch die große Leinwand verdient hätte, aber nun auch ganz alleine in der Nacht, fesselnde und überdurchschnittliche Survival-Thriller-Kost bietet.
Das Bild ist durchgehend als hochwertig zu betrachten und der Ton bietet ebenfalls eine gelungene Soundkulisse.
Die Extras sind neben vereinzelten Einblicken in die Produktion vor allem auch dank der zusätzlichen Blu-ray zum schwedischen Originalfilm sehr sehenswert.
Fazit: Wer also nach einem sehenswerten Thriller sucht, der wird mit Alone – Du kannst nicht entkommen bestens bedient. Der Film weiß mit einer natürlich aufgebauten Grundspannung zu überzeugen und schafft es diese Spannung ohne unnötige Effekthascherei und künstliche Spannungserzeugung mittels Jump-Scares, aufrechtzuerhalten.
mit 5
mit 5
mit 5
mit 4
bewertet am 08.06.23 um 15:41
Seit 25. Mai gibt es mit Die Fabelmans den neuesten Film von Steven Spielberg auf Blu-ray.
Das mit 7 Oscars nominierte autobiografisch geprägte Coming-of-Age-Filmdrama gehört dabei schon jetzt zu den wichtigsten und persönlichsten Werken in der Vita des Filmemachers.
In den Hauptrollen sind Mateo Zoryan und Gabriel LaBelle als Sammy Fabelman sowie Michelle Williams und Paul Dano als Eltern zu sehen.
Steven Spielberg erzählt und verarbeitet mit diesem Film seine eigene Kindheit und Jugend.
In den 50er Jahren wächst Sammy Fabelman mit seiner Familie in New Jersey auf. Dort geht es oft ein bisschen chaotisch zu. Während sein Vater Burt als Computeringenieur vertieft in seiner Arbeit steckt und nicht allzu oft nachhause kommt, ist seine Mutter Mitzi eine gescheiterte Künstlerin. Sie hätte gerne beruflich die Bühnen der Welt als Klavierspielerin bereist, doch schließlich wurde sie Mutter.
Zu Beginn offenbart der Film die ersten Berührungspunkte von Sammy mit der Welt des Kinos, als ihn seine Eltern dazu überreden sich gemeinsam den halbdokumentarischen Spielfilm Die größte Schau der Welt (1952) von Cecil B. DeMille anzusehen. Gleichermaßen paralysiert aber auch beeindruckt von diesem Film beschließt Sammy anschließend eine der beeindruckenden Actionszenen zuhause mit einer Modelleisenbahn nachzustellen. Sammy möchte dabei vor allem herausfinden, wie dieser Effekt ursprünglich zustande kam. Nach einem gescheiterten Versuch und einem wütenden Vater, inspiriert ihn allerdings erst seine Mutter Mitzi diese Szene mit einer 8-mm Kamera seines Vaters festzuhalten, um die Szene anschließend analysierend beobachten zu können, anstatt die Züge durch mehrmalige Versuche kaputtzumachen.
Angeregt durch dieses inspirierende Ereignis wird von nun an so gut wie jede Idee zu einem Film verarbeitet und alle möglichen Alltagsgegenstände dafür eingesetzt. Während die Mutter dabei aufgrund ihrer eigenen künstlerischen Interessen von der Kreativität ihres Sohnes begeistert ist, streitet der Vater sein Hobby vorerst nur als unwichtige Spielerei ab, wenngleich er auch vom erfinderisch experimentierenden Geist seines Sohnes fasziniert zu sein scheint.
Mit zunehmenden Alter werden Sammys Filme vor allem in seinen Jugendjahren immer größer und er lässt, nachdem zu Beginn hauptsächlich seine Schwestern Teil seiner ersten filmischen Amateurversuche wurden, auch einige Statisten anreisen, die dann zum Beispiel Teil eines Westernfilms werden. Die Filme werden schließlich in einem kleinen Kinosaal vor einem ausgewählten Publikum und vor allem den mitwirkenden Darstellern vorgeführt.
Während Sammy so vor allem als Regisseur die kreative Kontrolle über seine Werke ausüben kann, hat er schon bald mit familiären Konflikten zwischen seinen Eltern zu kämpfen. Auch innerhalb seiner Schullaufbahn muss er sich immer wieder seiner jüdischen Identität stellen und sich gegen antisemitische Äußerungen, die bis zur Androhung und Ausübung von Gewalt gegen ihn ausufern, zur Wehr setzen. Doch auch hier kann er schon bald mit entscheidenden Impulsen als angehender Filmemacher, einen wichtigen Kontrast setzen. Eine filmische Reise nimmt von nun an ihren unaufhaltsamen Lauf in Richtung seiner Idole.
Mit die Fabelmans gelingt Steven Spielberg ein filmischer Meilenstein innerhalb seines Spätwerks. Verpackt in großartig komponierten Bildern, die ausschließlich im Kino ihre atemraubende Pracht entfalten, zelebriert damit einer der größten Regisseure seine Kindheit und Jugend. Dabei schreckt Spielberg auch nicht davor zurück traumatische Ereignisse emotional auszuleuchten und mit visuell starken Bildern aufzuwerten.
Es ist vor allem der Fokus auf die emotionalen und konfliktreichen Untertöne, die den Treibstoff dieses Biopics ausmachen. Aus ihnen entstand schließlich ein künstlerisch gereifter Regisseur, der mit seinen vielen Filmklassikern untrennbar mit der Filmlandschaft verbunden steht.
Erzählerisch gelingt Spielberg so ein Film über sein Leben, dessen vereinzelte Längen man ihm gerne gerade wegen seiner packenden Erzählweise verzeiht. Sein Film nimmt sich einfach alle Zeit der Welt, um den emotionalsten Momenten den gebührenden Platz zu geben und ebenso mit vielen Anspielungen aus seinem Hollywood Kosmos zu brillieren. Es ist vor allem der Mix aus familiären Konflikten, aber auch das Aufarbeiten von Themen wie Antisemitismus und letztendlich die unbändige Liebe zum Film, woraus schließlich eine Wundertüte vieler stilistischer Einflüsse entsteht.
Schauspielerisch ist hier natürlich Gabriel LaBelle hervorzuheben, dessen Emotionen auch vor den Kontaktlinsen nicht Halt machen konnten. Das schauspielerische Highlight stellt aus meiner Sicht aber Michelle Williams dar. Sie spielt die psychisch angeschlagene Mutter mit all ihren zur Verfügung stehenden emotionalen Facetten.
Darüber hinaus sind Judd Hirsch als Onkel Boris mit seinem Overacting sowie David Lynch als John Ford weitere teils auch schauspielerisch komödiantische Höhepunkte des ansonsten zum Großteil auch als Drama ausgelegten Films. So viel Drama Die Fabelmans aber offenbart, ist nach wie vor auch Spielbergs große Leidenschaft erkennbar, einen emotional packenden Film über die eigene Herkunft zu erzählen und mit gleichermaßen schonungslos ehrlichen Blick die dabei entstehenden Sentimentalitäten mit jenen filmischen Mitteln, die ihn so groß machten, genüsslich auszukosten. Es ist ein handgeschriebener Liebesbrief an die unbändige Kraft der Filmsprache, mit welcher Spielberg in Reinform seine Anfänge Revue passieren lässt.
