Zitat:
Zitat von Crunkey;5642341
Mich persönlich konnte der Film absolut nicht packen . Der stringente rote Faden hat mir gefehlt und der Film wurde von Minute zu Minute unglaubwürdiger und belangloser. Grandiose Schauspieler und eine superbe Kameraarbeit machen leider noch keinen guten Film, wie Sicario für mich bewiesen hat . Eine der größten Enttäuschungen in diesem Jahr, bei der ich mich durch die letzten 30 Minuten durchquälen musste . Der Film hat 2-3 intensive und innovative Szenen , die für mich den Schnitt auf immerhin knapp unter Durchschnitt angehoben haben .
4/10
Jetzt bin ich überrascht. Für mich heute schon einer DER Thriller 2016, zum Einen durch die wieder überragende Regie- und Kameraarbeit unter der brillianten, künstlerischen Führung von Denis Villeneuve, zum Anderen weil das Thema "Drogenkartelle" - was wirklich SEHR ausgelutscht ist inzwischen - hier auf eine neue Weise aufgearbeitet wird insofern, als dass man bis kurz vor Ende nicht weiß, worauf der Film eigentlich hinarbeitet und wer eigentlich "Gut" und wer "Böse" ist. Sicherlich ist das letzte Drittel des Films mit der Tendenz zum Klischee behaftet, aber unter dem Strich hat Villeneuve trotzdem die Konsequenz und Stringenz seiner
Erzählung beibehalten, unter Beibehaltung des Fokus "massentauglicher Umsatzbringer". Ein Drahtseilakt, der nur sehr wenigen gelingt.
Da ich völlig unvorbereitet an den Film herangegangen bin, war ich umso überraschter, wie mit geradezu chirurgischer Präzision die Protagonistin - Emily Blunt in für mein Empfinden ihrer besten Rolle - von innen heraus seziert wird. Das mag vielleicht ein Kritikpunkt sein, dass man diesbezüglich ihren Charakter mit seiner innerlich fortschreitenden Zerrissenheit noch etwas tiefgehender hätte betrachten können. Aber unter dem Strich gibt es so viele hochgradig interessante
Charaktere in dem Film, dass ich Villeneuve als Zuschauer das Zugeständnis machen muss: mehr war nicht drin. Denn auch den "einsamen Wolf" del Toro fand ich großartig, ebenso Josh Bolins abgewichsten Charakter, aber auch den mexikanischen Polizisten Silvio und dessen Sohn, deren Geschichte herzberührend sind.
Von der
inszenatorischen Seite haben mich wiederholt die Totalen auf die Landschaften der US-mexikanischen Borderlands fasziniert, natürlich die finale Schlacht mit ihren IR-simulierenden, egoperspektivischen Aufnahmen sowie die relativ zu Beginn durchgeführte Überführung eines Gefangenen, deren Pacing fast ins Virtuose gehen; das alles untermalt vom zwar subtilen, dafür aber umso kraftvolleren
OST vom Komponisten mit dem denkwürdigen Namen Jóhann Jóhannsson.
Man merkt, denke ich, dass mich die Erstsichtung regelrecht umgepustet hat. Ich bin umso gespannter, ob all diese sehr positiven Eindrücke einer Zweitsichtung standhalten wird, dann im O-Ton. Bis dahin gibts von mir erst mal
09/10 Punkten. :thumb:
Als wir das Feuer
erfunden haben, haben die Menschen damit auch eine Weile Mist
gebaut. Aber irgendwann haben wir den Feuerlöscher erfunden
(Stephen Hawking 2015)
„Erst kommt der Ruin
der Staatshaushalte durch die Politik, dann kommen die
Erfüllungsgehilfen in den Zentralbanken, und am Ende steht das
Ende der bürgerlichen Freiheiten.“
(Roland Tichy, Vorsitzender der
Ludwig-Erhard-Stiftung)