Abgeschnitten Blu-ray

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Disc-Informationen
Uncut, HD Sound (deutsch), Extras in HD (komplett)
Vertrieb:
Schauspieler:
Regisseur:
Produktion:
Kategorie:
Verpackung:
Altersfreigabe:
Sprachen:
Deutsch DTS-HD MA 5.1
Deutsch (Hörfilmfassung) DD 2.0
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Region:
B
Disc Kapazität:
BD-25 GB
Bildformat(e):
1920x1080p (2.39:1)
Video-Codec:
Spieldauer:
132 Minuten
Veröffentlichung:
29.05.2019

Blu-ray Bewertungen

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plo
bewertet am 17.06.2019 um 12:26
#1
Neulich, auf Helgoland: die Comic-Zeichnerin Linda ist vor ihrem gewalttätigen Ex Danny, der sie nicht nur stalkt, sondern auch mit dem Rest des Films nicht das Geringste mehr zu tun hat, geflohen (warum sollte man sich auch nicht einen Zufluchtsort heraus suchen, von dem man nur mit Fluggeräten oder Booten fliehen kann..). Danny scheint aber auch auf der Insel zu sein, und statt in der belebten Kneipe in relativer Sicherheit zu bleiben macht sich Linda lieber erneut auf die Flucht. Allein. In der Dunkelheit. Bei dieser Flucht fällt sie einen Abhang hinunter und landet: neben einer Leiche. Nun ist Helgoland bekanntermaßen ein beliebtes Ausflugsziel für Leichen, und die allenthalben am Strand aufgefundenen badeurlaubenden Körper finden kaum mehr Beachtung; auch Linda, kein Stück beunruhigt ob des Leichenfundes, sieht keine Notwendigkeit den Fund zu melden. Stattdessen geht sie nochmal hin, um ihre verlorenen Habseligkeiten einzusammeln.
Schnitt.
Parallel zu diesen Vorgängen findet der forensische Pathologe Herzfeld andernorts in einer anderen Leiche (wie ausgerechnet diese Leiche in ausgerechnet dieser Pathologie ausgerechnet auf dem Tisch von Herzfeld landet muss ebenfalls Teil des perfiden, größeren Plans sein, den der Normalsterbliche nicht mal ansatzweise versteht) eine Kapsel, die einen Zettel mit: der Telefonnummer seiner Tochter enthält.
Herzfeld kapiert schnell, dass seine Tochter entführt wurde und kontaktiert Linda (fragt nicht wie und warum, seht selbst. Und staunt..). Herausforderung: Linda kann Helgoland nicht verlassen und Herzfeld Helgoland nicht erreichen, weil gerade Schietwetter herrscht. Also muss Linda quasi im Fernstudium die Hinweise auf den Verbleib von Herzfelds Tochter Hanna finden, die fast alle in Leichen versteckt sind (was bedeutet: Herzfeld erklärt am Telefon wie es geht, und Linda obduziert..). Alles deutet auf den Fall eines Serienmörders hin, der junge Mädchen erst entführt, dann vergewaltigt und dann auf besondere Weise tötet.. Aber liegt der nicht gerade tot am Strand?

Potentielle Seher seien gewarnt: ich werde den Streifen nicht nur zerreißen und mich über ihn lustig machen, ich werde dabei auch unweigerlich den einen oder anderen Sachverhalt SPOILERN.

Zunächst ein mal: Sebastian Fitzek ist als Schriftsteller ziemlich erfolgreich (warum auch immer). Seine Romane sind quasi das Äquivalent zu den John Sinclair- und Kriminalromanen, die man früher (oder immer noch?) für 1,70 am Bahnhofskiosk erstehen konnte. Logik und Glaubwürdigkeit waren da so ähnlich wie beim Grindhouse-Kino nicht wirklich gefragt und waren bei den irrwitzig häufigen Twists ohnehin eher hinderlich. Wie steht es bei Filmstarts.de in der Kritik so treffend? Jedes der sehr kurzen Kapitel (von Fitzeks Büchern) endet mit einem Cliffhanger; so isses auch im Film. Der Streifen schlägt mehr Haken als ein Hase auf der Flucht vor Jagdhunden, und nicht ein einziger davon ist auch nur halbwegs glaubhaft. Manche wie zum Beispiel die Kontaktaufnahme von Herzfeld mit Linda hab ich zuerst gar nicht kapiert; wahrscheinlich weil ich mich da wegen Lindas Flucht und ihrer Landung bei der Leiche noch vor Lachen auf dem Sofa krümmte.
Als wären die häufigen und absurden Wendungen nicht schon genug, springt der Film auch noch zwischen verschiedenen zeitlichen Ebenen vor und zurück. Der größte erzählerische Knackpunkt ist, dass man als Zuschauer aufgrund der Fokussierung auf Pauls und Lindas Erzählstrang beinahe vergisst, worum es im Grunde geht: Hannahs Rettung. Obwohl es von dem anderen Stuss wenig zu verstehen gibt, da alles einfach zu bescheuert unglaubwürdig ist muss man schon ein wenig aufpassen und die Leichen mit ihren Hinweisen zeitlich zuordnen, sonst verliert man völlig den Faden. Nicht, dass das viel ausmachen würde.
Der Film setzt, wie auch Fitzek in seinen Büchern, sehr stark auf die plakative Zurschaustellung von (in diesem Film gerne gerade obduzierten) Leichen, die sadistischen Verbrechen zum Opfer gefallen sind. Könnte man auch beschreiben und dadurch Kopfkino auslösen, aber warum sollte man das tun, wenn man auch visuell Ekel erregen kann, nicht wahr. Filme, die so was nötig haben können in aller Regel nichts an Story, Tief- und Hintergrund bieten.
Regelrecht ärgerlich ist der plump-dämliche Versuch, den Zuschauer mit dem anfangs zwielichtigen Praktikanten auf die falsche Spur zu schicken.
Warum sich gerächt wird erfährt man als Zuschauer zum Ende hin schon, warum man das so umständlich und von so vielen unglaublichen, „geplanten“ Zufällen abhängig macht jedoch nicht.
Die Figuren gehen allesamt mit Ausnahme von Bleibtreu allenfalls als Karikaturen durch. Nicht einmal Lars Eidinger, den ich seit „SS GB“; „Babylon Berlin“ und „25 km/h“ sehr schätze, kann aus dem eindimensionalen Charakter des Serientäters mehr herausholen: der Täter ist einfach nur abgrundtief böse und sadistisch; und kein Mensch erfährt warum das so ist. Nicht mal die so gerne herangezogene „schwere Kindheit“ des Triebtäters wird genutzt.
Das Grande Finale wurde im Vergleich zum Buch verändert, und das unsägliche Hollywood-Hubschrauberkampf-En de macht den Film im Endergebnis noch lächerlicher.
Mir ist völlig unverständlich, wie Christian Alvart so was verbrechen konnte. Der Regisseur hat einen genialen Thriller inszeniert („Antikörper“) und einen sehr brauchbaren Science Fictioner („Pandorum“), und dann so was. Grundsätzlich bin ich schon bereit, mal das eine oder andere Logikloch zu schlucken, wenn es der Story dienlich ist, aber "Abgeschnitten" besteht hauptsächlich aus einem Netz von Logiklöchern, deren Bindegewebe ein Kartenhaus aus "Planungsdetails" ist, das bei der ersten Hinterfragung in sich zusammenfällt.