Für die Dreharbeiten wurden verschiedene Kameramodelle benutzt. Dazu zählen die älteren Arriflex 16ST und Arriflex 416 sowie die moderne Arri Alexa Mini.
Visuell erzeugt dieser Wechsel einen authentischen Gesamteindruck, der die emotional rauen Töne des Dramas unterstreicht. Die Kameraarbeit wechselt dabei zwischen unruhiger gefilmten Shots bei emotionalen Konflikten und dem Super 8 Material sowie Kamerafahrten und Nahaufnahmen, die einen ausgleichenden Kontrast zur emotionalen Unruhe beisteuern. Letztere werden vor allem eingesetzt, wenn Sammy Fabelman seiner filmischen Leidenschaft nachgeht und die Kontrolle über das Geschehen ausübt.
Dabei ist der Schnitt durch sein langsames Tempo sehr atmosphärisch gewählt worden und intensiviert so die schauspielerisch emotionalen Höhepunkte des Films.
Musikalisch konnte schließlich John Williams eine bewegende Filmmusik mit kleinen intimen, aber auch großen zelebrierenden Momenten beisteuern.
Zum Bild:
Die Bildqualität der Blu-ray ist absolut erstklassig und bietet dank des Filmkorns einen authentischen Filmlook, der perfekt zur erzählten Zeit passt.
Zum Ton:
Dieser bietet ebenso aus meiner Sicht Referenzwerte.
Die Extras:
Sind in dreifacher Ausführung vorhanden und bieten interessante und kurzweilig promomäßige Einblicke in die Produktion.
Schade ist lediglich, dass bislang kein Steelbook oder Mediabook zum Film in Aussicht steht.
Fazit: Die Fabelmans ist trotz vereinzelter Längen dank seiner stilistisch authentischen und packenden Erzählweise, der überzeugenden Schauspieler und vielen emotionalen Momenten, ein großartiger Film, der seinem eigenen Medium ehrenvoll Tribut zollt. Vor allem ist es aber die Geschichte eines kleinen Jungen, der beeindruckt von seinen Kinoerlebnissen später zu einem der kommerziell erfolgreichsten Filmregisseure der Welt aufstieg und dessen Kindheit und Probleme, die sich ihm erstmal in den Weg stellten, universell auf viele andere Lebensgeschichten übertragbar sind.
Am Ende eine Empfehlung für alle die mit Steven Spielbergs Filmen aufgewachsen sind oder diese für sich später entdeckt haben, Teil der Filmbranche sind oder einfach auch nur eine Liebe für Filme pflegen und ihnen einen cineastischen Wert beimessen. Die Blu-ray bietet den Film darüber hinaus in referenzwürdiger Qualität.
Das mit 7 Oscars nominierte autobiografisch geprägte Coming-of-Age-Filmdrama gehört dabei schon jetzt zu den wichtigsten und persönlichsten Werken in der Vita des Filmemachers.
In den Hauptrollen sind Mateo Zoryan und Gabriel LaBelle als Sammy Fabelman sowie Michelle Williams und Paul Dano als Eltern zu sehen.
Steven Spielberg erzählt und verarbeitet mit diesem Film seine eigene Kindheit und Jugend.
In den 50er Jahren wächst Sammy Fabelman mit seiner Familie in New Jersey auf. Dort geht es oft ein bisschen chaotisch zu. Während sein Vater Burt als Computeringenieur vertieft in seiner Arbeit steckt und nicht allzu oft nachhause kommt, ist seine Mutter Mitzi eine gescheiterte Künstlerin. Sie hätte gerne beruflich die Bühnen der Welt als Klavierspielerin bereist, doch schließlich wurde sie Mutter.
Zu Beginn offenbart der Film die ersten Berührungspunkte von Sammy mit der Welt des Kinos, als ihn seine Eltern dazu überreden sich gemeinsam den halbdokumentarischen Spielfilm Die größte Schau der Welt (1952) von Cecil B. DeMille anzusehen. Gleichermaßen paralysiert aber auch beeindruckt von diesem Film beschließt Sammy anschließend eine der beeindruckenden Actionszenen zuhause mit einer Modelleisenbahn nachzustellen. Sammy möchte dabei vor allem herausfinden, wie dieser Effekt ursprünglich zustande kam. Nach einem gescheiterten Versuch und einem wütenden Vater, inspiriert ihn allerdings erst seine Mutter Mitzi diese Szene mit einer 8-mm Kamera seines Vaters festzuhalten, um die Szene anschließend analysierend beobachten zu können, anstatt die Züge durch mehrmalige Versuche kaputtzumachen.
Angeregt durch dieses inspirierende Ereignis wird von nun an so gut wie jede Idee zu einem Film verarbeitet und alle möglichen Alltagsgegenstände dafür eingesetzt. Während die Mutter dabei aufgrund ihrer eigenen künstlerischen Interessen von der Kreativität ihres Sohnes begeistert ist, streitet der Vater sein Hobby vorerst nur als unwichtige Spielerei ab, wenngleich er auch vom erfinderisch experimentierenden Geist seines Sohnes fasziniert zu sein scheint.
Mit zunehmenden Alter werden Sammys Filme vor allem in seinen Jugendjahren immer größer und er lässt, nachdem zu Beginn hauptsächlich seine Schwestern Teil seiner ersten filmischen Amateurversuche wurden, auch einige Statisten anreisen, die dann zum Beispiel Teil eines Westernfilms werden. Die Filme werden schließlich in einem kleinen Kinosaal vor einem ausgewählten Publikum und vor allem den mitwirkenden Darstellern vorgeführt.
Während Sammy so vor allem als Regisseur die kreative Kontrolle über seine Werke ausüben kann, hat er schon bald mit familiären Konflikten zwischen seinen Eltern zu kämpfen. Auch innerhalb seiner Schullaufbahn muss er sich immer wieder seiner jüdischen Identität stellen und sich gegen antisemitische Äußerungen, die bis zur Androhung und Ausübung von Gewalt gegen ihn ausufern, zur Wehr setzen. Doch auch hier kann er schon bald mit entscheidenden Impulsen als angehender Filmemacher, einen wichtigen Kontrast setzen. Eine filmische Reise nimmt von nun an ihren unaufhaltsamen Lauf in Richtung seiner Idole.
Mit die Fabelmans gelingt Steven Spielberg ein filmischer Meilenstein innerhalb seines Spätwerks. Verpackt in großartig komponierten Bildern, die ausschließlich im Kino ihre atemraubende Pracht entfalten, zelebriert damit einer der größten Regisseure seine Kindheit und Jugend. Dabei schreckt Spielberg auch nicht davor zurück traumatische Ereignisse emotional auszuleuchten und mit visuell starken Bildern aufzuwerten.
