The Revenant.
Nachdem ich Birdman, neben Interstellar, als besten Film des
letzten Jahres empfunden habe, war ich dementsprechend gespannt auf
das neuste Werk von Alejandro González Iñárritu. Meine Erwartungen
waren hoch und sie wurden mit diesem Meisterwerk sogar noch
übertroffen.
Allen voran die schauspielerische Leistung von Leonardi DiCaprio
und Tom Hardy sollte als erstes erwähnt werden. Wie Leo sich für
diesen Film schauspielerisch aufgeopfert hat, habe ich so in noch
keinem anderen Film gesehen. Sein Weg durch die eisige Wildnis wird
so brachial und intensiv dargestellt und wenn sich vor ihm immer
wieder Gräben auftun, kann man in einigen Szenen kaum hinschauen,
so realistisch ist seine Darstellung des Hugh Glass. Doch neben ihm
brilliert auch Tom Hardy, dem man seine Rolle ebenfalls zu jeder
Sekunde abnimmt und seine Mimik (trotz des wenigen Dialogs) Bände
spricht.
Punkt zwei, der diesen Film in der Bereich des Meisterwerks erhebt
, ist seine Inszenierung. Allen voran durch die Kameraarbeit von
Emmanuel Lubezki, der schon in Gravity und Birdman handwerklich
alle Register gezogen hat. Seine langen Shots sind charakteristisch
und geben dem Film eine solche Dynamik, gerade in den beiden
grandiosen Actionszenen ( Überfall zu Beginn + Bär ), die ich so
selten erlebt habe und vermutlich auch in nächster Zeit nicht mehr
erleben werde. Man leidet mit, man kämpft mit und ist einem solchen
Meister seines Faches dankbar dafür, nicht in den aktuell so
populären Schnittwahnsinn zu verfallen, der das Auge kaum noch
erfassen kann.
Insgesamt bietet der Film eine 2,5 stündige Tortur, ist dabei
dynamisch,packend, brachial inszeniert und innovativ zu gleich und
bekommt von mir deshalb eine
9 /10 und ist somit
für mich der beste Film des Jahres 2015.
Kommen wir nun zur leidigen Oscarfrage. Wenn Leo ihn dieses Mal
schon wieder nicht bekommt, kann die Jury nur von allen guten
Geistern verlassen sein. Dazu prophezeie ich den dritten Oscar in
Folge für die Cinematographie von Emmanuel Lubezki und hoffe auf
eine weitere Ehrung für Alejandro G. Iñárritu.
Kritikpunkt könnte für einige die doch recht zähe Inszenierung sein
und auch ich finde, dass der Film vielleicht seine 15-20 Minuten zu
lang geraten ist.
Zuletzt gesehen :
// Call me by your Name (8/10) // Three Billboards (9/10) //
Blade Runner 2049 (9/10) //