Zitat:
Zitat von Quickslay;2485738
Wenn man die Grenzen klar zieht, dann ist SW kein Sci-Fi-Film...es gibt für die gezeigten Phänomene keinerlei wissenschaftliche Erklärung bzw. überhaupt eine Erklärung, sondern es wird alles als gegeben hingenommen....nur in Episode versucht GL damit zu brechen und eine Erklärung für die Macht zu liefern...
Ausserdem wird Sci-Fi in der Zukunft angesiedelt, was durch den Scrolltext natürlich auch wiederlegt wird....
Wenn ich bei einem Film am Anfang lese "Es war einmal...", dann ist das schon prägend, da so eben Märchen anfangen und es klar definiert, was dann folgt und wie man es zu verstehen hat....
Wie gesagt, wenn man sich eng an die klassische Auslegung und Interpretation von Science Fiction hält ist Star Wars ein Märchen in einem Sci-Fi-, weil Weltraum-Setting!
Aber ich wehre mich trotzdem dagegen dies so klar zu trennen, da eben genau das Setting oftmals den modernen Sci-Fi-Film definiert und es eben nicht mehr auf wissenschaftliche Bezüge zu reduzieren ist.
Heute ist Sci-Fi schon, wenn es ein zukünftiges oder technologisch nicht der Gegenwart entsprechendes Setting beinhaltet.
Wissenschaftliche Erklärungen sind auch immer so eine Sache, denn bei Avatar gibt es genau eine Sache die man versucht wissenschaftlich zu Erläutern und das ist die Verbindung des Lebens und der Informationsspeicherung Pandoras. Alles andere ist offensichtliches Pseudegequatsche um sich dem nächsten optischen Highlight zu nähern und die Illusion von inhaltlicher Tiefe zu erzeugen.
Und selbst dieser Teil hat wenig mit Wissenschaft zu tun. Irgendetwas von biochemischer natürlicher Technologie kann nämlich jeder Erfinden, der auch keinerlei Bezug zu Wissenschaft hat - hier ist es nur eine technologisch anmutende Übertragung der Verbindung zwischen Mensch und Natur - das meine ich nicht negativ, sondern zeigt nur auf, dass es eher ein philosofischer Gedanke dahinter steht.. Das ganze gehört trotzdem klar in die Ecke Science Fiction, da die Begriffkombination ja bereits aufzeigt, dass es eben nicht wissenschaftlich begründet sein muss, sondern, dass beide Elemente gemischt werden. Das kann echte wissenschaftliche Ansätze mit rein fiktionalem Techno-Babble kombinieren, wie es Jahre lang zum Beispiel Star Trek TNG vorgelebt hat, oder einen wirklichen wissenschaftlichen Ansatz verfolgen, wie einige Filme die Klonthematik kritisch aufgegriffen haben, aber hierbei - und dadurch zeichnet sich die wirkliche klassische Science Fiction aus - wird der Science-Anteil oftmals als Vehikel oder Platzhalter für gesellschaftliche Problematiken eingesetzt, die in einer Form der Parabell aufgearbeitet werden. Dies ist nämlich in erster Linie ein philosophischer Ansatz, wie zum Beispiel die Werke von Philip K. Dick, Asimov aber auch Hennlein immer und immer wieder klar aufzeigen.
Dabei werden auch gerne geschichtsmotivierte Handlungen erzählt, die wegen politischer Brisanz oder anderen Gründen in die Zukunft gespiegelt werden.
Wie hat Roddenberry mal erzählt: Der Grund für die Entstehung von Star Trek war, dass das Sci-Fi-Setting es erlaubt hat, Themen anzusprechen, ob gesellschaftlich oder politisch, die man in einer normalen Dramasendung kaum hätte zeigen oder aufgreifen dürfen.
Das bezieht sich natürlich auch auf den damaligen Zeitgeist der 60er, aber davor auch immer wieder auf den jeweiligen Zeitgeist der entsprechenden Epoche.
Sci-Fi war schon eh und je Realitätsflucht, aber eben auch Spielplatz für die Kommunikation von grenzwertigem oder tabuisiertem Gedankengut.
Lucas hat bei Star Wars nur den intelektuellen Aspekt außen vorgelassen, was heute bei locker über 90 Porzent der sogenannten Sci-Fi-Filme der Fall ist. Und diese bei den Prequels teilweise wieder eingebaut (Drittes Reich etc...).
Wir können uns also gerne drauf einigen, dass Star Wars keine klassische Science-Fiction ist;)