Zitat:
Zitat von agentsands;5651659
Ami-Pathos in Dünkirchen? Leute, die Amis waren da doch überhaupt nicht dabei!!
Da geht es um Briten, Franzosen und Belgier, welche von den Nazis bereits besiegt waren und nun am Strand festsaßen. Plötzlich ließ Hitler aus bis heute ungeklärten Gründen den Angriff stoppen und so gewannen die Festsitzenden genug Zeit, um ihre Armeen auszuschiffen. Hätten die Deutschen durchgezogen, wäre Großbritannien mit 100% Sicherheit in kurzer Zeit gefallen, da sie ihre Truppen nicht mehr hätten ersetzen können.
Das soll jetzt keine Geschichtsstunde werden, aber "ungeklärte Gründe" finde ich zu übertrieben.
Es war nicht Hitler, der den Befehl zum Stop gab, sondern von Rundstedt. Der Befehl wurde nur später von Hitler abgesegnet.
Der Stop war als Verschnaufpause für die vorderste Panzerspitze angedacht, die sonst ihrerseits zu weit vom Nachschub abgeschnitten worden wäre und selbst hätte in Bedrängnis kommen können. Erst im Nachhinein stellte sich heraus, dass das Risiko eines Gegenangriffs viel geringer bzw. nicht vorhanden war. Durch die Pause wurden dann die Truppenteile wieder zusammengezogen und für die nächste Operation "Fall Rot" geschont.
Außerdem gab es Querelen innerhalb der Heeresführung zwischen Brauchitsch und Rundstedt, durch die die Entscheidung über das weitere Vorgehen beeinflusst und verzögert wurde. Zuletzt verließ sich Rundstedt auch noch auf die großspurige Aussage Görings, dass die Luftwaffe die feindlichen Truppen vernichten würde, was bekanntlich nicht eingehalten wurde.
Rundstedt war es auch, der den Haltebefehl dann 3 Tage später wieder aufhob.
Das einzig ungewöhnliche an der ganzen Geschichte war, dass Hitler die Entscheidungsgewalt über das weitere Vorgehen (Angriff oder Pause) vom OKH (Brauchitsch) auf die Heeresgruppe A (Rundstedt) übertragen hatte. Bis hierhin spielte Hitler militärisch im Westfeldzug überhaupt keine Rolle, aber diese Aktion war eine Gelegenheit, um seine Autorität zu demonstrieren. Militärisch gesehen war die Entscheidung sicher dilettantisch.
Zurück zum Film. Von Nolan erwarte ich nichts anderes als ein Meisterwerk. Den Anspruch hat er sich inzwischen zurecht erarbeitet.