Ich habe die Oscars ehrlich gesagt noch nie live verfolgt - ich guck mir im Nachhinein immer die interessanten Reden an, von Schauspielern, die mich interessieren und gut ist (das ist sowieso das einzige Highlight für mich). Ich messe den Oscars aber auch nicht das Gewicht bei, wie es manch anderer wahrscheinlich tut; die Panne habe ich mir angeschaut und ich muss sagen: Klar, sowas ist dann doof gelaufen, aber Fehler passieren nunmal. Da jetzt von außen den unterschiedlichen Akteuren den schwarzen Peter zuschieben zu wollen find ich albern - also diese Diskuission wieviel Schuld jetzt Warren Beatty oder Faye Dunaway hätten...
Man muss sich nur mal vorstellen man selbst sei gerade im Rampenlicht und bekommt eine Karte, die man vorlesen soll aber nicht versteht und muss unter größtem Druck schnell entscheiden, was man daraus jetzt macht; da hat sich Warren, nachdem Faye da auch nicht helfen konnte eben wahrscheinlich dazu entschieden, dass wohl die Kategorie richtig ist, aber die Karte falsch bedruckt; nachdem das immer abwechselnd passiert, fällt das ja auch nicht auf wenn man zweimal hintereinander die Identische Karte hat.
Ist dumm, ist passiert, wird in Zukunft sicherlich nie wieder passieren.
La La Land wird es verkraften die haben ja eh abgesahnt (was ich übrigens nicht verstehe - abseits der (objektiven) grandiosen schauspielerischen Leistung (Schauspiel, Tanz und Gesang) und des tollen Songs, die zurecht gewonnen haben, fand ich den Film nun nicht
außergewöhnlich, die Story relaitv 0815, die typische 4-Jahreszeiten-Beziehungsgeschichte gibt es bestimmt jedes Jahr wieder im Kino), also freut es mich, dass auch mal wieder ein anderer Film eine Trophähe bekommt, der es auch ohne Erfolgsrezeptformel geschafft hat einen guten Film zu produzieren (auch wenn ich Moonlight noch garnicht gesehen habe - ich beurteile hier also nicht den Film als solches, den werd ich mir aber noch mal angucken, die Tage - dann könnte ich mehr darüber sagen, ob ich das auch für mich so sehe).
Und dieses ganze Geheule darüber wie ungerecht und/oder politisch das ganze motiviert ist/sein soll, langweilt mich mittlerweile auch. Entweder es kommt von denen aus dem einen oder von denen aus dem anderen Lager, und keiner will dabei realisieren, dass auch das eigene Geheule darüber wieder politik ist und man damit genau das macht, was man der Gegenseite so gerne vorwirft... Was wäre das für eine schöne Welt, in der niemand auf Herkunft oder Hautfarbe, aktuelles politisches Establishment oder Internationale Beziehung achtet und stattdessen das - und ausschließlich das - bewertet wird, worauf es bei einer Ehrung von
Film- und
Schauspielkunst ausschließlich ankommt?
Deswegen nehme ich die Oscars zwar auch zur Kenntniss, mache da aber keinen so riesigen Zenober draus; oft bin ich da eh anderer Meinung und am Ende zählt bei dem Filmgenuss ja auch nur eine Sache - ob ein Film
mir persönlich gefallen hat! Und wenn das nicht der Fall ist, kann der tausende Oscars einheimsen und es würde trotzdem nichts dran ändern ;) (siehe bspw.
Titanic, ein Film bei dem ich vor langeweile eingeschlafen bin).
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