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Zitat von VincentVinyl
Ich kenne auch einige Trek-Fans, die bemängeln, dass von den
philosophischen, gesellschaftskritischen Untertönen im neuen Film
nichts zu spüren war. Dem würde ich zwar Recht geben, finde aber,
dass diese Note ohnehin immer eher den TV-Serien als den Kinofilmen
vorbehalten war.
Das könnte sein. Das war es aber doch, das den besonderen Reiz von
STTOS ausgemacht hat. Weiße, Schwarze, Asiaten und nachher sogar
Russen in einem Team! Wir mögen heute darüber lächeln, aber STTOS
hat damals so viele gesellschaftliche Tabus gebrochen, ich sage nur
erster "interracial" Kuss im US-TV! Und obwohl der von der Handlung
her durch externe Beeinflußung erzwungen war, wurde die Folge in
den Südstaaten nicht gezeigt. So wie bei uns gewisse
"Scheibenwischer" Sendungen in Bayern nicht ausgestrahlt
wurden.
Die STTO"S" Filme haben daran gekrankt, dass sie zwar das ganze
"Original"-Universum übernommen hatten, dabei jedoch mehr auf
Action getrimmt waren. Vielleicht war das auch nötig, um eine big
budget Studio Produktion zu rechtfertigen. Aber diese besondere
Ebene fehlte. Bei ST11 lag der Reiz darin zu sehen, was mit den
Charakteren geschieht. Der richtige "kick" enstand erst für den,
der die alten Charaktere kannte und liebte. Aber der Film musste
natürlich auch das "neue" Publikum bedienen. Mit Action.
Von mir aus kann ST12 ruhig mit Action aufwarten. Ich möchte jedoch
gern auch eine Charakterentwicklung im Dreieck Kirk, Spock, McCoy
sehen. Vor allem dass sie das Geschehen persönlich berührt.
Imperialismus und Menschenrechte eignen sich immer gut für
"philosophische, gesellschaftskritische Untertöne" und die
aktuellen Zustände in den USA und dem Rest der Welt bieten hier
bestimmt auch genug Anknüpfungspunkte. Reines Popcorn Kino wäre mir
ehrlich gesagt zu wenig.