So, mal meine Meinung, als jemand der das Buch von vorne bis hinten auswendig kennt :)
Fangen wir mal mit der Technik an. Hoffentlich setzt sich HFR niemals durch. Dadurch entsteht so ein dermaßen hektischer Bildablauf, das ich es schier nicht ausgehalten hab. Ausserdem nimmt diese vermeintliche "Realität" total was vom Filmgefühl. Das ist sicherlich zu einem bestimmten Grad eine subjektive Einschätzung, allerdings glaube ich, dass mir da ein paar Leute Recht geben werden.
Kommen wir zum Film. Der Film war wieder total aufgebläht. Wenn man denkt, dass da nachher im Extended Cut noch eine halbe Stunde dazukommt..Neee..Unnötig. Die Synchronfassung habe ich auch wieder zu bemängeln, allerdings nicht in dem gleichen Maße wie bei Teil 1. Gandalfs Rolle ist ja eh etwas kleiner als im ersten Teil, deshalb stört mich seine neue Stimme diesmal nicht so. Aber mal ehrlich. Wenn man Herr der Ringe kennt, Herr der Ringe und Mittelerde im Blut hat, dann kann ich nicht verstehen, wie man nichtmal MERKT, dass McKellen eine neue Stimme hat. Sehr suspekt. Allerdings gibt es doch wieder 2 Personen die ich echt schlecht synchronisiert fand. Zum einen ist das Thranduil, der meiner Meinung nach einfach eine viel zu jugendliche Stimme hat. Da hat sein Sohn, Legolas (zu dem komm ich später noch), eine erwachsenere, reifere Stimme. Und zweitens natürlich Smaug, mit seiner pädophilen Stimme. Ich hätte mir eher eine gespenstische, vielleicht verzerrte Stimme, oder sowas ähnliches gewünscht. Bei 'nem Drachen kann man schon ein bisschen einfallsreicher sein, diese tiefe Stimme passt meiner Meinung nach nicht so gut.
Beorn dagegen fand ich zum Beispiel super synchronisiert. Leider sieht man von dem im Film eher wenig, was ich schade find, da er im Buch echt ein super Charakter ist. Dafür wurden andere Rollen total aufgebläht, beziehungsweise teilweise ja sogar erfunden. Womit ich zum nächsten Kritikpunkt komme. Natürlich ist Legolas ein cooler Charakter. Aber wieso kann man sich nicht einfach an Tolkiens Vorlage halten. Die Story beeinflussen er und sein erfundener Counterpart Tauriel nicht wirklich. Ein Schelm wer denkt, dass man mit Bloom nur mehr Leute ins Kino locken wollte.
Jetzt komm ich zu meinem Hauptkritikpunkt. Das Design, bzw. die Effekte etc.
Der CGI Anteil ist zwar etwas zurückgeschraubt worden und die Effekte sehen auch marginal besser aus, aber das geht einfach um einiges professioneller. Smaug sieht z.B. in ruhigeren Szenen recht akzeptabel aus, aber sobald groß Bewegung in die Szene kommt, sind da wieder die gleichen CGI-Schwächen wie in Teil 1. Es gibt zwar wieder einige wunderschöne Landschaftsszenen, die machen einen aber tatsächlich eher wehmütig. Wenn Tauriel am Eilend steht ist das so ein beeindruckendes Bild, aber wenn die nächste Szene dann wieder 95% Greenscreen ist, versaut es die ganze Atmosphäre einfach wieder. Die am schlechtesten animierte Szene ist
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Legolas auf seinem Pferd, als er die Verfolgung von Bolg aufnimmt
Das sieht tatsächlich ungefähr so aus wie das Opening von The Legend of Zelda: Ocarina of Time fürs Nintendo 64. Peter Jackson, wieso, WIESO muss man Pferde animieren?`Verstehe ich nicht. Was bei mir auch wieder für fast schon Entsetzen gesorgt hat, ist Bolg. Seine Szenen sind ganz in einer super aussehenden Rüstung und Maske aufgenommen worden und was macht man daraus? Die Maske schneidet man raus und fügt ein neues CGI Gesicht ein. Sieht im Endeffekt dann genau so enttäuschend aus wie Azog. Sowas versteh ich einfach nicht.
Dann der Soundtrack. Ähm. Hat Howard Shore dafür Geld bekommen? Im Endeffekt sind das nur Zusammenschnitte aus Herr der Ringe (wirklich fast die ganze Zeit) und ein klein wenig aus An Unexpected Journey. Man kann nicht glauben, dass die Person, die so geniale Themen wie in Herr der Ringe verfasst hat, so einen Mist zusammenproduziert. Vielleicht kommt deswegen auch nie wirklich so das alte Mittelerdegefühl auf. Die Musik hat da schon 'nen großen Einfluss find ich.
Zuletzt dann noch der "Spannungsbogen" des Films. Am Anfang ist der Film total hektisch und actionreich, dann kommt eine gute Stunde gepflegte Langeweile und am Schluss gibt's dann wieder non-stop-action a la Jurassic Park 3. Und die "langweilige" Phase in der Mitte ist einfach nicht das selbe wie der Anfang in Herr der Ringe über das Auenland zum Beispiel. Keine Atmosphäre.
Positiv anzumerken ist, dass wenigstens die zum Teil dämliche Komik des Vorgängers weggelassen wurde. Gut so.
Im Endeffekt kommt der Film bei mir etwas besser weg als der Vorgänger.
6/10