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Zwischen Film und Kunst. Storyboards von Hitchcock bis Spielberg (Ausstellungsbesuch)



Berlin ist natürlich immer eine Reise wert, klar. Derzeit gibt es für Filmfreunde, und insbesondere solche die sich auch für das Drumherum interessieren, aber einen besonderen Anreiz: Eine spannenden Ausstellung in der deutschen Kinemathek.
Die aktuelle Sonderaustellung im Museum für Film und Fernsehen stellt Storyboards von großen Filmemachern wie Coppola, Lang, Lucas, Hitchcock, Spielberg und vielen anderen aus. Für Leute wie mich, die sich bei großen Filmen immer wieder fragen, wie diese überhaupt entstanden ist, welche Etappen im Produktionsprozess zurückgelegt wurden und was für Menschen daran beteiligt waren, ein Fest.
Stoyboards sind, etwas plakativ ausgedrückt, graphische Entwürfe zu Szenen, die im Vorfeld des Dreh angefertigt werden um den Beteiligten Handlungsabläufe, Effekte, Kamerafahrten usw. zu erklären. Im Laufe der Filmgeschichte haben sich diese Zeichnungen zu einer eigenen Kunstform entwickelt, die leider zu Unrecht völlig abseits der allgemeinen Aufmerksamkeit steht. Die ersten Storyboards (auch wenn sie damals noch nicht so genannt wurden) entstanden in den Disneystudios bei der Produktion von „Die drei kleinen Schweinchen“ (1933). Die Animateure fertigten Zeichnungen an, pinnten sie an eine Wand und veränderten immer wieder ihre Reihenfolge um so die Szenenentwicklung zu diskutieren. Die Methode hat sich bewährt und so wurde schon 1939 mit „Vom Winde verweht“ der erste komplette Spielfilm mit Storyboards vorbereitet.

Scorseses Zeichnungen zu Taxi Driver
Die Ausstellung zeigt die Entwicklung des Storyboards, ausgehend von diesen Klassikern in chronologischer Reihenfolge und zeichnet so in gewisser Weise auch die Geschichte des Hollywoodkinos nach. Dabei werden neben Informationen zu den jeweiligen Filmen und ihrern Regisseuren stets die Zeichnungen zu einzelnen Szenen ausgestellt. Daneben findet sich dann ein Bildschirm, auf dem die entsprechende Szene aus dem fertigen Film gezeigt wird. Besonders beeindruckt hat mich dabei eine Szene aus Panic Room (2002) von David Fincher. Die Szene dauert lediglich wenige Sekunden, zeigt eine Kamerafahrt durch ein Schlüsselloch. Die dazugehörigen Zeichnungen von Arthur Max stellen diese Szene jedoch in ganzen neun detaillierten Einzelbildern dar. Wenn man sich vorstellt, wie viel Arbeit hinter den Zeichnungen für einen kompletten Spielfilm stecken muss, kann man sich nur in Ehrfurcht verneigen.
Natürlich werden oftmals einzelne, besonders komplexe Szenen auf diese Art vorbereitet. Besondere Bedeutung hat das Storyboard dahingehend für die Freunde der Star Wars-Saga. Als George Lucas auf der Suche nach Geldgebern für „Krieg der Sterne“ war, empfahl ihm sein Freund Francis Ford Coppola ein Storyboard anfertigen zu lassen, um die für die damalige zeit absurden Ideen besser erklären zu können. Coppola selbst hat für viele seiner Filme diese Technik genutzt. Herausragend waren dabei die Zeichnungen von Dean Touvoularis für „Apocalypse Now“ (1979). Eines der Highlights der Ausstellung sind sicher die Bilder für Martin Scorseses „Taxi Driver“ die von niemand geringerem als dem Regisseur selbst angefertigt wurden. Nein, Scorseses Zeichnungen erreichen nicht die Kunstfertigkeit von professionellen Zeichnern. Dennoch ist es interessant zu sehen, wie der Altmeister offensichtlich jeden Schritt im Produktionsprozess seines Films in der Hand behalten wollte.