Es ist vor allem der Fokus auf die emotionalen und konfliktreichen Untertöne, die den Treibstoff dieses Biopics ausmachen. Aus ihnen entstand schließlich ein künstlerisch gereifter Regisseur, der mit seinen vielen Filmklassikern untrennbar mit der Filmlandschaft verbunden steht.
Erzählerisch gelingt Spielberg so ein Film über sein Leben, dessen vereinzelte Längen man ihm gerne gerade wegen seiner packenden Erzählweise verzeiht. Sein Film nimmt sich einfach alle Zeit der Welt, um den emotionalsten Momenten den gebührenden Platz zu geben und ebenso mit vielen Anspielungen aus seinem Hollywood Kosmos zu brillieren. Es ist vor allem der Mix aus familiären Konflikten, aber auch das Aufarbeiten von Themen wie Antisemitismus und letztendlich die unbändige Liebe zum Film, woraus schließlich eine Wundertüte vieler stilistischer Einflüsse entsteht.
Schauspielerisch ist hier natürlich Gabriel LaBelle hervorzuheben, dessen Emotionen auch vor den Kontaktlinsen nicht Halt machen konnten. Das schauspielerische Highlight stellt aus meiner Sicht aber Michelle Williams dar. Sie spielt die psychisch angeschlagene Mutter mit all ihren zur Verfügung stehenden emotionalen Facetten.
Darüber hinaus sind Judd Hirsch als Onkel Boris mit seinem Overacting sowie David Lynch als John Ford weitere teils auch schauspielerisch komödiantische Höhepunkte des ansonsten zum Großteil auch als Drama ausgelegten Films. So viel Drama Die Fabelmans aber offenbart, ist nach wie vor auch Spielbergs große Leidenschaft erkennbar, einen emotional packenden Film über die eigene Herkunft zu erzählen und mit gleichermaßen schonungslos ehrlichen Blick die dabei entstehenden Sentimentalitäten mit jenen filmischen Mitteln, die ihn so groß machten, genüsslich auszukosten. Es ist ein handgeschriebener Liebesbrief an die unbändige Kraft der Filmsprache, mit welcher Spielberg in Reinform seine Anfänge Revue passieren lässt.
Für die Dreharbeiten wurden verschiedene Kameramodelle benutzt. Dazu zählen die älteren Arriflex 16ST und Arriflex 416 sowie die moderne Arri Alexa Mini.
Visuell erzeugt dieser Wechsel einen authentischen Gesamteindruck, der die emotional rauen Töne des Dramas unterstreicht. Die Kameraarbeit wechselt dabei zwischen unruhiger gefilmten Shots bei emotionalen Konflikten und dem Super 8 Material sowie Kamerafahrten und Nahaufnahmen, die einen ausgleichenden Kontrast zur emotionalen Unruhe beisteuern. Letztere werden vor allem eingesetzt, wenn Sammy Fabelman seiner filmischen Leidenschaft nachgeht und die Kontrolle über das Geschehen ausübt.
Dabei ist der Schnitt durch sein langsames Tempo sehr atmosphärisch gewählt worden und intensiviert so die schauspielerisch emotionalen Höhepunkte des Films.
Musikalisch konnte schließlich John Williams eine bewegende Filmmusik mit kleinen intimen, aber auch großen zelebrierenden Momenten beisteuern.
Zum Bild:
Die Bildqualität der Blu-ray ist absolut erstklassig und bietet dank des Filmkorns einen authentischen Filmlook, der perfekt zur erzählten Zeit passt.
Zum Ton:
Dieser bietet ebenso aus meiner Sicht Referenzwerte.
Die Extras:
Sind in dreifacher Ausführung vorhanden und bieten interessante und kurzweilig promomäßige Einblicke in die Produktion.
Schade ist lediglich, dass bislang kein Steelbook oder Mediabook zum Film in Aussicht steht.
Fazit: Die Fabelmans ist trotz vereinzelter Längen dank seiner stilistisch authentischen und packenden Erzählweise, der überzeugenden Schauspieler und vielen emotionalen Momenten, ein großartiger Film, der seinem eigenen Medium ehrenvoll Tribut zollt. Vor allem ist es aber die Geschichte eines kleinen Jungen, der beeindruckt von seinen Kinoerlebnissen später zu einem der kommerziell erfolgreichsten Filmregisseure der Welt aufstieg und dessen Kindheit und Probleme, die sich ihm erstmal in den Weg stellten, universell auf viele andere Lebensgeschichten übertragbar sind.
Am Ende eine Empfehlung für alle die mit Steven Spielbergs Filmen aufgewachsen sind oder diese für sich später entdeckt haben, Teil der Filmbranche sind oder einfach auch nur eine Liebe für Filme pflegen und ihnen einen cineastischen Wert beimessen. Die Blu-ray bietet den Film darüber hinaus in referenzwürdiger Qualität.
mit 5
mit 5
mit 5
mit 4
bewertet am 27.05.23 um 23:17
Am 25. Februar feierte der deutsche Independent-Slasherfilm Der Wolf von Regisseur David Brückner seine offizielle Premiere auf Blu-ray, DVD und VOD.
Eine Hand voll Schauspieler ist Teil einer Neuinszenierung des grimmschen Märchens Der Wolf und die Sieben Geißlein.
Daneben handelt der Film aber auch von der Schauspielstudentin Emma, die seit dem Unfalltod ihres Vaters unter Bühnenangst leidet.
Als Servicekraft des Theaters gerät sie allerdings mit ihren Freunden in den rachelüsternen Atem eines verrückten Mörders. Dieser inszeniert den tödlichen Wolf aus Grimms düsteren Märchen in seiner wahnhaften Vorstellung von Realität.
Die sieben Angestellten des Theaters werden so zu Geißlein, die verzweifelt darum kämpfen, den scharfen Klauen des besessenen Mörders zu entkommen.
Dabei ist es das tragische Schicksal der sieben Freunde, dass die unscheinbare Theateratmosphäre erstmal keine eiskalt berechnende Blutspur vermuten lässt.
Der Wolf von David Brückner ist jedenfalls ein sehenswerter Independentfilm, der vor allem durch seine fesselnde Atmosphäre und seinem unheilvollen Spannungsaufbau auf mitreißende Weise unterhält.
Sein Werk bietet nämlich erstmal alles was einen Slasherfilm ausmacht. Die teils humorvollen Dialoge lassen dabei am Rande bemerkt, kein Slasher-Klischee aus. Zudem gibt es den ein oder anderen interessanten One-Liner aber auch einzelne Dialoge, die zwar unterhalten, doch ansonsten eher ins Leere laufen.
Bis zu einem gewissen Punkt ist der Film außerdem in seinem Mittelteil eher vorhersehbar. Diese Vorhersehbarkeit weiß der Film allerdings durch vereinzelte Splatterszenen, ein paar Jumpscares und den kurzweiligen frechen Dialogen auszugleichen. Vor allem aber hat mich der Film mit seiner eigenen Konsequenz überrascht, denn er wird ganz klar seinem Namen und dem Trailer gerecht.
