Geschrieben: 28 Okt 2017 09:34

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Ich war vorgestern ein zweites Mal drin und die Faszination ist ungebrochen.
Nun wo ich wusste was mich erwartet fielen mir auch noch ein paar Details auf, die durch den Effektflash bei der Erstsichtung etwas untergingen.
Ich bleibe dabei...
Mein Film des Jahres 2017 mit 10/10P!
Geschrieben: 28 Okt 2017 11:41

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Beschreibt doch nicht immer nur das Gefühl bei der Sichtung, sondern auch was daran als so toll empfunden wurde. Ich lese und höre von den Fans immer nur wie geil Optik & Atmosphäre waren, aber wenn es um den Inhalt geht, dann wird sich mit "Der war auch tiefgründig und emotional" aus der Affäre gezogen. Wie gesagt, ich fand den auch toll, im Vergleich zur restlichen Blockbuster-Landschaft sogar überragend, aber irgendwie wird meist nur von der Verpackung anstatt des Inhalts geschwärmt. Das ist besonders in der Hinsicht merkwürdig, wenn
2049 immer als "mehr als nur ein Blender" beschrieben wird. Trotzdem redet kaum jemand darüber, was dieses "Mehr" denn jetzt ist.
Geschrieben: 28 Okt 2017 13:10
In dem Bezug hab ich aber auch durchaus schon kritische Stimmen gehört: Nämlich das der Film einem die vermeintliche Tiefgründigkeit arg unter die Nase reibe und alles viel zu genau erklärt würde. Bin sehr gespannt drauf, wie ich das empfinden werde, warte aber auf den Heimkino-Release. Ich fand die Trailer ja nicht so prall und bin trotz der positiven Resonanz skeptisch, da ich früher öfter darauf reingefallen bin - etwa bei Star Wars Episode VII, wo es auch viel Lob hagelte und ich den Film schlichtweg grottenschlecht finde.
Es wäre allerdings schön, wenn hier mal ein altes Franchise in Würde zurückkehren würde. Da fällt mir aktuell spontan leider kein Beispiel ein, bei dem das in letzter Zeit wirklich gelungen ist :-(.
Geschrieben: 28 Okt 2017 13:45

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Zitat:
Zitat von VincentVinyl;6026898
In dem Bezug hab ich aber auch durchaus schon kritische Stimmen gehört: Nämlich das der Film einem die vermeintliche Tiefgründigkeit arg unter die Nase reibe und alles viel zu genau erklärt würde.
Ja, das war auch so eine Sache. Er wiederholt fleißig seine Themen anstatt sie zu vertiefen. Mancher Dialog ist auch nur dazu da jedem zu erklären worum es im übertragenen Sinne geht. Das ist zwar nie so direkt wie Deckard's Voice-Over aus der US-Kinofassung von Teil 1, macht aber klar, dass man mehr auf einfache Philosophie ausgerichtet ist. Das ist im Rahmen eines Blockbusters mit Massen-Appeal alles beachtlich und schön so, wenn man aber was richtig Komplexes erwartet, dann wird man vielleicht enttäuscht. Exemplarisch kann da vielleicht ein Monolog von Jared Leto über den Aufstieg von großen Nationen und die Bedeutung von Sklaven angesehen werden. Der "Show don't tell"-Ansatz des Vorgängers wird gelegentlich etwas mit Füßen getreten.
Da ist immer noch viel interessantes Zeugs dabei, für die große Begeisterung hat es aber nicht ganz gereicht. Die Freude über den langsamen Erzählstil, den Look, die Atmosphäre, das Vermeiden von großen Action-Setpieces, das Ergründen von unausgesprochenen Gefühlen, das Ausweichen von typischen Franchise-Fehlern überwiegt teilweise über der des tatsächlichen Inhalts mit den darin verankerten Themen.
Geschrieben: 28 Okt 2017 16:32
Zitat:
Zitat von hibb;6026866
Beschreibt doch nicht immer nur das Gefühl bei der Sichtung, sondern auch was daran als so toll empfunden wurde. Ich lese und höre von den Fans immer nur wie geil Optik & Atmosphäre waren, aber wenn es um den Inhalt geht, dann wird sich mit "Der war auch tiefgründig und emotional" aus der Affäre gezogen. Wie gesagt, ich fand den auch toll, im Vergleich zur restlichen Blockbuster-Landschaft sogar überragend, aber irgendwie wird meist nur von der Verpackung anstatt des Inhalts geschwärmt. Das ist besonders in der Hinsicht merkwürdig, wenn
2049 immer als "mehr als nur ein Blender" beschrieben wird. Trotzdem redet kaum jemand darüber, was dieses "Mehr" denn jetzt ist.
Das sehe ich genauso ... würde BR 2049 "pseudo-mystisch" bezeichnen, was dennoch keineswegs negativ klingen soll. Dieser Aspekt trifft aber auch auf einige andere Werke von Villeneuve zu (Enemy, Sicario, Arrival).
Es fehlt eben das gewisse Etwas, was den Film "vollkommen" machen würde - wie es (meiner Meinung nach!) bei Ex_Machina und Interstellar der Fall ist, mal abgesehen von der Vergleichbarkeit. Eben solche Szenen wie Jared Leto's Größenwahn, der von vornerein wie heiße Luft klingt. Die Suche nach den beiden Menschen im Film, wobei es für mich ziemlich früh im Film offensichtlich war.
Hauptsächlich überzeugt letztlich die allgemeine Leere im Film, die wohl die Leere der Menschlichkeit bzw. des biologischen Lebens auf der Erde darstellen soll. An Erklärungen und Ausführungen fehlt es hier aber, auch wenn es diese nicht immer in anderen Filmen gibt, aber hier fehlt einfach etwas, was den Film abrunden würde.
Geschrieben: 28 Okt 2017 16:53