Als Linda sich dazu entschließt, die sichere Zuflucht der vollen Kneipe zu verlassen und alleine in die Dunkelheit zu fliehen war ich eigentlich schon versucht, den Film auszuschalten. Bereits hier wurde regelrecht verzweifelt versucht, mit billigsten Mitteln aus dem (Horror-) Thrillerhandbook for Dummies Atmosphäre zu erschaffen: Dunkelheit, ein bisschen Nebel, unheimliche Geräusche und Schatten, die plötzlich erscheinen und wieder verschwinden. Das wirkt zum Brechreiz erzeugen aufgesetzt und findet später seinen Kumulus in der Zelle der Entführten: Stacheldraht, Stroboskoplicht, Kameras und Betonwände; klischeehafter geht es nicht. Und da fiel es mir wieder ein: vor Jahren hatte ich mal begonnen, Fitzeks „Das Kind“ zu lesen und das Buch schnell wieder aus der Hand gelegt. Die Gründe stehen im Prinzip alle weiter oben, auch wenn die Story eine andere ist.

Das Bild ist sehr gut, aber nicht Referenz. Kaum etwas spielt am Tag, die Masse aller Einstellungen finden in der schummrigen Pathologie auf Helgoland, im Auto des Praktikanten oder des Nachts außerhalb des Wagens statt. Die Kameras mussten also viel leisten, und das haben sie auch. Da jedoch auch viel mit Farbfiltern und allerlei Stilmitteln gearbeitet wurde, ist eine objektive Wertung nicht einfach. Für sehr gute vier Balken reicht es aber locker.

Der deutsche Track (klar ein deutscher Track, ist ja auch ein deutscher Film) liegt in DTS HD MA vor und macht alles richtig. Die Dynamik, der Bass, die direktionalen Effekte und die Surroundkulisse könnten ausgeprägter sein, aber das ist tatsächlich Meckern auf ziemlich hohem Niveau.

Extras habe ich nun wirklich nicht angesehen, mache ich ohnehin fast nie. Vielleicht hole ich das aber noch nach, bevor ich die Scheibe verkaufe (wenn sie denn jemand nimmt): bestimmt gibt es besonders bei den Interviews ordentlich was zu staunen. Und zu lachen. Die Scheibe hat kein Wendecover.

Mein persönliches Fazit: ich bin seit 2008 Mitglied auf Blu-ray Disc.de und habe in dieser Zeit über 1100 Bewertungen und ein paar Dutzend Reviews geschrieben. Hinzu kommen die Filme, die ich vor 2008 im Kino und DVD sah, insgesamt werden das bestimmt an die geschätzt 6000 sein. Ein Blödsinn wie „Abgeschnitten“ ist mir bislang noch nicht untergekommen; für diesen Film müsste die Bewertungsskala eigentlich nach unten erweitert werden; man müsste Minusbalken vergeben können. Der gesamte Film ist eine Beleidigung für die Intelligenz des Zuschauers. Allerdings ist, wie in den Kommentaren lesbar, meine Intelligenz wohl leichter zu beleidigen als die anderer. Bin wohl 'ne Mimose..

A propos: ich fahre auch Mercedes, hoffentlich schickt Mercedes auch in 7 Minuten (!) einen Hubschrauber, wenn ich mal mitten in der Wallachei verunglücke.. Wenn ich denn mitten in der Pampa so guten Empfang habe wie Herzfeld und der Praktikant.
Story mit 1
Bildqualität mit 4
Tonqualität mit 5
Extras mit 2
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