Die Abmischung der Dialoge selbst war zum Zeitpunkt meiner Sichtung allerdings zwischen den Schnitten hin und wieder etwas unausgeglichen und so wechseln sich sowohl leise als auch stärker abgemischte Dialoge ab.
Der Schnitt des Films wird der aufgebauten spannenden Atmosphäre allerdings wieder absolut gerecht. Wenn der Film nämlich seine Spannung ins gefühlt Unermessliche steigert, überzeugt er durch besonders gut gewählte Schnitte, kreative Schnittwechsel und einem Schnitttempo, das dem Spannungsaufbau auf gelungene Weise entgegenkommt. Dazu gesellt sich außerdem ein durchdringender Soundtrack, der sich nicht zu aggressiv in den Vordergrund drängt.
Die Schauspielleistungen sind zudem ohne Höhen aber auch ohne Tiefen und folgen vor allem der roten Handlungsblutspur zum bitteren Showdown. Dieser hat es dann aber so richtig in sich und konnte mich als Zuschauer nochmal so richtig mitnehmen. Actionreiche Wendungen, theatralische Dramatik und fesselnde Spannung wechseln sich da nämlich noch ab. Wer sowas mag wird bei diesem Film sein kurzweiliges Vergnügen finden.
Zur Blu-ray Umsetzung:
Die Blu-ray ist in Anbetracht der Low Budget Herkunft des Films ordentlich ausgefallen, was ebenso vom Ton, der nur produktionsbedingt mit vereinzelten Lautstärkeschwankungen zu kämpfen hat und dem zahlreich enthaltenen Bonusmaterial, geschrieben werden kann.
Zu David Brückner:
David Brückner hat sich vor allem als Filmregisseur von Independentfilmen im deutschen Genrekino einen Namen gemacht. Neben dieser Tätigkeit tritt er aber auch als Filmeditor, Kameramann, Schauspieler und Produzent seiner eigenen Werke auf. Erste Bekanntheit erlangte er vor allem durch viele seiner kleinen Kurzfilmparodien auf seinem YouTube Kanal.
Als Regisseur von Spielfilmen erreichte er dann 2010 mit seinem Action-Horrorfilm Dead Survivors eine breitere Aufmerksamkeit. Diesen produzierte er wie auch all seine anderen Werke mit seiner 2003 gegründeten Produktionsfirma Ghost Pictures. Neben zahlreichen Kurzfilmen, ist sein neuer Film Der Wolf bereits sein 5. Spielfilm unter seiner Regie.
Fazit: Mit der richtigen Herangehensweise macht dieser Slasherfilm mit Märchen Touch jedenfalls richtig Spaß. Der Film kann zwar seine Schwächen nicht verstecken, weiß sie aber auch mit ein paar kreativen Einfällen und einer spannenden Atmosphäre geschickt zu umgehen.
Die frechen Dialoge stehen dabei im funktionierenden Kontrast zu den dramatischen Höhepunkten des Films. Letztendlich gelingt dem Werk so eine gute Balance zwischen einem fesselnden Schauermärchen und einem humorvollen Slasherfilm. Dabei fehlt es dem Film auch nicht an nötiger Konsequenz in seiner Darstellungsweise und einem atmosphärischen Schnitt in den spannungsreichen Höhepunkten.
Eine Hand voll Schauspieler ist Teil einer Neuinszenierung des grimmschen Märchens Der Wolf und die Sieben Geißlein.
Daneben handelt der Film aber auch von der Schauspielstudentin Emma, die seit dem Unfalltod ihres Vaters unter Bühnenangst leidet.
Als Servicekraft des Theaters gerät sie allerdings mit ihren Freunden in den rachelüsternen Atem eines verrückten Mörders. Dieser inszeniert den tödlichen Wolf aus Grimms düsteren Märchen in seiner wahnhaften Vorstellung von Realität.
Die sieben Angestellten des Theaters werden so zu Geißlein, die verzweifelt darum kämpfen, den scharfen Klauen des besessenen Mörders zu entkommen.
Dabei ist es das tragische Schicksal der sieben Freunde, dass die unscheinbare Theateratmosphäre erstmal keine eiskalt berechnende Blutspur vermuten lässt.
Der Wolf von David Brückner ist jedenfalls ein sehenswerter Independentfilm, der vor allem durch seine fesselnde Atmosphäre und seinem unheilvollen Spannungsaufbau auf mitreißende Weise unterhält.
Sein Werk bietet nämlich erstmal alles was einen Slasherfilm ausmacht. Die teils humorvollen Dialoge lassen dabei am Rande bemerkt, kein Slasher-Klischee aus. Zudem gibt es den ein oder anderen interessanten One-Liner aber auch einzelne Dialoge, die zwar unterhalten, doch ansonsten eher ins Leere laufen.
Bis zu einem gewissen Punkt ist der Film außerdem in seinem Mittelteil eher vorhersehbar. Diese Vorhersehbarkeit weiß der Film allerdings durch vereinzelte Splatterszenen, ein paar Jumpscares und den kurzweiligen frechen Dialogen auszugleichen. Vor allem aber hat mich der Film mit seiner eigenen Konsequenz überrascht, denn er wird ganz klar seinem Namen und dem Trailer gerecht.
Die Abmischung der Dialoge selbst war zum Zeitpunkt meiner Sichtung allerdings zwischen den Schnitten hin und wieder etwas unausgeglichen und so wechseln sich sowohl leise als auch stärker abgemischte Dialoge ab.
Der Schnitt des Films wird der aufgebauten spannenden Atmosphäre allerdings wieder absolut gerecht. Wenn der Film nämlich seine Spannung ins gefühlt Unermessliche steigert, überzeugt er durch besonders gut gewählte Schnitte, kreative Schnittwechsel und einem Schnitttempo, das dem Spannungsaufbau auf gelungene Weise entgegenkommt. Dazu gesellt sich außerdem ein durchdringender Soundtrack, der sich nicht zu aggressiv in den Vordergrund drängt.
Die Schauspielleistungen sind zudem ohne Höhen aber auch ohne Tiefen und folgen vor allem der roten Handlungsblutspur zum bitteren Showdown. Dieser hat es dann aber so richtig in sich und konnte mich als Zuschauer nochmal so richtig mitnehmen. Actionreiche Wendungen, theatralische Dramatik und fesselnde Spannung wechseln sich da nämlich noch ab. Wer sowas mag wird bei diesem Film sein kurzweiliges Vergnügen finden.
Zur Blu-ray Umsetzung:
Die Blu-ray ist in Anbetracht der Low Budget Herkunft des Films ordentlich ausgefallen, was ebenso vom Ton, der nur produktionsbedingt mit vereinzelten Lautstärkeschwankungen zu kämpfen hat und dem zahlreich enthaltenen Bonusmaterial, geschrieben werden kann.
