Story (5)
Nicht schon wieder, dachte ich, als ich hörte, dass Hollywood einmal mehr ein Remake eines alten Filmes in Angriff nahm. «A Star Is Born» wurde bereits in den 1930er-Jahren verfilmt. Danach folgten 1954 und 1976 Remakes, letzteres mit Kris Kristofferson und Barbra Streisand in den Hauptrollen.
Was konnten nun Bradley Cooper, der nicht nur die Hauptrolle spielt, sondern gleichzeitig auch Regie führte und Lady Gaga, welche ich als Musikerin nicht besonders mag, und die als Schauspielerin kaum Nennenswertes vorzuweisen hat, diesem Stoff schon Neues abgewinnen...?
Es ist immer wieder schön, wenn man so komplett daneben liegt mit seinen Erwartungen. Denn was die beiden Hauptakteure hier abliefern, ist ganz grosses Kino. Bradley Cooper hat eine unglaublich gute Stimme und singt und performt grossartig, was einen völlig vergessen lässt, dass er eigentlich kein Berufsmusiker ist. Bei Lady Gaga gilt das selbe, in umgekehrter Richtung, sie spielt ihre Rolle derart glaubwürdig und souverän, als hätte sie nie etwas anderes als Schauspielerei gemacht. Es ist bei beiden Akteuren gut zu merken, dass sie sich monatelang seriös auf ihre Rollen vorbereitet haben – das Resultat übertrifft alle Erwartungen.
Der Stoff, welcher stark an die Version von 1976 angelehnt ist, bietet keine grossen Überraschungen, ist jedoch in seiner Schlichtheit auch heute noch mitreissend und spannend zu sehen. Darüber hinaus gelingt es den beiden überragenden Hauptdarstellern, ihren Figuren neue Facetten zu entlocken.
Beeindruckend sind auch die zahlreichen Konzertaufnahmen, welche sehr gut inszeniert sind. Regisseur Cooper hatte dabei sogar auf dem legendären Glastonburry-Festival gedreht, was den Auftritten eine ehrliche und authentische Grundstimmung verleiht.
Der Film kann jedoch nicht nur in den lauten und spektakulären Momenten überzeugen, sondern ist in den stillen, tragischen Szenen ebenso bewegend.
Kurz, ein Musikfilm der ganz besonderen Art, mit zwei Hauptdarstellern, die sich selber übertroffen und ein würdiges Remake eines alten Klassikers abgeliefert haben…
4K UHD-Blu-ray Bild (4)
Das Bildseitenformat liegt in 4K UHD Dolby Vision 2.40:1 (12:5 CinemaScope) vor.
Die Bildqualität dieser 4K-Blu-ray zu beurteilen, ist nicht ganz einfach. Aus Stilgründen wurde dem digitalen Bild in der Nachbearbeitung Körnung hinzugefügt, um einen etwas älteren Look zu erzielen. Dies kommt zwar der Filmatmosphäre zugute, hat aber natürlich zur Folge, dass die Bildqualität etwas eingeschränkt ist. Zudem wurde nur in 2K gedreht und danach für die Blu-ray-Produktion hochskaliert.
Trotz diesen Einschränkungen, haben wir es hier mit einem recht guten UHD-Bild zu tun, welches vor allem durch natürliche Farbgebung und gute Kontrastwerte zu überzeugen weiss.
4K UHD-Blu-ray (2)
Das Tonformat liegt in Deutsch Dolby Digital 5.1 vor (!)
Ich persönlich erachte eine DVD-Tonspur auf einer UHD-Blu-ray als Unverschämtheit. In Anbetracht der Tatsache, dass sich die Preise von UHD-Scheiben nicht selten um die 30 Euro bewegen, ist eine derart veraltete und technisch rückständige Tonspur in keiner Weise zu rechtfertigen.
Da hilft es dann auch nicht, dass es eine ordentliche Räumlichkeit zu hören gibt oder die Dialoge jederzeit gut zu verstehen sind. Spätestens wenn man auf die originalen Tonspuren wechselt, welche sowohl in Dolby TrueHD 7.1 wie auch in Dolby Atmos 7.1 vorliegen, wird klar, was einem da vorenthalten wird.
Gerade bei einem Musik-/Konzert-Film ist die Tonumsetzung, im Speziellen die Präzision und der Umfang der Dynamik, der entscheidende Faktor.
Extras
Sind einige vorhanden, habe ich mir jedoch nicht angesehen. Es gibt ein WendeCover!
Fazit
Ein Meisterwerk, welches sich, vor allem dank der hervorragenden Performance der beiden Hauptdarsteller, nicht vor den berühmten Vorgängerverfilmungen zu verstecken braucht.
Die UHD-Umsetzung besticht durch ein leicht besseres Bild als auf der Standard-Blu-ray, verfügt aber leider in Deutsch nur über einen DVD-Ton.
Kann ich weiterempfehlen!
bewertet am 04.10.20 um 12:36