Zitat:
Zitat von Brathering;5985462
Aber dann muss man es ja auch so nicht machen. Ich meine, der Film bedient sich aus so viel verschiedenen Quellen der Ursprungsgeschichte (wir sollten dabei ja nicht aus den Augen verlieren, dass das Anime-Original keine 90 Minuten läuft und sich trotzdem für jeden relevanten Plotpart viel Zeit nimmt).
Wenn ich zum Beispiel an die Geschichte mit den Müllfahrern und dem Photo denke. Tiefgründigkeit hin oder her, die kommt im Anime ja nun auch nicht von der wahnwitzigen komplexen Geschichte, sondern einfach in dem man eine Atmosphäre sich aufbauen lässt.
Hier hat man meines Erachtens einige Fehler gemacht, in dem man einfach versucht hat möglichst viel reinzustecken, zudem noch keinen der ikonischen Shots des ersten Animes auszulassen, dann wird es mit der Zeit eben eng. Aber es gibt ja kein Naturgesetz, das besagt, dass man das so machen muss.
In meinen Augen sind da einfach einige Prioritäten falsch gesetzt worden. Auch was die Beziehung der Charaktere untereinander, vor allem aber zu ihrer Umwelt und der Stadt in der sie leben, angeht. Ich glaube hier hat man teilweise die falschen Stellen auf Mainstream poliert.
So war das ein okayer ScFi-Film (ich würde ihn nun auch nicht verreißen wollen) aber so wie ich gelungene Elemente feststelle, so bedaure ich auch die Misslungenen und ich finde das sind mehr als nötig gewesen wäre.
Natürlich hast Du damit vollkommen recht, dennoch fand ich, dass es für einen Hollywoodfilm, der sich natürlich auch der Masse anbieten will und bei dem Budget ja auch irgendwo muss, einen guten Mittelweg gab.
Mir gefiel beispielsweise Motokos persönliche Geschichte sehr gut. Auch die Szene
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als sie ihre Mutter trifft
gefiel mir auf menschlicher Ebene wirklich gut. Wie ich ja schon erwähnt hatte ist der Film mehr auf Schauwerten und einer konventionellen Thrillerstory aufgebaut, die sich gewissen Elementen der Vorlage bedient, ohne die Story nachzuerzählen. Auch der Fokus auf Menschlichkeit und Sebstbestimmung ist ein anderer, als beim Anime oder dem Manga, wo die grundlegende philosophische Fragestellung viel mehr sich um die Essenz des Menschsein, selbst drehte und die Action Beiwerk ist. Dennoch hat der FIlm auch inhaltlich für mich mehr zu bieten als Action und schöne Optik und somit ist er für mich mehr als nur okay, nicht perfekt, sicher, aber eben doch eine kumulierte 7,5 von 10. Es wäre also noch Luft nach oben gewesen.
Dass ich bei der Bewertung insgesamt wohlwollender bin, als DU beispielsweise verwudnert mich aber auch nicht so sehr. Auch wenn ich keine Lust auf die nächste Alieninvasion oder ähnliches Katastrophen-Gedöns habe, so kann ich einem gut erzählten und mit schönen Bildern und guter Action versehenen Cyberpunk-Thriller einiges abgewinnen, auch wenn er Ghost in the Shell heißt und dabei nicht die inhaltliche Relevanz des berühmten Vorbild erreicht, gerade auf dieser Ebene bist DU dann aber en Detail nochmals kritischer als ich eingestellt und störst dich an dem ein oder anderen Element mehr als ich es tue.
Mir gefallen beispielsweise solche Verneigungen vor der Vorlage, in dem ganze Einstellungen übernommen werden, sei es ihre Konstruktion zu Beginn, oder der Sprung vom Hochhaus bei sich aktivierender Tarnung, um mal zwei herauszupicken. Der Anime ist inhaltich tiefgründiger, was durch weniger Action und deutlichen Fokus auf die philosophischen Aspekte geschieht, weshalb dies auch in knapp 90 Minuten funktioniert, der Realfilm ist eher ein konventioneller Thriller, mit einem Touch des philosophischen Ansatzes des Anime (Vince würde es wohl vorgetäuschte Intellektualität schimpfen), einem leicht anderen Kniff und insgesamt mehr Action, wenn der Film in meinen Augen dennoch nicht zu einer reinen Ballerorgie verkommt. Das Ende selbst war meines Erachtens dabei nicht zu 1000% rund, aber alles in allem war ich mit dem Gesehenen sehr zufrieden.
Wenn ich mehr Tiefe haben will, kann ich wiederum den 95er Anime in den Player schieben und bin genau so zufrieden, immerhin ist der Anime seit ich 17 bin, einer meiner absoluten Lieblingsfilme.:cool: