Filmbewertungen von Ninjatune666

/image/movie/disclosure-day---der-tag-der-wahrheit-4k-4k-uhd---blu-ray--de_klein.jpg
Steven Spielberg gilt als der unangefochtene Großmeister des Blockbuster-Kinos, doch mit seinem neuesten Werk „Disclosure Day“ liefert er eine filmische Bruchlandung ab. Das größte Problem dieses zähen Science-Fiction-Dramas lässt sich wie folgt zusammenfassen: Dieser Film kommt einfach 40 Jahre zu spät. Spielberg versucht hier krampfhaft, das Rad neu zu erfinden, obwohl er selbst es war, der mit Meisterwerken wie „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ oder „E.T.“ die Goldstandards des Genres gesetzt hat. Wo früher staunende Magie und nervenzerreißende Spannung herrschten, regiert heute nur noch gähnende Leere.

„Disclosure Day“ erweist sich eigentlich durchgehend als extrem träge, langweilig und zu keinem Zeitpunkt packend. Die Inszenierung schleppt sich zäh von einer ereignislosen Szene zur nächsten, ohne jemals auch nur ansatzweise in Schwung zu kommen. Es gibt keine spürbare Dynamik, keinen Spannungsaufbau und erst recht keine emotionale Tiefe. Stattdessen verliert sich das Werk in endlosen Dialogen, die die Handlung komplett im Keim ersticken.

Der solide Cast gibt sich zwar sichtlich Mühe, steht jedoch von Anfang an auf verlorenem Posten. Am besten spielt hier noch Emily Blunt wohingegen ein Colin Firth sowas von fehlbesetzt wirkt - ich nehme ihm seinen „Morpheus“ einfach nicht ab. Die hochkarätigen Schauspieler können schlichtweg nichts für das katastrophal schwache Drehbuch, das ihnen keinerlei Raum zur Entfaltung bietet. Die Charaktere bleiben blasse Hohlkörper, deren Schicksal dem Zuschauer völlig gleichgültig ist. Man ertappt sich permanent beim Blick auf die Uhr und muss sich regelrecht bis zum bitteren Ende durchkämpfen.
Ein Ende, das zu allem Überfluss auch noch gefühlt eine Stunde zu spät stattfindet und den ohnehin schon quälend in die Länge gezogenen Kaugummi-Plot vollends ruiniert. Die 145 Minuten Spielzeit sind einfach viel zu lange, für so wenig Handlung.

Selbst Altmeister John Williams kann das Debakel diesmal nicht retten. Sein Score plätschert überraschend lustlos vor sich hin und ist für seine Verhältnisse nicht gerade berauschend.

Am Ende bleibt die traurige Gewissheit: „Disclosure Day“ ist ohne jeden Zweifel Spielbergs schlechtester Film. Ein absolut seelenloses Filmdesaster, bei dem man sich als Zuschauer nur noch enttäuscht abwenden kann. Schade um das Potenzial und die verschwendete Lebenszeit.


Wer gehofft hat, dass wenigstens die Heimkino-Veröffentlichung den Film rettet, wird ebenfalls enttäuscht. Die Bildqualität der 4K UHD präsentiert sich zwar als ordentlich, ist aber weit davon entfernt, referenzwürdig zu sein. Während einige Close-ups mit solider Schärfe punkten, fehlt es den dunkleren Szenen an Plastizität und HDR-Brillanz. Vielleicht liegt das auch an den vielen verwendeten Filtern…

Auch vom deutschen Dolby Atmos Ton war ich enttäuscht. Klar, Dialoge kommen präzise aus dem Center und auch die ein oder anderen Effekte kommen aus den hintern Lautsprechern, aber insgesamt ist der Ton doch, auch filmbedingt, recht dynamikarm. Von den oberen Atmos Lautsprechern gibts auch eher wenig Anlass zur Begeisterung, denn etwas Regen, ein kleiner Vogel und etwas Score „von oben“ ist mir zu wenig.

Es gibt eine Handvoll Bonusmaterial aber nach DEM Film hatte ich kein Bedürfnis mehr, weiter in die Materie einzusteigen. 
Story
mit 1
Bildqualität
mit 3
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 2
bewertet am 19.09.26 um 08:05
/image/movie/leatherface-2017-4k-4k-uhd-und-blu-ray-blu-ray-neu_klein.jpg
Das Regie-Duo hinter den Genre-Schockern „Inside“ und „Among the Living – Das Böse ist hier“, Julien Maury und Alexandre Bustillo, liefert mit „Leatherface“ eine blutrünstige Coming-of-Rage-Story und stellt immer wieder die wichtige Frage: „Wer wird Leatherface?“ Aufmerksame Genrefans werden sicher festgestellt haben, dass es bereits 2006 ein Prequel, das sich allerdings an Michael Bay´s „The Texas Chainsaw Massacre“ Remake aus dem Jahr 2003 orientierte, gibt. „Leatherface (2017)“ richtet sich direkt an Tobe Hooper´s Erstlingswerk „Blutgericht in Texas“ von 1974. Soweit so verwirrend, oder?

Nachdem sich die ersten Teile von „The Texas Chainsaw Massacre“ (TCM) eher auf das Abschlachten von unschuldigen Eindringlingen im beschaulichen Süden der USA konzentrierten, gab es eigentlich nur eine logische Schlussfolgerung: es musste ein Prequel her, das sich der kaputten Familiengeschichte der Sawyers und den Anfängen des Terrors widmet, um frischen Wind ins viel zu vernachlässigte Franchise zu bringen. Was nun frischer wirkt, aber sicher nicht von allen Fans der Vorgängerfilme wohlwollend aufgenommen wurde, ist definitiv die Ausrichtung hin zum Roadmovie á la „Natural Born Killers“ oder sogar noch mehr wie in Rob Zombies „The Devil´s Rejects“ bzw. dessen direkte Fortsetzung „3 From Hell“. Gelungen ist diese Ausrichtung aber allemal, da die Idee „Cop jagt Bösewichte“ etwas mehr Tempo in die blutige Hatz bringt.

Ebenso gelungen darf man das Drehbuch bezeichnen, denn zur kurzweiligen, 87 Minuten andauernden Origins-Story, gesellt sich auch eine stetig steigende Spannungskurve, ein gut gewählter Cast sowie eine Geschichte, die mit einem Plot-Twist erst im blutigen sowie gelungenen Finale preisgibt, wer von den möglichen Psychopathen denn nun der titelgebende „Leatherface“ ist. Positiv hervorzuheben wäre auch das Design des Filmes, denn alleine durch die gelungene, gelblich braune Farbgebung, kommt das morbide „60s-Südstaaten-Hillbilly-D esign“ noch mehr zur Geltung. Für TCM-Fans der ersten Stunde könnte allerdings der Look etwas zu clean und modern daherkommen, boten doch die Vorgänger allesamt ein schmutziges und körniges Bild. Endlich ist auch wieder einmal Stephen Dorff („Blade“, „Krieg der Götter“) als Sheriff Hartmann vor der Kamera mit vollem Elan dabei. Ihm zur Seite stellte man die ebenfalls renommierte Lili Taylor („The Conjuring“, „Six Feet Under“) als diabolische Mutter Verna Sawyer. Der Rest der Darsteller, der aus noch unverbrauchten Gesichtern besteht, spielt ganz solide auf. Nicht mehr aber auch nicht weniger.

Jetzt könnte man meinen, wenn ein Film unter dem Siegel „Keine schwere Jugendgefährdung“ erscheint, komplett ungeschnitten ist und obendrein noch „Leatherface“ heißt, müsste der doch ultra-brutal sein, oder? Nun ja, etwas roter Lebenssaft wird durchaus vergossen und natürlich kommt er auch recht brutal daher, wer aber bereits andere, einschlägige Genrebeiträge kennt, weiß sofort was wirklicher „Splatter“ und „Gore“ bedeutet. Fans der härteren Machart kommen bei „Leatherface (2017)“ aber durchaus auf ihre Kosten und sollten sich jetzt nicht abgeschreckt fühlen, denn es wird noch reichlich nach bester TCM-Südstaaten-Manier geschnetzelt, geballert und terrorisiert.

Der oben angesprochene frische Wind ist an und für sich ja ein guter Ansatz und bietet auch Abwechslung zu Genüge, dennoch fügt sich „Leatherface (2017)“ irgendwie nicht so ganz perfekt in die guten „alten“ Texas Chainsaw Massacre Teile ein. Fans der bereits achtteiligen Reihe sind einfach eine „Gut gegen Böse-Story“ gewöhnt, bei der sich der Zuschauer in die Opferrolle hineinversetzen kann, wenn er denn möchte. Hier wurden (bewusst?) bis auf Geisel „Lizzy“ alle Charaktere recht unsympathisch gehalten, ja sogar der rachsüchtige Sheriff Hartmann nimmt es mit dem Gesetz nicht mehr so genau und könnte es in Punkto Rücksichtslosigkeit und Boshaftigkeit fast mit den Sawyers aufnehmen. Beinahe könnte man meinen, das Regie-Duo möchte dem Zuseher beide Seiten als „böse“ verkaufen, nur um den Film noch teuflischer darzustellen.

Natürlich ist das Jammern auf hohem Niveau, da mit „Leatherface (2017)“ unterm Strich nichtsdestotrotz ein solides, fieses und blutiges Terror-Roadmovie entstand, das über weite Strecken unterhält, Neues wagt, aber leider selbst nicht sonderlich aus der Reihe herausstechen mag. „Kettensägen Massaker“-Fans und Interessierte sollten aber dennoch einen Blick riskieren.


Die 4K UHD ist ansehnlicher als ihr Blu-ray-Pendant geraten und bietet neben einem dezenten Anstieg der Schärfe auch eine deutliche Kontrastverbesserung, wodurch das Gesamtbild der UHD etwas mehr „Glanz“ erhält. Das Weiß von Lampen und anderen Lichtquellen ist heller und Spitzlicht wie erwartet fast schon blendend. Das dunklere HDR-Bild, das zwar ein satteres Schwarz präsentiert, neigt aber leider auch hin und wieder dazu, so manches Detail in dunklen, weniger gut ausgeleuchteten Szenen zu verschlucken. Apropos verschlucken: auch das (künstliche) Filmkorn kommt ultrahochaufgelöst, noch sehr viel feiner und fast nicht mehr wahrnehmbar daher.

Von allen Farben profitiert gerade Rot vom erweiterten Farbraum: wer den Ford Pickup in Minute 4 und die unzähligen Blutspritzer bzw. die vom Blut getränkten Klamotten der Darsteller einmal auf der UHD gesehen hat, möchte keine andere Disc mehr einlegen. Besagte Farbe wird in allen nur erdenklichen Nuancen wiedergegeben und zeigt extrem feine Abstufungen, strahlt aber dennoch angenehm vom Rest hervor. War bereits das Full-HD Bild schon mehr als gut, wird dies nun vom 4K UHD Bild noch mal etwas getoppt. Hier setzt eben primär HDR10 noch eine Schippe drauf, zum Referenzbild reichte es aber nicht ganz. Einen qualitativen Quantensprung gegenüber der mehr als ordentlichen Blu-ray darf man aber als 4K-Fan allerdings nicht erwarten.

Das Sounddesign weiß mit seiner Dynamik zu gefallen. Auch wenn die deutschen sowie die englischen Originalstimmen sauber aus dem Center kommen, so gibt es doch immer noch viel für die restlichen Lautsprecher zu tun. Die unzähligen Umgebungsgeräusche lassen sich genauestens orten und auch Kugeln schießen durchaus gut hörbar in alle Richtungen – etwas druckvoller hätten die Schüsse genrebedingt aber schon einschlagen können. Wenn schließlich die Kettensäge angeworfen wird gesellt sich ein gut platzierter und druckvoller Einsatz des Subwoofers dazu, der die bedrohliche Atmosphäre des Films noch gefährlicher gestaltet. In den Tiefbassbereich kommt aber auch der Subwoofer nicht.

Extras sind lediglich auf der beiliegenden Blu Ray enthalten. 
Story
mit 4
Bildqualität
mit 5
Tonqualität
mit 5
Extras
mit 3
bewertet am 18.09.26 um 14:53
/image/movie/we-bury-the-dead-2024-de_klein.jpg
Mit „We Bury the Dead“ aus dem Jahr 2024 liefert Regisseur Zak Hilditch ein emotional packendes Zombie-Drama, das sich wohltuend von den üblichen Vertretern des Genres abhebt. Anstatt auf stumpfe Action und pausenlose Gore-Effekte zu setzen, betritt der Film das Terrain eines selteneren Genres: Es ist eine tiefgründige Mischung aus Charakterstudie, Trauerverarbeitung und einem spannenden Roadtrip vor dem Hintergrund einer Apokalypse.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Ava, absolut brillant und verletzlich gespielt von Daisy Ridley. Nach einem katastrophalen Ereignis begibt sie sich auf eine verzweifelte Reise, um ihren vermissten Ehemann zu finden. Um Zugang zu den abgesperrten Zonen zu bekommen, schließt sie sich einer Einheit an, die die Leichen der Opfer birgt. Diese Geschichte verleiht dem Roadtrip eine konstante, unterschwellige Spannung. Die Zombies rücken dabei eher in den Hintergrund. Sie fungieren nicht als primäre Antagonisten, sondern als atmosphärische, bedrohliche Erinnerung an den allgegenwärtigen Verlust.

Visuell ist der Film ein absolutes Highlight. Es gibt tolle Bilder, die die raue, melancholische Schönheit der australischen Landschaft perfekt einfangen. Jede Einstellung spiegelt Avas innere Zerrissenheit und Isolation wider. Untermalt wird diese visuelle Pracht von einem sehr schönen Score. Die Musik ist dezent, geht aber unter die Haut und verstärkt die emotionale Tragweite von Avas Suche in den richtigen Momenten.

Einziger Wermutstropfen ist das letzte Drittel: Das Finale selbst ist leider etwas schwach geraten. Nach dem atmosphärisch dichten und erzählerisch starken Aufbau verliert sich der Film am Ende in vorhersehbaren Mustern und lässt die emotionale Konsequenz vermissen, auf die alles hinsteuerte.

Trotz dieser kleinen Schwäche im Schlussakt bleibt „We Bury the Dead“ ein atmosphärisch dichtes, bildgewaltiges Drama. Ein Geheimtipp für Fans, die im Zombie-Genre nach emotionalem Tiefgang suchen.

Bild und Ton sind klasse. 
Story
mit 4
Bildqualität
mit 5
Tonqualität
mit 5
Extras
mit 1
bewertet am 18.09.26 um 10:19
/image/movie/pulp-fiction-4k-limited-steelbook-edition-4k-uhd---blu-ray-de_klein.jpg
Quentin Tarantinos "Pulp Fiction" aus dem Jahr 1994 gilt unbestritten als wegweisender Kult-Klassiker, der das moderne Kino im Sturm erobert und eine ganze Generation von Filmemachern geprägt hat. Doch blickt man heute, mit dem Abstand von Jahrzehnten und unzähligen Sichtungen, erneut auf dieses filmische Monument, stellt sich eine nüchterne Erkenntnis ein: Für mich hat das Meisterwerk etwas von seinem einstigen Glanz verloren und ist auch nicht mehr "der" perfekte Film. Er zieht einfach nicht mehr so konsequent wie früher, weshalb ich ihn schweren Herzens von meinem persönlichen Podest herunterholen musste.

Das größte Problem bei einer heutigen Betrachtung liegt im Pacing. Mit einer Laufzeit von über zweieinhalb Stunden fühlt sich die verschachtelte, non-lineare Erzählstruktur stellenweise etwas zu lange und zäh an. Was damals als revolutionär und dynamisch empfunden wurde, leidet heute unter spürbaren Längen. Das Timing, das früher wie ein Uhrwerk wirkte, lahmt in einigen Passagen, und mancher Handlungsstrang verliert zwischen den ikonischen Schlüsselmomenten spürbar an Fahrt.

Trotz dieser dramaturgischen Abnutzungserscheinungen bleibt "Pulp Fiction" handwerklich ein absolutes Brett. Die Dialoge sind nach wie vor absolut brillant, geschliffen und von einer zeitlosen Coolness durchdrungen. Jedes Gespräch über Hamburger, Fußmassagen oder biblische Verse besitzt eine ungeheure rhetorische Wucht, die auch heute noch perfekt zündet.

Visuell ist der Film ebenfalls eine Klasse für sich: Die Kameraführung von Andrzej Sekuła ist schlichtweg 1A. Sie fängt die schmuddelige Unterwelt von Los Angeles in Bildern ein, die sich für immer in mein Gedächtnis eingebrannt haben.
Untermalt wird das Ganze von einem legendären Soundtrack, der den Szenen ihre unverkennbare popkulturelle Identität verleiht.

Am Ende bleibt "Pulp Fiction" ein Meilenstein der Filmgeschichte. Doch während die handwerkliche Brillanz, der Soundtrack und die Wortgewandtheit unantastbar bleiben, nagt der Zahn der Zeit spürbar am Erzählrhythmus. Ein großartiger Film, der für mich jedoch nicht mehr ganz die magische Anziehungskraft von einst besitzt.

Zum 4K UHD Bild kann ich nur eines sagen: "Wow!" Die knackige Schärfe zeigt allerfeinste Details. Seien es Hautporen, die nun noch genauer zu erkennen sind, Haare, Fältchen, Strukturen von Stoffen, Wänden oder Straßen - man kann sich nicht satt sehen. Gut, ab und an gibt es kurz weichere Bilder, die aber eher Kamerabedingt softer eingefangen wurden aber ansonsten ist der Film schön crisp und scharf.
Die Farben werden neutral aber gut saturiert wiedergegeben, HDR bzw. Dolby Vision sorgt für schöne Kontrastspitzen, welche nie überreißen und auch der Schwarzwert ist durchgehend satt bei toller Durchzeichnung.

Auch der DTS-HD MA 5.1 Ton macht alles richtig bei diesem (frontlastigen) dialoglastigen Film. Gespräche kommen glasklar aus dem Center während der kultige Soundtrack von allen Lautsprechern ausgegeben und schön im Raum verteilt wird.

Extras gibt´s bereits auf der UHD. 
Story
mit 5
Bildqualität
mit 5
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 4
bewertet am 17.09.26 um 09:17
/image/movie/12-strong---die-wahre-geschichte-der-us-horse-soldiers-neu_klein.jpg
3,5 von 5

„Operation: 12 Strong“ wirft einen packenden Blick auf eine fast vergessene, aber wahre Episode der Post-9/11-Geschichte. Kurz nach den Anschlägen wird ein zwölfköpfiges Green-Beret-Team unter Captain Mitch Nelson als erste US-Einheit nach Afghanistan geschickt. Ihre Mission ist so gefährlich wie ungewöhnlich: Inmitten des unwegsamen Hindukusch-Gebirges müssen sie sich mit einer lokalen Allianz verbünden – und den Kampf gegen die Taliban als berittene Kavallerie hoch zu Ross bestreiten.

Visuell zieht der Film alle Register. Regisseur Nicolai Fuglsig nutzt die raue Kulisse für tolle Landschaftsaufnahmen, die die Isolation und die gewaltige Dimension des Konflikts perfekt einfangen. Wenn die Soldaten im Galopp durch Staubwolken reiten, entstehen Bilder von fast schon Westernartiger Schönheit.

Sobald die Konfrontation beginnt, liefert der Film packende Gefechte und ordentlich Action. Die Kampfszenen sind wuchtig inszeniert, extrem dynamisch und vermitteln ein intensives Gefühl für das Chaos auf dem Schlachtfeld. Hier zeigt sich die Stärke des prominenten Ensembles. Ein bekannter Cast rund um Chris Hemsworth, Michael Shannon und Michael Peña verleiht den Soldaten die nötige Nahbarkeit und Physis, selbst wenn die Charaktertiefe manchmal hinter den wuchtigen Explosionen zurückbleibt.

Der Film arbeitet mit etwas zu viel Pathos und bedient die klassischen Klischees des amerikanischen Heldenkinos. Die moralischen Grauzonen des Afghanistan-Krieges werden weitgehend ausgeblendet, stattdessen dominieren wehende Fahnen und emotionale Ansprachen. Das wärs dann auch schon mit den größten Kritikpunkten.

Wer über den stellenweise dick aufgetragenen US-Patriotismus hinwegsehen kann, bekommt mit „Operation: 12 Strong“ einen handwerklich erstklassigen, bildgewaltigen und hochspannenden Kriegsfilm geliefert. Die faszinierende, wahre Begebenheit der modernen Reiter-Soldaten macht das Action-Spektakel trotz inhaltlicher Schwächen absolut sehenswert.

Das Bild ist schön scharf, bietet erdige sowie natürliche Farben und liefert dank eines tollen Schwarzwertes satte Kontraste.

Auch der Ton ist sehr dynamisch. Dialoge sind sauber und wenn die Action losgeht, bebt das ganze Wohnzimmer. Hier dürfen die Lautsprecher wieder einmal zeigen, wofür sie da sind. Hier zischen Kugeln um die Ohren und bei Explosionen packt der Subwoofer ordentlich zu. Hier kann man nicht meckern. 
Story
mit 3
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 5
Extras
mit 2
bewertet am 16.09.26 um 15:41
/image/movie/asterix-bei-den-briten--neu_klein.jpg
"Asterix bei den Briten" aus dem Jahr 1986 ist ein absoluter Klassiker der Zeichentrickgeschichte und für mich immer noch zeitlos. Regisseur Pino Van Lamsweerde gelang hier eine der besten Comic-Adaptionen überhaupt, die auch nach Jahrzehnten nichts von ihrem Witz verloren hat.

Das größte Highlight des Films ist der humorvolle Umgang mit nationalen Stereotypen. Viele Nationen bekommen hier ihr Fett weg, allen voran natürlich die Briten selbst. Ob es das lauwarme Bier, das pünktliche Stoppen jeglicher Kämpfe für die „fünf-Uhr-Teestunde“ (hier noch heißes Wasser mit Milch) oder der linksgerichtete Straßenverkehr ist – die britischen Eigenheiten werden liebevoll, aber messerscharf parodiert. Auch die Römer glänzen in ihrer gewohnten Rolle als sympathisch-überforderte Besatzer.

Natürlich hat der Film eine passende Dynamik. Die Reise von Asterix und Obelix, die ihrem Cousin Teefax ein Fass Zaubertrank bringen wollen, um ein kleines britisches Dorf vor Julius Cäsar zu retten, ist vollgepackt mit Running Gags und cleveren Wortspielen.
Die deutsche Synchronisation setzt dem Ganzen die Krone auf und transportiert den typischen Humor der Vorlage perfekt.

Visuell besticht das Werk durch seinen charmanten, handgezeichneten Stil. Die Animationen fangen den Geist von Uderzo perfekt ein, während der ikonische Soundtrack sofort ins Ohr geht. Vor allem der Intro-Song ist mir seit Ewigkeiten im Ohr geblieben.

"Asterix bei den Briten" zeigt perfekt, wie zeitloser Humor funktioniert. Er ist clever, charmant und funktioniert für Kinder ebenso wie für Erwachsene. Ein echter Klassiker, den man (auch aufgrund seiner kurzweiligen Laufzeit von gerade einmal 79 Minuten) immer wieder schauen kann. 
Story
mit 4
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 2
bewertet am 16.09.26 um 10:48
/image/movie/stalingrad---bis-zum-letzten-mann-...-neu_klein.jpg
Joseph Vilsmaiers „Stalingrad“ aus dem Jahr 1993 ist kein gewöhnlicher Kriegsfilm – es ist ein 138-minütiger, beinharter Blick auf die Menschlichkeit, das den Zuschauer von der ersten bis zur letzten Sekunde fesselt. Vilsmaier verzichtet komplett auf künstliche Computereffekte. Jede Detonation, der klirrende Frost und der allgegenwärtige Schlamm wirken dadurch so echt, dass man die Kälte fast auf der eigenen Haut spürt.

Trotz seiner stolzen Laufzeit von über zwei Stunden weist dieses Werk keinerlei Längen auf. Es ist durchgehend packend und von einer erdrückenden Intensität. Im Zentrum dieses filmischen Mahnmals steht eine Gruppe deutscher Soldaten, deren anfänglicher Stolz im eisigen Inferno von Stalingrad schmilzt. Was bleibt, wenn der Krieg einem alles nimmt? Es sind die tiefsten menschlichen Werte, die in der weißen Hölle ans Tageslicht kommen. Treue, tiefer Glaube und eine unerschütterliche Freundschaft. Die Männer klammern sich nicht an eine politische Ideologie, sondern aneinander. Inmitten von Hunger, Tod und Verzweiflung teilen sie ihre letzten Rationen, spenden sich Trost und weigern sich, ihr Mitgefühl komplett zu verlieren.

"Stalingrad" zeigt schonungslos die Fratze des Krieges. Es gibt keine Helden, nur Opfer eines sinnlosen Sterbens. Doch gerade in den dunkelsten Momenten, wenn ein Kamerad im Schnee verblutet oder der letzte Funke Hoffnung zu erlöschen droht, leuchtet die Menschlichkeit am hellsten. Der Film berührt zutiefst, weil er zeigt, dass selbst in der absoluten Brutalität die Fähigkeit zu lieben und zu vertrauen überleben kann.

„Stalingrad“ ist ein emotionaler Schlag in die Magengrube, der lange nachwirkt und uns schmerzhaft daran erinnert, was es bedeutet, im Angesicht des Untergangs ein Mensch zu bleiben. Ein rührendes, ehrliches und unvergessliches filmisches Denkmal fernab von Hollywood-Kitsch und Co. 
Story
mit 5
Bildqualität
mit 3
Tonqualität
mit 3
Extras
mit 3
bewertet am 15.09.26 um 12:28
/image/movie/der-manchurian-kandidat-neu_klein.jpg
„Der Manchurian Kandidat“ aus dem Jahr 2004 von Regisseur Jonathan Demme („Das Schweigen der Lämmer“) ist ein packender, hochaktueller Politthriller, der auch ohne Vorkenntnisse des Originalfilms von 1962 vollkommen überzeugt.

Im Zentrum der beklemmenden Verschwörung stehen die US-Präsidentschaftswahlen und die düsteren Abgründe von Gehirnwäsche und technologischer Manipulation.Denzel Washington brilliert in der Hauptrolle als Bennett Marco, ein traumatisierter Golfkriegs-Veteran. Ihn plagen kryptische Albträume über seinen damaligen Einsatz, bei dem sein Kamerad Raymond Shaw (gespielt von einem hervorragend distanzierten Liev Schreiber) eine heldenhafte Rettung vollbracht haben soll. Shaw nutzt diesen Ruhm nun im aktuellen Wahlkampf aus und steht kurz davor, Vizepräsident der Vereinigten Staaten zu werden. Doch Marcos wachsende Zweifel enthüllen ein Komplott, das bis in die höchsten politischen Kreise reicht…

Der emotionale und bedrohliche Kern des Films wird, wie sich erst herausstellt, maßgeblich von Meryl Streep getragen. Sie verkörpert Eleanor Prentiss Shaw, Raymonds ehrgeizige Mutter und Senatorin. Streep spielt diese Rolle mit einer erschreckenden Kälte und manipulativen Intensität, die richtig beeindruckt. Ihr Zusammenspiel mit Schreiber verleiht dem Thriller eine psychologische Tiefe, die weit über ein klassisches Polit-Drama hinausgeht.

Jonathan Demme inszeniert das Remake als paranoiden Fiebertraum. Durch extreme Nahaufnahmen und eine nervenaufreibende Kameraführung überträgt er des öfteren Marcos Orientierungslosigkeit und Angst direkt auf das Publikum. Der Film verzichtet auf übertriebene Action und setzt stattdessen auf psychologische Spannung, die sich im Laufe des Wahlkampfs unaufhaltsam zuspitzt.

Für Fans von packenden Verschwörungsgeschichten ist dieser Film ein absolut sehenswertes Highlight.

Bild und Ton sind ok, könnten aber etwas spektakulärer ausfallen.

Extras sind einige nette dabei. 
Story
mit 4
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 3
bewertet am 14.09.26 um 15:40
/image/movie/practical-magic-zauberhafte-schwestern-neu_klein.jpg
Der Hexen-Klassiker "Zauberhafte Schwestern" (im Original "Practical Magic") aus dem Jahr 1998 hinterlässt einen extrem zwiespältigen Eindruck. Der Film ist keineswegs eine Katastrophe, fühlt sich letztendlich aber unrund und nicht wirklich zu Ende gedacht an. Das größte Problem liegt in seiner Unentschlossenheit. Regisseur Griffin Dunne versucht, viel zu viele Genres auf einmal zu bedienen.

Der Film schwankt unkontrolliert zwischen düsterer Fantasy, emotionalem Familiendrama, kitschiger Romantik und lockerer Komödie. Keine dieser Facetten bekommt den nötigen Raum, um sich stimmig zu entfalten. Sobald man sich auf die emotionale Tiefe der Schwesternschaft einlässt, kippt die Stimmung in albernen Kitsch oder einen überhasteten Thriller-Plot rund um einen untoten Ex-Freund. Man merkt an jeder Ecke, dass das Drehbuch die Balance der unterschiedlichen Genres einfach nicht meistert.
Bei der hochkarätigen Besetzung mit Sandra Bullock und Nicole Kidman hätte ich mir das Ergebnis definitiv besser und stimmiger vorgestellt.