Zu David Brückner:
David Brückner hat sich vor allem als Filmregisseur von Independentfilmen im deutschen Genrekino einen Namen gemacht. Neben dieser Tätigkeit tritt er aber auch als Filmeditor, Kameramann, Schauspieler und Produzent seiner eigenen Werke auf. Erste Bekanntheit erlangte er vor allem durch viele seiner kleinen Kurzfilmparodien auf seinem YouTube Kanal.
Als Regisseur von Spielfilmen erreichte er dann 2010 mit seinem Action-Horrorfilm Dead Survivors eine breitere Aufmerksamkeit. Diesen produzierte er wie auch all seine anderen Werke mit seiner 2003 gegründeten Produktionsfirma Ghost Pictures. Neben zahlreichen Kurzfilmen, ist sein neuer Film Der Wolf bereits sein 5. Spielfilm unter seiner Regie.
Fazit: Mit der richtigen Herangehensweise macht dieser Slasherfilm mit Märchen Touch jedenfalls richtig Spaß. Der Film kann zwar seine Schwächen nicht verstecken, weiß sie aber auch mit ein paar kreativen Einfällen und einer spannenden Atmosphäre geschickt zu umgehen.
Die frechen Dialoge stehen dabei im funktionierenden Kontrast zu den dramatischen Höhepunkten des Films. Letztendlich gelingt dem Werk so eine gute Balance zwischen einem fesselnden Schauermärchen und einem humorvollen Slasherfilm. Dabei fehlt es dem Film auch nicht an nötiger Konsequenz in seiner Darstellungsweise und einem atmosphärischen Schnitt in den spannungsreichen Höhepunkten.
mit 4
mit 5
mit 4
mit 5
bewertet am 21.05.23 um 15:01
Stepfather I + II im Mediabook ist für mich ein zweischneidiges Schwert bzw. Messer.
Einerseits handelt es sich bei The Stepfather, um einen absoluten Kultthriller der 80er Jahre, andererseits ist die Umsetzung des oder der 2022 erschienenen Mediabooks in zahlreichen Covervariationen vom Herausgeber DigiDreams Studios und im Vertrieb von Astro Records & Filmworks, eine Heimkinoveröffentlichung, die mich nicht in allen Belangen überzeugen konnte.
Der erste Teil von The Stepfather selbst ist aber in jedem Fall ein Klassiker über einen Mann, der sich mordlüsternd in das Familienleben fremder Familien begibt, als Stiefater Sympathien heuchelt und alles was sich ihm in den Weg stellt, gnadenlos beseitigt. Auch die neue Familie wird nach einer gewissen Zeit dabei wieder Teil seines psychopathischen Triebes und das Sprichwort „Bis dass der Tod euch scheitet“, auf diese Weise neu ausgelegt.“
The Stepfather ist in jedem Fall bis zur letzten Minute mitreißend und fesselnd in Szene gesetzt und nutzt das Vorwissen der Zuschauer für seinen dramaturgischen Spannungsaufbau.
Terry O’Quinn überzeugt dabei schauspielerisch auf ganzer Linie und kann auch so manche typischen Klischees auf die der Film und seine Spannung fußt, ausgleichen.
Die Umsetzung des ersten Teils auf Blu-ray kann hierbei noch einigermaßen überzeugen. Während die Kontraste hierbei zwar eher auf hellere Grautöne abfallen und auch immer wieder vereinzelte Schmutzpartikel, ein mittelstarkes Filmkorn und vereinzelte Unschärfen ins Auge fallen, kann der erste Teil dennoch mit einer ansonsten soliden Gesamtschärfe, die zumindest einen annehmbaren HD Transfer erkennen lässt, zufrieden stellen.
Der Ton ist dabei altersentsprechend ohne positiv oder negativ aufzufallen.
Der zweite Teil zu Stepfather variiert abgesehen vom Anfang das Grundgerüst der Story des ersten Teils mit neuen Opfern.
Auch hier lebt der Film von Terry O’Quinns überzeugender schauspielerischer Performance.
Die Bildqualität der hier insgesamt drei Fassungen enttäuscht allerdings auf ganzer Linie, während nämlich die alte SD Fassung im 4:3 Format schon naturgemäß keine HD Qualität vorweisen kann, handelt es sich bei einer als alten deutschen Fassung betitelten Version, um eine zwar weitaus bessere Umsetzung, die aber dennoch meiner Ansicht nach nur auf hochskalierten SD Material basiert und darüber hinaus leider auch geschnitten ist. Diese geschnittene Fassung hängt allem Anschein nach wahrscheinlich mit der Indizierung des Films von 1991 bis 2016 zusammen und wurde möglicherweise fürs TV konzipiert.
Die auf einer Bonus Disc dann enthaltene und in echtem Full-HD angepriesene R-Rated-Uncut Fassung macht darüber hinaus aufgrund ihrer zahlreichen Verschmutzungen in Form von Laufspuren und allen möglichen sonstigen Verunreinigungen und Bildflackern keinen Spaß anzuschauen. Dabei ist auch der Kontrast nicht gerade von guten Stiefeltern. Die Schärfe lässt zwar einen HD Transfer erkennen, doch wirkt diese Uncut Fassung eher wie eine unbearbeitete Arbeitsfassung, die keinerlei Bemühungen einer anständigen Restauration erkennen lässt. Also eher ein Paradebeispiel von vorher gezeigten Aufnahmen einer dann erfolgten Restauration. Selbst wenn hier vielleicht das Ausgangsmaterial nicht sonderlich gut gewesen sein mag, lässt mich hier deshalb das Gefühl nicht los, dass diese Umsetzung mit mehr Herzblut, ein besseres Ergebnis zu Tage gefördert hätte. Natürlich ist das am Ende nur mein subjektives Empfinden und womöglich ist der Film gar nicht besser zu restaurieren gewesen. So oder so wird man wohl mit dieser Umsetzung erstmal vorlieb nehmen müssen.
Der Ton des zweiten Teils ist dafür auch dem Alter entsprechend ausreichend.
Die Extras sind in Form von Trailern, Bildergalerien und einem fast einstündigen Making Of in Ordnung, wobei es auch hier ärgerlich ist, dass man dem Making Of keine optionalen deutschen Untertitel beigefügt hat.
Davon abgesehen kann das von mir erworbene und auf 100 Stück limitierte Mediabook (Cover D) optisch überzeugen, wenngleich der Aufdruck zum Filminhalt und der technischen Daten auf dem Mediabook eine Frage des Geschmacks bleibt. Mich stört das allerdings weit weniger. Das enthaltene Booklet geht darüber hinaus auf fast 50 Seiten auf die beiden Filme, dem Regisseur und den Darstellern ausführlich ein.
Fazit: Zwei unterhaltsame und spannende Thriller treffen auf ein schickes Mediabook, dessen technische Umsetzung allerdings nicht vollends überzeugen kann. Während Teil 1 in zufriedenstellender Blu-ray Umsetzung mit nur vereinzelten Schwächen noch annehmbar ist, kann der zweite Teil in keiner der drei vorliegenden Fassungen so richtig glänzen. Einmal in SD, einmal im hochskalierten SD, aber gekürzt und dann zwar Uncut, aber dafür mit unzähligen Verschmutzungen versehen, lautet hier die Devise. Wer dennoch Fan der Filme ist, kann natürlich mit dieser entsprechenden Vorkenntnis zuschlagen.
