"Exposed - Blutige Offenbarung" hieß einst "Daughter of God" und beschäftigte sich mit Polizeigewalt, Rassismus, Gewalt gegenüber Frauen und Kindesmissbrauch. Regisseur Gee Malik Linton, der auch das Drehbuch schrieb, hatte ein surreales Mystery-Drama im Kopf in dem Ana De Armas die Hauptrolle spielt während Keanu Reeves lediglich in einer Nebenrolle zu sehen war.
Als Lionsgate die Vermarktungsrechte an dem Film bekam, dachten sie, dass sie einen Crime-Thriller mit Keanu Reeves gekauft hatten und schnitten den Film daraufhin um. Die meisten paranormalen Szenen wurden rausgeworfen und die Rolle von Mr. Reeves vergrößert. Ebenfalls mussten viele Handlungsstränge von Ana De Armas dran glauben und der Film wurde insgesamt von ca. 140 auf 93 Minuten runter gekürzt.
Was wir hier also unter dem Titel "Exposed" haben ist nicht der original Film, sondern der Cut des Studios. Den Film namens "Daughter of God" werden wir daher wohl nie zu Gesicht bekommen.
An dieser Stelle will ich aber ehrlich sein, denn man hätte sich eigentlich denken können, dass wenn man einen A-Lister wie Keanu Reeves ins Boot holt und Ihm eine Nebenrolle verpasst, dies für die Marketing Abteilung nahezu unmöglich wird den Film zu verkaufen. Ich verstehe die Sicht des Regisseurs und was er mit diesem Film sagen wollte. Offensichtlich liegt Ihm das Thema sehr am Herzen und es ist auch ein Projekt, welches er seit Jahren umsetzten wollte. Als Jemand der sich auch im Filmbusiness rumtreibt verstehe ich voll und ganz dass Gee Malik Linton seinen Namen nicht im Studio Cut haben wollte und versucht den Film zu vergessen. Allerdings muss man an dieser Stelle die andere Seite der Münze betrachten.
Die Produzenten geben dir (einem Regisseur mit einer Vision) Geld und wollen selbstverständlich etwas davon zurück bekommen. Ich habe das Gefühl, dass der Regisseur einen Film für sich oder für Leute aus seiner Umgebung machen wollte, ohne das Gesamtbild und das Geld zu betrachten, welches ausgegeben wurde. Seien wir mal ganz ehrlich, hättet Ihr euch den Film angeschaut wenn nicht Keanu Reeves mit einer Pistole auf dem Cover wäre? Ich bezweifle persönlich sehr, dass es der Film ohne Ihn überhaupt nach Deutschland geschweige den in den Rest der Welt geschafft hätte.
Das Thema des Original-Films ist sehr wichtig und leider für viele Menschen ein Alltag, das streite ich gar nicht ab, aber wenn man so etwas vermitteln möchte, hätte man auf andere Mittel zurückgreifen sollen. In dem der Regisseur Jemanden wie Keanu Reeves ins Boot holt, lenkt man vom Thema ab und daher bin ich der Meinung, dass sowohl Mr. Linton als auch das Studio die Schuld für dieses Werk tragen.
Das mal kurz am Rande und jetzt zum Studio-Schnitt des Filmes namens "Exposed - Blutige Offenbarung"
Der Film besteht aus zwei Handlungssträngen. Zum einen geht es um Isabel (Ana De Armas) die nach einem schweren Schicksalsschlag versucht mit sich und Ihrer Familie klarzukommen während sie von seltsamen Visionen und Geistern geplagt wird. Der zweite Handlungsstrang dreht sich um Detektiv Galban (Keanu Reeves) der in einem Mordfall ermittelt, welcher etwas mit Isabel zu tun hat.
Leider sind beide Geschichten sehr langsam und wenig unspektakulär erzählt, sodass der Zuschauer ziemlich schnell das Interesse verliert. Keanu verprügelt mal Jemanden aber mehr Action ist hier leider auch nicht drin. Es ist ein ruhiges Drama mit einigen wenigen Thriller Elementen. Von Action fehlt hier jede Spur.