Was den Film vor dem völligen Absturz rettet und ihm bis heute eine treue Fangemeinde beschert, ist vermutlich sein immenser handwerklicher Charme. "Zauberhafte Schwestern" versprüht wunderschöne, nostalgische 90er-Jahre-Vibes, die sofort ein wohliges Gefühl auslösen - "Dawsons Creek" und "Charmed" lässt grüßen...
Optisch ist das Ganze mit dem legendären Hexenhaus und der herbstlichen Atmosphäre ein absoluter Traum. Dazu kommt ein verdammt starker Soundtrack mit ikonischen Songs von Stevie Nicks und Faith Hill, der perfekt durch den wunderschönen, verträumten Score von Alan Silvestri ergänzt wird. Musikalisch und atmosphärisch ist der Film für mich ein absolutes Highlight.

Am Ende bleibt "Zauberhafte Schwestern" ein atmosphärisch starkes, inhaltlich aber unrundes Stück Starkino der Jahrtausendwende. Wer auf der Suche nach purer 90er-Nostalgie ist, kann einen Blick riskieren. Für mich gilt hier jedoch: Eine einmalige Sichtung reicht völlig aus.

Bild und Ton sind sehr gut. Warme Farben, gute Schärfe und ein ordentlicher Schwarzwert gepaart mit sauberen Dialogen und einem wunderschönen Score.

Als Extra gibt es zwei kleinere Making-Ofs und Trailer. 
Story
mit 3
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 2
bewertet am 14.09.26 um 08:18
/image/movie/the-owners-2020-de_klein.jpg
7,5 / 10
„The Owners“ aus dem Jahr 2020 ist ein recht packender Home-Invasion-Horror, der das Genre elegant auf den Kopf stellt. Was als klassischer Einbruch beginnt, entwickelt sich schnell zu einem unvorhersehbaren Albtraum, der mich sofort gepackt hat.

Die Story ist simpel, aber effektiv: Eine Gruppe junger Krimineller steigt in das abgelegene Haus eines älteren Ehepaars ein. Sie erwarten leichte Beute, doch als die Besitzer unerwartet zurückkehren, wendet sich das Blatt komplett. Der Film glänzt vor allem dadurch, dass er den Zuschauer lange im Unklaren lässt. Man spürt von der ersten Minute an eine unterschwellige, unangenehme Spannung, aber es dauert eine ganze Weile, bis man wirklich weiß, wie der Hase läuft.

Als der Plot plötzlich in eine ganz andere Richtung abbiegt, bricht das blanke Chaos aus. Aus Spoilergründen kann ich hier nicht zu viel verraten. Diese Wendung ist intensiv und bricht clever mit den Erwartungen des Publikums. Der einzige Drehort ist das Haus selbst. Diese räumliche Begrenzung verstärkt das Gefühl der Isolation und Klaustrophobie massiv. Jedes Zimmer, jeder düstere Kellerwinkel wird optimal genutzt, um die Daumenschrauben der psychologischen und physischen Gewalt immer enger zu ziehen.

Die Kameraarbeit fängt die Enge des Hauses perfekt ein und lässt dem Zuschauer kaum Luft zum Atmen. Im Finale ändert sich sogar das Bildseitenverhältnis um diese enge noch mehr zu zeigen.

Maisie Williams („Game of Thrones“) liefert zudem eine starke Performance ab und trägt die emotionale Last des Films mühelos.

Alles in allem ist „The Owners“ ein toller Genretitel für zwischendurch. Er erfindet das Rad zwar nicht völlig neu, liefert aber durch seine fiesen Twists und die dichte Atmosphäre knackige, extrem spannende Unterhaltung für einen fesselnden Filmabend. Wer clevere Kammerspiele mit einer ordentlichen Portion Nervenkitzel mag, sollte hier unbedingt einen Blick riskieren.

Bild und Ton sind top - lediglich beim Bonusmaterial findet sich nur ein Trailer. 
Story
mit 4
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 1
bewertet am 13.09.26 um 10:18
/image/movie/rambo-ii---der-auftrag-4k-4k-uhd-und-blu-ray-neu_klein.jpg
Der Vorgänger mag zwar der prestigeträchtige und ehrenvollere sein, aber der zweite ist ein zentrales Stück des Popkultur-Kinos, das (zusammen mit“Phantom Kommando“) dazu beigetragen hat, den Actionfilm in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre in eine neue Richtung zu lenken. Unzählige Male parodiert, schafft es der Film immer noch, seine eigenen Vorzüge zu behaupten.

Im Kern geht es um einen Mann, der zum Schauplatz seines ultimativen Albtraums und Scheiterns zurückkehrt und versucht, das Richtige zu machen und alles wieder ins Lot zu bringen. Er kämpft darum seine Männer zu retten nur um erneut vom eigenen Team verraten zu werden.
Die Action ist auch heute noch beeindruckend, egal ob bei den unzähligen Explosionen, den Hubschrauberschlachten oder bei den Mann gegen Mann Schießereien. Alles ist schön over the top inszeniert.

Politisch gesehen kommt in Zeiten des kalten Krieges keine Partei positiv weg. Egal ob das US-Militär oder auch das russische.
„Rambo 2“ war erneut unterhaltsam genug um Sylvester Stallones ikonische 80er Jahre Actionfigur in den Action Olymp zu hieven.
Neben Teil 1 definitiv der beste und vielleicht sogar der kultigste der Reihe.

Das 4K UHD Bild wurde sorgfältig von einem 35mm negativ restauriert und das sieht man sofort. Natürlich hat der Film nicht die Wucht an Details wie aktuelle Produktionen, dennoch war der Film nie klarer, detaillierter und sauberer als nun. Der Schwarzwert ist schön tief und zaubert mit dem tollen Kontrast ein richtig plastisches Bild. Vorbei die Zeiten mit ausgewaschenen Farben, denn nun strahlt der Dschungel in allen grüntönen und auch Hautfarben kommen warm und natürlich daher. Dank HDR glänzen Schweißtropfen richtig hell und auch die Explosionen profitieren vom Spitzenkontrast.
Die Durchzeichnung ist spitze, da sie keine Details in den dunklen Szenen verschluckt.
Filmkorn wird sehr fein aufgelöst wiedergegeben und zeigt ein filmisches natürliches Bild.
Insgesamt sah der Film nie besser aus.

Leider klingt der deutsche Ton, genau wie auch bei Teil 1, nach wie vor blechern und zischelnd und auch der Subwoofer packt zu wenig zu. Hier hätte Studiocanal mal etwas Hand anlegen können. Immerhin ist der eingängige Score von Jerry Goldsmith toll komponiert. 
Story
mit 5
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 3
Extras
mit 4
bewertet am 11.09.26 um 20:25
/image/movie/barbarian-2022-4k-4k-uhd---blu-ray_klein.jpg
Mit „Barbarian“ hat Regisseur Zach Cregger („Weapons - Die Stunde des Verschwindens“) einen neuen Vertreter des modernen Horrors geschaffen. Was als klassischer, subtiler Spannungsaufbau im Stil eines Home-Invasion-Thrillers beginnt, entpuppt sich als eine der unvorhersehbarsten filmischen Achterbahnfahrten der letzten Jahre.

Der Film besticht vor allem durch seine dreigeteilte Geschichte. Akt eins nutzt die Urängste des modernen Reisens: Eine Doppelbuchung bei einem Airbnb in einer heruntergekommenen Gegend von Detroit führt dazu, dass die Protagonistin Tess (Georgina Campbell) die Nacht mit dem charismatischen, aber undurchsichtigen Keith (Bill Skarsgård) teilen muss.
Cregger spielt meisterhaft mit der weiblichen Intuition und den realen Gefahren von Dating und Fremden. Jedes Knarren, jedes Zögern wirft die Frage auf: Ist dieser Mann eine Bedrohung? Doch genau in dem Moment, in dem die Spannung im düsteren Keller ihren Höhepunkt erreicht, bricht der Film radikal mit den Sehgewohnheiten des Zuschauers.

Es folgen storytechnische Wendungen und radikale Richtungswechsel, die den Zuschauer völlig kalt erwischen. Der abrupte Wechsel der Erzählperspektive hin zu AJ (Justin Long), einem narzisstischen Hollywood-Schauspieler, bricht die klaustrophobische Atmosphäre mit tiefschwarzem Humor auf, bevor das Grauen im Untergrund in seiner vollen Härte zurückschlägt.

Unter der spannenden Oberfläche verhandelt „Barbarian“ jedoch weitaus tiefgründigere Themen. Das verfallene Detroit dient als Kulisse für einen bitteren Kommentar über Gentrifizierung und soziale Vernachlässigung. Gleichzeitig bohrt sich das Drehbuch tief in das Motiv tief sitzender Traumata. Die Grausamkeit, die sich in den Katakomben des Hauses verbirgt, ist das direkte Resultat jahrzehntelanger, generationenübergreifender Gewalt und Missbrauch. Das Monster ist hier kein übernatürliches Wesen, sondern das deformierte Produkt menschlicher Abgründe.

Einziger Nachteil ist, dass bei einer erneuten Sichtung der große aber wichtige „Aha-Effekt“ flöten geht.

„Barbarian“ ist ein visuell starker, erzählerisch mutiger und emotional packender Horrorfilm. Er verlässt ausgetretene Pfade und beweist wie einige andere Genrekollegen, dass das Genre auch heute noch absolut schockieren und überraschen kann. Ein absolutes Muss für Fans von intelligentem Nervenkitzel.

Die 4K UHD übertrifft den Stream sichtlich.
Texturen auf Gesichtern, die abgenutzten Wände des heruntergekommenen Hauses und die feuchten Oberflächen im unterirdischen Tunnelsystem sind knackscharf gezeichnet.
Auch ist die Durchzeichnung des knackigen Schwarzwertes besser gelungen. Da viele Abschnitte des Films im Dunkeln spielen, profitiert das Bild der UHD sichtlich. HDR bringt vor allem Lichtquellen zum Glänzen. Das Scheinwerferlicht von AJs Auto entlang der kalifornischen Küste, das grelle Aufblitzen von Taschenlampen in den Katakomben oder die Neonlichter in einer Club-Szene heben sich brillant ab.
Künstliches Filmkorn erschafft ein filmisches Erlebnis. Farben werden warm und natürlich wiedergegeben.
Insgesamt ein tolles Bild mit etwas Luft nach oben.