Einerseits handelt es sich bei The Stepfather, um einen absoluten Kultthriller der 80er Jahre, andererseits ist die Umsetzung des oder der 2022 erschienenen Mediabooks in zahlreichen Covervariationen vom Herausgeber DigiDreams Studios und im Vertrieb von Astro Records & Filmworks, eine Heimkinoveröffentlichung, die mich nicht in allen Belangen überzeugen konnte.
Der erste Teil von The Stepfather selbst ist aber in jedem Fall ein Klassiker über einen Mann, der sich mordlüsternd in das Familienleben fremder Familien begibt, als Stiefater Sympathien heuchelt und alles was sich ihm in den Weg stellt, gnadenlos beseitigt. Auch die neue Familie wird nach einer gewissen Zeit dabei wieder Teil seines psychopathischen Triebes und das Sprichwort „Bis dass der Tod euch scheitet“, auf diese Weise neu ausgelegt.“
The Stepfather ist in jedem Fall bis zur letzten Minute mitreißend und fesselnd in Szene gesetzt und nutzt das Vorwissen der Zuschauer für seinen dramaturgischen Spannungsaufbau.
Terry O’Quinn überzeugt dabei schauspielerisch auf ganzer Linie und kann auch so manche typischen Klischees auf die der Film und seine Spannung fußt, ausgleichen.
Die Umsetzung des ersten Teils auf Blu-ray kann hierbei noch einigermaßen überzeugen. Während die Kontraste hierbei zwar eher auf hellere Grautöne abfallen und auch immer wieder vereinzelte Schmutzpartikel, ein mittelstarkes Filmkorn und vereinzelte Unschärfen ins Auge fallen, kann der erste Teil dennoch mit einer ansonsten soliden Gesamtschärfe, die zumindest einen annehmbaren HD Transfer erkennen lässt, zufrieden stellen.
Der Ton ist dabei altersentsprechend ohne positiv oder negativ aufzufallen.
Der zweite Teil zu Stepfather variiert abgesehen vom Anfang das Grundgerüst der Story des ersten Teils mit neuen Opfern.
Auch hier lebt der Film von Terry O’Quinns überzeugender schauspielerischer Performance.
Die Bildqualität der hier insgesamt drei Fassungen enttäuscht allerdings auf ganzer Linie, während nämlich die alte SD Fassung im 4:3 Format schon naturgemäß keine HD Qualität vorweisen kann, handelt es sich bei einer als alten deutschen Fassung betitelten Version, um eine zwar weitaus bessere Umsetzung, die aber dennoch meiner Ansicht nach nur auf hochskalierten SD Material basiert und darüber hinaus leider auch geschnitten ist. Diese geschnittene Fassung hängt allem Anschein nach wahrscheinlich mit der Indizierung des Films von 1991 bis 2016 zusammen und wurde möglicherweise fürs TV konzipiert.
Die auf einer Bonus Disc dann enthaltene und in echtem Full-HD angepriesene R-Rated-Uncut Fassung macht darüber hinaus aufgrund ihrer zahlreichen Verschmutzungen in Form von Laufspuren und allen möglichen sonstigen Verunreinigungen und Bildflackern keinen Spaß anzuschauen. Dabei ist auch der Kontrast nicht gerade von guten Stiefeltern. Die Schärfe lässt zwar einen HD Transfer erkennen, doch wirkt diese Uncut Fassung eher wie eine unbearbeitete Arbeitsfassung, die keinerlei Bemühungen einer anständigen Restauration erkennen lässt. Also eher ein Paradebeispiel von vorher gezeigten Aufnahmen einer dann erfolgten Restauration. Selbst wenn hier vielleicht das Ausgangsmaterial nicht sonderlich gut gewesen sein mag, lässt mich hier deshalb das Gefühl nicht los, dass diese Umsetzung mit mehr Herzblut, ein besseres Ergebnis zu Tage gefördert hätte. Natürlich ist das am Ende nur mein subjektives Empfinden und womöglich ist der Film gar nicht besser zu restaurieren gewesen. So oder so wird man wohl mit dieser Umsetzung erstmal vorlieb nehmen müssen.
Der Ton des zweiten Teils ist dafür auch dem Alter entsprechend ausreichend.
Die Extras sind in Form von Trailern, Bildergalerien und einem fast einstündigen Making Of in Ordnung, wobei es auch hier ärgerlich ist, dass man dem Making Of keine optionalen deutschen Untertitel beigefügt hat.
Davon abgesehen kann das von mir erworbene und auf 100 Stück limitierte Mediabook (Cover D) optisch überzeugen, wenngleich der Aufdruck zum Filminhalt und der technischen Daten auf dem Mediabook eine Frage des Geschmacks bleibt. Mich stört das allerdings weit weniger. Das enthaltene Booklet geht darüber hinaus auf fast 50 Seiten auf die beiden Filme, dem Regisseur und den Darstellern ausführlich ein.
Fazit: Zwei unterhaltsame und spannende Thriller treffen auf ein schickes Mediabook, dessen technische Umsetzung allerdings nicht vollends überzeugen kann. Während Teil 1 in zufriedenstellender Blu-ray Umsetzung mit nur vereinzelten Schwächen noch annehmbar ist, kann der zweite Teil in keiner der drei vorliegenden Fassungen so richtig glänzen. Einmal in SD, einmal im hochskalierten SD, aber gekürzt und dann zwar Uncut, aber dafür mit unzähligen Verschmutzungen versehen, lautet hier die Devise. Wer dennoch Fan der Filme ist, kann natürlich mit dieser entsprechenden Vorkenntnis zuschlagen.
mit 4
mit 2
mit 3
mit 3
bewertet am 18.05.23 um 13:36
Anbei mal meine persönliche Meinung zur Blu-ray der Miracle Collector's Edition von Queen:
Hierbei fällt natürlich die deutlich optimierte Qualität des Musikvideos von I Want It All auf. Das auf 35-mm-Film gedrehte Musikvideo bietet trotz der stilistischen Überstrahlungen vor allem in den Nahaufnahmen befriedigende und verbesserte Schärfewerte und zeigt sich auch in seiner gesamten Szenerie farbenfroher.
Die Musikvideos zu Breakthru, The Invisible Man, Scandal und The Miracle können da natürlich aufgrund des vorliegenden 1-inch Videotape Masters qualitativ nicht mithalten. Bieten aber dennoch eine sichtbare und vor allem klangliche Verbesserung im Vergleich zur Greatest Video Hits 2 DVD aus dem Jahr 2003. Dennoch ist auch aufgrund der nur zweckmäßigen Schärfewerte und teils blassen Farbgebung nur in den wenigsten Momenten HD Feeling zu spüren. Als persönlich etwas störend habe ich außerdem die immer wieder auftretenden Nachzieheffekte auf meinen beiden Playern empfunden, die aber natürlich auch durch die Hochskalierung in HD Auflösung zu erklären sein könnten.