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Also ein knapp 80 jähriger bekannter von mir hat ihn sich die Tage auch angesehen und fande ihn schwach wie er sagte . Der erste Teil hat ihn da noch deutlich besser gefallen. Finde es aber immer sehr angenehm und auch lustig mit ihm über Filme zu diskutieren :)
Geschrieben: 29 Okt 2017 10:10

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Wenn ich das mit den angeblich nicht vertieften Themen lese muss ich wirklich lachen.
Es gab genügend Erklärungen, die man ohne Rederei und Popcornesserei beim Film mitbekommen hätte.
Und zu dem Part wg meinem Gefühl...ein paar Seiten zuvor habe ich denk ich ziemlich deutlich beschrieben, warum dies mein Film des Jahres ist.
Geschrieben: 29 Okt 2017 11:00

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Ich hatte zwei Wochen Urlaub und war Zuhause in der Türkei. Eine Kinozeitschrift die von einer Universität in Istanbul publiziert wird, hat sich mit seinem aktuellen Ausgabe mit 12 Seiten dem "Blade Runner 1982" gewidmet. 13 Film Studenten haben -alle mit ihren Sichtweisen- 13 kurze, aber verdammt interessante und inhaltsvolle Artikeln verfasst. Da wird einem klar; wie vielschichtig-komplex "Blade Runner 1982" wirklich war, und wie viel mehr der Film zu bieten hat als nur Atmosphäre und visuelle Qualitäten! ...
Geschrieben: 29 Okt 2017 16:54

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Zitat:
Zitat von Diverphil;6027226
Wenn ich das mit den angeblich nicht vertieften Themen lese muss ich wirklich lachen.
Es gab genügend Erklärungen, die man ohne Rederei und Popcornesserei beim Film mitbekommen hätte.
Dann lach doch mal nicht, sondern konkretisiere mal deine Erkenntnisse. Kurz in der Review nachgeschlagen kann ich da nur entnehmen, dass die Themen Fortpflanzung und Erinnerungen behandelt werden. Deine angesprochene Tiefe wird aber weder durch die Benennung der Themen, noch durch den Vorwurf der "Rederei und Popcornfresserei während des Films" an uns begründet. Aktuell bestärkst du nur den Eindruck erkannt zu haben, dass da mehr ist als auf den ersten Blick erkenntlich, du aber nicht weißt, was es ist.
Ich verweise in solchen Fällen immer gerne auf den Kunststudenten, der eine Galerie betritt und erstmal alles lobt wie toll und tiefgründig alles sei. Und manchmal lobt er auch die Wände, weil er gar nicht weiß, was er da gerade betrachtet.
Nimm das dir jetzt nicht zu Herzen, aber ich lese & höre solche Kommentare häufiger. Und gerade bei solchen schwerer-zu-greifenden Filmen wird gerne nur das offensichtliche besprochen, dem Inhalt wird aber aus unterschiedlichen Gründen ausgewichen. Das ist besonders schade, weil ein
BR 2049 deutlich mehr Diskussionspotential hat als ihn auf seine Optik zu reduzieren.
Geschrieben: 29 Okt 2017 17:16
gelöscht

Wie es mich ärgert, dass ich diesen Film wohl im Kino verpassen werde...