Auch der deutsche DTS-HD HR 5.1 macht Spaß, gerade in bedrohlichen Momenten treibt der Score und der Subwoofer die Spannung nach oben. Dialoge kommen glasklar aus dem Center und de Score verteilt sich schön im Raum. In den Katakomben gibts unzählige präzise direktionale Effekte.

Auf der UHD gibts als Bonusmaterial lediglich einen Audiokommentar - für mehr Extras muss man die Blu Ray einlegen. 
Story
mit 4
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 3
bewertet am 11.09.26 um 16:12
/image/movie/freitag-der-13.-2009-neu_klein.jpg
Als bekannt wurde, dass Marcus Nispel unter der Produktion von Michael Bay den Kult-Slasher "Freitag der 13." neu auflegt, waren meine Erwartungen hoch. Das Ergebnis von 2009 lässt sich leider am besten als eine schick verpackte Enttäuschung beschreiben. Der Film ist insgesamt okay, scheitert aber an seinem eklatanten Mangel an Mut.

Man muss dem Team eines lassen: Die Optik und die Ausstattung sind absolut ordentlich. Das Camp Crystal Lake und seine düstere Umgebung sehen verdammt gut aus. Jason Voorhees wirkt physisch bedrohlich und das Set-Design fängt die dreckige Horror-Atmosphäre handwerklich solide ein. Auch Gorefans kommen zeitweise auf ihre Kosten, denn die Kills sind blutig und kompromisslos inszeniert.
Das große Problem liegt jedoch im Drehbuch. Der Film ist schlichtweg recht einfallslos und bietet keinerlei Überraschungen. Statt dem Franchise neue Facetten abzugewinnen, gehen die Macher komplett auf Nummer sicher. Es fühlt sich an wie eine uninspirierte Best-of-Checkliste der alten Teile, ohne den charmanten Geist der Originale zu atmen.
Die Charaktere sind extrem klischeehaft und dienen nur als reines Kanonenfutter, zu dem man keinerlei Bindung aufbaut.

Zusätzlich wird das Ganze durch technische Schwächen getrübt. In den vielen dunklen Szenen setzt der Film auf ein wahres Schnittgewitter, das es extrem anstrengend für den Zuschauer macht, dem Geschehen zu folgen. Hektische Kamerawechsel und die mangelnde Ausleuchtung rauben den eigentlich guten Effekten ihre Wirkung und nerven nur noch.

Am Ende bleibt er ein Slasher-Remake von der Stange: Visuell glattgebügelt, inhaltlich leer und trotz solider Schockmomente eine verpasste Chance, die Jason-Saga wirklich relevant wiederzubeleben. Ein Film, den man sich ansehen kann, den man aber auch ganz schnell wieder vergisst.

Bild und Ton sind für eine Produktion aus dem Jahr 2009 angemessen.
Das Bild ist schön scharf und bietet satte Schwarzwerte. Die Farben kommen natürlich rüber.

Der Ton ist gut, könnte aber meiner Meinung nach noch etwas mehr Dynamik haben. 
Story
mit 3
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 2
bewertet am 10.09.26 um 15:28
/image/movie/freitag-der-13.---teil-viii---todesfalle-manhattan-neu_klein.jpg
Nach dem starken siebten Teil waren meine Erwartungen an "Freitag der 13. Teil VIII – Todesfalle Manhattan" aus dem Jahr 1989 groß. Was hätte man aus diesem Setting machen können! Jason Voorhees zerlegt die Metropole New York – das klang nach einem genialen Slasher-Fest. Doch die Realität sieht leider anders aus, denn dieser Film ist eine Mogelpackung und eine der größten Enttäuschungen der gesamten Reihe.

Der Filmtitel grenzt schon fast an böswillige Täuschung. Anstatt durch die Häuserschluchten von Manhattan zu jagen, verbringen wir zwei Drittel der Laufzeit auf einem sterbenslangweiligen Kreuzfahrtschiff. Wie dieses Boot überhaupt vom abgelegenen Crystal Lake in den Atlantischen Ozean schippern konnte, bleibt das exklusive Geheimnis der Drehbuchautoren. Logik sollte man bei Jason zwar nie großschreiben, aber dieser geografische Unfug beleidigt dann doch die Intelligenz des Zuschauers.
Auf dem Schiff plätschert die Handlung – im wahrsten Sinne des Wortes – zäh wie Kaugummi vor sich hin.

Gibt es Lichtblicke? Ja, aber nur wenige. Kane Hodder liefert als Jason wieder eine absolut ordentliche Physis ab. Seine Präsenz ist bedrohlich, und er verleiht der Ikone die nötige Wucht. Auch die Kills gehen absolut in Ordnung und bieten Slasher-Fans den gewohnten Härtegrad, selbst wenn die Schere der Zensur spürbar zugeschlagen hat. Das rettet das Werk aber nicht.

Sobald die Überlebenden nach gefühlten Ewigkeiten endlich in New York ankommen, landet man statt am Times Square meistens nur in dreckigen, austauschbaren Seitengassen (die aus Kostengründen in Vancouver gedreht wurden).

Am Ende bleibt "Todesfalle Manhattan" trotz solider Jason-Performance insgesamt ein sehr langweiliger, mutloser und zäher Film, der sein großartiges Potenzial komplett versenkt hat. Nach dem starken Vorgänger ein absoluter Tiefpunkt.

Bild und Ton gehen abermals in Ordnung und auch hier gibt´s eine handvoll Extras auf der Scheibe zu finden. 
Story
mit 1
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 3
Extras
mit 3
bewertet am 09.09.26 um 14:51
/image/movie/freitag-der-13.---teil-vi---jason-lebt-neu_klein.jpg
Nach dem Durchhänger von Teil 4 und 5 geht es mit „Freitag der 13. Teil VI – Jason lebt“ aus dem Jahr 1986 endlich wieder bergauf. Regisseur Tom McLoughlin besinnt sich auf eine etwas ernstere, atmosphärische Tonalität, ohne den typischen Slasher-Spaß zu opfern. Das zeigt sich schon beim genialen, visuell starken „Frankenstein-Intro“: Jason wird durch einen Blitzschlag wiedererweckt. Ab diesem Moment wird er endgültig übersinnlicher – kein tölpelhafter Hinterwäldler mehr, sondern eine unaufhaltsame, übernatürliche Naturgewalt.

Ein großer Pluspunkt: Das Drehbuch verzichtet auf die damals genretypischen, dämlichen Teenager, die schreiend in ihr Verderben rennen. Im Gegenteil: Manche Figuren, wie die taffe Sheriffs-Tochter Megan, handeln erstaunlich logisch und entschlossen. Das bringt frischen Wind in die angestaubte Formel. Eine erfrischende Autoverfolgungsjagd hebt das Tempo und bricht die klassische Camp-Struktur angenehm auf.

Zudem inszenierte man die Kills mit feinen Kamerawinkeln. Jason wird oft von unten oder aus der totalen Finsternis gefilmt, was ihn massiver und spürbar bedrohlicher macht als je zuvor.

Besonders erfreulich ist das Pacing der Morde. Es gibt keine lieblosen Instant-Kills mehr, die nur der Bodycount-Statisktik dienen. Jeder Abgang wird inszeniert, zelebriert und bekommt den nötigen Raum, um handwerklich zu glänzen. Leider wurde der Härtegrad der Kills gegenüber der direkten Vorgänger etwas heruntergeschraubt.

So oder so, Jason lebt – und mit ihm das gesamte Franchise. Teil 6 ist ein absoluter Höhepunkt der Reihe.

Audiovisuell reiht er sich in die direkten Vorgänger ein. Solides Bild mit warmen Farben trifft einen ordentlichen Ton. Beides natürlich nicht referenzwürdig.

Extras sind ebenfalls wieder einige nette auf der Disc enthalten. 
Story
mit 4
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 3
Extras
mit 3
bewertet am 09.09.26 um 11:07
/image/movie/freitag-der-13.---teil-v---ein-neuer-anfang-neu_klein.jpg
„Freitag der 13. Teil V – Ein neuer Anfang“ aus dem Jahr 1985 enttäuscht auf ganzer Linie und versenkt das Franchise in kreativer Belanglosigkeit. Nach dem verheißungsvollen Ende des vierten Teils hatte ich gehofft, dass die Reihe neue, spannende Wege einschlägt. Stattdessen liefert der Film eine Aneinanderreihung von filmischen Totalschäden, die selbst für Slasher-Verhältnisse der 80er-Jahre schwer zu ertragen sind.

Das größte Problem sind die Figuren. Man dachte eigentlich, dass die Jugendlichen im direkten Vorgänger kaum noch an Dummheit zu übertreffen wären, doch dieser Teil beweist das Gegenteil. Die Teens agieren noch dämlicher als im Teil davor und strapazieren die Geduld des Zuschauers im Minutentakt. Jede Entscheidung, die getroffen wird, schreit förmlich nach dem eigenen Todesurteil. Niemand verhält sich auch nur ansatzweise wie ein menschliches Wesen... nicht einmal die Sanitäter.
Statt echtem Horror und Mitgefühl spürt man als Zuschauer schnell nur noch puren Genervtheit über diese wandelnden Klischees, deren einziges Talent es ist, laut schreiend in die falsche Richtung zu rennen öder Stumpfsinn zu verzapfen.

Dabei hat der Film durchaus Potenzial, was den Härtegrad betrifft. Es gibt einige coole Kills, die handwerklich gut umgesetzt sind und Genrefans kurzzeitig aufhorchen lassen. Wenn die Kamera draufhält, blitzt kurz der alte Slasher-Charme auf. Umso ärgerlicher ist es, dass manche Morde komplett off-screen stattfinden. Gerade wenn es spannend wird, blendet der Film weg oder zeigt nur das uninspirierte Ergebnis. Das raubt der ohnehin dünnen Inszenierung jegliche Dynamik.