Hitchcocks Vögel
Denn Storyboards können auch in eine völlig andere Richtung gehen, als es sich der Regisseur vorstellt. So dargestellt am Beispiel des Films „Der Mann, der die Frauen liebte“ (1977) von Francois Truffaut. Der anonyme Zeichner wurde beauftragt, eine erotische Szene darzustellen, dieser war offenbar etwas übermotiviert und fertigte eine Bildfolge an, die schon fast an einen Softcorefilm erinnert. Zu viel für Truffaut, der im fertigen Film an dieser Stelle schlicht einen brennenden Kamin einblendet.
Meine zwei persönlichen Highlights waren jedoch Harold Michelsons Zeichnungen zu Hitchcocks „die Vögel“ (1963) die den fertigen Szenen so sehr gleichen, bzw. denen der Film so gleicht. Denn in den Zeichnungen sind Bewegungsabläufe und Kamerafahrten so exakt vorgegeben, dass die Schauspieler eine perfekte Vorlage für ihre Rolle bekommen. Gleichzeitig sehen diese Zeichnungen schlicht so gut aus, dass sie sich vor modernen Horrorcomics in keinster weise verstecken brauchen. Mein zweites Highlights waren die Storyboards, gezeichnet von Maurice Zuberand, zu „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ von Mike Nichols. Diese enthalten so viele Regieanweisungen, dass sie den Schauspielern und Kameraleuten als visuelles Drehbuch dienten. Es ist schlicht beeindruckend, mit wie viel Liebe zum Detail dort vorgegangen wurde.
Ich kann wirklich nur jedem, der sich für Filme interessiert und in nächster Zeit in Berlin ist, empfehlen, sich diese Ausstellung anzusehen. Es lohnt sich!
Bilder: http://www.tagesspiegel.de/mediacenter/fotostrecken/berlin/storyboards-von-hitchcock-bis-spielberg/4489562.html?p4489562=4#image
Die aktuelle Sonderaustellung im Museum für Film und Fernsehen stellt Storyboards von großen Filmemachern wie Coppola, Lang, Lucas, Hitchcock, Spielberg und vielen anderen aus. Für Leute wie mich, die sich bei großen Filmen immer wieder fragen, wie diese überhaupt entstanden ist, welche Etappen im Produktionsprozess zurückgelegt wurden und was für Menschen daran beteiligt waren, ein Fest.
Stoyboards sind, etwas plakativ ausgedrückt, graphische Entwürfe zu Szenen, die im Vorfeld des Dreh angefertigt werden um den Beteiligten Handlungsabläufe, Effekte, Kamerafahrten usw. zu erklären. Im Laufe der Filmgeschichte haben sich diese Zeichnungen zu einer eigenen Kunstform entwickelt, die leider zu Unrecht völlig abseits der allgemeinen Aufmerksamkeit steht. Die ersten Storyboards (auch wenn sie damals noch nicht so genannt wurden) entstanden in den Disneystudios bei der Produktion von „Die drei kleinen Schweinchen“ (1933). Die Animateure fertigten Zeichnungen an, pinnten sie an eine Wand und veränderten immer wieder ihre Reihenfolge um so die Szenenentwicklung zu diskutieren. Die Methode hat sich bewährt und so wurde schon 1939 mit „Vom Winde verweht“ der erste komplette Spielfilm mit Storyboards vorbereitet.

Scorseses Zeichnungen zu Taxi Driver
Die Ausstellung zeigt die Entwicklung des Storyboards, ausgehend von diesen Klassikern in chronologischer Reihenfolge und zeichnet so in gewisser Weise auch die Geschichte des Hollywoodkinos nach. Dabei werden neben Informationen zu den jeweiligen Filmen und ihrern Regisseuren stets die Zeichnungen zu einzelnen Szenen ausgestellt. Daneben findet sich dann ein Bildschirm, auf dem die entsprechende Szene aus dem fertigen Film gezeigt wird. Besonders beeindruckt hat mich dabei eine Szene aus Panic Room (2002) von David Fincher. Die Szene dauert lediglich wenige Sekunden, zeigt eine Kamerafahrt durch ein Schlüsselloch. Die dazugehörigen Zeichnungen von Arthur Max stellen diese Szene jedoch in ganzen neun detaillierten Einzelbildern dar. Wenn man sich vorstellt, wie viel Arbeit hinter den Zeichnungen für einen kompletten Spielfilm stecken muss, kann man sich nur in Ehrfurcht verneigen.
Natürlich werden oftmals einzelne, besonders komplexe Szenen auf diese Art vorbereitet. Besondere Bedeutung hat das Storyboard dahingehend für die Freunde der Star Wars-Saga. Als George Lucas auf der Suche nach Geldgebern für „Krieg der Sterne“ war, empfahl ihm sein Freund Francis Ford Coppola ein Storyboard anfertigen zu lassen, um die für die damalige zeit absurden Ideen besser erklären zu können. Coppola selbst hat für viele seiner Filme diese Technik genutzt. Herausragend waren dabei die Zeichnungen von Dean Touvoularis für „Apocalypse Now“ (1979). Eines der Highlights der Ausstellung sind sicher die Bilder für Martin Scorseses „Taxi Driver“ die von niemand geringerem als dem Regisseur selbst angefertigt wurden. Nein, Scorseses Zeichnungen erreichen nicht die Kunstfertigkeit von professionellen Zeichnern. Dennoch ist es interessant zu sehen, wie der Altmeister offensichtlich jeden Schritt im Produktionsprozess seines Films in der Hand behalten wollte.

Hitchcocks Vögel
Denn Storyboards können auch in eine völlig andere Richtung gehen, als es sich der Regisseur vorstellt. So dargestellt am Beispiel des Films „Der Mann, der die Frauen liebte“ (1977) von Francois Truffaut. Der anonyme Zeichner wurde beauftragt, eine erotische Szene darzustellen, dieser war offenbar etwas übermotiviert und fertigte eine Bildfolge an, die schon fast an einen Softcorefilm erinnert. Zu viel für Truffaut, der im fertigen Film an dieser Stelle schlicht einen brennenden Kamin einblendet.
Meine zwei persönlichen Highlights waren jedoch Harold Michelsons Zeichnungen zu Hitchcocks „die Vögel“ (1963) die den fertigen Szenen so sehr gleichen, bzw. denen der Film so gleicht. Denn in den Zeichnungen sind Bewegungsabläufe und Kamerafahrten so exakt vorgegeben, dass die Schauspieler eine perfekte Vorlage für ihre Rolle bekommen. Gleichzeitig sehen diese Zeichnungen schlicht so gut aus, dass sie sich vor modernen Horrorcomics in keinster weise verstecken brauchen. Mein zweites Highlights waren die Storyboards, gezeichnet von Maurice Zuberand, zu „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ von Mike Nichols. Diese enthalten so viele Regieanweisungen, dass sie den Schauspielern und Kameraleuten als visuelles Drehbuch dienten. Es ist schlicht beeindruckend, mit wie viel Liebe zum Detail dort vorgegangen wurde.
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Denke, dass viele Deinen blog hier zum Anstoß nehemn werden, sollten sie in die Hauptstadt kommen, vielen Dank!