Richtig bereichernd sind dann aber noch die Einblicke zur Entstehung des Albums sowie der Audiokommentar mit ehrlicher heutiger Meinung von Brian und Roger zu den 5 Musikvideos. Dabei finde ich es lobenswert, dass man für den deutschen Markt auch die deutschen Untertitel nicht vergessen hat.
Hierbei fällt natürlich die deutlich optimierte Qualität des Musikvideos von I Want It All auf. Das auf 35-mm-Film gedrehte Musikvideo bietet trotz der stilistischen Überstrahlungen vor allem in den Nahaufnahmen befriedigende und verbesserte Schärfewerte und zeigt sich auch in seiner gesamten Szenerie farbenfroher.
Die Musikvideos zu Breakthru, The Invisible Man, Scandal und The Miracle können da natürlich aufgrund des vorliegenden 1-inch Videotape Masters qualitativ nicht mithalten. Bieten aber dennoch eine sichtbare und vor allem klangliche Verbesserung im Vergleich zur Greatest Video Hits 2 DVD aus dem Jahr 2003. Dennoch ist auch aufgrund der nur zweckmäßigen Schärfewerte und teils blassen Farbgebung nur in den wenigsten Momenten HD Feeling zu spüren. Als persönlich etwas störend habe ich außerdem die immer wieder auftretenden Nachzieheffekte auf meinen beiden Playern empfunden, die aber natürlich auch durch die Hochskalierung in HD Auflösung zu erklären sein könnten.
Richtig bereichernd sind dann aber noch die Einblicke zur Entstehung des Albums sowie der Audiokommentar mit ehrlicher heutiger Meinung von Brian und Roger zu den 5 Musikvideos. Dabei finde ich es lobenswert, dass man für den deutschen Markt auch die deutschen Untertitel nicht vergessen hat.
mit 4
mit 2
mit 4
mit 3
bewertet am 11.12.22 um 12:35
Der Mondmann ist ein Film von Miloš Forman, der bereits in den 80ern mit Amadeus und den 90ern mit Larry Flynt – Die nackte Wahrheit, Erfolge als Regisseur von Biopics erzielen konnte. Ende der 90er ist dann noch seine Wahl auf den Ausnahmekünstler Andy Kaufman gefallen. Leonine hat diesen mittlerweile zurecht zum Kultstatus avancierten Film, der seiner Zeit noch ein kommerzieller Flop an den Kinokassen war, als Blu-ray Premiere in einem Mediabook veröffentlicht.
In der Hauptrolle ist Jim Carrey als Andy Kaufman zu sehen. In weiteren Rollen wartet der Film außerdem noch mit Danny DeVito, Courtney Love und Paul Giamatti auf.
In diesem Biopic glänzt aber vor allem Jim Carrey in der Rolle des Andy Kaufman. Kaufman selbst bildete vor allem mit seinem „Anti-Humor“ und seiner teils „absurden und nicht vorhersehbaren Performance-Kunst“, in den 70er und frühen 80er Jahren im amerikanischen TV ein besonderes Alleinstellungsmerkmal.
Als Künstler war er gerade aufgrund seiner „Performance-Kunst“ auch umstritten und wurde sowohl geliebt als auch abgrundtief gehasst bzw. für verrückt erklärt. Dass mit Jim Carrey nun einer der großen Komiker der 90er diesem Charakter neues Leben eingehaucht hat, verwundert da kaum, denn auch Jim Carrey hat als Künstler mit seinen teils überdrehten Darstellungen sein Publikum gespaltet.
Fakt ist aber, dass Jim Carrey neben seinen overgeacteten Klamauk Rollen mindestens genauso gut ernsthafte und tragische Charaktere mit all ihrer emotionalen Tiefe verkörpern kann.
Und neben Filmen wie Die Truman Show und später dann „Vergiss mein Nicht“ war es 1999 auch „Der Mondmann“, bei dem Jim Carrey mit Bravour in einer ernstzunehmenden Charakterrolle überzeugen konnte. Ihm gelang hier sogar der Wechsel zwischen der überdrehten Performance-Kunst von Andy Kaufman und seiner Niedergeschlagenheit, nachdem er von seiner Krebs-Diagnose erfährt, fließend und perfekt.
Denn zum Namen Andy Kaufman und seiner biografischen Laufbahn, gehört natürlich auch sein im Jahre 1984 viel zu früher Tod mit 35 Jahren aufgrund seiner Krebserkrankung.
An der Stelle merkt man jedenfalls, dass Komik erst durch eine gewisse Ernsthaftigkeit heraus entsteht. Sogar die Figuren Kaufmans und seine Performance-Kunst funktionieren ja erst durch die ernste Konfrontation mit der Alltagswelt und dem teils wilden Improvisationsspiel damit.
Jedenfalls hat Miloš Forman aus meiner Sicht mit diesem Film ein kleines Meisterwerk zustande gebracht, dass zwar damals ein kommerzieller Misserfolg war, aber heutzutage mit Jim Carrey auf der Höhe seiner Schauspielkunst zu Recht zu den Filmklassikern der 90er Jahre gezählt werden darf.
Es ist somit einfach großartig, dass es das Biopic Der Mondmann deshalb nun auch endlich auf Blu-ray geschafft hat und zur HD Premiere sogar als Mediabook bei Leonine erschienen ist.
Dieses wartet mit einem liebevoll gestalteten Buchteil auf, dass auf den ersten Seiten wie auch der Film zu Beginn mit der 3. Wand spielt. Neben spannenden Hintergrundinfos zur Produktion bietet dieser Buchteil aber auch interessante Infos über Andy Kaufmans Vita und viele farbige Abbildungen.
Dem Mediabook liegt außerdem neben der Blu-ray mit dem Hauptfilm auch noch eine DVD mit dem gleichen Inhalt bei.
Bildqualität:
Di e Bildqualität der Blu-ray ist dabei absolut in Ordnung und das auch, wenn der große Wow Effekt aufgrund der immerhin schon 23 Jahre seit Erscheinen, ausbleibt. Wegen eines mittelstarken, aber nicht allzu störenden Filmkorns, den ein oder anderen Schmutzpartikeln, die durchs Master huschen und einem außerhalb der Bildmitte fokusbedingten etwas softeren und verwaschenen Look, bleibt dem Film jedenfalls die Referenz auf Blu-ray eindeutig verwehrt. Was darüber hinaus außerdem auch als Stilmittel gewertet werden kann, ist eine zurückgenommene Farbpalette und ein Transfer, der vor allem ein Bild zur Folge hat, dass vieles ins dunkle zieht. Die etwas dunklere Bildgebung sorgt dann auch dafür, dass die Detailzeichnung nicht in allen Szenen die besten Werte erzielt.
Dennoch kann man hier mit ruhigen Gewissen behaupten, dass der Film bzgl. des Bildes noch gut aufbereitet wurde und somit im technischen Mittelfeld angesiedelt ist.