Gekrönt wird das Desaster durch ein enttäuschendes Ende. Der finale Twist fühlt sich wie ein billiger Betrug am treuen Fan an. Er entzieht der gesamten Handlung nachträglich die Dringlichkeit und hinterlässt einen extrem faden Beigeschmack. Immerhin erklärt es die farblich unterschiedliche Maske ohne Kratzer...

„Freitag der 13. Teil V - Ein neuer Anfang“ ist kein frischer Start, sondern der traurige Tiefpunkt einer Reihe, die hier endgültig ihren Fokus verloren hat.

Bild und Ton sind ähnlich wie beim direkten Vorgänger anzusiedeln.

Extras sind einige nette dabei. 
Story
mit 2
Bildqualität
mit 3
Tonqualität
mit 3
Extras
mit 3
bewertet am 08.09.26 um 15:04
/image/movie/freitag-der-13.---teil-iv---das-letzte-kapitel-neu_klein.jpg
„Freitag der 13. – Das letzte Kapitel“ (also Teil 4) ist ein zweischneidiges Schwert, das mich am Ende leider (erneut) enttäuscht zurücklässt. Dabei fängt alles so vielversprechend an. Der Film geizt definitiv nicht mit seinen Reizen und geht als der bisher freizügigste Teil der gesamten Reihe durch. Die Kamera hält voll drauf, was der typischen Slasher-Atmosphäre der 80er Jahre eigentlich gutgetan hätte.
Auch die Spezialeffekte von Tom Savini können sich sehen lassen. Die Kills sind gut, abwechslungsreich und kommen oft völlig aus dem Nichts geschossen. Jason Voorhees schlägt brutal und unerwartet zu, was für ein paar echte Schockmomente sorgt.

Das größte Problem des Films sind jedoch seine Charaktere. Hier treffen wir auf die allerdümmsten Protagonisten der Reihe. Die Jugendlichen verhalten sich so unfassbar unlogisch, dass man als Zuschauer nicht mehr mitfiebert, sondern nur noch den Kopf schüttelt. Jede Entscheidung schreit nach purem Überlebensunwillen. Anstatt zusammenzubleiben oder zu fliehen, laufen diese unlogischen Teens Jason praktisch direkt in die Arme oder die Machete. Das nimmt dem Ganzen jegliche echte Spannung, weil einem das Schicksal dieser Figuren völlig egal wird... naja, eigentlich freut man sich, dass Jason wieder einen von ihnen erwischt hat.

Zudem kämpft der Film massiv mit dem Pacing. Vor allem das zweite Viertel zieht sich wie Kaugummi. Nach dem starken Einstieg verflacht die Handlung spürbar. Es passiert minutenlang nichts Relevantes, außer dass zähe Dialoge die Zeit bis zum nächsten Bodycount überbrücken müssen.

Beim Cast bekommen wir neben vielen freizügigen Mädels auch einen jungen Corey Feldman ("Stand by me"), der genauso wie der junge Crispin Glover ("Zurück in die Zukunft") einige Fremdschäm-Momente im Film hat, zu sehen.

Jason rettet zwar mit seiner gewohnten Präsenz den Gore-Faktor, aber ein paar kreative Morde wiegen das dämliche Skript und die Längen in der Mitte nicht auf. Für Fans okay, aber als „letztes Kapitel“ ein eher schwacher Trost.

Das Bild im Vollbild-Ansichtsformat 1,78:1 ist ok und schon viel besser als noch bei Teil 3.

Der Ton bleibt beim DTS-HD MA 2.0 Stereo und reißt erwartungsgemäß keine Bäume aus.

Immerhin gibt´s einige interessante Extras auf der Blu-Ray. 
Story
mit 3
Bildqualität
mit 3
Tonqualität
mit 3
Extras
mit 3
bewertet am 08.09.26 um 09:54
/image/movie/freitag-der-13.---teil-3-neu_klein.jpg
Mit "Freitag der 13. Teil 3" erreichte das Slasher-Genre 1982 einen absoluten Meilenstein. Warum? Weil Jason Voorhees in diesem Film endlich seine ikonische Hockeymaske aufsetzt! Erst ab diesem Moment wurde er zu dem popkulturellen Monster, das heute jeder kennt.

Die Story erfindet das Rad natürlich nicht neu und bedient alle klassischen Klischees: Eine Gruppe von dämlichen, hormongesteuerten Teenagern fährt aufs Land, um in einer abgelegenen Hütte Party zu machen. Sie kiffen, knutschen und verhalten sich genau so unvorsichtig, wie man es von potenziellen Opfern erwartet. Das macht zwar erzählerisch wenig Sinn, sorgt aber für den typischen, charmanten Trash-Faktor der 80er Jahre.

Was den Film heute noch absolut sehenswert macht, sind die richtig starken Kills und die grandiosen, handgemachten Effekte. Obwohl Make-up-Legende Tom Savini bei diesem Teil gar nicht selbst auf dem Regiestuhl der Effekte saß (er prägte Teil 1 und 4), atmet der Film dennoch komplett seinen Geist. Köpfe zerquetschen, Pfeile durchbohren Körper – Splatter-Fans kommen voll auf ihre Kosten, und man spürt in jeder Szene die Liebe zum analogen Handwerk.

Fairerweise muss man sagen, dass der Film zwischendurch mal etwas Leerlauf hat. Manche Szenen ziehen sich, da sie ursprünglich für die damalige 3D-Technik im Kino konzipiert waren. Da fliegt dann eben mal eine Jojo-Scheibe ewig in die Kamera. Das fängt der Film aber schnell wieder auf, denn es folgt ein wirklich ordentliches Finale. Wenn das klassische Final Girl den Kampf gegen den maskierten Riesen aufnimmt, zieht die Spannung extrem an.

"Freitag der 13. Teil 3" ist kein filmisches Meisterwerk, aber absoluter Kult. Für Horror-Fans wegen der Geburtsstunde der Hockeymaske ein absolutes Pflichtprogramm!

Das Bild ist wegen der damaligen Technik, die auf 3D ausgelegt war (ähnlich wie bei "Jaws 3") eher verwaschen - immerhin sind Farben schön warm und natürlich. Insgesamt wirkt das Bild nicht viel besser als das der DVD.

Auch der deutsche DTS-HD MA 2.0 Stereo-Ton reißt keine Bäume aus und bleibt undynamisch und effektlos. Dafür passen die Dialoge und klingen nicht muffig sondern halbwegs sauber.

Ein paar Extras sind vorhanden. 
Story
mit 3
Bildqualität
mit 3
Tonqualität
mit 3
Extras
mit 3
bewertet am 07.09.26 um 15:34
/image/movie/ice-age-5---kollision-voraus-4k-4k-uhd-und-blu-ray-neu_klein.jpg
Mit "Ice Age 5 – Kollision voraus!" kehrte 2016 die beliebte Urzeit-Clique rund um Manny, Sid, Diego und natürlich Scrat zurück auf die große Leinwand. Schon nach wenigen Minuten stellt sich ein vertrautes Gefühl ein. Man fühlt sich sofort wieder zuhause. Die bekannten Figuren sind nach wie vor sympathisch und sorgen dafür, dass Fans der Reihe schnell wieder in die Welt von Ice Age eintauchen können.

Die Geschichte beginnt mit einer weiteren verrückten Aktion von Scrat, die diesmal sogar kosmische Folgen hat. Ein riesiger Asteroid rast auf die Erde zu und bedroht die gesamte Tierwelt. Was zunächst nach einer eher absurden Idee klingt, entwickelt sich zu einem überraschend großen Abenteuer. Die Handlung hat stellenweise fast schon epische Ausmaße und bietet zahlreiche actionreiche und unterhaltsame Momente.

Besonders schön ist das Wiedersehen mit den alten Bekannten. Manny kämpft mit den Veränderungen in seiner Familie, Sid sucht weiterhin nach der großen Liebe und Diego genießt das Leben mit Shira. Die Dynamik zwischen den Figuren funktioniert noch immer hervorragend und sorgt für viele humorvolle Szenen. Gleichzeitig werden neue Charaktere eingeführt, die frischen Wind in die Geschichte bringen.

Ein großer Pluspunkt des Films sind die gelungenen Animationen. Die Landschaften, Effekte und Charaktere sehen hervorragend aus und zeigen, dass die Reihe technisch weiterhin auf einem hohen Niveau unterwegs ist. Besonders die farbenfrohen Kulissen und die spektakulären Weltraumsequenzen bleiben in Erinnerung.

Natürlich erreicht Ice Age 5 nicht die Qualität der besten Teile der Reihe. Vor allem der zweite und dritte Film bieten die stärkere Geschichte und die emotionaleren Momente. Dennoch gehört "Kollision voraus!" auch keineswegs zu den schwächsten Filmen des Franchise... "Voll verschoben" hüstel.. ;)
Dafür ist das Abenteuer zu kurzweilig, zu unterhaltsam und visuell zu gelungen.

Insgesamt ist "Ice Age 5 – Kollision voraus!" ein spaßiger Familienfilm, der zwar nicht an die Glanzzeiten der Reihe heranreicht, Fans aber dennoch ein unterhaltsames Wiedersehen mit ihren Lieblingsfiguren bietet. Wer die alte Clique mag, wird hier bestens unterhalten.

Das 4K Bild unter HDR10 kommt sehr gut daher. Ice Age hatte bei den Locations noch nie allzu viele Details zu bieten, das ist eben der Art-Style. Die Figuren allerdings können sich sehen lassen. Mannis Mammutfell bewegt sich nun endlich schön im Wind, auch an den Charaktermodellen selbst wurde viel verbessert. HDR bringt schöne satte Farben (das Magenta der drei Flugsaurier!) und eine tolle Helligkeit bei Blitzen usw. Der Schwarzwert ist ebenfalls ausgezeichnet. Da aber die BR bereits super aussah, muss jeder selbst wissen ob sich ein Upgrade lohnt.

Der DTS Ton muss erstmal etwas lauter eingepegelt werden, dann macht er auch Spaß. Es gibt zwar einige Surround Effekte, allerdings kommt der Film meist sehr frontlastig daher. Der Subwoofer könnte etwas beherzter eingreifen.

