Für mich hat meine negative Meinung eigentlich nichts mit "gewohnt" oder "Nostalgie" oder "kontra Veränderung" zu tun.
Für mich ist eben ein Kunstwerk ein Dokument seiner Zeit und sollte so erhalten bleiben. Obwohl es sicher Leute im Marketing gibt, die auf derlei Ideen kommen würden: Wäre es nicht furchtbar beispielsweise Goethes Faust oder Shakespeares Hamlet in heutiger Sprache zu lesen? Erstmal würde es nicht zur Atmosphäre passen und dann wäre es einfach Pfusch am Werk.
Ein Kunstwerk existiert für mich zudem abgekoppelt vom Autor als eigenständiges Objekt. Natürlich kann ich verstehen, dass Lucas seine Filme als seine Babies betrachtet und gern heute einiges anders machen würde. Gleichzeitig sind es eben die Originalversionen die viele Fans (um niemand zu verärgern, schreib ich mal bewusst nicht die meisten ;-) ) lieben und den Erfolg der Reihe ausgelöst haben.
Die Star-Wars-Filmreihe ist nunmal ein Werk der 70er und 80er. Da hat, zudem teilweise auch noch schlecht aussehende, CGI nix drin zu suchen. Genau so wenig wollte ich nachträglich eingefügte 70er-Jahre Stop-Motion-Technik in den Prequels sehen.
Selbst bei solchem Revisionismus gibt es außerdem bessere Vorgehensweisen: Bei der Star-Trek-Serie hat man beispielsweise auch viele Effekte und Hintergründe mithilfe moderner Technik geändert. Allerdings auch aus einer Notwendigkeit heraus, da die optischen Effekte die Bildqualität dramatisch verschlechtert hatten. Hier hat man aber darauf geachtet, dass sich die neuen Effekte nahtlos in die Serie einfügen und sie bewusst nicht "überproduziert". Zudem sind auf den Blu-rays auch die Szenen mit den alten Effekten als Option vorhanden - genau so macht mans richtig.
Wie gesagt Blade Runner: The Final Cut oder Superman II: The Richard Donner Cut, sind ebenfalls Beispiele für nachträgliche Veränderungen, die sehr gelungen sind. In beiden Fällen hat man das Ursprungsmaterual respektiert und bietet Fans außerdem parallel die Originalversionen als Alternativen an. Perfekt :-).
Ich will hier aber nun nicht wieder eine endlose Debatte um die Special-Editions lostreten und gönne auch jedem seine Freude an den neuen Versionen.
Zitat:
Das mit dem Schreien find ich auch genial - wird das Finale epischer machen so wie in der Szene in der Vader transformiert wurde :thumb:
Wieder so ein Beispiel, dass ich absolut unnötig finde: Die Szene war ohne Vaders "Nooooooo!" schon dramatisch genug. Es brauchte keine Worte, es war noch eine gewisse Subtilität im Spiel: Man hat gemerkt, dass Vader im Zwiespalt war und auf die gute Seite zurückkehrte, allein durch deine Bewegungen, durch seine Gestik. Lucas muss aber nun wieder auf Krampf die Holzhammermethode anwenden und es dem Zuschauer durch einen melodramatischen Schrei unter die Nase reiben...
Oder war das jetzt ironisch gemeint? Denn gerade die Transformationsszene aus Teil 3 mit Vaders "Nooo", gilt als einer der größten Schwachpunkte der Prequels - jedenfalls ist man in US-Foren ziemlich einheilig dieser Meinung. Auch da war es eine an sich schöne Szene, die durch Vaders Rumgeschrei albern / melodramatisch wurde.