Tonqualität:
Beim Ton konnten dafür mit Berücksichtigung des Alters, keine größeren Mängel festgestellt werden.
Dieser ist nämlich trotz seiner eher frontalen Abmischung immer klar verständlich und kann sich vor allem innerhalb der Live Auftritte von Andy Kaufman am besten entfalten.
Extras:
Die Extras halten ein paar unterhaltsame Zusatzinformationen bereit. Sie bieten zwar keinen so ausführlichen Überblick wie die Netflix Doku Jim und Andy, aber laden dennoch zu einem kurzweiligen Vergnügen ein.
Fazit:
Wer Andy Kaufman jedenfalls nicht kennt, aber mit dessen Humor etwas anfangen kann, wird überrascht sein, wie weit er mit seiner Komik ging und wer ihn kennt, kann sich hier nochmal an die filmisch-dramaturgische Aufbereitung seiner Karriere erfreuen.
Wer außerdem auch Fan von Jim Carrey ist, sollte sich diesen Film, der mit zu seinen besten Werken zählt, auch nicht entgehen lassen.
Mit der Mediabook Veröffentlichung von Leonine ist der Klassiker jedenfalls mittlerweile auch in einer würdigen Edition und in HD aufbereiteten Fassung erhältlich.
In der Hauptrolle ist Jim Carrey als Andy Kaufman zu sehen. In weiteren Rollen wartet der Film außerdem noch mit Danny DeVito, Courtney Love und Paul Giamatti auf.
In diesem Biopic glänzt aber vor allem Jim Carrey in der Rolle des Andy Kaufman. Kaufman selbst bildete vor allem mit seinem „Anti-Humor“ und seiner teils „absurden und nicht vorhersehbaren Performance-Kunst“, in den 70er und frühen 80er Jahren im amerikanischen TV ein besonderes Alleinstellungsmerkmal.
Als Künstler war er gerade aufgrund seiner „Performance-Kunst“ auch umstritten und wurde sowohl geliebt als auch abgrundtief gehasst bzw. für verrückt erklärt. Dass mit Jim Carrey nun einer der großen Komiker der 90er diesem Charakter neues Leben eingehaucht hat, verwundert da kaum, denn auch Jim Carrey hat als Künstler mit seinen teils überdrehten Darstellungen sein Publikum gespaltet.
Fakt ist aber, dass Jim Carrey neben seinen overgeacteten Klamauk Rollen mindestens genauso gut ernsthafte und tragische Charaktere mit all ihrer emotionalen Tiefe verkörpern kann.
Und neben Filmen wie Die Truman Show und später dann „Vergiss mein Nicht“ war es 1999 auch „Der Mondmann“, bei dem Jim Carrey mit Bravour in einer ernstzunehmenden Charakterrolle überzeugen konnte. Ihm gelang hier sogar der Wechsel zwischen der überdrehten Performance-Kunst von Andy Kaufman und seiner Niedergeschlagenheit, nachdem er von seiner Krebs-Diagnose erfährt, fließend und perfekt.
Denn zum Namen Andy Kaufman und seiner biografischen Laufbahn, gehört natürlich auch sein im Jahre 1984 viel zu früher Tod mit 35 Jahren aufgrund seiner Krebserkrankung.
An der Stelle merkt man jedenfalls, dass Komik erst durch eine gewisse Ernsthaftigkeit heraus entsteht. Sogar die Figuren Kaufmans und seine Performance-Kunst funktionieren ja erst durch die ernste Konfrontation mit der Alltagswelt und dem teils wilden Improvisationsspiel damit.
Jedenfalls hat Miloš Forman aus meiner Sicht mit diesem Film ein kleines Meisterwerk zustande gebracht, dass zwar damals ein kommerzieller Misserfolg war, aber heutzutage mit Jim Carrey auf der Höhe seiner Schauspielkunst zu Recht zu den Filmklassikern der 90er Jahre gezählt werden darf.
Es ist somit einfach großartig, dass es das Biopic Der Mondmann deshalb nun auch endlich auf Blu-ray geschafft hat und zur HD Premiere sogar als Mediabook bei Leonine erschienen ist.
Dieses wartet mit einem liebevoll gestalteten Buchteil auf, dass auf den ersten Seiten wie auch der Film zu Beginn mit der 3. Wand spielt. Neben spannenden Hintergrundinfos zur Produktion bietet dieser Buchteil aber auch interessante Infos über Andy Kaufmans Vita und viele farbige Abbildungen.
Dem Mediabook liegt außerdem neben der Blu-ray mit dem Hauptfilm auch noch eine DVD mit dem gleichen Inhalt bei.
Bildqualität:
Di e Bildqualität der Blu-ray ist dabei absolut in Ordnung und das auch, wenn der große Wow Effekt aufgrund der immerhin schon 23 Jahre seit Erscheinen, ausbleibt. Wegen eines mittelstarken, aber nicht allzu störenden Filmkorns, den ein oder anderen Schmutzpartikeln, die durchs Master huschen und einem außerhalb der Bildmitte fokusbedingten etwas softeren und verwaschenen Look, bleibt dem Film jedenfalls die Referenz auf Blu-ray eindeutig verwehrt. Was darüber hinaus außerdem auch als Stilmittel gewertet werden kann, ist eine zurückgenommene Farbpalette und ein Transfer, der vor allem ein Bild zur Folge hat, dass vieles ins dunkle zieht. Die etwas dunklere Bildgebung sorgt dann auch dafür, dass die Detailzeichnung nicht in allen Szenen die besten Werte erzielt.
Dennoch kann man hier mit ruhigen Gewissen behaupten, dass der Film bzgl. des Bildes noch gut aufbereitet wurde und somit im technischen Mittelfeld angesiedelt ist.
Tonqualität:
Beim Ton konnten dafür mit Berücksichtigung des Alters, keine größeren Mängel festgestellt werden.
Dieser ist nämlich trotz seiner eher frontalen Abmischung immer klar verständlich und kann sich vor allem innerhalb der Live Auftritte von Andy Kaufman am besten entfalten.
Extras:
Die Extras halten ein paar unterhaltsame Zusatzinformationen bereit. Sie bieten zwar keinen so ausführlichen Überblick wie die Netflix Doku Jim und Andy, aber laden dennoch zu einem kurzweiligen Vergnügen ein.
Fazit:
Wer Andy Kaufman jedenfalls nicht kennt, aber mit dessen Humor etwas anfangen kann, wird überrascht sein, wie weit er mit seiner Komik ging und wer ihn kennt, kann sich hier nochmal an die filmisch-dramaturgische Aufbereitung seiner Karriere erfreuen.
Wer außerdem auch Fan von Jim Carrey ist, sollte sich diesen Film, der mit zu seinen besten Werken zählt, auch nicht entgehen lassen.
Mit der Mediabook Veröffentlichung von Leonine ist der Klassiker jedenfalls mittlerweile auch in einer würdigen Edition und in HD aufbereiteten Fassung erhältlich.
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