7,5 von 10 Punkten bekommt der vorerst letzte Teil von mir. 
Story
mit 4
Bildqualität
mit 5
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 2
bewertet am 07.09.26 um 09:56
/image/movie/die-jury-1996-neu_klein.jpg
Mit „Die Jury“ aus dem Jahr 1996 schuf Regisseur Joel Schumacher eine der intensivsten John-Grisham-Verfilmungen überhaupt. Das hochkarätig besetzte Gerichtsdrama zieht d n Zuschauer von Beginn an packend in seinen Bann.

Nach dem grausamen Verbrechen an einer jungen Afroamerikanerin nimmt ihr Vater Carl Lee Hailey (Samuel L. Jackson) das Gesetz selbst in die Hand. Es folgt ein hochemotionaler Prozess im rassistisch aufgeheizten Mississippi, angeführt vom jungen Anwalt Jake Brigance (Matthew McConaughey).Der Film lebt vor allem von seiner starbesetzten Riege. Neben McConaughey und Jackson brillieren Kevin Spacey als eiskalter Staatsanwalt und Sandra Bullock als engagierte Jurastudentin. Dazu noch Ashley Judd, Donald und Kiefer Sutherland und noch viele weitere bekannte Gesichter.

Schumacher inszeniert das Rassen- und Justizdrama als nervenzerreißenden Thriller, der die emotionale Temperatur im Gerichtssaal meisterhaft ansteigen lässt. Allerdings ist hier nicht alles perfekt, denn die tief sitzenden, strukturellen Rassenkonflikte der US-Südstaaten werden zu plakativ gezeichnet. Komplexe moralische und gesellschaftliche Probleme werden für die, ich nenne sie mal Hollywood-Dramaturgie, stellenweise zu einfach abgehandelt. Zudem bewegt sich der Film auf einem schmalen Grat: Indem er Haileys Verzweiflung extrem emotionalisiert, wird die darauffolgende Selbstjustiz streckenweise spürbar verharmlost.

Gut zu sehen in seinem dramatischen Finale. Obwohl das Plädoyer emotional manipuliert, gibt es auf der moralischen Ebene kein klares Richtig oder Falsch im Urteil. Schumacher verzichtet am Ende auf eine absolute moralische Belehrung. Stattdessen bleibt es dem Zuschauer selbst überlassen, zu richten und zu entscheiden, ob Gerechtigkeit oder bloße Rache gesiegt hat.

„Die Jury“ bleibt so oder so ein packender, wenn auch streitbarer Klassiker des 90er-Jahre-Kinos mit einem extrem hochwertigen Cast.

Das Bild ist erstaunlich hochwertig, bietet passende warme Farben, einen satte. Schwarzwert und feine Details auszumachen.

Aber auch der Ton macht alles richtig. Klar ist der Film dialoglastig und spielt sich meistens frontal ab, aber auch so gibts hin und wieder nette Surroundeffekte. 
Story
mit 4
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 1
bewertet am 06.09.26 um 16:04
/image/movie/halloween-h20---zwanzig-jahre-spaeter-4k-4k-uhd---blu-ray-de_klein.jpg
Halloween H20 - 20 Jahre später schließt an Halloween 2 an und ignoriert dabei die restlichen vorherigen Teile (3-6). Das tut dem Franchise, das mit Teil 6 fast schon ins übersinnliche Fantasygenre mit seinen Runen und Co. abdriftete, sichtlich gut. Die paar Jahre Pause taten dem Franchise gut und als „H20“1998 in die Kinos kam, waren gerade Teenie Slasher Filme wie „Scream“ oder „Ich weiß was du letzten Sommer getan hast“ gerade wieder in Mode.
Der Look wurde nun endlich angepasst- vom rauen 80er Jahre Stil hin zum coolen MTV Look, wie eben alle Horrorfilme dieser Zeit.
Dennoch vergisst er nicht seine Wurzeln und wir bekommen einen starken Michael Myers, liebeshungrige Teens in Partystimmung, tolle Verfolgungsjagden mit gelungenen und blutigen Kills, einen ordentlichen Cast (Jamie Lee Curtis, Josh Hartnett, Michelle Williams, LL Cool J.,…).
Die knapp 86 Minuten inklusive Abspann vergehen wie im Flug, da auch das gelungene Pacing so gut wie keine Längen ermöglicht. Spannung kommt häufig auf und auch die Story ist solide. Obendrauf gibts noch einen, wie ich finde, tollen rockigen Soundtrack und einen atmosphärischen Score.
Mein Lieblingsteil der Reihe, dicht gefolgt vom Erstling aus dem Jahr 1978. Halloween Fans werden nicht enttäuscht, da der Brückenschlag zwischen den alten und den neuen teilen hervorragend funktioniert.

So, nun zum 4K UHD Bild, welches ich in Dolby Vision genießen durfte. Was sofort auffällt, ist der knackige Schwarzwert, welcher ein sattes Schwarz bietet und dank HDR/ Dolby Vision so viel bessere Kontraste als die alte Blu Ray liefert. Auch neue Details (dank durchschnittlich 70Mbit/S Datenrate) in gut ausgeleuchteten Szenen lassen sich nun ausmachen. Zum Beispiel als Josh Hattnett zu Beginn Jamies Tabletten aus dem Schrank holt, sieht man jede Pore (inkl. Fussel) an seiner Wange. Die Farben kommen auch warm und herbstlich daher. Feinstes Filmkorn ist ständig präsent, stört aber zu keiner Zeit.
Gegen heutige Produktionen hat der Film natürlich keine Chance, auch sehr helle Spitzlichter bietet die 4K UHD nicht wirklich.
Ein Upgrade zur Blu Ray ist definitiv zu erkennen und Fans des Film dürfen gerne zur UHD greifen.

Beim Ton gibts leider ein Downgrade, zumindest wenn man die deutsche Spur lauscht. Denn war (und ist) auf der beiliegenden Blu Ray ein DTS-HD Ton drauf, gibts für die 4K UHD nur mehr noch einen veralteten Dolby Digital 5.1 Ton. Naja, aber auch dieser kann noch überzeugen. Dialoge sind jederzeit laut und deutlich auszumachen und der Score wird jederzeit auch aus den hinteren Lautsprechern ausgegeben. Der Subwoofer könnte noch etwas tiefer zupacken und Effekte hätten noch öfter von hinten kommen können, aber insgesamt ist der Sound noch mehr als solide. 
Story
mit 4
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 3
bewertet am 06.09.26 um 15:21
/image/movie/james-bond-007---ein-quantum-trost-4k-4k-uhd-und-blu-ray-neu_klein.jpg
„Ein Quantum Trost“ aus dem Jahr 2008 ist der unterschätzteste Action-Thriller der Daniel-Craig-Ära. Mit einer knackigen Laufzeit von nur 106 Minuten ist er auch der kürzeste James Bond-Film der Kinogeschichte – und genau das ist seine größte Stärke. Wo andere Craig-Abenteuer (genauer gesagt „Spectre“ und „Keine Zeit zu Sterben“) mitunter unter epischer Überlänge leiden, beweist dieser Film eine absolute Klasse im Pacing. Hier gibt es schlicht keine Längen. Regisseur Marc Forster peitscht die Handlung ohne Atempause voran, was den Film zu einem extrem kurzweiligen Erlebnis macht.

Der Film besticht durch seine abwechslungsreichen Drehorte, die im Minutentakt für optische Highlights sorgen. Die Reise beginnt mit einer furiosen Verfolgungsjagd in Siena, führt über eine spektakuläre Flugzeug-Action in Bolivien und gipfelt in der unterkühlten, modernen Kulisse auf der Seebühne in Bregenz. Sogar tropisches Flair kommt auf, wenn sich die Szenerie in Richtung Tahiti und die Karibik verlagert. Diese visuelle Vielfalt hält die Dynamik dauerhaft hoch.

Die rasante Action ist dreckig, roh und physisch. Craig verkörpert einen von Rache getriebenen Bond, dessen Schmerz in jedem Faustkampf spürbar ist. Zwar muss man zugeben, dass Dominic Greene (gespielt von Mathieu Amalric) als umweltfreundlicher Geschäftsmann ein eher blasser Antagonist bleibt, dem die typische Bedrohlichkeit klassischer Bond-Bösewichte fehlt. Auch die hypernervöse Kameraführung in den Actionszenen erfordert etwas Eingewöhnungszeit. Doch das mindert den Spaß keineswegs.

Trotz der dünneren Story und des schwachen Schurken unterhält mich der Film immer wieder bestens. Er funktioniert perfekt als hochgekurbeltes, stylish gefilmtes Epilog-Kapitel zu Casino Royale. Wer schnörkellose Spionage-Action ohne erzählerischen Ballast sucht, bekommt hier einen rasanten und coolen Bond-Film.

Das 4K ist nur bedingt besser als die eh schon sehr sehr gute BR. Etwas laufruhiger und ein satteres schwarz, dazu noch eine Prise HDR und fertig ist das schöne, analog gehaltene Bild. Farben sind sehr warm, Gesichter haben eine schöne Bräune.

Der DTS Ton ist mehr als solide. Vor allem bei den Action-Szenen wirds schön dynamisch. 
Story
mit 4
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 3
bewertet am 04.09.26 um 17:59
/image/movie/28-days-later---deine-tage-sind-gezaehlt-4k-limited-steelbook-edition-4k-uhd-de_klein.jpg
Auch Jahre nach seinem Erscheinen bleibt Danny Boyles Meisterwerk "28 Days Later" aus dem Jahr 2002 der unangefochtene Genre-Primus eines modernen Horrorfilms. Das geniale Drehbuch von Alex Garland revolutionierte das angestaubte Zombie-Genre im Sturm, indem es die klassischen, trägen Untoten durch blitzschnelle, vom aggressiven Wut-Virus Infizierte ersetzte.

