Zitat:
Zitat von Spidyman;2016271
Ein Thema der ersten Stunde bei Lost war die Auseinandersetzung zwischen Glauben und Wissenschaft, Schicksal und der Angst sein Leben nicht selbst unter Kontrolle zu haben.
SPOILER! Inhalt einblenden
Lost war alles in allem Jacks Geschichte und er hat im Verlauf der Serie die Wandlung von einem Mann der Wissenschaft, jemand der immer alle retten musste und nicht loslassen konnte, zu einem Mann des Glaubens gemacht.
Er ist zum Beschützer der Insel geworden, diesem Ort an dem scheinbar schicksalhafte und teilweise unerklärliche Dinge passieren.
Dinge die er am Anfang einfach nicht wahrhaben wollte und wegen denen er sich des öfteren mit John Locke, seinem Gegenpart so zu sagen, in die Haare gekriegt hat.
Jedenfalls war das Fazit von Lost für mich, dass man, wie Jack, lernen sollte weniger starrköpfig nur an Erklärungen und Kontrolle festzuhalten, sondern ein wenig mehr Vertrauen und Glauben zu haben (Glauben mein ich hier nicht in einem missionarischen Sinne).
Es spielt keine Rolle woher die Zahlen kommen und was sie genau bedeuten. Vermutlich war es tatsächlich nur ein kosmisch unwahrscheinlicher Zufall das diese Zahlen immer wieder auftauchen. Es muss nicht alles bis ins Detail aufgeklärt werden.
Diese seltsamen Dinge haben das Leben der Oceanic 42 gekreuzt und teilweise schwer beeinflusst, aber es geht um das erlebte selbst und nicht darum alles zu hinterfragen, so wie Jack es zu Beginn an getan hat.
Die Reise ist so zu sagen selbst das Ziel.
Jack ist ein ruhigerer und, in meinen Augen, weiserer Mensch geworden nach seiner schwersten Glaubenskrise, nach John Locks Tod und der Erkenntnis das sein Platz nicht in der "normalen Welt" ist, sondern auf der Insel. Der Erkenntnis, dass der Mann der immer daran geglaubt hat das es durchaus Dinge gibt die einfach das Schicksal eines Menschen sind, John Locke, vielleicht Recht gehabt hat.
Darum finde ich es durchaus passend das nicht alle Mysterien aufgeklärt werden. Außerdem, hey, man wird auch in seinem eigenen Leben sicherlich nicht alles in Erfahrung bringen oder verstehen was einen eigentlich noch interessiert hätte. Ist deswegen das ganze Leben sinnlos gewesen?
Ich glaube nicht.
Genauso ist es mit Lost.
Die Leute die nach dem Finale gesagt haben sie hätten 6 Jahre ihres Lebens verschwendet, sollten sich mal über ihre eigenes Leben Gedanken machen, denn selbst wenn einem das Finale nicht gefällt, so hat man auf dem Weg dahin doch sicherlich viele positive Erinnerungen und Momente durch Lost erfahren und die sollte man zu schätzen wissen.
Puuh, so dass war schwerer in Worte zu fassen als ich gedacht habe^^
Dazu möcht ich aber auch noch sagen dass ich finde die meisten offenen Fragen lassen sich mit ein wenig puzzeln und auffrischen älterer Episoden durchaus klären.
Ich hab schon so einige fragen gelesen, die andere noch hatten, bei denen ich mir nur Gedacht hab: da braucht man doch nur 1 + 1 zusammen zählen zu können ;)
Also absolute gute Interpretation von dir :thumb:
Finde ich stark, du hast auf jedemfall die richtigen Worte getroffen.
So habe ich das Ende von Lost noch nie gesehen aber das von dir Geschriebene, die Geschichte von Jack vom Mann der Wissenschaft zu erzählen, ich denke das haben die Autoren sicher auch mit im Hinterkopf gehabt.
Das ist ja das tolle an Lost, da gibts soviele Interpretationsmöglichkeiten.
Ich gebe zu, auch mir hat das Ende erstmal nicht so gefallen, einfach weil die Erwartung "es wird alles geklärt" irgendwo doch rumschwebte. Mittlerweile sage ich aber, das Ende von Lost muss man sich im Ganzen ansehen über diese 6 Staffeln hinweg. Ich habe S 6 geschaut da war S 5 schon vor einem Jahr gesehen, S 1-4 habe auf BD schon öfters gesehen. Jetzt wo man alles 6 Staffeln hintereinander sehen kann wird sich dadurch sicherlich einiges gleich, anderes auf den zweiten oder dritten Blick erklären.
Und auch wenn ich mich mit dem Ende dann vielleicht doch nicht mehr so anfreunden kann oder das gerne anders gehabt hätte, jetzt zu sagen Lost sei einfach enttäuschend - nein das kann ich nicht sagen. Lost ist eine innovative neue Serie gewesen die schon allein durch die Darstellungsform etwas besonderes ist. Schön das man das jetzt auf BD immer wieder erleben kann - vom Anfang bis zum Ende.