Die Story von Isabel ist leider ebenso wenig spannend. Alles wird so langsam und gradlinig erzählt wie es nur geht. Man weiß nicht was sie will, was sie sucht oder wo Ihre Handlung überhaupt hinführt. Der Zuschauer weiß auch nicht was dieser Paranormale Aspekt sein soll, bis es in den letzten Minuten aufgeklärt wird (mehr oder weniger erfolgreich). Es ist leider sehr offensichtlich, dass bei Ihrer Handlung etwas fehlt. Viele Szenen wirken abgehackt und fangen manchmal mitten drin an.
Rein Schauspielerisch bewegen sich die beiden auf einem hohen Niveau. Keanu Reeves spielt den größten Teil über wie gewohnt bis es zu einem Moment kommt, wo er mit seinem Sohn telefoniert. Wie ich finde sehr stark und emotional gespielt.
Ana De Armas spielt die schüchterne und ängstliche Isabel ebenfalls sehr stark, vor allem im Vergleich zu Ihrer Rolle im Film "Knock, Knock". Es ist die selbe Dame, aber zwei mal komplett anders und unterschiedlich. Sie ist sehr wandelbar und ich hoffe, dass sie in Zukunft größere und bessere Filmangebote bekommt, denn sie hat mehr als nur ein süßes Gesicht. Allerdins muss ich hier sagen, dass die beiden Ihre Sache machen, nicht mehr und auch nicht weniger.
Das wirklich einzige Positive was ich über diesen sehr langatmigen Film sagen kann, ist die Beziehung von Galban und seinem Sohn. Diese Beziehung ist (leider) so unglaublich realistisch und entspricht dem was ich selber oft gesehen habe, dass ich wirklich traurig und nachdenklich bei einer Szene geworden bin wo die beiden mit einander telefonierten. Dieser Moment hat mich noch Stunden nach dem Film verfolgt.
Das einzige (unfassbar starke) Highlight in einem Action- und Handlungsarmen Film...
2/5
Das Bild der Blu-Ray ist im Grunde zufriedenstellend, dass Problem ist nur, dass die meisten Szenen in wenig beleuchteten Räumen oder Nachts spielen weshalb viele Details verschwinden und Rauschen auftritt. Darüberhinaus ist der Film auch recht grau, schlicht und farblos gehalten. Sowohl von der Umgebung als auch von den Farben her. Es ist definitiv ein HD-Titel, aber als Vorzeige Blu-Ray gibt es da viel bessere Scheiben.
4/5
Der HD-Ton hingegen ist wirklich gut. Die Töne und Klänge in den einzelnen Umgebungen hören sich sehr gut und vor allem räumlich an, aber auch die Dialoge sind klar und deutlich abgemischt. Schade nur, dass es ein sehr dialoglastiger Film ist und solch ein toller Ton leider wenige Chancen hat sich in großen Action Szenen zu entfalten.
4/5
Als Extras gibt es einen Einblick hinter die Kulissen, Interviews und den Trailer zum Film. Allerdings erfährt man nicht was der Film alles durchmachen musste, bis er endlich veröffentlicht wurde.
2/5
Fazit:
Ich habe mir "Exposed" alleine wegen Keanu Reeves und dem echt spannenden Trailer angesehen. Für einen Polizei-Thriller gibt es zu wenig Action und die Story von Isabel verlangsamt die Ermittlung von Detektiv Galban viel zu sehr.
Für ein surreales Mystery-Drama gibt es zu wenig Mystery und viel zu viel Drama, sodass Geister/Horror Fans ebenfalls nicht auf Ihre Kosten kommen werden. Im Grunde genommen weiß ich gar nicht für wen dieser Film in seiner jetzigen Fassung gemacht wurde.
Wartet bis der Streifen im TV läuft, denn von einem Kauf würde ich abraten.
bewertet am 12.01.17 um 22:04