Von der ersten Minute an ist der Film durchgehend spannend. Die legendäre Eröffnungsszene, in der ein junger Cillian Murphy durch das völlig verlassene, gespenstisch leere London irrt, zieht einen sofort in den Bann. Boyle nutzt eine rohe, digitale Ästhetik, die dem Film einen fast dokumentarischen, beängstigend realistischem Look verleiht. Die Bedrohung ist in jeder Sekunde spürbar – die Infizierten lauern hinter jeder Ecke, und die ständige Paranoia überträgt sich direkt auf den Zuschauer.

Das Setting ist sowieso klasse. Die Trostlosigkeit des postapokalyptischen Londons steht im krassen Gegensatz zur emotionalen Dichte der Geschichte. Auch bei den Darstellern zeigt sich eine Stärke des Films. Cillian Murphy liefert eine phänomenale, verletzliche Performance ab, unterstützt von einem fantastischen Ensemble um Naomie Harris und Brendan Gleeson, der bei aller Rohheit auch etwas Wärme und Bodenständigkeit vermittelt. Sie verleihen dem Überlebenskampf eine tiefere, menschliche Note.

Bei "28 Days Later" stimmt einfach alles. Der treibende Soundtrack von John Murphy, das grandiose Pacing und die philosophische Frage, ob die Infizierten oder die überlebenden Menschen die wahre Bestie sind.
„28 Days Later“ ist kein stumpfer Slasher, sondern ein tiefgründiger, handwerklich perfekter moderner Klassiker, der das Genre für immer geprägt hat und bis heute unerreicht bleibt. Ein absolutes Must-Watch für jeden Filmliebhaber!


Nun zum 4K UHD Bild, welches wohl das umstrittenste des Jahres sein dürfte. Ja, man muss ehrlich sein bzw. verstehen, dass aus dem Originalmaterial nicht mehr viel herauszuholen war. Schließlich wurde für diesen Look bewusst ein Canon XL1 Camcorder (mit hochwertigen Linsen), der in Standard Definition (SD mit 576i im PAL-Format) auf kleine MiniDV-Kassetten aufzeichnet, verwendet. Die niedrige Auflösung und der körnige, raue Digital-Look verliehen dem Film eine beängstigende, fast dokumentarische Realität, so ähnlich wie ein Found-Footage Film. Hier gibt´s auch keine Hautporen, Haare und kleinste Verzierungen zu bestaunen. Einzige Ausnahme ist die allerletzte Szene, die auf 35mm Film gedreht wurde.

Auf den ersten Blick meint man immer noch, man schaut sich ein Video auf einer ollen CD-Rom an. Es existieren schlicht keine echten 4K-Details im Ausgangsmaterial. Ein Upscale auf 2160p kann fehlende Bildinformationen nicht magisch herbeirechnen. Erfreulicherweise hat Sony auf aggressiven Rauschfilter (DNR) oder künstliche KI-Schärfung verzichtet. Das Bild sieht also „dreckig“ aus, und das ist gut so, denn der extrem körnige und pixelige Look ist ein künstlerisches Stilmittel.
Die echten Verbesserungen liegen im Kontrast und in den Farben. Dank des neuen Dolby Vision/HDR-Gradings knallen Farben wie das Rot von Absperrhütchen oder das markante Türkis von Cillian Murphys Krankenhauskittel deutlich dynamischer. Dunkle Szenen saufen nicht mehr so stark im Schwarz ab...und das bei tieferem Schwarzwert.
Auch hat die UHD nicht mehr so mit Kompressionsartefakten wie die DVD und die Blu-Ray zu kämpfen. Digitales Bildrauschen hält sich nun extrem in Grenzen und tritt wenn dann nur mehr bei neutralen Flächen wie hellgrauen Wänden auf.
"Besser" hat der Film zwar noch nie ausgesehen - eine Vorzeige UHD hatten ohnehin die wenigsten erwartet. Für absolute Fans des Films einen Kauf wert... wer allerdings mit seiner Blu-Ray oder DVD zufrieden ist, kann sich das Upgrade schenken.

Immerhin gibt´s auf der UHD in Punkto Sound ein Upgrade. Von der ordentlichen DTS-Spur der Blu-Ray steigert es sich hier auf eine bessere DTS-HD MA Spur, welche nich feiner Details aus den Lautsprechern zaubert. Dialoge sind stets klar und auch Effekte gibts immer wieder mal von hinten. Der Score verteilt sich immer wieder auf alle Speaker und auch der Subwoofer mischt immer wieder mal ordentlich mit.

Bonusmaterial gibt´s ebenfalls auf der UHD. Achja, kleine unwichtige Info: die alte Blu-Ray hatte 33 Filmkapitel - die UHD nur mehr 16. 
Story
mit 5
Bildqualität
mit 3
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 4
bewertet am 04.09.26 um 09:23
/image/movie/nerve-2016-neu_klein.jpg
"The Nerve" aus dem Jahr 2016 ist ein visuell überladener Totalausfall, der den Zuschauer (also mich) mit seiner hyperaktiven ADHS-Ästhetik in den Wahnsinn treibt. Wer älter als 16 Jahre ist und eine funktionierende Aufmerksamkeitsspanne besitzt, wird von diesem technologischen Albtraum schlichtweg traumatisiert.

Der Film versucht verzweifelt, den Puls der Zeit zu treffen. Stattdessen liefert er eine langweilige Aneinanderreihung von grellen Neonfarben, permanenten Bildschirmeinblendungen und nervtötendem Pop-Soundtrack.
Zugegeben, die Story um ein illegales Online-Wahrheit-oder-Pflicht-S piel klingt auf dem Papier vielleicht nach einem packenden Cyber-Thriller. In der Realität entpuppt sich das Spektakel jedoch als unfassbar langweilig. Die Mutproben sind absurd, die Logiklöcher gigantisch und die Charaktere besitzen die Tiefe einer Pfütze.

Emma Roberts und Dave Franco stolpern völlig überfordert durch eine hanebüchene Handlung. Sie spielen Figuren, deren hysterische Entscheidungen man zu keiner Sekunde nachvollziehen kann. Das größte Problem ist die klar definierte Zielgruppe: Dieser Film wurde ausschließlich für internetsüchtige Teens konzipiert. Er setzt voraus, dass man im Sekundentakt auf ein Smartphone starren muss, um überhaupt noch einen Dopaminkick zu verspüren. Jede Szene schreit nach Aufmerksamkeit, ohne etwas zu erzählen. Die ständigen optischen Reize wirken wie ein verzweifelter Versuch, die gähnende Leere des Drehbuchs zu kaschieren.

Ne, "Nerve" ist kein spannender Thriller, sondern ein nerviges, anstrengendes Popcorn-Produkt von der Stange. Es hinterlässt nichts als Kopfschmerzen und das dringende Bedürfnis, alle Bildschirme im Haus für immer auszuschalten. Ein absolut seelenloser Film, den man getrost skippen kann. Ironischerweise habe ich selbst nach ´ner halben Stunde nebenher am Smartphone gescrollt...

Bild und Ton sind für das Alter der Produktion mehr als ordentlich. 
Story
mit 1
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 4
Extras
mit 0
bewertet am 03.09.26 um 14:40
/image/movie/the-score-2001-neu_klein.jpg
Ich dachte immer, der Film hätte etwas mit Musik zu tun... ;)
„The Score“ aus dem Jahr 2001 ist ein absolut klassischer, eleganter Thriller, der vor allem von der außergewöhnlichen Stärke seiner Besetzung lebt. Wenn Legenden wie Robert De Niro, in einer kleineren Rolle auch Marlon Brando und ein brillanter Edward Norton aufeinandertreffen, ist schauspielerisches Kinoniveau der Extraklasse garantiert. Alle zeigen sich hier in absoluter Höchstform.

Die Geschichte dreht sich um den alternden Safe-Knacker Nick (De Niro), der eigentlich aussteigen möchte. Für seinen letzten großen Coup verbündet er sich mit dem ehrgeizigen, jungen Jack (Norton).

Regisseur Frank Oz inszeniert diesen klassischen Heist-Film mit einer spürbaren Liebe zum Detail. Allerdings muss man zu Beginn etwas Geduld mitbringen: Der Film nimmt sich in der ersten Hälfte spürbar zu viel Zeit, um auf den Punkt zu kommen. Die Einführung der Figuren und die Vorbereitungen des Raubs ziehen sich stellenweise, wodurch das Erzähltempo anfangs etwas träge wirkt. Doch das Warten lohnt sich.

Im letzten Drittel dreht „The Score“ dafür so richtig auf. Sobald der eigentliche Einbruch in das schwer bewachte Zollamt von Montreal beginnt, zieht die Spannungsschraube massiv an. Frank Oz liefert hier packendes, präzises Heist-Kino der alten Schule, bei dem jede Sekunde zählt. Das feine Zusammenspiel zwischen dem misstrauischen Veteranen und dem unberechenbaren Neuling entwickelt eine fesselnde Dynamik. Wenn die Pläne nicht so funktionieren, sitzt man als Zuschauer wie gebannt vor dem Bildschirm.

Auch wenn der Einstieg ein wenig schleppend verläuft, entschädigt das furiose und hochspannende Finale auf ganzer Linie. Für Fans von cleveren Kriminalfilmen und meisterhaften Schauspieler-Duellen ist dieser Thriller ein absolutes Muss.

Das Bild der Blu Ray war solide und auch der Ton passte.

Extras sind eher mau. 
Story
mit 4
Bildqualität
mit 4
Tonqualität
mit 3
Extras
mit 2
bewertet am 02.09.26 um 12:07

Top Angebote

Ninjatune666
GEPRÜFTES MITGLIED
FSK 18
Aktivität
Forenbeiträge861
Kommentare3.082
Blogbeiträge0
Clubposts34
Bewertungen601
avatar-img
Mein Avatar

Kontaktaufnahme

Ninjatune666

Beste Bewertungen

Ninjatune666 hat die folgenden
4 Blu-rays am besten bewertet:

Filme suchen nach

Mit dem Blu-ray Filmfinder können Sie Blu-rays nach vielen unterschiedlichen Kriterien suchen.

Die Filmbewertungen von Ninjatune666 wurde 56x besucht.